G

Gast

Gast
  • #1

Soll / Möchte der Vater bei der Geburt des Kindes dabei sein?

An die Männer: Würdet Ihr bei der Geburt Eures Kindes dabei sein wollen? An die Frauen: Würdet Ihr wollen, dass Euer Partner (ich gehe jetzt mal von dem Fall aus, dass er auch der Vater des gemeinsamen Kindes ist) bei der Entbindung dabei ist? Bitte nur ehrliche Meinungen abgeben, also nicht vorher durch den political-correctness-Filter durchlaufen lassen. ;) P.S. Ich weiss, dass dies hier kein Schwangerschafts-Forum o.ä. ist aber die Frage interessiert mich sehr.
 
G

Gast

Gast
  • #2
nein, ich würde es nicht wollen, 34 (w)
 
  • #3
Ich möchte meinen Partner bei der Geburt nicht dabeihaben. Ich nehme ihn ja auch nicht zur Wurzelbehandlung beim Zahnarzt mit. Ich glaube nicht, dass ein Partner einem bei Schmerzen und Leid wirklich eine Hilfe ist. Direkt danach, OK, dann passt es. Aber dabei sein? Das finde ich eine neumodische Sache, die völlig an den intimsten Wünschen beider Beteiligten vorbeigeht und meistens mögen beide nicht sagen, dass es alleine besser wäre, scheint mir.
 
G

Gast

Gast
  • #4
Bei unserer Tochter hat mein Mann es gerade noch so geschafft rechtzeitig da zu sein, und es war sehr schön. Mein Sohn hatte es leider extrem eilig, und da die Tochter noch versorgt werden musste, kam mein Mann zu spät. Ein bisschen schade, aber für mich auch ok. Vor Allem gab es ein großes Hallo, weil wir beide dunkle Haar- und Hauttypen sind und der Kleine eindeutig blond- nein, kein Kuckuckskind, schlicht Zufall.
 
  • #5
Ich wollte damals UNBEDINGT meinen Mann bei den Geburten dabei haben! (Soo neumodisch ist das gar nicht, Frederika, das ist schließlich schon fast 30 Jahre her!)

Ich weiß überhaupt nicht, wie es ohne ihn gegangen wäre, oder wie andere Frauen ohne ihren Mann dabei klar kommen!
Durch seine Anwesenheit konnte ich mich ganz auf die Geburt konzentrieren, denn ich konnte sicher sein, dass er gut aufpassen würde, was um mich herum passiert. In der anonymen Atmosphäre der Klinik den wichtigsten Menschen bei sich zu haben, war für mich ein Segen!

Er selbst wollte auch unbedingt die Geburt seiner Kinder mit erleben, und ist nach wie vor glücklich darüber, sich so entschieden zu haben.

Ich bin gespannt, ob sich die Meinungen der noch Kinderlosen hierzu von denen der Mütter unterscheiden!
 
G

Gast

Gast
  • #6
Ich habe mich in letzer Zeit viel mit dem Thema beschäftigt und würde meinen Partner dabei haben wollen. Es ist erwiesen, dass die bloße Berührung von einer geliebten Person Schmerzen mindert. Da gerade bei der Geburt starke Schmerzen zu erwarten sind, klingt das gut. Auch braucht man jemanden, der einem Tee oder Eiswürfel holt, den man beschimpfen kann ("An dem Schmerz ist ganz allein der Mann Schuld!") und der einem den Rücken massiert. Auch würde ich so die enge Bindung zwische mir und dem Kind ein Stück zum Vater öffnen wollen, in dem er uns in diesem Moment beistehen kann.
ALLERDINGS nur, wenn er wirklich eine Hilfe wäre, die Körperflüssigkeiten, die Schmerzen und Launen usw. aushält ohne irgendwie sein Mißmut zu bekunden und Interesse daran hat. Ich hoffe, dass wenn es so weit ist genug Gespräche zwischen meinem Partner und mir statt gefunden haben um das ehrlich zu beurteilen.
 
G

Gast

Gast
  • #7
Ich, w35, setze voraus, dass mein Partner bei der Geburt dabei ist. Ich stelle mir die Situation im Krankenhaus schrecklich vor - allein gelassen mit den Schmerzen, der Unsicherheit, der Angst ... und dann auch allein mit all den Gefühlen, wenn das Kind seinen ersten Schrei macht ... schlichtweg unvorstellbar für mich.

Ich habe dazu 2 gegensätzliche Meinungen von Männern gehört: Einer hat mir erzählt, dass die Geburt seines ersten Kindes der emotional berührendste Moment seines Lebens war - ein Moment, den er um nichts in der Welt missen möchte. Ein anderer wiederum (mein Ex-Freund) hat erzählt, dass die Geburt seines Kindes (mit einer anderen Frau) das traumatischte Erlebnis seines Lebens war und dass er nie wieder bei einer Geburt dabei sein will. Verstehe ich auch, und in diesem Fall hätte ich - bei eventuellen gemeinsamen Kindern - von vornherein eine Freundin gebeten dabei zu sein. Aber alleine wollte ich auf gar keinen Fall sein, und wenn der Partner noch kein Geburtstrauma hat finde ich es egoistisch wenn er nicht dabei ist und mich in so einer Extremsituation allein lässt. Wenn er eine Operation hat oder schwer krank ist bin ich ja auch an seiner Seite.
 
  • #8
@#6: Wenn Du bei "einer Operation an seiner Seite sein würdest", dann bedeutet das, dass Du VOR und NACH der Operation bei ihm bist, aber nicht WÄHREND der Operation. Genau das sehe ich auch als passend für eine meist blutige, beim Betrachten oft traumatische Geburt, an. Ärzte und Hebammen sind dafür ausgebildet, andere eben nicht. Sehr vielen Menschen wird beim Anblick von Blut, Skalpel, Scheren, Dammschnitt etc schlecht und mulmig. Was das der Mutter nützen soll, ist mir schleierhaft.
 
G

Gast

Gast
  • #9
ich hätte meinen Partner gerne dabei, wenn er das auch möchte.
 
G

Gast

Gast
  • #10
Ich war froh, dass er dabei war. Es gab ein paar Komplikationen, und er hat mir die nötige Ruhe vermittelt. Das war bei uns auch ein Thema vor der Geburt. Ich wollte ihn nicht zwingen oder nötigen, und er war sich nicht sicher, ob er das mitansehen möchte. Im nachhinein war ich froh um seine Anwesenheit. Er hat schon geschluckt, vor allem wegen der Komplikationen, die ja auch mit ihm besprochen und entschieden wurden.
Ich glaube, er war froh über das Erlebnis wäre der falsche Ausdruck. Eher, er spürte, dass seine Anwesenheit wichtig und notwendig war.
 
G

Gast

Gast
  • #11
@7 Frederika: Der Unterschied zur Operation ist aber, dass der Mann dabei in Vollnarkose ist, während die Frau bei der Geburt (sofern's kein Kaiserschnitt ist) bei vollem Bewusstsein ist und oft ziemlich lange Zeit allein im Krankenbett verbringen muss - mit unsäglichen Schmerzen. Meistens ist stundenlang kein Arzt anwesend, und die Hebamme ist auch nicht die ganze Zeit dabei, es sei denn man bucht eine private Hebamme.

Meine Mutter hat sehr eindringlich erzählt, wie sie sich damals gefühlt hat - völlig allein gelassen, unbetreut, hilflos, ängstlich, nicht wissend, ob das alles normal ist oder ob irgendwas nicht stimmt ... wenn man zB nachts in den Wehen liegt und nur eine Hebamme anwesend ist (was in kleinen Krankenhäusern normal ist), hat man einfach Pech gehabt, wenn gleichzeitig 2 Gebärende anwesend sind. Die Hebamme kann sich nicht zweiteilen, und so ist man eben völlig allein - bei vollem Bewusstsein. Das möchte ich niemals.
 
  • #12
@# Frederika, die Väter werden bei der Geburt so platziert, dass sie die beängstigenden Tatsachen gar nicht zu sehen bekommen. Sie stehen am Kopfende! Bei Komplikationen werden sie sowieso heraus geschickt.

Was es nützen soll?
Vor allem beim ersten Kind fühlt man sich unsicher, hat Angst vor dem, was da mit einem geschieht, hat selbst keinen Einfluss mehr auf den Ablauf der Dinge und fühlt sich ausgeliefert. Den wichtigsten Menschen bei sich zu wissen, beruhigt ungemein!
 
  • #13
zunächst mal stimme ich #4 zu.

#1 die Geburt des gemeinsamen Kindes mit einer Wurzelbehandlung zu vergleichen, finde ich... naja.

#7 du hattest noch keine Geburt mit Partner. Sonst wüßtest du, daß der Partner (zumindest meiner!) von den Ärzten und der Hebame immer am Kopfende plaziert wird - diese können den jeweiligen Menschen einschätzen und haben nicht die geringste Lust, noch einen Patienten zu haben ;-).
Nein, der Partner bekommt von Blut, Schleim, Dammschnitt etc. nix mit. Er steht bei der Geburt seiner Frau zu Seite - so gut er´s eben kann. Handhalten oder denn Kopf beim Pressen halten, vor allem ist er einfach DA und, wie Angela schon schrieb, er ist die Person, zu der man das größte Vertrauen hat. Nicht unbedingt in medizinischer Hinsicht, sondern grundsätzlich.
Für meinen Partner war die Geburt unseres Kindes, das schönste Erlebnis seines Lebens.
 
G

Gast

Gast
  • #14
Für mich war es bei meiner Exfrau selbstverständlich das ich bei beiden Geburten unserer Kinder dabei war - es wurde auch danach gar nicht mal gefragt. Obwohl ich jahrelang beim Roten Kreuz als ehrenamtlicher Notarztfahrer tätig war und auch Geburten als Helfer hatte, ist es überhaupt nicht vergleichbar mit einer Geburt der eigenen Kinder - es war einfach ein Erlebnis.

m53
 
G

Gast

Gast
  • #15
Auf keinen Fall, das ist ja ekelhaft.
 
G

Gast

Gast
  • #16
Vorausgesetzt die Geburt verläuft problemlos aus medizinischer 'Sicht (falls nicht, wird der Vater sowieso hinausgeschickt) ist die Geburt eines gemeinsamen Kindes ein wunderschönes, tief verbindendes Erlebnis, das keiner der Männer, die ich kenne (meinen eigenen inklusive) je missen möchte. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit oder einen Eingriff, wie von Frederika eingestuft, sondern der natürlichste Vorgang der Welt. Natürlich sollte man niemanden "vergewaltigen" der das eigentlich nicht möchte, aber im Normalfall, wenn man sich gemeinsam auf das Kind freut, gibt es nichts Schöneres. Unsere beiden Töchter sind beide mit Kaiserschnitt geboren, da beide Steißlage waren und ich eher schmal gebaut. Da mein Mann Arzt ist durfte er ausnahmsweise auch bei diesen Geburten dabei sein. Er stand dabei am Kopfende bei mir und da ich nur eine PA hatte war ich darüber unendlich glücklich. Als unsere Enkeltochter im letzten Sommer geboren wurde, waren nicht nur der junge Vater, sondern auch wir Großeltern anwesend und es war unsagbar schön und anschließend habe wir alle zusammen im Geburtszimmer mit Champagner auf das kleine Wunder angestoßen. Übrigens ich als Großmutter hatte die 'Ehre, die Nabelschnur durchschneiden zu dürfen. Ich muss nicht erwähnen, dass ich ein ganz besonders inniges Verhältnis zu meiner 'Enkelin habe, die ich fast täglich sehe und die unser ganzer Sonnenschein ist.
 
G

Gast

Gast
  • #17
Ich war bei der Kaiserschnittgeburt meines Kindes dabei.
War absolut kein Problem und ich fand es sehr gut dabei zu sein.
Hat meiner damaligen Frau geholfen und wir waren uns von vorneherein einig das ich dabei sein werde.
Ich kann aber verstehen wenn Frauen bei der Geburt alleine sein möchten und würde das respektieren. Ich denke es sollte eine Entscheidung von beiden sein.
Es ist doch gut das die Möglichkeit besteht ob sie genutzt wird muss man dann entscheiden.
 
G

Gast

Gast
  • #18
Also ich (42, 3 Kinder) war bei beiden Geburten mit dabei. Meine Tochter wurde vor knapp 11 Jahren per Kaiserschnitt geholt, weil sie wegen einer unglücklichen Kopflage nicht durch den Geburtskanal gerutscht ist, weshalb die gesamte Geburt vom platzen der Fruchtblase bis zur Geburt über 14 Stunden dauerte. Meine inzwischen ExFrau sagte mir danach, sie hätte nicht gewußt, wie sie das ohne mich durchgestanden hätte. Sie wollte auch unbedingt und egal wie die Geburt verlaufen wird, daß ich mit dabei bin. Darüber hinaus war es auch mein Wunsch auf alle Fälle mit dabei zu sein. Wir haben das beide vorher auch alles mit Ärzten und Hebammen abgesprochen. Unterschrieben habe ich auch dafür, daß ich das auf meine eigene Verantwortung tue. Da der Kaiserschnitt mit PDA (keine Vollnarkose) durchgeführt wurde, haben wir beide auch alles mitbekommen. Ich fand das auch nicht weiter schlimm, muß aber dazu sagen, daß ich Ersthelfer bin und kein Problem damit habe Blut zu sehen. Bei der Geburt unserer Zwillinge war ich natürlich auch mit dabei. Auch sie sind per Kaiserschnitt geholt worden und wie haben auch hier wieder alles bis ins kleinste Detail mitbekommen.

Ich kann als Vater nur sagen, so eine einmalige Gelegenheit (vor allem beim ersten Kind) sollte man(n) sich nicht entgehen lassen. Allerdings sollten sich beide darüber einig sein und für den Fall das einer von beiden damit wirklich Probleme hat, sollte man vorher auch darüber sprechen und es in beidseitigem Einvernehmen dann auch respektieren und akzeptieren. Wie gesagt, für uns waren die Geburten unserer Kinder sehr besondere Momente, die wir auch beide sehr intensiv erlebt haben und auch sehr glücklich darüber waren sie gemeinsam durchlebt zu haben. Vor allem der/die erst(en) Ton/Töne meiner Kinder habe ich heute noch im Ohr, als wäre es erst gestern gewesen und ich bin sehr glücklich über diese Erlebnisse in meinem Leben.
 
G

Gast

Gast
  • #19
Bei den Geburten meiner beiden Kinder waren die jeweiligen Väter dabei. Beide Male waren es Kaiserschnitte. Beide Male hatten die Männer einen ziemlichen Bammel davor. Und beide Male war es für sie eine überwältigende Erfahrung - und für mich eine enorme Beruhigung und Sicherheit. Die hätte ich nicht missen mögen.

Ach so, und als Nachsatz: vor meinen Schwangerschaften hätten sich die Männer das nicht vorstellen können, dabei zu sein. Im Laufe der Schwangerschaften wurde immer klarer und selbstverständlicher, dass das eine gemeinsame Sache wird.
 
G

Gast

Gast
  • #20
Also ich möchte (w, 39) es nicht, dass mein Mann dabei ist. Und da bleibe ich bei.
 
G

Gast

Gast
  • #21
Bisher dachte ich, mann hätte überhaupt keine Wahl und muss aufgrund des gesellschaftlichen Druckes umbedingt dabei sein. Ich freue mich zu lesen, dass nicht alle Frauen einen Mann dabei haben wollen. Sollte ich mal in die Situation kommen, so hoffe ich eine Frau zu finden, die ohne mich gebären will. Alternativ, werde ich mich wohl daneben legen. Die Vorstellung dabei zu sein zu müssen erzeugt in mir fast panische Angstgefühle.

m/44 ohne kinder
 
  • #22
Ich werde es meinem Partner überlassen. Da ich sehr ärzte-/krankenhauserfahren bin, habe ich keine Sorge, dass ich es nicht alleine schaffen könnte. Trotzdem würde ich mich freuen, wenn er dabei wäre, es ist ja schließlich auch sein Kind. Ich würde ihm das nie verwehren. Aber wenn er es nicht wollte, weil er z.B. Angst hätte, dass ihm übel würde, dann würde ich ihn auch nicht drängen.
 
G

Gast

Gast
  • #23
Ich finde Männer, bzw. überhaupt Menschen, die angeblich "kein Blut sehen können", sind absolute Waschlappen. Jeder Mensch hat Blut, jeder Mensch schneidet oder verletzt sich diverse Male im Leben, oder sieht das bei anderen Menschen. Ich finde es auch inkonsequent, unnatürlich und "Waschlappen", wenn ein Mensch, der Fleisch isst, das Schlachten eines Tieres nicht sehen kann.
Eine Geburt ist nun wirklich das absolut Natürlichste, was es gibt! Es ist eben genau KEINE Krankheit und normalerweise kein "medizinischer" Eingriff, wie es eine OP, eine Wurzelbehandlung etc. sind. Es ist eben gerade DAS ein "neumodisches", unnatürliches Entferntsein von den natürlichsten körperlichen Vorgängen, wenn man sich scheut, eine Geburt mitzuerleben, insbesondere dann, wenn es einen selbst betrifft (niemand erwartet von einem Mann, bei der Entbindung fremder Frauen dabei zu sein)!
Der Mann ist an der Entstehung seines Kindes genau so beteiligt wie die Frau, also ist es nur konsequent und natürlich, wenn er sich auch beim schmerzhaften Teil dessen nicht verdrückt. Mehrere Männer haben mir geschildert, dass ihnen durch das Miterleben der Entbindung ihrer Frau erschütternd klar geworden ist, welch große Leistung eine Frau eigentlich zum Fortbestand des Lebens erbringt; von dem Erlebnis, bei der Geburt seines eigenen Kindes dabei zu sein, mal ganz abgesehen!

Also, ich hätte kein Verständnis dafür, wenn mein Mann mir während der Schwangerschaft sagen würde, dass er bei der Geburt unseres Kindes nicht dabei sein will. Ich wäre ganz klar enttäuscht und würde ihn als Waschlappen empfinden, ER hat ja Null Schmerzen zu erwarten, er sollte mir einfach nur beistehen!
Ob ICH selbst mich hingegen vor dem Vater meines Kindes in so schmerzvoller, wenig "schöner" Form zeigen wollte, ist nochmal eine andere Frage für mich! Das wäre aber eher mein eigenes Eitelkeitsproblem. Das ist, glaube ich, auch der Grund, weshalb manche Frauen es nicht wollen, dass ihr Mann dabei ist - weil sie aus "Eitelkeit" Angst davor haben, ihr Mann könnte sie in der Situation vollkommen unerotisch und körperlich abstoßend empfinden. In einer wirklich liebevollen, tiefen, ernsthaften Partnerschaft würde ich mir allerdings wünschen, dass ich diese Angst nicht haben müsste.

w42
 
G

Gast

Gast
  • #24
Ich würde das keinem Mann der Welt zumuten und ehrlich gesagt, wäre ich ein Mann ich würde mir das um nichts auf der Welt antun wollen. Einfach EKELHAFT!
Bei der Geburt meines Kindes hatte ich meine Mutter dabei, was deutlich beruhigender war. Sie konnte nämlich seelisch eine echte Hilfe sein, weil sie die Situation auch durchgestanden hat und es war ein wunderbares Erlebnis. Mit dem vater des Kindes hätte ich mich die ganze Zeit unwohl gefühlt (wie sieht das wohl gerade aus???). Außerdem @ 11 steht ein Mann sicher nicht die ganze Geburt über am Kopfende des Bettes! Ich zitiere da mal: oh gucken Sie mal, da ist das Köpfchen zu sehen...

Ich finde es auch nicht richtig, wenn manche Frauen ihre Männer versuchen untre Druck zu setzen, bei einer Geburt dabei zu sein - warum? Wenn man eine vertraute geburtserfahrene Frau hat, die einem beistehen kann, ist das tausendmal besser!
Jeder Mann muss das für sich selber entscheiden dürfen, da es eine enorme Stresssituation darstellt und man von keinem Menschen erwarten kann, sich dieser "auf Befehl" auszusetzen. Das finde ich sehr egozentrisch von den Frauen und es reicht doch, dass die Frau vorübergehend Schmerzen hat - soll der Mann auch noch traumatisiert werden?

w, 35
 
G

Gast

Gast
  • #25
@Frederika
Also dein Vergleich mit einer Wurzelbehandlung ist ja wohl etwas daneben. Du hast den Zahn ja nicht gemeinsam mit deinem Partner gepflanzt und wirst ihn auch nicht gemeinsam mit ihm während der nächsten 20 Jahre hegen und pflegen.
Wenn du keine gemeinsame Geburt magst, ist das natürlich dein gutes Recht. Aber du warst ja wohl auch noch nicht in der Situation.

Ich konnte es mir auch nie vorstellen, ich wusste, dass das nicht nur eine blutige Angelegenheit sein wird, sondern auch, dass man sich als Frau völlig entblößt (nicht körperlich gemeint). Bereits vor 20 Jahren gab es bereits sogenannte natürliche Geburten, bei denen z.B. kein Einlauf mehr gemacht wurde und das Kind beim Weg nach Außen auch auf den Darm drückt. Du hast da keine Chance mehr, etwas zurückzuhalten und das kann schon unangenehm und peinlich sein.
Aber mein Mann wollte dabei sein und ich dachte mir, ich kann ihn ja immer noch rausschicken, wenn es mir unangenehm ist.
Dann war er mir aber eine tolle Hilfe. Er hat mir über Stunden den Rücken massiert, mir Eiswürfel zum Lutschen gegeben, mit mir die Wehen geatmet und mit mir geschrieen. An dem Tag gab es 3 geburten zur selben zeit und die Hebamme lief von einem Zimmer zum anderen. Ich hätte mich furchtbar gefühlt, wenn ich mit meinen Schmerzen alleine geblieben wäre.
Bei der Geburt sah mein Mann den Kopf kommen. Er saß nicht am Kopfende sondern unten, denn es war keine OP. Er sagte mir später, dass das der bewegendste Moment in seinem Leben war und dass er den ersten Blick seines Sohnes nie wieder vergessen würde.
Für mich - aus Erfahrung - ein eindeutiges JA für den Partner bei der Geburt.
Das ist eine gemeinsame Sache, das ist ein gemeinsames Kind, man war bei der Zeugung zusammen, dann sollte man auch bei der Geburt zusammen sein.
 
G

Gast

Gast
  • #26
Ich möchte meinen Partner dabei haben und er möchte auch dabei sein. Es ist doch wohl ein Wunder, wenn das eigene Kind auf die Welt kommt und diesen Moment wollen wir zusammen erleben.
 
G

Gast

Gast
  • #27
Liebe FS,

...auch das kann passieren: unsere geplante Hausgeburt (sowas gibt`s auch noch) ging doch
schneller als vorauszusehen und ich war froh und dankbar dass mein Mann unseren Sohn
im Badezimmer "aufgefangen" hat :)
Die Hebamme war erst eine Viertelstunde später vor Ort und alles war in Ordnung.
Dieses Erlebnis werden wir nie vergessen und mein Mann hat noch wochenlang stolz davon
erzählt...für mich dann etwas peinlich.
Wer sich auf das Wagnis "natürliche Geburt" einlassen möchte, dem sei gesagt, dass die
körpereigenen Endorphine so stark wirken können dass man alles nur in Halbtrance,
ohne großes Schmerzempfinden erlebt. So war es bei mir.
Auf jeden Fall ein großartiges Erlebnis für beide Partner.
 
G

Gast

Gast
  • #28
Das hängt von beiden ab.
In meinem Fall war das so, dass ich mir nicht sicher war, ob er es aushalten würde. Kurz vor der Geburt sagte er mir: ich kann das nicht, ich kann dich nicht leiden sehen. Und ich habe das respektiert und habe seinen Wunsch akzeptiert, weil ich ihn kenne. Er ist ein ängstlicher Typ, sehr einfühlsam mit mir und ich denke, es war auch besser so. Ich konnte mich voll auf die Geburt konzentrieren, ohne mich auch noch um ihn kümmern zu müssen.
Als ich dann aus dem Kreissaal kam, war er überströmt mit Tränen, vor Freude und Erleichterung, weil er solche Ängste ausgestanden hatte. Trotzdem hat er viermal diese Tortur durchgemacht, er liebt mich und unsere Kinder abgöttisch, ist ein sehr guter Vater und für uns war das kein Problem, dass er nicht anwesend sein konnte.
Das hängt eben viel von der Natur jedes Einzelnen ab.
 
G

Gast

Gast
  • #29
Liebe FS, ich habe 2 Kinder. Ber der ersten Geburt war mein Mann dabei und es war wirklich toll. Bei der zweiten Geburt war unsere Beziehung schon praktisch hin, ich hatte sehr viel Stress und Ärger mit meinem Partner, DESWEGEN wollte ich nicht, dass er dabei sein wird (es hat aber auch aus anderen Gründen nicht geklappt).
 
V

Vicky

Gast
  • #30
@ Frederika

Interessant, dass gerade Du Deinen Partner nicht bei der Geburt dabei haben möchtest. Ich hätte ja eigentlich geschworen, dass Du die genau gegenteilige Meinung vertrittst. Denn Du plädierst doch ansonsten sehr für eine harmonische, von sehr viel Vertrauen geprägte Partnerschaft, in der man füreinander da ist und auch dem Partner zuliebe vieles tut.

Was die Wurzelbehandlung angeht: Das halte ich mit Verlaub auch für einen recht hinkenden Vergleich. Zum einen ist das nichts, was beide wirklich gemeinsam angeht. Während die Geburt des gemeinsamen Kindes etwas ist, was beider Leben unwiederbringlich und tiefgreifend verändern wird. Zum einen die Geburt an sich als Ereignis, zum anderen, weil es der Startschuß zum Leben als Eltern, als Familie ist. Zum anderen wüßte ich auch gar nicht, warum mir jemand bei einer Wurzelbehandlung Händchen halten sollte. Man bekommt eine Betäubung und spürt in der Regel ja dann entweder gar keine oder nur sehr wenige Schmerzen. Eine schmerzlose Geburt ist jedoch trotz PDA immer noch nicht durchgehend möglich. Und natürlich kann ein Partner einem diese Schmerzen nicht abnehmen. Aber wie Schmerzen wahrgenommen und verarbeitet werden, hängt schon auch nochmal (zumindest teilweise) davon ab, ob man sich zu allem Überfluß auch noch alleine und ausgeliefert fühlt oder eine Vertrauensperson dabei ist, denke ich. Und das bestätigen ja auch viele Frauen hier und im realen Leben. Abgesehen davon ist ja oft das erste, was einem zu einer Geburt einfällt "enorme Schmerzen". Dabei gibt es ja bei einer Geburt, die ja auch gut und gerne 20 Stunden dauern kann, immer wieder lange Phasen, in denen keine Wehen kommen, in denen man keine Schmerzen hat. Und da ist es doch auch schön wenn man jemanden dabei hat, mit dem man sich unterhalten, mit dem man einen Spaziergang durch den Krankenhauspark machen kann usw.

Was mich aber insbesondere bei Deiner Antwort irritiert, ist ein Widerspruch, den ich auszumachen glaube. Bei den Threads, in denen es um Alleinerziehende mit neuem Partner geht, plädierst Du ja dafür, den Kontakt zum Ex auf ein Minimum zu reduzieren. Ferner hast Du die Meinung vertreten, derjenige, der Kinder hat, sollte seinem neuen Partner nie von guten alten Zeiten der Ex-Beziehung erzählen. Dazu zähltest Du ja vor allem die Phase, in der man sich für ein Kind entscheidet, die Schwangerschaft und die Geburt, die Du dabei ganz besonders herausgehoben hast. Wenn es aber eine Geburt wäre, bei der der Partner nicht anwesend ist, dann ist da ja auch nichts, was ein Paar so wahnsinnig miteinander verbindet, weil die Frau sie eben alleine erlebt hat. Wenn aber der Partner dabei war, so bist Du ja scheinbar doch automatisch davon ausgegangen, dass dies ein Erlebnis ist, dass diese beiden Menschen auf ganz besondere Art und Weise - und das eigentlich für immer - miteinander verbindet. Denn ansonsten wäre es doch kaum verständlich, dass man nach Deiner Ansicht einem neuen Partner davon nichts erzählen soll. Wenn der Mann die Geburt nur als abstoßend empfinden würde, gäbe es ja gar nichts, auf das ein neuer Partner irgendwie befremdet oder eifersüchtig reagieren könnte.
 
Top