G

Gast

Gast
  • #31
Bei meiner schweren Geburt meiner großen und dicken Tochter, 55 cm und 4500 gr, ich war ein Leichtgewicht (50kg) damals und bin es heute immer noch mit 47 Jahre, Vater ist auch normal gebaut, Schwangerschaft war total unproblematisch, aber Baby war bei der Geburt ein riesen Klopps :), nein, kein Kaiserschnitt, die Ärzte haben nicht richtig aufgepasst und mich lieber geschnitten, aber alles ist wieder i.O., hat mir der Vater meiner Tochter wenig genützt.

Gut ist es für meine Tochter, dass sie weis, dass ihr Vater bei ihrer Geburt dabei war.

Aus heutiger Sicht würde ich den Kindesvater bei der Geburt nicht dabei haben wollen, weil ich auch denke, dass nach der Geburt, auch wenn es für den Mann ein tief bewegendes Erlebnis ist, das Verhältnis des Mannes zum Sex mit der Frau anders wird. Es gibt Männer, die haben irgendwie einen "Schaden" wegbekommen und können die Frau nicht mehr als ihre Frau und Geliebte sehen, sondern nur noch als Mutter.

Nicht umsonst gibt es so viele Männer, die heimlich in der ersten Zeit nach der Geburt fremdgehen oder sogar ins Bordell gehen. Habe dazu mal einen Fernsehbericht von Prostituieren gesehen, die auf einem Strassenstrich in Berlin arbeiten und oft mit Männern zu tun haben, wo im Auto ein Baby-Autoschale oder ein Kindersitz für Kleinkinder zu sehen ist, bzw. teilweise noch warm ist, wie die eine Prostituierte erzählte.
 
  • #32
@#29: Tja, Vicky, es gibt also doch noch Überraschungen im Leben! ;-) Nein, ich stehe dazu, ich kann mir im Moment nicht vorstellen, einen Partner bei der eigentlichen Geburt dabei zu haben. Das wäre mir unangenehm, ich finde es völlig deplaziert.

Du hast einige interessante Punkte erwähnt, zu denen ich gerne Stellung beziehen werde: Ja, eine Geburt im weiteren Sinne kann einen ganzen Tag dauern und natürlich wäre ich wohl froh, wenn ich da jemanden an meiner Seite hätte, durch Gespräche abgelenkt werde und mir eben auch geholfen werden kann, wenn ich selbst vielleicht hilflos bin. Daran hatte ich ehrlich gesagt auch gar nicht gedacht, aber da hast Du einfach recht. Ich hatte unter Geburt den eigentlichen Vorgang im engeren Sinne verstanden und bei dieser blutigen, schmerzhaften und im Anblick sicher nicht schönen Sache möchte ich keinen Partner dabei haben. Wer kann und will schon so viel Blut und Elend sehen, was soll das nützen? Nachher wird er noch ohnmächtig... Ne, also ich finde, das ist eine völlige Fehlentwicklung.

Der zweite interessante Aspekt betrifft die Wirkung der Geburt auf die Partnerschaft. Ehrlich gesagt, finde ich da Deinen Einwand fast schon unfair und viel zu kurz gedacht. Eine gemeinsame Schwangerschaft, vom ersten Ultraschallbild bis zur Geburt, ist doch immer ein wahnsinnig einschneidendes, tief verbindendes, unvergessliches Erlebnis, auch wenn der Mann die 20 min der eigentlichen Geburt nicht dabei wäre. Das neugeborene, 5-Minuten-junge Baby auf dem Arm zu halten, die ershcöpfte Mutter, die ersten gemeinsamen Wochen mit einem Säugling -- das aändert doch nichts an der Qualität dieser Erfahrung, ob der Mann da beim eigentlichen Geburtsakt unmittelbar zuschaut oder erst direkt danach wieder dazukommt. So oder so verbindet dieses Erlebnis, die Geburt und gemeinsame Elternschaft, sehr intensiv und unvergesslich. Ich nehme an, dass Du diesem Argument (der unvergesslichen Nähe) nicht nur damals sondern auch jetzt noch zustimmst.

Natürlich empfindet ein Mann eine Geburt auch nicht durchgehend als abstoßend, sondern als Wunder der Natur. Aber dafür muss er doch nicht unbedingt im blutigsten Moment anwesend sein. In Bezug auf #22 empfinde ich Männer auch keineswegs als Waschlappen, nur weil sie kein Blut sehen können. Was für ein Unfug.
 
  • #33
# Frederika: Ja, da kann ich dir Recht geben! Kann ein Vater - aus welchen Gründen auch immer- bei der Geburt nicht dabei sein, so wird er das Baby nicht weniger lieben.
Es ist doch auch völlig ok, wenn die Mutter, oder der Vater sich dafür entscheiden, die eigentliche Geburt nicht gemeinsam erleben zu wollen.
Auch sehe ich es genau so, dass dem Mann niemals ein schlechtes Gewissen gemacht werden darf, wenn er bei der Geburt nicht anwesend sein möchte.

Warum ich dich dennoch hier nochmals anspreche:
Ich glaube, du stellst dir die Geburt grausiger anzusehen vor, als sie tatsächlich normalerweise ist. Ich kenne keinen Vater, der hinterher nicht froh war, dabei gewesen zu sein. Die Faszination der Geschehnisse ist viel zu stark, um von ein bisschen Blut beeinflusst zu werden. Niemand denkt in diesem Augenblick an etwas anderes.

Also keine Sorge: Alles halb so schlimm!
 
G

Gast

Gast
  • #34
Ich bin die FS. Erst mal danke für die vielen, teils ausführlichen und teils sehr persönlichen Antworten.

Ich habe die Frage gestellt, weil ich selbst gerade schwanger bin. Nach jetzigem Stand der Dinge wird mein Freund zur Geburt mitgehen, weil wir beide dies so wollen.

Nichts destotrotz habe ich da manchmal auch Bedenken. Wir gehen ja auch nicht zusammen auf die Toilette.. Und nach allem, was man über Geburten hört, liest und sich auch selbst denken kann, wäre das aber noch harmlos gegen das, was sich bei einer Geburt so abspielt. Bei einer Geburt werden ja beide sehr deutlich mit den natürlichsten Dingen der Welt konfrontiert. Aber wie das mit den natürlichsten Dingen der Welt so ist, meistens sind sie nicht gerade schön anzusehen, zu riechen, zu erleben. Auch, wenn es eigentlich keinen richtigen Grund gibt sich z.B. für Toilettengerüche, Blähungen u.ä. zu schämen, so tun es die meisten eben doch. Bei der Geburt kommen nun Blut, Fruchtwasser, Schleim, Schweiß usw. ins Spiel und manchmal eben auch Kot (und wahrscheinlich auch Urin?). Das stelle ich mir schon alles sehr seltsam vor.

Zwar sagen viele Ärzte und Hebammen und viele Männer und Frauen, die da aus Erfahrung sprechen, dass der werdende Vater strikt am Kopfteil des Bettes gehalten wird und eben nicht zwischen die Beine der Frau guckt und folglich auch nicht alles aus nächster Nähe mitbekommt. Andererseits wird er wohl auch vom Kopfende mitbekommen, wenn beim Pressen etwas rauskommt, was so nicht geplant war.. Und ich habe nun auch schön öfter Schilderungen gehört wie eben: "Gucken Sie, da ist schon das Köpfchen zu sehen" u.ä. Mein Vater hat sogar schon vor über 30 Jahren eben nicht nur am Kopf gestanden. Wobei ich schätze, dass das die Hebammen und Ärzte so etwas nur in solchen Fällen sagen, in denen sie merken, dass das den Mann eben nicht ekeln und schon gar nicht traumatisieren wird.

Das sind die Bedenken, die ich habe. Aber auf der anderen Seite sind ja nun bei der Zeugung beide gleichermaßen beteiligt, die Frau ist zwar allein schwanger ist aber ein normaler Mann wird ja die ganze Zeit der Schwangerschaft über regen Anteil daran nehmen. Und so fände ich es komisch, wenn nun der tatsächliche Schluß- bzw. Höhepunkt kommt und der Mann dann nicht dabei ist. Stelle mir die Situation auch praktisch sehr merkwürdig vor. Läßt man sich dann von seinem Mann zum Krankenhaus fahren, steigt aus und sagt: "Dann bis morgen Schatz. Ich bringe dann unser Kind mit!" Abstrus, wie ich finde. Komisch auch, wenn er die ganze Zeit über im Krankenhausflur sitzen würde. Zum einen muss das schrecklich langweilig aber auch nervenaufreibend sein, zum anderen macht sich der Partner ja dann wahrscheinlich doch auch sehr plastische Vorstellungen von dem, was sich da gerade drinnen abspielt. Diese Vorstellungen sind dann wahrscheinlich oftmals sogar wirklich abstoßend und beängstigend und das kann wahrscheinlich noch nervöser und ängstlicher machen als tatsächlich dabei zu sein und zu merken, dass alles seinen normalen Gang geht.

Ich glaube auch - und das hört man ja auch sehr oft - dass es ein Paar ungeheuer miteinander verbindet, dieses Ereignis zusammen erlebt und durchlebt zu haben. Ich persönlich kann mir keinen Moment in einer Partnerschaft vorstellen - außer vielleicht im Negativen so etwas wie Krankheit, OP u.ä.- das einen als Paar nochmal eine ganz andere Intensitäts-Stufe, Verbundenheit, Nähe und Tiefe erleben läßt. Das normale Leben ist im Allgemeinen eben einfach zu normal um solch extraordinäre Erlebnisse und Emotionen zu erschaffen. Obwohl eine Geburt das Natürlichste der Welt ist und nüchtern betrachtet nichts, was einen überraschen müßte, zumal jeder von uns schon hunderte Szenen über Geburten in Filmen, Reportagen usw gesehen haben dürfte und man sehr viel in der Theorie darüber weiß, so scheinen doch so gut wie alle Eltern bei der Geburt ihres Kindes extrem ergriffen und berührt zu sein. Da wäre es doch schade wenn man den wichtigsten aller Momente nicht teilen kann. Ich glaube nämlich nicht, dass man als Frau einem Mann, der nicht dabei war, auch nur halbwegs begreifbar machen kann, was und wie man dabei empfindet. Und auch Väter, die bei einer Geburt eines Kindes dabei waren, bei einer anderen aber nicht, verleihen ja oft nach Jahren noch ihrem tiefen Bedauern darüber Ausdruck. Den allerersten Atemzug des eigenen Kindes mit zu erleben, ist scheinbar durch nichts zu ersetzen.
 
G

Gast

Gast
  • #35
@ Frederika

Danke für Deine Antwort. Nun, erst mal sind wir beim Begriff "Geburt" wohl von unterschiedlichen Begriffen ausgegangen. Ich meinte damit alles, von der ersten bis zur letzten Wehe und dem eigentlichen Austritt aus dem Geburtskanal. Du wiederum meintest damit wohl nur den allerletzten Teil der Geburt.

Ich wundere mich, dass Du meinen Einwand bzgl. Intensität der Partnerschaft als unfair empfindest. Natürlich ist schon die ganze Schwangerschaft und der überwiegende Teil der Geburt etwas, das eine Beziehung schon auf eine andere "Bewußtseinsebene" bringt und beide sehr miteinander verbinden wird. Ist ja vollkommen klar. Das habe ich auch nie anders gesehen und gemeint und hoffe, dass es in meinem Beitrag nicht anders rübergekommen ist. Aber die Geburt an sich (die komplette und vor allem der eigentliche Austritt des Babys aus dem Geburtskanal) toppt das Ganze in der Regel aber wohl doch nochmal gewaltig, wenn man sich Erfahrungsberichte dazu anhört. Ansonsten wäre es eben kaum zu erklären, warum manche Männer diesem verpaßten Erlebnis jahrelang hinterhertrauern und jene Männer, die dabei waren, eben auch insbesondere den allerersten Atemzug, den allerersten Blick, den allerersten Schrei ihres Kindes und das total erschöpfte aber glückliche Gesicht ihrer Frau als so intensiv beschreiben.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, so wäre es Dir also Recht, wenn bei einer 20-stündigen Geburt der Partner 19 Stunden anwesend ist, dann, wenn es aber wirklich ans Eingemachte geht, er rausgeschickt wird / rausgehen möchte. Nun, ich persönlich glaube, dass das sehr theoretisch gedacht ist. Ich denke, dass ein Mann, der eine so lange Zeit dabei war und sich in dieser Zeit auch nicht unwohl gefühlt hat (das setze ich jetzt mal der Einfachheit der Diskussion halber voraus), dann auch den Höhepunkt miterleben möchte und sozusagen die Früchte der (gemeinsamen) Arbeit ernten will. Und ich glaube vor allem, dass eine Frau, die sich in der Anwesenheit des Mannes in den ganzen 19 Stunden unterstützt und auf eine gewisse Weise geborgen gefühlt hat (auch das setze ich jetzt mal der Einfachheit der Diskussion halber voraus), gerade dann, wenn das Kind dann endlich kommt, gar nicht mehr alleine sein will, sondern die Unterstützung genau dann umso dringlicher braucht, diese als hilfreich empfindet und diesen Moment mit ihrem Mann teilen möchte.

Wenn es so ist, wie die meisten beschreiben, dass der Mann in den meisten Fällen am Kopfende bleibt, so sieht er das blut- und schleimverschmierte Baby ja nur aus einer gewissen Distanz und eben nicht aus nächster Nähe wenn es rausgezogen und von der Hebamme auf den Arm genommen wird. Das geht wohl alles sehr, sehr schnell. Außerdem glaube ich, dass in einem solchen Moment Ekelgefühle, die man normalerweise beim Anblick von Blut und Schleim durchaus haben würde, dann von den überbordenden Glücksgefühlen komplett überlagert werden. Die Abneigung gegen Blut und Schleim ist ja total normal und wohl auch evolutiv bedingt. Bei der Geburt des eigenen Kindes weiß man aber rational und spürt wohl auch instinktiv, dass dies nichts ist, wovon Gefahr droht, vor dem man sich also ekeln müßte.

Wenn es also so ist, wie ich das gerade beschrieben habe, wird der Mann ja gar nicht extremer Augenzeuge von Blut usw. Eine andere Frage ist natürlich wiederum, ob es sinnvoll ist, der Mutter das blutverschmierte Baby sofort auf die nackte Brust und Bauch zu legen. Denn spätestens jetzt werden ja beide direkt mit Blut, Schleim, Fruchtwasser usw. konfrontiert. Vielleicht kann man ja vorher mit der Hebamme absprechen, dass sie das Baby vielleicht kurz wäscht oder wenigstens abtrocknet o.ä. Aber andererseits glaube ich, dass auch im Falle eines nicht abgetrockneten Babys die o.g. Glücksgefühle einfach alles überstrahlen. Man hat ja wirklich schon viele Frauen wie Männer, die in Sachen Körper und Körperflüssigkeiten sehr empfindlich sind, sagen hören, dass das der schönste Moment ihres Lebens war. Ich persönlich habe zumindest noch nie jemanden gehört, der sagte, dass er sich total geekelt hätte. Und auch hier bei den Antworten war keine Antwort eines Mannes dabei, der tatsächlich bei der Geuburt anwesend war und sich geekelt hätte. Befürchtungen vor Ekel usw. haben ja gerade diejenigen geäußert, die es eben noch nicht erlebt haben. Habe ich zumindest so verstanden. Wenn ich also im RL Männer von den intensiven Glücksmomenten der Geburt habe geradezu schwärmen hören, so klang das für mich auch immer glaubhaft und nicht so, als wollten die Männer da nur romantisches Zeug faseln.

Was aber Männer wie Frauen hingegen als fies beschreiben, ist der Anblick der Plazenta, der wohl an eine sehr blutige Leber erinnert. Aber da die Nachgeburt eben nach der Geburt kommt, haben Mutter und Vater ja auch normalerweise anderes zu tun als die Plazenta genau unter die Lupe zu nehmen. Ist ja auch wiederum nichts, was die Hebamme einem unter die Nase halten müßte und das ist wohl auch nicht üblich.

Während die meisten Männer erzählen, dass die eigentliche (Schluß-) Geburt der intensivste Moment ihres Lebens war, gehen manche Männer ja sogar noch weiter und sagen, dass sie ihre Frau in keinem Moment so sehr geliebt und so schön gefunden haben wie eben in diesem wenn sie total verschwitzt, schmerzverzerrt das gemeinsame Kind herauspresst. Das alles hat mit objektiven, ästhetischen Kriterien natürlich nichts mehr zu tun. Denn jede Frau sieht wahrscheinlich nach objektiven Kriterien zu jedem anderen Zeitpunkt attraktiver aus als genau bei der Geburt. Aber das sind eben Momente, wo wir wahrscheinlich einfach nur Mensch sind, einfach nur unseren Instinkten und intensiven Emotionen folgen und eben mal total weit weg sind von Ratio und dergleichen. Und ist das nicht das eigentlich Tolle daran? Die Natur tatsächlich als wunderschön, als ein Wunder zu erfahren? Und Du weißt ja aus meinen anderen Beiträgen, wie dämlich ich normalerweise überromantisiertes Komplimentegeschwafel ablehne. Aber hier finde ich, haben ehrliche, romantische Komplimente und Schwüre meiner Meinung nach ihren total berechtigten Platz.


@ # 32:

Falls das so rübergekommen sein sollte in meinem Beitrag: Ich bin natürlich dafür, dass ein Mann auch das Recht haben soll, nicht dabei zu sein wenn er denn nicht will. Wenn man sich selbst da gut einschätzen kann und glaubt, sich zu ekeln oder glaubt, dass einem sogar schlecht wird, man die Frau nicht dermaßen leiden sehen möchte, dann ist es doch für alle Beteiligten gut, wenn er nicht dabei ist.

Ich glaube aber, wie schon gesagt und wie Du es auch in Deinen letzten Sätzen schilderst, dass das Blut nicht das Vorherrschende ist. Das denkt man wahrscheinlich vorher und wenn alles gerade passiert, nimmt man es kaum wahr. Und insofern fände ich es dann wiederum schade, wenn sich der Mann, die Frau oder beide gegen eine gemeinsame Geburt aussprechen aus Gründen, die nachher gar nicht zugetroffen hätten. Deshalb sollten sich Frau wie Mann meiner Meinung nach ruhig von einem Arzt oder einer Hebamme beraten lassen - und zwar alleine. Und insbesonder der werdende Vater sollte mit Männern, die bereits Väter sind und bei der Geburt dabei waren, über deren Erlebnisse und Eindrücke unterhalten - und zwar dann, wenn keine Frau anwesend ist. Denn wenn eine Frau oder sogar die eigene dabei ist, ist zu befürchten, dass die Schilderungen nicht ganz ehrlich und weniger drastisch rüberkommen.

<MOD: Ausnahmesweise trotz der Länge freigeschaltet, weil sehr inhaltsreich.>
 
G

Gast

Gast
  • #36
Ich würde dir raten auch eine Freundin zu organisieren, die schon mal ein Kind zur Welt gebracht hat.
Die Geburt ist nicht so, wie man es im Fernsehen sieht.
Bei mir zB gab es, entgegen allen Erwartungen ein wenig Komplikationen. Ich war froh, dass ich meine Mutter dabei hatte (sie war eher zufällig dabei), die mir nicht nur das Händchen gehalten, sondern mir auch richtige Ratschläge geben konnte.
Mein Mann war mir keine große Hilfe, er stand vielmehr im Weg.

Damals wollte ich gern nur meinen Mann dabei haben, ich wollte dass es bei mir auch so wird, wie bei den Geburten im Fernsehen, aber es ist leider ganz anders geworden.
Heute bin ich eher der Meinung, dass die Geburt "Frauensache" ist, weil man dabei vor allem Hilfe von einer vertrauten Person braucht.
Und keinen Mann, der nur dabei steht und selbst hilfsbedürftig ist.
Aber es soll ja auch Ausnahmen geben.

Ich wünsche dir viel Glück und alles Gute bei der Geburt!
 
G

Gast

Gast
  • #37
Ich gebe Frederika 100 % recht. Auch der Vergleich mit der Wurzelbehandlung ist so abwegig nicht.

Nicht im Traum habe ich daran gedacht, bei meinen 2 Geburten meinen Partner dabei haben zu wollen.

Es hilft ihm nicht und mir nicht, in dieser Situation dabei zu sein. Ich wollte bei den Schmerzen und der Anspannung Schreien, Fluchen und Stöhnen können, wie mir gerade war. Dabei muß ich von meinem Partner nicht gesehen werden, geschweige denn, von ihm angefaßt werden. Es stört nur.

Mein Partner kann mir bei meinen Schmerzen nicht helfen und da er ziemlich hilflos daneben stehen würde, hätte mich jede Bemerkung von ihm gereizt.

Bei mir im Bekanntenkreis gibt es zwei Paare, bei denen die Intimität durch das Dabeisein nicht nur gelitten hat, sondern verloren ging. Die Männer konnten sich der Mutter ihrer Kinder nicht mehr als Frau nähern.......
 
  • #38
#36
zum letzten Abschnitt.
ich denke, daß die Intimität dann leidet, wenn eine Frau auch nach drei oder sechs Monaten nach der Geburt 100%ige Mutter und 0%ige Geliebte ist. So etwas soll vorkommen und hat mit der gemeinsam erlebten Geburt als solcher nichts zu tun.

Natürlich ist man in den presswehen weder besonders charmant noch sehr höflich. Aber das ist ok, denn alle sind in einer Ausnahmesituation.

Übrigens sehen die wenigsten Menschen beim Orgasmus subjektiv attraktiv aus - und manche geben die merkwürdigsten Töne von sich... wird das auch als abschreckend empfunden?
 
G

Gast

Gast
  • #39
Eine meiner besten Freundinnen hatte folgendes Problem: ihr Mann wollte 4 Monate nach der Geburt ihres ersten Kindes überhaupt keinen Sex mit ihr, obwohl sie es wollte. Er musste in Therapie, weil er so traumatisiert war. Drei Monate später hat es dann geklappt, doch er wollte kein Kind mehr. Mit psychologischer Unterstützung ist dann doch noch das zweite gekommen, danach hat er sich eine Vasektomie geamcht. Ein Fall von negativer Wirkung.

Ein anderer Fall: vor kurzem hat sich die beste Freundin meiner Tochter von ihren Mann getrennt, weil er keine weiteren Kinder haben will. Er war bei der Geburt dabei, es gab Komplikationen und er hat das nicht verkraftet, weil er die ganze Zeit anwesend war. Nun steht sie alleine da mit ihrem vierjährigen Kind. Beide lieben es sehr, das ist Gott sei Dank in Ordnung. Doch die Ehe ist dadurch kaputt gegangen.

Ich kenne auch viele andere, die sowohl dabei als auch nicht waren und haben dadurch keine weiteren Probleme.

Man kann sehr viele Beispiele nennen, doch eigentlich muss das jedes Paar selbst entscheiden. Wenn man aber weiß, dass einer von beiden nicht so überzeugt ist, dann sollte man da lieber vorsichtiger vorgehen und nicht nur auf seinen Standpunkt bestehen, die Folgen können katastrophal für die Beziehung sein. In den beiden Fällen, die ich genannt habe, sagen beide Frauen: hätte ich nicht insistiert, dass er dabei sein sollte, wäre alles anders gekommen.

Und man sollte auf keinen Fall jemanden als Waschlappen oder ähnliches bezeichnen, das ist respektlos. Jeder Mensch hat seine Gefühle und man sollte diese akzeptierern, wir reden hier nicht um das Natürlichste der Welt, wir haben nicht mehr 20 + Kinder. Die Geburt eines KIndes ist ein außerordentlicher Einschnitt in unserem Leben, es rüttelt an die Basis, nichts wird hinterher so normal weiterlaufen wie bisher, auch wenn noch andere Kinder dazu kommen. Jedesmal ist es ein einzigartiges Sich-wieder-neu-eingliedern-müssen. Die Beziehung / Familie ändert sich und muss wieder neu gestaltet werden. Das sollte man auf keinen Fall vergessen.
 
G

Gast

Gast
  • #40
zu #38

Interessante Zeilen, die meine These nur unterstützen. Es gibt meinem Gefühl nach mehr betroffene Frauen bzw. Paare und diese Problematik ist m.E. auch ein Grund dafür, warum viele Männer nach der Geburt fremdgehen bzw. warum sich viele Paare in den ersten Lebensjahren des Kindes trennen.

w (47)
 
G

Gast

Gast
  • #41
Mein Ex Mann war vor der geplanten Kaiserschnittgeburt unserer Zwillinge die ganze Zeit bei mir.

Ich habe es ihm frei gestellt, ob er mit in den OP wollte und war absolut nicht traurig, als er lieber draussen warten wollte. Die Geburt war kein Spass, da die Rückenmarksnarkose nicht wirkte und ich eins zu eins jeden Schmerz beim Schnitt spürte. Es war durchaus keine ruhige und entspannte Athmosphäre im OP. Ich war restlos mit mir beschäftigt und ich glaube mein Ex hätte mich mehr gestört, als dass er mir hätte helfen können, denn er wäre garantiert in Ohnmacht gefallen! Außerdem ist man so festgeschnallt, dass man nicht mal Händchen halten kann!..Wäre ich ein Mann wüßte ich auch nicht, ob ich mir das anschauen könnte und ob ich anschließend wieder völlig unbedarft wieder mit meiner Frau schlafen könnte.
Wie #38 beschrieb, kann ich es nachvollziehen, dass eben nicht jeder Mann für sowas gemacht ist.

Der Mann meiner Bettnachbarin hat die ganze Geburt seines Kindes in allen Einzelteilen gefilmt! Ganz ehrlich, schon schön Nachwuchs auch ist, aber ich hätte nicht im Film sehen mögen, wie meine Mutter mich entbunden hat.
Die Intimsphäre jedes Menschen ist verschieden. Mir hat es absolut gereicht, als ich meinen Stolzgeschwellten Mann im Aufwachraum in die Arme schließen konnte.
w48
 
G

Gast

Gast
  • #42
Nein, eine gebärende Frau finde ich einen sehr unerotischen und ungemütlichen Anblick. Geradezu ekelhaft. Ich möchte ja auch nicht mit ansehen, wenn sie auf´s Töpfchen geht.

Ein wenig Mystik muss einfach bleiben.

M 62
 
G

Gast

Gast
  • #43
Ich war fünfmal im Kreissaal, habe 5 Kinder zur Welt gebracht und niemals war mein Mann anwesend, er wollte nicht und ich auch nicht.
Die erste Geburt war sehr lang, 15 Stunden, die zweite ein Rutsch, habe fast auf dem Rollstuhl das Baby bekommen. Die dritte war sehr kompliziert, weil das Baby sich nicht umgedreht hatte und 4,5 kg wog, ich wurde aufgeschnitten bis zum geht nicht mehr und die Hebamme musste sich suf meinem Bauch setzen, um das Ausscheiden zu erleichtern, ich hatte keine Kraft mehr. Die vierte ging reibungslos und bei der fünften hatte ich einen Herzstillstand und musste schnell in den OP reingeschoben werden, um das Baby per Kaiserschnitt zu retten. Alle Kinder sind ok.

Jede Geburt verläuft anders, das kann man nie im Vorraus wissen. Und ich glaube, das soll, genauso wie #38 schon gesagt hat, jedes Paar selber entscheiden.
 
G

Gast

Gast
  • #44
Im Grunde hängt das von meinem Partner ab. Wenn er dabei sein möchte, darf er selbstverständlich auch. Warum sollte ich ihn von unserer Schwangerschaft ausschließen? w
 
G

Gast

Gast
  • #45
Ich wollte meinen Ex-Mann nicht dabei haben, er wollte aber, so wollte ich ihn nicht ausschließen. In Nachhinein betrachtet wäre es besser gewesen, er wäre nicht dabei gewesen, für mich war das zusätzlich Stress. Für ihn war es in Ordnung! Was ich ihn und unseren Kindern, aber von Herzen gegönnt habe war dass er gleich nach der Geburt (2 Kaiserschnitte) die Kinder im Arm gehalten, gebadet hat und sich bis ich wieder fitt war um die Kinder gekümmert hat.
Bei der Operation hätte ich ihn lieber nicht dabei gehabt, aber irgendwie dachte ich, dass er, wenn er sich das wünscht auch das Recht dazu hätte.
 
G

Gast

Gast
  • #46
Ich war dabei - es war 3 Uhr morgens. Nur meine damalige Freundin, die Hebamme und ich. Alles gut gegangen und sehr natürlich. Ist nun 30 Jahre her. ;)
 
  • #47
Stimme #42 absolut zu. Jedes Paar sollte das für sich entscheiden. Vor allem sollte der Mann auch mitentscheiden dürfen. Ein kategorisches "er bleibt draußen" halte ich für genauso falsch wie "er muß mit".
Bin übrigens #9, war nicht eingeloggt.
 
G

Gast

Gast
  • #48
Beim Lesen hier frage ich mich so manches Mal, was am Beruf des Gynäkologen so attraktiv sein soll. Und warum es bis vor 10 Jahren fast ausschließlich männliche Vertreter dieses Fachgebietes gab. Würden Männer sich mehrheitlich vor Geburten "ekeln" wäre dieses Fach eine Frauendomäne gewesen.

Im Übrigen denke ich wie #46 Martina und einige VorschreiberInnen:

Da wird ein Paar zu Eltern, das bleibt man ein ganzes Leben - und entscheidet idealerweise als Paar zusammen, wie man den ersten Schritt ins Leben des eigenen Nachwuchses begleitet. Es sollten zwei herzliches JAs kommen, ansonsten muss man sich eine Alternative überlegen.

w/49
 
G

Gast

Gast
  • #49
Ein paar Fragen an die FS: Ist es DEIN Kind oder EUER Kind? WIllst Du sonst auch keine Unterstützung von deinem Männe? Meinst Du, den Rest der Kindererziehung nach der Geburt bekommst Du auch noch allein hin? Willst Du ihn an die Kinder binden oder ihn von ihnen fern halten?
Mir fallen noch mehr so Fargen ein. Kurz und gut, ich bin entsetzt, darüber überhaupt nachzudenken! Ich war bei allen drei Geburten meiner Kinder dabei und es war für mich ein entscheidender Punkt, die Beziehung zum Kind zu stärken und die zur Mutter. Wenn Du das von deinem Kindsvater nicht willst, bitte. Aber wunder Dich interher nicht, wenn er es an Verantwortung, Einsatz, Unterstützung und - jetzt spekuliere ich mal - später auch an Zahlungswilligkeit für Unterhalt mangeln läßt!

m, 49
 
  • #50
@#48: Sorry, aber das ist nicht zutreffend. Die Bindung zum Kind wächst auch, wenn man es erst 5 min nach der Geburt das Baby im Arm hält und dann wickelt, spielt und betreut. Der Moment der Geburt ist überwiegend ein medizinischer Akt und sollte nicht mysthisch überhöht werden.
 
G

Gast

Gast
  • #51
@#49
Du mußt es ja wissen ....
Vielleicht ist es in der heutigen hektischen Zeit überwiegend ein medizinischer Akt, vor 25 Jahren war es anders.
Mein Exmann war bei beiden Geburten dabei und das war auch gut so.
Er konnte selbst entscheiden, wie weit er involviert werden wollte, hat mich in den entscheidenden Momenten liebevoll davon abgebracht, den Kreissaal zu verlassen, weil ich die Schnauze voll hatte.
Und natürlich ist es ein überwältigender Moment, warte doch erst mal ab, bis Du mitreden kannst!
w45
 
G

Gast

Gast
  • #52
Was würden hier die Väter schreiben, die nicht bei der Geburt dabei waren, weil sie auf Reisen waren oder zu spät ins Krankenhaus gekommen sind? Haben die deshalb keine starke Beziehung zum Kind aufbauen können? Glaub ich einfach nicht.
 
V

Vicky

Gast
  • #53
@ 49 Frederika

Natürlich ist die Geburt, die im Krankenhaus abläuft auch ein medizinischer Akt - eben unter medizinischen Gesichtspunkten. Andererseits scheint es auch für die Ärzte und Hebammen weit mehr zu sein als ein medizinischer Akt, wenn man sieht, wie sensibel und teilweise sogar emotional sie von ihrer Arbeit berichten.

Ich bin ansonsten ja auch ein Mensch, der sehr stark seinen Kopf benutzt, nicht nur den Bauch entscheiden läßt, von esoterischen und mysthischen Anwandlungen weit entfernt ist. Aber was eine Geburt angeht - wenn nun das kein ganz, ganz besonderer Moment ist, den man eben auch als mysthisch bezeichnen kann, - welcher denn dann? Ich glaube außerdem, dass das wirklich Dinge sind, über die man zwar vorher spekulieren kann aber die man dann nochmal ganz, ganz anders erlebt wenn sie denn wirklich passieren. Nach allem, was man hört, wird auch der rationalste Mensch die Geburt des eigenen Kindes als etwas absolut Überwältigendes ansehen. Selbst für Menschen wie Du und ich, die sonst Romantikkitsch hassen und lächerlich finden, wird es höchstwahrscheinlich so kommen, dass wir zu total emotionalen Empfindungen neigen werden in dem Moment. Und das ist auch wahrlich gut so.
 
G

Gast

Gast
  • #54
@ # 48

Komm mal wieder runter von Deinem empörten Ross, das ist ja albern! Ich habe eine ganz normale Frage in Bezug auf eine Geburt gestellt. Wenn Du meinen weiteren Beitrag in # 33 gelesen hättest, wäre Dir klar, dass ich ganz und gar nicht vorhabe, meinen Freund von irgend etwas auszuschließen. Weder von der Geburt noch von der späteren Säuglingspflege, Kindererziehung oder Hausarbeit. Das, was Du schreibst, ist also aus der Luft gegriffen. Ich habe geschrieben, dass mein Freund aller Voraussicht nach anwesend sein wird! Im 3. und 4. Absatz habe ich meine Bedenken bzw. Ängste diesbezüglich geäußert. Im vorletzten und letzten Absatz habe ich wiederum all das geschrieben, warum ich mir eine Anwesenheit wünsche und ihr - trotz gewisser Bedenken - optimistisch entgegenblicke. Bitte erst mal lesen bevor man so hochgeht.

Dass Du entsetzt bist, dass ich diese Frage überhaupt stelle... - Nun, wenn Du alle Antworten gelesen hättest, müßte Dir klar sein, warum ich diese Frage gestellt habe. Ganz überwiegend kamen ja von Müttern, die den Mann dabei hatten und von Vätern, die dabei waren, sehr positive Reaktionen. Gerade bei den anwesenden Vätern gab es keine einzige negative Reaktion wenn ich das richtig überblickt habe. Dann gab es die Reaktionen, die eine Anwesenheit rundweg ablehnten. Interessanterweise waren das jedoch meist diejenigen, die noch gar keine Geburt erlebt hatten. Dann gab es noch einige wenige Frauen mit Geburtserfahrung, die ihren Mann dabei hatten und es bereuten oder die ihren Mann nicht dabei hatten und dies gut fanden. Du siehst also, dass es durchaus eine Meinungsvielfalt gibt und es insofern auch nicht so ganz abwegig sein kann, eine solche Frage zu stellen...

Im Übrigen gibt es Studien, die in beide Richtungen argumentieren. Die Mehrheit der Studien belegt, dass es für den Fortgang der Geburt und das Wohlbefinden der werdenden Mutter von großem Vorteil ist wenn ihr Mann dabei ist. Gerade vor ein paar Tagen habe ich aber noch eine gelesen, die festgestellt hat, dass der Geburtsvorgang oft einen großen Schritt nach vorne macht wenn der Vater eben mal gerade im Krankenhauspark spazieren geht, etwas essen geht usw. Eine Hebamme berichtete sogar von für mich quasi unvorstellbaren Szenen, in denen die Väter gelangweilt im Kreißsaal mit ihrem Gameboy spielten oder in die Zeitung vertieft waren und wahr und wahrhaftig genervt waren von ihrer stöhnenden Frau. Gut, so etwas hatte ich mir in meinen absurdesten Träumen nicht ausgemalt. Einen solch lieblosen und asozialen Mann würde ich natürlich nie und nimmer bei einer Geburt dabei haben wollen. Aber einen solchen Partner hätte ich natürlich auch nicht.

Obwohl ich letzten Endes also sehr dafür bin, dass der Vater dabei ist und es sehr schade finde, wenn er diese intensiven Momente verpaßt, so kann man doch von einer eventuellen Abwesenheit nicht darauf schließen, dass der Mann nicht im direkten Fortgang der Entwicklung und im weiteren späteren Verlauf keine normale Beziehung zum Kind aufbauen kann oder will oder die Mutter dies nicht will. Schließlich gibt es ja auch noch die Fälle, in denen geplant war, dass der Vater dabei sein wird, dieser aber letzten Endes nicht dabei sein kann, weil er z.B. auf Geschäftsreise ist, arbeiten muss und nicht rechtzeitig im Krankenhaus sein kann o.ä.
 
  • #55
@Fragestellerin: War denn der Vater nun bei der Geburt anwesend oder nicht? Welche Erfahrungen hast Du gemacht?
 
G

Gast

Gast
  • #56
Möchte wirklich nicht dabeisein. Ist nicht meine Welt.
Könnte nur perplex schauen, würde allen im Weg stehen und spätestens dann umkippen, wenn das Blut von der Zimmerdecke spritzt.

Dann bleibe ich lieber im Nebenraum und warte brav wie ein Indianer. m40
 
G

Gast

Gast
  • #57
Also ich kann klar sagen, dass ich keinen Mann dabei haben möchte. Nach Möglichkeit auch keinen Arzt, ausser es wird ein Kaiserschnitt, was bei meinen gesundheitlichen Problemen durchaus sein kann auch wenn ich mich nach wie vor damit nicht anfreunden kann. Auch nicht den Vater des Kindes. Er sieht mich sowieso als die schwächere, nimmt mich nie Ernst und mein Gefühl sagt mir, dass er mich als dümmer als sich selber ansieht. Ich würde ihm nie die Möglichkeit geben mich auch noch hilflos zu sehen. Das gäbe ih noch mehr Macht nachher um mir Vorwürfe zu machen. Wenn es ein Mann wäre, der dann wirklich mit mir als Team auftreten würde und für mich einstehen könnte, dann ja. Ich hätte immer Angst, dass er mit dem Personal gemeinsame Sache macht und mich ausschmiert. So nach dem Moto, zeigt es der mal richtig. Leider habe ich aber noch nie einen Mann der Liebe ausstrahlt kennen gelernt. Ich möchte eigentlich nicht schwanger werden wegen dieser Dinge, da ich eine normale Geburt als entwürdigend und demütigend empfinde. Mit Männern habe ich sowieso Probleme. Ich weiß nicht, woher diese Gefühle kommen und konnte es auch noch nicht herausfinden. Also verurteilt bitte nicht gleich, denn es soll eigentlich hier niemanden störe. Es ist ja meine Geschichte. Aber es geht ja um Männer bei der Geburt und ich sage klar nein dazu für mich. Jeder kann und sollte es aber selbst entscheiden und jeder hat das Recht es so zu machen wie er will. Man kann ja den Partner immer noch wegschicken, wenn es zu anstrengend wird. Wenn ich schwanger werden würde, würde ich mich trotzdem sehr freuen, aber alleine ohne Mann bei der Geburt.
 
G

Gast

Gast
  • #58
@ Frederika

Ja, der Vater des Kindes war bei der Geburt dabei und ich habe meine Entscheidung, ihn "mitzunehmen" keine Sekunde bereut. Und er hat die Entscheidung, mit zu gehen, auch nicht bereut. Ich habe mich keine Sekunde geschämt, es war nicht peinlich oder sonst was. Ohne ihn wäre es - zumindest ab einem gewissen Geburtsabschnitt - für mich kaum gegangen bzw., ich hätte wahrscheinlich alleine einen Weinkrampf bekommen..

Dieses gemeinsame Erlebnis hat uns mehr zusammen geschweißt als irgend etwas anderes es getan hat und wohl je tun könnte. Es muss jeder selbst entscheiden, ob er alleine oder mit Partner in die Geburt geht. Blöd ist halt nur, dass man vorher ja nicht wirklich weiß, was auf einen zukommt. Und so hat man jede Menge Ängste, die sehr oft auch unbegründet sind. Diejenigen, die ihren Partner nicht dabei haben wollen, entscheiden dies - so denke ich - oftmals aus Ängsten, die sich bei der Geburt selbst gar nicht realisieren. Unsere Vorstellung von Geburten wird sehr oft von Filmen u.ä. geprägt und da machen sich halt Unmengen von Blut, ein schmerzverzerrtes Gesicht, eine wie am Spieß schreiende Frau besser als eine Frau, die - wie sie es im Kurs gelernt hat - die meisten der Wehen ganz gut veratmen kann und nicht ständig schreit.
 
G

Gast

Gast
  • #59
War bei beiden Geburten meiner Kinder dabei und habe sie beide selber abgenabelt. Ich denke meine Anwesendheit half meiner Frau.
 
G

Gast

Gast
  • #60
Ich würde den Partner dabei haben wollen. Natürlich muss das jedes Paar selbst wissen, und ich wäre auch zu Kompromissen bereit, wenn jemand zu große Ängste hätte und es irgendwie verständlich begründen könnte. Aber ich würde nicht zu einem Partner passen, der zu der natürlichsten Sache der Welt sagen würde, sie sei ekelig oder zu intim. Wäre mir zu unnatürlich.

Was die Beispiele mit Wurzelbehandlung oder "gemeinsam auf Toilette gehen" betrifft: Ich sehe keinen Sinn darin, bei einer Wurzelbehandlung dabei zu sein, es ist keine gemeinsame Sache und ein normaler Mensch hält das auch alleine aus. Sollte mein Partner allerdings im Alter z.B. pflegebedürftig sein, gehe ich aus jetziger Sicht davon aus, dass ich, sofern meine Kräfte dafür reichen würden und er keine Einwände hätte, zumindest bei der Pflege mithelfen würde. Das ist unter Umständen auch recht intim. Aber so etwas ist für mich in Partnerschaften normal und ich finde, man kann auch mal etwas aushalten. Mit sterilen Haltungen gegenüber dem Partner kann ich wenig anfangen.
 
Top