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Gast

  • #1

Soll das Ehegattensplitting abgeschafft werden?

Es wird zurzeit heiß über die Abschaffung des Ehegattensplittings diskutiert.

Ich bin absolut dafür, weil das Ehegattensplitting die Leistungbereitschaft derer, die Arbeit und Kinderziehung vereinbaren, dadurch bestraft, dass sie diejenigen, die sich den Stress ersparen, über ihre Steuern mitfinanzieren müssen. Der Verzicht auf eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit wirkt sich dann auch auf das Fehlen von Beiträgen in der Krankenversicherung aus und die Kosten der Ausbildung - denn auch eine einfache Lehre hat die Allgemeinheit (und den Ausbilder) Geld gekostet - werden verschwendet. Witwenrenten von Frauen mit geringer Ausbildung sind oft höher als die Renten von Frauen, die gearbeitet haben. Nach einer Scheidung müssen entweder der Mann oder die Allgemeinheit weiterhin einen anderen Erwachsenen "durchziehen" oder die Frau sich auf einem für sie fremd gewordenen Arbeitsmarkt behaupten. Nicht wenige junge Frauen halten es wegen der Steuerprivilegien für besser, sich "gut" zu verheiraten statt selbst etwas zu leisten. Wenn nur für erwerbsunfähige Ehepartner und Kinder ein Freibetrag und Krankenmitversicherung gewährt würden und von dem Freibetrag das Existenzminimum finanziert werden könnte und sich Arbeit und Kinder rechnen würden, dürfte das auch in bestimmten Schichten ein Anreiz sein, Kinder zu bekommen.

Mich interessiert, wer - und mit welchem beruflichen Hintergrund und welchem Familienstand - welche Meinung hierzu hat. Was denkt Ihr?
 
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Gast

  • #2
Ich würde es sofort abschaffen und dann auch gleich weg mit der kostenlosen Kranken-Mitversicherung des nicht berufstätigen Ehepartners. Es ist Privatsache von Ehepaaren, in welchem Ausmaß einer oder beide erwerbstätig sind. Wenn kinderlose Paare sich entscheiden, dass nur einer arbeiten geht, dann ist es deren Vergnügen und muss nicht von allen anderen Berufstätigen subventioniert werden. Denn Splitting und kostenlose KV machen bei Gutverdienern schnell einige Tausender im Jahr aus, so daß es sich wirklich nicht mehr lohnt, wenn beide arbeiten gehen. Ein völlig falscher Anreiz!

Dank der neuen Scheidungsgesetzgebung werden wir in wenigen Jahren haufenweise Versorger-Ehen-Muttis alimentieren, die nach langer Kinderpause (in der Steuervergünstigungen und Familienförderung reichlich abgegriffen wurde) nicht mehr in den Job zurückkommen, keinen Ehegattenunterhalt mehr erhalten und von Harzt4 leben. Dann hat sich die Familienförderung erst so richtig gelohnt (Achtung, Ironie!).

Ehen mit Kindern würde ich für befristete Zeit unterstützen und zwar unabhängig davon, ob berufstätig oder nicht. Ich würde die Kinderfreibeträge für Kinder unter 12 deutlich erhöhen und zwar "degressiv", ebenso das Kindergeld. Davon haben sowohl die Ehepaare etwas, die wegen des Kindes daheim bleiben (wäre wie Ehegattensplitting), aber noch mehr die Paare, die beide berufstätig sind. Hartz-4-Eltern haben mangels Steuerzahlungen und wegen der Anrechnung des Kindergeldes auf Harzt4 nichts davon, so daß keine falschen finanziellen Anreize mehr gesetzt würden.

Ich empfinde es auch als Bestrafung berufstätiger Elternpaare, dass sie im Vergleich mit Versorger-Ehepaaren viel mehr Steuern und doppelte Kranken- und Rentenbeiträge einzahlen, ausserdem deutlich höhere KITA-Kosten, weil diese nach dem Familieneinkommen berechnet werden.

Die aus der blödsinnigen Familienförderung freiwerdenden Beträge würde ich in den Ausbau der aushäusigen Kinderbetreuung stecken.
 
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Gast

  • #3
#1 hat das ganze Thema sehr gut erklärt und gute Vorschläge gemacht. Ich stimme denen 100% zu.

Es kann nicht sein, dass ich als Single-Mutter mit 2 Jobs, mehr Steuern zahlen muss, als ein Ehepaar, wo er sehr gut verdient und sie zu Hause ist und ein super Leben hat und der Ehegattensplitting greift. Gut, sie hat natürlich das Risiko, irgendwann für eine Jüngere ausgetauscht zu werden und dann von H4 leben zu müsssen.

w 49
 
  • #4
Es kann nicht sein, dass ich als Single-Mutter mit 2 Jobs, mehr Steuern zahlen muss, als ein Ehepaar,
Das sehe ich auch so. Es wäre sicherlich bedenkenswert über mehr Steuervergünstigungen für Alleinerziehende nachzudenken (z. B. über höhere Freibeträge etc.).

Die Forderung nach der Abschaffung des Splittings halte ich ehrlich gesagt für eine Neiddebatte. Solange es immer noch so ist, dass Ehepartner aneinander fürsorgepflichtig sind, ist das Splitting richtig. Ein Ehepaar wirtschaftet in der Regel zusammen (Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft!) und das/die Einkommen sind ein Familieneinkommen. Also ist es nur folgerichtig, dass es auch nur als eins besteuert wird.

Mein Mann und ich profitieren vom Ehegattensplitting. Deshalb propagiere ich ihn aber nicht. Ich teile zum Beispiel auch die Forderung der Partei "Die Linke" den Spitzensteuersatz wieder auf 53% zu erhöhen. Das würde uns finanziell erheblich treffen, aber ich finde es richtig, dass die die mehr haben, auch mehr für die Gesellschaft tun müssen.
 
  • #5
Leute, das ist vor allem eine Scheindiskussion oder was meint Ihr wieso diverse Linksregierungen das auch nicht abgeschafft haben?

deshalb:
Die Forderung nach der Abschaffung des Splittings halte ich ehrlich gesagt für eine Neiddebatte. Solange es immer noch so ist, dass Ehepartner aneinander fürsorgepflichtig sind, ist das Splitting richtig. Ein Ehepaar wirtschaftet in der Regel zusammen (Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft!) und das/die Einkommen sind ein Familieneinkommen. Also ist es nur folgerichtig, dass es auch nur als eins besteuert wird.
Das sieht nämlich unsere Verfassung so, ich kann nicht jemanden Unterhaltsflichtig machen und gleichzeitig die Besteuerung getrennt vornehmen. Das heisst dass jemand der das Splitting abschaffen will auch die Unterhaltspflicht abschafft, d.h ein Arbeitsloser Ehepartner auf einmal Anspruch auf Stütze vom Staat hätte. Und das kommt diesen sehr viel teurer als das Splitting.

Gefordert wird das gerne, es verkauft sich wunderbar und bedient Neidreflexe. Und wenn man dann gewählt ist kann man ja wunderbar sagen: "wir würden ja gerne, aber das böse Verfassungsgericht lässt uns ja nicht"

Und es ist auch schön plakativ zu behaupten mit der kostenlosen Mitversicherung (die übrigens ohne Probleme gestrichen werden könnte) und dem Splitting würd sichs arbeiten für den Partner nicht lohnen. Tja, wenn der Partner nix gelernt hat mag das so sein. Wenn aber qualifiziert und Leistungsbereit ist es eine nette Ausrede, nicht mehr. Soviel spart das Ganze nämlich auch nicht.

Komischerweise wird das streichen der kostenlosen Mitversicherung von diesen Parteien nicht gefordert.

Kalle, der nicht davon profitiert (nicht verheiratet)
 
  • #6
Zum Thema kostenlose Mitversicherung: die Möglichkeit gibt es ausschließlich bei der gesetzlichen Krankenkasse und auch nur, wenn ein Partner nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Dabei geht es wahrscheinlich darum potentiellen Eltern die Entscheidung für ein Kind zu erleichtern. Für eine durchnittlich verdienende Familie wäre es sehr viel schwerer, wenn man noch Beiträge für den erziehenden (und nicht erwerbstätigen) Partner zahlen müsste und womöglich noch für jedes Kind! Da summierten sich dann schnell mehrere hundert Euro... Wie soll das eine Familie mit vielleicht 1500€ netto und ein oder zwei Kindern stemmen?

Terzia, die nicht kostenlos mitversichert ist
 
  • #7
Was auf jeden Fall abgeschafft gehört, ist die kostenlose Mitversicherung nicht berufstätiger Ehepartner (sofern gesund). Ich schließe mich da vollumfänglich der Meinung des Gastes #1 an. Es ist die alleinige Privatentscheidung des Paares, so zu verfahren, muß aber von der Gesellschaft nicht noch subventioniert werden.
 
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Gast

  • #8
Mein Ehemann ist Steuerberater und ich kann ruhig sagen, dass sehr, sehr viele seiner Mandanten von dem Ehegattensplitting Gebrauch machen. Natürlich mit der Konsequenz, dass die Ehefrau sehr wenig oder gar nicht arbeitet.
Wer ein Problem mit dem Ehegattensplitting hat, kann ruhig darauf verzichten oder gar nicht erst heiraten. Keiner ist dazu gezwungen.
Und lass euch mal was gesagt haben-es gibt die wirklich glücklichen Ehen immer noch, wo die Frau gerne Hausfrau ist und beide sich lieben und nicht aus finanziellen Überlegungen zusammen sind. Wir haben so eine Ehe und viele unserer Freunde. Übrigens bin ich Dipl. Physikerin und nur Hausfrau, da ich aus dem Ausland stamme. Mein Abschluss wurde hier nicht als gleichwertig anerkannt, zumal ich Deutsch auch als Fremdsprache habe. Natürlich würden meine Sprachkenntnisse ausreichen, um egal welche Arbeit aufzunehmen.
Unabhängig davon war es unser beider Entscheidung, dass ich mich um die Kinder und den Haushalt kümmere und nicht berufstätig bin. Ich helfe meinem Mann sehr (er hat Eigentumswohnungen zu verwalten) und lasse mich privat kaufmännisch ausbilden. So wie wir leben einige Paare in unserem Bekanntenkreis. Wir sind glücklich und zufrieden.
Natürlich möchte jeder von uns so lange es geht vom Ehegattensplitting profitieren-und ich glaube, davon werden auch noch unsere Kinder in ihren Ehen profitieren dürfen.

So viel Neid und Frust merke ich selber oft in der Gesellschaft.

w/43
 
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Gast

  • #9
Wer ein Problem mit dem Ehegattensplitting hat, kann ruhig darauf verzichten oder gar nicht erst heiraten. Keiner ist dazu gezwungen.
....

So viel Neid und Frust merke ich selber oft in der Gesellschaft.
w/43
Selten so gelacht! Das Problem haben diejenigen, die das Ehegattenspillitng finanzieren müssen über ihre Steuerlast aus Berufstätigkeit! Und die können leider nicht entscheiden, ob sie das wollen, oder nicht. Wie gehts dir denn bei dem Gedanken, dass die geschiedene Dipl.Physikerin mit zwei Kindern als Vollzeitberufstätige DEIN selbstgewähltes Hausfrauendasein und Eheglück finanziert?

Auch ich sage: Ehegattensplitting abschaffen oder allerhöchstens für Eltern bis zum 3.Lebensjahr des jüngsten Kindes. Und die kostenfreie Krankenversicherung für Ehefauen ohne Kinder kann gleich mit verschwinden. Das ist privater Luxus und keine Sache des Sozialstaates!
 
  • #10
So viel Neid und Frust merke ich selber oft in der Gesellschaft.
Sehr wahre Worte! Es herrscht in Deutschland null Toleranz für eine Pluralität der Lebensentwürfe! In den 60er Jahren wurde eine Frau diffamiert, wenn sie nicht die klassiche Hausfrau sein wollte, heute ist genau umgekehrt. Viele, die hier danach schreien, dass alle arbeiten sollten, verstehen nicht, dass sie nur die Ideologie der Industrie vertreten, die gerade nicht genügend industrielle Reservearmee hat!

Natürlich ist es gut, dass Frauen alle Zugänge zu Macht und Geld bekommen und wir langsam die patriarchale Ordnung vielleicht abstreifen können. Erwerbsarbeit ist ein wichtiges Element, aber ich würde sie nicht verabsolutieren. Es geht ja so weit, dass der geselllschaftliche Wert eines Menschen nur noch an seiner beruflichen Potenz gemessen wird...

Lasst die Leute doch so leben, wie sie wollen!
 
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Gast

  • #11
Und lass euch mal was gesagt haben-es gibt die wirklich glücklichen Ehen immer noch, wo die Frau gerne Hausfrau ist und beide sich lieben und nicht aus finanziellen Überlegungen zusammen sind. Wir haben so eine Ehe und viele unserer Freunde.w/43
Ja, aber das ist aufgrund der heutigen Verdienste fast nicht mehr zu realisieren, ausser bei Beamten und Unternehmern. Aber auch bei Ihnen wird das nicht mehr lange machbar sein.
In der Realität (vor allem bei jüngeren Paaren) arbeiten beide (sofern kein Erziehungsurlaub).
Das Ehegattensplitting ist ein Relikt und eine eindeutige Steuererleichterung für Grossverdiener, die eindeutig besser in eine Steuererleichterung für Eltern umgewandelt werden sollte.
 
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Gast

  • #12
Natürlich gibt es noch viele gut funktionierende Ehen. Und es ist die quasi "heile Welt", wenn Frau sich den Luxus gönnen darf um als Hausfrau sich um Haus und Kinder zu kümmern. Das betrifft aber m.E. nur die wenigsten Familien, so wie unsere 43jährige Dipl.Physikerin.
Es sind doch eher die, wo der Hauptverdiener nur durchschnittlich bis wenig verdient und der /die Partner/in dazu verdienen muss. Einige wollen das auch. Aber das, MUSS wird doch wohl bei der breiten Masse sein. Für die zweite Gruppe finde ich dann das Splitting fair. Vielelicht sollte man das an Einkommensgrenzen fest setzen?
Grundsätzlich finde ich auch, dass die Kinderfreibeträge enorm erhöht werden müssten.
Mit Neid und Frust hat diese Debatte nichts zu tun. Es geht um Fairness und jeder der sowieso finanziell gut gestellt ist, kann diese Ausrede leicht in den Raum werfen. Vielleicht sollten diese Menschen mal 6 Monate mit einen schlappen Tausender im Monat klar kommen. Wäre ein interessantes Experiment.
 
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Gast

  • #13
Es sind doch eher die, wo der Hauptverdiener nur durchschnittlich bis wenig verdient und der /die Partner/in dazu verdienen muss. Einige wollen das auch. Aber das, MUSS wird doch wohl bei der breiten Masse sein. Für die zweite Gruppe finde ich dann das Splitting fair. .
Ja, da ist es fair. Allerdings rechnet sich das bei zwei Normalverdienern nicht. Die haben nämlich kaum eine Steuerersparnis.
Da muss einer der beiden schon wesentlich mehr verdienen.
Ehegattensplitting ist (sofern keine Kinder vorhanden sind) eine reine Steuersenkung für Grossverdiener unter dem Mäntelchen der Familienpolitik versteckt.
In die gleiche Ecke gehört natürlich auch der Familienzuschlag für Beamte/öff. Dienst, der wohl noch unverschämter ist.
 
  • #14
Lasst die Leute doch so leben, wie sie wollen!
Aber ja doch, aber wieso stellen "die Leute" an uns alle den Anspruch das zu finanzieren?

Ehegattensplitting ist (sofern keine Kinder vorhanden sind) eine reine Steuersenkung für Grossverdiener unter dem Mäntelchen der Familienpolitik versteckt.
Nochmals- ergibt sich zwingend aus der Fürsorge- und Unterhaltspflicht für den Ehepartner. Streich ich das Splitting muss ich auch die Unterhaltspflicht streichen. Und das würde sehr viel teurer kommen. Wie viele hier nämlich schon bemerkt haben ist dass es nur was bringt wenn die Gehälter stark unterschiedlich sind. Und dann bringts auch was für den Facharbeiter. Nicht nur den ach so bösen Gutverdienern. Nebenbei: die oberen 20% der Einkommen bringen 80% der Einkommenssteuer auf.

In die gleiche Ecke gehört natürlich auch der Familienzuschlag für Beamte/öff. Dienst, der wohl noch unverschämter ist.
Da geb ich Dir uneingeschränkt recht. Und dieser liesse sich ohne rechtliche Probleme sofort abschaffen. Aber bei 60% Beamter im Bundestag hab ich da so meine Zweifel....
 
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Gast

  • #15
Bei einer Streichung des Ehegattensplittings muss ich keineswegs die Unterhaltspflicht entfallen lassen, denn die milden Gaben an den Ehegatten kann ich auch anders steuerlich honorieren - zum Beispiel durch den Abzug eines Höchstbetrages, zum Beispiel in Höhe des Existenzminimums. Der nicht arbeitende und kein kleines Kind betreuende Ehegatte ist dem Staat aber viel mehr wert als das Kind, das optimalerweise selbst einmal Steuern zahlen und Sozialabgaben leisten soll. Außerdem stellt sich die Frage nach Ursache und Wirkung. Einigen Mitarbeiterinnen, die gar kein Kind mehr im Haus hatten oder ein großes, habe ich eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung statt eines Minijobs angeboten. Sie waren der Auffassung, dass mehr als zwölf Stunden in der Woche zu viel Arbeit sind und es sich w e g e n
des Splittings nicht lohnt. Geschieden und auf (ihrer Ansicht nach) zu geringen Unterhalt verwiesen, wollten zwei der Mitarbeiterinnen sofort die Vollzeitbeschäftigung. Ohne die bequemen Randbedingungen gäbe es meistens gar keinen Unterhaltsbedarf und damit auch keine Unterhaltspflicht. (FS)
 
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Gast

  • #16
Ehegatten kann ich auch anders steuerlich honorieren - zum Beispiel durch den Abzug eines Höchstbetrages, zum Beispiel in Höhe des Existenzminimums. Der nicht arbeitende und kein kleines Kind betreuende Ehegatte ist dem Staat aber viel mehr wert als das Kind, das optimalerweise selbst einmal Steuern zahlen und Sozialabgaben leisten soll.)
Genau so ist es. Kinderunterhalt ist nicht von der Steuer abzusetzen (selbst im Falle der Trennung), Ehegattenunterhalt schon. Dies muss der geschiedene Ehepartner dann natürlich nur versteuern, wenn es oberhalb seines Freibetrages liegt.
Bei Kindern geht das nicht.
Auch hier wird die Unterhaltsverpflichtung nach der Ehe selbst nach der Scheidung höher eingeschätzt, als Unterhaltsverpflichtung gegenüber Kindern.
 
  • #17
@14
Bei einer Streichung des Ehegattensplittings muss ich keineswegs die Unterhaltspflicht entfallen lassen, denn die milden Gaben an den Ehegatten kann ich auch anders steuerlich honorieren - zum Beispiel durch den Abzug eines Höchstbetrages, zum Beispiel in Höhe des Existenzminimums
Nein, eben nicht. Das ist ein rechtliches Problem. Werde ich als Wirtschaftsgemeinschaft gesehen oder nicht. Die Ehe ist nach unserem Gesetz eine Wirtschaftsgemeinschaft. Das heisst dass das gesamte Einkommen der kompletten Famiie zur Verfügung steht. Wird einer aus der familie arbeitslos und fällt H4anheim springt der Staat erst ein wenn das Familieneinkommen nicht ausreicht. Also muss es auch gemeinsam besteuert werden. Daraus entstehen ja auch die Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Eltern oder Volljährigen Kindern bis zu einem gewissen Alter.

Sie waren der Auffassung, dass mehr als zwölf Stunden in der Woche zu viel Arbeit sind und es sich w e g e n
des Splittings nicht lohnt
Ich würde solche gar nicht einstellen- sie können nämlich offenbar nicht rechnen und sind stinkfaul.

Ich gebe Dir schon recht dass diese Rechtslage manche dazu verleitet sich auf die faule Haut zu legen, man kann sich auch über die Folgen streiten aber es gibt nunmal die Rechtslage. Aber ich frage ich auch wieso andere heilige Kühe nicht geschlachtet werden die KEINEN Ärger mit Karlsruhe bringen. Würdest Du zum Beispiel die Kostenlose KV-mitversicherung auf Mütter mit Kindern unter 6 Jahren beschränken hättest Du auch den Effekt dass mehr dann doch arbeiten wollten. Würde auch etliches an Schwarzarbeit vermeiden helfen.

Aber wehe das fordert irgendwer- Unsozial ist da noch das geringste was Du zu hören bekommst.
 
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Gast

  • #18
Nur mal etwas am Rande zu diesem Thema: viele Männer, die im Einvernehmen mit ihren Ehefrauen keinen Scheidungsantrag stellen, einen gemeinsamen Wohnsitz immer noch gemeldet haben, obwohl sie seit Jahren in getrennten Wohnungen sind und die Ehe zerrüttet ist, profititieren vom Ehegattensplitting weiter.

Beide Eheleute haben sich unter einander auf Unterhalt geeignet, den der Ehemann frewillig für seine Kinder und die Ehefrau zahlt. Und um das leichter zu machen, nimmt er in Anspruch die steuerlichen Vorteile des Ehegattensplittings und dadurch wird er "unterstützt" bei seinen Unterhaltszahlungen. Kein RA, kein Gericht-einfach nur eine heimliche Abmachung zwischen den beiden-und allein durch diese steuerlichen Vorteile profitieren beide ganz schön. Jeder ist emotional frei, wohnt getrennt (aber gemeldet ein gemeinsamer Wohnsitz), kann sich mit neuen Partnern treffen etc.
Oft ist die Zweitwohnung auch ganz legal gemeldet (es gibt genug legale berufsbedingte Zweit-Wohnsitzmöglichkeiten).

Ich kenne mehrere Fälle dieser Sorte. Klar, die Frau (die dann max. 20 Std. arbeiten geht), erwirbt auch zusätzliche Rentenansprüche durch die noch auf dem Papier bestehende Ehe. Der Ehemann nimmt das in Kauf, da er auch sich alles ausrechnen lassen hat und auch so lohnt es sich für ihn.

So viel zu der Realität. Das kann natürlich so nur dann funktionieren, wenn sich beide einig sind und es durchziehen.

Wenn man mehrere Paare und deren Lebens- und Wohnsituationen kennt und auch sie sonst gut kennt, wird man feststellen, da dies gar nicht mal so selten ist. Es ist zwar nicht die Regel, aber durchaus nicht selten zu treffen.
 
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Gast

  • #19
w, 43, ledig, kinderlos

Ich wäre dafür das Ehegattensplitting abzuschaffen und stattdessen hohe Kinderfreibeträge bei der Steuer einzuräumen. Familien mit Kindern würden dadurch nichts verlieren, die Steuerersparnis könnte für diesen Personenkreis sogar noch größer ausfallen, weil Mehreinnahmen entstehen würden durch die im Moment vielen kinderlosen Ehen, welche vom Splitting ebenfalls profitieren.
Außerdem könnte man zusätzlich noch den Mehrwertsteuersatz für alle Babyprodukte auf 7% absenken.

Berufstätige Alleinerziehende, die es sowieso schon schwer haben, würden ebenfalls profitieren.

Ich finde es skandalös, dass eine kinderlose Ehe steuerlich teilweise besser gestellt ist, als eine alleinerziehende Mutter. Oder dass eine Familie mit Kindern, wo trotzdem beide arbeiten gehen, über ihre Steuer einem kinderlosen Ehepaar mit Alleinverdiener den Steuervorteil mitfinanzieren dürfen.
 
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Gast

  • #20
Lasst die Leute doch so leben, wie sie wollen!
Ich lasse jeden so leben wie er will. Aber bitte auf seine eigenen Kosten und nicht auf meine!
Ich erwarte auch nicht von anderen Menschen mit ihren Steuern meinen persönlichen Wunsch-Lebensplan zu finanzieren.

Nenn mir doch bitte mal EINEN nachvollziehbaren Grund, warum ich mit meinen Steuern einem mir wildfremden Mann seine Putzfrau und Köchin bezahlen soll, oder ihr dieses WUNSCHleben als Nur-Hausfrau zu finanzieren.

Es geht hier doch überhaupt nicht darum, ob man so leben darf wie man es selber möchte.
Wer die Beiträge hier tatsächlich so und nicht anders versteht hat sein Denkvermögen wohl schon unterm Herd abgelegt (soll keine Beleidigung sein, sondern einfach mal zum Nachdenken anregen, ob man nicht den Bezug zur Realität bereits verloren hat und so offensichtliche Zusammenhänge nicht mehr erkennen kann).
Es geht einzig und alleine darum, ob es gerechtfertigt ist, dass der Staat entscheidet, dass die Allgemeinheit dafür zu bezahlen hat, um einigen Auserwählten (hier eben kinderlose Hausfrauen) ihr Wunschleben zu finanzieren und damit zu ermöglichen.

Etwas anderes sind Kinder, da sehe ich die Allgemeinheit schon in der Pflicht ihren Beitrag zu leisten, und das sage ich als kinderlose Frau!
Deshalb höhere Kinderfreibeträge statt Ehegattensplitting, insbesondere in den unteren und mittleren Einkommen.

Von höheren Kinderfreibeträgen profitieren auch Alleinerziehende, vom Ehegattensplitting auch kinderlose Hausfrauen. Frage mich ehrlich, was es da überhaupt noch zu diskutieren gibt.
Eine entsprechende Reform ist längst überfällig.

w, 43, ledig, kinderlos
 
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Gast

  • #21
Fragesteller: @ 17: Das nennt man emotionslos "Steuerhinterziehung" und sollte in der Tat ohne jede Rücksicht verfolgt werden - obwohl, Männer, die so kurzsichtig und dumm sind, sich darauf einzulassen und durch eine längere Ehezeit noch mehr durch eine Ehe zu verlieren (zum Beispiel Rentenanwartschaften, Zugewinn, Zahlungspflicht auf ewig, keine Chance, eine gute Partnerin zu finden) sind vielleicht schon genug bestraft. Gerade dieser verbreitete Missbrauch ist aber ein weiteres Argument gegen das Splitting.
 
  • #22
Gelegentlich macht für mich das Ehegattensplitting Sinn!
Allerdings bin ich eine Verfechterin dessen, daß ein Frau, die einen Beruf erlernt hat, diesen auch ausübt. Nur so kann sie der Gesellschaft, das zurück geben, was diese in sie und ihre Ausbildung inverstiert hat. Es ist absolut OK, wenn sich 2 Ehepartner, die beide arbeiten gehen, sich das für sie günstigste Steuermodell heraussuchen und so bei allen in der heutigen Zeit immer rasanter steigenden Kosten wenigsten so das Familienbudget im Auge haben können.
Was gar nicht geht, sind die Damen, zu Hause sitzen, sich nen schönen Lenz machen und über den Herrn Gemahl gesetzlich familienversichert sind, alle Leistungen bekommen, die ein zahlender Versicherter auch bekommt und dabei auf unsere Kosten richtig Geld sparen.
Ehegattensplitting ja, wenn beide arbeiten gehen, Familienversicherung für die nicht arbeitende Gattin, definitiv NEIN!
w 47 berufstätig, wieder Single