• #1

Soll ich mich trennen oder doch bleiben?

Folgende Situation:

Bin mit meinem Mann seit 7 Jahren verheiratet. Die Beziehung ist im Durchschnitt recht harmonisch, hatten mal Zeiten, in denen wir mehr gestritten hatten, aber in den letzten 1-2 Jahren streiten wir eher selten.

Im Grunde dürfte ich mich eigentlich nicht beschweren. Ich hatte mich vor einem Jahr fast von ihm getrennt, weil ich mich nicht geliebt fühlte, körperliche Nähe eher selten war und mein Mann auch emotional nicht wirklich zugänglich war. Er war total aufgelöst, versprach sich zu ändern und überredete mich ihm noch eine Chance zu geben. Mein Mann verhält sich inzwischen sehr liebevoll, zuvorkommend und fürsorglich. Neulich erzählte er mir, dass mein Trennungsversuch ihm die Augen öffnete und er erkannte wie sehr er mich eigentlich liebte. Davor dachte er sich immer wieder, wie es wohl wäre mit der ein oder anderen Frau zusammen zu sein oder was laufen zu haben.....!

Obwohl mein Mann sich inzwischen wirklich viel Mühe gibt und mir fast jeden Wunsch von den Augen abliest, sind meine Gefühle ihm gegenüber höchstens freundschaftlich. Naja, waren sie irgendwie schon immer denke ich. Seitdem ich verheiratet bin, hatte ich irgendwie den Glauben an die große Liebe aufgegeben. In Liebesfilmen dachte ich dann immer: Lasst den Quatsch. Liebe fühlt sich nicht so an, eher normal. Freundschaftlich eben.

In all den Jahren ist es mir häufiger passiert, dass ich mich von anderen Männern habe angezogen gefühlt. Ich habe festgestellt, es ist immerdelbe Typ Mann (humorvoll, kummunikativ, Macher-Typ) Mein Mann ist nicht dieser Typ Mann.

Ich erzählte meinem Mann davon, sagte ihm, dass meine Gefühle nicht ausreichen, erzählte ihm von dem Typ Mann, der mich immer wieder so anzieht, sagte ihm, ich fände, wir passen nicht zusammen. Aber er möchte nichts davon hören. Er sagt, ich könne mich nicht komplett auf ihn einlassen, da ich mein Herz für andere Männer offenhalte und auf einen besseren warte. Ich solle es anderen Männern verschließen und mich ganz auf ihn einlassen. Es mache ihm nichts aus, dass ich ihn nicht so liebe wie er mich, irgendwann wird es schon noch kommen.

Aber wir sind 7 Jahre verheiratet, wenn ich ihn bis jetzt noch nicht so liebe, wann dann.

Leider haben wir vor einem halben Jahr eine Wohnung gekauft, in die wir Ende dieses Jahres einziehen werden. Das war zu dem Zeitpunkt, als ich unserer Ehe noch eine Chance geben wollte. Aber ich weiß es nicht, was ich tun soll. Oft bin ich auch von ihm genervt, da er auf mich wie ein Kind wirkt, statt wie ein Partner auf Augenhöhe. Ich schwanke zwischen "ich bleibe bei ihm, eigentlich läuft es ja ganz gut, sonst bereue ich es vielleicht und auserdem tut er mir leid" und "lieber bin ich heute, als morgen weg, finde raus, was ich will und suche mir einen Mann, der wirklich zu mir passt".

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Danke vorab.
 
  • #2
Was würdest du dir wünschen, dass ein mann tut, der über dich so schreibt, wie du über deine Gefühle zu deinem Mann? Würdest du wollen, dass er bei dir bleibt, weil du ganz "praktisch" bist, alles "eigentlich" ganz gut läuft und weil du ihm Leid tust?
Würdest du DAS wollen?
Und du weißt schon, dass es sehr gemein ist, wir du ihn als nicht vollwertigen Partner betrachtest? Er ist kein hilfloses Kind aber genau dazu degradierst du ihn.
Im Prinzip wird eure Ehe entweder ohnehin scheitern oder ihr werdet zusammen bleiben und euch immer mehr anätzen und dann eins dieser frustrierten alten Ehepare werden, die man manchmal beim Einaufen sieht und die einander nur angiften, bzw. die Frau den Mann.
Soll euer Leben wirklich so aussehen bis an euer Lebensende?
Auch wenn es sich für ihn erst einmal wie eine Katastrophe anfühlt - ein größeres Geschen kannst du ihm kaum machen, als ihm die Chance auf eine Frau zu geben, die ihn vom Herzen liebt denn das verdient er. Weil jeder Mensch das verdient. Statt einer Frau, die aus Mitleid mit ihm zusammen ist.
Ich meine das gar nicht als Angriff gegen dich, bitte verstehe das nicht falsch. Ich meine das wirklich ganz nett für dich und für ihn.
 
  • #3
Dein Mann hat es nicht einfach mit dir. Trenn dich von ihm, das wird ihm gut tun, und auf dich warten die Machertypen.

Ihr habt keine Kinder. Eine Trennung ist dann ja kein Problem.

Ich frage mich allerdings warum du ihn überhaupt geheiratet hast. Erzähl doch etwas darüber.
 
  • #4
Ich hatte mich vor einem Jahr fast von ihm getrennt, weil ich mich nicht geliebt fühlte, körperliche Nähe eher selten war und mein Mann auch emotional nicht wirklich zugänglich war.
Das hättest du tun sollen, der Drops ist gelutscht!
Seitdem ich verheiratet bin, hatte ich irgendwie den Glauben an die große Liebe aufgegeben. In Liebesfilmen dachte ich dann immer: Lasst den Quatsch. Liebe fühlt sich nicht so an, eher normal. Freundschaftlich eben.
Ein falscher Glaube, so läuft das nicht, echte und wahre Liebe hat mit Ehe nichts zu tun!
In all den Jahren ist es mir häufiger passiert, dass ich mich von anderen Männern habe angezogen gefühlt. Ich habe festgestellt, es ist immerdelbe Typ Mann (humorvoll, kummunikativ, Macher-Typ) Mein Mann ist nicht dieser Typ Mann.
Du solltest fair sein und von ihm gehen, dich trennen! Ihr passt nicht zusammen, such dir einen Mann, der zu dir passt!
Es mache ihm nichts aus, dass ich ihn nicht so liebe wie er mich, irgendwann wird es schon noch kommen.
Rine Warmhaltetaktik von ihm!
Aber wir sind 7 Jahre verheiratet, wenn ich ihn bis jetzt noch nicht so liebe, wann dann
Das ist so und wird auch so bleiben!
Leider haben wir vor einem halben Jahr eine Wohnung gekauft, in die wir Ende dieses Jahres einziehen werden. Das war zu dem Zeitpunkt, als ich unserer Ehe noch eine Chance geben wollte. Aber ich weiß es nicht, was ich tun soll. Oft bin ich auch von ihm genervt, da er auf mich wie ein Kind wirkt, statt wie ein Partner auf Augenhöhe.
Wenn es nicht mehr passt, wenn es nicht mehr stimmig ist, dann trennt man sich, da hilft auch keine gekaufte Wohnung!
Ich schwanke zwischen "ich bleibe bei ihm, eigentlich läuft es ja ganz gut, sonst bereue ich es vielleicht und auserdem tut er mir leid" und "lieber bin ich heute, als morgen weg, finde raus, was ich will und suche mir einen Mann, der wirklich zu mir passt".
Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Danke vorab.
Er soll dir nicht leid tun, das ist Leben, alles kommt, alles geht. Niemals könnte mich in einer solchen Beziehung halten, das geht nicht, sofort würde ich mich trennen, was sonst, auf was warten, dass es von selbst gut wird, da kannst du lange warten!
 
  • #5
Erst willst du dich von ihm trennen, weil er dich nicht genug zu lieben schien. Du hast bekommen, was du wolltest und dann fällt dir ein, dass du ihn ja eigentlich auch nicht liebst?
 
  • #6
Leider haben wir vor einem halben Jahr eine Wohnung gekauft, in die wir Ende dieses Jahres einziehen werden. Das war zu dem Zeitpunkt, als ich unserer Ehe noch eine Chance geben wollte.
Super Strategie: eine Krise zu bewältigen indem man sich noch mehr gemeinsame Belastung schafft.
Naja, man kann den Kauf rückabwickeln, wenn einer allein die Wohnung nicht bezahlen kann. Besser ein finanzieller Verlust, als dauerhaft unzufrieden zu sein und sich nach was anderem zu sehnen.

Mein Mann verhält sich inzwischen sehr liebevoll, zuvorkommend und fürsorglich...... Obwohl mein Mann sich inzwischen wirklich viel Mühe gibt...... sind meine Gefühle ihm gegenüber höchstens freundschaftlich.
Das ist mal richtig übel - er tut und macht was Du Dir wünscht und Du dast das nächste an ihm rumzumeckern. Mit einer Trennung tust Du auch ihm einen gefallen, denn er hat eh keine Chance für Dich gut genug zu sein.

Oft bin ich auch von ihm genervt, da er auf mich wie ein Kind wirkt, statt wie ein Partner auf Augenhöhe..... Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Du hast keinen Respekt mehr vor Deinem Mann, egal wie er sich um Dich bemüht. Das wird nichts Gutes mehr, sondern es wird nur noch schlechter.
Trenn Dich und versuch einen von den begehrten Männern für Dich zu begeistern:
Selbst wenn es nicht klappt, ist das imer noch besser, als dauerhaft abgenervt neben Deinem Mann herzuleben und Dich in immer mehr Lebensfrust reinzusteigern.
 
  • #7
Ja, den Typ Frau kenne ich.
Niemals zufrieden ... der Macher bekommt dann ganz schnell vorgeworfen, dass er ja nie zu Hause wäre ....
Überleg dir gut, was du willst. Denn einen Mann, der sich derart auf dich einlässt - den bekommst du wahrscheinlich nie wieder.
 
  • #8
Aber wir sind 7 Jahre verheiratet, wenn ich ihn bis jetzt noch nicht so liebe, wann dann.
Das fällt dir jetzt ein?
Weshalb hast du ihn überhaupt geheiratet?
Fake oder furchtbare Person?

Ich finde auf die Frage "Soll ich mich lieber trennen oder bleiben?", gibt es nur eine einzige richtige Antwort.

Also überwinde mal deine üble Feigheit, die du hinter deinem Mann versteckst, und lebe dein eigenes Leben, ohne andere in Mitleidenschaft zu ziehen.
 
  • #9
Ich hatte mich vor einem Jahr fast von ihm getrennt, weil ich mich nicht geliebt fühlte, körperliche Nähe eher selten war und mein Mann auch emotional nicht wirklich zugänglich war.

...meine Gefühle ihm gegenüber höchstens freundschaftlich. Naja, waren sie irgendwie schon immer denke ich. ...

In all den Jahren ist es mir häufiger passiert, dass ich mich von anderen Männern habe angezogen gefühlt.
Ich finde irgendwie völlig schräg und unfair, dass Du ihm Vorwürfe zu dem machst, was Du selbst bei Dir feststellst. Die Trennung wäre doch dann eher erfolgt, weil Du ihn nicht liebst und vermutlich auch emotional nicht zugänglich warst, wenn Du nur freundschaftlich empfunden hast, während Dich gleichzeitig andere Mänenr eher angezogen hätten. Daher wurde es doch höchste Zeit für:
Ich erzählte meinem Mann davon, sagte ihm, dass meine Gefühle nicht ausreichen, erzählte ihm von dem Typ Mann, der mich immer wieder so anzieht, sagte ihm, ich fände, wir passen nicht zusammen.

Dass er nicht hocherfreut ist, kann ich nachvollziehen. Auf der anderen Seit: wie werden sich seine Gefühle mit diesem Wissen entwickeln?
Aber wir sind 7 Jahre verheiratet, wenn ich ihn bis jetzt noch nicht so liebe, wann dann.
Kannst Du eine Prognose abgeben? Gibt es einen zeitlichen Horizont, den er erwartet?
Leider haben wir vor einem halben Jahr eine Wohnung gekauft, in die wir Ende dieses Jahres einziehen werden. Das war zu dem Zeitpunkt, als ich unserer Ehe noch eine Chance geben wollte.
Viele sehen auch eine Chance für die Beziehung darin, ein Kind zu bekommen. Oder gleich mehr, damit man enger verbunden ist und sich nicht mehr so leicht trennen kann. Wäre das eine Möglichkeit?
30 Jahre weiter denken. Wie müsste Dein Leben dann verlaufen sein, damit Du zufrieden bist? Und welche Entscheidung würdest Du jetzt getroffen haben wollen.
 
  • #10
Wie habt ihr euch denn damals kennen gelernt?
Wie lange kanntet ihr euch bevor ihr ein Paar wurdet?
Wie lange seid ihr zusammen gewesen, bevor ihr geheiratet habt?
Warum habt Ihr geheiratet?

Brauchte einer von euch einen besseren Aufenthaltstitel?

War einer von euch froh, endlich weg von Fenster zu sein?

Ist es für dich normal, mit
jemandem anzubandeln, ohne jegliches Gefühl?
Nicht mal verliebt? Nie? Wie ist das bloß "passiert"?
Hälst du wirklich solche unterirdischen, niveaulosen Schwafelköppe, wie Deinen Kollegen, der sich nicht entblödet, sogar über seine Schwiegereltern und Chefs der Firma kompromittierende Lästereien raus zu hauen für "MACHER"?
Ist es für dich normal, dass dein Mann sich Lieb-und Lebschaften mit anderen Frauen vorstellt?

Bist Du so drauf, dass Du einfach einen im Sack haben willst, zur Sicherheit, bis sich tatsächlich was besseres ergibt. Hälst Du das gegeneinanderhalten für selbstverständlich?

Bist Du der Auffassung, erst kommt man mit jemandem zusammen, heiratet gar, und wartet dann mal ab, ob man sich ineinander verliebt, oder sich andere Überschneidungen ergeben?

Normal verliebt man sich doch erst und zwar so richtig, dann kommen Pläne bis hoch zum Heiraten...
 
  • #11
Du hast mal was von Sekte erzählt, wo Ihr gemeinsam raus seid, wenn ich das richtig verstanden habe. Musstet ihr dort heiraten oder wolltet es, weil es alle taten und so erwartet wurde?
 
  • #12
Obwohl mein Mann sich inzwischen wirklich viel Mühe gibt und mir fast jeden Wunsch von den Augen abliest, sind meine Gefühle ihm gegenüber höchstens freundschaftlich. Naja, waren sie irgendwie schon immer denke ich.
Ich würde sooo gerne verstehen, warum man in einer Beziehung bleibt, wenn da außer Freundschaftlichen Gefühlen nichts ist, sich nichts entwickelt und man eigentlich ganz andere Anforderungen hat. Vielleicht kannst du das mal erklären? Das würde mich wirklich interessieren.
Seitdem ich verheiratet bin, hatte ich irgendwie den Glauben an die große Liebe aufgegeben.
Aber dafür bist du selber verantwortlich. Du bist mit einem Mann zusammen, für den du keine Leidenschaft empfindest.
In Liebesfilmen dachte ich dann immer: Lasst den Quatsch. Liebe fühlt sich nicht so an, eher normal. Freundschaftlich eben.
Das glaube ich auch. Hollywoodliebe ist vermutlich selten die Realität.
Er sagt, ich könne mich nicht komplett auf ihn einlassen, da ich mein Herz für andere Männer offenhalte und auf einen besseren warte. Ich solle es anderen Männern verschließen und mich ganz auf ihn einlassen. Es mache ihm nichts aus, dass ich ihn nicht so liebe wie er mich, irgendwann wird es schon noch kommen.
Das ist auf der einen Seite sicher richtig aber ER sollte sich klar machen, dass du das wohl kaum erzwingen kannst. Er sollte sich selber auch mehr Wert sein. Ein Lückenbüßer ist keine Dankbare Rolle.
Aber wir sind 7 Jahre verheiratet, wenn ich ihn bis jetzt noch nicht so liebe, wann dann.
Ganz genau! Darum ziehe die nötigen Konsequenzen.
Und wenn du so etwas empfindest, ist der Drops gelutscht. Du behandelst ihn vermutlich entsprechend deiner Perspektive auf ihn.....weil er dich liebt, lässt er es geschehen und wird zum Pantoffelheld. Er begreift nicht, das er damit jegliche Achtung verspielt.
 
  • #13
aber in den letzten 1-2 Jahren streiten wir eher selten.
Das ist für mich generell kein Qualitätsmerkmal. Schon gar nicht, wenn der Grund dafür Resignation ist oder weil einer der Partner, aus Sorge den anderen zu verlieren dauerhaft klein bei gibt.
weil ich mich nicht geliebt fühlte, körperliche Nähe eher selten war und mein Mann auch emotional nicht wirklich zugänglich war.
Also, das was du selber gerade lebst, wirfst du deinem Mann vor?
Mein Mann verhält sich inzwischen sehr liebevoll, zuvorkommend und fürsorglich. Neulich erzählte er mir, dass mein Trennungsversuch ihm die Augen öffnete und er erkannte wie sehr er mich eigentlich liebte.
Ein sehr seltenes Exemplar und ich bin immer traurig, wenn ich lese, dass es am Ende nicht erfolgreich ist, weil der andere seinen Beitrag nicht leisten möchte.
finde raus, was ich will und suche mir einen Mann, der wirklich zu mir passt".
Genau das! Finde raus was du willst und ob ein anderer Mann wirklich die Macht hätte, dich glücklich zu machen.
Ich rate nicht gerne zur Trennung, weil ich finde in den meisten Fällen lohnt sich Beziehungsarbeit. Du scheinst aber gar kein Interesse daran zu haben. Du ruhst dich darauf aus, was er leistet und findest das im Ergebnis null anziehend. So wird es ganz sicher nichts werden.
 
  • #14
Ich schwanke zwischen "ich bleibe bei ihm, eigentlich läuft es ja ganz gut, sonst bereue ich es vielleicht und auserdem tut er mir leid" und "lieber bin ich heute, als morgen weg, finde raus, was ich will und suche mir einen Mann, der wirklich zu mir passt".
Ja, das sind ganz natürliche Gefühle, wenn da ein Ungleichgewicht in der Beziehung entstanden ist.

Dieses Ungleichgewicht hast du natürlich durch deinen Trennungsversuch vor einem Jahr und deine Aussagen über Männer, die du besser findest als ihn, heftig angeheizt. Er liebt dich deswegen immer mehr, tut immer mehr für dich, du liebst ihn deswegen immer noch weniger, je mehr er tut und macht.

Vielleicht hilft es dir ja schon ein bisschen, diese Grunddynamik zu verstehen. Dass es nicht wirklich an ihm liegt, sondern an dieser blöden Schieflage, in die ihr beide hineingeschlittert seid.

Was man ausprobieren kann:
Du könntest mehr auf ihn zugehen, mehr Nähe schaffen und zulassen. Sag ihm, was du an ihm magst. Ein bisschen ist das für dich „Fake it til you make it“ und fühlt sich dann nicht wirklich authentisch an, aber auch ihm gibst du damit die Gelegenheit, sich in der Beziehung zu entspannen, lockerer und vielleicht lustiger zu werden. Auch mal alleine was zu unternehmen, weil er nicht ständig Angst haben muss, dass du danach weg bist.
Auch deine Gefühle werden sich bei so einer Verschiebung der Muster verändern.

Ob ihr über diese Sache reden solltet… ja, wahrscheinlich.
 
  • #15
Ich würde die Notbremse ziehen. Nicht nur, dass Du ihn ohne Liebe geheiratet hast, sondern jetzt auch noch eine Wohnung gekauft hast. Soll das immer so weiter gehen?
Ich glaube, ohne, dass Dir mal jemand den Holzhammer draufhaut, wirst Du nichts ändern.

Das mit den anderen Männern würde ich mir abschminken, es wird doch (Deiner eigenen Bestätigung nach) genauso werden wie jetzt mit Deinem Mann.

Liebe ist aber NICHT nur freundschaftlich, aber wenn man halt einen leidenschaftslosen Nicht-Macher heiratet, dann kommt das bei raus. Es gibt auch andere Männer. Ob Du die kennenlernen wirst - fraglich! Dafür muss man als Frau schon anders selektieren können. Außerdem kann ein Mensch entweder nur kommunikativ sein oder eben ein Macher. Macher reden nicht viel und sind daher in der Kommunikation oft nicht so fit, weil sie sich auf anderes konzentrieren.
 
  • #16
Du könntest mehr auf ihn zugehen, mehr Nähe schaffen und zulassen. Sag ihm, was du an ihm magst. Ein bisschen ist das für dich „Fake it til you make it“ und fühlt sich dann nicht wirklich authentisch an.... Auch deine Gefühle werden sich bei so einer Verschiebung der Muster verändern.
Manchmal ist das richtig gruselig was Du schreibst. Klar werden ihre Gefühle sich ändern, mit sehr großer Wahrschinlichkeit in Aversion, aus der heraus sie ihn dann verletzt bis sie sich zuletzt doch trennen. Das muss doch nicht sein.

Was Du beschriebst kann selten funktionieren, aber nur wenn Du sehr viel Respekt für Deinen Partner hast - hat sie aber nicht. Für sie ist er ein ungewolltest Kind.
 
  • #17
Dieses Ungleichgewicht hast du natürlich durch deinen Trennungsversuch vor einem Jahr und deine Aussagen über Männer, die du besser findest als ihn, heftig angeheizt. Er liebt dich deswegen immer mehr, tut immer mehr für dich, du liebst ihn deswegen immer noch weniger, je mehr er tut und macht
Ja, das ist sehr gut möglich, dass es daran liegt, quasi eine Abwärtsspirale.
Was man ausprobieren kann:
Du könntest mehr auf ihn zugehen, mehr Nähe schaffen und zulassen. Sag ihm, was du an ihm magst. Ein bisschen ist das für dich „Fake it til you make it“ und fühlt sich dann nicht wirklich authentisch an, aber auch ihm gibst du damit die Gelegenheit, sich in der Beziehung zu entspannen, lockerer und vielleicht lustiger zu werden. Auch mal alleine was zu unternehmen, weil er nicht ständig Angst haben muss, dass du danach weg bist.
Auch deine Gefühle werden sich bei so einer Verschiebung der Muster verändern.
Ich muss nicht faken, um was an ihm zu mögen. Er hat durchaus gute Eigenschaften, die ich zu schätzen weiß und das kann ich auch aussprechen. Aber dadurch entstehen bei mir keine romantischen Gefühle. Ich kann auch einem guten Freund Wertschätzung aussprechen, es bleibt ein guter Freund und entstehen dadurch (für mich) keine tieferen Gefühle.
Ich habe überhaupt kein Problem, wenn mein Mann was alleine macht. Er sagt auch mir ständig, ich könne so viel Zeit für mich haben wie ich will, er könne sich selbst beschäftigen. Allerdings ist dieses Beschäftigen dann meistens Fernsehen oder am Handy sitzen, selten liest er auch mal ein Buch.
 
  • #18
Was man ausprobieren kann:
Du könntest mehr auf ihn zugehen, mehr Nähe schaffen und zulassen. Sag ihm, was du an ihm magst. Ein bisschen ist das für dich „Fake it til you make it“ und fühlt sich dann nicht wirklich authentisch an, aber auch ihm gibst du damit die Gelegenheit, sich in der Beziehung zu entspannen, lockerer und vielleicht lustiger zu werden. Auch mal alleine was zu unternehmen, weil er nicht ständig Angst haben muss, dass du danach weg bist.
Auch deine Gefühle werden sich bei so einer Verschiebung der Muster verändern.
Er hat keine Freunde, mit denen er was unternehmen kann. Familie auch nicht - er ist zugezogen. Allerdings wohnt er hier schon seit fast 5 Jahren an diesem Ort (haben zusammen kurze Zeit wo anders gewohnt). Mit seiner Familie - die wohnen knapp 400 km entfernt - hat er kaum Kontakt, auch telefonisch wenig. Die Kontakte in der Arbeit sind rein geschäftlich gehalten, kein privater Kontakt. So bin quasi ich sein einziger echter Kontakt. Er sagt das reiche ihm. Ab und zu treffen wir meine Familie. Mit meinen Freundinnen mache ich eigentlich immer was alleine, also ohne ihn. Er sagt, es wäre schon schön auch gemeinsame "Pärchen-Freunde" zu haben, aber er tut nichts um Leute kennen zu lernen. Irgendwie hab ich das Gefühl erwartet er, dass sie von selbst auftauchen oder ich sie irgendwo finden soll.
Der Punkt ist, irgendwie fühle ich mich "für sein Glück" verantwortlich, also, dass ich was mit ihm unternehmen muss, planen, vorschlagen, ihn motivieren, zu mehr treiben, da er sonst nur rumsitzt. Und es fühlt sich einfach wie eine Last an.

Ich habe das Gefühl, er ist genervt, wenn ich mit meinen Kollegen privat schreibe (gut, das kann ich noch nachvollziehen), zu viel mit den Freundinnen chatte... Wenn ich telefoniere, ist er oft zur Stelle und will auch zuhören. Früher hat er mein Handy immer durchgeschaut, meine Bilder, alle meine Chats gelesen. Das hat mich wahnsinnig gemacht. Ich habe ihn gefühlt 1000 mal gebeten das sein zu lassen, er meinte nur, er sei halt neugierig. Er hat erst damit aufgehört, als ich mit der Trennung drohte.

Ach, es ist einfach so verfahren..
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #20
Ich erzählte meinem Mann davon, sagte ihm, dass meine Gefühle nicht ausreichen, erzählte ihm von dem Typ Mann, der mich immer wieder so anzieht
Triangulation vom Feinsten nenn ich das.
und suche mir einen Mann, der wirklich zu mir passt".
Mach das. Den passenden Mann dazu hast Du ja bereits auf Arbeit gefunden:
Anstelle Deines Mannes würde ich Dir die Koffer vor die Türe stellen. Ich hoffe, er findet irgendwann den Mut dazu.
 
  • #21
Ich muss nicht faken, um was an ihm zu mögen. Er hat durchaus gute Eigenschaften, die ich zu schätzen weiß und das kann ich auch aussprechen. Aber dadurch entstehen bei mir keine romantischen Gefühle. Ich kann auch einem guten Freund Wertschätzung aussprechen, es bleibt ein guter Freund und entstehen dadurch (für mich) keine tieferen Gefühle.
Die Frage ist doch: ist das eine Grundlage für eine längerfristig funktionierende Ehe?
 
S

Sunflower1

Gast
  • #22
Trenne Dich. Dein Mann liebt Dich mehr als Du ihn. Du empfindest nur Freundschaft für ihn ? Da hast Du doch schon die Antwort.
 
  • #23
Dein Mann ist Dir zu öde,
er reizt Dich nicht und löst nichts in Dir aus. Du willst einen Macher-Typen. Das ist verständlich, bedenke aber, dass "dieser Typ Mann" eventuell eine ganze Reihe von Eigenschaften mitbringen wird, die Dir mittel- bis langfristig gar nicht taugen werden.

Der berühmte Alpha-Softie,
der genau dann durchsetzungsstark und robust ist, wenn IHR gerade danach ist, aber ansonsten gut lenkbar, häuslich und treu,
der ist weitgehend eine Erfindung der Frauenliteratur :).

Viele Grüße
Neo
 
  • #25
Oft bin ich auch von ihm genervt, da er auf mich wie ein Kind wirkt, statt wie ein Partner auf Augenhöhe.
nachdem zu urteilen, was du über ihn schreibst, wundert mich das persönlich nicht.
Wenn ich telefoniere, ist er oft zur Stelle und will auch zuhören. Früher hat er mein Handy immer durchgeschaut, meine Bilder, alle meine Chats gelesen. Das hat mich wahnsinnig gemacht. Ich habe ihn gefühlt 1000 mal gebeten das sein zu lassen, er meinte nur, er sei halt neugierig.
Das liest sich richtig gruselig: übergriffig und vereinnahmend. Und damit alles andere als ein Traummann. Dein Mann scheint ziemlich infantil unterwegs zu sein. Daher wohl auch dieser Wandel von „Ich lasse dich nicht an mich heran“ zu „Ich verschmelze mit dir“ - von einem Extrem ins nächste.

Wieso hast du ihn geheiratet? Wonach hast du bei ihm gesucht bzw. dir erhofft von einer Beziehung mit ihm?

Und deine Tendenz zu diesen Macher Typen - was versprichst du dir von einer Beziehung mit ihnen? Und vor allem: bist du ihnen ähnlich? Oder wäre das eher eine kompensatorische Beziehung?

Du solltest dir ausreichend Zeit nehmen, um deine Bedürfnisse und Wünsche zu ergründen. Ungestillte Bedürfnisse führen auf Dauer zu Bedürftigkeiten.

Und wer bedürftig ist, ist leicht zu verführen/manipulieren - siehe die Geschichte mit deinem Arbeitskollegen.
Der Drops namens Ehe ist aber ganz offensichtlich gelutscht. Wenn du dich dazu zwingen solltest, in ihr noch lange zu verweilen, wirst du irgendwann etwas tun, was du bereust. Erst kommt der Selbstbetrug und dann der Betrug an Anderen.
Dein Mann ist Dir zu öde,
er reizt Dich nicht und löst nichts in Dir aus. Du willst einen Macher-Typen. Das ist verständlich, bedenke aber, dass "dieser Typ Mann" eventuell eine ganze Reihe von Eigenschaften mitbringen wird, die Dir mittel- bis langfristig gar nicht taugen werden.

Der berühmte Alpha-Softie,
der genau dann durchsetzungsstark und robust ist, wenn IHR gerade danach ist, aber ansonsten gut lenkbar, häuslich und treu,
der ist weitgehend eine Erfindung der Frauenliteratur :).

Viele Grüße
Neo
Ne, der existiert und macht 7% der männlichen Gattung aus - wenn man sozialwissenschaftlichen Statistiken trauen möchte. Und ist mir persönlich auch schon begegnet. Aber eben eine Rarität unter Männern. Da darf frau sich auf eine längere Suche einstellen.
 
  • #26
Ich würde weniger aus Mitleid bleiben, sondern aus Mitleid gehen...

Denn er kann es Dir nicht recht machen und Du wirst immer etwas finden um in regelmäßigen Abständen solche Gespräche zu führen, die Dir Luft machen aber ihn belasten.
Keine Chance für ihn, geliebt zu werden
 
  • #29
Er hat keine Freunde, mit denen er was unternehmen kann. Familie auch nicht - er ist zugezogen. Allerdings wohnt er hier schon seit fast 5 Jahren an diesem Ort (haben zusammen kurze Zeit wo anders gewohnt). Mit seiner Familie - die wohnen knapp 400 km entfernt - hat er kaum Kontakt, auch telefonisch wenig. Die Kontakte in der Arbeit sind rein geschäftlich gehalten, kein privater Kontakt. So bin quasi ich sein einziger echter Kontakt. Er sagt das reiche ihm. Ab und zu treffen wir meine Familie. Mit meinen Freundinnen mache ich eigentlich immer was alleine, also ohne ihn. Er sagt, es wäre schon schön auch gemeinsame "Pärchen-Freunde" zu haben, aber er tut nichts um Leute kennen zu lernen. Irgendwie hab ich das Gefühl erwartet er, dass sie von selbst auftauchen oder ich sie irgendwo finden soll.
Der Punkt ist, irgendwie fühle ich mich "für sein Glück" verantwortlich, also, dass ich was mit ihm unternehmen muss, planen, vorschlagen, ihn motivieren, zu mehr treiben, da er sonst nur rumsitzt. Und es fühlt sich einfach wie eine Last an.
Was du da beschreibst, hatte ich mir so ziemlich vorgestellt (nicht ganz so krass); und es ist natürlich typisch für diese Schieflage in einer Beziehung. Du bist ihm komplett „überlegen“, was die Lebensgestaltung, die sozialen Kreise etc. betrifft. Das killt zuverlässig sämtliche Attraktion auf deiner Seite.
Hinzu kommt noch seine ausgeprägte, ohne Hemmungen ausgelebte Eifersucht, das ist ebenfalls typisch, wenn auch selten derart archetypisch.
.
Ich muss nicht faken, um was an ihm zu mögen.
Das sind zwei ganz separate Ebenen.

„Faken“ müsstest du bei diesem Ansatz romantische Gefühle zu ihm, weil sie derzeit nicht da sind. Auch mal wieder körperliche Nähe nicht nur zulassen, sondern aktiv herstellen.

Wichtig ist, dass man Gefühle nicht als feststehend, sondern als wandelbar, vom Verhalten der beiden Akteure abhängig begreift. Dass man verinnerlicht, dass sich da Teufelskreise ausbilden können, die keiner der beiden so wollte.

Eine Hoffnung würde ich darin sehen, dass sich auch dein Mann nur deswegen, quasi vorübergehend, emotional nicht lösen oder entfalten kann, weil er gerade ganz auf dich konzentriert ist. Da bleibt ihm wohl keine Energie dazu, ein eigenständigeres (und für dich attraktives) Leben zu führen.

Er bräuchte dazu entweder einen rationalen Impuls (wenn ER hier schreiben würde, käme der kostenlos von mir ;); vielleicht ginge das aber auch, wenn du mit ihm darüber sprichst).
Oder eben - unausgesprochen - über die emotionale Schiene, wie oben als „Übung“ skizziert.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #30
Was du da beschreibst, hatte ich mir so ziemlich vorgestellt (nicht ganz so krass); und es ist natürlich typisch für diese Schieflage in einer Beziehung. Du bist ihm komplett „überlegen“, was die Lebensgestaltung, die sozialen Kreise etc. betrifft. Das killt zuverlässig sämtliche Attraktion auf deiner Seite.
Hinzu kommt noch seine ausgeprägte, ohne Hemmungen ausgelebte Eifersucht, das ist ebenfalls typisch, wenn auch selten derart archetypisch.
.

Das sind zwei ganz separate Ebenen.

„Faken“ müsstest du bei diesem Ansatz romantische Gefühle zu ihm, weil sie derzeit nicht da sind. Auch mal wieder körperliche Nähe nicht nur zulassen, sondern aktiv herstellen.

Wichtig ist, dass man Gefühle nicht als feststehend, sondern als wandelbar, vom Verhalten der beiden Akteure abhängig begreift. Dass man verinnerlicht, dass sich da Teufelskreise ausbilden können, die keiner der beiden so wollte.

Eine Hoffnung würde ich darin sehen, dass sich auch dein Mann nur deswegen, quasi vorübergehend, emotional nicht lösen oder entfalten kann, weil er gerade ganz auf dich konzentriert ist. Da bleibt ihm wohl keine Energie dazu, ein eigenständigeres (und für dich attraktives) Leben zu führen.

Er bräuchte dazu entweder einen rationalen Impuls (wenn ER hier schreiben würde, käme der kostenlos von mir ;); vielleicht ginge das aber auch, wenn du mit ihm darüber sprichst).
Oder eben - unausgesprochen - über die emotionale Schiene, wie oben als „Übung“ skizziert.
Danke, aber ich will da nichts mehr üben!

Ich denke, ich werde mich auf jeden Fall trennen, denn es geht so nicht weiter.

Der Gedanke in dieser Beziehung, unter diesen Gegebenheiten, noch die nächsten 40 Jahre zu verharren schnürt mir die Kehle zu.
Der Gedanke mich zu trennen hingegen weckt eine Lebensfreude, die ich schon lange nicht mehr verspürt habe.
Ich muss nur endlich mal allen Mut zusammen nehmen und es durchziehen und mich dieses Mal nicht weich kloppen lassen!

Momentan sind wir beide aufgrund von Corona recht angeschlagen. Aber sobald es gesundheitlich wieder besser geht, werde ich das Gespräch suchen.

Danke für euren Rat!
 
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