• #31
Fast reflexartig verbinde ich damit Unzufriedenheit, Depressivität, Frustration, Distanziertheit, Burschikosität...

Dann solltest vielleicht mal schauen, was mit deinen Reflexen nicht stimmt.
Wird eine Frau unzufrieden, depressiv oder frustriert, wenn sie sich die Haare abschneidet? Seltsam.
Also ich habe keine der o.g. Eigenschaften und das, obwohl ich mehrfach meine Haarlänge geändert habe und inzwischen bei einer gut geschnittenen Kurzhaarfrisur bleiben werde.
Du hast Vorurteile und suchst bei jeder Frau, ob sie diese Vorurteile nicht vielleicht erfüllt, denn es geht ja nicht, dass du nicht recht hast.
 
  • #32
Ich hab mich 2015 von meinen langen Haaren verabschiedet und seitdem mit verschiedenen Schnitten experimentiert - es sah mir aber alles zu tantig-möchtgernfrech aus. Ende letzten Jahres bin ich schließlich bei einem Maschinenschnitt gelandet. Einfach alles auf 12mm rasiert. Die Friseurin hat sich anfangs gesträubt; meinte "Sie wollen doch nicht einfach nen komplett runden Kopf haben?"

Aber genau das wollte ich. Keine akkurat abgezirkelten Stufen mehr; einfach nur Kopf; mit gerade noch genug Haar, um nicht wie eine Chemopatientin auszusehen.

Von allen Kurzhaarschnitten, die ich hatte, gefällt mir dieser am besten, weil er so konsequent ist. Weil da nichts sagt: "Die Ohren sind zwar frei, aber schau mal, ich hab einen Pony; ich hab Stufen, du brauchst gar keine Angst vor mir zu haben!"

Die Männerwelt hat sich seit eh und je nur mäßig für mich interessiert. Ca. einmal pro Jahr bemüht sich einer halbherzig um mich. Seit 2015 hatte ich 1,5 "Verehrer"; es hat sich also nicht viel verändert. Zu der ganz radikalen Frisur kann ich noch nicht viel sagen, die trage ich ja erst seit kurzem. Eines ist mir aber schon aufgefallen - Männer sind jetzt weniger hilfsbereit. Vor Weihnachten fuhr ich frisch kahlgeschlagen mit dem Zug zu meinen Eltern. Dabei sah ich mich mehrfach mit der Notwendigkeit konfrontiert, meinen schweren Koffer auf eine Gepäckablage hochzuwuchten. Und anders als bei früheren Zugreisen war kein Gentleman zur Stelle, um mir dabei zur Hand zu gehen. Ich fragte mich, ob ich wohl aussehe, als ob ich jeden Hilfsbereiten aggressiv wegbeißen würde - oder ob Männer nur Frauen Hilfe anbieten, die sie attraktiv finden.

Ich denke schon, dass ich mich für den Durchschnittsmann unattraktiver gemacht habe, auch wenn ich jetzt häufiger Ohrringe und Lippenstift trage. Allerdings stehe ich ohnehin auf androgyne Männer - solche mögen vielleicht ihrerseits Frauen, die nicht an klassischen Geschlechterrollen kleben.

Fast reflexartig verbinde ich damit Unzufriedenheit, Depressivität, Frustration, Distanziertheit, Burschikosität...

Was mich angeht, triffst du damit ins Schwarze - und auch wieder nicht.

Einerseits kommt der Wunsch nach NOCH kürzeren Haaren bei mir häufig, wenn ich mich unattraktiv fühle. So nach dem Motto: "Wenn ihr Männer euch eh nicht für mich interessiert, kann ich mich gleich richtig hässlich machen in euren Augen."

Andererseits hat es paradoxerweise auch mit Selbstliebe und Gesehenwerdenwollen zu tun - ich mag mein Gesicht und will es stärker in den Fokus rücken.

Früher hatte ich eine üppige Lockenmähne, um die ich häufig beneidet wurde. Einerseits schön, andererseits hatte ich immer das Gefühl, dass wegen meiner auffälligen Haare niemand mein Gesicht wahrnimmt.

Man muss aber ehrlicherweise auch sagen - meine Locken haben in den letzten Jahren ohnehin an Fülle und Sprungkraft eingebüßt. Wären sie noch so schön wie früher, hätte ich sie vielleicht behalten.
 
  • #33
Hallo Andriana

ein 12 mm Schnitt ist wieder etwas ganz anderes als diese 0815 Kurzhaarfrisuren. Und daher auch attraktiv, denn diese Frisur zeigt, dass du eingefahrene Wege verlassen kannst.
 
T

Toi et moi

Gast
  • #35
Ich hatte früher kurze Haare. Als meine Söhne in Teenager Alter kamen, wollten sie nicht mehr, dass ich meine Haare schneide und so habe ich nun dank meiner Söhne lange Haare und ich muss sagen, mir gefällt es auch besser. Aber es gibt auch Frauen, die so schön sind, dass es egal ist welchen Haarschnitt sie haben.
 
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  • #36
Ich habe Locken, das macht es leicht.
Billiger Haarschnitt alle drei Monate und null styling im Alltag.
Ich dusche am Abend, gehe mit nassen Haaren ins Bett und am Morgen kämme ich die Haare, sonst nix.
Sie sind halblang und weil sie so ungestyled sind, vielleicht auch ausreichend feminin.
Ich habe allerdings Glück, weil sie gesund sind. Ich habe noch nie eine Kurpackung oder eine Spülung gebraucht. Ich nehme ein billiges Shampoo aus der Drogerie.

Kurz steht mir nicht, aber nicht, weil ich es maskulin oder neutral finde, sondern weil es nicht zu meiner Figur, meiner Kopfform und meinem Gesicht paßt.
Ich hätte gerne volles, langes, glattes Haar und würde mir dann immer solche eleganten Aufsteckfrisuren machen, eine heißt 'Banane', damit würde ich mir gefallen. Naja, ich würde das wahrscheinlich doch nicht machen, denn das wäre mir viel zu viel Aufwand.
Ich bin sicher, dass ich mit Idealfrisur keinen zusätzlichen Auftrag bekommen, keinen Cent mehr verdienen, keinen Tag länger leben, keinen zusätzlichen Freund gewinnen und keinen Mann mehr für mich interessieren würde als mit dem Wuschelkopp, für den ich fünf Sekunden am Morgen brauche.

Die Frisur sagt aber ganz sicher etwas über den Menschen aus. Bei mir, dass es mir nicht so wahnsinnig wichtig ist, ob andere mich schön finden. Ich denke, jeder kann sehen, dass ich mir keine Arbeit mache und mit dieser Aussage gefalle ich mir auch wieder.

Frauen, die sehr viel Aufwand mit ihrem langen Haar betreiben, würde ich in Verdacht nehmen, dass sie sich stark über ihr Äußeres definieren und möglicherweise sogar insbesondere Männern gefallen wollen. Da drängt sich mir die Frage nach weiteren Kompetenzen dieser Frauen auf.

Dann die Emanzen mit der Nonkonformisten-Frise, die sich alle für progressiv und revolutionär halten, in Wahrheit aber nur den Look der anderen Soziologinnen und Pädagoginnen nachahmen.

Und dann die biederen Landeifrauen, die ebenfalls alle die gleiche asymmetrische Kurzhaarfrise haben, bei der vorne sowas Freches in die Stirn wippt. Meist alles in blond, das Wippding auch schon mal lila oder rot gefärbt, das ist dann wahrscheinlich besonders frech.
Diese Frauen tragen übrigens alle die gleiche pfiffige Brille.
Diese Frisuren sieht man zuhauf auf sämtlichen Festen aller freiwilligen Feuerwehren.

Oje, ich ziehe ungerechterweise über die Frauen her.
Ich ergänze daher mal: auch bei Männern sagt die Frisur viel aus und auch da wäre mir der kurze Naturlook, sofern ein Mindestmaß an Pflege erkennbar ist, am liebsten.
Kürzlich war ich mit meinem Freund beim Friseur und ich sollte sagen, was er will. Ich schaute mich um und sagte, 'na das, was alle anderen hier auch bekommen'. Kein Witz, da saßen ca. 5 Männer mit der Uniform auf dem Kopf. Hinten und an den Seiten ganz kurz und oben etwas länger.

w 49
 
  • #37
Ich finde lange Haare toll - bei Frauen, aber insbesondere auch bei Männern. Allerdings nur, wenn sie kräftig und gesund sind. Ich meinen Augen gewinnt fast jeder Mensch an Schönheit, wenn er tolle, lange Haare hat.
Wem die Voraussetzungen für lange Haare fehlen oder sie auch sonstigen Gründen nicht tragen kann, muss eben mit kurzer Frise versuchen, halbwegs gut auszusehen. Und auch mancher Kurzhaarschnitt sieht an Frau oder Mann nicht so übel aus.

Insofern ist für mich ein Kurzhaarschnitt immer ein Zugeständnis: an die mangelnde Qualität der Haare oder/und an die fehlende Lust, Zeit in das Aussehen zu investieren oder/und an Konventionen (bei Männern oder älteren Frauen).
 
  • #38
Stereotype kann ich auch erkennen. Ich finde es sehr interessant, wenn man z.B. Kunstlehrerinnen erkennen kann oder Friseurinnen. Ich denke schon, dass eine Frisus ne Menge aussagt über das Wesen einer Frau (Mann vielleicht auch).
Für mich sind lange Haare was total unkompliziertes. Mich würde es nerven, wenn ich jeden Monat zum Friseur müsste oder irgendwelche Pflegemittel außer ein gutes Shampoo nehmen müsste.
Seh ich genauso. Manche sehen mit einem Haarschnitt viel besser aus, nicht so gefällig, langweilig, mehr intellektuell, tougher.

Was mich irritiert, sind die vielen jungen Mädchen mit langen Haaren. Das war zu meiner Jugend total durchwachsen, aber das war auch in den Achtzigern, da gab es noch keine Internetvorgaben bzgl. Schönheit und da war die Frau noch kein solches Objekt wie heute - was ich total komisch finde, weil man ja eigentlich meint, die Emanzipation wäre fortgeschritten. Vielleicht liegt es an dem Generation-Porno-Ding, dass viele junge Frauen heute aussehen wollen wie Barbies. Ich guck ja hin und wieder in Online-Boulevard-Seiten, und da wurde was thematisiert, was mir schon lange aufgefallen ist: Auf instagram sehen gewisse Frauen, die "in" sind, alle gleich aus. Gleiches Make Up, gleiche Haare, gleicher Aufnahmewinkel, wie eineiige Mehrlinge.
 
  • #39
Mir stehen lange Haare nicht, und ich hab's auch nie geschafft, dass meine Haare gepflegt aussehen, wenn sie eine gewisse Länge überschreiten. Das kippt dann ins Hexenhafte. Der Riesenvorteil von langen Haaren wäre für mich, dass man sie hochstecken könnte. Hochgesteckte Haare finde ich richtig toll.

Ich lande immer wieder beim ca. kinnlangen Bob, klassisch mit einem Tick ins Edle.

Frau 50
 
  • #40
Gleiches Make Up, gleiche Haare, gleicher Aufnahmewinkel, wie eineiige Mehrlinge.
Die gleiche Beobachtung habe ich auch gemacht. Gleiche Haare, gleiche Kleidung - ob ich nun im Bus sitze bei Schulschluss, oder mir ausnahmsweise mal eine neuere Fernsehserie anschaue. Vor einigen Jahren gab es diese Neuauflage von "Dallas". Die jungen Schauspieler/-innen konnte ich überhaupt nicht auseinanderhalten. Für mich sahen die nahezu identisch aus. Ich habe dann auch nur zwei Folgen davon gesehen ...

in den 1980ern war das wirklich einfacher. Da gab es kein GNTM oder DSDS, die den Kids von heute vorgaukeln, jeder könne ein Star sein (mit perfektem Aussehen, versteht sich). Oder -ganz schlimm - Bachelor.
Ich glaube schon, dass solche Fernsehformate und Photoshop einen großen Anteil daran haben, dass heutzutage die Haare nicht lang genug und der Bauch nicht flach genug sein kann ...
 
  • #41
Was mich irritiert, sind die vielen jungen Mädchen mit langen Haaren. Das war zu meiner Jugend total durchwachsen, aber das war auch in den Achtzigern.
Die gleiche Beobachtung habe ich auch gemacht. Gleiche Haare, gleiche Kleidung Für mich sahen die nahezu identisch aus....
Hm, meint ihr wirklich ?
Ja, lange Haare sind bei jungen Frauen in, aber war das nicht schon immer so ?

Ja, ich weiß, welche Mädels ihr meint. Die mit den weißen Turnschuhen und aufgekrempelten Chinos.
Stimmt, die sehen alle gleich aus, aber es gehört ja letztendlich zu den Merkmalen einer Peergroup, dass alle gleich aussehen. Das gibt den jungen Leuten Halt und das ist legitim. Sie sind nicht erwachsen und brauchen das. So wie alle jungen Leute vor ihnen.

Meine Tochter war mal eine Weile bei der Grünen Jugend, da sahen auch alle gleich aus, aber eben auf völlig andere Art.
Und dann fallen mir die minderjährigen Pumper in meinem Fitnessstudio und ihre Groupies ein, wieder alle gleich und wieder auf andere Art.
Ich sehe die Lesbenfreundinnen meiner Tochter, die keine langen Haare haben und ich sehe die FSJ-Mädchen in den sozialen Einrichtungen, die ich gelegentlich berate, die auch nicht.

Genauso hatten wir unsere Peergroups. Im Ballett sahen wir alle gleich aus. Langes Haar, das man gut zu einem Dutt binden konnte.
Auch ich war in den 80ern jung und hatte zunächst lila Indienkleider an und lange Haare mit Mittelscheitel wie Cher, so wie alle in meiner Klasse. Dann die typische Mikrodauerwellenfrise, die nach vier Wochen wie ein dreieckiger Helm aussah, so wie alle in meiner Klasse und dann war ich Punk, so wie niemand in meiner Jahrgangsstufe, aber wie alle, die ich damals cool fand.
Erinnert ihr euch an die Popper ? Die sahen auch alle gleich aus.

Das gleiche gab es in den 70ern, als Reinhard Mey den Begriff von der Nonkonformisten-Uniform prägte.
Und selbst meine Eltern sahen in den 50ern aus wie alle anderen.
Mein Vater war auf der Seite mit Anzug, gepflegter Tolle und Vespa, andere fanden sich krass revoluzzermäßig, hatten eine heftigere Tolle und zogen eine Lederjacke an.
In den 60ern las er Jean Paul Sartre und zog einen schwarzen Rolli an, so wie alle seine Architektenfreunde.

Ich denke, ältere Leute finden häufig die Jugend tztz und ich denke, dass es nie anders war, nie anders sein wird und dass das vielleicht sogar ok ist.
Die Welt ist heute so banal wie sie es immer war, nur die Techniken ändern sich.

w 49
 
  • #42
Dann die typische Mikrodauerwellenfrise, die nach vier Wochen wie ein dreieckiger Helm aussah, so wie alle in meiner Klasse und dann war ich Punk, so wie niemand in meiner Jahrgangsstufe, aber wie alle, die ich damals cool fand.
Erinnert ihr euch an die Popper ? Die sahen auch alle gleich aus.
Ja, so ähnlich war das bei mir auch, obwohl man hier ja schon sieht: Stinos, Stinos mit Dauerwelle, Popper, Punks, langhaarige Stinos, Gothik, Rockertypen. In meiner Klasse waren zwei mit sowas wie Bob, zwei Langhaarige, fesche Frisuren, die sich immer mal änderten von Popper zu normalem Kurzhaarschnitt, mal Dauerwelle, mal nicht, mal länger, mal nicht.
Also die, die nicht auffallen wollten oder keine Anti-Haltung demonstrieren wollten, hatten mehr Vielfalt als "lange glatte Barbiehaare".

Als ich anfing zu studieren in den 90ern, war das Bild genauso unterschiedlich bei den weiblichen Frisuren. Lange Locken, kurze Locken, lange glatte Haare, Pixie, Dutt, eine hatte mal einen kräuseligen Popper-Mopp auf dem Kopf und später lange Haare.
 
T

Toi et moi

Gast
  • #43
Ich finde lange Harre bei Männern auch sehr schön. An der Uni kannte ich einen jungen Mann, der schulterlange glatte hellbraune Haare hatte. Er war 2 Meter groß und Bildschön. Es war ein Genuss diesen Mann anzuschauen und immer wenn er in der Bibliothek nach den Bücher stöberte müsste ich ihn anschauen. Ich konnte einfach nicht anders. Die Haare bewegten sich immer so wellenförmig, während er an mir vorbei lief. Ich denke, das gleiche dachte er wahrscheinlich über meine Haare, denn wir wurden Freunde und er war sogar auf meiner Hochzeit. Seufz, es waren so schöne Zeiten.....
 
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