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Gast

  • #1

Sollen Kinder im Haushalt helfen?

Ich habe keine Kinder und darf mich sicherlich nicht in Erziehungsfragen einmischen - was ich auch nie tue. Aber manchmal denke ich, dass ich meine Meinung dazu sagen sollte, auch wenn ich dann Stress mit den Müttern bekomme.

Meine Schwester hat 2 Jungs (9 und 6 Jahre) die ich wirklich unerzogen sind, das weiß sie auch selbst. Sie hören absolut nicht und machen nur was sie wollen. Mein Schwager ist ein richtiger Macho, der überhaupt NICHTS im Haushalt macht - wirklich gar nichts und meine Schwester stört das gewaltig...sie ist sehr unglücklich damit. JEtzt hätte sie die Gelegenheit ihre Söhne zu besseren Männern zu erziehen, macht es aber nicht. Die Söhne benehmen sich wie der Vater: auch sie machen nichts. Decken nicht den Tisch, helfen nicht beim Kochen, bringen den Müll nicht raus... all die kleinen Aufgaben, die meiner Meinung nach Kinder in dem Alter machen könnten. Es regt mich jedesmal auf, wenn ich dort zu Besuch bin und ich bin jedesmal kurz davor etwas zu sagen, will es mir mit meiner Schwester aber nicht verscherzen. Ich (w,31) habe schon als sehr kleines Mädel helfen müssen, meine Schwester genauso - sie kennt es also nicht anders. Sehe ich das falsch? Wie ist das bei euren Kindern? Kleine Aufgaben sollte doch jedes Kind machen, oder?
 
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  • #2
Naja, viel, viel stärker als jede "Erziehung" ist nunmal die Vorbildwirkung der Eltern.
Und wenn der Mann deiner Freundin noch dazu nicht nur selbst nichts im Haushalt hilft, sondern auch noch in Gegenwart der Kinder die Meinung vertritt, dass Jungen das auch nicht müssen (vielleicht noch mit dem Verweis auf "richtige" Männer), dann hat deine Schwester schlechte Karten.
 
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  • #3
ich mußte nie helfen als kind. ich bin ein verwöhntes und überbehütetes einzelkind. wahrscheinlich habe ich genau deshalb 3 kinder. die kinder haben automatisch immer "mitgeholfen". egal was ich in haus und garten so gemacht habe und egal wie alt sie waren und wieviel mehr arbeit das für mich dann im grunde war. ob wir zusammen brot gebacken haben, oder apfelmus gemacht, oder pizza belegt oder ob wir im garten gebuddelt haben. irgendwie hat es sich so ergeben daß jetzt alle 3 kochen können und bügeln und wissen das pflanzen vertrocknen wenn mit ab und an gegossen wird. meine söhne wissen dass pullover ziemlich klein aus der waschmachine kommen wenn man die kocht und meine tochter kann durchaus ein fahrrad reparieren.
mein jüngster sohn und meine tochter sind leidenschaftliche hobbyköche, wenn ich das zeug einkaufe dann zaubern die beiden die tollsten sachen daraus.

was nicht heißt dass die auch tage haben wo es im hotel mama ganz gemütlich ist und sich die jungs (tochter wohnt bei ihrem freund) von mir bedienen lassen. das tue ich dann auch gerne weil ich weiß, sie können auch alles sehr gut selber.

wenn sich deine schwester nicht beeilt , sind die jungs bald zu alt. sie sollte ihrem gatten mal beine machen, denn die jungs machen das was papa vorlebt....nix..... wenn ihr man den hintern nicht hoch kriegt, muss SIE den jungs zeigen wieviel spass es machen kann, etwas selber herzustellen, was dann alle lecker finden. sie soll mit ihnen kuchen backen und den nehmen die kinder dann mit in die schule und solche sachen.....das vorbild vater fällt ja wohl flach
 
  • #4
Leider lernen Kinder durchs Vorleben der Eltern mehr als durch alles Andere. Wenn der Vater der Kinder durch sein Verhalten dies vorlebt hat deine Schwester im Gründe keine Chance von den Kindern anderes zu fordern. Die Schuld dafür liegt nicht nur bei deiner Schwester, die ihren Mann besser einbeziehen müsste, sondern beim Vater der den Kindern zeigt wie ein Mann sich einbringen muss. Beide leben eben das Rollenverständnis vor und wenn deine Schwester damit unglücklich ist muss sie das mit ihrem Mann klären, nur dann ändert sich was. Aber scheinbar will sie das nicht genug.
 
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  • #5
Klar sollen Kinder mithelfen. Sie lernen dadurch für das Leben und können später ohne Mühe eigenständig leben. Und ihrem Partner sollte Deine Schwester mal Beine machen. Das wird sicherlich zu Konflikten führen. Aber wenn sie heute schon sehr unglücklich darüber ist, wird ein viel heftigerer Konflikt entstehen, wenn sich das Unglück darüber anhäuft. Irgendwann platzt dann der Knoten.
 
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  • #6
Ich bin so einer, dem das väterliche Vorbild im Haushalt gefehlt hat. Mein Vater hat im Haus gar nichts gemacht, wenn meine Mutter krank war, oder unterwegs, musste, als wir noch klein waren, unsere Oma kommen, oder später haben wir Kinder den Haushalt geschmissen. Mit einem 60/70-Stunden-Beruf und beinahe 24-Stunden am Tag Bereitschaft kann ich das aber auch ein Stück weit verstehen. Trotzdem hat unsere Mutter uns immer zur Mitarbeit im Haushalt angehalten, was wir Kinder mehr schlecht als recht auch getan haben. Wir haben uns gedrückt wo es nur ging. Allerdings stand mein Vater in dieser Frage immer wenigstens ideell hinter meiner Mutter. Wenn ich mich und meinen Bruder heute ansehe, dann sind wir beide Menschen, die durchaus ihren Teil im Haushalt erledigen (mir bleibt schon allein nichts anderes übrig) und das auch mit Freude. Keiner von uns würde sich davon fernhalten lassen. In dieser Hinsicht sind wir anders als unser Vater. Selbst als Gast macht es mir Freude, dem/der Gastgeber(in) zur Hand zu gehen, auch wenn das manche gar nicht so gerne sehen.
Es braucht also nicht mal unbedingt das Vorbild des Vaters, es kann schon genügen, wenn die Kinder spüren, dass der Vater hinter der Mutter steht.

m,30
 
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  • #7
Also ich halte meine Jungs mit 2 und 6 schon zum Helfen an und wenn man das (beim Großen) mit etwas positiver Konditionierung verbindet, macht er es auch gerne. Der Kleine wirft seine Bonbonpapierchen und Joghurtbecher auch schon brav in den Mülleimer.
Ich sage bis jetzt nicht unbedingt: "Du musst!" , sondern eher: "Super aufgegessen! Und wenn ihr jetzt noch Eure Teller raustragt und in die Spülmaschine räumt, dürft ihr auch noch....!"
Außerdem hab ich ne Tafel mit Smilies - wie ne Benotung - der Große ist ganz scharf drauf, möglichst viele zu bekommen ;-)
Habe aber auch Freundinnen mit Kindern, die ihre Joghurtbecher unters Sofa stecken, jedes Papierchen dort fallen lassen, wo sie gerade stehen und sie sagt nichts, hebt es aber meistens nicht einmal selbst auf. Die Kinder machen alles kaputt, für mich ist es der Horror, wenn ich sie zu Besuch habe, weil sie es sogar lustig findet, wenn ihr kleiner Sohn mit 3 sämtliche unserer Spielsachen vom Balkon runterpfeffert.
Ich finde nicht, dass die Mutter keine Chance hat, nur weil der Vater im Haushalt nichts tut.Dafür wird er ja tagsüber auch arbeiten.
Wenn man da nicht früh mit anfängt, wird man zur absoluten Sklavin seiner Kinder (und des Mannes), dadurch immer unzufriedener und zum Schluss ist man nur noch die Putz - und Meckerziege.
Mein Sohn ist 6 und kann sein Zimmer schon ziemlich gut aufräumen. Kochen lieben meine Jungs - der eine schnibbelt, der andere darf was in den Topf werfen - ist zwar dann teilweise ne Sauerei, aber ich finde es wichtig, dass sie Spaß an der Sache haben.
Manchmal werde ich allerdings auch mal lauter, aber wenn es eben gar nicht funktioniert, dann ists eben nichts mit Fernsehen oder was auch immer er gerade toll findet.
Ich bin nicht immer so konsequent und lass auch mal Fünfe gerade sein, aber so ab und zu muss es schon flutschen.
Würde deiner Schwester mal sagen, dass sie sich so selber schadet, wenn sie nicht langsam anfängt, konsequenter zu sein und die Jungs zu kleinen Aufgaben anleitet.
Allerdings: Wenn sie beratungsresistent ist, dann lass es - klappt bei meiner Freundin auch nicht - die redet sich dann immer raus.
w, 39
 
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  • #8
Ich selbst musste nie etwas im Haushalt tun. Und aus mir ist trotzdem ein verantwortungsbewusster und hilfsbereiter Mensch geworden. Ich finde, dass man Kindern ruhig ihre Kindheit lassen sollte. Etwas anderes ist das mit dem "Ungezogensein" und den "Macho-Allüren". Das sollte man als Mutter sicher nicht durchgehenlassen, sondern Respekt einfordern.
 
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  • #9
Also, auch aus Kindern, die nie helfen mussten, können ordentliche und anständige Menschen werden. Das ist unbestritten. Wenn man aber in einem bestimmten Alter bemerkt, dass etwas schief läuft, ist es oft schon zu spät. Einen 13-jährigen kann man nicht mehr erziehen. Und wenn kleinere Kinder wie in diesem Beispiel ein so mieses Vorbild haben, wird es sehr schwer werden. Nach meiner Meinung sollten Kinder schon sehr früh kleine, altersgemäße Aufgaben übernehmen. Dann ist es später einfacher, daran anzuknüpfen, wenn sie es nicht mehr freiwillig machen. Aber sobald sie sich wehren, wird es schwer. Es kostet unendlich viel Kraft, konsequent zu sein und das durchzusetzen, was man sich vorgenommen hat.

Mein Rat an dich ist - bleibe dabei. Mische dich nicht ein. Du kannst deiner Schwester nicht helfen, ihre Kinder zu erziehen oder den Mann "umzupolen". Vielleicht hast du die Gelegenheit, etwas schönes mit ihr zu unternehmen, wenn sie schon zuhause nicht viel Freude hat. Mehr kannst du nicht machen. Zumal sie ja selbst unter der Situation leidet und ganz bestimmt niemanden braucht, der sie auf die - ich nenne es einmal Missstände - aufmerksam macht.
 
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  • #10
Ich finde, dass man Kindern ruhig ihre Kindheit lassen sollte.

Was hat denn die Kindheit damit zu tun, ob man helfen muss? Das hieße ja, dass man den Kindern die Kindheit zerstört, wenn sie ihren Teller selber abräumen müssen oder mal den Müll runterbringen?
Ist die Kindheit zerstört, wenn ein 14jähriger mal den Rasen mäht? Ein Zehnjähriger nochmal 2 Tüten Milch kauft? Eine 12Jährige mal die Wäsche aufhängt?
Finde ich persönlich nicht!
 
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  • #11
Ich kann mich #9 nur anschließen, mitzuhelfen gehört einfach dazu. Das ist im Gegenteil ein wichtiger Bestandteil der Erziehung und damit der Kindheit. Die Kindheit wird zerstört, wenn man Kinder überfordert oder ihnen Verantwortung aufbürdet, die sie noch nicht zu tragen im Stande sind. Aber ich glaube ein wenig Geschirr abräumen und schnell die Waschmaschine anschalten fällt nicht in diese Kategorie.

m,30
 
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  • #12
Ich mußte als Kind auch nichts tun.
Meine Mutter begründete es damals so, daß sie als Kind selbst viel zu viel tun musste und uns das ersparen wolle.

Wünschte ich mir mal im Alter von etwa 10 Jahren in der Küche kochend zu experimentieren, dann bekam ich nur zu hören:"Raus aus MEINER Küche - du machst alles nur schmutzig und dann habe ich noch mehr Arbeit"

Fazit als Erwachsene:
Mir fehlten (und fehlen) rundum wichtige Erfahrungen im Bereich Haushalt.
Ich musste mir alles selbst theoretisch anlesen, welches man den Kindern spielerisch von Beginn an vermitteln könnte.

Von mir gibt es ein großes JA! Kinder sollen im Haushalt unbedingt mithelfen - auf ihrem Weg zum selbstverantwortlichen eigenständigen Erwachsenenleben.
 
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  • #13
Liebe FS,

ich bin auch der Meinung, dass Kinder im Haushalt helfen sollen und das macht ihnen z.T: sogar Spaß oder sie sind stolz, wenn sie entsprechend gelobt werden.
Allerdings lese ich bei deinen Zeilen auch irgendwie mangelnden Respekt gegenüber der Mutter, also deiner Schwester raus. Den sollte sie sich vielleicht erst einmal verdienen, wobei viele Mütter glauben, dass sie, wenn sie sich durchsetzen nicht mehr so geliebt werden. Ist natürlich ein Trugschluss.
Außerdem muss ich sagen, dass ein 6jähriger noch nicht alleine den Tisch decken kann und vielleicht will sie ja auch, wenn Besuch da ist, dass alles schnell und perfekt geht und macht es deswegen selbst.
Wenn man Kinder zur Hausarbeit in diesem Alter anleitet, dann ist das oft noch kein Helfen, denn es dauert dann meist länger, als wenn man es selber macht. Hinzu kommt, dass es dann doch oft im Chaos endet. Dazu muss man sich dann schon Zeit nehmen. Vielleicht hat deine Schwester ja auch keine Lust, das zu tun, wenn du da bist!?

w,39
 
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  • #14
kinder sollten auf jeden fall helfen. ich sehe auch keinen grund warum nicht? auch mit 6 kann man einen tisch decken, in dem alter geht man auch in die schule, so what? es bringt niemanden um jeden tag ein bisschen etwas zu machen. vielleicht nicht kochen helfen, das wäre eher ein hinderniss und wahrscheinlich sieht dann die küche aus wie sau, aber alles andere geht. staubsaugen ist sehr einfach, betten machen, müll runter bringen usw.
 
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  • #15
Ich sehe gerade, wo es hinführt, wenn Kinder niemals im Haushalt helfen. Die Tochter meiner Freundin ist 22 und macht insgesamt gar keine Hausarbeit, nicht aufräumen, putzen usw. Es wird alles hingeworfen. Wenn sie mal kocht, dann bleibt alles stehen.
 
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  • #16
Du und Deine Schwester, ihr mußtet im Haushalt immer viel helfen und mitarbeiten. Das war sicher nicht nur angenehm und manchmal richtig schwer. Vielleicht wollte Deine Schwester auch mal Kind sein, betreut werden, spielen dürfen und nicht arbeiten müssen. Vielelicht hat sie sich vorgenommen, es selbst ganz anders zu machen. Den Anfang hat sie mit ihrem Mann gemacht!
 
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  • #17
Tja, das Alter der Kinder ist gar nicht mehr so gering, dass man eingeschlichene Verhaltensweisen ändern könnte. Die Erziehung beginnt gleich nach der Geburt, in diesem Falle Konditionierung: Mama macht alles und das ist gut so! Mische Dich bloß nicht ein, gehe lieber, bevor Du platzt oder eine Kropf wächst. Deine Schwester wollte es wohl so... Erzieherin
 
  • #18
Meine Tochter hilft phasenweise im Haushalt. Mein Sohn hingegen selten bis nie. Er ist lieber mit seinen Freuden zusammen und ich lass ihn auch ... Um ihr Taschengeld ein wenig aufzubessern, hat sie sogar mal ein bischen gejobbt. Das Gejammere war aber groß und alle Vorsätze schnell zunichte gemacht;-))
Ich musste damals im Haushalt, mit meinen drei Geschwistern, sehr viel helfen da mein Vater zur See gefahren ist und meine Mütter immer alle Hände voll zu tun hatte. Aber irgendwie haben wir es auch von uns aus gemacht. War eine anderer Zeit!
 
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  • #19
Mir ist immer noch nicht klar, warum einige Leute der meinung sind, dass Kinder nicht mehr Kind sein dürfen, nur weil sie kleine Arbeiten erledigen müssen? Sie leben schließlich auch mit in der Wohnung, machen Dreck und Unordnung, produzieren Müll und Wäsche, wollen essen ect. Wer sagt denn, dass dies alles die Eltern (oder schlimmer noch, nur die Mutter) erledigen muss?
 
  • #20
Leider kann ich mich da nur selbst als Referenz nehmen, aber ich musste schon ab 8 mithelfen. Mein Essen aufwärmen, Kleinigkeiten einkaufen, Müll rausbringen oder auch spielerisch beim Putzen und Kochen helfen. Das Ergebnis ist, dass mir die meisten Erwachsenen oft als Kind erscheinen, weil sie zu unselbstständig sind und über Dinge motzen bei denen ich schon mit zwölf akzeptiert habe, dass sie eben einfach gemacht gehören.
Genauso das Theater beim Aufstehen, ich musste schon immer um 06:00 aufstehen somit war und ist 08:00 für mich schon lange Schlafen.

Denke wenn man es den Kindern nicht als "normales" Verhalten mit in die Erziehung verpackt, haben sie es dann sehr viel schwerer und neigen zur Faulheit.
 
  • #21
Nun ja, also ich sehe das Ganz etwas gespalten. Ich musste jeden Tag abtrocknen und auch Wäsche machen, Hof kehren, Straße, Schnee räumen, Bad putzen etc. Zusätzlich zu meinem Zimmer. Hinzu kommen Hausaufgaben und dann ist wirklich nur noch wenig Zeit. Meine Mutter war zu Hause. Wo ist das Problem, wenn sie kocht und putzt? Zimmer aufräumen ist okay, Müll runter bringen auch. Und beim Kochen mal helfen finde ich auch in Ordnung, wegen des Lernens und so. Aber ich konnte mich nie verabreden, weil ich erst raus durfte, wenn alles erledigt war. Da war es meist aber dunkel. Dann werden halt mal ein paar Hausaufgaben weg gelassen. Denn im Gegensatz zum Badezimmer konnte das meine Mutter nicht genau kontrollieren. Und die Anforderungen in der Schule steigen merklich. Das Kind soll sich also auf die Schule konzentrieren, noch Hobbys wie Sport oder Musik nachgehen, im Haushalt helfen und noch Freizeit haben? Wie soll das gehen? Und gleichzeitig ist die Mutter noch zu Hause und zeigt dem Kind, dass sie zwar den ganzen Tag zeit hat, ihre Aufgaben aber delegiert? Ist nicht logisch. Wenn ich natürlich zusammen mit dem Kind nachmittags um vier Uhr heim komme, dann kann man schon mit ihm gemeinsam Abendessen zubereiten und den Tisch abräumen. Das sind Kleinigkeiten. Aber mal angenommen, das Kind kommt frisch aufs Gymnasium und muss noch Hausaufgaben machen und ich habe eigentlich Freizeit? Warum soll ich dann nicht putzen und abwaschen, während das Kind die Hausaufgaben macht?
 
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  • #22
@Anicki: Na das ist ja die Ausnahme, dass man als Kind so viel machen muss. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass du jeden Tag all diese Aufgaben machen musstest.
Ich musste als Kind auch mal Wäsche aufhängen, später was bügeln, staubsaugen, Waschbecken und Spiegel im Bad saubermachen, Holz aufschichten, mal ein Geländer streichen, Unkraut jäten, Küche nach dem Essen aufräumen war meistens Kinderjob so ab 12+.
Ich muss aber sagen, dass mir und auch meinem Bruder das nicht geschadet hat.
Und ich hatte immer noch genug Zeit für Sport, Klavier, Café mit meinen Freundinnen, Verabredungen, Hausaufgaben, ... wenn ich lernen musste auf eine Arbeit/Klausur, hab ich natürlich nichts machen müssen - da hat mir meine Mama sogar ab und zu was kleines zu Essen aufs Zimmer gebracht.

Aber ich hab in meinem Studium Freunde und Freundinnen gehabt, die konnten eben schon ganz gut kochen mit 18/19, eine Wohnung sauberhalten, inkl. Einkauf, die hatten eine saubere gepflegte Wohnung, gebügelte Klamotten, ein sauberes Auto....und dann gabs die anderen, die sogar heißes Wasser hätten anbrennen lassen.

Ein bisschen Mit-Verantwortung finde ich angebracht.
Mein Kleiner ist 2 Jahre alt und wirft seine Bonbonpapiere in den Mülleimer und wenn er ein Joghurt gegessen hat, wird der Becher weggeschmissen und der Löffel kommt in die Spülmaschine.
Ich finde, man muss im Kleinen gleich anfangen. Ich bin nämlich gerne Mutter, aber nicht die Bedienstete für alle.

w,39
 
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  • #23
Aber mal angenommen, das Kind kommt frisch aufs Gymnasium und muss noch Hausaufgaben machen und ich habe eigentlich Freizeit? Warum soll ich dann nicht putzen und abwaschen, während das Kind die Hausaufgaben macht?

Mein Kind hat ein Pferd, geht seit Jahren aufs Gym, muss dazu noch jeden Tag ne halbe Stunde mindestens im Haushalt helfen, während ich putzen gehe, damit das Pferd bezahlt wird. Es funktioniert sehr gut, die Leistungen in der Schule stimmen auch, mein Kind lernt was fürs Leben und putzen ist für mich Sport und Mediation gleichzeitig. Nach einer Stunde komme ich entspannt wieder in die Wohnung. Kein blöder Chef, kein Telefon und kein Gezicke von Teenie-Tochter. Was gibt es besseres :).

w
 
  • #24
Hier geht die Schule aber meist bis nachmittags. Die Kinder müssen über Mittag auch dort bleiben und kommen zwischen vier und sechs Uhr abends zuhause an. Da finde ich es während der Woche schwer neben den Hausaufgaben noch im Haushalt was zu verlangen. Ich weiß gar nicht, ob es noch Schulen gibt, die Mittags schluss machen, die Schule hier bei mir vor der Tür macht es jedenfalls nicht mehr und von zwei anderen weiß ich auch, dass sie ganztags sind. Was folglich bedeutet, dass die Kinder hier froh sein können, wenn sie im Winter ihr Pferd noch bei Tageslicht sehen können. Da würde ich eher ein Hobby ermöglichen als das Kind im Haushalt einzuspannen.
 
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  • #25
Dass meine heute 11Jährige sich selbst Essen kochen kann, hat sie ihrer Neugierde und meiner Erziehung zu verdanken. Auch muss ich nicht befürchten, wenn ich noch arbeiten bin, dass die Küche in Flammen aufgeht oder überall der Müll herum fliegt. Sie hatte schon früh Spaß daran, will jetzt richtig kochen und backen lernen - und ich unterstütze sie dabei und gebe ihr geduldig Anleitungen, über das Kochbuch hinaus. Witzigerweise, räumt sie, wenn mein LG da ist, mittlerweile ohne Murren auch den Tisch ab, selbst wenn sie beim Kochen geholfen hat. Sind jedoch seine Söhne da, passiert nichts dergleichen. Da fordert sie unbewusst/bewusst, dass die Jungs auch mithelfen sollen, was diese (aufgrund der Erziehungsdefizite durch deren Mutter...) nicht tun, also unterlässt sie es auch. Kinder haben da ganz feine Antennen.

Als ich damals auszog, konnte ich kochen, putzen, backen - nur waschen war nicht mein Thema. Nun ja, das lernt man dann auch noch und ich war froh, alles andere aus dem Handgelenk zu können (meine Partner übrigens auch, selbst gekochtes Essen und Kuchen kommen immer gut an!) w/42
 
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