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  • #1

Sind ernsthafte Krankheiten wie Krebs ein Grund, seinem Gegenüber einen Korb zu geben?

Ich (56,w) bin eine selbstsichere, unabhängige Frau und stehe mit beiden Beinen sicher im Leben. Ich habe einen tollen Beruf, ich habe 3 Kinder (alleine groß gezogen, jetzt außer Haus), und ich bin gesund und habe viel Freude im Leben. Nur "eines" fehlt: der ganz richtige, liebevolle, geeignete Partner. Und da beginnt das Problem! Ich habe viele Dates gehabt mit netten und (leider) weniger geeigneten Männern. Viel zu oft ist es vorgekommen, dass ein Mann mir im Laufe des Dates eröffnen musste, dass er gerade so und so viele Krebsoperationen hinter sich hatte. Oder er habe lange in einer Klinik gelegen wegen verschiedener physischer und/oder psychischer Krankheiten, sei aber auf dem Wege der Besserung usw. Ich finde mich dann selber hinterher so gemein, wenn ich ihm absage. Er kann ja nichts dafür, dass er krank ist; auf der anderen Seite habe ich keine Lust, Krankenschwester zu spielen. Was meint Ihr ???
 
  • #2
Hallo FS,

meine Meinung dazu ist, dass diese Frage so eigentlich nicht zu stellen ist.

Niemand kann erwarten, dass du dich aus Mitleid mit einem kranken Partner zusammen tust.

Wenn man in einer festen Beziehung ist und der Partner krank wird, ist das anders. Dann ist es schäbig, ihn einfach zu verlassen.

Ich meine, so lange du so eine Frage hier stellen mußt, ist es vollkommen in Ordnung, dass du diesen Männern einen Korb gibst.

Denn ich glaube, wenn der sog. 'Richtige' für dich dabei ist, dann wird diese Frage der Krankheit für dich zweitrangig. Dann stellst du die nicht.

Alles OK, ein schlechtes Gewissen mußt/solltest du auf keinen Fall haben.

Ich wünsche dir Glück.

63
 
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Löwenmail

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  • #3
Ja, was für ein Pech - für die Männer, die Dir gegenüber ehrlich sind.
Wenn Du nur die "Sahne abschöpfen" willst, solltest Du lieber alleine bleiben.
Dein bisheriges Leben scheint Dir ja gut gelungen zu sein. Ich hoffe für Dich, dass Du einen kerngesunden Partner findest ! Darüber hinaus hoffe ich, dass Du selber nie schwer erkrankst und Dich dann Dein Partner (mit ähnlicher Sichtweise wie hier geschildert) Dich umgehend verlässt.

*Kopfschüttel*
 
  • #4
Ich sehe das genauso wie Angeline in #1. Man braucht in solchen Fällen kein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn man an einer dauerhaften Beziehung interessiert ist und erhebliche Zweifel hat, dass dieses Ziel durch die Krankheit eines anderen bedroht sein könnte, dann darf man eine Beziehung mit so einer Person natürlich ablehnen. Ob jemand menschlich inkompatibel ist, ob jemand von der äußeren Attraktivität in einer anderen Liga spielt oder ob große gesundheitliche Probleme existieren, darf bei der Partnerwahl keinen Unterschied machen.

Anders sieht die Sache aus, wenn man sich schon füreinander entschieden hat. Dann hat man sich nämlich einander versprochen, füreinander einzustehen in schlechten Zeiten.

@#2: Ich verstehe gar nicht, wie man zu deiner Einschätzung kommen kann. Du betrachtest die Sache viel zu undifferenziert und unterscheidest überhaupt nicht zwischen Partnersuchphase und Beziehungsphase.
 
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  • #5
Hat man als schwer krebskranker Mensch wirklich die Kraft, sich auf Partnersuche zu begeben? Was erwartet denn der Mann, ja wohl eine liebe und fürsorgliche Partnerin und Pflegerin. Wenn es sich im Laufe der Partnerschaft ergibt, dass ein Partner krank wird, wäre es für mich völlig klar, etwas für ihn zu tun. Liebe Fragestellerin: Du musst bei Absagen kein schlechtes Gewissen haben.
Manche Männer geben schon Körbe, weil die Haarfarbe oder der BMI nicht passt.
 
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  • #6
Ich denke nicht, dass Du bei einem krebskranken Mann die Krankenschwester spielen müsstest. Du hast da sicher falsche Vorstellungen. Diese Menschen sind die meiste Zeit genauso belastbar und lebensfroh wie alle anderen auch, es sei denn, sie befinden sich mitten in einer harten Chemotherapie. Was sie brauchen, ist Zuwendung, Verständnis und, wenn es geht, Liebe, Halt und Zuversicht. Das baut sie auf und gibt ihnen Lebenskraft. Gerade viele Krebskranke habe eine enorme Lebensenergie, sind besonders tapfer und möchten kein mitleidiges Getue um ihre Person .

Etwas anderes ist der Gedanke an die verbleibende Lebenserwartung. Dass Dich dieser Gedanke abschreckt, kann ich verstehen. Man weiß aber auch bei einem Gesunden nicht, ob es nicht morgen schon vorbei sein kann. Es ist immer ein Risiko, sich in höherem Alter mit einem Menschen zusammen zu tun. Mein Mann ist z.B. urplötzlich an einem Herzinfarkt gestorben.

Ich bin selbst schwer krebskrank. Wer mich sieht, käme nie auf die Idee, und eine Krankenschwester brauche ich nur in der Klinik, wenn mal wieder eine Therapie ansteht. Gestern hörte ich noch, ich sähe aus wie das "blühende Leben". Ich kleide mich modisch, bin ein fröhlicher, geselliger Mensch und unternehme viel. Wie lange ich noch lebe, weiß kein Mensch, aber wie lange die anderen leben, weiß auch keiner.

Was meinst Du, wieviele Menschen an uns vorbeilaufen, denen es aus verschiedenen Gründen nicht gerade gut geht. Da finde ich es sehr fair, wenn Deine Bekanntschaften sofort die Wahrheit gesagt haben. Ich würde es erst mal nicht tun, und Deine Reaktion gibt mir Recht. Trotzdem verstehe ich Deine Bedenken. Es ist eben, wie bei fast allem, eine Frage des Blickwinkels.
 
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  • #7
Liebe Fragestellerin, wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann haben Dir die Männer von bereits "überstandenen" Operationen erzählt und sind inzwischen geheilt? Dann sollte das nun gar kein Grund sein, Absagen zu ereilen. Physische Krankheiten (Beinbruch, Magengeschwüre, Bandscheibenvorfälle, Gallen-OP, Nierenstein und was weiß ich, was es noch gibt), die überstanden sind, sind überstanden und fertig. Mit höherem Alter ist man nun mal nicht mehr an jeder Stelle seines Körpers heil und unversehrt. Wenn das bei Dir so ist, dann freue Dich darüber, dass Du ein solches Glück gehabt hast.

Etwas differenzierter sehe ich psychische Beschwerden. Ob man die auf Dauer "heilen" kann, kann ich nicht beurteilen, da ich kein Arzt bin.

Man sagt ja im Allgemeinen, dass die meisten Männer wehleidiger sind als wir Frauen. Ich weiß auch hier nicht, ob das immer zutrifft, aber in meiner unmittelbaren Umgebung kann ich das zumindest bestätigen. Ich will damit sagen, dass dann Männer auch gerne davon erzählen, was sie alles schon "erleiden mussten und wie furchtbar das war". Vielleicht haben Deine Kontakte das deshalb thematisiert, ohne sich etwas dabei zu denken.

Ich selbst habe 4 Bandscheibenvorfälle, aber wenn ich so nachdenke, habe ich das meinem Liebsten, obwohl wir seit 1 1/2 Jahren ein Paar sind und seit einigen Monaten zusammen leben, noch gar nicht erzählt. Okay, an manchen Morgenden steige ich etwas "schwerfälliger" aus dem Bett und murmel dann in mich rein "Oma Tilda steht jetzt auf. Ich fühl mich grad wie 95", lache dann aber, biege mein Kreuz durch und schon geht's wieder. Wenn mein Lebensgefährte an sich einen Pickel entdeckt, muss ich ihm versichern, dass dieser gaaaanz gefährlich werden kann,......... falls er vom Bus überfahren wird. Er ist halt ein leiner Hypochonder!

Ich würde an Deiner Stelle bereits überstandene Krankheiten nicht überbewerten. Auch, wenn ein Mann mal Prostata-Krebs hatte, dieser aber überstanden ist, würde ich dem keine allzu große Bedeutung beimessen. Okay, das Risiko, dass eine solche Krankheit wieder ausbricht, ist natürlich vorhanden, aber ist diese Gefahr nicht latent bei jedem Menschen vorhanden?

Ich wünsche Dir viel Glück und weiterhin viel Gesundheit!
 
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  • #8
Ich kann nicht erkennen, dass der besagte Herr eine Krankenschwester sucht....er hat doch lediglich aus seinem Leben berichtet und hat das gröbste wohl doch überstanden.Das sind an sich Menschen, die mit sehr viel Kraft und Stärke in einen neuen Lebensabschnitt gehen, die sehr viel Liebe und Wetschätzung geben können, denen eine Beziehung abslolut wichtig ist, weil sie den W e r t des Lebens nochmal neu zu schätzen gelernt haben. Mir wäre so ein Mensch lieber als einer, der mich bei nächstbester Gelegenheit wegen einer anderen abservieren würde, lieber als einer, der noch keine Herausforderungen im Leben bewältigt hat.

Kurz: alles eine Sache der Perspektive - vorausgesetzt natürlich,der Mann lebt sein eigenes Leben und sieht sich nicht als Opfer oder Jammerer. Umgekehrt wüsste ich, dass, wenn eine Frau mir deshalb absagt, sie meiner Liebe auch nicht wert ist...
 
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  • #9
@#4 ... "Korb geben, weil der BMI nicht passt" ... wie süß! ... ich habe noch nie eine so schöne Umschreibung für fettleibig gehört.
 
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  • #10
Ich verstehe dich voll und ganz. Wenn man einen neuen Partner sucht, ist man ja in erster Linie auf der Suche damit sein Leben zu bereichern. Erst viele schöne miteinander erlebte momente schweißen zwei Menschen ja zusammen und lassen auch die Empathie wachsen, welche man braucht um sich gern und aufopferungsvoll um einen anderen Menschen zu kümmern.
Ich finds also wirklich nicht egoistisch, sondern vollkommen verständlich, dass man sich für eine neue Beziehung einen anderen Start wünscht und braucht.
 
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  • #11
Danke für eure Kommentare und Antworten.
Es ist halt immer wieder vorgekommen, dass ich mich auf ein nettes erstes Date gefreut habe, weil alles zu passen schien. Dann - im Laufe des Nachmittags oder Abends - druckst der Mann herum und rückt endlich mit der Wahrheit raus. Es sei gerade aus dem Krankenhaus gekommen nach so und so vielen ernsthaften Operationen, oder er habe in einer Klinik gelegen wegen einer schlimmen psychischen oder physischen "Geschichte". Ok - in unserem Alter (in den 50'er Jahren) ist es halt statistisch häufiger, dass man erkrankt.
Selber bin ich völlig, attraktiv, berufstätig etc. Ich passe halt auf mich auf, und ich möchte einen Partner, der mir da ähnelt.
Es geht mir schon sehr auf den Wecker, wenn es sich herausstellt, dass der Mann beim ersten Date all seine Krankheiten offenbaren muss. Ich bringe den Nachmittag oder Abend freundlich hinter uns, und hinterher bekommt er eine Absage. Ich fühle mich immer wieder so schäbig dabei.
 
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  • #12
Ich teile zwar teilweise die Vorbehalte von einigen hier, möchte aber eines nur zu bedenken geben:
Wer mit 56 J. glaubt völlig gesund zu sein, der ist vielleicht nur noch nicht lange genug durchuntersucht worden.
 
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  • #13
Liebe FS,
Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Es geht nicht darum, sich von einem Partner / Freund zu trennen, weil der erkrankt, sondern ein Mensch, der Forderungen stellen will sitzt Dir gegenüber. Es ehrt Dich, dass Du dir da Gedanken machst, Du bist auch sicher sehr sensibel - aber Du bist nicht verpflichtet, das was er moralisch von dir fordert - sorge dich um mich, kümmere Dich um mich - und zwar indirekt fordert und fordert obwohl ihr noch keine Beziehung habt ! anzunehmen !

Im übrigen - ich finde es auch unangemessen, damit beim ersten Date herauszurücken - das wäre etwas für die Vorabinformation oder beim zweiten / dritten Date! Dieses herausplatzen "riecht" für mich danach, das diesen Männern eine emotionale Versorungng, die die Frau also Du bieten sollst sehr wichtig ist !
 
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  • #14
"Wer mit 56 J. glaubt völlig gesund zu sein, der ist vielleicht nur noch nicht lange genug durchuntersucht worden."

Dann kann ich auch mit meinen 25 zum Arrzt - auch dieser wird garantiert irgendetwas an mir finden.

Ich gehe davon aus, dass die FS mit völlig gesund nicht Dinge wie "ich habe manchmal Bauchschmerzen/Kopfschmerzen/Karies" meint, sondern Krebs, psyische Leiden ect. Und das ist einfach eine andere Grundvoraussetzung als jemand hat, der gerade eine Chemo hinter sich hat oder seit Jahren wegen einer Psychose in Behandlung ist (und das schreibe ich wertfrei).
 
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  • #15
Ja, klar rede ich von schwerwiegenden Krankheiten. Jeder hat mal Schnupfen, Zahnscherzen oder eine schlimme Grippe. Auch Sorgen um Kinder, Familie oder Freunde gehören zum Leben. Wer jedoch seit geraumer Zeit an sehr schlimmen Krankheiten leidet, ist gebrandmarkt. Solche Menschen tun mir leid, und im Privatleben und auf der Arbeit hilft man ihnen so gut wie möglich; ich tu's jedenfalls. Aber ich möchte doch nicht eine neue Partnerschaft mit einem Mann beginnen, der schon beim Kennenlernen schwer krank ist. Tritt eine Krankheit in einer bereits etablierten Partnerschaft auf, beendet man diese natürlich nicht deswegen. Es ehrt den Mann selbstverständlich, mir schon beim ersten Date seine Krankheit zu "beichten". Es endet jedoch immer wieder damit, dass ich dem Mann eine höfliche Absage erteile. Ich fühle mich jedes Mal so ausgesprochen schäbig dabei.
Bin ich zu kategorisch? Ich habe einfach keine Lust, schon am Anfang einer Beziehung in Leiden und Krankheiten involviert zu werden. Ist das so schlimm und verkehrt? Und ich wundere mich, dass mir das so oft passiert. Jedes Mal versuche ich, meine Werte kritisch zu revidieren, aber ich lande immer wieder da, wo ich mir sage: nein, ich will nicht eine Beziehung mit schwerwiegenden Krankheiten anfangen.
Wie handelt Ihr in einer solchen Situation? Was meint Ihr.

[Mod: Unzulässige Signatur entfernt.]
 
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  • #16
Angenommen, er würde dir bei den ersten Treffen nicht von seiner Krebserkrankung erzählen, würdest du wohl merken, dass er krank sein könnte? Wahrscheinlich wohl nicht. Also: es kommt doch auf die Vitalität eines Menschen an und nicht auf seine Erkrankung. Gesudnheit ist ein ständiges Ausbalancieren zwischen harmoischen und disharmnischen Zuständen udn das wird im alter einfach mehr... bei allen. Solange er was für seine Vitalität tut, ist doch alles o.k. Es ist nur die "Information", die dich sofort in die Vorurteilskiste greifen lässt...
Was glaubst du, wieviel Krebskranke dir täglich begegnen, von denen du es nicht ahnst, nicht mal vermutest. Jede 8. Frau erkrankt eimal in ihrem Leben an Brustkrebs, statistisch geht die Krebserkrankungsrate insgesamt auf 40% zu - bleibt nicht viel übrig für die Partnersuche.
 
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  • #17
@10/ Fragestellerin (bin auch die# 6): "Du passt halt auf Dich auf"? Aha. Und wer auf sich aufpasst, erkrankt nicht?

Also jetzt sehe ich Deine Frage in einem etwas anderen Licht. Du scheinst mir ein wenig naiv zu sein, wenn Du wirklich das glaubst, was Du scheibst. Oh, Mann. Dann lass es lieber mit der Partnersuche. Du bekommst es noch fertig und erklärst den Menschen, die mit viel Kraft eine schwere Krankheit überwunden haben, dass es nur an ihnen lag, dass der Krebs ausgebrochen ist. Dir kann sowas ja nicht passieren, Du passt ja auf Dich auf!

Ich glaube, diese Männer sind ohne Doch besser dran!
 
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  • #18
@16 Ja, es ist richtig, dass derjenige, der auf sich aufpasst, im allgemeinen gesünder lebt und dadurch weniger anfällig für Krankheiten ist. Ich denke da mal überspitzt an die Schlumpis, die nicht zur Vorsorge gehen oder Krankheiten bekommen, weil sie der Völlerei und Säuferei frönen oder ihr Leben anderweitig nicht im Griff haben. Auch hätte ich kein Verständnis für jemanden, der täglich -zig Zigaretten raucht und sich dann wundert, an Lungenkrebs zu erkranken.

Mir würde es auch nicht gefallen, wenn mir der Mann beim ersten Date gleich die komplette Krankenakte offenbart. Die Männer, die in die Zielgruppe der FS passen, haben in der Regel schon ihr halbes Leben hinter sich und sind zum größten Teil selbst für ihre Gesundheit verantwortlich gewesen. Ich wäre mir auch zu schade, als Krankenschwester gesucht zu werden. w/ 42
 
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  • #19
An #16.
Ich habe mich vielleicht doof ausgedrückt! Mein Hintergrund ist der, dass meine Schwester (53) und meine Mutter (88) beide ganz akut im Sterben liegen. Meine Mutter ist alt und sehr dement; das ist ok so! Meine Schwester hat seit 40 Jahren verschiedenen Substanzmissbrauch, ist zudem schizophren und also physisch und psychisch sehr krank. Ich habe jahrzehntelang versucht, sie davon zu überzeugen, mit ihrem Missbrauch aufzuhören. Alles nichts gebracht! Jetzt, buchstäblich am Ende, ist es sehr deprimierend alles. Wenn ich ausdrücke, ich habe auf mich selber aufgepasst, so hat das Schreckexempel meiner Schwester mich immer davon abgehalten, Missbrauch oder Raubbau an mir zu gestatten. Rauchen, Drogen und Alkohol (ein wenig Wein in guter Gesellschaft genieße ich auch!) sind nun mal nicht gesundheitsförderlich! Dass Krebs und andere schlimme Krankheiten eher Schicksale sind, weiß ich auch!!! Nur weiß man, dass einige schlimme Krankheiten durch ein vernünftiges Leben zumindest seltener ausbrechen und/oder einen milderen Verlauf haben. Das wollte ich ausdrücken.
Ich habe einfach keine Lust mehr auf schwere Krankheiten, zumindest wenn ich es vermeiden kann. Dennoch fühle ich mich gemein bei einer Absage, denn natürlich weiß ich, dass Krankheiten auch bei bester Lebensführung nicht immer vermeidbar sind.
 
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  • #20
Ich weiss nicht wie anderen Frauen und auch Männern geht - doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir bei manchen Erstbegegnungen Krankengeschichten und sonstige schwerwiegende Erlebnisse "übergekippt" wurden, d.h. mir beim ersten Treffen ungebetenerweise stark belastende Erfahrungen erzählt wurden - ich musste erst lernen, die Gespräche auf meist unbelastetes wie Hobbys, Reisen, Literatur etc. umzulenken.
 
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  • #21
Hier nochmal die #16.

Okay, Fragestellerin, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Allerdings habe ich es -leider- sehr, sehr oft erlebt, dass Menschen sehr krank wurden oder sogar starben, ohne auch nur das geringste selbst negativ dazu beigetragen zu haben. Ich kenne, besser gesagt: kannte 3 absolute Gesundheitsfanatiker, die weder geraucht noch übermäßig Alkohol genossen haben. Alle drei waren absolute Sportler (1 Langsreckenläufer, 2 Tennisspieler). Alle 3 sind an Bauchspeicheldrüsenkrebs getorben, einer war Mitte 30, die anderen beiden sind mit Mitte bzw. Ende 40 gestorben.

Im Management unserer Firma sind 2 aktive Mitarbeiter an einem Herzstillstand gestorben. Okay, da war möglicherweise der Stress die Ursache.

Ich hoffe, Du verstehst, warum ich Deine Gedanken, was überstandene Krakheiten betrifft, sehr schlecht nachvollziehen kann. Dazu kommt, dass ich auch Brustkrebs hatte und diesen überlebt habe. Meinem hier bei EP gefundenen Lebensgefährten habe ich es vor unserem 2 Date gesagt. Er konnte sehr gut damit umgehen und es hat ihn bis heute nicht gestört. Vielleicht bin ich deshalb auch ein wenig dünnhäutiger, wenn es um Krebserkrankungen geht. Ich für meinen Teil war -trotz der Erkrankung- eine der leistungsfähigsten meines Bereiches. Trotz Brustamputation und Wiederaufbau saß ich nach 4 Wochen wieder am Schreibtisch. Wenn mich jemand gefragt hat, wann meine Reha beginnt, habe ich geantwortet: "Die hat schon begonnen und zwar hier am Schreibtisch, als ich nach dem Krankenhausaufenthalt wieder angefangen habe, zu arbeiten!"

Das alles ist nach meinem Dafürhalten nicht mit Schizophrenie oder psychischen Erkrankungen gleich zu setzen. Da wäre ich auch ein wenig vorsichtiger. Aber ansonsten würde ich vielleicht dazu neigen, auch diese Männer, die ihre Krankheiten bereits überstanden haben, zunächst mal als Menschen kennen zu lernen.

Allerdings frage ich mich, ob es für Dich der richtige Zeitpunkt zur Partnersuche ist, wenn Du durch die 2 in Kürze zu erwartenden Todesfälle derzeit ja wohl über Gebühr beansprucht bist? Hast Du denn tatsächlich den Kopf frei für die Partnersuche? Kannst Du überhaupt objektiv sein, wenn Du dann immer an die beiden Dor nahestehenden Menschen denkst? Damit hätte ich nämlich ein Problem.

Ich wünsche Dir dennoch alles Gute und "ein glückliches Händchen".
 
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  • #22
Liebe FS!

Ich kann dich gut verstehen.
Erstens hast du anscheinend in deiner Umgebung genug Krankheiten, andererseits hat das '16 sehr gut ausgedrückt:
"dass diesen Männern eine emotionale Versorgung, die die Frau also Du bieten sollst sehr wichtig ist!"

Mich würde es auch irritieren, wenn das 1. date in diese Richtung laufen würde.

Viel Glück bei deiner weiteren Suche!
 
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  • #23
Ich empfinde dich als sehr oberflächlich.

Du hast das große Glück aufgrund deiner Gene vom Krebs und anderen schweren Erkrankungen BIS JETZT verschont geblieben zu sein.
Menschen die dieses Glück nicht haben werden von dir pauschal verurteilt.

# 20 hat sich dazu sehr treffend geäußert, danke.

Warum du in diesem Zusammenhang noch anführst, dass du attraktiv bist verstehe ich nicht ganz. Viell. wolltest du damit zum Ausdruck bringen, dass die Herren sowieso nicht deinem optischen Ideal entsprachen. Wenn du das merkst, dann betrachte das für dich doch als erledigt, du musst ja dann nicht noch mit Gewalt nach vermeintlichen Fehlern beim anderen suchen!

Als ich deine Frage las, hatte ich den Eindruck du wolltest dich als Über-Frau vermarkten und suchst jetzt nach einem Über-Mann. Den wirst du nicht finden denn beides gibt es nicht.

Ich möchte meinen, viele Frauen in deinem Alter sind unabhängig und stehen mit beiden Beinen sicher im Leben, auch Kinder haben genug, ebenfalls allein groß ziehen müssen. Das ist keine Besonderheit und Attraktivität liegt immer im Auge des Betrachters.

Es würde viell. helfen wenn du dir klar machst, was diese einst schwer erkrankten Menschen durchgestanden haben. Das ist bei Krebs neben der physischen auch eine enorme psychische Belastung, bei der immer eine Psychotherapie empfohlen wird.
Die Haare fallen aus, die Angst den Kampf gegen den Krebs zu verlieren, Depressionen, Selbstzweifel...

Bei der Krankengeschichte deiner Familie, die in euren Genen liegt, wünsche ich deinen Kindern, dass sie davon weiterhin verschont bleiben und es tun mir die Nachkommen leid, bei denen diese Krankheiten wieder auftreten.

Hoffentlich bleiben sie vor Partnersuchenden wie dir verschont.

w32
 
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  • #24
zu @22 deine harte Aussage kann ich jetzt nur durch dein Alter entschuldigen.

Ich hatte selber jahrelang einen schwerkranken Partner zu versorgen, jeder der noch nie in dieser Situation war kann das nicht wirklich beurteilen. Es kostet die Angehörigen immens viel Kraft, vieles bleibt auf der Strecke, der Beruf, das ganze Leben wird plötzlich umgekrempelt.
Ich kann die FS verstehen, ich würde auch nach meiner Erfahrung, wenn ich einen neuen Partner kennenlerne, und weiß um die schwere Erkrankung eher Abstand nehmen.

Es ist etwas anderes, ob ein Partner während der Beziehung krank geworden ist, da ist es klar, dass man diesen schweren Weg mitgeht. Aber wenn ich die Wahl hätte am Anfang, ich würde nein sagen, auch wenn ich dafür von anderen verurteilt würde. Ich bin psychisch und physisch an meine Grenzen gekommen und wäre beinahe selber darüber schwerkrank geworden.

Viele glauben bei Themen mitreden und verurteilen zu können, sind sie in der Situation entfernen sie sich meistens schnell von dem Gesagten. Also urteilt nicht immer so hart. Es gibt nicht nur schwarz und weiß.
 
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  • #25
Ich kann die FS verstehen und würde genauso handeln.

Wenn jemand einen chronisch Kranken oder gerade Genesenen als Partner nicht in Betracht zieht, bedeutet dass nicht, dass er ihn als Menschen abwertet (wie einige hier das offensichtlich falsch auffassen und unterstellen).

Zum Glück war ich bei meinen bisherigen Dates noch nicht vor die Entscheidung gestellt, jemanden "wegen Krankheit" aus der Wahl zu nehmen, aber ich würde das tun. Warum soll ich jemanden mit einer chronischen Erkrankung, die sich dauerhaft auf eine Beziehung auswirkt (z.B. insulinpflichtiger Diabetes, nicht anfallsfreier Epileptiker, Niereninsuffizienz, die unweigerlich zur Dialyspflicht führen wird), also auch für mich selbst erhebliche Konsequenzen hat, als Partner wählen? Das mache ich genausowenig, wie ich einen alleinerziehenden Partner nehme, dessen Kinder auch auf MEIN Leben und meine Vorstellung von Beziehung einen gewaltigen Einfluss nähmen.

Ich halte es für einen recht markanten Aspekt, den ich gründlich hinterfragen würde, wenn Männer, die in jüngster Vergangenheit eine schwere Erkrankung durchgestanden haben oder darunter leiden ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt eine Beziehung suchen. Ich unterstelle, dass denen g e r a d e aufgrund der Erkrankung bewusst wird, dass sie einsam, allein und "hilflos" sind ohne Partnerin.

Was dann zu (verständlichen!) Ängsten führt, wie es wohl sein wird, wenn ein Rezidiv auftritt oder sich eine bestehende Erkrankung weiter verschlechtert. Und nun muss schnell eine Partnerin her, die eine Versorgung für diesen Fall sichert. Das ist sicher nicht bei allen "Genesenden" so, aber das Risiko, hier auf einen Partner zu stossen, der hintergründig diese Motivation für seine Partnersuche hat (obwohl auch ein solches Motiv natürlich legitim ist), möchte ich persönlich nicht.

Was jetzt sicher einige wundern wird ... ich bin Ärztin. Das heisst nicht, dass ich ausschliesslich Kerngesunde suche, aber bei gewissen Erkrankungen ist bei mir Schluss mit Partnereignung. Mein Vorteil ist natürlich, dass ich durch mein Fachwissen besser abschätzen kann, welche Erkrankungen relevant sind. Ich hätte z.B. keine Probleme mit einem Partner nach Krebserkrankung, der aus dem Zeitfenster heraus ist, in dem Rezidive wahrscheinlich sind. Wenn ein unter 60-Jähriger aber bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatte, wäre ich äusserst skeptisch (ausser die Ursachen für ein Wiederholungsrisiko sind beseitigt).
 
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  • #26
An # 24.

Vielen tausend Dank für deine sachkundige und sehr vernünftig argumentierende Darlegung. Ich bin Gymnasiallehrerin, seit 29 Jahren fest im Job, habe 3 Kinder allein groß gezogen und bilde mir ein, mit Empathie und Verständnis mit Menschen umgehen zu können. Ich liebe die Menschen um mich herum und komme gut mit ihnen aus.
Ich habe also von Medizin und Krankheiten keine große Ahnung, und glücklicherweise bin ich (so weit ich weiß und mir mein Arzt auch bescheinigt) kerngesund. BMI: max.21, und wie gesagt passe ich schon einigermaßen auf mich auf. Man kann immer etwas für sich selber tun, ohne dass das eine Garantie abgibt. Aber die Eigenverantwortlichkeit in jeder Richtung ist wichtig zu sehen.
Nach einigem Nachdenken habe ich mich bei EP auf die Suche nach einem guten und geeigneten Partner begeben. Ich bin sehr verwundert, wie man bei ersten Dates sein eigenes Leben und sich darstellt. Wie verschieden doch Lebensläufe sein können; es ist erstaunlich! Im Job habe ich ja meistens nur die Jugendlichen mit ihrer charmanten Frische und ihrem Appetit auf's Leben. Wunderschön! Viele Erwachsene sind da deutlich abgebrühter, pessimistischer, verbrauchter, jammernd und krank. Bei weitem nicht immer und alle, aber oft! Bei vielen sind ernsthafte Krankheiten ein Teil ihrer Lebensbedingungen. Neulich hatte ich wieder ein Date, wo der Mann innerhalb eines Jahres erst Prostatakrebs und dann ein Nierenkarzinom hatte (die eine Niere wurde entfernt). Er sucht jetzt eine feste Partnerin. Als Laie kann ich nicht richtig einschätzen, was seine Krankheit für ihn bedeutet. Aber mich wundert, wie oft mir so ein Fall untergekommen ist. Ein Date, auf das man sich freut, und der Mann erklärt, wie aktuell krank er ist. Gleichzeitig erzählt er (scheinbar!) freudestrahlend, aber nun sei es vorbei, und er wolle dies und jenes noch im Leben etc. Ja, so würde ich sicher auch denken und fühlen; ich verstehe ihn. Als Bauchgefühl bleibt die Skepsis, die du beschreibst. Wann brichst das ganze wieder los? Welche Rolle spiele ich dabei? Für mich, für ihn? Vielleicht hat er ja recht mit seinem Optimismus, vielleicht aber auch nicht! Aber so frisch nach einer ernsthaften Krankheit und dann auf Partnersuche?! Ich traue dem ganzen nicht!
Ich verdiene gut (weit besser als jeder deutsche Professor), bin an einem internationalen Gymnasium fest verbeamtet. Ich habe mir alles selber erarbeitet, und ich werde das Gefühl nicht los, dass der Mann sowohl finanziell als auch sozial eine Versorgung sucht. Manch einer hat sogar direkt gefragt! Dann war bei mir alles aus!
Besonders nach deiner so guten Argumentation werde ich also mit einem etwas weniger schlechten Gewissen den Kandidaten eine Absage erteilen. Ich habe mich immer schäbig gefühlt. Ich bin gesund, habe drei tolle Kinder, einen tollen Job, viel Energie und Lebensappetit und will nicht einen kranken Partner. Wie egoistisch von mir! Aber ich bleibe egoistisch und warte, bis ich die berühmte Nadel im Heuhaufen finde.
Danke für deinen Beitrag.
 
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  • #27
Ich komme aus dem skandinavischen Raum und bin vor wegen Jahren wegen eines sehr attraktiven Jobs so weit in den Süden gezogen. Bei uns ist es normal, Vollzeitjob und Kinder und ein gutes Leben und und und unter einen Hut bringen zu können. Der Staat bietet Kinderkrippen, Ganztagsschulen etc., und meine Kinder haben nicht darunter gelitten. Im Gegenteil. Es wunder mich, wie oft ich hier auf Menschen stoße, die versorgt werden wollen. Ich habe mich immer selber versorgt und verlange das auch von einem Partner! Zumindest will ich nicht, dass eine Partnerschaft mit Krankenpflege und Elend beginnt!
Nein, ich bin kein Übermensch (#22), aber ich habe mich im Leben so eingerichtet, dass ich es im Griff habe. Ich bin skandinavisch verbeamtet, und solange mein Heimatstaat nicht bankerott geht (was nicht geschehen wird), habe ich keine Existenzsorgen.
Ich möchte "einfach" einen äquivalenten Partner! So einfach und so schwer ist das!
 
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  • #28
#22 @ #23

Ich glaube nicht, dass mein Alter hier eine Rolle spielt!

Wir alle müssen uns damit abfinden, dass wir im Alter nicht gesünder, sondern eher anfälliger für Krankheiten werden.

So weit ich die Frage richtig verstanden habe, kamen die besagten Herren nicht in einem pflegebedürftigen Zustand zum Treffen.

Auch in meinem Bekannten- u. Familienkreis gibt es Menschen die ihren Krebs erfolgreich besiegt haben oder noch auf dem Weg der Genesung sind. Jetzt davon auszugehen, dass sie alle einmal Pflegefälle werden ist doch etwas weit hergeholt.

Ich finde es oberflächlich seinen Partner nach seiner Krankengeschichte auszuwählen.
Aber dazu kann natürlich auch jeder eine andere Meinung haben. Schließlich ist es auch nicht der erste Thread indem deutlich wird, dass es bei der Partnersuche bei einigen nicht um den Menschen an sich und seine Persönlichkeit geht.

Im Leben ist tatsächlich nicht alles schwarz oder weiss und deshalb ist ein Gesunder nicht zwangsläufig beziehungstauglich und ein (einst) Erkrankter nicht automatisch beziehungsuntauglich.

w32
 
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  • #29
Jeder darf seine Meinung haben, aber ich finde es selbstgerecht, Krebskranken den Wunsch nach einer festen Partnerschaft geradezu abzusprechen. Wieso dürfen die dann ab sofort nicht mehr lieben, keine Beziehung führen, nicht glücklich sein? Dann bräuchten sie den Krebs gar nicht zu besiegen, dann würde es auf Erden nicht mehr lohnen zu bleiben...das ist doch Wahnsinn, was du da denkst, dass diejenigen nur eine Versorgung suchen etc. Käme ich in die Lage: ich wäre dankbar für jeden Menschen, der mich dann weiter als Mensch so sieht wie ich bin, meine Persönlichkeit, mein Wesen, meine Liebenswürdigkeit, der mich nicht auf Kranksein reduziert. Und würde ich mich verlieben, würde ich es meinem Partner freistellen: Du darfst bleiben, solange du möchtest, du darfst gehen, wann immer du willst. Danke, dass du mich liebst und bei mir sein möchtest... mit den Augen der Liebe gibt es immer eine Lösung
 
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