• #31
Nachdem das Geschlechterbashing und die Verallgemeinerungen hier durchaus üblich sind - DIE /ALLE FRAUEN BZW. MÄNNER - ist mir die Betonung, dass es beide Geschlechter betrifft, sehr recht.
Sehe ich auch so. Ich schwenke dann auf "Menschen", wenn ich rechtzeitig daran denke.

Am Geschlechterbashing werden wir hier damit eh nicht viel ändern. Es gibt eine Reihe Teilnehmende, bei denen weiß ich auch ohne *, dass sie das nicht pauschal auf ein Geschlecht beziehen und es gibt eine Reihe Teilnehmende, bei denen weiß ich, das andere Geschlecht ist sowieso unten durch...
 
  • #32
In meinem Umfeld sind es sowieso nur noch "Kollegierende". Wenn es dann doch mal um Frauen geht, bin ich schon versucht, "Kollegierendinnen" zu schreiben...
In der Tat bei solchen Konstruktionen kann ein * helfen. Dann sollten der * aber gleich als Platzhalter für das vollständige Wort dienen. In etwa so "Liebe * seit gegrüßt"

Für das Folgende habe tatsächlich schon ersatzweise * benutzt und bin verstanden wurden.

Wie man dann noch die Ganze LBT... (ich kann mir nicht mal die Buchstaben merken)-Gemeinde anspricht, ist mir rätselhaft.
Ich kenne auch nie die aktuell politisch korrekte Variante von LBT*

PoC ist auch so eine Pauschalbeschreibung, die inhaltsleere Abkürzung die Sprache neutralisiert.
Leider wird das Problem dann auf die sprachliche Ebene verlagert.
Auch PoC ist nicht mehr ganz aktuell. Daneben gibt es jetzt BPoC und BIPoC. Entwickelt sich bestimmt noch weiter.

Sprache soll ja eigentlich Beziehung und Kommunikation schaffen und pflegen. Durch das Forschen nach ständig neuen Fettnäpfchen entwickelt sich Sprache aber immer mehr zum Kampf- und Minenfeld.

Sprache bringt wenn man nichts ahnend falsche oder veraltete Codes benutzt nicht zusammen sondern einen in Teufelsküche.

Gleichzeitig werden alte Strukturen wie z.B. die Geschlechterbinarität zerlegt. Dann kommt es zu Stilblüten, daß z.B. Emma Watson erklärt, dass sie mit sich selbst verpartnert ist (aber vielleicht wollte sie ja nur sagen, dass ihre Selbstliebe ok ist (?) oder hat sie Beziehungsangst oder ... (?)).
 
  • #33
...nur noch beziehungänstliche Männer oder Frauen unterwegs
Der Mann ist mir zu familienafin. ... Aber das mit dem Mann ist mir zuviel.
Leben ist doch immer wieder schön.

Erst werden alle ("nur noch") als beziehungsängstlich pathologisiert. Dann kommt ein Mann, der viel Wert auf Bindung zur Familie legt und dann wird dieser genau deswegen aussortiert.

Aber es war ja eigentlich auch vorher schon klar, dass es bei den vorwurfsvollen Bewertungen ("beziehungänstlich", "zu familienafin") nicht ernst zu nehmen waren und es nicht wirklich um die Einschätzung der Gegenüber geht, sondern ausschließlich nur um die Wunscherfüllung im Verhältnis zur Bewerterin. Jemand, der eingegangene Bindungen auch weiter ernst nimmt (also nicht nur Privilegien mitzunehmen versucht), war dann ersichtlich doch nicht gewünscht. Gewünscht wird eher jemand, der Bindungen in Bezug auf andere nicht mehr so wichtig findet und ihr trotzdem vermittelt, dass ihm Bindungen wichtig sind (aber eben nur in Bezug auf die FS).

Mit zunehmenden Alter macht man eben nicht mehr so blauäugig jedes Risiko mit bzw. man ist trotz vorwurfsvollen Erwartungshaltungen durch andere (z.B. Partner, Eltern, Gesellschaft, ...) abgeklärter in seiner Abschätzung, ob einem die Vorteile das Risiko auch wirklich wert sind.

Stelle Dir vor, Du kommst für Dich zum Schluss, dass Dir die möglichen Vorteile von Sex beim 1. Date ohne Kondome für Dich das Risiko bzw. möglicherweise sehr weitreichenden Folgen (Krankheiten, Schwangerschaft, ...) nicht wert sind. Was würdest Du von Männern denken, die sich das aber wünschen und diejenigen, die dass nicht anstreben, als "verkomplizierend und ängstlich" abzuwerten bzw. zu pathologisieren versuchen? Glaubst Du, dass ein Mann mit dieser wenig empathiehaften abwertenden Einstellung für Deine Sichtweise Dich noch überzeugen kann, seine Wünsche gerne mit ihm anzustreben?

Wenn Nein, inwiefern glaubst Du umgekehrt andere, die in Bezug auf Bindungen auch Risiken sehen, mit einer ähnlich negativen bzw. verständnislosen Einstellung überzeugen zu können, dass sie trotz der Risiken gerne eine Bindung mit Dir anstreben? Wie gesagt, in jüngeren Jahren mag dass ja noch so funktionieren, dass man seine alleinigen Wünsche mittels vorwurfsvollen Abwertungen des Gegenübers durchgepresst bekommt, weil der Gegenüber mangels Lebenserfahrung noch nicht gelernt hat, dass man sich selber keinen Gefallen tut, wenn man unterwürfig anderen zu gefallen versucht.

Wenn man selber etwas wünscht, was der Gegenüber nicht für notwendig/zu riskant findet, dann wird man den Gegenüber nur dann überzeugen können, wenn man Empathie für seine Sorgen/Einstellungen zeigt bzw. sich ohne Vorwürfe Vertrauen erarbeitet, so dass das Risiko für den Gegenüber kalkulierbarer erscheint.
 
  • #34
Wie man dann noch die Ganze LBT... (ich kann mir nicht mal die Buchstaben merken)-Gemeinde anspricht, ist mir rätselhaft. Sind Menschen ohne Geschlecht dann sprachlich sächlich?
Nein, die sind in dem Sternchen und sie haben ja ein Geschlecht, nur eben nicht männlich oder weiblich, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich habe mich auch schon gewundert über die Unterstrich-Schreibweise und warum andere das Sternchen schreiben. Das wurde mal erklärt in den Nachrichten: Die Sternchen stehen für alle anderen Geschlechter.

Als eher naturwissenschaftlich orientierter Mensch lehne ich aber die Ideologie hinter diese Schreibweise ab
Als Naturwissenschaftlerin finde ich wichtig, dass gerade diese Kaste versteht, warum sowas nicht unnütz und doof ist. In meinem Fachbereich hält sich bei zu vielen hartnäckig ein - sorry - beschissenes Frauenbild, vermutlich auch, weil sie eine Frau zu Hause sitzen haben, die ihnen schön den Rücken freihält und um mehr Paar- und Familienzeit bettelt. Aber gut, auch wenn diese Männer nicht rumjammern, dass sie nun Frauen schriftlich mit ansprechen sollten, ändern sie nicht ihre Haltung. Sie kommen sich vielleicht sogar noch modern vor, wenn sie so schreiben und ihre Töchter zu naturwissenschafllichem Interesse ermutigen wollen.
Sprache und Denken beeinflussen sich und dann auch die eigene allgemeine Sicht, welches Geschlecht kompetent ist oder eben dass es keine Kompetenz per Geschlecht gibt. Daher ist es wichtig.

Liebe Vio,

das freut mich sehr, dass es Dir geholfen hat, was ich schrieb. Es ist auch eine eigene Erfahrung gewesen, dass ich nach meiner Trennung zwar gern wieder eine Beziehung gehabt hätte und mich sehr verliebt hatte, aber ich bei mir selbst merkte, dass ich noch nicht gefestigt genug und bereit dazu war, mich wirklich auf eine Beziehung einzulassen. Es hat einige Jahre gedauert und die Nagelprobe kommt vermutlich auch erst wieder IN einer Beziehung, aber zumindest ist mir das Problem bewusst, dass es ein Austarieren geben muss zwischen Herstellung der Verbindlichkeit und Nähe mit eventuellen Kompromissen und dem persönlichen und freiheitlichen Anteil, dass man für eine Liebe nicht jeden Kompromiss eingehen kann.
 
  • #35
Auch PoC ist nicht mehr ganz aktuell. Daneben gibt es jetzt BPoC und BIPoC. Entwickelt sich bestimmt noch weiter.
Ich denke, eines Tages werden wir bei LBT*BIPoC landen.

Sprache soll ja eigentlich Beziehung und Kommunikation schaffen und pflegen. Durch das Forschen nach ständig neuen Fettnäpfchen entwickelt sich Sprache aber immer mehr zum Kampf- und Minenfeld.
Ich denke, das liegt daran, dass es einfach ist, auf "Du hast * gesagt" auszuweichen, wenn inhaltlich nichts mehr zu holen ist. Debatten werden so im Keim erstickt. Es ist einfach destruktive Sprache, wenn bei allen Meinungen, die einem nicht gefallen, sofort die Keule herausgeholt wird. Hier im Forum zum Beispiel beliebt: der Narzisst.
 
  • #36
Auch PoC ist nicht mehr ganz aktuell. Daneben gibt es jetzt BPoC und BIPoC. Entwickelt sich bestimmt noch weiter.
Tja Jungs, schon alleine solche Wortbildungen oder wie auch immer man das nennen mag, geben mir ein wenig Zuspruch, für mich ganz allein.
Ich bin froh das ich in manchen Dingen zum Beispiel, was das sprachliche betrifft, etwas ungebildet bin.
Selbst heute wo ich die Zeit hätte vieles einfach noch zu lernen, was Aussprache, oder besser geschrieben, mich schriftlich korrekt auszudrücken betrifft, noch nachzuholen verspüre ich weder Lust noch eigenen Druck dafür.
Ich mag Leute die es wirklich drauf haben, solange sie damit nicht hausieren gehen oder das anderen gegenüber als Allzweckwaffe entgegen bringen.
Aber selbst ich dummi bemerke, wie die Sprache, eigentlich sehr simple weil einfach zu verstehen immer mehr mit pseudowissenschaftlichen Facelift‘s verschandelt wird.
Ich höre mich fast jeden Tag sagen und das mache ich tatsächlich genau so, wenn ich mit Geschäftspartnern spreche, welche meinen, sie müssten mit mir in einer Fremddeutschsprache sprechen,
„ man sach wat de zo sare häs un schwad Dich nit möd!
Komisch das das jeder versteht und dann auf einmal deutsch spricht.
Ich hasse aufgesetztes zwanghaftes verkomplizieren der eigentlichen Aussage oder Frage.
Geht es nur mir so weil ich sprachlich ungelernter bin oder ist das bei manchen Menschen die es von der Pike auf gelernt haben ähnlich.
Und vor allem, was bringt mir das Geschwalle letztendlich wirklich?
Bin ich beruflich leistungsstärker, schlauer, intelligenter, oder vielleicht sogar aussagekräftiger?
Ich habe berechtigte Zweifel!
M49
 
  • #37
Ja, was sind denn die Vorteile einer Beziehung? Dass man nicht das machen kann, was man will ( weil der Partner es nicht versteht, kann dem Nichts abgewinnen, kann nicht mitmachen etc.) und öfters das tut, was man so gar nicht will... Oder ist der Sex gemeint? Wie oft liest man hier darüber, dass es gar keinen Sex gibt in der Beziehung, oder jede Menge Probleme, weil der eine es doch anders will oder nicht so oft will oder gar nicht (mehr) will. Eine Frau ü 40 wird keine Kinder mehr kriegen, also wäre dieser Grund für was "Ernstes" ja auch weg. Und zusammen ziehen will auch nicht jede(r). Ich mag in meinem großen Bett zum Beispiel alleine schlafen.


W, 33
 
  • #38
Ich frage mich, ob vielleicht irgendwann einfach nicht mehr die "Kraft" für eine weitere "richtige" Beziehung da ist. Ich selbst bin jung, habe eine schöne, 5-jährige Beziehung hinter mir und bin jetzt unendlich glücklich und sehr verliebt in meiner Beziehung, von der ich meine, dass es DIE Beziehung ist, wie es irgendwo oben hieß. Wenn wir uns jemals trennen sollten, wäre das sehr bitter, weil er die Liebe meines Lebens ist und in allem so perfekt passt, von Banalitäten zu großen Themen, dass das gar nicht mehr übertroffen werden kann. Somit wäre, zumindest aus heutiger Sicht, jeder andere Mann eine Verschlechterung und ein Kompromiss bzw. ich würde wahrscheinlich immer nach dem suchen, was ich hatte, und doch nie finden können. Hinzu kommt, dass ich sowohl in meine frühere als auch in meine jetzige Beziehung sehr viel -- wie soll ich es nennen? -- "Lebenskraft" reingebe, im positiven Sinne. Ich lasse mich auf den Menschen ein, nehme Anteil an seinem Leben, kenne und liebe seine Familie und Freunde, übernehme nach und nach einige Angewohnheiten und Lebensweisen oder Hobbies und entwickle mich mit ihm weiter, bin aufmerksam, mache sehr individuelle Geschenke, das ist ein sehr intensives Anteilnehmen und wunderschön. Keine Selbstaufgabe, das meine ich nicht, aber einfach sehr intensiv. Und ich habe das Gefühl, ich könnte das vielleicht noch einmal, aber viel häufiger nicht, jedenfalls nicht in dieser Intensität, ich könnte niemals zehn Beziehungen so führen, die späteren würden wahrscheinlich nicht mehr die gleiche Aufmerksamkeit, Liebe und Begeisterung kriegen, weil ich irgendwann ja gefühlt auch nur noch Dinge wiederholen und wohl abstumpfen würde. Es wäre trotzdem nett, aber nicht mehr so "voll und ganz" wie jetzt, jedenfalls denke ich mir das, vielleicht irre ich auch. Deswegen frage ich mich, ob Leute nach einer bestimmten Zahl von Beziehungen einfach nicht mehr so können wie früher, und deswegen bin ich auch skeptisch, wenn Menschen extrem viele "Partner" haben, denn so viel Liebe kann man doch eigentlich gar nicht geben ... Oder?

w25
 
  • #39
Nein, die sind in dem Sternchen und sie haben ja ein Geschlecht, nur eben nicht männlich oder weiblich, wenn ich das richtig verstanden habe.
Hast Du richtig verstanden.
Das * steht für alle, die sich nicht zugeordnet fühlen.
Es ist ungewohnt, ich brauchte meine Zeit und ganz ehrlich, ich fand es etwas lächerlich.

Bis ich, weil ich diese Schreibweise einfach mache, es auch verinnerlicht habe.
Es ist eben doch anders, ob ich als Bürger oder Bürgerin angeredet werde.. Heute stört es mich.


Sprache und Denken beeinflussen sich und dann auch die eigene allgemeine Sicht, welches Geschlecht kompetent ist oder eben dass es keine Kompetenz per Geschlecht gibt. Daher ist es wichtig.
Exakt.

Sprache hat seine Vielschichtigkeiten, und so manches, jenseits der * darf hinterfragt werden.
Sprache lebt und entwickelt sich. Das darf und muss sein.

Klar, verständlich und präzise - lieber neverever - sollte sie immer sein.
Und manchmal darf Sch*** auch genau so benannt werden.

Und damit der Bogen zur Frage - Beziehungsangst...
Es geht nicht um Beziehung, sondern um Partnerschaft. 2 Begriffe.
Und auch bei vielen ab einem gewissen Alter geht es nicht um Angst, sondern um Vorsicht beim Eingehen einer Partnerschaft.

Aber es klingt doch super - Ich treffe nur Beziehungsängstliche... Also die Anderen, die Ängstlichen, sind verantwortlich dafür, dass ich ohne Partner bleibe... Denn ich könnte und wollte.

W, 50
 
  • #40
Ich habe mich auch schon gewundert über die Unterstrich-Schreibweise und warum andere das Sternchen schreiben. Das wurde mal erklärt in den Nachrichten: Die Sternchen stehen für alle anderen Geschlechter.
Ich selbst schreibe manchmal zum Spaß "Kolleg*/_innen", um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Das System droht zu scheitern, wenn z.B. noch Possessivpronomia oder Artikel hinzukommen, da wird es dann kompliziert und sperrig bzw. man unterscheidet wieder nur zwischen m/f: "Der/die Kolleg*in soll sein/ihr Dokument ..." etc.

Schwierig sind auch Wörter, die es eigentlich nur in einer ("männlichen") Form gibt, wie "Gast" -- oder soll man etwa auch "Gast*in" schreiben? An der Uni, und besonders im Bereich der Gender Studies, werden solche Fragen wild diskutiert. Ich habe gelernt: Der Schrägstrich ist schlecht, weil er suggeriert, es gebe nur "entweder oder" und nichts dazwischen, der Unterstrich ist besser, weil in die Lücke die Vielfalt aller Möglichkeiten reinpasst, sieht aber nicht gut aus und ist schlecht leserlich bei z.B. Unterstreichungen. Die Berliner Universitäten verwenden mittlerweile verbindlich das Sternchen als beste Option.

In der engl. Fachliteratur sehe ich öfters, dass ein Buchkapitel an Frauen gerichtet ist (she, her), das nächste an Männer (he, his), abwechselnd. Als ich einmsl durchgängig "herstory" anstelle von "history" ("his story" -- seine Geschichte") gelesen habe, musste ich sehr schmunzeln: hat nichts mit dem gr. Ursprung des Wortes zu tun!
 
  • #41
Es ist eben doch anders, ob ich als Bürger oder Bürgerin angeredet werde.. Heute stört es mich.
Was spricht gegen "Bürgerinnen und Bürger"? Bei "Damen und Herren" sind ja Kinder und geschlechtslose auch nicht berücksichtigt.
Wird dann irgendwann die Angabe "männlich oder weiblich" abgeschafft? Da finde ich "geschieden" in irgendwelchen Formularen genauso diskriminierend.

Was mich dabei weitergehend immer stört ist, dass sprachlich etwas geändert wird, aber der Inhalt dabei völlig untergeht. Statt Menschen irgendwelche kryptischen Abkürzungen, die keiner mehr identifizieren kann, statt dafür zu sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger wirklich gleich behandelt werden, wird erstmal auf die Sprache geachtet. Überall Label für Familienfreundlichkeit, hinter deren Fassade sich dann inhaltlich nur heiße Luft verbirgt. Mir wäre völlig egal, wenn in Texten mal die männliche, mal die weibliche Ansprache verwendet würde. Witzigerweise wird bei Gewalttätern nie die weibliche Form verwendet...

Und, wie oben schon geschrieben, bei den "Queeren" ist die persönliche Ansprache dann gar nicht mehr vorhanden, weil ich eigentlich gar nicht weiß, ob ich die männlich oder weiblich ansprechen soll. Sprache wird verhunzt und unlesbar (Wie spricht man Bürger*innen aus?), das ist wie Prince, der zu Symbol wurde.

Und zum Thema: ich denke auch, der Übergang zwischen Vorsicht aufgrund von Erfahrungen und "Angst" ist fließend. Da wiederum wird sprachlich verstärkt, weil "Angst" natürlich ganz etwas anderes ist als Vorsicht. Interessanterweise sind da die Etiketten dann in Ordnung, bei Narzisst*innen ( :) ), Beziehungsangst oder andern Begriffen stört sich niemand daran.
 
  • #42
@neverever und auch @Lebens_Lust ...
Ich bekomme einen Affen wenn ich diese Abkürzungen oder permanente Fremdworte lesen muss.
Bei AE...weil lang auszuschreiben etc ist es noch völlig in Ordnung und Deutsch ist es auch noch.
Im Job finde ich es schon teilweise nervig aber bei einer englischen Firma, die international ihre Produkte und somit Systeme vertreibt, ist es sogar logisch.
Oder das uralte...17;-)

Aber wenn ich ein Date hätte und es wirft jemand nur mit Fremdwörtern um sich, empfinde ich ihn nur eingebildet und distanziert, im Gegensatz zu nett und gebildet.

Es ging mir schon im Studium so...ua bei Kunstgeschichte.
Kunst ist etwas sehr schönes und einiges hat mit der Geschichte der Epoche und mit den Menschen zu tun.
Labert man aber nur mit den Kennerphrasen rum, dann bleibt man elitär alleine.
Kennen tue
Zu der Zeit habe ich nebenbei Radio gemacht und habe bewusst über zb eine Ausstellung auf "Deutsch " geredet.
Schaut euch van Gogh an und ihr erkennt, wann er gut drauf war oder völlig fertig . Dafür gab es Rückmeldung der Menschen von nebenan....Danke jetzt hab sogar ich Lust auf Kultur.
Unsere Sprache hat so tolle Worte, die fein die kleinsten Gefühlsregungen beschreiben können....wird die gekilled gibt's Einheitsbrei und nur noch Schubladen.
Ich kann und kenne viele Fremdworte aber sie berühren mich nicht und hier, wo es um Emphatie geht, ich privat bin...lese ich solche Beiträge nicht bis zum Ende
 
  • #43
Es sieht fast so aus, als ob wenn frau über ü 40 ist, nur noch beziehungänstliche Männer oder Frauen unterwegs sind. ...... sich aber nicht festlegen und binden wollen..... Wie seht Ihr das ?
Liebe FS,
in erster Linie sehe ich, dass Du einen Fehler machst in Deiner Annahme. Du redest von "Angst" und von "wollen" in einem Zusammenhang. Angst treibt jemanden etwas zu tun, da kann von wollen nicht ansatzweise die Rede sein.

So viele Bindungsängstler gibt es nicht wie Du glaubst.
Du musst also unterscheiden: jemand mit Bindungsangst kann nicht anders. Alle anderen (die Beziehung nicht wollen) haben keine Bindungsangst sondern wollen aus sehr guten Gründen keine Beziehung.

Wenn Du eine Beziehung willst, bist Du gut beraten Dich mit beiden genannten Gruppen nicht abzukaspern - die einen kannst Du nicht therapieren, die anderen nicht bekehren. Hältst Du Dich an diese simple Regel gibt es kein Problem.

die bindungsfähigen Menschen sind in dem Alter wohl eher nicht mehr zu haben
Bindungsfähigkeit/Bindungswilligkeit ist aber etwas anderes als Bindungsangst.
Bei Angst fehlt die Selbstgestaltungsmöglichkeit. Fähigkeiten kann man erwerben, wenn man es möchte. Wer es nicht tut, will es nicht.

Bei den meisten Menschen mit ü40 ist die sexuelle Attraktivität im freien Fall nach unten. Gleichzeitig haben alle in der Altersgruppe mehr oder weniger viele allgemeine Lebenserfahrungen (daraus gelernt), sowie Erfahrungen mit Beziehungen und Trennungen gesammelt und überlegen sich sehr genau, was sie tun, schauen einmal mehr hin.

Wenn man einiges erlebt hat, besteht auch keine Notwendigkeit zu überstürzten Handlungen - alles schon erlebt, insbesondere das Wissen: dass verliert sich die eine Gelegenheit ins Nichts, kommt die nächste bald um die Ecke - muss keine neue Beziehung sein, sondern eine andere gute Chance zur Lebensgestaltung die zwar anders, aber oft gleichwertig mit Beziehung ist.
 
  • #44
Noch eines zur sprachlichen Entwicklung.

Es gibt schon länger kein "Fräulein" mehr, das Bild des ältlichen Fräuleins kennen wir Älteren noch gut. Die eine Abwertung, und zu diesem Wort das andere Beispiel
das Fräulein Meier, die Azubine, wurde auch nie ernst genommen. Die ist für Hilfsdienste und Kaffeekochen gut... (und für manches Gesabber älterer, super jovialer Chefs)

Frau Meier, die Auszubildende, wird anders behandelt.
Heute ist es Volljährigkeit - Frau. Punkt. Wertfrei.

Und solche Sprachentwicklungen gibt es viele.
Die Sprache in Büchern, Filmen aus den 50/60ern ist uns fremd, schon der soziale Kontext..

Die Entwicklung zu einer geschlechtsneutralen Sprache braucht, und es wird sicher auch manche Blüten geben, bis es flüssig hat.
Aber alle Entwicklungen und Veränderungen brauchen Zeit, und auch Raum für Versuche.

Ich wünsche mir nur noch, dass nach dem "Hochachtungsvoll" auch die französische Grußformel am Ende eines Briefes verschwindet.. Je vous prie d'agreer...

W, 50
 
  • #45
Hast Du richtig verstanden.
Das * steht für alle, die sich nicht zugeordnet fühlen.
Es ist ungewohnt, ich brauchte meine Zeit und ganz ehrlich, ich fand es etwas lächerlich.

Bis ich, weil ich diese Schreibweise einfach mache, es auch verinnerlicht habe.
Es ist eben doch anders, ob ich als Bürger oder Bürgerin angeredet werde.. Heute stört es mich.




Exakt.

Sprache hat seine Vielschichtigkeiten, und so manches, jenseits der * darf hinterfragt werden.
Sprache lebt und entwickelt sich. Das darf und muss sein.

Klar, verständlich und präzise - lieber neverever - sollte sie immer sein.
Und manchmal darf Sch*** auch genau so benannt werden.

Und damit der Bogen zur Frage - Beziehungsangst...
Es geht nicht um Beziehung, sondern um Partnerschaft. 2 Begriffe.
Und auch bei vielen ab einem gewissen Alter geht es nicht um Angst, sondern um Vorsicht beim Eingehen einer Partnerschaft.

Aber es klingt doch super - Ich treffe nur Beziehungsängstliche... Also die Anderen, die Ängstlichen, sind verantwortlich dafür, dass ich ohne Partner bleibe... Denn ich könnte und wollte.

W, 50
Wer sich mit dem Thema Sprache als Instrument befasst kommt vielleicht irgendwann auch zum "Neusprech" welches George Orwell für 1984 entworfen hat.

Wie negativ mit Beziehung in Orwell's Romangesellschaft verfahren wird lässt sich im Roman nachlesen.

Ebenfalls interessante Einsichten bietet ein schnell googel barer Leitfaden "Feministisch SprachHandeln". Es verrät einiges über komplexe Gedankenwelten in einigen Menschen, die mehr trennendes als verbindendes sehen was sich natürlich auch auf Beziehungsfähigkeit auswirkt.

Auch der Trend zur nonbinärität und, dass Geschlechter selbst auswählbar sind geht in diese Richtung.

Gruppen in Promillestärke im Vergleich zur Gesamtbevölkerung gewinnen nun überproportionalen Einfluss auf die Sprache aller und unterstellen allen strukturelle negative Haltungen die sie aberziehen wollen.

Förderlich für Beziehungsfähigkeit sowohl im Sinne von Familie und Partnerschaft wie auch davon losgelöst hinsichtlich einer lustvollen erotischen Beziehung zwischen Menschen ist so ein breiter Umerziehungsversuch nicht.
 
  • #46
Das System droht zu scheitern, wenn z.B. noch Possessivpronomia oder Artikel hinzukommen, da wird es dann kompliziert und sperrig bzw. man unterscheidet wieder nur zwischen m/f: "Der/die Kolleg*in soll sein/ihr Dokument ..." etc.
Ja, sehr richtig. Und ich nutze so lange das gute System, bis ein Besseres entwickelt wurde.
An der Uni, und besonders im Bereich der Gender Studies, werden solche Fragen wild diskutiert.
Ja, und eigentlich wäre die Uni zum Lernen da. Wie produktiv sind solche wilde n Diskussionen ? Also ich würde das Geld lieber armen Rentnern geben als es für solchen Mist zu versaubeuteln.
Ich bin froh das ich in manchen Dingen zum Beispiel, was das sprachliche betrifft, etwas ungebildet bin.
Ob man das ungebildet nennen kann ? Auf mich machst du diesen Eindruck nicht. Auf mich wirken eher die Menschen ungebildet, die Literatur aus dem Zeitgeist reissen, die sich mit irgendwelchen "Statements" aufspielen. ..... Einbildung geht sehr oft mit wenig Können Hand in Hand. Und eingebildet bist du sicher nicht.
Ich bin alt und altmodisch .... was ich in Grundzügen nicht mit Hilfe von Papier und Bleistift erklären kann beherrsche ich nicht. So hat Herr Piech übrigens die Grundzüge des W 12 Motors festgelegt ... alle Achtung.
Ja, ich bedauere, dass die tollen Beiträge von Lionne nicht mehr so flüssig zu lesen sind wie ohne diese Sternle ....

Und das, was hier als "Beziehungsangst" tituliert wird ist oftmals nur der Wunsch, sein Leben nicht unnötig zu verkomplizieren.
 
  • #47
Klar, verständlich und präzise - lieber neverever - sollte sie immer sein.
Und manchmal darf Sch*** auch genau so benannt werden.
Riiiiichtisch Löwin,
zusätzlich muss ich sagen das man als hm.... weniger Schreibtalentierter Mensch wie ich einer bin, es viel Leichter hat.
Schau, dieses Sternchendingsbums ist mir noch nicht mal aufgefallen, als das ich mir darüber selbst überhaupt die Frage gestellt hätte.
Wenn du * irgendwo im Satz gepackt hast, war mir immer direkt klar, warum und wofür die sind.
Vor allem juckt mich nicht das warum!
Ich habs verstanden, mehr muss ich nicht wissen.

Aber es klingt doch super - Ich treffe nur Beziehungsängstliche... Also die Anderen, die Ängstlichen, sind verantwortlich dafür, dass ich ohne Partner bleibe... Denn ich könnte und wollte.
Joa... weit verbreitet und immer mehr.
Alles Geisterfahrer nur ich nicht.

Die Menschen sind Universumsmeister in Ausreden finden!

m49
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #48
Es gibt schon länger kein "Fräulein" mehr, das Bild des ältlichen Fräuleins kennen wir Älteren noch gut.
Ich bin dann dafür, statt dem Namen die Rentenversicherungsnummer zu nutzen. Die ist neutral, der Vorname nicht. "Kevin" und "Jaqueline" sind auch diskriminierend. Der Nachname lässt Rückschlüsse auf die Herkunft zu. Also weg damit. Und konsequenterweise Artikel ebenfalls (daran kann man Personen osteuropäischer Herkunft schön erkennen), denn die lassen sich ja auch bei den * nicht mehr sinnvoll nutzen.

Die Anrede "Du" oder "Sie" ist im geschäftlichen Kontext für andere diskriminierend, denn die fühlen sich bei teilweisem "Du" herabgesetzt. Auch weglassen. Anreden und Verabschiedungsformeln sind natürlich auch nicht neutral, das "Hochachtungsvoll" hast Du ja schon erwähnt.

Ich denke nicht, dass man mit neutraler Sprache irgendetwas Gutes tut. Und ganz ehrlich, ich ärgere mich über z. B. Schwule, die bei jeder Gelegenheit ihr Schwulsein thematisieren müssen, das mir eigentlich völlig egal ist.
 
  • #49
Interessanterweise sind da die Etiketten dann in Ordnung, bei Narzisst*innen ( :) ), Beziehungsangst oder andern Begriffen stört sich niemand daran
Ich würde auch von Narzisst*innen 😉😁reden, Narzissmus ist keine Diagnose, die exklusiv für Männer zu stellen ist. So wie es auch männliche Borderline gibt.

Man könnte nun mal die Frage zur Verknüpfung zwischen der Feststellung von Bindungsangst, Narzissmus, o.a... bei Anderen und eigenen Themen stellen?
Vielleicht versteckt sich genau bei der-/demjenigen zumindest eine Bindungsunsicherheit? Die sich darin äußert, dass man feststellt, permanent in irgendeiner Form gestörte Menschen zu begegnen, und deswegen ist natürlich kein*e Partner*in zu finden.

In einer gewissen - normalen - Bandbreite sind wir sowieso alle "gestört" bzw. Haben unsere Macken /Eigenheiten.

Die Angewohnheit alles mögliche abzukürzen nervt mich.
Ob es beruflich ist, oder anderweitig. Soll cool oder wichtig klingen und ist am Ende nur unverständlich.

W, 50
 
  • #50
Ich finde diese Schreibweisen auch zum Lesen kompliziert und nicht schön. Aber ich finde sie wichtig, weil diese Menschen ja nun gerade aus der Versenkung kommen dürfen und beachtet werden. Für mich ist es ein Zeichen des Respektes dieser Menschen, wenn in offiziellen Schreiben das Sternchen steht. Es heißt, dass ÖFFENTLICH wahrgenommen wurde, dass es diese Menschen gibt.
Und ja, ich müsste es dann hier auch schreiben, aber da das hier eine Freizeitveranstaltung ist und nichts Offizielles, dazu noch mit Zeichenbegrenzung und Leseflussabsicht, hoffe ich, dass man mir das auch so glaubt, wenn ich es nicht so schreibe, dass ich diese Menschen respektiere und zur Kenntnis genommen habe, dass es sie gibt. Würde ich ein offizielles Anschreiben an Bürger*innen verfassen, wäre das auf jeden Fall korrekt geschrieben.

Was spricht gegen "Bürgerinnen und Bürger"? Bei "Damen und Herren" sind ja Kinder und geschlechtslose auch nicht berücksichtigt.
Warum muss das denn SO, kann doch eben auch mit Sternchen sein, wenn sich diese Menschen dadurch als beachtet (zumindest in dem Schreiben) sehen?
Wenn sie es so wünschen, kann man es doch so schreiben, statt noch lange rumzudiskutieren.
(Ich glaube aber, Lionne meinte, dass sie nicht als "Bürger" angesprochen werden will)

Ansonsten - kein Whataboutism bitte - auch ein schönes Wort :D (deutsch übersetzt mit dem gleichen Sinn klingt das aber nicht so schön)
Setz Dich dafür ein, dass Du nicht mehr als "geschieden" geführt wirst, wenn es nicht nötig ist (also steuerrechtlich z.B., weil noch für die Ex gezahlt wird).


Die Entwicklung zu einer geschlechtsneutralen Sprache braucht, und es wird sicher auch manche Blüten geben, bis es flüssig hat.
Aber alle Entwicklungen und Veränderungen brauchen Zeit, und auch Raum für Versuche.
So sehe ich das auch. Wir sind gerade in einer Übergangsphase, in der noch nicht gefunden wurde, was das Beste ist.
 
  • #51
Zitat von Inanna*:
An der Uni, und besonders im Bereich der Gender Studies, werden solche Fragen wild diskutiert.
Ja, und eigentlich wäre die Uni zum Lernen da. Wie produktiv sind solche wilde n Diskussionen ?
Aus Sicht der Protagonisten der Genderstudies sind solche Diskussionen in und ausserhalb der Hochschulen absolut produktiv.

Diese Menschen streben unter dem Mantel die Gesellschaft fairer zu Gestalten nach Einfluss, Macht und Kontrolle mittels Sprache.

Ein einfaches Beispiel für erfolgreiche Machtausübung ist z.B., dass bestimmten Gruppen bestimmte negative Eigenschaften strukturell unterstellt werden. Dafür werden dann neue Wörter und Sprach-Konstrukte wie * oder "alter weißer Mann" erschaffen.

Die Motive für diesen Kulturkampf müssen nicht edel sein. Erfolge bringen hier eben auch persönlichen Benefit z.B. in Form gut bezahlter und einflussreicher Positionen.

Sehr groß ist der Einfluss dieses Trends bereits auf Politik, auch in Konzernen, Medien und Bildung.

Als ein Ergebnis wird in einigen Regionen Schülern vermittelt, dass es keine verlässlichen Rollen gibt da alles beliebig austauschbar ist und selbst definiert wird. Pappa kann bereits morgen die Mama Nr 2 sein. Viele Kinder dürfte diese Vision eher ängstigen als bereichern.

Dafür verlassen diese Schüler mit z.T. nur unzureichenden Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen die Grundschule und z.T. die Mittelschule. * sind dabei kein Beitrag Lese-Schreib-Defizite nachträglich zu beheben.
 
  • #53
Sprache und Denken beeinflussen sich und dann auch die eigene allgemeine Sicht, welches Geschlecht kompetent ist oder eben dass es keine Kompetenz per Geschlecht gibt.
Denkst Du wirklich nur an Frauen, wenn gefragt wird, welche Person die Koryphäe auf dem Gebiet ist? Denn die Wörter "Person" und "Koryphäe" sind beide weiblich? Oder, wenn jemand nach einer Fachkraft oder Führungskraft fragt, denkst Du dann ebenfalls eigentlich nur an Frauen, weil auch diese Wörter weiblich sind?

Bei diesen Wörtern handelt es sich ja nun um Wörter, die für Kompetenz stehen. Würde das das Denken beeinflussen, müsste man dann doch besonders an Frauen denken.

Wenn Du im Radio hörst: "Es gab einen Raub. 3 tatverdächtige Personen flüchteten Richtung Bahnhof", bist Du dann auch der Meinung, dass die Sprache das Denken in Bezug darauf beeinflusst, welches Geschlecht die tatverdächtigen Personen wohl haben. Entsprechend Deiner Theorie müsste das Wort "Person" ja dazu führen, dass die Meisten erst an Frauen denken, die wohl als Tatverdächtige gesucht werden. Vermutlich werden aber die meisten an männliche Tatverdächtige denken, weil ein Wortgeschlecht eben tatsächlich keine wirkliche Bedeutung auf das Denken hat, sondern wie Wörter allgemein definiert werden.

Wenn man daher fragt, wie viele Personen anwesend sind, wird ziemlich sicher nicht ein einziger denken, er solle nur die Zahl der anwesenden Frauen benennen, weil das Wort "Person" trotz des weiblichen Wortgeschlechtes entsprechend der allgemeinen Definition für alle Geschlechter gilt. Es wird sich auch kein Mann bei dem Wort "Person" nur mitgemeint fühlen. Dass man bei "3 tatverdächtigen Personen" in Bezug auf Raub eher an Männer und bei "3 tatverdächtigen Personen" in Bezug auf den Diebstahl von Lippenstiften eher an Frauen denkt, liegt eben gerade nicht am Wortgeschlecht des Wortes "Person", sondern weil man aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen hier an bestimmte Geschlechter denkt.

Viele Oberbegriffe kommen aus dem Lateinischen bzw. sind die 3. Person Plural des lateinischen Wortes. ZB "Student" heißt übersetzt "sie streben nach" > "Patient" "sie werden ertragen" > "Dozent" "sie lehren" > ... Es sind somit bereits geschlechtsneutrale Oberbegriffe, woran sich auch nichts ändert, dass Männer darüber hinaus im Einzelfall keinen eigenständigen eigenen Begriff erhalten haben, während Frauen durch das Anhängen von "in" (zB Studentin) auch noch einmal besonders betont werden können. Das Prinzip ist ähnlich wie bei "Es gab 5 Opfer, darunter 2 Frauen", dass der Oberbegriff für alle gilt und Frauen zusätzlich hervorgehoben werden können.
 
  • #54
Aus Sicht der Protagonisten der Genderstudies sind solche Diskussionen in und ausserhalb der Hochschulen absolut produktiv.
Aus Sicht der Steuerzahler sollte es aber irgendeinen Mehrwert gerieren. Gerne können Habeck, Roth und Co. aus ihrem Privatvermögen solche Dinge fördern. Und Annalena kann Koboldforschung betreiben lassen ....

Auch ich kenne homosexuelle Männer. Mit denen kannst du ganz normal Geschäfte besprechen, ein Bier trinken, am Auto schaffen ..... Die reden auch alle ganz normal ... ok, einer druckreif, das könnte Lebenslust dann vorlesen. Die wollen auch nicht als homosexuell wahrgenommen werden ... sondern als Anwalt, Geschäftsmann, Unternehmer, Autoenthusiast, Mechaniker ... etc . Nicht mit einem Sternle besonders hervorgehoben werden - sondern auch ein Bier, wenn alle eins haben.
Jeder darf frei leben ... und solange er keinen Schaden anrichtet sich frei ausleben. Beachtet wirst du, wenn du es verdienst. Und nur "Ich bin anders ... du musst mich beachten" zu blubbern reicht nicht aus. Und warum sollten zig Millionen Menschen ihre Sprache verändern, damit 2000 Leute beachtet werden, von denen die Hälfte diese Art Aufmerksamkeit gar nicht will ??? Überleg dir diesen Wahnsinn mal ....

Vielleicht ist auch dieses Verhalten, diese ewigen Forderungen, dieses die Menschen erziehen wollen Grund für die Ablehnung, die dann als "Beziehungsangst" der anderen gedeutet wird.
 
  • #55
Denkst Du wirklich nur an Frauen, wenn gefragt wird, welche Person die Koryphäe auf dem Gebiet ist?
Erwischt. Ich denke selbst bei den weiblichen Formen wie "Koryphäe" an Männer.
Aber wenn man sagt "Mathematiker", "Biologen, "Physiker", "Mediziner", Wissenschaftler" usw., gäbe es ja auch eine weibliche Form. Also wenn die NICHT genannt wird, sagt das unterschwellig, es seien nur Männer gewesen.
Bei Fachkraft und Koryphäe gibt es das nicht. Also seh ich hier schon einen Einfluss der Sprache: Es wäre anders möglich, es wird aber nur die männliche Form genannt, also waren es nur Männer.

Wenn Du im Radio hörst: "Es gab einen Raub. 3 tatverdächtige Personen flüchteten Richtung Bahnhof", bist Du dann auch der Meinung, dass die Sprache das Denken in Bezug darauf beeinflusst, welches Geschlecht die tatverdächtigen Personen wohl haben.
Ja. Es sind bei Verbrechen meist Männer. Und ich denke das auch so. Ist ein Vorurteil, aber auch deswegen, weil die Frau mit als Sonderfall genannt wird, wenn eine dabei war. Das ist genauso unfair.

Entsprechend Deiner Theorie müsste das Wort "Person" ja dazu führen, dass die Meisten erst an Frauen denken, die wohl als Tatverdächtige gesucht werden.
Nee, da greift auch die Vergangenheit noch, dass es eher Männer sind, die irgendwas Wissenschaftliches z.B. entdeckt haben, weil Frauen Studium z.B. verwehrt war oder niemand wollte, dass sie was anderes als Mütter und Herdfrauen werden. Sonst, denke ich, wäre das ungefähr fiftyfifty.
Und wie gesagt,man kann schon unterscheiden, ob es männliche UND weibliche Wortformen gibt, oder ob es DER Mensch, DIE Person, DIE Koryphäe heißt.

liegt eben gerade nicht am Wortgeschlecht des Wortes "Person", sondern weil man aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen hier an bestimmte Geschlechter denkt.
Genau. Und weil es noch gar nicht so lange her ist, dass es für Männer und Frauen unterschiedliche Bedingungen in der Gesellschaft gab, wird in vielen Köpfen noch ein veraltetes Bild sein von den Geschlechtern. Was für die Privatwelt dann egal ist, ist es aber nicht mehr, wenn derjenige beruflich Einfluss haben kann, z.B. als Lehrkraft.

Es sind somit bereits geschlechtsneutrale Oberbegriffe
Nein, es gibt hier eine weibliche Form und "das Ohr" weiß das. Daher nicht geschlechtsneutral.
Zusammen mit der Vergangenheit form sich ein Bild, bei dem weibliche Menschen in diesem Bereich immer noch ein Sonderfall sind, und nicht normal vorkommen, wenn sie nicht ausdrücklich mit der -in, -innen -Form mitgenannt werden.
Studentinnen sind heute so normal wie Studenden. Deswegen sollte es "Studierende" heißen, statt "Studenten", wenn beides gemeint ist.
 
  • #56
"Mathematiker", "Biologen, "Physiker", "Mediziner",
Das sind ganz einfach Menschen aus einem bestimmten Fachgebiet.

Es gibt eine hochbezahlte amerik. Schauspielerin, die darauf besteht, "actor" und nicht" actress " zu sein

Oder bei der Bundeswehr ... ein lässiges "Guten Morgen Hauptmann" ist meist ok, aber versuche es mal mit "Guten Morgen Hauptfrau" .... du schrubbst die ganze Kaserne mit deiner Zahnbürste. Das ist schlimmer als mit dem Panzer ins Dorf zu fahren um Brötchen zu holen und der Frau Hauptmann keins mitzubringen ... und fast so schlimm, wie die bereits geschlossene Bäckerei mithilfe des Geschützes zu öffnen und dabei die Getränkehandlung zu zerstören.
 
  • #57
Erwischt. Ich denke selbst bei den weiblichen Formen wie "Koryphäe" an Männer.
Aber wenn man sagt "Mathematiker", "Biologen, "Physiker", "Mediziner", Wissenschaftler" usw., gäbe es ja auch eine weibliche Form. Also wenn die NICHT genannt wird, sagt das unterschwellig, es seien nur Männer gewesen.
Bei Fachkraft und Koryphäe gibt es das nicht. Also seh ich hier schon einen Einfluss der Sprache: Es wäre anders möglich, es wird aber nur die männliche Form genannt, also waren es nur Männer.
Ein Paradebeispiel dafür, dass Frauen beim männlichen Begriff nicht mitgedacht werden:

"dahinten stehen 3 Bauarbeiter. Zwei trinken Bier und einer ist schwanger."
...
na, wer hat schon mal einen schwangeren Bauarbeiter oder Bauarbeiter mit Brüsten gesehen? nee, Frauen werden nicht als Teil mitgedacht, im Gegenteil...
 
  • #58
Als ein Ergebnis wird in einigen Regionen Schülern vermittelt, dass es keine verlässlichen Rollen gibt da alles beliebig austauschbar ist und selbst definiert wird. Pappa kann bereits morgen die Mama Nr 2 sein. Viele Kinder dürfte diese Vision eher ängstigen als bereichern.
Ich habe als Kind einen Rahmen gebraucht, in dem ich mich bewegen kann, in dem ich mich sicher fühle und dessen Grenzen ich testen kann. Ein Rollenbild, das ich erproben und bewerten kann. Auch ausbrechen kann man nur da, wo es einen Rahmen gibt.

Wenn Kinder schon aufwachsen, ohne sich bewusst zu werden, ob sie nun männlich oder weiblich sind, gibt das Schäden. Bei denen, die es wirklich nicht wissen auch, aber die sind in der kleinen Minderheit und man müsste sie gezielt unterstützen, statt alle anderen zu verunsichern. Was soll denn eine zehnjährige damit anfangen, dass es Männer, Frauen und Transsexuelle gibt?

Auch ich kenne homosexuelle Männer. Die wollen auch nicht als homosexuell wahrgenommen werden ... sondern als Anwalt, Geschäftsmann, Unternehmer, Autoenthusiast, Mechaniker ... etc .
Geht mir genauso. Mal ganz ehrlich - Du gehst zur Anwältin und die erzählt Dir erstmal, worauf sie so im Bett steht und dass sie von mir aus Masochistin ist. Die nehme ich doch nicht mehr für voll.
Einer meiner Kollegen ist mit einem Mann verheiratet. Der hat eben auf einer Dienstreise nebenbei von "seinem Mann" gesprochen, so wie ich von "meiner Frau". Ist das ein Problem? Nein.

Wenn aber einer meint, er müsse sich dauernd mit seinen sexuellen Vorlieben, seinen ganzen Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten, veganen Beschränkungen oder sonstigen Befindlichkeiten wichtig machen, nehme ich den nicht mehr für voll. Diejenigen, die dauernd erwähnen müssen, dass sie Sonntags in die Kirche gehen auch nicht. Ich finde einfach, Privatkram gehört ins Privatleben.

Und, Bogen zurück zur Beziehungsängstlichkeit: ich denke, in vielen Fällen ist einfach mangelndes Bewusstsein der eigenen Person, ihrer Rolle, ihrer Stärken und Schwächen das Problem, mit dem man dann auch in einer Beziehung nicht zurecht kommt und die meidet. Oder eben von anderen gemieden wird, weil die nicht richtig was mit einem anzufangen wissen.
 
  • #59
Ja, was sind denn die Vorteile einer Beziehung? Dass man nicht das machen kann, was man will ( weil der Partner es nicht versteht, kann dem Nichts abgewinnen, kann nicht mitmachen etc.) und öfters das tut, was man so gar nicht will... Oder ist der Sex gemeint?
Also, ich bin gerade nicht mehr in einer Beziehung, aber wenn ich jetzt an meine erste, längste Beziehung zurück denke, haben da definitiv für mehrere Jahre die Vorteile deutlich überwogen. Zusammen, als Team, schafft man manchmal Dinge, die zwei Einzelpersonen nicht schaffen. Von der psychischen Entwicklung her, vom Praktischen her.. man kann die gegenseitigen Stärken pushen, Schwächen ausbügeln, einander unterstützen, zuhören, Spiegel und Cheerleader sein, kann voneinander lernen, miteinander Neues wagen.
Einen Menschen so nahe an sich heran zu lassen, den Alltag zu teilen, das verändert einen manchmal zum Positiven.
In meiner Beziehung musste ich eigentlich kaum auf etwas verzichten. Ich tat sehr oft, was mir gefiel - man kann sich ja Freiräume geben. Klar, manchmal waren auch Kompromisse und Rücksichtnahme gefordert. Aber ich kann mich nicht erinnern, mich wesentlich eingeengt gefühlt zu haben. Vielleicht habe ich mich etwas zu sehr angepasst, aber es war auch die erste Beziehung.
Also, alles in allem: Ich kann verstehen, dass man sich zögerlich einlässt. Aber diesen Zynismus teile ich nicht.
 
  • #60
Ja, was sind denn die Vorteile einer Beziehung? Dass man nicht das machen kann, was man will (
Die Vorteile einer guten Beziehung sind, dass man machen kann was man will!
Mit einem passenden Menschen, ist das was Du willst eben völlig ok
Die Richtigen liegen kuschelnd seit Jahren in einem Bett, die anderen Richtigen schlafen getrennt und noch andere Richtige leben seit Jahren in getrennten Wohnungen

Die einen Richtigen haben Sex einmal in der Woche, die anderen Richtigen swingen und noch andere hören nach 5std auf.

Da springt ein Richtiger mit dem Fallschirm und seine richtige springt auch oder zumindest irgendwo fröhlich herum.
Und ein anderer Richtiger hat gar keine Lust auf gefährliche Dinge und geht mit der Richtigen gerne auf Tour

Etc ect