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  • #1

Sind alle EGO-Männer so ?

3 Jahre sind mein Freund und ich nun schon zusammen. Da er selbständiger Autor ist, hat er kein geregelten Alltag wie ich. D.h. ich steh morgens auf, richte mich und fahr dann zur Arbeit...komm Abends heim usw. er arbeitet von zu Hause aus, ist 1x im Monat geschäflich für ein paar Tage oder auch mal 1-2 Wochen unterwegs.
Dieses Jahr war ein anstrengendes Jahr für Ihn: viel Arbeit wenig Freizeit....keinen Urlaub! Wobei er geschäftlich viel unterwegs war ( USA, Hamburg etc.) und dort sicher auch mal ein paar Tage frei machen konnte.
Nun hat er den ganzen Dez. sozusagen freigeschaufelt von seiner Arbeit und geht nun 2 Wochen alleine in den Urlaub. Anschliessend dann noch eine Woche mit mir.
Erst war ich nicht einverstanden, habe aber nie gesagt, dass er nicht gehen darf, nur das ich es nicht ganz richtig finde ...dann gab es auch ein paar mal Streit deswegen. Er meinte es ist nicht bös gemeint, aber er braucht mal eine Auszeit und wenn ich frei hätte, würde er mich ja mitnehmen.
Mh ich will ihn ja nicht einengen, aber ich finde als PAAR sollte man doch solche Sachen gemeinsam erleben wollen oder eben auf den Partner warten? Und es ist auch nicht so, dass es das erste mal ist. Die erste Weihnachten und Silvester war er mit seiner Cousine im Urlaub und hat mich alleine zurück gelassen, mit der Begründung: du kannst ja leider nicht mitkommen! Als nach 2 Jahren zusammensein ...einen 2 Wöchigen Urlaub gemacht haben, hat er mich alleine heimfliegen lassen und ist dann nochmal 2 Wochen länger geblieben, weil ich ja wieder arbeiten musste und er noch frei hatte.
Wenn ich so etwas sage wie: ich geh dann auch mal alleine irgendwo hin, wenn du keine Zeit hast, dann sieht er es als Rache an und zeigt sich total verständnislos.
Ich weis nicht was ich tun soll...Bin ich blind vor Liebe oder gönne ich ihm einfach nicht den nötigen Freiraum.
Ich wollte ihm erklären, dass mir dieses WIR-Gefühl fehlt. Und seine Reaktion ist nur: ich wäre daran schuld wenn ich das so seh.... Ich fühle mich verletzt und kann aber nicht Schluss machen. Aber sitze öfters weinend zu Hause und mache mir zuviele Gedanken. So will ich nicht weiter machen. Seh ich das denn so falsch ?
 
  • #2
Da ist weder etwas falsch, noch wirklich richtig. Und offensichtlich seid ihr beide nicht in der Lage, eure Bedürfnisse ohne Kränkungen bzw. Verletztsein zu kommunizieren.

Ihr schafft es nicht, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Das ist das Problem, sind die Schwierigkeiten.

Es wird immer verschiedene Meinungen geben, ob der Partner auch alleine Urlaub machen kann/sollte oder nicht. Er macht das ja nicht grundsätzlich ohne dich!

Es ist einfach, den anderen als Egoisten zu bezeichnen, ohne bei sich selbst zu schauen. Was fehlt dir wirklich? Was passt dir außerdem nicht? Da ist doch noch mehr!

Eines ist sicher, eine Beziehung, in der ich alleine Zuhause sitze und weine, das ist keine Beziehung, die diesen Namen verdient.

Meines Erachtens, fehlt da die gegenseitige Empathie und Bereitschaft, auf den Partner einzugehen. Wenn ihr das nicht regeln könnt - also miteinander reden und wirklich zuhören - dann passt ihr einfach nicht zusammen.

Das merkst du dann zwar ziemlich spät, aber nur du kannst wissen, ob du so weiter machen möchtest. So, wie du dich gerade fühlst, machst du dich krank.

Das, was du hier aufgeschrieben hast, ist genau das, was du ihm sagen musst. Und dann müsst ihr beide sehen, wie ihr damit klarkommt - oder auch nicht mehr klarkommt.

Solche Inkompatibilitäten kommen aber niemals von einer Seite, da müssen immer beide auch bei sich selbst suchen - und vor allem auch finden! Eine Beziehung bedeutet auch Kompromisse auf beiden Seiten. Keiner kann eine Beziehung führen und so weiter leben, als sei er Single.

Alles Gute
 
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  • #3
Nein, du siehst das vollkommen richtig!
Dein Partner ist ein Egoist der auf dich keinerlei Rücksicht nimmt. Eigentlich müsste es umgekehrt sein, er müsste eure gemeinsame Urlaubsplanung an deine anpassen, denn du als Angestellte mit tariflich festgelegten Urlaubszeiten kannst nicht einfach Urlaub machen, dann wenn es deinem Freund in den Kram passt. Er hat freie Zeiteinteilung und kann sich sogar einen ganzen Monat von Arbeit freistellen, so wie es ihm beliebig ist. Dich nimmt er nur mit wenn du in sein zeitliches Buget passt.
Dass er sogar euer ersten Weihnachten und Neujahr mit seiner Cousine und nicht mit dir verbracht hat, hätte bei mir alle Warnglocken leuchten lassen.
Er wird sich nicht ändern, ich sehe es ebenso wie du, das WIR scheint in eurer Beziehung absolut unterentwickelt zu sein. Er wird dich mit seinem Verhalten immer wieder aufs Neue verletzen und er begreift nicht einmal warum du dich verletzt fühlst. Das klingt nach mangelnder Empathie. Ich würde diese eine Woche Urlaub im Dezember nicht mit ihm verbringen wollen. Ich würde mich auf das Ende dieser Verbindung einstellen, denn, so meine Vermutung, er liebt dich nicht, du bist nur ein Spielzeug für ihn das man bei Bedarf in die Ecke stellt. Tut mir leid für dich. Alles Gute.
 
  • #4
Also ich denke, ein Wir ist bei euch wirklich nicht vorhanden, weil ihr zwei verschiedene Lebenspläne habt. Dein Leben ist geregelt, sein Leben ist mehr frei.

Wenn du Urlaub planst, dann musst du deinen AG fragen und auf die Kollegen Rücksicht nehmen, bei ihm ist es anders. Er ist selbstständig und kann tum teil nach seinem Ermessen frei machen, klar muss er das mit anderen, mit denen er arbeitet absprechen. Du sagst ja selber, er hat sich den Monat frei geschaufelt.

Aber was ich sehr schade und rücksichtslos finde, er spricht das mit dir nicht ab oder kaum. Ich glaube auch, dass dich genau das verletzt.

Ob er jetzt ein Egoist ist, weiß ich nicht, denn man kann schlacht beurteilen, wie weit ihr eure Leben aufeinander abstimmen könnt oder wollt. Aber wenn du in der Beziehung nicht glücklich bist und nur weinst, dann musst du was ändern. Denn wenn für ihn kein Bedarf für eine Änderung vorhanden ist, warum soll er was verändern?
 
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  • #5
Natürlich kennen wir hier nur Deine Version des Urlaubsproblems. Und natürlich wissen wir nicht, warum Dein Freund die meiste Zeit seines Urlaubs allein oder mit anderen verbringt statt mit Dir. Aber diese Frage zu klären, wäre wichtig für Dich. Weicht er Dir aus irgendeinem Grund aus? Was könnte der Grund sein?

Eine andere Erklärung wäre, dass Dein Freund ein eingefleischter Single ist und Beziehung nur sehr eingeschränkt zulässt. Überhaupt finde ich sehr auffällig, dass viele eine Beziehung eingehen und dann aber so weiterleben wollen, wie sie es als Single getan haben. Der Partner ist dann lediglich eine Erweiterung ihres Singlelebens, sodass auf die Bedürfnisse des Menschen, mit dem sie da "zusammen" sind, gar nicht richtig eingegangen wird.

Versuche also zu klären, warum Dein Freund sich so distanziert verhält. So jedenfalls kann es für Euch beide nicht weitergehen.
 
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  • #6
FS, du siehst das vollkommen richtig. Er ist nicht in der Lage, auf Dich eingehen zu können und macht, wonach ihm ist und da fehlt tatsächlich das WIR-Gefühl. Sein Beruf als Freiberufler zeigt doch schon, dass er sich nichts "vorschreiben" lassen will und frei wie ein Vogel sein will, das lebt er natürlich auch in einer Beziehung.

Meiner Meinung nach lässt sich da wenig ändern, auch wenn Du mit ihm reden würdest, er würde es nicht verstehen. Ich wage zu bezweifeln, ob ihr Beiden eine Zukunft miteinander habt.

Schade, dass Du deshalb so viel Sorgen hast und weinst, das ist nicht Sinn und Zweck einer Partnerschaft, zudem er Dir auch noch Schuldgefühle einredet (selber Schuld, wenn Du das so siehst), ich glaube, dass Menschen in künstlerischen Berufen oftmals sehr schwierig und egozentrisch sind, genau das trifft auf Deinen Partner zu.

Du solltest Dir mal Gedanken über eine Trennung machen, ist sicher nicht einfach, aber lieber ein Ende mit Schrecken. Tut mir sehr leid für Dich.

w
 
  • #7
Das sind zwei sehr unterschiedliche Arbeits- und Lebensweisen. Der Eine stark strukturiert und fremdbestimmt in einer Gemeinschaft = "wir" = Angestellter. Der Andere relativ frei und selbständig, der Vieles selber organisiert und bestimmt = "ich".
Das Gleiche findet sich hier auch im Urlaubsverhalten. Sie will das "wir", er lieber das "ich".
Sie empfindet ihn als Egoisten. Er empfindet sie als aufdringlich und zwanghaft.
 
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  • #8
So wie Du das schreibst,klingt es nicht so,als ob eine Chance besteht,daß er sein Verhalten ändert.Er kann anscheinend gar nicht nachvollziehen,was Dein Problem ist und daß Du darunter leidest.Es ist vielleicht gar nicht mal böser Wille von ihm;er versteht es einfach nicht.
Du leidest und weinst.Vermutlich wirst Du ganz genau in Dich hineinhorchen müssen und Dir klar werden,ob Du damit auf Dauer leben kannst und willst,denn es macht nicht den Eindruck,daß er sich da ändern wird und kann.
Ich wünsche Dir Kraft und Mut.
m,58
 
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  • #9
Dass ihr nicht immer zusammen Urlaub machen könnt, scheint mir daran zu liegen, dass Du nicht so viel Jahresurlaub hast, wie er sich als Freiberufler nehmen kann.

Mal ganz konkret gesagt: wenn Du keine Urlaubstage hast, er aber Urlaub machen will, was erwartest Du denn eigentlich dann von ihm? Z.B. die Situation, als er zwei Wochen mit Dir zusammen Urlaub machte und dann noch zwei Wochen alleine blieb, weil Du arbeiten musstest. Hätte er mit Dir nach Hause fliegen und zwei Wochen auf seinem Sofa Urlaub machen sollen. Dabei darauf wartend, dass Du abends von der Arbeit kommst?

Wieviel der Urlaubstage, die DU pro Jahr hast, verbringt ihr denn mit gemeinsamem Urlaub? Fährst Du auch mal alleine oder mit Bekannten/ Freunden in Urlaub?

Du bezeichnest ihn als "EGO-Mann" und scheinst es als Ansage "er liebt mich nicht (genug)" zu verstehen, wenn er ohne Dich Urlaub macht? Ich denke, da irrst Du Dich.

Ich kann Deinen Freund ganz gut verstehen, denn ich kann ca. 3 Monate im Jahr Urlaub machen. Wenn mein Partner mit seinen vielleicht 6 Wochen Jahresurlaub erwarten würde, dass ich nur mit ihm zusammen in Urlaub fahre, fände ich das nicht fair und auch nicht sehr verständnisvoll von ihm.

w, 50
 
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  • #10
Ich kann Deinen Freund ganz gut verstehen, denn ich kann ca. 3 Monate im Jahr Urlaub machen. Wenn mein Partner mit seinen vielleicht 6 Wochen Jahresurlaub erwarten würde, dass ich nur mit ihm zusammen in Urlaub fahre, fände ich das nicht fair und auch nicht sehr verständnisvoll von ihm. w, 50

Ja, schön und gut. Dann ist es doch aber komisch, dass dieser Mann kein Verständnis dafür aufbringt, wenn die FS selbst einmal etwas allein unternimmt. Für mich passt da etwas nicht zusammen ...
 
  • #11
Du beklagst dich, daß er nicht deinen Lebensstil hat. Warum gehst du nicht auf ihn ein? Warum muß er nach deiner Pfeife tanzen, sonst fühlst du dich nicht genug geliebt?
Als Künstler hat er sehr viele Freiheiten, aber auch sehr hohe Risiken. Warum sollte er an deiner Seite ein Angestellten-Leben führen und trotzdem bei Mißerfolg am Hungertuch nagen? (Ich gehe jetzt mal davon aus, daß du ihn nicht finanzierst.)
Ein Künstler braucht neben einer eisernen Arbeitsdisziplin (denn er ist nicht unter der Kontrolle von Kollegen und Vorgesetzten) und der Gabe, Kreativität abrufbar und nutzbar zu machen, viel Raum, um wieder aufzutanken. Denn seine Arbeit besteht nicht nur aus schreibtischsitzen sondern aus nachdenken, beobachten, aufnehmen, entwickeln, im Kopf zusammenbauen.
Was hat dich fasziniert, als du mit ihm zusammengekommen bist? Doch wohl sicher auch sein Beruf.
 
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  • #12
Um es auf den Punkt zu bringen: da scheinen mir die Lebensentwürfe nicht wirklich zusammenzupassen. Für jemanden mit einem normalen, geregelten Berufsalltag (38,5 bis 40h-Woche, 6 Wochen Jahresurlaub etc.) ist es oft alles andere als leicht, nachzvollziehen und zu akzeptieren, dass bei freiberuflich Tätigen der Lebens- und Arbeitsrythmus sehr anders aussieht und ganz anderen Regeln folgt.

Ich kenne das ebenso, als Freischaffender kannst du zwar durchaus auch einen Urlaub planen, aber wenn ein Kunde mit Auftrag droht - dann ist der Urlaub schlicht gestrichen. Und wenn man zwischen zwei größeren Projekten zwei Monate Zeit hat, dann hat man eben wirklich mal (ausnahmsweise) zwei Monate Zeit und möchte die auch nutzen. Jedenfalls nicht schon wieder nach zwei Wochen zurück nach hause. Und ein, zwei Tage Pause zwischen stressigen Terminen sind leider nie Urlaub, sondern notwendige Rekreation.

Ich habe da wenig Mitleid, denn man weiß ja, worauf man sich jeweils einlässt: bei Lehrern auf die fixierten Ferienzeiten, bei Ärzten auf den Bereitschaftsdienst, bei Bauingenieuren u.U. auf Wochenend- oder Auslands-Einsätze usw. Mein persönliches Fazit ist, dass als Partner nur jemand in Frage kommt, der diesen unregelmäßigen Lebensstil ebenfalls lebt. Alles andere birgt das Risiko von Konflikten und völlig unterschiedlichen Bedürfnissen, die letztlich nicht zur zur Übereinstimmung zu bringen sind. Denn eines sollte klar sein: die Arbeitsbedingungen von Freiberuflern lassen sich nur in den wenigsten Fällen verändern.
Ende 50 (seit über 10 Jahren freiberuflich)
 
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  • #13
@FS

Ich kann Ihren Freund voll und ganz verstehen - würde ich genauso machen.
Sie sind in einem normalen Arbeitsverhältnis mit fest umgrenzten Arbeitszeiten und Urlaubstagen, während er freischaffend ist.

Ich kann den Hintergrund Ihres Prolems nicht recht erkennen - was hat das Verhalten dieses Mannes mit Ego zu tun ? Warum bsp.weise sollte Ihr Freund zusammen mit Ihne nfrühzeitig den Urlaub beenden, wo er noch Freizeit hat und anschließend zuhause rumsitzt während Sie wieder arbeiten gehen ?
Insbesondere vor dem Hintergrund der Tatsache, daß die Freundschaft ja auch enden kann, würde ich genauso handeln.

m,50
 
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  • #14
Dein Partner ist ein Egoist der auf dich keinerlei Rücksicht nimmt [...] Er hat freie Zeiteinteilung und kann sich sogar einen ganzen Monat von Arbeit freistellen, so wie es ihm beliebig ist [...] er liebt dich nicht, du bist nur ein Spielzeug für ihn das man bei Bedarf in die Ecke stellt

Natürlich. Als Freiberufler kann er sich jederzeit frei nehmen, daher ja auch der Name. Insbesondere kann er seinen Urlaub so legen, daß er sich zu 100% mit dem der Frau deckt.

Das neue Buch muß unbedingt noch ins Weihnachtsgeschäft, aber die Frau hat Herbstferien und möchte verreisen? Kein Problem, ein Anruf beim Verleger genügt, und Weihnachten wird auf Mitte Januar verlegt. Mann, Mann. Was für eine Vorstellung vom Arbeitsalltag eines Freiberuflers.

Und wenn er dann nach all dem Termindruck endlich mal durchatmen kann und kein Verleger ihm im Nacken sitzt, neidet ihm seine Frau die zwei freien Wochen bzw. erwartet, daß er sich brav zuhause auf der Couch langweilt, statt sich irgendwo Inspirationen für sein nächstes Projekt zu holen.

Ich bin auch Freiberufler und somit ganz klar ein Mann, der seine Frau nicht genug liebt.
 
  • #15
Er ist freischaffender Künstler und du bist Arbeitnehmer. Das ist schon eine ziemlich unterschiedliche Lebensplanung und Lebenseinstellung. Mit Egoismus und Lieblosigkeit hat das nicht viel zu tun. Und natürlich kannst du deine Sachen machen, wenn er keine Zeit hat. Ich denke es stört ihn, dass du das so hervor hebst. So nach dem Motto, "ich gehe jetzt auch mal alleine wo du mich ja auch so oft alleine läßt" ich glaube eher das ist das Problem. Nicht das selbstverständliche alleine was zu amchen wenn der Andere nicht kann. Du solltest überlegen, ob du wirklich mit einem Künstler leben kannst, denndas wird sich nie ändern
 
  • #16
Wenn ich so etwas sage wie: ich geh dann auch mal alleine irgendwo hin, wenn du keine Zeit hast, dann sieht er es als Rache an und zeigt sich total verständnislos.
Entschuldige bitte, aber diese Ankündigung ist unsouverän und etwas kindisch. Wenn du es willst, dann mach es, da hat er dir auch nicht dreinzureden. Oder hindert er dich wirklich daran, etwas allein zu unternehmen?
 
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  • #17
Warum bedeutet Beziehung immer gleich 100%-iges Aufeinanderkleben, 100 % aller Urlaube miteinander verbringen, 100 % aller Gelegenheiten miteinander nutzen? Wieso lässt du ihm nicht den Freiraum, den er offensichtlich braucht? Er fährt ja AUCH mit dir!! Nur eben nicht NUR. Nicht alle Menschen sind in ihrem Freiheitsbedürfnis gleich, und es gibt eben nicht nur ein einzig gültiges Maß dafür, was und wie viel Zeit man gemeinhin in einer Beziehung miteinander verbringt.

Ich verstehe ihn sehr gut - ich würde definitiv allein in Urlaub fahren, wenn mein Partner es zeitlich nicht einrichten könnte, gar keine Frage. Natürlich fahre ich LIEBER zu zweit - aber wenn es nicht anders geht, fahre ich lieber allein als zu Hause zu bleiben.

Ich würde dir empfehlen, das Klettenhafte abzulegen und einfach auch mal für dich allein zu planen (und zwar souverän und ohne Drohgebärden).

w, 40
 
  • #18
Ich habe auch mehr Urlaub als mein Partner, aber den nutze ich im Regelfall nicht, um alleine wegzufahren, sondern z.B. um Dinge für uns zu erledigen, zu denen wir sonst nicht kommen. Allerdings geht es dabei auch immer nur um ein paar Tage, nicht gleich um mehrere Wochen.

Aber vielleicht könnte gerade so ein Kompromiss aussehen: Dass der Partner der Fragestellerin seinen Urlaub soweit wie möglich mit ihr zusammen plant und dann den Rest nicht komplett fernab von ihr verbringt, sondern zumindest in Teilen auch in ihrer Nähe, um sie zu entlasten, während sie arbeiten geht?
 
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  • #19
als Freiberufler schließe ich der Mehrheitsmeinung an: Angestellte mit festgelegtem Tagesablauf, festgelegtem Kollegenumfeld und festgelegtem Urlaubsplan und Freiberufler, bei denen selten ein Tag dem andern gleicht sind eine denkbar schlechte Konstellation in der Partnerschaft. Der Freiberufler wird dem Angestelltern Partner/ der angestellten Partnerin auch niemals das Gefühl von geregelter Sicherheit, die alle Bereiche des Lebens durchdringt, vermitteln können. Angestellte und Freiberufler sollten bei der Partnersuche unter sich bleiben - ein Wanderfalke und ein Flamingo passen nicht zueinander.
 
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  • #20
Angestellte [..] und Freiberufler [..] sind eine denkbar schlechte Konstellation in der Partnerschaft.

Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Fehlendes Verständnis des einen für die Arbeitswelt des anderen gibt aber keinem Partner das Recht, den anderen aufgrund dieser Konfliktlager als „Egoisten” zu bezeichnen, der seinen Partner zu wenig liebt.

Mit welchem Recht fordert die FS, ihr Partner möge sich den Zwängen des Angestelltenberufs unterwerfen, mithin die Flexibilität aufzugeben, die seine freiberufliche Existenz überhaupt erst möglich machen? Das ist vollkommen illusorisch. Und ich bin mir zudem sicher: täte er es ihr zuliebe, wäre er für sie ganz schnell uninteressant.
 
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  • #21
Das unterschiedliche an eurem Leben ist, dass er wohl ständig wechselnde Ansprechpartner hat, du dagegen ein festes Umfeld. Für dich ist er fester Bestandteil deines Lebens bzw. soll es sein, du bist für ihn nur einer, vielleicht der Wichtigste, von vielen.
Deswegen ist der Egoismusvorwurf einseitig.
Ich frage mich, wie würde er sich über dich beschweren, vielleicht so:
Hängt sich an mich ...
Kann kaum einen Schritt alleine tun ...
intolerant ...
spießig ...
braucht mich endlos und will immer was von mir ...

Bei Menschen bilden sich unterschiedlich Selbstverständlichkeiten raus, ein "gerechter" Weg ist nicht immer gegeben.
 
  • #22
Natürlich. Als Freiberufler kann er sich jederzeit frei nehmen, daher ja auch der Name. Insbesondere kann er seinen Urlaub so legen, daß er sich zu 100% mit dem der Frau deckt.

Das neue Buch muß unbedingt noch ins Weihnachtsgeschäft, aber die Frau hat Herbstferien und möchte verreisen? Kein Problem, ein Anruf beim Verleger genügt, und Weihnachten wird auf Mitte Januar verlegt. Mann, Mann. Was für eine Vorstellung vom Arbeitsalltag eines Freiberuflers.

Und wenn er dann nach all dem Termindruck endlich mal durchatmen kann und kein Verleger ihm im Nacken sitzt, neidet ihm seine Frau die zwei freien Wochen bzw. erwartet, daß er sich brav zuhause auf der Couch langweilt, statt sich irgendwo Inspirationen für sein nächstes Projekt zu holen.

Ich bin auch Freiberufler und somit ganz klar ein Mann, der seine Frau nicht genug liebt.

Oha leider geht dieser wirklich wichtige Beitrag irgendwie unter .. Ein freiberufler kann eben NICHT tun und lassen was er will, er hat mitunter wesentlich mehr Zwänge und Verpflichtungen als ein Angestellter.. ich bin selbst beides Angestellter und freiberufler und kann durchaus nachvollziehen das der Mann einfach mal niemanden sehen will für 2 Wochen.

Wenn dir das, liebe FS, aber viel zu wenig sein sollte, dann frage dich bitte warum du einen solchen Mann überhaupt haben wolltest und ich hoffe es kommt nicht so etwas heraus wie "ich wollte den Wilden zähmen.."..
 
  • #23
Liebe Fs,
hab ich das jetzt richtig verstanden? Er ist Freiberufler, man könnte auch Selbstständig sagen was in aller Regel eines heisst: Selbst und Ständig! Er konnte also das Ganze Jahr keinen Urlaub machen, war nur ständig für seine Auftraggeber unterwegs oder am arbeiten und braucht jetzt einfach Abstand. Mal abgesehen davon dass das als Autor eine Ausnahme ist, der Kerl mus sehr gut darin sein. Du dagegen kannst nur eine Woche freimachen- was bitte erwartest Du genau? Dass er die restlichen 3 Wochen zuhause sitzt und dann doch wieder arbeitet (hat ja schliesslich sein Büro zuhause).

Das einzige was ich an Ihm nicht verstehe ist der Rachevorwurf- aber da könnte es am Ton gelegen haben. Wenn Du gesagt hättest: Ich hab jetzt 2 Wochen Urlaub, kannst Du?- Nein, muss fertig werden- Gut dann muss ich halt alleine/mit der Freundin fahren dürfte das eher nicht geschehen.

Nein, geniesse den Urlaub mit Ihm und lass ihn einfach danach alleine die Batterien wieder aufladen- ein Freund mit Burnout bringt Dir auch nix.
 
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  • #24
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  • #25
@13 - du sprichst mir aus der Seele - schon oft musste ich dann selbst im Urlaub noch arbeiten, mich mit dem Handy zurück ziehen, den Laptop auspacken, usw. Als Freiberufler hat man ständig Verantwortung für sich und für seine Kunden. Ich erinner mich an ein Telefonat mit einer Festangestellten: Freiberufler: ...du, derzeit läuft es ja nicht so arg, es ist ziemlich ruhig momentan. Festangestellte: Oh ja, bei uns auch! Freiberufler: ja, aber wenn du am Monatsende auf Dein Konto schaust, ist dein Gehalt drauf, bei mir laufen nur die Kosten weiter!!

Das ist nur ein Punkt, den viele Angestellte nicht nachvollziehen können. Auch der Satz der FS - wenn er geschäftlich unterwegs ist, kann er auch mal noch ein paar Tage frei machen! Geschäftsreisen sind KEINE Lustreisen, sondern harte, hoch konzentrierte Arbeit! Messebesuche sind harte Arbeit! usw.

Leider ist das Bild des Freiberufler verrufen: spielt nur Golf, steht morgens spät auf, muss sich nicht überarbeiten. Die vielen Wochenend- und Nachtschichten, die wir leisten, sieht hingegen niemand.

Wer als Angestellter dafür überhaupt kein Verständnis aufbringen kann und will, sollte einen Freiberufler NIE zum Partner haben. aus Erfahrung w/42, jetzt mit LG, ebenfalls Freiberufler!
 
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