• #1

Sind Erfahrungen in Exbeziehungen null und nichtig?

Hallo, liebe Mitschreiber,

eine Sache beschäftigt mich schon eine Weile, und mich würde interessieren, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt.

Wenn ich mich mit Bekanntinnen treffe zum Kaffee, passiert folgendes: Die sind ja verpartnert und erzählen dann von ihren Beziehungen und Problemen mit dem Partner. Wenn ich - Single - dann von meiner Exbeziehung erzähle, herrscht Schweigen. Es wird dazu nichts gesagt, nichts gefragt.

Ich frage mich, warum. Beim nächsten Mal werde ich auch direkt die Personen fragen, aber ich mach mir schon im Vorfeld Gedanken drüber, was es sein könnte.
Ideen:
- Sie denken, ich trauere meiner Exbeziehung nach und finden das peinlich. Tu ich nicht, habe ich auch schon mehrfach gesagt. Können sie sich vielleicht nicht vorstellen.

- Sie denken, meine Beziehung ist sowieso auseinander gegangen, also kann ich als Single nicht mehr mitreden bei Partnerproblemen. Noch als Info vielleicht dazu: Als mal das Thema aufkam, dass man als Single mehr Freiheiten hat, waren ihre Beziehungen auf einmal super. Nur als ich mir die Nase pudern ging, tauschten sie sich schnell ein bisschen über Probleme in ihren Beziehungen aus.

- Sie wollen es nicht hören, weil sie Angst haben, dass meine Beziehung auch wegen ihres Grundes auseinander ging.

Es ist nicht so, dass ich dauernd über meine Exbeziehung rede, dass sie denken müssten "nicht schon wieder diese Geschichte". Es sind einfach Dinge, bei denen man schon wissen will "wie macht ihr das". Aber wenn es eine Exbeziehung ist, ist diese Erfahrung anscheinend ungültig, selbst wenn das Problem nicht das Ende der Beziehung betraf, sondern allgemeines Zusammensein von Mann und Frau?

Ich würde nun nie wieder über meine Exbeziehung reden, wenn ich damit bei den Langverpartnerten den Eindruck erwecken würde, ich sei ne arme Singlefrau, die einem Mann hinterhertrauert. Man begegnet ja öfter der Meinung, dass Singles irgendwie minderwertig seien, vielleicht sehen die das genauso. Das brauche ich aber nicht zu fragen, weil es dann hieße "neiiin, natürlich nicht".

Die Exbeziehung ist aber nunmal Teil meines Lebens, und daraus habe ich viel gelernt. Aber vielleicht darf man nur dann wieder drüber reden, wenn man einen neuen Partner hat (und natürlich in dessen Beisein zumindest NICHT drüber reden wird), damit man nicht den Eindruck erweckt, in der Vergangenheit hängen geblieben zu sein?

Habt ihr Erfahrungen damit, z.B. als Single, der auch nicht über Exbeziehungen reden darf, oder als Verpartnerter, der auch von Singles nichts über Exbeziehungen hören will?

Vielen Dank schonmal fürs Lesen.
 
  • #2
Hallo Void,
das kenne ich auch so. In Gesprächsrunden, in denen es um Beziehungen geht, ist mein Beitrag irgendwie "überflüssig", selbst wenn es um Belangloses geht.
Neulich ging es um Erfahrungen mit Campen. Weil ich das mit dem Ex oft gemacht habe, betrachte ich mich da als Fachfrau ,-). Hatte allerdings den Eindruck, dass meine Beiträge überhört wurden.
Ich glaube wirklich, es ist die Angst, das Gespräch würde jetzt abdriften zu meinem Ex.
Der hat denen übrigens nichts getan und die Trennung war friedlich.
 
  • #3
@void
Ich kenne das. Wenn ich mit Freundinnen über ein Problem in der Beziehung sprechen wollte, bekam ich eigentlich nie richtiges Feedback. Es kam gar nichts. Reines Desinteresse. Über ihre Probleme und Problemchen wurde stundenlang berichtet. Was hörte ich mir alles geduldig an. Ich bin eine gute Zuhörerin. Und sagte offen und ehrlich meine Meinung zum Thema. Dann hieß es In meinen 30ern oft: "Du bist immer so positiv". Bewundernd. Egal. Ich denke, deine Freundinnen sind So mit sich beschäftigt, dass ihnen einfach ein offenes Ohr für deine Geschichten fehlt. Kurz: Es interessiert sie einfach nicht. Sie bleiben höflich und distanziert. Sie wollen lieber von sich berichten und über sich sprechen. Eine einseitig Sache! Prüfen kannst das auch mit der Frage: Führt Ihr einen Monolog oder einen Dialog? Ich fand es sehr enttäuschend in meinen 30ern mit sogenannten Freundinnen in einer Bar sitzen zu müssen und festzustellen, dass keine der anderen mehr richtig zuhörte. Diese Freundschaften (aus dem Studium) gingen wenig später alle in die Brüche...
 
  • #4
Liebe @void , Du hast in Deinem Fragetext schon so viel hineingebracht, dass ich nicht mehr viel schreiben muss. Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass wenn ich mal was über meinen Ex erzähle, dass diese Frauen das lieber nicht hören wollen, vielleicht aus Angst, dass sie dann ein Indiz heraushören, welches ihre eigene Beziehung zerbrechen lässt..vielleicht! Ich bin sowieso in meinem Freundeskreis und unter meinen Kolleginnen eher die negative, die Zweiflerin, die leicht verbitterte, diejenige, die immer nur Probleme sieht.
Und das wollen die einfach nicht hören, das macht ihnen angst.
Ich kann mich an eine Plauderei mit einer ganz jungen Kollegin erinnern. Sie war frisch verliebt. Ich erzählte ihr nur ganz vorsichtig von Erfahrungen, die man sammeln sollte, dass diese erste Liebe sicher nicht die einzige bleiben wird usw..usw..Und was passierte? Eine Woche später waren die beiden getrennt! Jetzt hat sie sogar wieder einen neuen. Ich habe das Gefühl, ich bin die böse "Hexe", die alles verflucht...ist leicht übertrieben!
Seitdem zeige ich mich stets positiv, lächelnd und wünsche dem jungen Glück alles Gute.
Ich habe aus meiner letzten Beziehung so ziemlich gelernt. Diese Erkenntnisse kamen zwar spät, aber immerhin. Jetzt sage ich mir, ich hätte dieses Forum schon zu dieser Zeit kennen müssen, da hätte ich eher mein schlechtes Bauchgefühl bedient und hätte mich vielleicht getrennt. Aber diese Erfahrungen gehören natürlich zu meinem Leben und ich möchte sie nie missen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #5
Sie denken, ich trauere meiner Exbeziehung nach und finden das peinlich.
Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Denn selbst, wenn jemand wegen einer alten Beziehung noch immer trauern SOLLTE, ist das doch weder für den Trauernden noch für Bekannte peinlich. Weil das doch normal und nachvollziehbar wäre und Liebeskummer doch jeder irgendwie schon kennengelernt hat. Also nichts, dessen man sich schämen müsste.

Ich habe es allerdings auch schon bei einer entfernteren Bekannten erlebt, dass die keine Lust hatte, sich meine Problemchen anzuhören, Ich erkenne es recht schnell daran, dass kaum auf mein Gesagtes eingegangen wird. Ich glaube, diese Frau hat generell keine Lust, über Negatives nachzudenken, denn sie sagte sofort, unser Leben sei begrenzt und man solle sich doch an den schönen Dingen des Lebens erfreuen. Die reichhaltige Natur im Frühjahr usw. Da hat sie ja gar nicht mal Unrecht, und ich weiß, dass ich ihr jedenfalls nichts Tiefgründigeres mehr erzählen möchte. Sie ist übrigens verheiratet ...

Mit einer Singlekollegin kann ich hingegen ALLES besprechen. Rumalbern, lachen und weinen.

Ich glaube, dass Singles untereinander und Paare untereinander am besten miteinander klarkommen. Verpartnerte haben (natürlich nicht alle) häufig Vorurteile gegenüber Alleinlebenden. Warum haben die keinen? Warum finden die keinen? Was ist falsch an ihnen? Da stimmt doch was nicht ... Sie können sich nicht vorstellen, dass es sogar Menschen gibt, die niemals aktiv gesucht haben, weil sie gut allein bleiben können. Argumente der Singles, man sei als Single frei und kann tun und lassen, was man will, wollen Verpartnerte nicht gern gelten lassen.

Natürlich haben auch Singles Erfahrungen. Entweder aus alten Beziehungen oder aus enttäuschenden Begegnungen. Wir alle haben Lebenserfahrungen gesammelt, die wir weitergeben können. Da gibt es keinen Grund zu diskriminieren ("Die kann ja gar nicht mitreden".)

damit man nicht den Eindruck erweckt, in der Vergangenheit hängen geblieben zu sein?
Diesen Eindruck erwecke ich bestimmt. Ich erlebe vieles intensiver als andere und weiß noch sehr genau, wo ich vor genau 2 Jahren war (Krankenhaus), wie ich unglücklich verliebt war und so gern gefallen hätte ... Auch hierüber kann ich nur mit der Kollegin sprechen. Die entfernte Bekannte schrieb mir letztes Jahr, sie werde die alten Geschichten von mir zukünftig nicht mehr lesen ... Da es mir fern liegt, Menschen zu belästigen, überlege ich nun noch genauer, wem ich was erzähle.

Es wäre sicher gut, wenn du deine Bekannten das nächste Mal darauf ansprichst. Dann merken sie, dass dir das aufgefallen ist. Ob sich danach was ändert, ist allerdings nicht sicher ...
 
  • #6
- Sie denken, meine Beziehung ist sowieso auseinander gegangen, also kann ich als Single nicht mehr mitreden bei Partnerproblemen.
Viele Single werden bei Paaren nicht ernst genommen mir passiert das nicht, weil ich mein gegenwärtiges Singleleben sehr positiv und glücklich zeige, das sind sie alle neidisch auf mich, da ich die völlige Freiheit und Unabhängigkeit lebe, mich nicht unterdrücken und verstellen muss, um den Partner zu halten, was ich bei vielen erkennen kann, es amüsiert mich eher!
Als mal das Thema aufkam, dass man als Single mehr Freiheiten hat, waren ihre Beziehungen auf einmal super. Nur als ich mir die Nase pudern ging, tauschten sie sich schnell ein bisschen über Probleme in ihren Beziehungen aus.
Klar die meisten machen sich doch selbst was vor und wollen nur schön reden!
- Sie wollen es nicht hören, weil sie Angst haben, dass meine Beziehung auch wegen ihres Grundes auseinander ging.
Klar schön reden ist angesagt!
Die Exbeziehung ist aber nunmal Teil meines Lebens, und daraus habe ich viel gelernt. Aber vielleicht darf man nur dann wieder drüber reden, wenn man einen neuen Partner hat (und natürlich in dessen Beisein zumindest NICHT drüber reden wird), damit man nicht den Eindruck erweckt, in der Vergangenheit hängen geblieben zu sein?
Was man darf interessiert mich nicht, ich tue das was ich für richtig halte!
Habt ihr Erfahrungen damit, z.B. als Single, der auch nicht über Exbeziehungen reden darf, oder als Verpartnerter, der auch von Singles nichts über Exbeziehungen hören will?
In meinem Umfeld rede ich über alles, wenn ich das nicht kann, passt das Umfeld nicht zu mir und ich sortiere aus und orientiere mich neu ganz einfach!
Es scheint mir, dass du mit den falschen Leuten zusammen bist!
 
  • #7
Hallo meine Liebe,

Aus meiner Sicht klingt die Freundschaft mit deinen Damen in dieser Beziehung etwas unausgewogen. Man nimmt ja meistens, wie in der Familie auch, gewisse Rollen ein. Hier bist du vielleicht die Zuhörerin, die gut dazu da ist, sich alles anzuhören. Wenn du selbst den Versuch unternimmst, von deinen Geschichten zu erzählen, dann trittst du aus der Rolle hinaus, und das mögen die Damen nicht und quittieren es (wohl eher unbewusst) mit Schweigen. Sie nehmen es vielleicht nicht so ernst, weil es ist ja dein Ex, oder sie überhören es einfach großzügig, weil sie ihre eigenen Geschichten als wichtiger erachten.

Es kommt bestimmt auch darauf an, was genau du über deinen Ex erzählst. Je nachdem kann dann auch betretenes Schweigen auftreten. Ich habe eine Freundin, bei ihr ist es zum Beispiel so, dass ich mir alle Geschichten über ihre (meiner Meinung nach sehr intakten) Familie anhöre, aber wenn dann der Moment kommt, indem ich etwas über meine Familie erzählen möchte (es herrscht aus guten Gründen völliger Kontaktabbruch) dann reagiert sie mit Schweigen, starrt in der Luft rum und wechselt das Thema. Ich merke richtig, wie unangenehm ihr das ist.

Irgendwann habe ich dann einfach beschlossen dass sie für diese Dinge der falsche Gesprächspartner ist. Die Freundschaft ist mir dennoch wichtig, aber ich habe im Sinne der Ausgewogenheit meine Bemühungen, wenn es um ihre Familie geht, heruntergefahren. Vielleicht solltest du das auch tun?
 
  • #8
Liebe Void,

ich hatte als ich noch verheiratet war eine sehr attraktive Nachbarin, selber verheiratet und sehr beliebt bei den Anderen.
Irgendwann trennte sich ihr Mann von ihr und fortan wurde sie nicht mehr zu Festen eingeladen und bei Treffen unter Freundinen wurden Beziehungsthemen möglichst vermieden.
In ihrer Abwesenheit hat sogar ihre vormals beste Freundin den Wunsch geäußert, sie nicht mehr zu Treffen einzuladen, weil ihre Anwesenheit die offene Kommunikation hindere.
Ich war baff, ich konnte es nicht glauben, dass diese offenbar so sozial und offen eingestellten Frauen, so unsozial reagierten.
Irgendwann Begriff ich, dass sie Angst hatten.
Angst und zum Teil auch Neid, weil diese Frau aufblühe, sich weiterentwickelte, während sie selber in zum Teil öden Beziehungen steckten.
Jahre später sollte ich das gleiche erfahren.
Nach meiner Trennung, wurde ich auch auf kein Fest mehr eingeladen, dafür aber umso neugieriger nach meinen neuen Kontakten befragt.
Ich gewann neue Kontakte, Frauen wie Männer, für die es überhaupt kein Problem war,
über was auch immer mit mir zu reden, ganz egal ob sie verpartnert oder Single waren.
Ich habe mich nie mehr wohlgefühlt bei den alten Bekannten und habe gemerkt, dass diese auch nicht mehr zu meinem neuen Leben passten.
Wenn ich hin und wann zufällig mit einen oder anderen spreche, werden sie nicht müde ihre tolle Ehe hervorzuheben. Über Probleme reden sie NIE mit mir. Früher, als ich selber noch verheiratet war, taten sie es umso mehr)
Schönen Sonntag.
Clarissa
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #9
Hallo Void,

Sie denken, ich trauere meiner Exbeziehung nach und finden das peinlich. Tu ich nicht, habe ich auch schon mehrfach gesagt. Können sie sich vielleicht nicht vorstellen.

das glaube ich weniger!

Sie denken, meine Beziehung ist sowieso auseinander gegangen, also kann ich als Single nicht mehr mitreden bei Partnerproblemen.

das kann der Fall sein, wenn du dich mit den falschen Leuten umgibst. Warum solltest du nicht über deine Erfahrungen sprechen können? Du baust eben eine Brücke zu deren Themen, das nennt man vernetzt denken. Viele können das nicht nachvollziehen, weil sich das Thema für sie erledigt hat, sobald man getrennt ist. Ich vermute du reflektierst viel oder? Das kenne ich und mir ist das bekannt.

Sie wollen es nicht hören, weil sie Angst haben, dass meine Beziehung auch wegen ihres Grundes auseinander ging.

genau so ist es! Die Menschen haben Angst sich damit zu konfrontieren. Die Beziehung läuft bei ihnen sicherlich auch nicht ganz rosig. Jeder hat Angst damit konfrontiert zu werden, denn dann müsste man sich eingestehen, dass es eben keine gute Beziehung ist. Du bist da sozusagen ein Störenfried, weil ja Single und du die Probleme kennst. Vielleicht ist da auch Neid mit dabei oder man wird mit den eigenen Ängsten konfrontiert. Das läuft unbewusst ab. Da wird dann wieder die ganze Beziehung als supertoll beschrieben, wenn du dabei bist. Ansonsten heult man sich bei der anderen verpartnerten Freundin aus.

Echt Freunde sind das bei dir jetzt nicht oder? Ich nehme mir das raus über frühere Erfahrungen zu sprechen. Wenn jemand nicht zuhören will, ist es auch keine richtige Freundschaft. Du kannst dir deren Probleme anhören aber wenn du reden willst, dann hört man dir nicht zu?
 
  • #10
- Sie wollen es nicht hören, weil sie Angst haben, dass meine Beziehung auch wegen ihres Grundes auseinander ging.

Liebe FS,

ja, das vermute ich auch.
Sie wollen es nicht hören, weil ihre Beziehungsprobleme ähnlich sind.
Durch deine Schilderungen von der Ex-Beziehung wird ihnen schmerzlich bewusst, dass es ihnen so ergehen könnte wie dir und sie über kurz oder lang wieder Single wären wie du.
Viele Frauen verdrängen lieber ihre Beziehungsprobleme, weil sie - wegen ihrem Umfeld - den Status-Quo halten wollen oder nicht mehr alleine leben können.
Es wundert mich, dass sie dich überhaupt bei ihren Treffen dabei haben wollen, wo Singlefrauen nach ihrer Trennung vom Partner meistens ausgegrenzt und gemieden werden, weil man Angst hat, sie könnten einem den Mann ausspannen.
 
  • #11
Ich bin eine gute Zuhörerin. Und sagte offen und ehrlich meine Meinung zum Thema.

Führt Ihr einen Monolog oder einen Dialog? Ich fand es sehr enttäuschend in meinen 30ern mit sogenannten Freundinnen in einer Bar sitzen zu müssen und festzustellen, dass keine der anderen mehr richtig zuhörte.

Elfe11: das trifft auch auf mich zu und ich denke auch auf die meißten hier im Forum. Hier treiben sich sicherlich viele Hochsensible Leute rum, vermute ich. Ja die guten Zuhörer, die Problemlöser und Helfer. Und was bekommen wir im Gegenzug?

Diejenigen, die Monologe halten sind für mich einfach nicht erträglich. Ich halte auch intellektuell nichts von ihnen, die sind nicht auf meiner Ebene.

Ich würde hier einige am liebsten knuddeln, weil ihr so menschlich seid. Man merkt es hier einfach bei einigen im Forum.
 

Laleila

Cilia
  • #12
Liebe void,

So extrem könnte ich das nicht beobachten, weil fast alle meine Freundinnen in glücklichen Langzeitbeziehungen sind. 3 Singles sind dabei, die eine hatte mit 16 ihren letzten und einzigen Freund, die erzählt nicht aus dem Beziehungsleben, die andere ist seit 18 Jahren Single und da Ost er auch kaum noch Thema und die 3. Naja, ihr Ex war das Letzte und es gibt nichts positives mehr über ihn und die Zeit mit ihm zu berichten. Da er leider der Vater ihres Kindes ist, begegnen sie sich regelmäßig und dann spricht sie nicht eben freundlich über ihn, was wir alles SEHR gut verstehen und sie schnell zum lachen bringen, indem wir das Thema noch etwas überziehen.

Allerdings werden auch Singles hern gehört, wenn es mal um Beziehungsthemen geht. Allerdings ist es in manchen Fällen wie ein Tanz auf rohen Eiern. Zum Beispiel wenn:
- die Trennung noch nicht so lange her ist und/oder noch immer schmerzt und wir die Erfahrung machten, dass es sie/ihn nach einer Weile herunterzieht, darüber zu sprechen.
- man durch das die Erzählungen des Singles man plötzlich betroffen merkt, Auweia, dass ist ja unhöflich jetzt über Themen zu sprechen, zu denen der Single keinen aktuellennBezug hat, also schweigt man 'ertappt' oder wechselt schnell das Thema.

Ich selbst mache beim reinen Erfahrungsaustausch keinen Unterschied ob es sich um verpartnerte unser singelige Berichterstatter handelt. Warum auch?

Daher vermute ich, die betreffenden Frauen, so sie wirklich Freundinnen sind, bewegt einer der Gründe, die ich beschrieb.

Allerdings denke ich, das offen anzusprechen ohne es zu dramatisieren, sollte eine Verhaltensänderung herbeiführen.
 
  • #13
Habt ihr Erfahrungen damit, z.B. als Single, der auch nicht über Exbeziehungen reden darf, oder als Verpartnerter, der auch von Singles nichts über Exbeziehungen hören will?

Ich möchte meine Freunde nicht mit meinen Dramen aus der Vergangenheit belästigen, sondern eine gute und schöne Zeit verbringen.
Du hast doch aus Deinen alten Beziehungen gelernt und Dich weiterentwickelt - wieso dann alte, abgeschlossene Kapitel ausgraben? Was willst Du hören?

m, 39
 
  • #14
Ich habe es so nicht erlebt, allerdings habe ich leider in den letzten Jahren ein Image bekommen, was ich selber nicht so gern mag und zwar das Image der verlassenen und alleinerziehende Frau und Mutter. Es wird sehr oft von mir unbewusst erwartet, dass ich über meine Probleme berichte. Alle haben Mitleid und wollen helfen. Ich erzähle fast nie negativ über meine Ex-Beziehung und jetzt wo ich darüber nachdenke, habe ich mich in den letzten Jahren sehr zurückgezogen. Ich merke, dass es mir unangenehm ist, in der Gesellschaften aufzutreten, wo Paare sind. Am schlimmsten fand ich es als ich meinen Sohn zu einem Event begleiten musste. Alle Eltern waren als Paar aufgetreten und ich stand da ohne Ehemann. Die Eltern haben auch getanzt und ich natürlich nicht. Es war nicht schön. Eine Freundin hat ihren Mann befohlen mich zu fragen, ob ich tanzen möchte. Das fand ich wirklich sehr lieb, hab natürlich dankend abgelehnt, oder ein anderes Paar hat meinem Sohn gesagt, tanz doch mit deiner Mutter. Ahhhh, ganz schlimm. Und um deine Fragen zu beantworten: Ja, die Ex-Beziehungen spielen keine Rolle mehr und der jetzige Status ist entscheidend. Es passt nicht/ nicht mehr. Ich weiß auch nicht, wie ich daraus komme.
 
  • #15
Wie würde es sich anfühlen, wenn du beim nächsten Mal, wenn du genau das wieder beobachtest, aufstehst, deine Jacke anziehst und dich so von ihnen verabschiedest. Dann siehst du, wie sie reagieren. Fragen sie dich nach deinem Grund des Aufbruchs, könntest du ihnen sagen, dass du dich nicht ernst genommen fühlst. Wenn dann nur noch ein desinteressiertes "Tschüß" zurückkommt, weißt du, woran du bist. Dann würde ich wahrscheinlich zusehends den Kontakt herunterfahren und/oder beenden. Aber es könnte auch sein, dass es ihnen überhaupt nicht bewusst ist, dass sie dich damit verletzen.
 
  • #16
Auch wenn ich jetzt ein wenig am Thema vorbeirede- als Single ist man in dieser Gesellschaft oft ein Außenseiter. Ich kenne wenige Langzeitsingles- es sind 2-3 Personen, die dazu wirklich stehen. Alle anderen, die ich jemals als Alleinlebende kennenlernte, standen unter einem unerträglichen Druck, wieder eine Beziehung eingehen zu müssen. Nach 5 Minuten Gespräch habe ich wirklich meine Jacke genommen, da mich diese Gespräche über Onlinedating, Dates und Exbeziehungen an den Rande des nervlichen Zusammenbruchs brachten. Mich als Langezitsingle interessieren die Exbeziehungen anderer Leute null. Es liegt aber auch daran, dass ich wenig zu berichten habe. Ich hasse Dates und erst gestern war ich in einem Cafe zufällig Zeugin eines Dates, wo sich Mann und Frau über Rollrasen unterhielten. Ich war froh, nicht in diesem peinlichen Gespräch sitzen zu müssen, nach Themen zu haschen und die Zeit irgendwie herumzukriegen.
Vielleicht ist dies das Problem? Jemand der ewig in einer Beziehung ist oder nie eine intensive Liebesbeziehung hatte, ist für Exgeschichten kaum der richtige Gesprächspartner. Ich kenen aber das Gefühl, nicht mehr gehört zu werden, so wie es auch Elfe 11 beschreibt. Meine verheirateten Freundinnen reden ausschließlich über Familiengründung und Kindergeschichten. Meine Reisepläne, meine Ambitionen ereut zu studieren sind denen ein Dorn im Auge. Es passt einfach hinten und vorn nicht mehr und ich kürze solche Verabredungen meistens ab. Außerdem denke ich, dass Menschen in Beziehungen Singles meiden, weil sie Angst haben, dass ihnen der Partner ausgespannt werden könnte und dass sie bald selbst wieder allein sein könnten. Möglichst zu intensive Kontakte mit anderen Singles und Paaren meiden, ist meine Devise geworden, bzw. genau schauen, ob die Leute mich auch wahrnehmen oder sich nur mitteilen wollen.
 
L

Lionne69

Gast
  • #17
Es ist vielleicht auch ein Faktor, so typisch Frau.

Da tauschen sich welche über Partnerprobleme aus, großes Gejammer, viel Verständnis. Lösungen will keine, da musste man unangenehme Konsequenzen ziehen.
Außerdem, auch eine Art Brusttrommeln, wie im anderen (Männer)Thread - wer hat den größten Schuft, das schlimmste Los, wer ist am meisten zu bedauern? Du als Single bist bei diesem Wettkampf außen vor, Du hast Dich ja dem Leiden, dem heroischen Kampf entzogen :)

Und der weitere Aspekt -
Du bringst ihnen in Erinnerung, dass Du ja noch bedauernswerter / schlechter bist.
Damit haben sie die optimale Sozialhygiene - das kollektive Gejammer, die Runde Mitleid, das Siegertreppchen, und dann noch das Gefühl, etwas Besseres zu sein, weil sie DICH bedauern können.

Liebe void, es gibt andere Frauen, das weißt Du.
Ändere entweder Deinen Bekanntenkreis, oder schweige bei diesen Theater einfach. Kannst ja zustimmend nicken, und mitfühlend schauen.
 
  • #18
Das kenne ich in keiner Weise so.

In den krisenhaften Zeiten - viele Jahre her - haben meine Freundinnen mich ohne Ende jammern und schimpfen lassen, mit mir debattiert, sich Gedanken gemacht - meist endete das mit fiesen, schwarzhumorigen Kommentaren und schallendem Gelächter.

Ich war natürlich auch da für sie. Ganz klar. Aber Retterinnen, das waren diese Frauen.

Dieses Ignorieren, das Du beschreibst, hätte mich total gekränkt und ich hätte mich zurück gezogen. Solche Schön-Wetter-Pseudo-Freundinnen braucht kein Mensch.
 
  • #19
Hi void,
Naja,
1. Mit meinen Freundinnen kann ich schon über meinen Ex sprechen, die kennen ihn und finden, dass ich 10 Jahre zu lange mit ihm zusammen war.
2. Mit Frauen aus dem weitläufigen Bekanntenkreis ( Schule Kinder, ehemalige gemeinsame Bekannte) kann man eh schlecht über Probleme sprechen, da spare ich das Thema aus.
3. Ich habe nach der Trennung bei einem Paar gemerkt, dass die Frau auf Abstand gegangen ist. Sie begründete das mit einer veränderten Paarsituation, d.h. ich als Singlefrau könnte ihr denn Mann ausspannen, so sinngemäss. Vielleicht liegt es daran ?
 
  • #20
Ich glaube, ich würde mich bei solchen Langzeit-Beziehungsfreundinnen als Single-Frau nicht wohl fühlen.
Es herrscht da ein Ungleichgewicht aus euren unterschiedlichen Lebensführungen.
Du erwartest offenbar einen Austausch auf gleicher Ebene zurück. Das wird nicht passieren, weil Menschen nur ungern ihre Standpunkte abgeben.

Wenn ich in einer Beziehung wäre, wäre das Letzte, was ich wollen würde, mich mit einem eisernen, überzeugten Single-Menschen in meiner Nähe herumzuschlagen. Selbst wenn es gute Freunde sind, die haben auch gerne das "Feingefühl", romantische Paar-Situationen zu vernichten.

Sie denken, ich trauere meiner Exbeziehung nach und finden das peinlich. Tu ich nicht, habe ich auch schon mehrfach gesagt.
Ja, das könnte sein. Du erzählst von Geschichten, die vielleicht vor 10 Jahren mal passiert sind, du lebst in der Vergangenheit. Wer über Exen erzählt, hängt psychologisch immer noch an der Sache fest. Wir kennen alle diese Leute, die einfach nicht los kommen von ihrer Ex-Vergangenheit. Ich belaste mich nicht gerne mit Leuten, die solche Probleme haben und nicht voran kommen.

Sie denken, meine Beziehung ist sowieso auseinander gegangen, also kann ich als Single nicht mehr mitreden bei Partnerproblemen.
Könnte sein. Ich würde die Zeit nutzen, mir einen neuen Partner zu suchen, anstatt mit solchen Weibern abzuhängen und alles, was mit dem Ex zu tun hat, vergessen. Ich muss nicht Ratgeberin für meine Freundinnen spielen.

Als mal das Thema aufkam, dass man als Single mehr Freiheiten hat, waren ihre Beziehungen auf einmal super.
Ja selbstverständlich, was erwartest du denn? Aufopferung? Oder gleich die totale Unterlegenheit?

Sie wollen es nicht hören, weil sie Angst haben, dass meine Beziehung auch wegen ihres Grundes auseinander ging.
Drängst du dich den Frauen vielleicht ungewollten Ratschlägen auf? Diese Frauen können mit diesen Gründen offenbar gut leben, bei denen du Stopp gesagt hast. Manchmal führt einem das auch die eigene Unzulänglichkeit vor Augen. Jedenfalls haben sie deine Beweggründe nicht, warum sie jetzt ihre Beziehungen beenden möchten.

Die Exbeziehung ist aber nunmal Teil meines Lebens, und daraus habe ich viel gelernt. Aber vielleicht darf man nur dann wieder drüber reden

Vielleicht ist es die Art, wie du darüber redest? Rede doch mal über einen aktuellen ONS. Du wirst doch mit Sicherheit wieder was neues erlebt haben seit deinem Ex. Was ist mit dem letzten Date? Wer eben immer nur über den Ex zu reden weiß, der lebt nur in der Vergangenheit. Sicherlich kannst du dadurch gute Tipps geben, aber Leute wollen selten Tipps hören. Sie schätzen dich persönlich und deinen Charakter anhand der Geschichten ein, die du immer wieder runternudelst. Deine Freundinnen werden alles über deinen Ex kennen und wie oft du mit ihm gelitten hast. Dieser Ex ist nicht mehr dein Problem. Du schaffst ungewollt Symbiose und lässt Probleme auferstehen.
 
  • #21
Liebe void,

du schreibst selbst, es sind Bekannte, keine Freunde. Sie haben dich nicht um Rat gebeten und nicht mehr aktuelle Themen und Gefühle sind für sie nicht so spannend. Ich denke, sie sprechen über das, was sie aktuell beschäftigt, sie wollen einfach nur was los werden, ein bisschen Lästern, auf diese Weise verarbeiten. Wenn es das einzige trockene Stückchen einer ansosten leckeren Torte ist und ihr bei anderen Themen alle gemeinsam ausgewogen reden könnt, lass sie einfach. Und wenn dir das Thema zu viel Raum einnimmt, könntest du dich unter einem höflichen Vorwand oder mit einer ehrlichen Erklärung verabschieden und dir beim nächsten Mal überlegen, ob und mit welchem Aufwand du dich in dieser Konstellation wieder treffen möchtest. Mir ist bei solchen Bekannten aufgefallen, dass die Frauen, die eine echt öde, langweilige Ehe haben mitunter am meisten prahlen. Sie schwenken von tollen Urlauben, Anschaffungen etc. zu den diversen Fehlern des Mannes. Es war erkennbar, dass in ihrem Weltbild eine schlechte Ehe besser als ein zufriedener Single ist. Da habe ich mich total unwohl gefühlt. Andere Bekannte thematisieren Beziehungsfragen nicht öffentlich, es gibt tatsächlich bessere Themen die man mit Bekannten besprechen kann.

Von meinen drei besten Freundinnen kenne ich das Ausplaudern oder Klagen über Beziehungsprobleme ebenfalls nicht. Das würden alle als Illoyalität empfinden. Es werden mal harmlose Scherze über den Mann gemacht, über das eigene Älterwerden oder praktische Probleme besprochen, die die Beziehung tangieren. Wir kennen uns alle schon seit 30 Jahren, ich war dabei, als zwei von ihnen ihren Mann kennenlernten, mit dem sie noch immer glücklich zusammen sind. Eine der drei ist - so wie ich es sechs Jahre lang war - Single nach gescheiterter Ehe mit Kind. Aber keiner von uns hat private oder intime Beziehungsdetails großartig thematisiert. Ausnahme - schmerzhafte Trennungen. Ich war und bin diejenige, die in Beziehungsdingen Rat bei meinen verheirateten Freundinnen suchte und sucht. Da erkenne ich einfach an, dass sie oft ein glücklicheres Händchen haben.
 
  • #22
Als ich Jahre nach der Scheidung noch solo war, wurde ich von anderen, die über Paarkonflikte nachdachten oft gefragt ob ich richtig entschieden hätte oder es bedaure, nicht unter Einsamkeit leide - nicht um darin rumzustochern sondern weil die Frauen für sich die Aspekte gehen oder bleiben abwogen und Erfahrungen Getrennter hören wollten. Darin galt ich als kompetent.
Das war ihnen genauso wichtig, wie von Freundinnen in Partnerschaften zu hören, wie diese konstruktiv ihre Konflikte lösen.

Ansonsten habe ich auf Nachfragen nach Konflikten die zur Trennung führten wahrheitsgemäß geantwortet, aber nicht in die Gespräche Bekannter Beispiele meiner gescheiterten Beziehung reingebracht. Wenn die Paarkonflikte von Freunden besprochen werden, geht es um ihr Thema, ihre Probleme und deren Lösungsoptionen, nicht um meine beendete Beziehung. Daraus können sie nichts lernen, weil andere Menschen, andere Konflikte, andere Werte.

Das ist etwas, was mir in Gesprächen mit Frauen oft auf den Wecker geht: jemand schildert ein Problem und andere können sich damit nicht befassen, inhaltlich bei der Freundin bleiben sondern müssen sich und ihr Leben immer in den Vordergrund drängen und zum Thema machen.
Die Konstellation, die mein Exmann und ich bilden mit unseren Konflikten und unserer Kommunikation kann man nie auf eine Freundin und ihren Partner übertragen. Da helfen ihr meine Erfahrungen absolut nicht weiter. Es hilft, wenn man bei ihr und ihrem Partner bleibt, ihren Temperamenten, ihrer Kommunikation, ihren Konflikten und ihr dazu Denkanstöße gibt.
 
  • #23
Ui, hallo und guten Abend. Ich hätte gar nicht damit gerechnet, dass andere das auch kennen. Mir kam's immer so vor, als ob ich mir was einbilde.
Erstmal zu Freundschaft: Wir kennen uns seit der Schule und es sind keine engen Freundinnen.
Kaffee für ein paar Stunden, Austausch über Beruf, Leben und ... ja.
@Nordbrise Das finde ich ein Ding, dass Du nicht mal übers Campen reden kannst. Genau sowas meine ich. Man darf den Ex nicht erwähnen, ohne dass es komisch wird.
@Elfe11 Das ist eine generelle Sache, ich denke, wenn Du einen Partner hättest, würden sie auch nicht zuhören. Das Gefühl habe ich bei meinen Bekanntinnen nicht, die interessiert schon anderes auch, was ich tue. Deine sind wirklich die falschen Leute, glaub ich.
@Heidi Ich glaube, man darf wirklich bei jungen Menschen nicht die Cassandra machen. Ich hatte das sogar mal in einem anderem Forum, wo alles danach schrie, dass der Mann nicht an der Frau interessiert war. Sie war sauer auf mich, weil ich ihr die Illusion kaputtgemacht habe. Von da an hab ich mich auch zurückgehalten. Mir war das nicht bewusst, dass Leute auch die Illusion gut finden. Nur sollten die dann auch nicht nach Meinungen fragen. Aber ungefragt sag ich sicher nix mehr irgendwo.
@Cassel Interessanterweise hat auch eine von den Damen die Sichtweise, dass man nur positiv denken muss, dann klappt es auch in allem. In gewisserweise ist ja was dran, nur sieht sie bei sich nicht, dass sie alle enttäuschten Erwartungen, was den Partner betrifft, auf ihren Sohn überträgt, der es ihr dann recht macht.So kann Bez. natürlich eine Einstellungssache werden. Es könnte sein, dass sie mir die Schuld irgendwie gibt, dass meine Bez. kaputtging. Hm. Sie ist sowieso sehr konkurrenzhaft drauf. Dann wäre das Reden über Bez.probleme bei ihr nur mal Dampfablassen und ansonsten alles in Butter, insbesondere vor dem Single, der es ja versaut hat, muss man Gewinner bleiben.
@INSPIRATIONMASTER Mit dem Neid ist das so eine Sache. Ich hab nie gejammert, weil die Bez. zuende war, ich war sogar erleichtert, und habe auch Neid gesehen bei den Damen, als ich mal was von Freiheiten sagte. Der Punkt könnte aber auch noch sein, dass sie das Neidgefühl nicht wollen und dann sagen, der Single redete sich das Leben schön. Die Damen sind in Langzeitbez. und ich denke, es wäre für die der SuperGAU, wenn die Bez. zerbräche. Bei der einen nur wg. des Finanziellen, bei der anderen, weil sie ihren Partner liebt. Vielleicht können sie es sich auch nicht vorstellen, dass man als Single glücklich sein kann.
 
  • #24
Das sind keine richtigen Freundinnen eher Bekanntschaften oder Zweckbündnisse. In diesen Konstellation ist mangelndes Interesse nichts ungewöhnliches.

In guten und stabilen Freundschaften hat jeder eine Stimme und Ohren, unabhängig vom vergangenen oder gegenwärtigen Beziehungstatus (Familienstand).
 
  • #25
Ich würde, ohne deine Bekanntinnen zu kennen, vermuten, es ist Desinteresse gepaart mit einem nicht-Ernstnehmen deiner Erfahrungen, weil du nun Single bist.

Desinteresse bemerke ich bei manchen Bekanntinnen auch immer wieder. Eigentlich möchten sie nur über ihre Probleme lamentieren und sind nicht wirklich an einer Lösung interessiert (die vielleicht auch noch Aufwand und Entscheidungen erfordern würde). Ergo sind deine Erfahrungen nicht relevant.

Nicht-Ernstnehmen bemerke ich auch, vor allem beim Thema Kinder. Dieser Tage erzählte eine Freundin von den Schulproblemen ihres Kindes. Mich hielt sie nicht für qualifiziert, obwohl ich durchaus selbst einmal Kind war, auch zur Schule gegangen bin und Azubinen mit ähnlichen Problemen mein täglich Brot sind. Ist man nicht selbst Mutti, gehört man nicht zum illustren Kreis derer, die eine Meinung haben dürfen, wie es mir manchmal scheint. Womöglich ist es bei dir als Single ähnlich.

Ich höre meinen Freunden gern zu, helfe mit möglichst objektiver Draufsicht auch gern, wenn möglich und gewünscht, aber solche Gespräche gehen mir auf die Nerven. Ich versuche, sie irgendwie kurz zu halten und mich nicht allzu sehr zu ärgern (was auch nicht immer klappt).
 
  • #26
Ich hatte eigentlich zu jedem was geschrieben, aber da wir hier keine Romane veröffentlicht kriegen, versuche ich mal, mehr zusammenzufassen und weiter die angesprochenen Punkte abzuarbeiten.

Vielleicht ist es für sie so ein Kompetenzding. Würde man einen Studienabbrecher fragen, wie man erfolgreich ein Studium absolviert? Selbst wenn er Prüfungen mit 1 abgeschlossen hat und erzählen kann, wie eine Prüfung ablaufen kann? Ich schon, aber die vielleicht nicht. Und ich fang nicht von dem Thema an, es sind sie und ich gebe meinen Senf dazu, z.B.zu "reden Männer nicht über Gefühle" oder "was macht ihr zusammen". Da kann ich ohne weiteres mitreden, also kompetenzmäßig.
Zu anderen Themen, z.B. wenn ich mich verschlankt habe oder beruflich fortschreite, wollen sie es ja auch wissen.

Es gibt ja hier auch Threads, wo um Bez. gekämpft wird. Habe ich in deren Augen vielleicht nicht gemacht, wenn man so hört, wozu sie bereit sind, um die Bez. zu erhalten, und was sie so alles ertragen.
Anscheinend kann sich keiner vorstellen, dass man nett über seinen Ex sprechen kann, die schönen Dinge erzählen kann, ohne dass man das zurückhaben will.
Was Du schreibst, @clarissa3 , finde ich sehr interessant. Du kennst das von der anderen Seite, wie das gesehen wird. Hätte ich nie gedacht, dass auf einmal keine offenen Gespräche mehr möglich sein sollen. Offenbar kommt man in eine andere Kaste bei manchen Menschen.
Es ist nicht so, dass die nicht auch über ihre Bez. reflektieren. Die eine liest Ratgeberbücher, wie man den Mann besser verstehen kann, die andere ist auf der Esoterikschiene, dass alles eine Einstellungsfrage ist. Bei dem anderen Paar, das auf einmal verstummte, aber nicht Teil des Kaffeekranzes ist,

Wenn die Trennung noch frisch ist, versteh ich das schon. Man will ja nicht jemanden in eine Krise stürzen. Aber ich bin in keiner Krise. Als ich es war, waren andere Menschen meine Ansprechpartner. Eine von den beiden war mal meine Freundin, aber sie hatte in der Krisenzeit erklärt, dass sie an Freundschaften kein Interesse mehr hat, weil ihr Kind ihr alles gibt. Naja. Aber der Kaffeekranz bestand halt weiter und ich rede gern mit der andere Frau. Da sie uns immer einlädt, blieb alles so, wie es war. Aber dieses schweigende Verhalten ist mir auch schon bei einem anderen Paar aufgefallen, also es scheint nicht nur ein Phänomen der beiden Damen zu sein.
@Lavieestbelle Ich kann Dir nachfühlen. Automatisch fällt man in die bemitleidenswerte Kategorie und es interessiert gar nicht mehr, was wirklich ist. Du musst doch Probleme haben oder redest es Dir schön. Es ist garantiert so ein Aspekt dabei, dass man wen gefunden hat, dem es schlechter als einem selbst gehen muss, denke ich. Und deswegen wollen sie das auch hören, dass es so schlecht ist, wie sie denken. Das ist auch das Phänomen, dass niemand über seine Probleme redet.
 
  • #27
Bei mir beobachte ich ein ähnliches Phänomen. Ich werde gefragt, wie ich mit der Trennung umgehe, wie ich mit den Themen Zukunftsangst, Alleine sein und dem los lassen umgehe. Des Weiteren habe ich den Eindruck, sie möchten sich gerne bei jemandem aussprechen, der sie für ihre garstigen Gedanken über ihre Beziehung nicht verurteilt, der versteht wie sie sich fühlen. Aber Wehe ich sage deutlich meine Meinung. Jemand, der ihnen (auch über den Umweg der eigenen Geschichte) sagt, dass sie ihre Anteile haben, dass nicht nur der Partner schuld ist, das es ihre Entscheidung ist, wenn sie sich lieber am Partner abarbeiten, statt für sich selber zu sorgen, DAS wollen sie lieber nicht hören. Übertrete ich diese Grenze durch das äußern meiner Meinung, wird schnell umgeschwenkt. Bei ihnen ist ja alles gaaaaanz anders. Vielleicht sind die Probleme und die charakterlichen Eigenarten der Menschen anders.....Der Umgang mit der eigenen Verantwortung scheint aber in den meisten Fällen recht ähnlich zu sein ;-) Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, das jeder Mensch sein Recht auf Leiden, verstellte Wahrnehmung und der eigenen Definition von Selbstreflexion hat. Ich respektiere diese Grenze, antworte nur wenn ich explizit gefragt werde und weis, das das Desinteresse an meinem Leben, bestenfalls eine Form von Selbstschutz ist.
 
  • #28
Ich denke auch, dass deine Bekannten nicht an einem wirklichen Austausch interessiert sind. Die wollen einfach irgendetwas, das ihnen auf die Seele drückt, loswerden. Ich glaube auch nicht, dass die für die fundierten Ansichten anderer wahnsinnig aufnahmebereit wären. Deine Erfahrungen sind nicht aktuell, also werden sie von den Bekannten als nicht relevant, im Sinne von sich etwas von der Seele reden, anerkannt.

Ich glaube, es ist nicht das erste Mal, dass du von so einer Schieflage im Bekannten- oder Freundeskreis erzählst. Was in deinem Fall bemerkenswert ist, da du die Themen immer gründlich durchdenkst und fast jeder hier - wie mir scheint - deine Meinung sehr schätzt.
 
  • #29
Guten Morgen Void,

Habt ihr Erfahrungen damit, z.B. als Single, der auch nicht über Exbeziehungen reden darf, oder als Verpartnerter, der auch von Singles nichts über Exbeziehungen hören will?

Du fragst ja nach (unterschiedlichen, denke ich mal :) ) Meinungen... mir ist das vollkommen fremd, was Du beschreibst.

Mir fiele jetzt kein Beispiel der letzten Zeit ein, in der ein Freund oder ein Bekannter mit mir über seine Beziehungsprobleme sprechen wollte... interessiert mich ehrlich gesagt auch nicht und möchte ich gar nicht wissen. Das sollte imho intern in der entsprechenden Beziehung thematisiert werden und nicht mit Außenstehenden.

Ich käme auch niemals auf die Idee, mit Freunden oder Bekannten über Beziehungsprobleme zu sprechen, so ich denn welche hätte, weil ich finde, dass diese nur meinen Partner und mich etwas angehen und nicht Dritte. Mit Freunden möchte ich einfach eine gute Zeit haben und nicht über Probleme brüten, die Zeit, die man mit Freunden verbringen kann, ist eh meist schon knapp bemessen.

Wenn ich versuche mir das vorzustellen, ich würde ein Beziehungsproblem mit einem Freund besprechen, und der würde mir dann irgendwas erzählen, was er anno dazumal ("vor'm Krieg" mal so salopp gesagt^^) irgendwann mal erlebt hat, in irgendeiner Beziehung, die es schon lange nicht mehr gibt, würde mich persönlich das wohl auch langweilen und befremden... genauso wie die Leute, die zu einem Thema selbst nichts beizutragen haben, weil sie eine Erfahrung selbst nicht gemacht haben, aber irgendjemanden kennen, der mal "so was erlebt hat"... o_O und die dann von Fremden erzählen, die ich wiederum nicht kenne... zum Gähnen langweilig und uninteressant. Gab hier mal einen User (Bernd), der hat auch in jedem Thema geschrieben, dass er "jemanden kennt", der in dieser oder jener Situation ist oder dieses oder jenes erlebt hat, blubb... vollkommen uninteressant so was. So ähnlich stelle ich mir das auch vor, längst nicht mehr aktuelle Geschichten aus der Vergangenheit zum Besten zu geben... auf diese Idee käme ich einfach nicht.
 
L

Lionne69

Gast
  • #30
Es ist eine Einstellungssache.

Als Beispiel
Eine verpartnerte Frau erzählt ihrer Single Freundin, wie gut es ihr in ihrer Partnerschaft geht, schwärmt, etc.
Der eine Typ Frau freut sich mit ihr, der andere fühlt wahlweise oder in Kombination Neid, fühlt sich minderwertig, fühlt sich von der Freundin vorgeführt, abgewertet.

Analog, die Single Freundin erzählt, was sie so Singletypisches Positives macht, freut sich - und wie kommt es an?

Ganz anderes Beispiel - eine Frau erzählt ihrer etwas fülligeren Freundin, dass sie en paar Kilo abgenommen hat -Was kommt bei der anderen an?
Der implizierte Vorwurf, Du solltest auch, Du bist zu fett...
Dsss diese Freundin sich einfach mitfreut?

Es ist unter Frauen immer viel Interpretation dabei, gerade weil die Gehässigkeiten auch gerne subtil verpackt werden.
Bei allen o.g. Beispielen ist alles an Varianten möglich.

Deswegen verstehen Männer auch sehr selten, dass das vermeintliche Kompliment von einer Frau zu einer anderen gerade eine richtige Boshaftigkeit war.

Void, Du bist bei diesem Thema als Single-ine
1) nicht kompetent in den Augen der Anderen
2) und ein Neidobjekt.

Auf jeden Fall bei diesen Damen.
 
Top