• #1

Sollte ich die Beziehung einfach weiter laufen lassen und nicht zu viel nachdenken?

Hallo liebe Community,

leider bin ich in meiner Beziehung an einem Punkt angelangt, an dem ich mich Frage, ob es meinem Partner wirklich so ernst ist wie er es so oft beteuert.
Wir sind nun 4 Jahre ein Paar, stehen beide fest im Berufsleben und nun wollte ich "den nächsten Schritt wagen" und hatte ihn gefragt ob er sich vorstellen könnte in naher Zukunft mit mir zusammen zu ziehen. Unsere erste gemeinsame Wohnung. Zuerst stimmte er zu und wir freuten uns gemeinsam darauf. Dachte ich zumindest.
In einem belanglosen Streit gestand er mir jetzt, dass er noch nicht bereit dafür sei mit mir zusammen zu ziehen und er auch nicht wisse, wann er es denn wäre. Er fühle sich eingeengt von mir.
Ich verstehe die Welt nicht mehr... Ich bekomme von Familie und Freunden wirklich oft gesagt dass sie es super finden wie viel Freiheiten wir uns lassen. Unsere typische Woche sieht so aus: Montag macht er was mit Freunden, Dienstag macht er was mit Freunde, Mittwoch unternehmen wir etwas, Donnerstag verbringt er mit Freunden, Freitag verbringt er mit Freunden und 1 Tag am Wochenende gehört mir mit ihm. Entweder Samstag oder Sonntag.
Allerdings schlafen wir jede Nacht beieinander. Die "Quality Time" mit ihm beschränkt sich aber auf 2 Tage in der Woche weil er einfach viel mit anderen unternimmt. Klar würde ich ihn gerne öfter sehen und nach 4 Jahren Beziehung mehr mit ihm unternehmen aber ich habe das so akzeptiert. Er nimmt mich auch nie mit zu seinen Freunden, das möchte er nicht. ("Männer-Abende")
Dann zu hören ich würde ihn einengen hat mich wirklich hart getroffen. Ich dachte ich lasse ihm den Freiraum den er braucht - aber der scheint nicht zu reichen. Klar kommt er jeden Tag dann um 11 oder 12 zu mir oder ich noch zu ihm. Aber da gehen wir beide dann gleich schlafen.
Darum auch mein Vorschlag mit dem zusammen ziehen... wir schlafen ja sowieso jede Nacht beieinander und Miete würden wir uns auch sparen.

Natürlich habe ich ihn auch gefragt ob er dann überhaupt bereit für eine richtige Beziehung bist und ob er mich noch liebt. Und er meinte ja er liebt mich über alles und will weiter mit mir zusammen sein und er würde es mir sagen wenn er die Beziehung nicht wollen würde aber er will sie.

Das was er sagt und das wie er sich verhält ist so gegensätzlich... und er meinte auch mehr als zu sagen dass alles in Ordnung ist und er mit mir zusammen sein will kann er nicht.

Ich weiß nur nicht mehr was ich hiervon halten soll.. ich hatte gehofft dass wir irgendwann einmal mehr Zeit miteinander verbringen...

Ich möchte mich nicht trennen denn ich liebe ihn wirklich so sehr, aber ich befürchte immer mehr dass das nicht auf Gegenseitigkeit beruht.

Übertreibe ich? Sollte ich die Beziehung einfach weiter laufen lassen und nicht zu viel nachdenken? Oder sollten die Alarmglocken langsam bei mir klingeln?

Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Ratschläge geben oder eure Lebenserfahrung mit mir teilen.

Liebe Grüße
Leni
 
  • #2
Ich kann gut verstehen, dass Du verunsichert und enttäuscht bist.
Es gibt da wohl keinen geheimen Schalter, den Du umlegen kannst.

Ich würde nochmal in einem guten Moment das Gespräch suchen und deutlich machen, dass ein Nein zum Zusammenziehen zumindest mittelfristig auch ein Nein zu Eurer Beziehung ist, und dass er sich das nochmal durch den Kopf gehen lassen soll.

Vielleicht hilft es bei einem klaren Nein, dann eine Auszeit zu nehmen und ihm deutlich zu machen, was er verlieren könnte, wenn Du die Beziehung beendest.

Vielleicht gibt es in seinem Umfeld ja auch Menschen, die Dich unterstützen könnten. Z.B. seine Eltern, ein bester Freund, die Schwester. Wenn Du mal mit denen redest, könnte es sein, dass die ihm gehörig den Kopf waschen, wenn sie Dich mögen und wenn nicht, dazu beitragen, dass er wenigstens reinen Tisch macht.
 
  • #3
Oh je, liebe Leni.
Das mit dem "Einengen" ist das Allround-Totschlagargument,
das immer herangezogen werden kann.
Derjenige, der weniger Nähe will, empfindet Verabredungen
oder regelmäßige Rituale schon als Einengung,
derjenige, der mehr Nähe will, gibt sich mit weniger zufrieden,
um das Gegenüber nicht zu vertreiben.
Ein Zusammenziehen nach vier Jahren ist ein legitimer Wunsch.
Lieber allein leben wollen ist ebenso legitim.
Es müssen sich "nur" zwei finden, die das Gleiche wollen.
Hast Du vielleicht vier Jahre zu sehr Deine eigenen Bedürfnisse
verleugnet, um ihn zu halten?
Und nun, als es nur ein Ja oder Nein gibt, holt Dich dies unterschiedliche Nähebedürfnis ein?
 
  • #4
Ihm gefällt es genau so, wie es ist. Dir ist es eigentlich zu wenig.
Es sind zwei legitime Bedürfnisse, die nicht zusammenpassen auf Dauer. Du brauchst mehr Nähe, er weniger.
 
  • #5
Liebe FS,
der Mann hat Deine Wünsche nach Zusammenziehen solange verbal bedient, wie Du nicht konkret würdest. Nun wurdest Du konkret und er musste gestehen, er keinen nächsten Schritt. Er hat einen Aufhänger gesucht, möglicherweise selbst geschaffen (wie kam der "harmlose" Streit zustande?), um das zu vermeiden.

Ich kann nicht erkennen, wo Du ihn einengst, denn er führt eigentlich ein Singleleben mit großem Anteil Buddyabenden und wenigen gemeinsamen Aktivitäten, vermutlich Minimum dessen, was Du forderst, um nicht abzuspringen.
Es ist nicht super, wieviel Freiheit ihr euch lasst, es ist erschreckend wie ihr nebeneinander herlebt, ohne dass sich die Beziehung von der großen Distanz weiterentwickelt zu gemeinsamen Lebenszielen, was Du Dir wünschst

Warum habt ihr nach 4 Jahren eigentlich immer noch keinen gemeinsamen Freundeskreis mit überwiegend gemeinsamen Aktivitäten?
Du hast ängstlich 4 Jahre stillgehalten, weil Du schon ahntest, was jetzt passiert. Nun tröstet er Dich mit ein paar Liebesbekundungen auf der Tonspur, um Deine Wünsche mit geringem Aufwand zu bedienen und Dich noch ein paar Jahre bei der Stange zu halten.
Du entscheidest jetzt, was Du wie lange mitmachst und wann Du dem Spiel ein Ende setzt, weil Du endlich begreifst: mit dem Mann gibt es keinen "nächsten Schritt", jetzt nicht und in 4 Jahren auch nicht. Er wird immer irgendwas inszenieren, warum es grad jetzt nicht geht und er noch mehr Zeit braucht.

Hör auf, "ihn einzuengen", gib' ihm mehr Freiheit, insbesondere nachts. Er braucht nicht zum schlafen zu Dir zu kommen, wenn er mit seinen Buddies unterwegs war und Du brauchst auch nicht mitten in der Nacht zu ihm fahren, wenn ihr sonst keine gemeinsame Zeit verbringt.
Ich würde das mal zusammenstreichen und nur gemeinsam übernachten, wenn ich mit ihm am Tag gemeinsame Aktivität hatte, die in den Abend in die Nacht über geht.

Was machst Du, wenn er seinen Kumpelaktivitaeten nachgeht? Nutzt und willst Du die gleichen Freiräume oder zwingt er sie Dir auf durch seinen Bedarf an Freiraum?

Immerhin scheinst Du 2 Jahre zu spät endlich aufgewacht zu sein. Die Diskrepanz zwischen seinen Worten und seinem Verhalten fällt Dir ins Auge.
Vergiss' was er sagt, er lügt weil er keine Lust hat, eine andere Frau zu suchen, die ihm genauso viel Freiraum lässt. Achte auf seine Taten, die sprechen die Wahrheit und gib' ihm die dazu passende Antwort, auch durch Taten, nicht durch Worte.

Deine Ahnung hat Substanz. Du solltest weder die Beziehung wie gehabt laufen lassen, noch lange nachdenken, sondern prompt handeln.
Setz' ihm kein offizielles Ultimatum, sondern setz' Dir innere Ultimaten:
- bring' ihn sofort durch neue Regeln auf Distanz, s.o. Gib' ihm dadurch die Möglichkeit, die Beziehung zu gestalten, wenn er das will.
- setz' Dir einen Endetermin in 3-4 Monaten, wenn sich durch Dein geandertes Verhalten nichts verändert hat. Dann will er nicht.
 
  • #6
Nach vier Jahren braucht er Bedenkzeit? 4 Jahre reichen für ein sehr schnelles Jahr oder neine aus meiner Sicht locker aus. Ich glaube er kriegt kalte Füße und liebt Dich nicht so sehr wie Du ihn. Ich vermute er will Dich nicht verletzen. Für mich ist es ein NEIN. Ich finde nicht, dass du übertreibst - eher sogar untertreibst. Alarmglocken alle auf AN.

Alles Gute

M 47
 
  • #7
Hallo Leni,

mir kommt es so vor (und das ist nur eine Vermutung, weil ich Dich ja nicht kenne), dass Du selbst sehr auf Deinen Freund und darauf, NOCH MEHR Zeit mit ihm zu verbringen, fixiert bist.

Was treibst Du denn AUSSERHALB Deiner Arbeit/ Schule (?), Zeit mit Deiner Familie und Deinem Freund so in Deinem Leben?

Ich habe das Gefühl, Du hast sehr wenig Hobbies, Aufgaben, Berufungen, Sport, Freundinnen, Freunde und anderweitige Kontakte, richtig?

Wenn Du diese Komponenten in Deinem auffüllst, denke ich, hat Dein Freund gar keine "Angst" vor einem Zusammenziehen mit Dir mehr, das derzeit für ihn "Komplett-Vereinnahmt-Werden von Dir" bedeutet.

Mein Lebensgefährte und ich leben seit 16 Jahren glücklich zusammen, haben aber deutlich weniger gemeinsame Zeit als ihr es habt: ich arbeite tagsüber, er nachts (er ist Pianist, spielt in Bars und ist oft bei Auftritten unterwegs). Wir verbringen im Durchschnitt 10 Stunden pro Woche, auf drei Tage verteilt, "als Paar" miteinander. Hin und wieder kommt noch gemeinsam verbrachte Zeit mit Freunden oder Familie (seinem Sohn oder unseren Eltern und seinen Geschwistern) dazu.
Was bei uns aber sehr stimmig und passend ist: ich habe für mich nicht das Gefühl, dass ich es so "akzeptieren" muss, sondern für mich ist es genau so die absolut genialste Beziehungs-Form, die es gibt, weil ich ein Mensch bin, der auch sehr viel eigenen Freiraum braucht. Ich möchte niemals mit einem Mann zusammen sein, der dauernd, täglich eine "gemeinsame Zeit" einfordert.

In unseren 10 Stunden haben wir allermeistens eine sehr intensive Zeit miteinander. Wir verbringen kaum einfach nur so "neben dem Fernseher sitzend", parallel Zeit. Wir unternehmen etwas Besonderes, reden intensiv miteinander, kuscheln als gäbe es kein Morgen oder haben tollen Sex. Qualitätszeit. So empfinde ich das. Ich fühle mich von ihm getragen, auch wenn wir uns ein paar Tage wieder nicht sehen.

Aber jeder muss natürlich selbst entscheiden, wieviel Partner-Zeit er haben möchte und das sollte "im Paar" gleich sein.

Was mich etwas stutzig macht: Ihr habt anscheinend keine gemeinsamen Freunde?
 
  • #8
Hi Leni-Lenchen,
Du schaust darauf und berichtest uns, was ER an jedem Wochentag macht. Er ist scheinbar im Mittelpunkt Deiner Aufmerksamkeit. Du schreibst, dass er jeden Tag beschäftigt ist und ER ist mit seinem Leben, so wie es ist, vollkommen zufrieden. Er ist beschäftigt, er trifft seine Freunde. Er hat Dich als Freundin. Und Deine volle Aufmerksamkeit.

Du bist mit dem IST- Zustand nicht zufrieden. Du berichtest nichts von DIR. Also hast Du ein Leben unabhängig von ihm? Das wäre sehr wichtig, vorallem wenn ihr zusammen ziehen wollt. Was willst du den in all der vielen "Quality-Time" besprechen?
Du klingst zwar nett, aber ich hätte zur Zeit auch keinen Bock, mit Dir zusammen zu ziehen und jeden Abend wie ein altes Ehepaar mit Dir auf der Couch zu sitzen.
Ein alter Tipp für Ehepaare, der schon Ehen gerettet hat, ist, dass man 1 Mal wöchentlich zum Italiener geht: Der Mann am Dienstag, die Frau am Donnerstag. ;-)

Ihr habt scheinbar ein unterschiedliches Bedürfnis nach Nähe und individueller Freiheit. Das muss Dir klar sein. Es kann ein ko-Kriterium sein, muss aber nicht. Das kommt bei vielen Paaren vor. Dein Nähebedürfnis kann mit Verlustangst zusammenhängen, muss aber nicht. Schau Dir das mal an.

Schau mal, ob er zur Zeit die Distanz/Nähe zwischen euch beiden bestimmt. Schau auch mal, ob er bei einem Streit es als "Waffe" gegen Dich benutzt, dass er Dein größeres Nähebedürfnis gegen Dich ausspielt und auf Distanz geht. Überlass es nicht ihm alleine, Distanz-Nähe zu bestimmen. Übernimm hier wieder das Ruder. Du weißt, willst du gelten, mach Dich selten.

Ich würde ihm nicht wie #1 vor die Entscheidung stellen. Er würde sich jetzt gegen Dich und für seine Freiheit entscheiden. Ob er es ernst meint oder nicht, können wir nicht sagen. Dafür wissen wir zuwenig von Eurer Beziehung. Dazu gehört noch viel mehr.

Ich rate Dir sehr, dass Du Dich zurück nimmst.

Sei nicht immer verfügbar. Wenn er bei seinen Kumpels war, muss er nicht mehr danach bei Dir übernachten, oder fährst Du danach etwa noch vom Nähebedürfnis getrieben zu ihm hin? Das ist okay, wenn ihr euch nicht jeden Tag seht.
 
  • #9
eutlich machen, dass ein Nein zum Zusammenziehen zumindest mittelfristig auch ein Nein zu Eurer Beziehung ist
Ich empfinde das als sehr drastisch, wenn sich jemand bereits eingeengt fühlt.

Vielleicht gibt es in seinem Umfeld ja auch Menschen, die Dich unterstützen könnten. Z.B. seine Eltern, ein bester Freund, die Schwester.
Und Andere würde ich da schon garnicht mit reinziehen.

Ich bekomme von Familie und Freunden wirklich oft gesagt dass sie es super finden wie viel Freiheiten wir uns lassen.
Ich finde das auch. Ihr habt da eine super Basis. Wenn du dich nicht alleingelassen fühlst, dann paßt das soweit doch alles. Du hast bestimmt auch Freunde mit denen du dich triffst oder genießt die Zeit allein.
Und dass er Abends zu dir kommt und quasi immer bei dir schläft ist doch ein gutes Zeichen!
Schön finde ich ausserdem, dass ihr euch vertraut und den anderen ohne Zweifel Abends ziehen lasst.

Ich würde dir höchstens raten, mit ihm mal über eure Vorstellungen und Ziele der nächsten Jahre zu reden. Und du solltest dich Fragen ob das Zusammenziehen oder die wenige gemeinsame Zeit evtl eher dein Problem ist. Es spielt auch eine Rolle wie alt ihr seid (?) ..
 
  • #10
Liebe Leni
Ich mach's kurz: Wenn Worte und Taten bei einem Menschen nicht zusammen passen, dann geh' davon aus, dass die Wahrheit in den Taten liegt.
Menschen lügen sich selbst manchmal was vor, aber sie sorgen oft automatisch dafür, dass sie ihre wichtigsten Bedürfnisse befriedigen.
 
  • #11
Vielleicht gibt es in seinem Umfeld ja auch Menschen, die Dich unterstützen könnten. Z.B. seine Eltern, ein bester Freund, die Schwester. Wenn Du mal mit denen redest, könnte es sein, dass die ihm gehörig den Kopf waschen, wenn sie Dich mögen und wenn nicht, dazu beitragen, dass er wenigstens reinen Tisch macht.
Sehr gefährlich!
Wenn es nicht mein Wunsch ist zusammen zuziehen, ich es also in erster Linie ihr zur Liebe machen würde, dann wäre dies der Grund für mich vom Zusammenziehen Abstand zu nehmen.

Kennst du seine Kumpels?
Einige von denen werden doch auch Frauen haben. Unternehmen die Jungs den nie etwas mit ihren Frauen? Rege das doch mal an, dann hast du mehr Zeit mit deinem Freund.

n einem belanglosen Streit gestand er mir jetzt, dass er noch nicht bereit dafür sei mit mir zusammen zu ziehen und er auch nicht wisse, wann er es denn wäre. Er fühle sich eingeengt von mir.

Naja, vielleicht war der Streit für ihn nicht belanglos. Oder du brichst häufiger mal einen Streit vom Zaune und er hat nun einfach die Nase voll vom Streiten
Was du angibst wie eine typische Woche bei euch aussieht wirkt auf mich nicht wie eine Einengung, aber da hat nun mal jeder Mann sein eigenes Level.

Spreche nächste Woche nochmal in Ruhe mit ihm. Ohne Vorwürfe und immer schon in der Ich-Form.
Nicht: Ich finde es blöd das du so viel Zeit mit deinen Kumpels verbringst und nicht mit mir.
Richtig: Ich möchte mehr Zeit mit dir verbringen, wenn du dies auch möchtest, dann lass uns mal überlegen wie wir das hinbekommen.
Und immer dran denken, du willst etwas von ihm, er ist auch so glücklich und zufrieden.
 
  • #12
Liebe FS,
so wie du die Situation beschreibst, scheint er eh schon nicht ganz zufrieden mit eurem Arrangement zu sein.

Für mich liest sich das wie ein Mann, der aus irgendwelchen Gründen (Sex ohne sich groß dafür anstrengen zu müssen? Gefällt ihm einfach der Status "in einer Beziehung"? Ab und zu das Bedürfnis nach weiblicher Wärme?) eine Partnerschaft sein Eigen nennen möchte, ohne aber sein Single-Leben komplett aufgeben zu müssen. Ich glaube, so was nennt sich neudeutsch "Mingle".

Aus diesen Gründen empfindet er die Verbindlichkeiten wie Übernachtung, regelmäßige Dates am Mittwoch und Samstag schon nicht als Vergnügen, sondern als Opfer, von denen er weiß, dass er sie erbringen muss, wenn er dich nicht los sein will. Solche Männer sind nicht gänzlich dumm - sie wissen genau, dass sie auch ein bisschen geben müssen, um die Frau bei Laune zu halten.

Aber eigentlich ist ihm das schon zu viel des Gebens und er fühlt sich dadurch in seiner Freiheit beschränkt. Man könnte es auch unterschiedliches Nähe-Distanz-Bedürfnis nennen, wobei er nicht etwa besonders viel Zeit für sich, seine Hobbies, seine Ruhe braucht, sondern wie ein Teenager jeden Tag mit seinen Freunden abhängt. Vermutlich alles Singles, die ihn schon deswegen aufziehen, dass er allabendlich um 23 Uhr einen Abflug macht und zu dir nach Hause dackelt. Wie alt ist dieser Herr?

Nein, der Freiraum, dem du ihm gibst, reicht ihm nicht. Am liebsten würde er dich nur dann sehen, wenn es ihm in den Kram passt.
Ob er dich deswegen nicht wirklich liebt, sei dahingestellt. Sicher schätzt er sehr an dir, dass du ihm so viel Freiraum lässt - du bist eine sehr angenehme Partnerin für ihn, und er weiß, dass er eine wie dich nicht so leicht wieder finden wird.

Was kannst du tun?
Du selbst wirst diesen Mann nicht dazu bringen, dass er von sich aus mehr Zeit mit dir verbringen möchte. Die Weichen seiner Freiheit habt ihr beide seit 4 Jahren gestellt. Übst du Druck auf ihn aus, wird seine "Liebe" wohl schwinden.
Entweder du trennst dich von ihm und suchst dir einen Mann mit einem ähnlichen Nähebedürfnis (und Reifegrad), oder du wartest geduldig darauf, dass seine Freunde sich auch verpartnern und weniger Zeit für ihn haben.
Ich weiß nicht, ob du so tickst, aber mir wäre es ein Bedürfnis, für einen Mann, der seine regelmäßige Anwesenheit während zweier Qualitätstage pro Woche schon als Gottesgeschenk sieht, weniger verfügbar zu sein. Und ihm den äußerst oberflächlichen Status, den er dir einräumt, in gleicher Weise einzuräumen.
Sprich: gib ihm mehr Freiraum, so viel wie er will. Du wirst dann sehen, was ehrlich und ohne Zwang für dich übrig bleibt, und entscheiden können, ob dir das für die Zukunft reicht. Ich fürchte, viel wird es nicht sein...
 
  • #13
Schau mal, ob er zur Zeit die Distanz/Nähe zwischen euch beiden bestimmt. Schau auch mal, ob er bei einem Streit es als "Waffe" gegen Dich benutzt, dass er Dein größeres Nähebedürfnis gegen Dich ausspielt und auf Distanz geht. Überlass es nicht ihm alleine, Distanz-Nähe zu bestimmen. Übernimm hier wieder das Ruder. Du weißt, willst du gelten, mach Dich selten.
Ja, das haben sie eindeutig ein konträres Nähe/Distanz Bedürfnis. Sie muss auch nicht schauen, ob er die Nähe und die Distanz reguliert, es ist zu offensichtlich, dass nur er das tut und sich fügt sich aus Angst, ihn zu verlieren, weil sie ihn liebt. Er ist vollkommen zufrieden und glücklich mit der Beziehung wie sie ist. Braucht er seine Nähe und Sex, kommt er zu ihr und er bekommt immer, was er braucht. Seine Bedürfnisse sind erfüllt, genau wie er sich das wünscht und braucht und deswegen braucht er keine Veränderung des Status Quo. Sie hingegen möchte mehr gemeinsame Zeit mehr Verbindlichkeit und das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Ich würde ihr genau das gleiche raten wie @Vikky das gemeinsame Schlafen jede Nacht ab sofort zu unterbinden und sich das innere Ultimatum zu setzen. Doch ich glaube nicht dass ich dauerhaft etwas ändern vielleicht nur kurzfristig. er wird einsichtig für eine gewisse Zeit und will vielleicht sein Verhalten ändern und verbindlicher werden und auch häufiger mit ihr etwas unternehmen aber wenn sein Grundbedürfnis nach mehr Distanz ist, wird er viel. nach einem halben Jahr sich genauso zu verhalten beginnen. Dann beginnt sie wieder sich selbst zu distanzieren, um ihn quasi zu mehr Nähe und Verbindlichkeit zu "dressieren" immer wieder! Dieses ewige hin und her kann jahrelang andauern. Und sie werden vermutlich sich am Ende doch trennen.

Er integriert sie gar nicht in sein Leben. Vielleicht sieht er sie nicht als seine zukünftige Lebenspartnerin und Mutter seiner Kinder, falls er überhaupt heiraten möchte.

Liebe @Leni-Lenchen, ich weiss nicht wie alt ihr beide seit (vermutlich noch jung) aber ich würde ihm in einem ernsthaften Gespräch sagen:

"Mein Wunsch und Bedürfnis ist mit die mehr Freizeitaktivitäten zu unternehmen. So fühle ich mich einsam und ungeliebt und nur als Frau, die dir für deine Bedürfnisse zur Verfügung steht. Ja das tue ich, weil ich dich liebe aber ich leide sehr darunter, dass du nicht mit mir zusammenziehen willst. Wir haben beide extrem unterschiedliche Bedürfnisse und deswegen muss ich mich trotz Liebe zu dir trennen und einen Mann suchen, der das gleiche will, wie ich."

Somit bist du nicht nur ehrlich, sondern ganz authentisch und du stehst zu deinen Gefühlen und drückst deine Enttäuschung und Trauer aus. Dann kann er sich ernsthaft überlegen was er möchte. Und wenn er dich auch sehr liebt und nicht verlieren will, dann wird er sich freiwillig ändern.
 
  • #14
Mich würde mal interessieren, was du am Mo, Di,Do und Fr machst. Was ist denn, wenn einer seiner Kumpels mal am Mittwoch was machen will? Es hört sich ein bisschen so an, als würdest du währenddessen warten, bis er zu dir kommt oder du zu ihm fahren kannst. Falls das so ist, kann ich sein Gefühl des eingeengt Seins gut verstehen.
Auf der anderen Seite frage ich mich, was eure Partnerschaft ausmacht, wenn ihr trotz offensichtlicher Freizeit nur einen Abend pro Woche und einen Tag am Wochenende zusammen verbringt. Schon die Formulierung "ein Tag mit ihm gehört mir" klingt irgendwie, als ginge das Interesse nur von dir aus und als ob du darum kämpfen müsstest, dass man dir diesen Tag nicht auch noch "wegnimmt". Ich finde Klettenpaare, die nur zusammen hängen, auch schlimm, aber wenn man anscheinend kaum gemeinsame Interessen hat, wofür ist man dann zusammen? Was macht er mit seinen Freunden? Feiern? Saufen? Zocken? Wie sehen deren Lebens- und Wohnverhältnisse aus?
Vier Jahre ohne gemeinsame Freunde finde ich auch irgendwie seltsam...
Wie schon gesagt wurde, überlege dir genau, ob ein weiteres Warten seine Meinung wirklich ändern kann oder ob er dich, die anscheinend immer geduldig auf ihn wartet, einfach nur hinhalten will.
 
  • #15
Wenn man nach 2 Jahren noch nicht klar gemacht hat, was man gemeinsam erreichen will, dann wird das ganz häufig nichts mehr. Dann führt man oft eine so unverbindliche Beziehung.

Wenn der Mann dich dann nach 10 Jahren heiratet oder ihr zusammenzieht, dann eher aus Bequemlichkeit.

Wie kannst du nach 4 Jahren annehmen, wo die Leidenschaft bei den meisten schon raus ist und viele sich trennen, dass er mit dir zusammenziehen möchte?
Seine Reaktion spricht für sich! Er fühlt sich unreif und das wird so bleiben! Wann fühlt man sich reif? Wenn massive Schritte und Verluste im Leben passieren.

Hier hast du als Frau verpasst, schnell deine Bedürfnisse klar zu machen – notfalls auch mit einer Trennung zu drohen und die Trennung knallhart durchzuziehen.

Viele Männer halten eine Frau heute hin – weil sie es können!

Was du jetzt machen musst, ihm sagen, dass ihr euch dann trennen müsst. Ohne zurück! Sonst nimmt er dich nicht mehr ernst! Bei ihm im Leben muss ja erstmal was passieren, dass er Lust auf Zusammenziehen hat. Scheinbar hat er keine Verlustängste und vermutlich wird er dich auch gehen lassen, weil er eben von dir mehr Freiraum braucht.
 
  • #16
Hallo Leni,

es scheint ihm so zu passen, wie es ist. Meine Frage: könntest du damit leben, wenn es so bleibt? Wenn er nicht zusammenziehen will und diese Freiheiten weiterhin lebt? Ich lese in deinem Text es so, dass du damit dich nicht arrangieren kannst.

Finde ich persönlich legitim, aber auch seinen Wunsch. Zu ihm passt wohl mehr das Single-leben, denn er lebt es ja schon und hat auch die Benefits einer Beziehung. Sex, Kuscheln, Nähe wenn gewollt und ein warmes Bettchen. Der Tipp, dass ihr nur 2mal die Woche zusammen schläft (also wenn ihr vorher Qualitätszeit habt), finde ich gut, aber ich denke, damit kommt er auch klar und merkt gar nicht, dass ihm was fehlt.

Subtil dem Mann was zeigen zu wollen, hilft nicht, so habe ich es erlebt. Daher würde ich direkt agieren und sagen, was ich will und ob wir ein Konsens finden können. zB zusammen Wohnung suchen, was beiden gefällt? Oder LAT Beziehung aber mehr Zeit zusammen? Du musst wissen, was du genau willst und dies formulieren. Du kannst auch ruhig sagen (falls dies so ist!), dass du durchaus eine Trennung für richtig hältst, wenn er nicht zusammenziehen will, denn dir ist es wichtig, die Beziehung zu vertiefen und du fühlst dich perspektivlos ohne diese Schritte. Wenn dir dies wirklich wichtig ist, und er weiterhin nicht konkrete Antwort gibt, dann musst du wirklich überlegen, ob du lieber einen Partner suchst der auch die Nähe in einer Partnerschaft sucht.
 
  • #17
Er fühle sich eingeengt von mir.
... Klar würde ich ihn gerne öfter sehen und nach 4 Jahren Beziehung mehr mit ihm unternehmen aber ich habe das so akzeptiert.

Sicher hast du es akzeptiert, weil du verliebt warst, ihn nicht verlieren wolltest, gehofft hast, es wird sich ändern, wenn du schön brav bist. Nicht gut, denn eigene Wünsche und Bedürfnisse zu unterdrücken ist ein großer Fehler. In diesem Fall deiner. Ihm reicht es so, er hat nicht den Wunsch nach mehr Verbindlichkeit, ihn interessieren auch nicht deine Wünsche, dein Wohlbefinden, er integriert dich nicht in seinen Freundeskreis.

Es war absolut richtig zu fragen, wie es weitergeht, wie es mit Zusammenziehen aussieht. Du darfst, ja du musst in einer Beziehung alles fragen dürfen, was dir wichtig ist. Es ist ein sehr, sehr schlechtes Zeichen, dass er sich künstlich aufregt, dass er dir Schuld gibt, sich eingeengt zu fühlen. Das zeigt, dass er unfair ist, dich manipuliert.

Ich würde an deiner Stelle mal reinen Tisch machen. Frage ihn alles, was dir auf der Seele liegt. Äußere deine Wünsche. Bitte ihn, Widersprüche aufzuklären. Bitte ihn, dir reinen Wein einzuschenken. Und dann zieh die Konsequenzen.

Aus meiner Sicht hält er dich seit Jahren warm, denkt nur an sich, tut dir nicht gut, argumentiert manipulativ ohne Wertschätzung. Du hast mit Sicherheit Besseres verdient.
 
  • #18
Übertreibe ich? Sollte ich die Beziehung einfach weiter laufen lassen und nicht zu viel nachdenken? Oder sollten die Alarmglocken langsam bei mir klingeln?

Zusammenziehen kann man, muss man aber nicht. Es gibt auch Paare, die getrennt wohnen. Wer nach 4 Jahren nicht zusammenziehen möchte, wird es vermutlich gar nicht wollen. Ob Du damit zufrieden bist, kannst nur Du entscheiden. Wenn noch eine Familiengründung im Raum steht (Alter?) dann wohl nicht. Sonst vielleicht schon?
 
  • #19
Oh je...
Es ist nicht super, wieviel Freiheit ihr euch lasst, es ist erschreckend wie ihr nebeneinander herlebt, ohne dass sich die Beziehung von der großen Distanz weiterentwickelt zu gemeinsamen Lebenszielen, was Du Dir wünschst
Ich muss mich da leider @Vikky anschließen.
Es ist erschreckend wie viel Freiraum dein Freund braucht und du ihm das gibst um ihn nicht zu verlieren, dabei aber dabei deine eigenen Bedürfnisse unterdrückst!
Ihr führt keine Beziehung in der ein gemeinsames "sich weiterentwickeln" überhaupt möglich wäre, jeder lebt sein Leben für sich, er gibt dir gerade so viel exclusiv Zeit dass du nicht abspringst und beschwert sich jetzt auch noch, dass sogar das ihn einengt, denn konkrete Pläne mit dir hatte er anscheinend nicht.

Dein Nahebedürfnis ist ein komplett anderes, als seines. Deine Vorstellung von Beziehung passt nicht mit seiner überein!
Du hast nun zwei Möglichkeiten.
Dich wieder arrangieren und deine Bedürfnisse unterdrücken, um weiterhin zwei! Tage in der Woche mit ihm zu haben oder du trennst dich und suchst dir jemanden der das gleiche Bedürfnis nach Nähe hat wie du! Willst du Kinder? Dann ist dein Freund ohnehin nicht der richtige Partner, denn dann wärst Du quasi AE, denn er wird seine Bedürfnisse immer ausleben.
Eines noch. Es ist nicht normal so ein großes Bedürfnis nach Freiheit zu haben und es gibt sehr viele Männer deren Nähebedürfnis stärker ausgeprägt ist als seines.
Denke an dich, nehme deine Wünsche und Bedürfnisse ernst und stelle sie an erste Stelle! Das ist der Weg der dich eines Tages glücklich macht.
 
  • #20
Ich finde es eigentlich gar nicht SO wenig, wenn man jede Nacht und dann noch zwei Tage miteinander verbringt. So ähnlich könnte ich mir eine Beziehung auch gut vorstellen. Ich würde die "freie Zeit" für meine zahlreichen beruflichen und anderen Aktivitäten und Freunde nutzen und wäre zufrieden, wenn ich dann später abends zu ihm ins Bett schlüpfen könnte.

Allerdings finde ich es seltsam bis schade, dass er dann nicht mit Dir zusammen ziehen will. Wenn Ihr ohnehin jede Nacht zusammen verbringt und zusammen bleiben wollt, würde eine gemeinsame Wohnung durchaus Sinn machen. Zumindest Dir zuliebe sollte er sich dann darauf einlassen, immerhin lässt Du ihm ja sonst viele Freiheiten. Und er weiß, dass Du es Dir wünschst.

Wenn es anders nicht geht, würde auch ich die oben genannte Idee versuchen: Schlaf nur noch bei ihm und mit ihm, wenn Ihr auch den Tag/Abend miteinander verbracht hat und zeig ihm, wie es ist, Dich zu vermissen. Er wird Worte wahrscheinlich als "Nörgeln" sehen und nur Taten verstehen.
 
  • #21
In unseren 10 Stunden haben wir allermeistens eine sehr intensive Zeit miteinander.
Liebe @yellow bee, natürlich habt ihr die, denn eure Zeit ist so begrenzt miteinander, dass ihr schaut eure Akkus gegenseitig aufzuladen (ich meine das positiv) mit Liebe, Zärtlichkeit, Sex, Nähe, Gespräche, da würde mir auch nicht der Sinn nach Fernsehen stehen. Bei der FS hört es sich aber fast so an, als würde ihr Freund ihr die gemeinsame Zeit nur einräumen, weil man eben ein bisschen was geben muss, nicht weil man es für sich braucht.
Der entscheidende Punkt ist aber doch (hast du selbst geschrieben), dass eure Beziehung mit relativ wenig Paarzeit für euch beide gut passt, es für euch beide ideal so ist.
Das glaube ich dir gerne! Nur die FS sehnt sich nach mehr Nähe, nach mehr Verbindlichkeit und da hilft es auch nichts aufzuzeigen wie gut so eine Konstellation funktionieren kann, denn wenn Frau ihre Bedürfnisse unterdrückt bleibt sie auf der Strecke.
Und ganz ehrlich, euer Lebensmodell (10 Stunden /3 Tage) wird sehr wahrscheinlich nicht so oft glücklich gelebt, ihr habt euch gefunden und es passt. Prima! Die FS muss den Menschen mit dem es passt noch finden.
 
  • #22
Ich finde es eigentlich gar nicht SO wenig, wenn man jede Nacht und dann noch zwei Tage miteinander verbringt. So ähnlich könnte ich mir eine Beziehung auch gut vorstellen.
Ja, theoretisch klingt das schon erstmal nicht nach wenig. Aber für mich klingt's so, als ob ihr Freund ihr einen ziemlich genau abgesteckten Bereich in seinem Leben zugeteilt hätte - ohne dass sie das mindeste dazu hätte beitragen dürfen.
Von einem Freund erwarte ich, dass er auch mal flexibel ist: Mit mir ein Wellness-Wochenende bucht, einen wichtigen Anlass miterlebt und deswegen mal einen Kumpelsabend sausen lässt. Natürlich lass' ich jedem seinen Freiraum, aber ich möchte gern mal gefragt und mit einbezogen werden.
Zudem würde es mich stutzig machen, wenn mein Freund kaum Hobbies hat, sondern das Einzige ausser mir wäre "Freunde treffen". Was macht er denn so tolles und zeitaufwendiges mit denen?
 
  • #23
Wenn es anders nicht geht, würde auch ich die oben genannte Idee versuchen: Schlaf nur noch bei ihm und mit ihm, wenn Ihr auch den Tag/Abend miteinander verbracht hat und zeig ihm, wie es ist, Dich zu vermissen. Er wird Worte wahrscheinlich als "Nörgeln" sehen und nur Taten verstehen.
Die meiste Zeit verbringt er eigentlich mit seinen Freunden und lebt schon 4 Jahre, wie wenn er Single wäre! Sie leben nebeneinander her oder aneinander vorbei aber nicht wirklich miteinander. Von 7 Tagen der Woche sehen sie sich nur an 2 (weniger als 30% der Tageszeit) und verbringen, die Abende (wohl erst ab 21:00) und die Nächte zusammen, damit er seine Kuscheleinheiten und Sex bekommt. Für ihn ein idealer Zustand und er fühlt sich eingeengt, wenn sie mehr Zeit mit ihm verbringen möchte. Wenn ihm das schon zu viel ist, dann kann sie das zusammenziehen aus ihrer Liste endgültig streichen, denn dann müssten sie gezwungenermassen viel mehr gemeinsame Zeit verbringen (was er gerade nicht möchte) und ich denke dieser Mann hat eine Bindungsstörung, denn ich finde es auch nicht normal, dass sein Distanzbedürfnis so gross ist.

Mir erzählte ein Mann, der zweimal geschieden ist, dass er in einer Ehe sogar fünf Jahre lang ein eigenes Schlafzimmer für sich beansprucht hatte, einen Beruf hatte ohne viel Kontakt mit Menschen und einmal im Monat im Wald übernachtete. Kein Wunder haben alle Frauen ihn verlassen und auch eine Freundin nur nach 3 Monaten.

Menschen mit einer Bindungsstörung, die bereits in der Kindheit keine körperliche Nähe und Streicheleinheiten bekommen haben, meiden zu grosse Nähe wie die Pest. Sie fühlen sich unwohl und bedroht dabei, weil sie nicht erfahren haben und nicht gelernt hatten, die Nähe und menschliche Wärme nicht nur zu zu lassen, sondern auch zu geniessen und als etwas wunderbares und wohltuendes für sich selbst zu empfinden.

Mehr scheint er nicht zu ertragen und er dosiert es, wie es für ihn passt, ohne zu berücksichtigen dass sie Bedürfnis nach mehr Nähe und Zusammensein hat. Die FS könnte über Bindungsstile oder auch Bindungsstörung nachforschen und mit dem über seine Kindheit sprechen und somit einiges über ihn erfahren. Die Bindungsstile ändern sich nicht ohne eine Therapie und den Menschen ist es gar nicht bewusst, dass sie eine Störung haben, denn sie empfinden sich so wie sie sind als normal. Wie es für jemanden normal ist, seine Partnerin jeden Tag zu sehen und mit ihr Zärtlichkeit auszutauschen.

@FS Buchtipp: "Jein!" von S. Stahl mit Fallbeispielen.
 
  • #24
Ich kann gar nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die eine solche Art der Beziehung gut finden. Ich meine, wir sind doch keine 17 mehr!?

Natürlich ist das total wenig Zeit, die er mit ihr verbringt. Die beiden haben geschlagene zwei Tage in der Woche, an denen sie mal was mit ihm anfangen kann. Ansonsten kommt der jeden Tag nur zum Pennen. Dabei sieht man sich nicht, weil man ja bekanntlich die Augen geschlossen hat beim Schlafen.

Man will sich doch auch mal austauschen, über den Tag erzählen, Dinge besprechen/ planen, man will doch auch mal zusammen in Ruhe ein Glas Wein trinken und dabei über Welt/ Gesellschaft/Leben/Politik philosophieren. Gemeinsam ein Buch lesen, Film gucken, Musik hören, gemeinsam Freunde treffen, Ausgehen, etc. Wenn das aus Zeitmangel nicht geht, und der Partner stattdessen lieber so konsequent bei den Kumpels abhängt (wahrscheinlich spielt der Bubi dort noch Playstation und kifft oder trinkt, Hilfe), dann bleib ich lieber alleine. Unter einem Lebensgefährten stell ich mir was anderes vor.

Dieser hier geht jedenfalls nicht gemeinsam mit der FS durchs Leben. Klingt mir echt nach einem jungen Kerl mit 19, der eigentlich noch gar nicht weiß, was sein Beitrag in einer Partnerschaft ist.

Aber auch davon abgesehen: wer sein Leben so vollpackt mit Hobbies und Interessen, dass gerade mal 10h in der Woche (!) Zeit bleiben für den Partner, na, der brauch keinen Partner und der ist auch kein Partner. So kann man ja nicht mal für den anderen da sein, wenn man mal wirklich gebraucht wird. Also schlafen kann ich auch alleine. Dazu brauch ich niemanden neben mir, der sonst keine Zeit für mich hat.
 
  • #25
Natürlich habe ich ihn auch gefragt ob er dann überhaupt bereit für eine richtige Beziehung bist und ob er mich noch liebt. Und er meinte ja er liebt mich über alles und will weiter mit mir zusammen sein und er würde es mir sagen wenn er die Beziehung nicht wollen würde aber er will sie.

Ich möchte mich nicht trennen denn ich liebe ihn wirklich so sehr, aber ich befürchte immer mehr dass das nicht auf Gegenseitigkeit beruht.
Ich würde da erstmal den Druck rausnehmen und laufen lassen. Entscheide nicht jetzt, sondern lass ihn noch ein Weilchen brüten. Ich würde ihm an Deiner Stelle auch sagen, dass das mit dem Zusammenziehen nicht jetzt entschieden werden muss, damit er keinen Druck hat. Vielleicht kommt er ja dann selbst auf die Idee. Das ist so ein bisschen wie mit dem Heiraten. Die Männer wollen es dann nach einer Bedenkzeit oft von sich aus.

Ansonsten könnt Ihr ja mal überlegen, ob es wirklich sein muss, dass Ihr jede Nacht zusammen verbringt. Was das Zusammenleben betrifft, kann man auch eine Wohnung suchen, in der jeder eine Rückzugsmöglichkeit findet und ein eigenes Bett hat. Und schließlich muss man nicht einmal unbedingt zusammen leben, um ein gutes Paar zu sein. Ich bin mit einem Paar befreundet, das seit 20 Jahren getrennte Wohnungen hat. Sie sind sehr glücklich. Es gibt da auch eine Menge gesellschaftlichen Druck, der nicht nötig ist.

Er hat Dir klipp und klar gesagt, dass er Dich liebt. Dann zweifle nicht daran.
 
  • #26
Zwei Tage (bzw. Abende) Qualitätszeit + 7 gemeinsame Nächte pro Woche klingt für mich eigentlich nicht furchtbar wenig. V.a., wenn die gemeinsame Zeit gut genutzt wird.

Aber was die FS sonst noch so schildert, klingt, als ob sie im Leben ihres Freundes insgesamt nur eine Nebenrolle spielt. Ihr Partner ist kein introvertierter Typ, der viel Zeit für sich braucht. Er findet entweder andere Leute wichtiger/unterhaltsamer oder hat vor lauter selbstfabriziertem Freizeitstress gar keine Kapazitäten (zeitlich/seelisch), sich tiefer auf jemanden einzulassen.

In meinen Augen ist es etwas schräg, dass ein berufstätiger Mann an 4 Abenden die Woche mit Freunden unterwegs ist. Nicht falsch verstehen, grundsätzlich finde ich es toll und beneidenswert, wenn Menschen auch nach der Schul-/Studienzeit enge Freundschaften pflegen. Ich schätze an Männern auch genau das, was hier von Frauenseite gern als "unreif" bezeichnet wird. Mir graut es vor Menschen, die ab einem bestimmten Alter und Status nur noch elitär-betuliche Aktivitäten wie Golf oder Weinverkostungen für standesgemäß halten. Ich frage mich aber: woher nimmt man neben dem Job die Energie, viermal die Woche mit Kumpels einen draufzumachen?

Entweder hat der Mann extrem Hummeln im Hintern und vermutlich auch einen riesigen Freundeskreis. Solche Leute finde ich unglaublich anstrengend, weil sie irgendwie nie im Hier und Jetzt sind, sondern ständig mit der Planung des nächsten Events beschäftigt. Ihre Freundschaften sind auch oft recht oberflächlich. Oder die Jungs machen eben nicht jedes Mal einen drauf, sondern hängen die meiste Zeit einfach nur ab. Was ja grundsätzlich okay wäre. Ich würde mich dann als Partnerin allerdings fragen, warum ihm Abhängen mit seinen Kumpels so viel mehr gibt als Abhängen mit mir. Warum er nicht z.B. an 3 Abenden die Woche mit mir und an 3 Abenden mit den Kumpels abhängen will. Bzw, warum er bei mir schon 2 Abende pro Woche als "einengend" empfindet, den Kumpels aber gern das Doppelte widmet.

Es gibt so einen Typ Mann, hab ich den Eindruck, der mit Frauen als Gesprächs-und Freizeitpartnerin kaum was anfangen kann, aber trotzdem Beziehungen führt, weil ein "richtiger" Mann eben eine Frau hat für Sex, Image und gelegentliche Nestwärme. Vielleicht ist der Freund der FS auch so gestrickt: braucht das Gefühl, dass ihn da irgendwo ein weibliches Wesen umschwirrt, sieht Sex aber als die einzige Form von Spaß, die man mit einer Frau haben kann. Für nicht-sexuelle Formen von Amüsement sind die Kumpels zuständig.

Frage an die FS: was macht ihr an den 2 Tagen, die ihr gemeinsam verbringt? Führt ihr gute Gespräche? Habt ihr gemeinsame Interessen? Wie steht's mit dem Sexleben?
 
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