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  • #31
Man kann nicht erst was versprechen und sagen es wäre OK und dann auf einmal einen Rückzieher machen. Du hast ihn ja gesagt für dich wäre es OK umzuziehen. Da ist doch verständlich, dass er Druck macht.

Finde ich nicht. Die persönliche Situation kann sich ändern oder, wie hier in dem Fall, die Einschätzung der Beziehung und der Kontaktmöglichkeiten am künftigen Wohnort.

Für mich wäre das immer eher das Ergebnis eines Gesprächs, eine Absicht, aber kein unbedingt verbindliches Versprechen. Jedenfalls dann, wenn die Beziehung noch nicht so lange dauert, kann man sich wohl eher vorstellen, umzuziehen. Natürlich steht die Aussage erstmal im Raum, aber für alle Zeiten gültig muss sie nicht sein.

Jetzt kennt die FS den Mann genauer, hat Bedenken und spricht das Thema sicher auch noch einmal an. Dass damit unter Umständen verknüpft ist, dass er dann die Beziehung beendet, weil er sich überhaupt nicht vorstellen kann, umzuziehen, ist ein anderes Thema.
 
  • #32
Er schweigt dich an und Lust, dir sein Land schmackhaft zu machen, hat er auch nicht.

Zu einer Kommunikation gehören 2 Personen. Wenn man die Kommunikation negativ findet, liegt die Mitverwantwortung idR auch bei einem selber. Man selber kann Themen steuern, sich interessiert zeigen, Begeisterung zeigen, ... um die Grundlagen dafür zu schaffen, dass der Gegenüber sich gerne öffnet und aktiver wird.

Wer sich darüber beschwert, dass der Gegenüber nicht von seinen Problemen berichtet und man daher nicht wüsste, woran man sei, sollte sich daher zuerst selber die Frage stellen, weshalb der Gegenüber befürchtet, dass damit nicht wohlgesonnen umgegangen werden könnte. Das kann zwar auch wesentlich daran liegen, dass der Gegenüber schon in der Vergangenheit mit anderen Menschen keine guten Erfahrungen gemacht hat. In jedem Fall hat man sich aber selber noch kein Vertrauen erarbeitet, dass der Gegenüber spürt, dass wohlgesonnen und wertschätzend mit Anvertrauten umgegangen wird.

Kommunikation verbessert man idR nicht, indem man etwas vorwurfsvoll als "Problem" anspricht ("Kommunikationsproblem") und dem Gegenüber damit erklärt, dass man sein Verhalten als nicht ausreichend und negativ bewertet. Wenn man ersichtlich unter nicht wohlgesonnener Beobachtung steht, entsteht erst recht kein Vertrauen, sich entspannt öffnen und anvertrauen zu können.

Möchte man Kommunikation verbessern, sollte man in aller erster Linie auf sich selber schauen und selber die Grundlagen dafür schaffen, dass der Gegenüber gerne mit einem kommuniziert. Das schafft man idR, wenn man sich positiv, entspannt, wohlgesonnen, interessiert, ... zeigt und zwar AUCH dann, wenn man selber völlig anderer Ansicht ist.

Eine Kommunikationsverschlechterung wird man hingegen idR erreichen, wenn man sich oft negativ, genervt, nörgelnd, vorwurfsvoll, abwertend zeigt bzw dem Gegenüber das Wort verbietet. Gerade in Zeiten der Gesellschaftsspaltung passiert das schnell, dass man durch Abwertung (zB unreif, Covidiot, Klimaleugner, Aluhut, Gutmensch, homophob, ...) bzw Abblocken ("darüber rede ich nicht") einen Gegenüber abwürgt. Im Einzelfall mag das zwar bei den Meisten umproblematisch sein. Je mehr ein Abgewürgter aber das Gefühl fehlender Wertschätzung und mangelnden Interesse an ihm bekommt und sogar Angst vor Befindlichkeiten und Negativreaktionen des anderen haben muss, desto weniger wird er noch motiviert sein, irgendetwas gerne von sich aus zu kommunizieren. Ähnlich kommunikationskillend wirkt, wenn man sich oft empfindlich zum Opfer des anderen zu erklären versucht (zB indem Geschlechterbashing betrieben wird). Da man gewöhnlich wenig Lust auf Vorwürfe und Abwertungen hat und auch die Gefahr verringern möchte, etwaige Befindlichkeiten des Gegenübers zu verletzen, wird man die Kommunikation dann lieber nur noch passiv dem anderen überlassen.

Man setzt oft selber die Ursachen für das Kommunikationsverhalten des Gegenübers mit.
 
  • #33
Du musst es nicht tun und er muss es nicht tolerieren, wenn Du es nicht tust....

Wie sieht es bei Dir zzt mit Home Office aus?
Da könnte man eine Zeit den Alltag zusammen üben, bevor man alles aufgibt.
 
  • #34
Hallo zusammen, hier die FS, nochmals vielen Dank für die vielen Antworten, die ich von Euch erhalten habe. Die haben mir bei der Sortierung meiner Gedanken schon sehr geholfen und mir auch die Augen geöffnet.

Leider habe ich keine Möglichkeit auf homeoffice, das geht bei meinem Ag nicht, somit gibt es für mich außerhalb meines Urlaubes keine Möglichkeit probeweise zu ihm zu "ziehen."

Ihr habt recht, ich suche tatsächlich überwiegend nach Gründen, die gegen einen Umzug sprechen (ich nenne es nicht mehr auswandern:D) Wobei die Angst vor z.B. Vereinsamung, weil kein soziales Umfeld vor Ort vorhanden ist oder eines frühen Scheiterns der Beziehung, weil ich nicht voll dahinterstehe und vielleicht doch unglücklich werde mit meiner Entscheidung, schon real ist.
Ich werde dennoch versuchen, für mich nur Gründe für einen Umzug zu finden, schaffe ich das nicht, ist ein krampfhaftes festhalten an dieser Partnerschaft, wie hier in einer Antwort gesagt wurde, wirklich nicht die Lösung. Ohne einen Job vor Ort, kommt allerdings kein Umzug für mich in Frage.

Wenn ich mir unsere Beziehung so anschaue, kommt es mir tatsächlich vor, als seien wir bereits über 50 Jahre alt und nicht Anfang 30. Tägliche Marotten, relativ unspontan, nur Landleben (wobei ich es liebe draußen zu sein) er mag Abends lieber zuhause sein und zusammen was kochen, ich natürlich auch, aber ich gehe gerne auch mal zwischendurch in Bars oder abends was anderes unternehmen. Gerade am Wochenende.

Ich werde mit meinem Freund sprechen, vielleicht finden wir ja einen Kompromiss und er kann sich doch erstmal ein Leben in der Stadt vorstellen, das würde es vielleicht doch ein wenig einfacher für uns/mich machen, neue Kontakte zu knüpfen.
Zuerst aber, soll er mir mal seine Heimat zeigen und schmackhaft machen, mir Zürich zeigen etc. Er macht es sich wirklich sehr bequem und tut relativ wenig dafür, mich für einen Umzug zu begeistern.
 
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