• #1

Sollte ich meiner Arbeitskollegin meine Liebe gestehen?

Hallo,

ich bin weiblich, 28 Jahre und habe mich in meine 50 Jährige Arbeitskollegin verliebt. Anfangs dachte ich das es nur eine Schwärmerei ist, da ich bisher nie Gefühle für eine Frau hatte oder im allgemeinen Frauen anziehend fand, aber sie ist einfach der liebeswerteste Mensch den ich jemals getroffen habe. Wir arbeiten 2 Jahre zusammen und seit 6 Monaten habe ich diese Gefühle. Anders als erwartet gehen sie nicht weg, es wird immer schlimmer, ich fang neuerdings schon an zu weinen weil ich sie so vermisse.

Ich liebe diese Frau wirklich über alles. Ich bin kein Mensch der sich schnell verliebt, genaugenommen hatte ich als Teenie nie Schwärmereien und auch sonst ist mein Lebensgefährte (den ich nicht mehr liebe, jedenfalls nicht so intensiv wie sie) der einzige Mann den ich je hatte, ich dachte auch nie an jemand anderen, sprich ich bin mir meiner Gefühle sehr sicher.

Ich möchte mit ihr zusammensein, aber es ist so absurd, ich weiß noch nicht mal ob sie lesbisch ist und die Chancen das sie mich sieht wie ich sie sehe, sind auch schwindend gering. Manchmal sind da schon Momente wo ich denke dass da mehr sein könnte, als sie mich getröstet hat oder wenn wir uns über privates unterhalten und sie mir rät meinen Mann zu verlassen, nachdem ich meinen Frust über ihn loslasse.. aber das ist doch wohl eher Wunschtraum, überinterpretiert und dann der Altersunterschied...Männer haben damit ja eher selten Probleme, aber sie als Frau? Selbst wenn sie lesbisch/bi wäre? Würde sie mit jemanden etwas beginnen der ihre Tochter sein könnte? Würde sie meine Gefühle überhaupt ernst nehmen?

Manchmal wünsche ich mir es ihr einfach zu sagen aber ich würde mich bis auf die Knochen blamieren und ich muss ja noch mit ihr arbeiten, soll heißen ich will mit ihr arbeiten,das ist die Einzige Möglichkeit ihr nahe zu sein, zudem steht auch so viel für mich auf dem Spiel, wenn das die Runde macht. Andererseits habe ich sonst nie Gewissheit. Was soll ich bloß tun?

Vllt hat ja jemand Lust sich mit mir darüber zu unterhalten. Danke
 
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  • #2
Hallo Artanis,

Mir ist so etwas ähnliches einmal passiert, und ich war völlig irritiert, weil ich mich als eindeutig hetero orientiert sehe.

Bis ich realisierte, dass da ein ganz anderes Gefühl angetriggert wurde.
Irgendwie sprach sie wohl meine Kindseite an und es waren Gefühle ihr gegenüber wie für eine Mutter.
Die Sehnsucht von ihr gehalten zu werden, in den Arm genommen zu werden...
Ich überprüfte das noch genauer, es bestätigte sich für mich und damit verschwanden die Gefühle. Es blieb ganz einfach Sympathie und eine Freundschaft.

Es wäre allerdings ein sehr deutlicher Hinweis darauf gewesen, dass mir immer von kleinst auf eine richtige Mutter gefehlt hatte mit einer tragfähigen, zuverlässigen, liebevollen, gesunden Mutter-Tochter Beziehung / Bindung. Das habe ich später aus anderen Gründen realisieren und verarbeiten müssen.

Wie sieht es diesbezüglich bei Dir aus?
 
  • #3
Mich erinnert das an meine Liebe zu meiner Klassenlehrerin, als ich ca. 16 Jahre alt war. Das war genauso. Nicht sexueller Art, aber sie war so liebenswert.
Heute, über 25 Jahre später, weiß ich, dass meine Liebe das war, was die Psychoanalyse Übertragung nennt. Mangelnde Liebe und Zuwendung oder bestimmte Erfahrungen in der Kindheit führen zu einem Defizit, das man zeitlebens auf andere Menschen "überträgt". Es ist nicht leicht zu unterscheiden zwischen "echter Liebe" (die erwachsen ist) und "Übertragungsliebe" (die kindlich ist). Auch die echte Liebe hat Anteile von Übertragung (im Idealfall jedoch nur wenige).

Es ist sehr wahrscheinlich, dass du eigene Erfahrungen, Erlebnisse, Defizite auf diese Frau überträgst. Sie ist wie eine Mutter (dazu passt auch das Alter). Und sie ist vielleicht die Mutter, die du in der Form nie hattest.

Ich würde sie nicht ansprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie lesbisch ist UND an dir Interesse hat, ist sehr gering. Hinterfrage lieber, was dir fehlt im Leben...
 
  • #4
Zweimal in meinem Leben ist es mir passiert, dass sich eine Frau in mich verliebt hatte. Mit 19 konnte ich damit nicht umgehen mit Ende 40 schon. Da war ich geschmeichelt, denn es ist doch immer etwas tolles wenn sich jemand in einen verliebt. Ich denke, deine Kollegin hat das Alter damit umgehen zu können. w54
 
  • #5
Liebe @Artanis, du hast schon zwei, wie ich finde, ganz tolle Kommentare bekommen #1 und #2 bis jetzt, und ich kann mich beiden nur anschließen. Habe auch ähnliche Ergebnisse wie die Vorposterinnen: Bei mir auch plötzlich große Gefühle für eine Frau, auch bei mir die kalte Mutter, die dann auch noch früh starb. Ich bezeichne mich zumindest offen im Netz als bi, obwohl ich beziehungsmäßig eher hetero empfinde - aber ich mag Frauen einfach auch als sexuelle Wesen und habe die eine oder andere Erfahrung mit ihnen. Wie man es nennt ist ja auch völlig egal, du hast nun einfach diese Sachlage.

Ich würde an deiner Stelle das Verhältnis mit deinem LG aufräumen. Genau gucken, was du an der Beziehung hast und noch von ihr möchtest. Bei mir kamen die großen Gefühle für die Frau auf, als ich mich innerlich von meinem Ehemann distanzierte. Hätte ich der Versuchung stattgegeben, etwas mit ihr anzufangen (sie war lesbisch), hätte ich sie nur als Trennungskatalysator benutzt. Ich habe das auch ohne sie geschafft - und im Rückblick bin ich froh.

Sie ist deine Arbeitskollegin, das macht alles noch schwerer. Vielleicht räumst du zuhause erst einmal auf, und dann guckst du, wie sich deine Gefühle für sie weiterhin entwickeln. Und treffe sie, bis zu klar bist, auch nicht öfter als notwendig, das verunsichert dich nur noch weiter. Alles Gute dir.
 
  • #6
Tu es nicht. Wenn sich zwei Menschen finden sollen, dann würden sie es tun und dazu bedürfte es keines Geständnisses, mit dem Du in Vorleistung gehst und Kopf und Kragen riskierst.

Ich halte generell nichts von Geständnissen, die man macht in der Hoffnung, jemanden für sich zu gewinnen. Wenn diese Person gewonnen werden wollte, dann würde sich da ein Weg finden, denn Signale hast Du sicherlich zuhauf gesendet. Und die würden auch empfangen, sofern Bereitschaft da wäre.

Ja, Du würdest Dich unsäglich blamieren und eine gute Freundschaft riskieren. Lass es bleiben!!!
 
  • #7
Liebe FS,

Geständnisse gehen zu fast 100 % in die Hose. Einer ist verliebt, der andere nicht. Keiner verliebt sich plötzlich nach einem Geständnis.

Sie wird ganz sicher nicht lesbisch sein (meistens kriegt man sowas auch recht schnell und unübersehbar raus über Gespräche oder Verhaltensweisen).
Ich würde eine gute Freundschaft mit ihr anfangen. Das ist manchmal mehr wert und hält evtl. lebenslang, als eine Beziehung von kurzer Dauer.

Dass du dich nicht oft verliebst, aber wenn, dann richtig, spricht auch ein wenig für ein Abhängigkeitsverhältnis (die oder keine). Nicht selten hat das Mutterverhältnis was damit zu tun. Hat deine Mutter stark und unnachgiebig geklammert?

Könnte für dich problematisch werden, wenn du schon zu weinen anfängst. Was soll diese fast fremde Person denn von dir denken? Klingt labil und auch ein wenig psychomäßig. Du machst der anderen Person Druck und Stress damit. Sie will mit dir vermutlich gar nichts zu tun haben, wenn du so anfängst.

Fang mit ihr ein normales Gespräch an, versuch sie privat kennenzulernen, freundschaftlich.
Dann kommst du vielleicht etwa in der Realität an. Z.B. dass ihr unterschiedliche Interessen aufgrund des Alters haben werdet. Sie hört vermutlich ganz andere Musik, geht in alters entsprechende Lokalitäten, hat einen anderen Stil und Geschmack.
 
  • #8
Hi,

nicht jeder mag sich auf Arbeit outen, sie spricht eigentlich nie über ihr Privatleben. Sie erzählt schon was sie so macht und über ihre Kinder, aber nie ob sie z.B. in einer beziehung ist, bei allen andern Kollegen hört man das heraus aber bei ihr gar nicht, ich weiß nur das sie nicht verheiratet ist und das sie mit einer Frau in den Urlaub gefahren ist, sie bezeichnete sie als "meine Freundin" und sie haben in einen Bett geschlafen, ja ich weiß, Freundinnen machen sowas auch... und ich meine herausgehört zu haben das sie nicht alleine wohnt, aber wenn man einen Lebensgefährten hat, fährt man doch wohl eher mit dem in den Urlaub.

Manchmal vermisse ich sie halt sehr, meistens wenn ich ein paar Tage mit ihr gearbeitet habe und sie dann ein paar Tage nicht sehen kann, aber diese Sehnsucht, sag ich jetzt mal, ist doch normal wenn man jemanden liebt, vermisst man die Person auch.

Das ich mich nicht oft verliebe hängt wohl eher damit zusammen das ich nicht so auf Menschen fixiert bin, ich hab kein Problem damit allein zu sein, ich mag Menschen zwar, aber so richtig interessieren tun mich die Meisten auch nicht, nur bei ihr ist das anders, ich möchte viel über sie wissen, über ihre Kinder, ihre Vergangenheit, Wünsche u.s.w.

Anfangs ist sie mir gar nicht aufgefallen, ich fand sie schon immer nett, später irgendwie auch anziehend aber eigentlich nie attraktiv (mittlerweile finde ich sie wunderschön), so wirklich interessiert hab ich mich für sie damals auch nicht, auf Grund eines gewisse Umsatandes ist mir alles klar geworden, da hab ich mich dann nachträglich in sie verliebt, obwohl sie mich schon recht früh ins Grübeln gebracht hat, gerade weil ich sie so anziehend fand, hab ich das mit einen Mutterkomplex abgetan. Ich weiß jetzt nicht ob es dafür oder dagegen spricht, aber ich habe keinen Kontakt zu meinen Eltern, nie ein gutes Verhätnis, traurig macht mich das aber trotzdem nicht.

Interessen teilen wir schon, ich hab eh nicht so die Interessen wie Gleichaltrige, ich glaub da ist sie viel cooler als ich, ich war z.B. noch nie in ner Disco u.s.w., also würde mir das wahrscheinlich nicht fehlen, falls sie aus der Partyphase raus ist.
Ich mag, so wie sie ,klassische Musik, Blumen und was halt ältere Leute so mögen.
 
  • #9
Okay, dass du dich in die verschossen hast, ist klar, aber was ist nun los mit deinem Lebensgefährten, den du nicht mehr liebst? Erzähl doch mal, was da so läuft. Willst du dich trennen? Oder hast du schon?
 
  • #10
Ich bin mit meinen Lebensgefährten 10 Jahre lang zusammen. Ich lernte ihn kennen da war ich 19, er war mein erster Mann und ich dache wirklich ihn zu lieben. Wenn ich die Gefühle zu ihm, mit meinen jetzigen Gefühlen für sie vergleiche, weiß ich aber das ich ihn nie geliebt habe. Ich wollte ihn eigentlich nur besuchen, bin dann aber gleich bei ihm eingezogen, zum Schock meiner Eltern, die ja hunderte Kilometer weiter weg wohnen. Ich bin dann ziemlich schnell schwanger geworden, unser Kind ist jetzt 9 und es war eigentlich alles wunderbar bis vor einigen Monaten. Wir leben eigentlich harmonisch miteinander, oder eher nebeneinander her, wichtig ist mir das wir uns nicht streiten, was auch wirklich nur selten vorkommt. Ich glaube er hat für mich noch mehr Gefühle als umgekehrt.

Zum Thema Trennung, ich denke in den letzten Monaten oft darüber nach aber was hätte ich denn davon? Mein Kind wäre traumatisiert, mein Mann würde vermutlich austicken und ich wäre auch mit den Nerven am Ende weil es meinen Kind schlecht geht und die Frau die mir Halt geben würde/könnte, hab ich dann immer noch nicht. Also nachdem ich den Nutzen abgewägt habe, erscheint es mir vernünftiger alles so zu belassen.

Ich hoffe trotzdem auf eine Chance mit ihr, aber wenn sie nicht die Initiative ergreift (falls sie auch etwas für mich fühlt) wird es nie was werden. Es ist eigentlich alles so absurd, ich stelle wir immer vor wie sie reagieren würde wenn sie es wüsste, ich glaub sie würde sich tot lachen und mich für bekloppt halten. Problematisch ist ja auch das ich eine Ausbildung beginnen soll und sie wäre dann meine Praxisanleiterin, sie fragt mich auch öfters was jetzt damit ist, aber ich hab irgendwie keinen Kopf dafür, auf Grund meiner familären Situation und auch wegen ihr.

Ich freu mich zumindest das ich sie ab Samstag 1 Woche jeden Tag auf Arbeit sehe, das hilft mir schon auch wenn es manchmal zu komischen/peinlichen Situation kommt, ich hab ja eh meistens Probleme irgendwie an Gesprächsthemen zu kommen, bei ihr bin ich zudem auch noch aufgeregt und wenn wir dann alleine am Tisch sitzen, bin ich immer etwas angespannt, sie ist aber bei anderen Kollegen immer locker, nur bei uns wirkt das immer wie ein Kampf um Gesprächsthemen, voll krampfig.
 
  • #11
Okay Artanis, jetzt stellt sich mir alles ganz anders dar, weil ein Kind im Spiel ist. Alles, was ich dir schreiben werde, wird dich immer mit der Nase drauf stoßen. Ich musste jetzt erstmal deinen Post wegklicken und erstmal ziemlich durchatmen bevor ich mich hier ans Schreiben gemacht habe. Du bist momentan sowas von vernebelt, erwähnst dein Kind erst im 3. Post - du bist wie auf Drogen auf diese Kollegin fixiert - und dabei sind Gespräche mit ihr "krampfig" wie du schreibst! Das ist ein ziemlicher Schocker.

Du, da stimmt was nicht ganz an deiner Situation. Ich will dir ganz ehrlich sagen: ich schreibe hier seit ca 4 Wochen mit - und nie hatte ich das Gefühl, dass mich einer der Threads, an dem ich mich beteiligt habe, überfordert. Deine Geschichte ist anders als alle, die ich hier bisher gelesen habe.

Normale Verliebtheit ist das nicht, das kannst du mir nicht weismachen. Du musst dich mal selber in den Arm kneifen.

Kannst du mal genauer beschreiben, wie du mit deinem Kind klarkommst und wie dein LG so drauf ist? Du schreibst, er würde "austicken" - wie muss man sich das vorstellen?
 
  • #12
Hallo FS
Dein Lebensgefährte ist der einzige, mit dem Du nun reden solltest. Es gibt eine unglaublich Schieflage in euren Beziehung und in deiner Gefühlswelt.
ER ist aber momentan dein Partner, und somit deine Priorität. Wenn Du Dich so dermaßen Fremdverliebt hast (egal ob Mann oder Frau) ist dein Partner deine erste Anlaufstelle! Sollte Vertrauen nicht die Basis einer Beziehung sein? Stell Dir mal vor, dein Lebensgefährte redet (schreibt) so über Dich. Was würdest Du Dir wünschen?
Einfach zu warten, bis Dich ein externes Ereignis "rettet" ist einfach total Feige.
Ich hoffe trotzdem auf eine Chance mit ihr, aber wenn sie nicht die Initiative ergreift (falls sie auch etwas für mich fühlt) wird es nie was werden. .
Was soll das? Du entfremdest Dich mehr und mehr von deinem Mann und spielst ihm eine liebevolle Beziehung vor, weil andere Alternativen zu unbequem sind? Extrem Feige! Das ist Betrug und somit verhinderst Du, dass dein Mann die Verantwortung über sein Leben und seine Gefühlswelt zurück erlangen kann, und, dass er evtl. jemanden anders kennenlernen konnte, die ihn wirklich lieben kann. Du entmündigst ihn quasi. Dein Kind wird aufwachsen in einer Familie, in der Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit herrschen - ist das gut und gesund für ein Kind? Und wenn Du so weiter machst, stehst Du auch in Gefahr, depressiv zu werden.
Es gibt 2 Möglichkeiten:
a) Du versuchst an deine Beziehung zu arbeiten u.a. in dem Du erzählst was los ist und was Dir fehlt.
b) Wenn Du weiterhin nur an diese Frau denkst, dann sprich mit deinem Mann als erstes und trenne Dich! Sei ehrlich, sag ihm, dass Du ihn nicht liebst, versuche natürlich trotzdem als Team gute Eltern zu sein. Dann kannst Du diese Frau erzählen, was Du für sie empfindest. Wenn es mit ihr nicht klappt, kannst Du für Dich erforschen, was und wer für Dich wirklich gut ist. Dann bist Du frei und muss niemanden was vormachen.
Alles Gute
G.
 
  • #13
@Rabentochter:

Was ist schon "normale Verliebtheit?

Mit meinem Kind komme ich wunderbar zurecht, ich liebe ihn über alles, unternehme gerne Sachen mit ihm. Bei meinen Mann ist das eher so das er sich nicht für mich und meine Interessen interessiert, mache ich mal einen Vorschlag wird es gleich ins Lächerliche gezogen er nimmt mich nicht so richtig für voll und ein Hypochonder ist er auch er verlangt von anderen immer ziemlich viel ab, nur von sich selber nicht so viel. Er hat natürlich auch gute Seiten, sonst wäre ich nicht so lange mit ihm zusammen, er ist ja auch ein guter Vater, da kann man nicht meckern, meistens jedenfalls nicht.

Mit austicken meinte ich nicht das er gewalttätig werden würde, es wäre natürlich ein riesiger Schock für ihn und er wäre berechtigterweise wütend.

Ich bin auch nicht wie auf Drogen auf die fixiert, ich liebe sie halt, da ist die Person halt immer in meinen Gedanken und mit den "krampfig" meinte ich so, das man ja immer etwas nervös ist, wenn das "Objekt der Begierde" da ist, man versucht sich da von der besten Seite zu zeigen, geistreich, lustig zu sein und hübsch nicht zuletzt^^ und ich hab auch immer Angst irgendwas blödes zu sagen, ich muss ja auch auf meine Wortwahl achen und auf die Themen, sie ist da ja doch in einer ganz anderen Liga und ich versuche mit ihr auf einer Augenhöhe zu sein, deswegen überlege ich zu viel und darum wirkt das alles "krampfig, bei ihr übrigens auch (meiner Meinung nach) obwohl sie sonst bei anderen immer locker ist.
Ich freu mich jedenfalls auf morgen, ich sehe sie da gleich ein paar Tage am Stück.
 
  • #14
@Greensleeves:

Ich kann auf keinen Fall mit ihm darüber reden! Er würde das nicht verstehen, er ist nicht so erwachsen, als das man eine vernünftige Diskussion führen könnte, er ist auch engstirnig und kindisch, er hätte niemals Verständnis dafür.

Auf die Frage hin was ich mir wünschen würde wenn er an meiner Stelle wäre? Ich würde mir wünschen das ich nichts davon erfahre und alles so weiterläuft! Unser Leben an sich ist nicht schlecht, es gibt ja viele Zweckgemeinschaften und nur weil man nicht wie in Hollywoodschnulzen liebend bis ans Ende aller Tage zusammenlebt heißt es nicht das es schlecht fürs Kind sein muss oder das unser Zusammenleben lieblos ist.
Wie ich schon sagte wir leben harmonisch zu Hause und respektieren uns und wenn er mich verlassen würde, wäre ich sicher schockiert, aber mein Herz wäre nicht gebrochen, obwohl das natürlich eine lange Zeit ist, die da den Bach runtergeht. Vorwiegend hätte ich Angst wie ich das alles bewältigen soll nach der Trennung, neue Wohnung, Arbeit, Kind u.s.w.

Variante a) geht nicht, er würde es nicht verstehen, wie oben schon erwähnt, hier würde das Chaos ausbrechen, vermutlich würde er fordern das ich kündige oder mich rausschmeißen.

Variante b) Ich würde viel zu viel aufs Spiel setzen und wenn ich ihr dann auch noch die Gründe für die Trennung erzälen würde, wäre sie sicher auch irritiert. Theortisch könnte ich das alles überspringen und ihr so alles erzählen, darum gehts ja ursprünglisch in diesem Thread nur das muss man erstmal vernünftig hinbekommen ohne das sie die Flucht ergreift.
 
  • #15
Artanis, du bist gerade in einem absoluten Gefühlschaos. Du kannst deine ganze Welt und die deines Kindes zum Einstürzen bringen, wenn du nur ein paar falsche Schritte machst. Es sieht mir danach aus, als sei da nur Nebel um dich herum. Du weißt ja gar nicht wohin gucken. Und wenn du jetzt einen Schritt machst, kannst du ganz fürchterlich abstürzen. Wenn man nicht gut sieht, sollte man sich nicht bewegen. Irgendwann verzieht der Nebel aber, du siehst klarer, und DANN bewegst du dich. Also jetzt nichts Übereiltes.
Also jetzt keine Geständnisse, und auch noch keine Trennung vom LG. Das eine oder andere kann Riesenchaos und Riesenleid verursachen. Erstmal gucken was genau los ist bei dir, was du möchtest für dich und deine Familie.

Mir sieht es danach aus, als ob deine Beziehung zu deinem LG extrem lieblos ist. Du scheinst ihn gar nicht zu mögen - auch wenn er einige gute Eigenschaften zu haben scheint (welche?). Warum GENAU möchtest du diese Beziehung weiterführen?

Stell dir vor, Deine Arbeitskollegin ist auch verliebt in dich (ich kann mir das nach deinen Schilderungen nicht vorstellen) : was soll dann passieren? Willst du eine heimliche Affäre haben? Oder willst du du dich DANN von deinem LG trennen, weil du sozusagen die "Sicherheit" einer neuen Liebe hättest?

Denke daran, dass es diese Sicherheit nicht gibt - selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass sie verliebt ist, kann es noch immer sein, dass das ganze nicht so läuft, wie du es gerne hättest.

Im Moment sieht es mir danach aus, als wolltest du versuchen, die Frau für dich einzunehmen - aber wie soll das gehen, wenn du doch schon weißt, dsss sie in einer anderen Liga spielt, wie du sagst?

Von deinem LG willst du aber nicht weg. Bitte schreib mal genau warum nicht. Und schreib mal, wie genau du dir vorstellst, mit der Frau und deinem LG gleichzeitig zusammen zu sein und nicht zu leiden.
 
  • #16
Hi,

ich habe auch nicht vor übereilt zu handeln, das sind nur Gedankenspiele "Was wäre wenn..."
Ich muss zugeben was mein Mann mich einfach nervt, ich vergleiche irgendwie auch immer die Beiden und denke dann, sowas hätte sie nie gemacht, da sie viel reifer und stilvoller ist und er ist oft sehr kindisch. Er hat sich in den 10 Jahren kaum weiter entwickelt, unsere Interessen driften total auseinander, wenn ich vorschlage etwas zu unternehmen wird es gleich abgelehnt oder gar nicht erst ernst genommen.

Ich schätze dennoch sehr an ihm das er sich um die handwerklichen Dinge im Haushalt kümmert, er ist ein absoluter familienmensch und immer hilfsbereit und kümmert sich gut ums Kind, hält mir den Rücken frei wenn ich arbeiten gehe. Das ist alles gut, nur passen wir gar nicht zusammen, es ist nur schlimm das nach 10 Jahren festzustellen ich glaube mit ihr hab ich mehr Gemeinsamkeiten.

Heute erst ist mir bewusst geworden wie wohl ich mich in ihrer Nähe fühle, ich saß nur ein paar cm neben ihr und hab mich so geborgen gefühlt wie noch nie, ich hätte noch stundenlang so neben ihr sitzen bleiben können. Es ist für mich unvorstellbar, dass wenn man so fühlt, das nur einseitig sein kann. Klingt vllt theatralisch, aber so fühle ich mich im Moment. Das es mich mal so erwischen würde hätte ich nie gedacht, ich war nie der romantische Typ, mit Liebe an sich wollte ich nie zu tun haben, ich hab auch nie danach gesucht, manche rennen ja duch die Welt, mit dem Ziel sich zu verlieben, das war mir alles zu schmalzig, ich hab das immer alles rational gesehen, so wie auch meine Partnerschaft, um mal auf das Thema zurückzukommen.

Warum genau möchte ich diese Beziehung weiterführen? Weil ich Angst habe. Angst vor der Veränderung und alleine zu sein, ich war noch nie allein, nicht falsch verstehen, ich bin kein Mensch der jetzt unbedingt ständig Gesellschaft braucht, aber ich wäre sicher überfordert das alles zu organisieren. Ich überlege manchmal ob es anders wäre wenn ich viel Geld hätte, aber selbst dann würde ich bei ihm bleiben wegen des Kindes.

Es ist schäbig, aber ja, ich hätte erst mal eine Affäre, alles andere wäre meiner Meinung nach dumm.

Sie ist halt viel gebildeter als ich, hat schon viel mehr erlebt, hat ganz andere Erfahrungen gemacht, gesellschaftlich höher ist sie, sprich andere Liga, aber das muss ja nicht bedeuten das sich so jemand nicht in jemanden der einen etwas unterlgen ist verlieben kann.
 
  • #17
Liebe Artanis, so lange du nur träumst, träum einfach ein bisschen und schwärme - aber irgendwann wäre es gut, wenn du dich berappeln würdest und dein Leben einfach mal in Ordnung bringst. Die Schwärmerei für deine Kollegin kommt aus reiner Fantasie. Du fühlst dich geborgen in ihrer Nähe, aber kennst sie doch kaum. Privat jedenfalls nicht. Und ich denke schon, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie sich in dich verliebt, gerade WEIL sie in einer anderen Liga spielt. Ihr redet kaum miteinander! Und nun stell dir mal vor, sie wäre doch verliebt. Meinst du, so jemand tolles wie sie würde sich mit einer heimlichen Kiste abfinden, in der sie dich vielleicht ein zwei Mal die Woche, wenn überhaupt, sehen könnte? Und du nicht zu ihr stehst, weil du ja einen Mann hast?

Du schwärmst, weil du in deiner Partnerschaft todunglücklich bist. Du hast ANGST dich daraus zu lösen. Deshalb suchst du dir jemanden, den du nicht haben kannst, damit du dich mit der Träumerei etwas tröstest und ablenkst. Das Gefühl der Geborgenheit, das du so vermisst zuhause - du machst es dir selbst, wenn du neben ihr sitzt! Für Psychologen ist das nix besonderes, sie nennen das Projektion. Der Film in deinem Kopf mit dir als Regisseurin läuft ab, wenn du sie siehst. Mit der Realität hat das wenig zu tun. Aber dein schöner schwärmerischer Film hält dich auch davon ab, dich der traurigen Realität zuhause zu stellen!

Wenn du glücklich werden willst, dann musst du zuhause erst einmal ansetzen. Entweder lernen, die Beziehung zu verbessern, oder, wenn das nicht geht, dich trennen. Dann die Trennung verarbeiten, Kraft sammeln. Dann bist du bereit für jemanden der auch in dich verliebt ist und es dir auch zeigt.

Du hast Angst vor der Trennung sagst du. Ich bin froh, dass du das so offen benennen kannst - denn da kann man dir ganz konkret helfen und unter die Arme greifen. Wovor hast du genau Angst? Schreib mal so genau wie möglich!
 
  • #18
Ich war vorher schon unglücklich in meiner Beziehung, da kannte ich sie schon lange, fühlte aber noch nicht so für sie, es gab da einen Auslöser der mir bewusst gemacht hat was sie mir bedeutet. Das mit der Projektion ist interessant, aber ich glaube nicht dass das auf mich zutrifft, ich bin kein Mensch der sich unbedingt nach Liebe sehnt, ich bin vorher wunderbar zurechtgekommen, mit meinen Leben und meiner Partnerschaft, ich hab das alles als normal angesehen, ich wusste da ja noch nicht wie es ist wirklich zu lieben, ich hab mich damals zwar noch ein wenig gehen lassen, denn ich sah ja keinen Grund mich für irgendwen hübsch zu mahen, aber insgesammt ging es mir damals noch besser als jetzt an manchen Tagen.

Ich werde mich nicht trennen für nichts und wieder nichts, ich muss dann einfach lernen mit meinen Gefühlen umzugehen und hoffen das sie irgendwann vergehen und ich würde aufjeden Fall zu ihr stehen, wenn ich mir ihrer Gefühle sicher sein kann, und dazu bräuchte ich bestimmt ein paar Tage, das meinte ich mit Affäre, ich würde nicht jahrelang ein Geheimnis daraus machen.

Das schlimme ist, sie würde bestimmt genauso argumentieren wie du und ich hätte dem kaum was entgegenzusetzen, aber das ist doch etwas was man fühlt, ganz tief in sich drinnen. Ich sehe sie nicht als Fluchtweg aus meiner traurigen Realität, ich würde mit ihr im Wald leben und jede Unangenehmlichkeit in Kauf nehmen wenn es nötig ist, es geht mir nicht darum das mein Leben durch sie besser wird, sondern das ich mein Leben mit ihr leben kann/könnte, wenn sie denn nur wollte.
 
  • #19
Artanis,

willst Du überhaupt irgendetwas verändern?

Immer neue Begründungen, warum Du in Deinem realen Leben, in Deiner "Partnerschaft" nichts verändern kannst, einschließlich der klassischen Begründung, das kann ich anderen (Partner, Kind) nicht antun.
Dafür aber immer mehr Idealisierung und Hineinsteigern in eine Phantasiewelt - die Kollegin, die immer mehr auf einen perfekten Sockel gestellt wird, und eine ideale, real niemals existierende, Beziehung. Träume sind toll- hier lese ich langsam eine Flucht und vollständigen Realtätsverlust.
Damit kann man wunderbar vermeiden, dass man sich mit der Realität auseinandersetzt.

Sorry - es wäre mehr als überfällig, Dich mit Deinem realen Leben auseinander zu setzen, die Energie, die Du in Deine Phantasien steckst, in Veränderungen in der Partnerschaft, etc.
Wenn aber doch alles gut ist, warum dann der Thread?

Vielleicht sehr angeraten - Arbeit an der Partnerschaft, mit professioneller Unterstützung, Paartherapie - und es klingt auch nach Einzeltherapiebedarf.

Es gilt auch hier - Wer will, findet Wege, ansonsten Gründe.

Entschuldige die deutlichen Worte,
Du leidest, das kommt an.
Verändere es.
 
  • #20
Artanis,
dann stelle dir doch mal vor, deine Kollegin will tatsächlich mit dir in den Wald ziehen. Was machst du dann? Packst dein Kind und ziehst in die Hütte, oder lässt du das Kind bei deinem LG? Wie sagst du deinem LG, dass du jetzt ausziehst? Macht dir der Gedanke keine Angst? Wüsstest du, was zu tun ist, oder müsste die Märchenfee (deine Kollegin), die in deinem Film die Hauptrolle spielt, alles für dich regeln? Wenn nein, wie würdest du alles angehen?

Du bist auf meine Frage, wovor du genau Angst hast, nicht eingegangen. Stattdessen mehr Träume und zwar vom Wald! Merkst du was? Dein Märchenfilm funktioniert für dich sogar noch, obwohl du schon versuchst, dir hier Hilfe zu suchen. Aber niemand hier sagt dir, dass du deine Liebe gestehen solltest, nicht einer!

Wenn ich nicht Angst hätte, dass es zu einem bösen Erwachen führen könnte, würde ich vielleicht sagen, dann sag ihr doch, wie du fühlst. Allerdings glaube ich nicht, dass du damit weit kämst. Besser wäre, du wachtest langsam auf und ließest dir dabei helfen, wie dir auch @Lionne69 rät.

Dass du 10 Jahre in einer Beziehung verharrtest, die dich nicht glücklich machte, du davon aber nicht so recht etwas merktest, zeigt doch, dass du in einer Art Dornröschenschlaf warst. Und nun ging die Dornenhecke etwas auf (=du schriebst einen Post hier im Forum), und die Foristen hier versuchen, den Ritter zu machen, und dich wachzuküssen. Es scheint mir aber so, als wolltest du weiter schlafen und träumen.

Man kann sein Leben auch wegwerfen, indem man es versäumt, es selbst in die Hand zu nehmen. Natürlich ist eine Trennung sehr schwer zu organisieren, vor allem wenn ein Kind dabei ist und es sich um eine lange Beziehung handelt und man - und das ist bei dir das größte Problem, denke ich, noch niemals auf eigenen Füßen stehen musste.

Wenn deine Arbeitskollegin so toll ist, wie du denkst, dann kann sie auf eigenen Füßen stehen, und dann möchte sie, wenn sie überhaupt lesbisch oder bi ist, jemanden an ihrer Seite, der das auch kann. Du kannst das jetzt nicht, aber du kannst das lernen. Du kannst dir dabei helfen lassen.

Wenn dich das interessiert, können wir dir hier mehr Tipps geben, wie man an Hilfe rankommt.

Wach auf, Artanis!
 
  • #21
Hi,

also ich muss wirklich ein wenig lachen, ich meinte doch nicht das ich wortwörtlich mit ihr in den Wald ziehen würde, ich wolle damit nur ausdrücken das ich ziemlich viel für sie aufgeben würde, ich will doch nicht ersthaft mit ihr im Wald wohnen, die arme Frau^^

Ich mach mir grad wieder voll Sorgen um sie, auf Arbeit ist es so schrecklich, die wollen sich alle gegenseitig anzeigen.

Warum werd ich eigentlich auf die Psychoschiene abgeschoben? Was zeichnet denn einen "normalen" Verliebten aus und was macht meine Verliebtheit so unnormal? Ich checks nicht.

Ich werd später noch ausführlicher was schreiben, bezüglich meiner Ängste udn das ich vllt doch nicht so Psycho bin, hab jetzt keine Zeit.
 
  • #22
Du, ich hab einfach deine Metapher vom Wald genommen und weitergesponnen. Dass du nicht den konkreten Wald meinst, ist mir auch klar, aber die Formulierung zu wählen, wird einen Grund gehabt haben - und es ist immer erhellend, Menschen beim Wort zu nehmen und zu gucken, was als nächstes kommt. Ansonsten: Ich kann nur das kommentieren, was du hier schreibst, oder du beschwerst dich, was hier viele tun, man würde ihnen Dinge unterstellen.

Aber gut, du willst das alles noch mal präzisieren. Find ich gut. Aber antworte auch auf die verschiedenen Fragen!

Psychoschiene: also dass man dich darauf abschieben wollte, ist zu stark formuliert. Aber du wirkst schräg auf mich. Und ich vermute, nicht nur auf mich. Dazu kommt, dass die Beteiligung in diesem Thread im Vergleich zu anderen ungewöhnlich mau ist für einen, in dem die FS regelmäßig schreibt. Ich vermute, dass das eben daran liegt, dass du sehr verzückt wirkst. Dass man dich schwer einschätzen kann. Hatte ich dir auch schon geschrieben, deine Geschichte ist nicht mit denen zu vergleichen, die wir hier sonst so lesen. Deine ist ziemlich einzigartig.

Ansonsten musst du den Hinweis auf Psychotherapie auch nicht verstehen, als glaubten alle, die dir dazu rieten, du seist ein verrücktes Huhn. Ich mache auch eine und verrückt bin ich mitnichten. Das ganze kann dir beim Sortieren deiner Probleme helfen. Bitte habe keine falsche Angst vor Therapeuten - damit stehst du dir vielleicht selbst im Weg, auf eigene Beine zu kommen (emotional, ggfs auch wirtschaftlich).

Und erzähle ruhig, was los ist uff Arbeet.
 
  • #23
Ich finde ganz allgemein, dass man eine Beziehung mit Kind und Partner nicht leichtfertig aufgeben soll.
Alle Menschen haben Macken, auch Deine Liebschaft. Außderdem : Never fuck the company!
Diese Leitsatz hat schon viel Leid erspart.
 
  • #24
@Rabentochter: OK dann war das ein Missverständnis, ich dache du würdest das wörtlich nehmen.

Ich weiß nicht was an meiner Geschichte so einzigartig sein soll, das einzige was von der Norm abweicht, ist, das es sich um eine lesbische Liebe handelt. Wenn sie ein Mann wäre, würde das sicherlich nicht so schräg oder verrückt auf Andere wirken.

Jetzt zu meinen Ängsten, ich habe eigentlich ziemlich viele. Bezüglich einer eventuellen Trennung wüsster ich gar nicht wie ich das bewerkstelligen soll, ich gebs nur ungern zu, aber ich bin ziemlich unbeholfen. Ich bin handwerklich ne Null und um den Papierkram kümmert sich auch nur mein Freund, zudem hab ich keine Familie die mich unterstützen würde. Ich wüsste gar nicht wie ich den Umzug organisieren sollte, da mir ja Helfer fehlen und für ein Unternehmen fehlt mir das Geld. Ich könnte versuchen mich an Arbeitsamt zu wenden, da ich noch aufstockend Leistungen erhalte. Was mir große Angst bereitet ist, dass ich vermutlich Probleme auf Arbeit bekommen würde, da wenn es nach meinen Wünschen läuft, mein Kind bei mir wohnt, was mit den Arbeitszeiten nur schwer zu vereinbaren ist. Die Arbeit ist nun mal das Einzige was sie und mich verbindet.

Am Meisten hab ich aber Angst sie zu verlieren, auf welchen Weg auch immer, das ist von Tag zu Tag mal mehr oder weniger ausgeprägt, im Moment ist es aber zum verrückt werden. Ich befürchte immer das sie sich was anderes suchen könnte, was bei der dereitigen Arbeitssituation gar nicht so abwegig wäre, obwohl sie niemals solch ein Vorhaben geäußert hat. Nach einer falschen Verdächtigung, die ihr Leben hätte zerstören können, hat sie wohl darüber nachgedacht zu kündigen, hat sich aber zum Glück dagegen entschieden.
 
  • #25
Ich weiß ganz genau, wenn sie wirklich vor hat zu gehen und ich sie dann nie wieder sehe, würde ich ihr meine Gefühle gestehen (ich hoffe, dass wenn es hart auf hart kommt ich auch den Mut dazu habe).

Das würde ich nicht tun weil ich hoffe das sie es erwiedert, sondern nur um damit abzuschließen. Ich würde mich so zum Deppen machen weshalb ich mich versetzen lassen würde.

Sie ist Krankenschwester, es wurde ihr etwas unterstellt was aber nicht den Tatsachen entspricht, gewisse Kollegen wollten sie anzeigen, es wurde aber hausintern geprüft, mit den Ergebnis das sie richtig gehandelt hat.

Diese Kollegenschweine sind aber immernoch da und man kann sich ja denken wie das Betriebsklima ist. Da wurde sich schon wieder gedroht sich gegenseitig anzuzeigen und ich mach mir total Sorgen um sie, weil sie auch gesundheitliche Probleme hat da ist das was auf Arbeit abgeht auch nicht förderlich.

Ich hab sie jetzt ziemlich oft gesehen, bin aber immer noch nicht schlauer ob bei ihr auch ne Frau ne Chance hätte. Ich weiß das sie mal mit nen Mann liert war da sie 2 Kinder hat, die Beziehung ging 12 Jahre, zum jetztigen Zeitpunkt ist sie entweder single oder verheimlicht etwas. Sie hat mir von ihren Wochenendtripp erzählt und da ist nie die Rede davon das jemand sie begleitet.

Mir ist in den Sinn gekommen, das selbst wenn ich rein theoretisch eine Chance hätte, sie gar nicht sowas unbeholfenes wie mich haben will, sie will bestimmt jemand selbstbewussten, der mit beiden Beinen im Leben steht, haben, der aus eigener Kraft sein Leben meistert (egal ob Mann oder Frau), wie du schon sagtest. Das sind so Dinge die man von mir nicht unbedingt behaupten kann, es war wirklich naiv zu glauben das sie einfach sagen würde, "na dann komm doch zu mir", schließlich leben manche Paare jahrelang getrennt, ehe sie beschließen zusammen zu leben.

Vermutlich hält sie mich sogar für schwach, da ich immer noch mit ihm zusammen lebe, obwohl ich nicht glücklich in meiner Beziehung bin, wovon sie weiß und mir riet mich neu umzusehen, da sowas auf Grund ihrer Lebenserfahrung nicht gut gehen kann. Wahrscheinlich hat sie ähnliche Erfahrungen gemacht, aber der Idiot in mir will immer noch glauben das sie das aus einen persönlihen Interessere mir gegenüber gesagt hat.
 
  • #26
Hallo Artanis,

Deine Geschichte ist anders, und zwar nicht, weil es hier um eine Kollegin geht. Es wäre genau das Gleiche, wenn Du von einem Mann schreiben würdest.

Was stellt sich dar?
In hohem Maß Unselbständigkeit - in allen Bereichen. Ob Haushalt, Büro, wie klappt das im Beruf?
Wie klappt das mit Deinem Kind, das eine Mutter braucht?
Es muss immer jemand da sein, der sich kümmert, der sagt, was zu tun ist. Der Freund, Kollegin, etc.
Keinerlei Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen - das gehört zu obigen Punkt.
Keinerlei Selbstreflektion.
Alles, was man Dir schreibt, wird abgelehnt mit 1000 Gründen, warum das bei Dir nicht zutrifft, anders ist, nicht realisierbar ist oder ignoriert.
Den völligen Realitätsverlust, diese Flucht in die Phantasie über eine Idealbeziehung, die mit jedem Post noch idealer wird, das steigert sich inzwischen in eine fixe Idee.

Artanis, ich sehe hier keine Frau, Mutter, Partnerin - sondern ein sehr verlorenes Kind.

Ein Kind, das sich nach Liebe, Geborgenheit, Sicherheit sehnt.
Ich glaube nach wie vor, dass das mit ein Grund dafür ist, dass es eine Kollegin ist, kein Kollege.

Nur, Du bist kein Kind.
D.h. es steht an, als allererstes zu akzeptieren, dass diese Liebe, diese Flucht in eine Phantasiewelt ein Indikator für eine gewaltige Schieflage in Deinem Leben ist - in Deinem Inneren und im Außen ist.
 
  • #27
@Lionne69 Unselbstständigkeit im Haushalt war eher auf handwerkliche Dinge bezogen und solche Fähigkeien sind nunmal wichtig wenn man sich ein neues Zuhause zulegt. Ich musste mich aber nie um solche Dinge kümmern, da mein Freund Handwerker ist.

Auf Arbeit komme ich wunderbar zurecht, ich weiß was ich zu tun habe, bin bei den Kollegen sehr beliebt, zumindest ist das der Eindruck den ich vermittelt bekomme.

Ich musste nie auf eigenen Beinen stehen und von 0 auf 100 ist das sehr schwer.

Für mein Kind bin ich immer da und übernehme auch Verantwortung, für ihn mache ich das hier alles größtenteils, sodass er in einen allen Anschein nach intakten Elternhaus aufwachsen kann. Ich weiß Andere würden mir hier raten dass das auch nicht die Lösung sein kann, aber im Moment ist es das aber nun mal, ich sehe da keinen Ausweg, anders wäre es wenn da kein Kind wäre, dann würde ich mich trennen und da hätte ich auch nicht so viel Angst, da ich nur für mich verantwortlich bin und wenn ich dann nun mal in ner Bruchbude wohne, weil ich es nicht besser hinbekomme, dann wäre das ja mein Problem.

Ich verstehe nicht warum man mir Realitätsverlusst unterstellt, ich mache mir so viele Gedanken. Es ist nicht so das ich mir vorstelle wie ich mit ihr in den Sonnenuntergang reite, ich sehe die Realität glasklar und die ist grad relativ grausam.

Wie würde es denn deiner Meinung nach aussehen wenn ich Verantwortung übernehmen würde? Trennung? Paartherapie?

Ja, ich habe Probleme in meinen Leben, dennoch war es vor einigen Monaten trotzdem relativ unbeschwert. Ich habe nach nichts gesucht, keine zweite Mutter oder jemanden der mich an die Hand nimmt, aber trotzdem haben sich diese Gefühle entwickelt und seit dem setzte ich mich mit meinen Problemen mehr auseinander und überlege auch WARUM ich so für sie fühle, nach einen psychologischen Hintergrund, die einzigen Gründe sind aber nunmal weil sie wundervoll ist und liebeswert und noch allemöglichen anderen Sachen.
 
  • #28
Liebe Artanis,

was konkret sind Deine Erwartungen und Vorstellungen? Worauf wartest Du genau? Und wie lange willst Du warten? Wieviel Zeit möchtest Du investieren, um weiterhin in Deiner einsamen (vermeintlich geschützten) Vakuumwelt zu verbringen?

Wartest Du darauf, dass die überaus schöne und über alle Maßen kluge Königin Dir ihre tiefe und ewige Liebe gesteht und Dich bittet zu ihr in ihr komfortables Königreich zu kommen, wo Du alles findest was Du brauchst und je wünschtest und dass sie Dir verspricht sich um Dich zu kümmern und Dich ewiglich wunschlos glücklich zu machen ... und die Welt um Dich herum würde rosarot erstrahlen immerdar?

Meinst Du das kann wirklich Realität werden? Wirklich?
Oder ist es nicht doch eine Kleinmädchen-Träumerei?

Und müssten nicht vielleicht sogar auch im Königin-Mutter-Reich unvermeidliche Fragen gestellt und auch Probleme gelöst werden?
Probleme lösen sich im allgemeinen nicht von alleine, sondern indem man/frau sie tatkräftig löst.

Mein mütterlicher und ehrlich von Herzen gut gemeinter Rat an Dich ist:

1) warte nicht länger sondern erkläre ihr gegenüber deine Gefühle und halte aus was danach kommt. Ich denke sie hat keine Ahnung, wird erstaunt sein, du wirst ihr fürchterlich leid tun, sie wird erkennen dass du ein ziemliches Problem mit Dir selbst hast ... und dann wird sie sich hilflos von dir distanzieren. Und hat einen Grund mehr den Job zu wechseln. Ich denke das wird sehr heilsam für Dich sein.

2) Wenn Du Dich davon erholt hast rede mit Deinem Mann darüber dass Du nicht glücklich bist und das Bedürfnis hast herauszufinden warum eigentlich nicht. Dass Du mit ihm gemeinsam eine Lösung finden willst, Eure kleine Familie zu erhalten. Alleine werdet ihr das eher nicht schaffen, holt Euch also professionelle Unterstützung (Paartherapie).

Wach auf. Werde erwachsen. Du hast auch eine Verantwortung. Für Deinen Kleinen! Wo hat der eigentlich seinen Platz in Deinen Träumen?!
 
  • #29
..@Lionne69
Wie würde es denn deiner Meinung nach aussehen wenn ich Verantwortung übernehmen würde? Trennung? Paartherapie?
Liebe Artanis,

ich hoffe, dass Du Dich nicht von mir angegriffen fühlst, so ist es nicht gemeint.
Was würde ich persönlich versuchen?

Mir einige Fragen stellen
- Warum diese Gefühle zu der Kollegin in dieser Heftigkeit.
Welche Gefühle sind es überhaupt (z.B. Nähe, Geborgenheit,
sexuelle Anziehung)
- Was fehlt mir in meinem Leben
- Was wünsche ich mir, welche Bedürfnisse habe ich
- Die gemeinste Frage überhaupt - wer bin ich? Mag ich mich selbst? Ergänzend in dieser Thematik - was schätze ich an mir , was kann ich, welche positiven Seiten habe ich - Du nennst heir einige, es gibt sicher mehr.
- Was kann ich für mich tun, damit ich mich zufriedener fühle - Interessen, Positives
- Weniger abhängig werden - wenn es im Job geht, warum nicht privat? Wo gibt es Bereiche, wo ich fitter werden kann. Nicht von 0 auf 100, stufenweise. Zum Beispiel den Umgang mit Finanzen, Versicherungen, etc. lernen (Vielleicht zusammen mit Deinem Partner, er kann es Dir erklären und zeigen?)

Meine aktuelle Beziehung prüfen
- Was schätze ich daran generell, was fehlt konkret
- was schätze ich an meinem Partner, was weniger
- möchtest Du diese überhaupt?

Die Listen ergeben sich, ergänzen sich, evtl. auch andere Fragen.
Ich schreibe dann immer, notiere mir die Gedanken, Fragezeichen, sortiere dadurch.

Ich würde mir für dieses Klären tatsächlich professionelle Hilfe suchen - eine Therapeutin (in Deinem Fall weiblich), möglichst teifenpsychologisch orientiert.

Wenn ich klarer für mich wäre, würde ich das Gespräch mit meinem Partner suchen, und schauen, welche Zukunft es für die Beziehung gibt, wenn ich sie immer noch möchte.
Auch da evtl. Paartherapie, mit Moderation ist Veränderungsbedarf klarer zu sehen und Lösungswege leichter zu entwickeln - wenn Ihr beide es wollt.
Ansonsten solltet ihr zumindest beide gemeinsam Eure Beziehung so verändern, dass ihr Euch beide darin wohl fühlt. Das ist wichtig für Euch und Euer Kind.

Persönlich finde ich es sehr verantwortungsvoll und gar nicht psycho, wenn ich merke, ich komme irgendwo nicht mehr klar, und mir dann die entsprechende Hilfe suche.

Hilft Dir diese Antwort? Frag gerne weiter, auch konkret, es sind ja hier einige, die Dir versuchen zu antworten - wir sind nur keine Profis.
 
  • #30
Hallo Artanis, ich stimme @Lionne69 überall zu.
Und bei dir sind es eben ganz viele "Nebenthemen", die dich in die imaginierten Arme deiner Kollegin treiben: die Angst vor dem Meistern eines Haushalts allein, die Angst vor der Reaktion deines LG, die Angst um deine Kollegin, die Angst vor der schlechten Stimmung auf Arbeit, und da irgendwie hineingezogen zu werden, die Angst vor der finanziellen Katastrophe, die Angst, Handwerkliches nicht zu meistern usw. Wenn ich alle deine Ängste komplett aufdrösele, reicht hier der Platz nicht! Du hast so viel Angst, das geht auf keine Kuhhaut. Da ist es ganz normal und überhaupt nicht psycho, dass man schwärmt und träumt und sich in Verliebtheitsgefühle steigert. Gut, du sagst, dass war nicht immer so, aber irgendwann ist das Fass auch voll und kommt zum Überlaufen. Da sucht sich jeder NORMALE Mensch einen Weg hinaus. Die einen schwärmen, wieder andere tun so als wäre nichts, andere bekommen Depressionen....

Gut wäre es, die Ängste schrittweise anzugehen. Und wie Lionne sagt, es ist gerade nicht psycho, sich dafür Hilfe zu holen. Habe ich auch gemacht. Haben einige hier im Forum, und geben das, was sie in ihren Therapien gelernt haben, hier weiter. Dass du hier schreibst und Hilfe suchst, ist auch nicht psycho. Und was dir hier entgegenschallt, eben auch nicht. Wir geben dir eine Außensicht auf dich, die du gerade selbst nicht hinbekommst.

Und ja, frage einfach weiter!
 
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