• #1

Sollte ich mich mit einem Witwer treffen?

Hallo Kaya,

schön zu hören, dass du jemanden gefunden hast der deinen Vorstellungen gut entspricht. Da du dir bereits solche Gedanken machst, bist du wohl auf dem guten Wege dich zu verlieben.

Zu deinem Anliegen: Ich selber habe keine Erfahrungen mit einem Witwer gemacht lediglich mit einem geschiedenen Mann, der an seiner Ex-Frau hing. Zunächst habe ich versucht die Gedanken, dass er geschieden ist beiseite zu schieben und habe auf den idealen Moment gewartet, um ihn zu fragen, was er über die Trennung dachte. Mit diesem Mann habe ich mich zwei Mal getroffen und dann die Frage gestellt. Also ich war auf dem besten Weg mich zu verlieben bis ich ihn eben darauf ansprach. Er war über die Trennung nicht hinweg, obwohl über zwei Jahre vergangen waren. Es hat keinen Sinn gemacht, denn ich konnte seine "Wunden nicht heilen".

Was ich sagen möchte ist, dass du nur Klarheit bekommst, wenn du ihn auch direkt darauf ansprichst. Natürlich musst du etwas vorsichtig dabei sein, weil du nicht weißt, was in ihm vorgeht.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen!

LG Cindy
 
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  • #2
Hallo Kaya,

schön, dass Du auf einen so tollen und interessanten Kontakt gestoßen bist und das Interesse beidseitig ist.

Die Frage, was ist, wenn Du Dich verliebst, verstehe ich nicht? Ich denke, wenn man eine Partnerschaft mit einem Menschen anstrebt, sollte man auch mindestens in diesen verliebt sein...!? Also, jedenfalls in meiner Welt ist das so... ich könnte mir niemals vorstellen, einem Mann näherzukommen, weder mental, seelisch und erst recht nicht körperlich, in den ich nicht mindestens sehr, sehr verliebt bin...

Ja, selbstverständlich kann ein Witwer ein Jahr nach dem Tod seiner Frau eine verbindliche Beziehung eingehen. Zumal, wenn er wie dieser Witwer, quasi fünf Jahre Zeit hatte, Abschied von seiner Ehefrau zu nehmen. Es kann ja auch sehr gut sein, da er noch so jung ist und das Kind noch relativ klein, dass sie sich sogar vor ihrem Tod ausdrücklich gewünscht hat, dass er nicht jahrelang trauert, sondern sein Leben weiterlebt und bald wieder eine liebe, passende Frau findet...

Natürlich gibt es auch Witwer und Witwen, die sich jahrelang keinen neuen Partner vorstellen können. Trauer ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich...

Du solltest es wagen! Viel Glück!

LG, w, Witwe
 
  • #3
Kann ein Witwer überhaupt ein Jahr nach dem Tod seiner Frau eine verbindliche Beziehung eingehen? Dauert es nicht viel länger, bis man nach so einem Erlebnis wieder lieben kann?
Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten. Er hatte 5 Jahre Zeit, sich darauf einzustellen, dass er ab Tag X sein weiteres Leben ohne seine Frau verbringen werden muss. Er wird sich vielleicht bereits während der Beziehung auf die bevorstehenden 'Trennung' vorbereitet haben. Den Tod eines Partners kann man nicht mit einer 'normalen' Trennung vergleichen. Es hat etwas Endgültiges, weil es diesen Menschen nicht mehr gibt. Es ist schwer zu erklären.

Wenn er sich 'verabschieden' konnte, könnte ich mir vorstellen, dass das Thema 'neue Partnerin' besprochen wurde. Möglicherweise war es ihr 'Wunsch', er möge nicht ewig alleine bleiben. Das kann dem Hinterbliebenen, trotz aller Trauer über den Verlust, helfen sich auf eine neue Partnerschaft einzulassen, weil man weiß, es wäre für den verstorben Partner in Ordnung.
Er ist 1 Jahr Witwer und hat somit einen 'Jahreszyklus' (z.B. Geburtstage, Hochzeitstag, Weihnachten, etc.) einmal alleine durchlebt. Auch das hilft bei der Verarbeitung des Verlustes des Partners.
Es ist durchaus im Bereich des Möglichen, dass er für eine feste Beziehung bereit ist.
Ich habe mich nach dem Tod meines Mannes auch relativ schnell wieder verliebt. Mein Mann wird trotzdem immer 'mein Mann' bleiben und einen Platz in meinem Herz haben.

Was die Tochter angeht kann es sein, dass es nicht ganz einfach wird. Meine Kinder, damals etwas älter, befürchteten ein neuer Partner - der zu der Zeit nicht ansatzweise in Sicht war - sollte ihren Vater ersetzen. Sie waren diesbezüglich ziemlich 'bockig', wenn gleich sie auf der anderen Seite nicht wollten/erwarteten, dass ich alleine bleiben sollte.
Aber das kann in diesem Fall natürlich völlig anders sein, denn auch die Tochter war - im Gegensatz zu meinen Kindern - wahrscheinlich auf den Tod der Mutter vorbereitet und kann es daher anders verarbeiten.

Direkt darauf ansprechen finde ich schwierig. Ich hätte es seltsam gefunden, wäre ich gefragt worden ob ich für eine neue Beziehung bereit bin. Fragt man Menschen, die sich getrennt haben, eigentlich auch nicht, oder? Aber auch hier gilt, jeder ist anders und bei ihm kann es ganz anders sein.
 
  • #4
Wie lange jemand trauert, ist individuell. Also würde ich nicht per se davon ausgehen, dass eine neue Beziehung nicht möglich wäre.
Vielleicht hat er keine andere Frau seither gehabt und verhält er sich falsch, aber schon im Vorfeld absagen deswegen, fänd ich falsch. Angst vor der Liebe zu haben, ist nicht die Lösung, sondern gehen zu können, wenn man liebt und diese Liebe nicht guttut. Dahin zu kommen, ist schwierig, aber es nicht zu riskieren, sich zu verlieben, könnte bedeuten, dass man seine große Liebe aus Verzagtheit vorbeiziehen lässt.
Vielleicht kriegst Du hier noch Beiträge, worauf Du achten könntest. Ich denke, wenn er die Verstorbene vergöttern sollte und niemand anderen Platz hat in seinem Leben, oder wenn das Kind sich zu Dir falsch verhält und er nur Rücksicht darauf nimmt, obwohl Du dauernd verletzt wirst, oder wenn er Dich dauernd vergleicht mit der Verstorbenen, dann wirst Du selber merken, dass der Mann doch nicht reif für eine neue Beziehung ist.

Ich würde das Thema und meine Unsicherheit gern in dem Telefonat andeuten. Was meint ihr?
Das fänd ich falsch. Damit sagst Du aus, dass Du misstrauisch bist, ob er weiß, was er tut, denn er hat sich in der Börse angemeldet und Dich angeschrieben. Außerdem - was sollte er Dir darauf sagen, was Du nicht jetzt schon als Info hast? Wenn er nicht mitkriegt, dass er selber nicht bereit ist, wird er Dir auch keine Antwort geben, in der er von irgendwelchen Zweifeln spricht, sondern sagen, dass alles in Ordnung ist.
Verlass Dich lieber darauf, wie Du Dich mit ihm fühlst und ob Dir die Beziehung das gibt, was Du suchst.
 
  • #5
Guten Morgen liebe FS,

ich empfinde ein ganz anderes Problem.
Könnte es sein, dass du eher Angst davor hast, dass dieser Mann sich nicht in dich verliebt, wenn ihr euch real trefft?
Du bist in der Vergangenheit sehr sorgfältig mit deiner Vorauswahl umgegangen, was an sich nicht verkehrt ist. Dennoch spüre ich eine Angst davor, dass es nicht klappen könnte. Dass du dich verliebst, aber dieser Mann vielleicht nicht.
Dieses Risiko wirst du trotz sorgfältiger Vorauswahl und Bedenken nicht verhindern können.
Erfahrungen mit Onlinedating machen einen Menschen nicht erfahrener. Es zeigt in diesem Fall eher, dass er nicht leichtfertig eine Übergangslösung sucht, sondern mehr möchte. Ob er real dann wirklich dazu bereit bist, das wird sich zeigen. Bist du denn auch bereit, zwei Jahre Single ist keine Zeit und dieser Mann könnte auch Bedenken anmelden und sich fragen, ob du überhaupt schon alles verarbeitet hast und wirklich bereit bist.
Ob und wann man alles verarbeitet hat, hängt auch davon ab, wie viel Negatives zu verarbeiten ist.
Den Tod meines Mannes an sich, konnte ich sehr schnell verarbeiten, das lange Sterben und die damit verbundenen Erlebnisse nicht, das hat sehr lange gedauert.

Ihr seid kommunikativ beide auf einem gleichen Level und du wirst sehr schnell erspüren können, inwieweit dieser Mann schon wieder bereit und fähig ist. Aber achte auch auf deine Gefühle und darauf, dass du diese kurze Witwenzeit und die mangelnde Erfahrung mit Onlinedating nicht unbewusst benutzt, um dich vielleicht auszutricksen, weil du noch nicht wirklich bereit bist. Das Fleisch ist oft willig, der Geist aber schwach, oder umgekehrt ;-) ...
 
  • #6
Warum sich schon jetzt Gedanken um die ungelegten Eier machen? Ob ihr euch beide sympathisch seid, stellt sich letztlich beim realen Treffen heraus.

Es ist auch sinnlos darüber nachzudenken, ob ein Mann ein Jahr nach dem Tod seiner Frau sich wieder verlieben kann! Auch das wird sich zeigen im Laufe der Zeit. Denn in Wirklichkeit ist es so, dass sich erst beim ersten Date zeigt, ob beide sich gegenseitig sympathisch sind oder nicht oder nur der eine den anderen lieber mag und besser kennen lernen möchte aber der andere nicht. Dass auch die Chemie im realen Leben stimmt, ist ja noch nicht gesagt!
 
  • #7
Erstmal ganz vielen Dank für eure Tipps und Überlegungen. Ihr seid ein richtig toller "Beraterstab", da könnte Trump vor Neid erblassen.

Ich habe hier aus zwei Gründen gefragt. Zum einen, weil ich tatsächlich keine Ahnung habe, wie es ist, mit Mitte 40 den Partner oder eine gleichaltrige, nahestehende Person zu verlieren.

Zum anderen, weil ich tatsächlich Angst habe, mich zu verlieben, obwohl schon vorher erkennbar ist, dass dies kaum eine Chance auf Erwiderung hat. So wie bei den zahlreichen Threads zu getrennt lebenden Männern, die noch nichts richtig verarbeitet haben, Affaire-, Übergangs-, Trostfrauen, die sich mehr erhoffen etc.

Ich war anfangs selbstbewusst und neugierig an das Onlinedating herangegangen. Es hat einfach nur Spaß gemacht. Durch die zwei schlecht endenden Beziehungsversuche, habe ich tatsächlich eine latente Angst entwickelt, die ich vorher nicht kannte. Viel Erfahrung hatte ich auch nicht. Meine "Flirtzeiten" hatte ich mit Anfang 20 und Mitte 30. Seitdem hat sich viel geändert, nicht nur mein Alter.

Das Einzige, was ich von "früher" kenne, ist die Aufgeregtheit und Unsicherheit, je besser mir jemand gefällt. Vielleicht kommt es auch daher, dass ich bei "meinem Witwer" kalte Füße bekomme. Ihr habt mir jedoch ein Stück meiner Sorge genommen und ich freue mich auf das anstehende Telefonat.
 
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  • #8
Liebe Kaya,

Nur eine ganz persönliche Erfahrung, die mich jetzt etwas einholt.
Mir hat dieses Online Daten nicht gut getan.

Ja, es gab gute Erinnerungen, gute Momente. Ich habe viel über mich gelernt.

Aber - sehr viele Lügen, das Phänomen Ghosting, Stalker, Klammern, Strohfeuermänner, die mit Euphorie heran gehen und in dem Augenblick, wo man selbst anfängt sich wirklich zu trauen, verschwinden.
Lügen bezüglich Alter, Beruf, Familienstand.
Die diversen Beleidigungen per Mail oder sogar beim Date.
Unangenehme, absolut eindeutige Anmache.

Jetzt tue ich mich real wirklich schwer, mich einzulassen, zu vertrauen.
Genau in dem Moment, wo ich wirklich jemanden kennen gelernt habe, der ein ganz besonderer Mensch ist.
Ich warte darauf, dass auch er wieder abtaucht, verschwindet.
Wobei ich mir immer wieder dann sage - Stopp, er ist ER. Und auch wenn EP noch den Anstoß gab, wir kannten uns eigentlich schon - nur nicht aktiv.

Also, gib Dir und ihm eine Chance, aber pass auf Dich auf.
 
  • #9
Kann ein Witwer überhaupt ein Jahr nach dem Tod seiner Frau eine verbindliche Beziehung eingehen? Dauert es nicht viel länger, bis man nach so einem Erlebnis wieder lieben kann?
Auch verwitwete Menschen sind eine heterogene Gruppe! Das reicht von Personen, die noch zu Lebzeiten der/des Sterbenden, mit der Pflegekraft im Nachbarzimmer (alternativ auch mit einem ungefähr alterpassenden Verwandten), Sex, Affairen, oder auch bereits einen neuen Beziehungsbeginn haben ...bis zu denen, die bis zu ihrem Lebensende niemals mehr einen neuen Partner haben werden.

Ein gewisser Marker hierfür ist das Vorleben vor der Beziehung zu dem jetzt verstorbenen Partner. Wer vor dieser Beziehung auch schonmal "wilde Phasen" mit ONS, Affairen, Freundschaft+, etc. hatte, ist auch nach der Verwitwung meist schnell wieder "on the road". Die, die sich als Teenager kennenlernten und evtl. die ersten Partner für einander waren, tun sich meist schwerer.

Er ist 1 Jahr Witwer und hat somit einen 'Jahreszyklus' (z.B. Geburtstage, Hochzeitstag, Weihnachten, etc.) einmal alleine durchlebt. Auch das hilft bei der Verarbeitung des Verlustes des Partners.
Der "Jahreszyklus" ist ein sehr guter Gedanke! Ich persönlich halte auch alles, was nur im (Mehr)monatsbreich liegt eher für halbgar. Nach dem ersten Todestag hingegen verändert sich tatsächlich bei vielen die Perspektive.
Ich würde diese "Formel" vieleicht noch etwas modifizieren: Wenn sich das erste jahreswiederkeherende Ereignis zum zweiten Mal nach dem Tod jährt, dann spürt man, dass man jetzt von der vergangenen Zeitdauer im Plural denkt und redet. Meine Frau starb im Sommer und einige Geburtstage in meiner Familie liegen im September und werden traditionell zusammengefasst, an einem Termin, gefeiert. Als ich das zweite Mal ohne sie teilnahm (das war ca. 14 Monate nach ihrem Tod), hatte ich das erste mal das Gefühl, dass es jetzt doch schon relativ lange her ist...

V.m46

PS: Ich habe aber erst nach 3 Jahren wieder aktiv angefangen eine neue Partnerin zu suchen. Das ist inzwischen aber auch schon wieder viele Jahre her und bislang leider unerfolgreich.
 
  • #10
Verlass Dich lieber darauf, wie Du Dich mit ihm fühlst und ob Dir die Beziehung das gibt, was Du suchst.
Das ist die Quintessenz - Schritt 1 = live treffen. Schauen, ob man sich weiter treffen möchte (gilt für beide, übrigens ;)). Dann gucken, ob es von Treffen zu Treffen in die Richtung Gefühle geht oder nicht. Darauf achten, was wie von ihm kommt bzgl. seiner verstorbenen Frau. Daran wirst du erkennen, wie es ihm damit geht. Sagen kann er dir viel wenn du fragst, was zählt ist das was nicht bewusst passiert. Dann irgendwann seine Tochter kennenlernen und schauen, ob ihr euch mögt. Wenn das nicht ist, ist sowieso alles aus. Und immer darauf achten, was das Ganze mit dir macht und sich nicht selbst belügen. Aber auch nicht überkritisch sein.
Ich habe mit dem Thema Witwer Erfahrungen dahingehend, dass mein Opa Witwer war und meine Oma (also Stiefoma) geheiratet hat als meine Mutter 2 Jahre alt war. Meine Mutter hätte nie eine liebevollere Mutter haben können als meine Stiefoma. Sie haben sich geliebt und meine Stiefoma war das Glück unseres Lebens. Aber mein Opa hatte sie auch immer mit allergrößtem Respekt behandelt. Seine verstorbene Frau wurde immer in Ehren gehalten und es wurde immer mit meiner Mutter darüber gesprochen aber es gab keine Wehmut von seiner Seite.
Eine sehr gute Freundin hat einen Mann geheiratet, der geschieden war und Vater von zwei Jungs, damals 7 und 11, die lebten bei ihrer Mutter. Die Mutet ist von jetzt auf sofort ein paar Monate später auf der Straße tot zusammengebrochen und die Jungs kamen zu meiner Freundin und dem Vater. Auch das war ein Volltreffer, meine Freundin liebte die Jungs und sie liebten sie und sie hat alles dafür getan, dass es allen gut geht. Jetzt sind sie schon groß, 25 und 21, aus dem Haus und sie ist ihre engste Vertraute, sie sind jedes Wochenende da auch schon wegen des kleinen Bruders, der irgendwann dazu gekommen ist.
Andererseits habe ich eine Freundin, die seit nunmehr 9 Jahren über ihren verstorbenen Freund nicht hinweg ist. Es hat niemand anderen seitdem in ihrem Leben gegeben und ich weiß nicht, ob sie die Kurve bekommt. Sie wünscht sich sehr eine neue Beziehung aber sie kann es nicht.
Ich selbst bin "nur" geschieden, ich habe mich selbst damals getrennt und wünsche mir ebenfalls eine neue Beziehung aber ich schaffe es auch nicht, mich wieder zu öffnen. Die Gründe tun hier nicht zur Sache, ich will nur sagen, eine Garantie hast du NIE, weder bei verwitwet noch bei geschieden oder ledig, dass es funktioniert. Und ob eine Schatten-Frau die Beziehung "bedroht", ist unabhängig vom Familienstand. Das ist höchst individuell. Er hat selbst auch keine Garantie mit dir oder mit einer anderen Frau. Dass er keine Online-Erfahrung hat sehe ich als positiv an, da ist seine Authentizität noch nicht "verdorben" durch die ebendiese Erfahrung.
Ich wünsche dir alles Gute.
 
  • #11
Der "Jahreszyklus" ist ein sehr guter Gedanke!
Den Gedanken hatte ich auch schon. Jede Jahreszeit mal mit sich allein ist nach einer langjährigen Beziehung , Trennung oder ähnlichem sicher ein wichtiger Rahmen um sich zu sammeln. Dir viel Glück, vielleicht helfen dir die Denkanstöße auch ein wenig weiter. Ist ja nicht immer so leicht mit der Liebe;-)

Zumal, wenn er wie dieser Witwer, quasi fünf Jahre Zeit hatte, Abschied von seiner Ehefrau zu nehmen.
Dies hatte er mir von allein geschrieben auf meine Frage, wie lange er schon Witwer ist. Ich glaube er weiß schon, dass es da Berührungsängste geben kann und wollte vorgreifen. Fand ich gut.

Jetzt tue ich mich real wirklich schwer, mich einzulassen, zu vertrauen.
Genau in dem Moment, wo ich wirklich jemanden kennen gelernt habe, der ein ganz besonderer Mensch ist.
Wie du schon schreibst, muss ich ihn erstmal kennenlernen. Aber sollte es bei mir (mit welchem Partner auch immer) so weit kommen, wie ihr jetzt seid, würde ich meine Ängste in einem guten Moment kurz und sachlich ansprechen. Ich glaube, damit schlage ich gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Mir ist es von der Seele, er weiß bescheid und ich werde sehen, ob er eine kleine Beichte positiv als Vertrauensbeweis sieht oder sich gleich eingeengt fühlt. Dir auf jeden Fall alles Gute.

Damit sagst Du aus, dass Du misstrauisch bist, ob er weiß, was er tut, denn er hat sich in der Börse angemeldet und Dich angeschrieben.
Guter Tipp, kam auch bei anderen Beiträgen durch. Es wäre im Rahmen des Telefonates viel zu früh. Wenn ich sowas ansprechen würde, dann viel, viel später. Ich hoffe, es wird gar nicht nötig sein.

Bin schon viel entspannter. Beim Telefonat werde ich ohnehin nur die lustigen Themen ansprechen, auf die mich so richtig freue (Dialekt, sehr spezielles gemeinsames Interesse/ besondere Aktivität). Alles andere nur, wie es sich ergibt. Zum Thema Verlust des Partners/ eines nahestehenden Menschen haben wir uns erstmal genug ausgetauscht.

Ich werde euch mit zeitlichem Abstand ein allgemeines Feedback geben.
 
  • #12
Ich bin verwitwet (noch im Trauerjahr).

Als Witwer stelle ich mir auch selbst immer wieder die Frage, ob ich schon wieder beziehungsfähig bin.

Daher würde ich diese Frage irgendwann erwarten; sie würde mich nicht "verschrecken". Ich würde an deiner Stelle eben darauf achten, dass Du es in einem "passenden Moment" fragst.

Und meine Antwort an Dich wäre, dass ich nicht auf einem Portal aktiv wäre, wenn ich mich nicht bereit fühlte.

Auf der anderen Seite ist man natürlich völlig unerfahren, ob eine "gefühlte" Beziehungsfähigkeit der Wirklichkeit entspricht.

Viel Glück, ich hoffe es passt.
 
  • #13
Liebe Kaya
Bin auch verwitwet, und habe mich nach dem Tod meines Mannes recht schnell wieder verliebt. Auch ich hatte eine gewisse Zeit, von "unserer" Ehe und von meinem Mann Abschied zu nehmen, da er vorher längere Zeit krank war.

Wie auch immer: lieber ein verwitweter Mann, der gut über seine verstorbene Frau spricht, als einer der geschieden ist, und nur schlechte Worte über seine Exfrau findet.

Sein Kind ist 9 Jahre alt und der Umgang wird sicher ein bisschen Fingerspitzengefühl benötigen am Anfang. Aber da wäre ich guten Mutes. Mein Sohn war offen, und froh darüber, dass er einen männlichen Sparringspartner nach dem Tod meines Mannes hatte und "eine Art Familie darstellte", wenn Unternehmungen in Schule, Schulabschlussfeiern etc. waren.

Ich finde, deine "Geschichte" tönt bis jetzt gut...lass es laufen.
 
  • #14
Kann in diesem Fall kein "Happyend melden". Es ist ausschließlich auf freundschaftlicher Ebene geblieben, es hat meinerseits auch nach mehreren Dates und gut zweimonatiger Kennenlernphase nicht gefunkt. Er ist ein ziemlicher Kopfmensch, allerdings ein zuverlässiger und kluger. Wir haben noch gelegentlichen Kontakt, sind aber wieder auf der Suche.
 
  • #15
Ich hatte noch nie einen Witwer gedatet, aber es hätte schon einen Vorteil. In letzter Zeit häufen sich ja die Fragen, wo der neue Partner immer noch Kontakt zu seiner EX hat. Bei einem Witwer braucht man sich darum keine Sorgen zu machen. Alles hat einen Vorteil, man muss ihn nur suchen.
Dann lies doch mal die Beiträge des Forenmitglieds Valmont.

Ob das besser ist als eine Ex? Eine verherrlichte Verstorbene, der die neue optisch bis aufs kg gleichen muss, die er nach 10 Jahren immer noch seine "Frau" nennt und dee behauptet, seine Ehe bestünde noch fort?

Augen auf... Witwer per se ist werder besser noch schlechter - die Bandbreite ist rieeeeeesig.
 
  • #16
Es ist wirklich nur noch erschreckend, aus was sich die Menschen gegenseitig einen Strick drehen wollen.
Ich bewundere Valmont sogar für seine Einstellung. Sicher ist das nicht unbedingt der Königsweg, um eine neue Frau zu finden - aber seine Ehrlichkeit, Treue und Authentizität hat bei weitem nicht jeder. Oder jede.
Was ich überhaupt nicht abkann, sind dagegen diese Leute, die nicht müde werden, sich selber als total toll und wertvoll und erfolgreich und fehlerfrei darzustellen. Für alles eine Regel (er)finden, gerne sanktionieren wollen und sich in einer Position der Stärke und Macht darstellen wollen. Dabei ausser grosser Klappe genau null zu bieten haben. Eigentlich nur ihre Doppelmoral, Scheinheiligkeit und Wertlosigkeit beweisen. Täglich. Ohne Ausnahme.
Ist es so schwierig, damit zu leben, dass menschen eine schöne und glückliche Vergangenheit haben und sich daran auch gerne erinnern? Für mich wäre eine Witwe, die sich nie an den Mann erinnert, mit dem sie gute Jahre hatte, ihn ganz schnell vergisst und niemals erwähnt keine Option. Was ist schlimm daran, wenn mal der Satz fällt: Da war ich mit meinem Mann ... oder .. er hat auch gerne Pfeife geraucht o.ä.?
Einem Menschen seine Erinnerungen zu verbieten ist für mich ähnlich wie ihn nicht zu respektieren. Wer selber zu schwach (im Sinne von unfähig) ist, um zu akzeptieren, dass Menschen auch schon glücklich waren, bevor man in sein / ihr Leben getreten ist, der führt die Diskussionen um verwitwete Menschen, um Kontakte zum Ex o.ä.. Und sollte vielleicht selbst mal an sich arbeiten.
 
  • #17
Wer selber zu schwach (im Sinne von unfähig) ist, um zu akzeptieren, dass Menschen auch schon glücklich waren, bevor man in sein / ihr Leben getreten ist
Ich gebe dir da in allen Punkten recht. Ich bin geschieden und lasse es mir trotzdem nicht nehmen, meinen Ex Mann zu erwähnen. Wir hatten eine wunderschöne Zeit zusammen, die ich vorher mit niemandem so hatte und die ich mir auch gar nicht schöner und harmonischer vorstellen kann. Aber, es gibt immer Graustufen, das weißt du selbst auch. Und Valmont ist definitiv ein abschreckendes Beispiel denn unter anderem kann auch er nicht akzeptieren, dass eine Frau vor ihm glücklich war und Kinder hat wenn sie mit ihm keine haben möchte / haben kann. Das hat er mehrmals explizit zum Ausdruck gebracht. Und dass er sich gar nicht mehr verlieben will, sondern die neue Partnerin nur instrumentalisieren möchte ist auch nicht zu überlesen. Aber natürlich gibt es ganz andere Witwer, die durchaus in der Lage sind, ein normales Leben zu führen. Mein Opa war so einer und im Freundeskreis ist auch eine sehr sehr glückliche Ehe, wo der Mann auch Witwer war.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #18
Ja, wenn ich mich entscheiden müsste zwischen einem Witwer und einem Mann, der anderen Menschen ihre "Wertlosigkeit" erklärt, weil sie nicht seinem absolut spießigen (wenn auch als total progressiv tituliertem) Lebensmodell entsprechen, dann wäre mir auch der Witwer lieber.