• #1

Sind Kandidaten, die längere Beziehungen hatten,die bessere Wahl?

Mich würde interessieren ob ihr auch die Erfahrung gemacht habt, dass Personen die längere Beziehungen hinter sich haben kompromissbereiter, mehr der Realität verpflichtet und weniger oberflächlich sind, als solche die nur Kurzzeitbeziehungen (1-3 Jahre) oder kaum je eine hatten.

Bei meinen Dates ist es tatsächlich oft so, dass Frauen die auf mich oberflächlich und superwählerisch wirken meistens tatsächlich vor ihrer Suche sehr lange keine, oder nur kurze Beziehungen hatten.

Bin ich da ein Einzelfall, oder gibts tatsächlich einen kausalen Zusammenhang der dazu führen würde dass man sich eher auf solche Kandidaten konzentrieren sollte, die längere Bezeihungen hinter sich haben?
 
  • #2
Lieber Soulmate! Das ist in der Tat eine interessante Frage mit sehr vielen Aspekten und für die meisten leider auch mit fließenden Übergängen zwischen Klischees, Vorurteilen und Erfahrungen.

In meiner persönlichen Erfahrung gibt es leider keinen zwingenden Zusammenhang zwischen Beziehungserfahrung und Beziehungsfähigkeit. Menschen sind zu unterschiedlich und ihre Beziehungserfahrungen zu verschieden, als dass aus der bloßen Tatsache einer längeren Beziehung geschlossen werden könnte, wie sich ein Mensch in einer weiteren Beziehung machen wird.

Beispiel 1
Ich habe zwei Partner gehabt, die noch Jungfrau waren, und bei denen ich Pionierarbeit geleistet habe. Beide waren gute Partner, keiner hatte Probleme bezüglich Beziehungsfähigkeit oder Kompromissfähigkeit. Ich kann im nachhinein nicht sagen, dass es in irgendeiner Form daran gescheitert wäre oder bestimmte Probleme nicht aufgetreten wären, wenn sie mehr Vorerfahrung gehabt hätten.

Beispiel 2
Wir lesen hier im Forum öfter von Menschen, die aus sehr langen Ehen kommen und völlig verstört sind. Die sich auf neue Macken gar nicht mehr einstellen können, die ihre vergangene Beziehungen kaum verarbeiten können. Sie haben Trennungs- und Scheidungstraumata und sie haben zum Teil seit sehr vielen Jahren nur mit einer Frau Sex gehabt und sind irritiert oder ängstlich bezüglich der nächsten.

Nein, Soulmate, ich glaube, es gibt einfach Menschen, die beziehungsfähig sind und welche, die es weniger sind. Es gibt Menschen, die aus längeren Beziehungen stabil und mit vielen Rezepten für eine gute Partnerschaft kommen, und es gibt auch Menschen, die ausgezehrt und verbittert aus langjährigen Partnerschaften kommen -- die abgezockt oder betrogen wurden, die Elend erlebt haben oder sich jahrelang nicht getraut haben, sich zu trennen. Menschen aus langjährigen Beziehungen könenn Wracks sein oder gestandene Persönlichkeiten. Beides ist möglich und alles dazwischen natürlich auch!

Umgekehrt gibt es Singles, die mit etlichen 3-jährigen Beziehungen lauter positive Erfahrungen gemacht haben, die aus Fehlern lernen, deren Trennungen plausible Gründe haben und die sehr gute Partner abgeben werden. Gleichwohl gibt es Draufgänger, die einfach keine Bindung eingehen können, stets verlassen wurden, weil sie untreu, unzuverlässig oder lieblos waren. Beides kommt vor und alles dazwischen ebenso.

Nein, ich glaube, die Vorerfahrung spielt längst nicht so eine große Rolle wie Persönlichkeit und Charakter, Ansichten und Wertvorstellungen im Einzelfall eine bestimmten Person.

Was ich zugebe ist aber, eine Person, die mit Ende 30 noch nie eine Beziehung hatte, würde mich zumindest auch etwas misstrauisch machen. Es wäre für mich kein Ausschlussgrund, aber seltsam ist es schon.
 
G

Gast

  • #3
Von mir ein klares NEIN.

Wenn es um die Beziehung zu einem Menschen geht, beginnt immer etwas Neues. Und ich spreche hier von Liebe und keiner Zweckgemeinschaft. (Die ich keineswegs abwerten will)

Und konzentrieren sollte du dich immer auf einen MENSCHEN. "Kandidaten" ist wohl unglücklich ausgedrückt.

Ich gehöre zu den Menschen, die sich mehr im Hier und Jetzt bewegen und nur Interesse halber auch mal in die Vergangenheit schauen.Denn das HEUTE hat man nämlich gemeinsam.

w,39
 
G

Gast

  • #4
Hallo Soulmate,

konzentriere dich auf Frauen, die dir sympathisch erscheinen, dich ansprechen (optisch, Einstellungen, Lebensweise etc) und idealerweise ein Kribbeln in deinem Bauch auslösen. Alles andere ist beim Kennenlernen erstmal nebensächlich. Und verlass sich vor allem auf deine Intuition und nicht auf Ratschläge aus Foren.

Hier geht es nicht um Meinungen zu Waschmaschinen, Mobiltelefonen oder ähnlichem, sondern um Menschen. Und jeder Mensch ist einzigartig und wirkt auch im Zusammenspiel mit anderen Menschen völlig unterschiedlich. Wie bitte erwartest du da brauchbare Einschätzungen, wenn sich hier die meisten anonym tummeln und die handelnden Personen, um die es bei den meisten Fragen geht, nicht mal kennen.

Meiner Meinung nach wird hier viel zu viel pauschalisiert und schon fast egozentrisch No-Go-Listen, Erwartungshaltungen etc. aufgestellt. Wenn ein Funke zwischen zwei Menschen überspringt, ist fast alles möglich:
- Dann sind plötzlich Kompromisse möglich, die vorher unvorstellbar wären
- dann wird ein Raucher zum Nichtraucher
- dann verschwindet auch ein Bierbauch
usw usw.

Nimm dir nicht die Chance, dies zu erleben, sondern geh offen auf deine auserwählten Damen zu, sei authentisch du selbst, sieh was passiert und entwickele ein solides Bauchgefühl, auf das du hörst. Alles andere ist kompletter Unsinn.

m, 45
 
G

Gast

  • #5
Ganz klar NEIN, sind sie nicht! Die Dauer einer Beziehung sagt aber auch gar nichts über deren Qualität aus. Viele langjährige Ehe sind zerrüttet und existieren nur noch auf dem Papier. Manch einer ist froh nun endlich Witwer geworden zu sein - nach über 40 Jahren Ehe (hab`ich selbst erlebt)!
Andere trennen sich nach langjähriger Ehe erst dann, wenn der nächste Partner bereits im Startloch auf sie wartet! Und behaupten dann, sie hätten zuerst ihre unbefriedigende Ehe gelöst und sich dann erst dem nächsten Partner zugewandt. Eine ungemein beschönigende Beschreibung eines ehelichen Betrugs (auch schon erlebt)!
Nein, ich würde mich auf keinen Kandidaten mehr konzentrieren, nur weil er eine lange Partnerschaft/Ehe nachweisen kann. Die Zeitdauer ist trügerisch und schützt nicht davor an einen äußerst oberflächlichen, egoistischen oder gar beziehungsunfähigen Menschen zu geraten!
 
G

Gast

  • #6
Beziehungsfähigkeit ist abhängig von persönlichen Werten, Charaktereigenschaften und dem Willen, genau mit diesem einen Partner eine Beziehung einzugehen. An erster Stelle kommt da natürlich die Zuneigung, also der Bindungswille.

Der Eindruck, dass Menschen mit längeren,vergangenen Partnerschaften beziehungsfähiger sind, täuscht. Meine Einschätzung ist, dass es eher mit dem Alter bzw. der Reife zu tun hat. Für mich sind Männer und Frauen unter 25 J. eigentlich überhaupt noch nicht reif genug, dauerhafte Beziehungen einzugehen und erst recht nicht, sie auch zu leben, also zu führen.

Ich sehe also die Beziehungsfähigkeit, unter Einbeziehung aller genannten Punkte, als eine Frage der emotionalen und geistigen Reife und der Fähigkeit zur Empathie an. Dabei spielt das Geburtsalter nur eine untergeordnete Rolle.

Es kann auch nur funktionieren, wenn zwei passende Partner sich finden. Passend ist hier keinesfalls mit "gleich" zu verwechseln. Passend im Sinne von ergänzen. Zwei ganz wundervolle Menschen, die einfach nicht "passen", werden niemals "miteinander" eine gute Beziehung führen können, aber sicher mit einem anderen - passenden - Partner.

Die Fragestellung an sich ist aber schon sehr theoretisch und phantastisch. Beobachtungen im eigenen Umfeld, das sind doch keine grundlegenden Maßstäbe.
 
  • #7
Jein. Ich dachte das auch immer. Mein letzter Partner war 12 Jahre verheiratet. Mit Beziehungsfähigkeit hatte das aber nichts zu tun, denn seine Ehe bestand aus Flucht aus derselben in Arbeit und Fernbeziehung.
Etwas anderes ist die Beziehungserfahrung. Wer Mitte 40 ist und keine lange feste Beziehung mit Höhen und Tiefen kennt, braucht wahrscheinlich keine oder muß viel lernen und erklärt bekommen. Und das wäre für mich uninteressant.
 
G

Gast

  • #8
Kann ich leider nicht bestätigen. Habe online einige Männer kennen gelernt, die in sehr langen Beziehungen bzw. lange verheiratet waren und trotzdem nicht wussten, was sie eingentlich wollten. Vielleicht waren sie auch inzwischen bindungsunfähig. Einer war sogar Witwer und hat mich auch total ver....
 
G

Gast

  • #9
Ein ganz klares Ja.
Beziehungsfähigkeit und Toleranz, die in einer Beziehung zu den wichtigsten Eigenschaften gehören, sind nicht per se vorhanden, sondern müssen gelernt werden. Kurze Beziehungen deuten für mich immer auf einen Charakter hin, der sich a.) nicht richtig entscheiden kann oder b.) die Flinte zu schnell ins Korn wirft.
Eine lange vorherige Beziehung ist mit Sicherheit kein Garant für eine erfolgreiche Beziehung, weil hier ja noch viele andere Faktoren aus den früheren Beziehungen eine Rolle spielen können.
Insgesamt zeigen Menschen, die längere Beziehungen hatten ganz eindeutig wesentlich mehr Feingefühl, vor allem, wenn sie Kinder haben.
Es ist doch ähnlich, wie im Berufsleben. Welcher Personalchef würde gerne einen Bewerber einstellen, der bei 5 Arbeitgebern 1-2 Jahre gearbeitet hat?
 
G

Gast

  • #10
Ich denke, das kann man nicht pauschlisieren, aber viele Menschen, die schon über 40 sind und noch nie eine langjährige Beziehung hatten, arbeiten nicht genug daran. Sie haben vielleicht in den kurzen Beziehungen immer nur "gute Erfahrungen" gemacht, wie Frederika schreibt, aber meist ist es doch dann so, wenn es drauf ankommt und es schwieriger wird und nicht mehr nur alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, sie das ganze beenden und sich der/dem nächsten widmen, wo es wieder erstmal nur schön ist. Mit so einem Menschen gibt es bestimmt eine schöne, aber kurze Beziehung 1-3 Jahre und dann steht man wieder alleine da. Aber manchen reicht das ja auch und haben nicht mehr dieses "forever" Schild über dem Ganzen.
Es gibt natürlich auch die anderen, die vielleicht einfach nur Pech hatten, weil sie ständig an solche Menschen geraten, wie ich sie oben beschrieben habe.
Deswegen kein Ausschlußkriterium, aber mit Vorsicht genießen.
w41
 
  • #11
Auch ein Jein,

im Grundsatz haben die meisten Vorschreiber Recht, es kommt auf den Menschen an.....

Aber:

Es kommt auch aufs Alter und die Gründe dafür an wieso keine längere Partnerschaft zustande kam. Wer mit Mitte 40 nur auf eine lange Reihe von 1-2Jährigen Beziehungen zurückblicken kann dürfte ein Problem haben.

Also wie immer: schau Dir den Menschen an.

@8
Es ist doch ähnlich, wie im Berufsleben. Welcher Personalchef würde gerne einen Bewerber einstellen, der bei 5 Arbeitgebern 1-2 Jahre gearbeitet hat?
Aber auch keinen der 25 Jahre seinen Hintern nicht vom Fleck bewegt hat. Der gilt nämlich als unflexibel und wenig neugierig und Ehrgeizig.
 
G

Gast

  • #12
gibts tatsächlich einen kausalen Zusammenhang der dazu führen würde dass man sich eher auf solche Kandidaten konzentrieren sollte, die längere Bezeihungen hinter sich haben?
Diese Menschen haben ein ganz anderes Problem: fehlende Routine. Und das läßt sie im Vergleich mit den „Geübten” häufig scheitern. Das Problem „Sprunghaftigkeit”, das hier so oft beklagt wird, ist also hausgemacht und entspringt exakt dieser Kausalität.

Gut, daß es endlich einmal angesprochen wird.

Aber auch keinen der 25 Jahre seinen Hintern nicht vom Fleck bewegt hat. Der gilt nämlich als unflexibel und wenig neugierig und Ehrgeizig.
Wenig flexibel sein? Den Hintern nicht vom Fleck bekommen? Enschuldige bitte, aber diesen abstrusen Vergleich wird jeder treue Mensch als hochgradig beleidigend empfinden.
 
G

Gast

  • #13
Ich stimme den meisten Schreibern zu, ein verlässliches Indiz ist es nicht, dass einer eine lange Beziehung hatte. Andererseits ist es mühsam einem Neuling die Wege der Auseinandersetzung zu erklären, die eine Beziehung mit sich bringt.

Mal angenommen ich lerne einen 45jährigen Mann kennen, der noch nie eine Beziehung hatte, ich glaube der müsste sich bei mir sehr ins Zeug legen bevor ich von ihm überzeugt wäre.
 
G

Gast

  • #14
Ich würde gern spontan ja sagen - aber... ja Frederika hat Recht, der eine geht da gestärkt raus, der andere erst so richtig kaputt.

Aber ich denke auch, jemand, der es bis 40 nicht geschafft hat, es auch mal länger mit jemanden auszuhalten hat sicherlich Defizite beim Zusammenleben!

Also trotzdem ein unklares JA!

Meine Erfahrung mit Kurzzeitlern ist einfach, dass hier ein enormer Egoismus im Vordergrund steht, oft die Unfähigkeit zurück stecken zu können. Eine lange Beziehung ist halt nicht nur der Partysommer, sondern auch der Alltag und Probleme, die nicht unbedingt Spass machen - aber man hat trotzdem zusammen gehalten.

Ich denke inzwischen sowieso, man ist trotzdem mit jemandem zusammen nicht deswegen!
 
G

Gast

  • #15
Es ist doch ähnlich, wie im Berufsleben. Welcher Personalchef würde gerne einen Bewerber einstellen, der bei 5 Arbeitgebern 1-2 Jahre gearbeitet hat?
Ein kluger Personalchef weis, dass der Arbeitsmarkt in manchen Regionen so schlecht ist, dass man froh sein kann, durchgehend eine Anstellung gehabt zu haben, auch wenn es 5 Arbeitgeber in 1-2 Jahren waren.

Manch gut studierte Leute hangeln sich nach dem Studium nur so durch das Arbeitsleben, weil viele Arbeitgeber nur noch befristete Verträge machen etc.

Ich finde Frederikas Ansichten zu der Frage sehr gut geschrieben. Man sollte immer dein einzelnen Fall genau betrachten und nicht verallgemeinernd verurteilen.

w 48


<MOD: Ausnahmesweise noch diese Antwort. Bitte beachten sie alle: Es geht um Beziehungen, nicht ums Berufsleben! Zurück zum Titelthema!>
 
G

Gast

  • #16
Erst einmal wäre zu klären, ob es die Beziehungsunfähigkeit also solche überhaupt gibt. Ich habe nämlich den Eindruck, daß diese Eigenschaft gerne Leuten angehangen wird, die nicht nach der Pfeife des/der Urteilenden tanzen wollen. Wo bitte ist ein schüchterner Mann oder eine unattraktive Frau beziehungsunfähig, weil sie lange oder schon immer allein waren? Ich glaube, jeder Mensch ist fähig, eine Beziehung zu führen, eben nur nicht mit jedem. Drum finde ich anmaßend, Menschen, die nur wenig Beziehungserfahrungen haben oder zwischen Beziehungen lange Pausen hatten, als beziehungsunfähig vorzuverurteilen und sogar als pot. Partner auszuschließen. Oftmals sind es gerade feinfühlige Menschen, die nicht von jetzt auf gleich neue Beziehungen eingehen. Im Grunde sind sie beziehungsfähiger im Inneren, können das nur nicht gleich nach außen tragen.

m, 38
 
  • #17
@11

Wenig flexibel sein? Den Hintern nicht vom Fleck bekommen? Enschuldige bitte, aber diesen abstrusen Vergleich wird jeder treue Mensch als hochgradig beleidigend empfinden.
Ich sprach von Beruf, nicht von der Beziehung! Im übrigen find ich den Vergleich mit dem Job für abwegig, verlieben ist kein Bewerbungsgespräch und Ehrgeiz oder Machtstreben sind in einer Beziehung auch nicht gerade förderlich.

Im Job allerdings ist ein allzulanges verharren in ein und derselben Position nicht positiv. In einer Beziehung wenn Sie denn glücklich ist ist Treue unbebingte Vorraussetztund, aber auch da muss man sich des öfteren bewegen und weiterentwickeln. Routine ist tödlich!.
 
  • #18
Danke für eure Voten, möchte betonen dass es mir nicht darum geht Personen einfach abzuqualifizieren nur weil sie nie längere Beziehungen hatten. Es fällt mir persönlich und Bekannten die auch auf Partnersuche sind einfach sehr häufig auf, dass offenbar ein Zusammenhang zwischen unrealistisch hohen Ansprüchen, gepaart mit der Unlust etwas in einen Partner zu investieren und der eigenen "Beziehungserfahrung" bestehen muss. Ich selbst erlebe ja immer wieder im Gespräch mit potentiellen Partnerinnen dass sie völlig unrealistische Forderungskataloge im Kopf haben die in keiner tiefgründigen, auf Geben und Nehmen aufgebauter Beziehung umsetzbar wären. Und Arbeitskolleginnen erzählen mir öfter von Männern die selbstverständlich erwarten dass sie genau in ihr Arbeits und Freizeitkonzept hineinpassen müssen, ohne wenn und aber. All diesen Menschen war gemeinsam dass sie privat noch nie über längere Zeit Kompromisse machen mussten und eigentlich stets die eigenen Interessen verfolgt haben. Ich denke eine Beziehung stellt einen Kompromiss an und für sich dar, wo beide etwas investieren müssen und wollen. Meine Beziehungen waren immer ein Geben und Nehmen, ich habe immer gern viel investiert und auch viel zurückbekommen. Deshalb wage ich jetzt nach dem lesen eurer Voten mal kühn die These, dass Beziehungsfähigkeit nicht einfach automatisch vorhanden ist, sondern erst mal erlernt werden muss. Solche die es noch nicht gelernt haben outen sich dann einfach, indem sie ihrem Gegenüber ellenlange Kriterienkataloge präsentieren und selber möglichst wenig investieren möchten..
 
G

Gast

  • #19
Nein, ich glaube, die Vorerfahrung spielt längst nicht so eine große Rolle wie Persönlichkeit und Charakter, Ansichten und Wertvorstellungen im Einzelfall eine bestimmten Person.
Im Falle einer Scheidung würdest du da aber Rückschlüsse ziehen? Diese Schlüsse wären mit den gleichen Fehlern behaftet, wie eine Folgerung aus mangelnder Beziehungserfahrung, das ist ein grundsätzliches Problem bei Wahrscheinlichkeitsaussagen, keines, das sich von Inhalt zu Inhalt unterscheidet. Man kann höchstens darüber diskutieren, ob die Zusammenhänge in einem Fall etwas wahrscheinlicher sind als im anderen.
 
  • #20
Ich selbst erlebe ja immer wieder im Gespräch mit potentiellen Partnerinnen dass sie völlig unrealistische Forderungskataloge im Kopf haben
Betrifft Deine Erfahrung denn wirklich nur solche potentiellen Partnerinnen, die noch nie längere Beziehungen hatten? Weißt du das immer so genau? Geht Ihr das gesamte Vorleben durch, wieviele Beziehungen wie lang von wann bis wann es gab und woran sie scheiterten? Ich vermute mal, nein.

Soulmate, es ist einfach so, dass manche Männer aus langen Partnerschaften mit einem Anforderungskatalog herauskommen, weil sie dies und das niemals wieder erleben wollen, was ihre vergangene, längere Beziehung zur Hölle hat werden lassen -- zum Teil sind das Aspekte, auf die sie tatsächlich achten sollte, zum anderen nur psychologische Assoziationen, die eigentlich schnuppe sind. Solche Männer können ganz besonders hohe Ansprüche haben, z.B. weil sie verbittert, gefrustet, enttäuscht, abgezockt oder völlig desillusioniert sind.

Ebenso können Menschen natürlich in Beziehungen auch lernen und diese Beziehungserfahrung positiv umsetzen. Aber werden die Ansprüche mit zunehmendem Alter wirklich geringer? Ich glaube, diese Kurve bekommt kaum einer. Im Gegenteil hat sich hier in vielen Diskussionen immer wieder gezeigt, dass je älter Menschen werden und je mehr Beziehungserfahrung sie haben, desto mehr Ansprüche, desto mehr Empfindsamkeit und schlechte Erfahrungen haben sie.

Gerade Männer ab 50 sind oftmals so abgezockt worden und verbittert, dass sie sagen: Nie wieder heiraten, keine Familie, sondern nur Spaß und Freude und Sex und viel Freiheit und Unabhängigkeit. Ich sehe diese Tendenz wirklich. Richtige vollwertige Beziehungen, in denen man uneingeschränkt füreinander einsteht, wollen in dem Alter schon weniger. Nichtsdestotrotz gibt es natürlich genug Männer über 50, die genau das ersehnen und sich über eine echte Partnerschaft freuen würden. -- Merkst Du was? Es gibt das ganze Spektrum, man kann keine Vorhersage treffen!

Noch mal zur Titelfrage: Eindeutig nein, denn es gibt beides und alles dazwischen!
 
  • #21
Erst einmal wäre zu klären, ob es die Beziehungsunfähigkeit also solche überhaupt gibt. [...] Wo bitte ist ein schüchterner Mann oder eine unattraktive Frau beziehungsunfähig, weil sie lange oder schon immer allein waren?
Richtig, solche Fälle gibt es jede Menge. manche ersehnen sich eine Beziehung und hätten auch alle Fähigkeiten dazu, aber finden aus verschiedensten Gründen keine Partner.

Oftmals sind es gerade feinfühlige Menschen, die nicht von jetzt auf gleich neue Beziehungen eingehen. Im Grunde sind sie beziehungsfähiger im Inneren, können das nur nicht gleich nach außen tragen
Richtig, manche haben nach einer längeren Beziehung erst einmal viel aufzuarbeiten und binden sich nicht so schnell wieder. Gerade diese Charaktereigenschaft, also Beziehungen wirklich aufzuarbeiten und innerlich frei zu werden für den nächsten Partner, ist sehr lobenswert und empfehlenswert.
 
  • #22
Noch ein weiterer Aspekt, der bisher nicht betont wurde:

Wenn es so wäre, dass Beziehungsfähigkeit von Vorerfahrung mit längeren Beziehungen abhinge, dann dürften ja so gut wie keine Paare schon mit Ende 20 oder Anfang 30 eine erfolgreiche lange Beziehung eingehen.

Wir beobachten aber genau das Gegenteil. Das Durchschnittsalter der Heirat liegt bei 30 für Frauen und 33 für Männer, für die Erstgeburt bei Ende 20. Viele dieser Beziehungen werden zu Langzeitbeziehungen, obwohl die Betroffenen vorher nur kurze Beziehungen als Schüler, Student, Berufsanfänger hatten und nun das erste Mal einen echten Langzeitpartner gefunden haben.

Ich glaube, Soulmate's Hypothese stellt sich als ganz klar falsch heraus, denn ja, es gibt solche Fälle und nein, es gibt auch andere Fälle und alles dazwischen und damit keinerlei Korrelation zwischen Vorerfahrung und Beziehungsfähigkeit. Wovon Beziehungsfähigkeit genau abhängt, müsste man gegebenenfalls in einem anderen Thread erörtern, aber weder eine Kausalität noch eine Korrelation sind im Sinne der Titel-Hypothese gegeben.
 
G

Gast

  • #23
Deshalb wage ich jetzt nach dem lesen eurer Voten mal kühn die These, dass Beziehungsfähigkeit nicht einfach automatisch vorhanden ist, sondern erst mal erlernt werden muss. Solche, die es noch nicht gelernt haben outen sich dann einfach, indem sie ihrem Gegenüber ellenlange Kriterienkataloge präsentieren und selber möglichst wenig investieren möchten..
Da gebe ich dir Recht, aber! eine gesunde Beziehungsfähigkeit wird in der Familie vorgelebt und dem heranwachsenden Kind dort beigebracht. Was Hänschen nicht gelernt hat, kann er als Hans selten dazu lernen. Gilt natürlich auch für Gretchen bzw. die spätere Grete.

Ich denke, dass es sehr wohl Menschen gibt, die später noch die Einsicht haben, an ihrer Beziehungsfähigkeit arbeiten zu müssen, was sehr wohl geht. Man kann vieles nachholen, aber ich denke, dass viele Menschen dazu nicht bereit sind, bzw. ihnen dazu die Fähigkeiten fehlen, wie z.B eine gesunde Portion emotionale Reife.

w 48
 
G

Gast

  • #24
Wenn es so wäre, dass Beziehungsfähigkeit von Vorerfahrung mit längeren Beziehungen abhinge, dann dürften ja so gut wie keine Paare schon mit Ende 20 oder Anfang 30 eine erfolgreiche lange Beziehung eingehen.
Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber seht Euch mal z.B. meinen Lebenslauf an:
1. Liebe: 1½ Jahre / 2. Liebe: 3 Jahre / 3. Liebe: 6 Jahre / 4. Liebe: 12 Jahre. Nach Adam Riese dürfte meine jetzige 5. Liebe bis ins hohe Alter reichen, und das ist auch gut so.
 
G

Gast

  • #25
Danke für eure Voten, möchte betonen dass es mir nicht darum geht Personen einfach abzuqualifizieren nur weil sie nie längere Beziehungen hatten. Es fällt mir persönlich und Bekannten die auch auf Partnersuche sind einfach sehr häufig auf, dass offenbar ein Zusammenhang zwischen unrealistisch hohen Ansprüchen, gepaart mit der Unlust etwas in einen Partner zu investieren und der eigenen "Beziehungserfahrung" bestehen muss.
Dem würde ich zustimmen. Natürlich sollte man keine Personen abqualifizieren, zumal z.B. die einen aus kürzeren Erfahrungen mehr lernen als andere aus längeren oder nie... Menschen sind nunmal komplexe Wesen.

Aber als Eindruck kann ich das, was du beschreibst, sehr gut nachvollziehen. Natürlich war jeder mal unerfahren. Man kann sich dann viel ausmalen, solange man noch nicht wirklich mit einem Gegenüber konfrontiert wurde und ihm nähergekommen ist, der ein eigener Mensch ist und nicht immer nach dem Plan funktioniert, wie man es sich gedacht hätte. In der Realität gilt es dann doch, mal einige Dinge zu überdenken.

Letztendlich reden die von dir beschriebenen Menschen aber auch nur, was aber zeigen könnte, dass sie sich viel mit Kriterienkatalogen und der Suche beschäftigen und weniger mit der Lösung von evtl. in Beziehungen auftauchenden, oder auch eigenen Problemen. Mit Ansprüchen hat das nicht direkt etwas zu tun. Vielleicht verliebt man sich mit der Zeit z.B. nicht mehr so leicht und wird dadurch wählerischer. Aber deshalb redet man nicht nur von den eigenen Ansprüchen und Kriterien. Das macht doch zumindest einen unreifen und unerfahrenen Eindruck, wenn solche Aussagen ein Übergewicht haben.
 
G

Gast

  • #26
1. Liebe: 1½ Jahre / 2. Liebe: 3 Jahre / 3. Liebe: 6 Jahre / 4. Liebe: 12 Jahre. Nach Adam Riese dürfte meine jetzige 5. Liebe bis ins hohe Alter reichen, und das ist auch gut so.
Ein sehr schönes Beispiel, das zeigt, wie man in einer Beziehung und mit jeder weiteren Beziehung sich auf den Partner einzustellen.
Übrigens bestätigt ja Frederika auch genau das, wenn sie schreibt:

"Viele dieser Beziehungen werden zu Langzeitbeziehungen, obwohl die Betroffenen vorher nur kurze Beziehungen als Schüler, Student, Berufsanfänger hatten und nun das erste Mal einen echten Langzeitpartner gefunden haben."

Das sind dann eben Menschen, die es sehr schnell lernen. Genau das beschreibt es ja am besten. Beziehungen werden üblicherweise im verlauf des Lebens immer haltbarer.
 
  • #27
Es kommt auf das Alter an, in dem wir auf Partnersuche sind!

Wer mit 50+ noch niemals eine längere Beziehung hatte ( mehr als 10 Jahre), ist mir wirklich suspekt.
Als ich damals auf Partnersuche war, hatte in diesem Alter damals fast alle gedateten EPs bereits eine langjährige Beziehung hinter sich, genau so wie ich auch.

In einer langen Beziehung muss in den vielen Jahren allerhand gemeistert werden! Neben dem Glück, das eine solche Partnerschaft bringt, sind Krisen, Streitereien, gemeinsame Veränderungen, oft in unterschiedlicher Richtung, Stress, und, und und... zu bewältigen.
Für mich ein Zeichen, dass jemand nicht gleich wegen jeder kleinen Enttäuschung das Handdtuch wirft.

Deshalb hatte für mich damals ein Mann, mit einen ähnlichen Lebenslauf wie dem meinen, die größten Chancen.
 
G

Gast

  • #28
Eine lange vorherige Beziehung ist mit Sicherheit kein Garant für eine erfolgreiche Beziehung, weil hier ja noch viele andere Faktoren aus den früheren Beziehungen eine Rolle spielen können.
So sehe ich das auch. Aber ich achte sehr darauf, WIE ein Mann von seiner Vergangenheit redet. Wenn er nur Negatives berichtet, sich unangenehm abfällig über seine frühere Partnerin/Ehefrau äußert, schrillen bei mir die Alarmglocken. Tatsächlich ist es mir schon wichtig, dass ein Mann über 40 eine längere Beziehung (5 Jahre +) "gemeistert" haben sollte. Was nicht bedeutet, dass es damit alleine automatisch gut mit uns laufen wird; daran müssen wir dann selbst zusammen arbeiten. w
 
  • #29
WIE ein Mann von seiner Vergangenheit redet. Wenn er nur Negatives berichtet, sich unangenehm abfällig über seine frühere Partnerin/Ehefrau äußert, schrillen bei mir die Alarmglocken.
Ja, das ist ein guter Hinweise. Schlechte Erfahrungen, Verbitterung oder mangelhafte Verarbeitung sind sowieso schon mal Alarmzeichen, aber zugleich sind Lästern oder Herziehen über die Ex auch einfach schlechte Charaktermerkmale.
 
  • #30
Zunächst mal ist die Tatsache, dass ein Mensch eine sehr lange Beziehung geführt hat, 10 Jahre und länger ein Hinweis darauf, dass er 1) Bindungswillig ist und 2) zumindest bereit war, mit einem Partner das Leben in guten und schlechten Zeiten zu teilen.

Die langjährige Partnerschaft - die beendet wurde - bedeutet nicht automatisch, dass er 1) beziehungsfähig ist im Sinne von kompromissbereit, respektvoll, einfühlsam, 2) eventuell eine Beziehung aus Einsamkeit und Angst vor dem Alleinsein eingegangen ist.

Von mir bekommst Du auch ein klares "Nein" auf deine Frage. Die Personen, welche lange Beziehungen hatten, müssen nicht die bessere Beziehungskandidaten sein, können es aber im Einzelfall sein.

Viel wichtiger ist für mich darauf zu achten, wer die Beziehung beendet hat und aus welchen Gründen. Wenn wir alle davon ausgehen, dass Menschen i.d.R. sich eine Partnerschaft wünschen in der sie sich beide wohl und glücklich fühlen, in der beide gemeinsames Ziel haben in der partnerschaftlich, rücksichtsvoll und liebevoll miteinander umgegangen wird - wenn die Beziehung für beide ein Gewinn an Lebensqualität ist, dann geht es bei einem Kandidaten herauszufinden, warum die Beziehung gescheitert ist - egal ob sie nun 3 oder 13 Jahre gedauert hatte. Doch das herauszufinden dürfte sehr schwierig sein. Welcher Mann würde der nächsten Kandidatin z.B. freimütig sagen: "Ich hatte in meiner vorherigen Ehe auch eine Affäre mit einer anderen Frau".

Bei mir würden die Alarmglocken schrillen, wenn ein Mann häufiger oder gar immer von der Partnerin verlassen wurde. Ein unübersehbares Zeichen, dass sie mit ihm unglücklich war. Eine Frau verlässt erst dann einen Partner, wenn ihre Bemühungen um eine qualitativ schönere Beziehung keine Früchte getragen haben und sie keine andere Lösung für die Beziehungsprobleme sieht als wegzugehen.