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Gast

  • #1

Sind wir doch zu unterschiedlich?

Hallo zusammen, mein Freund und ich sind seit 14 Monaten zusammen. Wir lieben uns sehr, daran habe ich grundsätzlich keinen Zweifel. Trotzdem frage ich mich, ob es auf Dauer gut gehen kann, wenn einer ( in dem Fall mein Freund) das Party-Leben liebt und gerne ausgiebig feiert und auch öfters in die Kneipe geht. Aus dem Grund auch das Wohnen in der Stadt nicht aufgeben möchte, damit alles schön zu Fuß zu erreichen ist und kein Auto gebraucht wird. Manchmal habe ich das Gefühl,dass er wegen mir das ganze schon reduziert hat. Meine Befürchtung ist, dass er sich verstellt und irgendwann wieder in das alte Muster fällt. Er weiß, dass ich es nicht so mag, haben das Thema öfters angesprochen. Ich bin echt kein Langeweiler, habe viele Kontakte und möchte mal behaupten dass ich auch sehr beliebt bin, kann durchaus auch mal "feiern" liebe aber auch das Leben auf dem Land und die Ruhe. Was meint ihr, hat es eine Zukunft und wie verhalte ich mich am sinnvollsten ohne ihn zu verletzen.
 
  • #2
Wer in der Stadt leben will - wird m.E. auf dem Land nicht glücklich.

Was der Eine als himmlische Ruhe und Romantik auf dem Land empfindet - ist für den Anderen auf Dauer langweilig ?
Siehe Landwirte, und ´ggf. ihre Probleme bei Partnersuche.

Schon eine Stunde im Straßencafè kann intensiver sein, als das Gleiche auf einer Wiese oder im Wald.
Der Eine empfindet als intensive Eindrücke und Erlebnisse - dem Anderen wird es zu hektisch ?

Parties sind ja nichts Schlechtes. Unterhaltung, Erlebnis, Kontakte, Mitmenschen, etc.
Aber auf dem Land - vielleicht vier Feste im Jahr - für den Anderen zuwenig und zu rustikal und folkloristisch ?

Man muß das finden, was Einem selber zusagt, und sich wohl fühlt.
Kompromisse in einer Partnerschaft sind ok - aber Zuviele dürfen es nicht sein.

Also entweder Fernbeziehung, oder Einer von Beiden gibt nach, beim zusammen ziehen ?
Man kann auch in die Stadt ziehen, aber trotzdem immer wieder -gemeinsam- das Land besuchen.
 
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Gast

  • #3
Aus meiner persönlichen Erfahrung muss ich dir leider sagen, dass Liebe nicht ausreicht, um so unterschiedliche Bedürfnisse zu kompensieren. Dies muss jedoch nicht repräsentativ sein, bei mir war es halt so.

Ich hatte genau dieselbe Konstellation wie du.

Es tut mir bis heute leid, dass wir es nicht geschafft haben.
 
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Gast

  • #4
Schon eine Stunde im Straßencafè kann intensiver sein, als das Gleiche auf einer Wiese oder im Wald.
Das halte ich (m) für ein Gerücht – und ich kann die FS gut verstehen, denn auch ich wünsche mir eine Beziehung, in der intensives Naturerleben eine größere Rolle spielt, denn gegen blühende Obstgärten im Frühling kommt für mich kein Straßencafé der Welt an. Und eine Frau die sagt, das sei ihr zu langweilig, kann mir gestohlen bleiben.

Schade eigentlich, liebe FS, daß Du so sehr darauf bedacht bist, den Stadtmenschen an Deiner Seite möglichst nicht zu verletzen. Du hättest jemanden verdient, der Dir in Deiner Wertschätzung für die Natur und für das Leben abseits von Trubel und Hektik ebenbürtig ist.

@Bernd50: die Probleme der Landwirte sind hier nicht das Thema. Es leben auch Menschen auf dem Land, die einem ganz normalen Bürojob nachgehen. Oder kreativ tätig sind.
 
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Gast

  • #5
Aus eigener leidvoller Erfahrung muss ich dir leider sagen, dass eure Beziehung auf Dauer keine Chance hat. Habe gerade nämlich genau das hinter mir. Wir haben uns auch sehr geliebt, waren aber auch sehr unterschiedlich und hatten ähnlich Probleme wie ihr. Sind deshalb nach dem Zusammenziehen immer wieder aneinander geraten. Haben uns deshalb getrennt, waren dann aber nach kurzer Zeit wieder zusammen, eben weil da noch so viele Gefühle waren. Doch dann mussten wir nach einer Weile doch einsehen, dass Liebe allein leider nicht reicht. Wenn man sich immer einschränken muss und man nicht man selbst sein kann, geht das auf Dauer nicht gut.

w 40
 
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Gast

  • #6
Wiegende Grashalme und ferner Glockenklang mögen schön sein, aber ich schlafe bei dieser Idylle ein. Ich brauche Leben, pulsierende Stadt. Ich bin aber auch mit einem Mittelweg zufrieden, dann tanke ich da Ruhe und dort Leben. Dauerhaftes und ausschließliches Landleben würde mich krank machen.
Deshalb: wo lebt ihr, gibt es eine Möglichkeit einen Konsens zu finden? Eine Wohung am Stadtrand zum Beispiel, die beide Interessen abdecken könnte? Natur und Garten auf der einen und die mit guten Verkehrsverbindungen erreichbare Stadt auf der anderen Seite?
 
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Gast

  • #7
Ich bin eigentlich ein absoluter Stadtmensch und konnte mir niemals vorstellen, in eine ländliche Gegend zu ziehen.

Mein jetztiger Partner ist eher der Landmensch, also haben wir einen Kompromiss geschlossen - eine große Wohnung am Rande der Stadt mit guter Verkehrsanbindung, ich muss sagen, dass es mir auf dem "Land" ganz gut gefällt.

w
 
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Gast

  • #8
Worin besteht das Problem der FS genau?
Darin dass ihr Freund ein anderes Hobby hat?
Darin dass er zuwenig Zeit für sie hat (weil er zuviel Party macht/zu lange ausschläft o.ä)?
Darin dass die Frage der Lage einer neuen Wohnung nicht geklärt ist?

Wenn es nur um die Wohnungslage geht, soltle ein Kompromiss für beide möglich sein, die Anbindung in Richtung Stadt und ins Grüne müsste halt gut sein.

Wenn es um zuwenig gemeinsam verbrachte Zeit geht: Hier schreibt die FS, dass er seine Party-Zeit schon reduziert hat. Ist ihr das genug? Wenn nicht, wieso nicht?

Wenn es darum geht, dass er ein Hobby hat, dass die FS nicht gutheißt (und ich vermute, dass das das eigentliche Problem ist): Dan passt es in der Beziehung nicht! Sobald ein Partner vom andern denkt, er hätte "schlechte" Hobbys oder einen "falschen Lebensstil", gibt es keine Kompromisse, sondern nur Toleranz. Tolerant scheint mir die FS aber nicht zu sein. Dabei geht sie das Hobby des mannes eigentlich nichts an! Jeder hat seine Vorlieben, oder die gilt es zu akzeptieren. Das kann die FS offenbar nicht.
Liebe FS, bist Du womöglich neidisch auf die vielen Sozialkontakte, die Dein Mann beim "Feiern" & in der Kneipe pflegt? Oder hast Du Angst, du könntest weniger interessant für ihn sein, weil er viele andere Leute interessanter finden könnte?
Ich vermute das.
Dann hast DU ein Problem mit Dir und musst es mit Dir lösen.
Jeder Versuch, den Mann in seinem Hobby einzuschränken, wird über kurz oder lang scheitern und euch beide unglücklich machen.
 
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Gast

  • #9
ich schlafe bei dieser Idylle ein. Ich brauche Leben, pulsierende Stadt.
Das mag ja sein, ist aber für die Fragestellung nicht hilfreich.

Die FS liebt eben das Leben auf dem Land und die Ruhe dort. Ein Kompromiß (Stadtrand) ist - wie so oft - auch hier die schlechteste aller Lösungen, weil sie keinen von beiden glücklich macht. Den Mann nicht, weil er die Kneipenszene nicht wie gewünscht zu Fuß erreichen kann. Und die Frau nicht, weil ein Reihenhausgarten ihr keine freie Natur mit Feldern, Wäldern und Wiesen ersetzt.

Hier haben sich zwei Menschen ineinander verliebt, die absolut nicht zusammenpassen, einer von beiden wird immer unglücklich sein, im schlimmsten Fall beide. Das kann unmöglich ein Leben lang halten. (m)
 
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Gast

  • #10
Dann hast DU ein Problem mit Dir und musst es mit Dir lösen.
Ja, klar ist es IHR Problem, daß ihr das Stadtleben nicht liegt. Und natürlich muß SIE es lösen. Für sich. Und der Mann auch. Für sich. Mir ist auch schon klar, wie diese Lösung aussieht. Oder aber, sie lösen es gemeinsam. Was aber ganz ung gar nicht geht ist: die Position des Mannes als die absolute hinstellen und von der Frau zu fordern, daß sie sich eben umzustellen hat. (M)
 
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Gast

  • #11
Das mag ja sein, ist aber für die Fragestellung nicht hilfreich.

Die FS liebt eben das Leben auf dem Land und die Ruhe dort. Ein Kompromiß (Stadtrand) ist - wie so oft - auch hier die schlechteste aller Lösungen, weil sie keinen von beiden glücklich macht. Den Mann nicht, weil er die Kneipenszene nicht wie gewünscht zu Fuß erreichen kann. Und die Frau nicht, weil ein Reihenhausgarten ihr keine freie Natur mit Feldern, Wäldern und Wiesen ersetzt.

Hier haben sich zwei Menschen ineinander verliebt, die absolut nicht zusammenpassen, einer von beiden wird immer unglücklich sein, im schlimmsten Fall beide. Das kann unmöglich ein Leben lang halten. (m)
Sehe ich nicht so. Wir wissen nur nicht, wo die FS wohnt.

Ich lebe in einer äußerst belebten Großstadt, die von Wald, Feld und Wiesen umgeben ist. Ich kann in kürzester Zeit bequem in der Stadtmitte sein und habe 200 Meter in den Wald. Bei uns fahren die öffentlichen Verkehrsmittel rund um die Uhr, Taxis sind leistbar. Und die nutze ich am Wochenende gut aus, wenn ich nach durchfeierten Partynächten nach Hause will.

Kein Grund zu verzweifeln, sofern man ähnliche Möglichkeiten hat.