• #1

Sollte ich mich trennen oder sollte ich besser dranbleiben?

Ich (28) bin seit 5 Jahren mit meinem Freund (36) zusammen. Seit ca 3 Jahren wohnen wir auch gemeinsam.

Vorweg: Ich bin davon überzeugt, dass ich mich selbst glücklich machen muss. Da will ich ihn auch nicht in die "Pflicht" nehmen. Aber ich habe schon seit Längerem das Gefühl, viel in die Beziehung zu investieren - an Zeit , Energie, Gedanken - sowohl emotional, als auch ganz alltäglich (Haushalt) und dafür nicht genug zurück zu bekommen.

Was ich an unserer Beziehung schätze:
Wir geben uns gegenseitig Freiheiten, vertrauen einander, Eifersucht ist kein Thema. Trotz des vorhandenen Altersunterschieds akzeptieren mich seine FreundInnen zu 100% und gehören mittlerweile auch zu meinem Freundeskreis. Ebenso ist es umgekehrt. Er lässt nie den "alten Mann" heraushängen und begegnet meinen FreundInnen, genauso wie natürlich mir, zu 100% auf Augenhöhe. In der Gruppe blüht er auf und wird zum Entertainer, in solchen Momenten, erinnere ich mich an unsere "Anfänge". Er ist für mich da, wenn ich ihn brauche (also wenn ich es ganz konkret artikuliere) und er ist verständnisvoll.

Was mir fehlt bzw. mich belastet:
Ich habe den aktiven Part in unserer Beziehung in so ziemlich jedem Lebensbereich (Planung von Urlauben, Haushalt, anstehende Reparaturen, etc.) Wenn ich will, dass er auch etwas macht, muss ich ihn explizit darum bitten. Die (gefühlte) Verantwortung liegt letztlich bei mir. Ich will mich aber auch mal zurücklehnen, mitreißen oder begeistern lassen können.
Haushalt ist ein Sonderthema: von 50/50 sind wir weit entfernt (beide berufstätig). Hätten wir keine Reinigungskraft, wäre das eine Katastrophe. Wenn wir auf mein Bitten hin gemeinsam aufräumen, muss ich ihm teilweise ansagen, was noch zu tun ist - so ziemlich jeden Handgriff.
Er macht das Meiste mit sich selbst aus, erzählt kaum etwas von alleine, man muss ihm fast alles aus der Nase ziehen. Wenn ich kein Gespräch starte, könnten wir bei einem gemeinsamen Abendessen auch mal gar nichts reden (was ihn auch nicht stören würde).

All diese Dinge habe ich natürlich schon angesprochen. Er erkennt diese Punkte auch an und hat schon mehrmals versprochen, an sich zu arbeiten und auch an sich arbeiten zu wollen - ich merke davon aber nur sehr wenig.

Wenn ich mittlerweile darüber sprechen, meint er, dass er sich ja eh schon in so vielen Bereichen Mühe gibt. Wenn er an mir Kritik äußert, kann ich die nicht mehr annehmen, es macht mich richtiggehend wütend - insbesondere, weil er in der Regel Dinge anspricht, die nur mich betreffen (z.B. in einem vorwurfsvollen Ton, dass ich doch endlich Rückenübungen machen soll, wenn er bemerkt, dass ich etwas verspannt bin).

Ich habe zunehmend das Gefühl, dass auch wenn er an sich arbeitet, mir das einerseits zu langsam geht, und andererseits er auch dann nicht zu dem Mann werden würde, mit dem ich glücklich alt werden kann.

Sind meine Ansprüche zu hoch? Lohnt es sich weiter in diese Beziehung zu investieren? Ich brauche dringend eine unabhängige Außensicht.
 
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  • #2
Ich kann das grundsätzlich sehr gut verstehen und ich denke du hast es in seiner Komplexität selbst auseinandergenommen und hin und her überlegt. Auch hast du verstanden, dass du des Glückes Schmied bist.
Von daher bleibt eigentlich nur noch genau die Frage. Kannst du mit seinen Macken leben ? Kannst du aufhören, über die Dinge die Du Bemängelst aufzuregen? Oder willst du einen neunen Start. Wenn du nicht denkst, dass du glücklich bis zum Lebensende mit ihm wirst, schaust du sehr, sehr weit in die Zukunft. Die Gegenwart ist das einzige was Du beeinflussen kannst und daraus ergibt sich ja dann alles. Schaffst du es ihn anzunehmen wie er ist ? Darf er noch so sein, wie er ist? Oder bist du nur am aufregen. Wenn er kein Problem hat, nicht aufzuräumen, weil es nicht so sieht, wie du. Dann kannst du deine Sicht von Ordnung ihm nicht aufdrücken. Wenn er gerne von Natur aus seine innere Zeit braucht um dann in der Gruppe zu explodieren, kannst du ihn nicht zu etwas anderes Formen. Oder du bekommst es Stück für Stück hin und irgendwann hat er sich so verloren, dass er sich trennt, wo anders sein Glück sucht, ausbricht etc.
Sind seine Macken so schlimm oder ist das nach der Zeit einfach das (natürliche) 'Ist das alles??? Und was ist mit den Träumen, dass mir die Welt zu Füßen liegen wird?', die jeder irgendwann mal hat.
Für mich von außen, hört sich das eher nach dem zweiten an. Doch bestimmen kannst du es nur allein.
Mein gute Freundin ist z.B auch so eine, die am Ende immer rastlos ist und sich an Dingen aufhängt, die am Ende doch nicht so schlimm war. Dann will sie genau das zurück, was sie am Anfang mokiert hat. Immer und wieder betrügt sie sich selbst. Mal ist es der Freund. Die Vergangenheit. Der Job. Der oder die...
Du weißt ja schon, dass du selbst Glücklich sein musst und dafür was tun musst. Doch tust du das. Wissen und umsetzen ist ja was anderes.
 
  • #3
Du beschreibst ganz genau meine Eltern :)
Meine Eltern haben ähnliche Charaktere, wie ihr zwei und führen seit 40 Jahren eine glückliche Ehe, indem sie eine strikte Rollenverteilung haben. Mein Papa macht die Erwerbsarbeit, Mama macht den ganzen Rest.
 
  • #4
Ich habe zunehmend das Gefühl, dass auch wenn er an sich arbeitet, mir das einerseits zu langsam geht, und andererseits er auch dann nicht zu dem Mann werden würde, mit dem ich glücklich alt werden kann.

Liebe FS,

was du schreibst, liest sich sehr selbstreflektiert und zeigt, dass du dir bereits länger Gedanken um eure Beziehung machst.

Dabei fällt mir auf, dass du weniger von Dingen schreibst, die du an deinem Partner schätzt und mehr von den Dingen, die dich an ihm nerven.

Selbst wenn du ihn so hinzubiegen könntest, wie du ihn dir wünschst, wäre es nicht mehr der Mann, in den du dich einmal verliebt hast. Aber das wird dir nicht gelingen.

Offenbar versucht er ja, dir entgegen zu kommen, doch das ist dir nicht genug.

Was bleibt also übrig, damit sich deine permanente Unzufriedenheit in Wohlgefallen auflöst?

Dass entweder alles so bleibt wie bisher und du bloß deine Einstellung dazu änderst oder dich zu trennen und dir einen anderen Mann zu suchen, der deinen Vorstellungen besser entspricht. Wobei alleine zu leben noch eine Option wäre.

Du wirst das Für und Wider alleine abwägen und eine Entscheidung treffen müssen.
 
  • #5
Es gibt hier einen ganz interessanten Thread zum Thema Beziehungsarbeit/ Beziehungspflege, den du ja vielleicht mal durchlesen kannst.
Im Grunde steht da, das keine Beziehungspflege nötig ist, wenn sich zwei Menschen finden, die zu 100% zu einander passen, weil dann schon alles stimmig ist. Dort steht aber auch, das man aus Liebe gewisse Dinge ändern/ machen kann, damit sich der Partner wohler fühlt, was auf Dauer jedoch schwer sein könnte, wenn die Gefühle abnehmen.

Dir sind Gespräche wichtig, das er auch mal was anpackt und insgesamt aktiver wird. Ich glaube das er dich liebt und tatsächlich versucht sich zu ändern (noch). Dir reicht es aber jetzt schon nicht. Was passiert wohl, wenn seine Gefühle abnehmen und er keine Lust mehr hat Dinge zu machen, die ihm nicht wichtig sind?
Und wenn ihr mal Kinder habt, der Stress zunimmt und mehr getan werden muss?

Ich denke bei euch fehlt die Passung. Ihm ist es einfach nicht wichtig ob ihr redet, was unternimmt, aufräumt oder nicht. Dazu würde ein Partner passen, der derart aktiv ist, das er auch seinen Teil übernimmt oder ein Partner der auch so passiv ist. Dann leben vielleicht beide in einer unordentlichen Wohnung, was aber ok ist, denn es stört sie ja nicht.
Du musst dich nun selber fragen, ob du dich auf Dauer damit arrangieren kannst, diese Sachen für ihn zu übernehmen, denn komplett ändern kann sich kaum ein Mensch. Oder reicht es dir wenn er sich nur ein wenig ändert?
 
  • #6
... bin seit 5 Jahren ...
Ich habe den aktiven Part in unserer Beziehung in so ziemlich jedem Lebensbereich (Planung von Urlauben, Haushalt, anstehende Reparaturen, etc.) Wenn ich will, dass er auch etwas macht, muss ich ihn explizit darum bitten. Die (gefühlte) Verantwortung liegt letztlich bei mir. Ich will mich aber auch mal zurücklehnen, mitreißen oder begeistern lassen können.

Nach 5 Jahren wird sich eine Beziehung nicht mehr grundsätzlich ändern. Da sind die Zuständigkeiten "eingeschliffen". Du hast den "aktiven Part" übernommen, jetzt hast Du ihn. Du wirst ihn vermutlich auch nicht grundlegend ändern. Es macht Sinn, Gespräche zu führen, um die Beziehung so zu gestalten, wie ihr beide das wollt. Aber wirklich ändern wirst Du nichts dauerhaft.

Sind meine Ansprüche zu hoch? Lohnt es sich weiter in diese Beziehung zu investieren? Ich brauche dringend eine unabhängige Außensicht.

Deine Ansprüche sind nie generell zu hoch. Die Frage ist, ob Dein Partner sie erfüllen kann und ob Du Dich auf Dauer mit dem zufrieden geben kannst, was er bietet. Wenn nicht, solltest Du die Konsequenzen ziehen, bevor Familie und Kinder anstehen. Du musst Dir einfach bei der Abwägung von dem, was Du an Deinem Partner schätzt und dem, was Dich stört, überlegen, was überwiegt. Und mit einbeziehen, dass kein Partner in allem perfekt ist.
 
  • #7
Ich denke, du bist dabei, den Respekt vor ihm zu verlieren. Das ist schlecht, denn wenn wir den Partner nicht mehr respektieren, sehen wir die tausend kleinen Macken, die er hat, noch deutlicher, und sie nerven uns über Gebühr.

In der Gruppe blüht er auf und wird zum Entertainer, in solchen Momenten, erinnere ich mich an unsere "Anfänge".
Hier zeigt er dir den "Macher", den Mann, der andere mitreißt und für sich begeistert.
Im Alltag bist du die Stärkere, die ihn an die Hand nehmen muss wie ein kleines Kind.

Das ist etwas, das Männer ganz häufig nicht verstehen. Sie selbst fühlen sich ja noch immer als Mann, selbst wenn sie von der Partnerin angeleitet werden müssen. Sicher - sie sind ja auch trotzdem Männer - keine Frauen.
Uns Frauen fehlt dann aber das Männliche an diesem Mann. Kaum eine Frau respektiert ihren Partner, weil er toll häkeln kann. Es sind die männlichen Attribute, die Begehren in uns auslösen. Bei einem männlichen Mann fühlen wir uns wie eine weibliche Frau - nicht wie die Muddi.

Dein Partner ist bereit, an sich zu arbeiten, und ich denke von außen, dass sich ein weiteres Gespräch mit ihm lohnt. Er scheint ein ordentlicher Mann zu sein, kein Spinner oder Betrüger oder was für Facetten des Abgrundes es sonst noch so gibt.
Sag ihm doch mal, dass du den Mann in ihm mehr wahrnehmen möchtest. Er wird ja irgendwo in ihm drin stecken.

Leider werden Männer heutzutage so weichgespült erzogen. Ich denke, viele Männer wissen gar nicht mehr so genau, was Frau eigentlich von ihnen erwartet und sind entsprechend verwirrt. Empathisch und liebevoll und treu sollen sie sein, und fürsorglich und kommunikativ... alles eher weibliche soft skills. Jungs wird schon im Kindergarten verboten, sich zu kloppen - das gehört sich nicht.
Früher war sicher nicht alles besser, jedoch haben kleine Buben gelernt, was es bedeutet, ein Mann zu sein.
Heute schauen sie Fußball oder einen Actionfilm und gröhlen dabei, und schon wird von Frauenseite die Nase über diese Neandertaler gerümpft, und der Mann sackt peinlich berührt in sich zusammen, weil er sich nicht kultiviert benommen hat.
Wir selbst (unsere Generation und die vor uns) verwässern die Männer zunehmend, und dann wundern wir uns, warum wir nur noch körnermampfende Hipster-Softies vorfinden.
 
  • #8
Das ist eine schwierige Frage.

Ich halte es für Unsinn und für gefährlich, wenn hier im Forum geschrieben wird, dass Du nur den 100 % passenden Partner finden musst, damit Du nicht an einer langjährigen Beziehung arbeiten musst. Lass Dich damit nicht einwickeln.

Liebe FS, jeder Mensch nervt irgendwann.
Ich kann Dir nicht sagen, ob es für Dich besser ist, zu bleiben oder Dich zu trennen. Meistens nerven am Partner gerade die Eigenschaften am meisten, die Du selbst an Dir nicht besonders magst. In einer Beziehung hält Dir der Partner einen Spiegel vor und zeigt Dir Deine eigenen Eigenschaften auf.
Ich kenne euch beide ja nicht.
Wenn ich lese, dass Du Dich beschwerst, dass er sich passiv in der Beziehung verhält und Dir die Verantwortung überlässt, gehe ich davon aus, dass eigentlich Du einen passiveren Part als bisher in der Beziehung einnehmen und ihm mehr die Verantwortung überlassen willst.
Er nimmt den Haushalt locker und will sich nicht damit beschäftigen? Vielleicht würdest Du das selbst gerne auch so machen usw.

Es ist kein Mensch perfekt. Kennst du einen einzigen Menschen, der Dich noch nie genervt hat? Und wenn Du Dich in Deinem Umfeld umschaust, gibt es da irgendeinen einzigen Mann, der nach Deiner Meinung ein besserer Partner mit einem besseren Gesamtpaket als Dein eigener Freund wäre?
Wenn Du denkst, dass Dein Freund im Vergleich zu anderen Männern in Deinem Umfeld schon eine überdurchschnittlich gute Partie ist, dann trenne Dich auf garkeinen Fall von ihm.
 
  • #9
Mich hat es zermürbt, müde gemacht.

Ob Freizeitorganisation, Büro, Finanzen, Haushalt, soziale Netzwerke...
Wie wir uns kennen lernten, war er wohl fasziniert - und dachte, er könne aktiver werden, lebhafter, gefühlvoller; mit der entsprechenden Partnerin.
Er bemühte sich, anfänglich gelangt es.
Und dann kam der Alltag.
Immer wieder Gespräche, immer wieder Versuche - und immer weniger, was übrig blieb.
Ich bin wie ich bin, ich brauche Nähe, Gefühle, Austausch, Aktivität, Lachen, Freunde, Ziele, Träume.
Ich wage den 2. Hausbau, ohne mich hätten wir das 1. nicht gebaut, und auch da war ich die Initiatorin und der Motor.
Er ist wie er ist, er braucht Rückzug, sein Loch, Ruhezeiten, etc.
Der Organisator ist er nicht, auch nicht der Anpacker - er mag den ruhigen, bequemen Weg. Wenn da jemand ist, der macht, toll.
Es passte einfach nicht, bei uns hab es keine ausreichenden Kompromissmöglichkeiten.

Du kannst für Dich abwägen, wo siehst Du für Dich Kompromisse, wo die Möglichkeit Brücken zu bauen.
Und wo sind Deine Grenzen, Wünsche, Bedürfnisse.

Du wirst Dich egal, wie sehr Du jemanden liebst, nicht grundlegend ändern - der andere auch nicht. Es ist die Liebe, die dann geht.
 
  • #10
In der Gruppe blüht er auf und wird zum Entertainer, in solchen Momenten, erinnere ich mich an unsere "Anfänge".
ist zwischen den Zeilen doch Kritik. Denn eure "Anfänge" sind nicht die Gegenwart, stimmt`s?

Komm' endlich runter von deinem hohen Ross und akzeptiere deinen Freund so wie er ist. Mit seinen positiven Charaktereigenschaften und den negativen, die dir zwar nicht passen, aber wegen derer er doch liebenswert ist und bleibt.

Ich lese nicht heraus, dass dein Leben durch seine Charakter"mängel" eingeschränkt ist oder gar den Bach herunter geht. Und dass er alles erst einmal mit sich ausmacht und erst danach, wenn überhaupt, in die Öffentlichkeit geht, kann ich absolut nachvollziehen. Ich bin nicht anders.

Macht er im Haushalt nicht alles so perfekt wie du es möchtest, dann lass ihn erst tun und optimiere du später wie es deiner Meinung nach aussehen und sein soll. Aber lass ihn nicht merken, dass du korrigierst. Clever agieren ist angesagt. Meckerst du weiterhin nur rum wird er irgendwann und verständlicherweise auf stur stellen und gar nichts mehr machen. Damit hättest du genau das Gegenteil von dem erreicht was du möchtest.

ch bin davon überzeugt, dass ich mich selbst glücklich machen muss. Da will ich ihn auch nicht in die "Pflicht" nehmen.
Diese Aussage tut mir schon fast weh. Bist du wirklich so gestrickt oder ist das reine Makulatur, gezeigt nach außen, und innen wohnt ein kleiner Selbstwert!? Fehlt nur noch die Peitsche...

Du hast eine Reinigungsfrau, im Gegensatz zur mir, die die Feinarbeiten in deinem Haushalt erledigt, so dass dir genügend Zeit und Raum bleibt dich um Urlaub etc. zu kümmern.

Du musst Abstriche machen, denn es gibt keinen Menschen, der es dir 100 % recht macht. Solange du nicht mit einem Messie zusammen bist ist doch alles gut. Sei doch einfach der aktivere Part in der Beziehung, halt der, der sich um alles kümmert. Einen einschneidenden Vorteil hast du dadurch: Alles ist am Ende genau so wie du es möchtest!!!
 
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  • #11
Liebe FS,

ich versuche meiner Tochter, seit sie volljährig ist, immer wieder zu sagen, dass sie in Bezug Männer nie der aktivere Part sein soll. Es zahlt sichlangfristig nicht aus.

Wie soll ein Mann seine Männlichkeit spüren und erleben, bzw. wachsen lassen können, wenn die Frau ihm jegliche Arbeit und Erfolgserlebnisse abnimmt und unbewusst in die Mami-Rolle reinschlüpft? Mann will aber nicht mit seiner Mami Sex, sondern mit einer Frau.

Zu dem Thema gibt es auch übrigens gute Bücher.

In deinem Fall denke ich, er ist zu alt für dich, schon zu eingeschliffen und ihr passt einfach nicht zusammen. Du bist inzwischen älter und reifer geworden, hast dich weiter entwickelt, seine Entwicklung in dem Alter ist meistens abgeschlossen.

Also überlege klug, oft hilft eine Plus-Minus-Liste und schau vor allen Dingen auf die grundwichtigsten Basics die ein Mann/Menschn für eine gute Partnerschaft braucht.

Jemand der unordentlich ist, ist meistens auch in der Seele unordentlich .-). Als "alte" Frau habe ich von solchen Männern immer die Finger gelassen. War im Nachhinein gut so.

W Ü50
 
  • #12
Du benimmst dich wie eine Mutti und er wie dein Sohn. Wenn das Muster über Jahre gelebt wird, geht erst der Sex flöten und dann die Liebe. Wenn Kinder da sind, wird es noch schlimmer, weil du den Mann dann nicht mehr so versorgen kannst wie jetzt. Er wird sich abgehängt fühlen und du völlig überfordert. Sprich mit ihm!
 
  • #13
Liebe FS,
DAS hier von dir geschriebene, ist der Kern des Ganzen.
Ich habe zunehmend das Gefühl, dass auch wenn er an sich arbeitet, mir das einerseits zu langsam geht, und andererseits er auch dann nicht zu dem Mann werden würde, mit dem ich glücklich alt werden kann.
Du weißt, es fehlt für dich zu viel um mit diesem Mann alt werden zu können und es ist nicht von Bedeutung, ob das nun zu viel verlangt ist oder nicht. Deshalb gehe ich auf diesen Punkt gar nicht näher ein.

Du bist 28 Jahre jung, suchst den Mann fürs Leben um vielleicht auch mal Familie gründen zu können? oder zu Heiraten und ein glückliches, zufriedenes Leben führen zu können, ohne Kinder?
Deine Beziehung, in die du schon viel investiert hast und in der viel Zeit gewesen ist um sich aneinander anzupassen und zusammen zu wachsen, entwickelt sich aber nicht dahin, dass du das Gefühl hast, "meine Bemühungen lohnen sich und mit ihm werde ich alt". Er gibt dir eher noch zu verstehen, er muss sich anstrengen, fast verbiegen, um dir zu gefallen. Es reicht aber trotzdem nicht, liebe FS.

Du musst selbst wissen, wie lange du noch in diese Beziehung investieren willst, aber vergesse eines nicht: in der Zeit wo du noch versuchst eine Veränderung herbei zu führen die dich zufriedener macht, heiraten andere Männer ihre Frauen und gründen Familie. Es könnte passieren, dass du lange suchen musst, viel Geduld haben musst oder gar keinen Partner mehr finden wirst, oder nur noch mit Anhang....wenn du jetzt noch Jahre vertrödelst mit etwas wo dir dein Gefühl heute schon sagt, es hat sich anders entwickelt als du dir gewünscht hättest.
 
  • #14
Liebe FS

Eine Theorie:
Es braucht vielleicht auch eine sehr aktive Frau, um einem Mann dieses Ausmass an Passivität anzutrainieren. Es braucht das Vorpreschende, Kontrollierende einer Übermutter, um das langsam Nachhinkende, Nachlässige eines faulen Teenagers auf den Plan zu rufen.
Beide Seiten verhalten sich dabei nicht wie Erwachsene, sondern leben etwas nach, das sie kennen.

Du kannst deinen Partner also nicht verändern, indem du noch mehr besprichst, kontrollierst, forderst, vorschlägst. Damit zementierst du ja das Gefüge nur noch, diese Rolle hast du ohnehin.
Du kannst dich trennen, das wäre das Einfachste und diese Option steht dir immer noch offen.
Aber bevor du das tust, würde ich dich ermutigen, diese Beziehung auch als Übungsfeld für dich zu betrachten, damit du nicht in Zukunft wieder dieselben Fehler begehst und dieselbe Dynamik mit anderen erzeugst. Vielleicht kann ein Ausbruch aus deiner angestammten Rolle auch die aktuelle Beziehung auffrischen und retten.

Ich will mich aber auch mal zurücklehnen, mitreißen oder begeistern lassen können.
Schau für dich. Er schaut ja auch für sich.
Das heisst: Leb deine Wünsche aus, mit Freundinnen oder alleine, hör auf ihn mit zu ziehen, weil deine romantische Idee ist, dass ihr das beide macht. Riskier' diese Beziehung, im besten Fall rettest du sie. Dann hör' halt mal auf zu putzen und zu kochen, bestell dir Pizza und iss im Park, wenn's zu eklig wird. Lass' die dreckige Wäsche liegen.
Lehn dich zurück. Lass dich mitreissen und begeistern und plan einen Städtetrip mit der besten Freundin. Ich vermute, du sabotierst das oft auch selber, weil erst alles perfekt sein muss, bevor du dir das erlaubst. Und weil du denkst, du musst es dem Freund auch schön machen und seist immer verpflichtet, für ihn mit zu denken. Wenn er dieses Pflichtgefühl dir gegenüber nicht hat, dann wirf' auch mal deins über Bord.
Trau' dich mal, inmitten des Chaos und der Pflichten, die du antizipierst, auch mal zu geniessen und die Sau rauszulassen.
 
  • #15
IHaushalt ist ein Sonderthema: von 50/50 sind wir weit entfernt (beide berufstätig). Hätten wir keine Reinigungskraft, wäre das eine Katastrophe. Wenn wir auf mein Bitten hin gemeinsam aufräumen, muss ich ihm teilweise ansagen, was noch zu tun ist - so ziemlich jeden Handgriff.
Ich finde, dass du in dieser Hinsicht übertreibst. Ihr habt eine Reinigungskraft? Ist doch super. Dann ist doch die Grundreinigung auf jeden Fall gesichert. Scheinbar ist es für ihn sauber und aufgeräumt genug. Da hat so ziemlich jeder Mensch eine andere Vorstellung zu. Er hat einfach kein Bedürfnis, es noch aufgeräumter zu haben. Ich glaube, dass du da einfach zum Perfektionismus neigst und da an dir arbeiten könntest, etwas lockerer zu werden. Das musst du sowieso, sobald mal Kinder da sind.
Außerdem könnte er der Reinigungskraft zwei oder drei Stunden mehr bezahlen, damit könnte sie dann seinen Anteil an der Hausarbeit übernehmen.
Mit der Introvertiertheit deines Freundes wirst du leben müssen, das lässt sich nicht ändern.
Ich habe so den Eindruck du mäkelst ziemlich viel an ihm rum und nichts passt dir so richtig an ihm. Man kann einen Menschen nicht ändern. Ich glaube, du solltest anfangen an dir selber zu arbeiten und mehr Gelassenheit zu entwickeln. Gehst du eigentlich auch auf seine Wünsche ein?
 
  • #16
Der Mann lügt dich an und hatte nie vor gehabt, sich zu ändern. Er verspricht es zwar (verprechen!) und sagt aber gleichzeitig, er bemüht sich doch schon genug. Er will doch eigentlich so bleiben wie er ist.

Nicht jeder Mensch ist zum Aktivsein geboren! Du gehst es übrigens falsch an. Du forderst ihn ständig auf wie eine Mama und er wird immer generverter. Du auch!

Entweder packt er es gleich mit dir an und legst ihm unvermittelt den Putzlappen hin: "Lieber Mann, wir putzen jetzt vor dem Abendessen. Ich die HÄlfte, du die HÄlfte." Und wenn das auch nicht geht, verlassen! Kein Essenkochen mehr, keine Wäschewaschen mehr. Du begiebst dich doch freiwillig in diesen Dienst, alles zu planen. Es wird sich dabei gleich zeigen, von welchem Schlag er ist. Nämlich die faule Socke, die das alles als lächerlich und überflüssig ansieht, die sich doch schon genug Mühe gibt und am Ende wird er deinen Aufwand auch noch runter ziehen, denn am Ende wirst du diejenige sein, die nicht genug tut.
 
  • #17
Wenn ich kein Gespräch starte, könnten wir bei einem gemeinsamen Abendessen auch mal gar nichts reden
Manche Menschen sind so und das können sie nicht ändern, weil sie das belanglos finden, was sie erzählen könnten (und dann aber auch belanglos finden, was der andere zu diesem Thema erzählt, Stichwort "wie war dein Tag"). Andere sind "eingefroren", weil es nie wen interessiert hat, was mit ihnen ist, und brauchen lange, diese Fähigkeit wieder zu erwecken. Wieder andere wollen abschalten und nicht noch mal den Stress des Tages wiederkäuen. Keine Ahnung, was für einen Typ Du als Freund hast. Auch weiß ich nicht, was Du unter Gespräch verstehst. Manche meinen ja eigentlich, dass sie einen Vortrag halten über ihre Belange, und der andere soll interessiert zuhören und fragen. Vielleicht darf er später ne Minute über "seins" reden.
Männer, die ihre Beziehung eher als Erholungsinsel sehen, wollen zu Hause nur Entspannung. kein Wiederholen des Stresstages oder Problemewälzen. Hier könnte auch sein Haushaltsverhalten ein Beweis sein und sein Anpassenwollen an Deine Kritik.
hat schon mehrmals versprochen, an sich zu arbeiten und auch an sich arbeiten zu wollen - ich merke davon aber nur sehr wenig.
Beim Punkt "Haushalt" bin ich ganz bei Dir. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr unterschiedliche Ansichten von "sauber und wohnlich" habt. Beim Punkt "reden" bin ich nicht bei Dir. Ich weiß nun nicht, ob er das nur sagt, damit Du ruhig bist, aber wenn er es wirklich zu ändern versucht, frage ich mich, wo Dein Einsatz ist? Denn: Warum redest Du nicht weniger beim Essen? Essen ist Genuss und Entspannung, Wohlbefinden.
Du hast nicht geschrieben, worüber Du redest, und ich will Dir nicht Unrecht tun. Ich mag Reden beim Essen aber auch nicht, wenn die andere Person mich zutextet mit Geschichten, die ewig die gleichen sind über Leute, die ich nicht kenne und die mich nicht interessieren. Und wirkliche Streit- und Stressthemen sollte man auch nicht beim Essen bereden, finde ich.
Wenn er an mir Kritik äußert, kann ich die nicht mehr annehmen, es macht mich richtiggehend wütend.
Wenn Du jeden Abend erzählen würdest, dass Du sooo verspannt bist, und Du weißt, was dagegen hilft - Deine Übungen - und es aber nicht tust, würde mich das nerven, wenn Du wieder davon anfingst.
Du hast nun nur geschrieben, dass er das bemerkt, dass Du verspannt bist. Wenn er ein verstandesortientierter Mensch ist, würde ER die Übungen ja machen. Deswegen denke ich, dass er sich fragt, was mit Dir los ist, wenn Du sie nicht machst, obwohl Du leidest.
Kannst Du Dir vorstellen, dass das auch Besorgnis von ihm ist?
 
  • #18
Liebe FS,
der Mann kann sich nicht ändern und vermutlich will er das auch nicht in dem Mass, in dem Du das willst.
Dir geht das nicht schnell genug und daher bist Du schwer genervt, hastkeine Lust emhr auf die Mutti-Rolle. Das ist nachvollziehbar,mweil Mutti mit bockigem Teenie (so läuft es bei euch) ist maximal unsexy.

Ggfs. entwickelt er sich sogar schon wieder rückwärts. Rechne mal hoch, von wo er sich seit Anfang eurer Beziehung bis wohin über die Beziehungsdauer bewegt hat und wo Du die Zielmarke für ihn gesetzt hadt, ab deren Erreichung Du eine überwiegend erfreuliche Beziehung erwartest. Nun rechne mal hoch, wann er diese vermutlich erreicht hat - noch vor Deinem 60. Lebensjahr? Nach 5 gemeinsamen Jahren kann man das abschätzen.
Und dann frag' Dich, ob Du Dich die nächsten 30 Jahre daran abmuehen willst oder ob die Chance höher ist, einen passenderen Mann zu finden.
 
  • #19
Ich sehe das Problem nicht darin, dass du mehr investierst, sondern darin, dass ihr einfach in manchen Dingen unterschiedlich seid.

Thema Haushalt: ich denke, er hat einfach ein weniger ausgeprägtes Ordnungs-/Sauberkeitsbedürfnis und darum eine andere Wahrnehmungsschwelle als du. Typisches Beispiel: du siehst ein leeres Glas auf dem Wohnzimmertisch und dein innerer "Chaos-Detektor" schlägt an. Also räumst du es weg. Dein Freund registriert dasselbe Glas gar nicht wirklich, geschweige denn, dass er es als Störfaktor wahrnimmt, denn sein Chaos-Detektor ist nicht so sensibel eingestellt ist wie deiner.

Nun schreibst du nicht, wie schwerwiegend die Dinge sind, die dein Freund "übersieht". Natürlich sollte ein gewisser hygienischer Mindeststandard von beiden eingehalten werden. Aber die Frage ist: wie sieht dieser Mindeststandard aus? Ich habe den Eindruck, dass du - wie viele Frauen - einfach davon ausgehst, dass deine Vorstellungen als Maßstab dienen sollten.

Wenn wir auf mein Bitten hin gemeinsam aufräumen, muss ich ihm teilweise ansagen, was noch zu tun ist - so ziemlich jeden Handgriff.

Einfach mal als Feedback: bei mir löst dieser eine Satz schon beim Lesen Abwehr aus. Ich finde ihn anmaßend, unreflektiert und "muttihaft". Du legst fest, was "zu tun ist" und "sagst an". Wo bleibt dein Respekt gegenüber deinem Freund als erwachsenem Menschen, der seine eigene Wahrnehmung und eigene Bedürfnisse hat?

Ich formuliere es mal bewusst ein bisschen provokant: wenn du der Meinung bist, aufgrund deines Frau-Seins die alleinige Deutungshoheit in Haushaltsdingen zu besitzen, solltest du auch gemäß diesem konservativen Geschlechterverständnis leben, d.h.: den Haushalt als deine Aufgabe betrachten.

Willst du, dass dein Freund sich ebenfalls verantwortlich fühlt, musst du ihm schon seine eigene Wahrnehmung und Herangehensweise zugestehen.

Ich fände bei stark divergierendem Ordnungs-/Sauberkeitsbedürfnis folgende Regelung fair: man einigt sich auf einen Mindeststandard, auf den beide Wert legen und für dessen Einhaltung auch beide gleichermaßen verantwortlich sind. Um Feinheiten, die nur einem von beiden wichtig sind, kümmert dieser sich selbst.

Thema Gespräche: hier würde ich an deiner Stelle erstmal überlegen, was mir wirklich fehlt: Austausch oder Bestätigung? Sein Schweigen muss ja nicht bedeuten, dass er wenig Interesse an dir hat - vielleicht ist er einfach ein ruhiger Typ; findet das Miteinander-Schweigenkönnen sogar positiv (auch wenn er in Gesellschaft aufdreht - das schließt sich m.E. nicht aus). Und viele Menschen sind so gepolt, dass sie Dinge eher mit sich selbst ausmachen; Männer vielleicht mehr als Frauen.

Vielleicht kannst du ihn so annehmen, wenn es dir gelingt, sein Verhalten nicht als Affront gegen dich zu verstehen, sondern als Ausdruck seiner Persönlichkeit.

Fehlt dir aber wirklich Austausch, dann passt ihr auf Dauer vermutlich nicht zusammen.
 
  • #20
Ihr nervt Euch gegenseitig in Teilbereichen und hättet es gerne anders. Ihr wollt gegenseitig Veränderungen am Anderen sehen. Ändern kann sich jeder nur selbst. Ich sehe insbesondere, dass er es wohl aus Bequemlichkeit packen würde, du jedoch nicht. Bei ihm geht aus Deiner Sicht nichts vorwärts und du bist immer mehr genervt.
Also: akzeptiere es oder geh.

M 47
 
  • #21
Vielen Dank für die vielen Antworten. Da war einiges dabei, dass mich nochmal zum nachdenken angeregt hat. Und auch das Schreiben des Postings hat geholfen meine Gedanken zu strukturieren. Wir haben mittlerweile geredet. Fürs erste werden wir versuchen weiter dran zu bleiben.

Was den Haushalt angeht, werden wir unsere Vorstellungen noch mal im Detail diskutieren und klare Aufgaben(bereiche) vergeben.

Alles weitere ist schon etwas schwerer. Weil was das Reden betrifft, geht es mir tatsächlich um Austausch, nicht um Hintergrundgeräusche beim Essen. Ich will wissen was ihn bewegt und was ihn beschäftigt und nicht zufällig in einer Runde herausfinden, dass ihn ein Bekannter gefragt hat, ob sie sich nicht gemeinsam selbstständig machen wollen. (Wie ich ihn damals darauf angesprochen habe, hat er gemeint "Aber für mich war doch von Anfang an klar, dass ich das nicht machen will. Damit war das dann auch für mich erledigt. Ich hab nicht einmal daran gedacht, dass ich das erzählen könnte/sollte.")

Ich verstehe natürlich, dass wir da sehr unterschiedlich sind. Aber
wenn ich höre: "Das hat er dir doch eh sicher erzählt", gibt mir das halt jedes mal einen kleinen Stich. Wir können auch gut miteinander schweigen, ich hab nicht immer die Schnatter offen ;-) Aber Gespräche schaffen halt eine andere Form von Nähe, die mir manchmal fehlt. Da muss ich für mich noch herausfinden, ob ich mich mit der Situation arrangieren kann. Diesbezüglich will er aber tatsächlich an sich arbeiten - Ich bin nicht die erste, die damit zu kämpfen hatte.

Jetzt werde ich versuchen müssen, ihm eine echte Chance zu geben - Ich glaube, ich habe in letzter Zeit tatsächlich begonnen, den Respekt vor ihm zu verlieren. Das ist nicht gut und auch nicht fair.

Wie es in einem Jahr aussieht, weiß die Zukunft.
 
  • #22
Ich versteh schon, was Du meinst. Ich hab ne Bekannte, mit der der Freund (über 20 Jahre Beziehung) auch nie redet. Weder über seine Belange, auch keine schweren emotionalen, noch fragt er sie, wie es ihr geht, was bei ihr los ist usw.. Er redet aber mit anderen darüber, sie erfährt das zufällig und das hat sie schon immer gekränkt. Aber sie ist auch dominant, verletzt mit Worten, reagiert nicht vertrauenswürdig auf Infos, indem sie spitze Bemerkungen dazu macht. Also Gespräche mit ihr sind auch mit Vorsicht zu genießen.

Der andere Punkt ist, dass man manches wirklich irrelevant findet und deswegen nicht erzählt. Wenn man immer erzählen MUSS, wirkt das auch wie Kontrolle. dabei wird gar nicht gesehen, dass man ab einem gewissen Punkt ja nur noch nebeneinander her lebt und gar nicht weiß, was den anderen bewegt und beschäftigt.

Aber
wenn ich höre: "Das hat er dir doch eh sicher erzählt", gibt mir das halt jedes mal einen kleinen Stich.
Versteh ich. Aber wenn die Person, die das sagt, so tickt wie Du, heißt das ja immer noch nicht, dass der Stich "berechtigt" ist. (klar, wenn Du es so fühlst, ist das so, aber vielleicht ist es wirklich nur Unwesentliches)

Aber Gespräche schaffen halt eine andere Form von Nähe, die mir manchmal fehlt. Da muss ich für mich noch herausfinden, ob ich mich mit der Situation arrangieren kann
Ich weiß, was Du meinst. Du hast ja auch geschrieben, dass schon andere ihm das gesagt haben. Insofern klingt es ja nicht so, als wolltest Du in seinen Kopf kriechen für Kontrolle.

Warum hast Du den Respekt verloren? Wegen des Kind-Verhaltens bzgl. des Haushaltes oder wegen des Redens? Ich finde, das wichtigste ist, einander zu verstehen. Also Du müsstest Dich mEn auch bemühen zu verstehen, wie jemand so sein kann wie er. Denn vielleicht ist es nicht Faulheit, sondern Befürchtung, was falsch zu machen oder eben einfach Dir überlassen zu sagen, wann es dreckig ist, weil er von sich weiß, dass ihn das nicht stört - er sieht es also nicht - und dann auch noch, dass Du ihn beobachtest und dann sagst "nee, mach das SO" (ist natürlich ein Problem, wenn es wirklich so "sauber" ist, dass man nachwischen muss). Die unterschiedliche Toleranzgrenze wurde ja schon angesprochen. Aber ich kenne auch ein ehemaliges Paar, wo die Frau stur nach ihrem Kopf jedes WE die Wohnung saubermachen wollte, der Mann meinte, alle 14 Tage reiche Staubsaugen und Badputzen auch (zumal die ja unter der Woche den ganzen Tag arbeiteten), und wollte lieber was Schönes am WE unternehmen. Nicht zuletzt daran ist die Bez. kaputtgegangen, weil es ihn tierisch nervte, dieses einengende Unspontane, wo der "Schmutz" in der Wohnung die WE-Aktivitäten bestimmte. (niemand hatte eine Stauballergie)
 
  • #23
In puncto Gespräche kann ich dich auch gut verstehen, und es bedeutet in der Tat nicht zwangsläufig Kontrolle, sondern dass man am Leben des anderen, an seinen Erlebnissen und auch Gefühlen, teilhaben möchte.

Du schreibst, er will daran arbeiten.
Kleiner Gedankenanstoß: wirst du denn auch gleichzeitig an deinen Zuhörer-Qualitäten arbeiten?
Wann immer zwei Menschen aufeinander treffen, dann wechselwirken sie miteinander.
Du sagst, wenn ihr in Gesellschaft seid, dann mimt er den Entertainer. Warum? Weil er Publikum hat. Seid ihr allein zuhause, spricht er wenig. Womöglich, weil er von dir keine ausreichend ermunternde Rückmeldung bekommt, wenn er etwas erzählt.
Außerdem kritisierst du reichlich an ihm. Würdest du jemandem, der dich ständig kritisiert, dein Herz ausschütten, deine tiefsten Emotionen mit ihm teilen, dich schwach zeigen?

Ich bin auch ein Mensch, der viel Vertrauen braucht, um von sich erzählen zu können. Bei Menschen, die mir nicht richtig zuhören, gleich mit klugen Ratschlägen kommen, nur halbherzig bei der Sache sind, meine Ansichten belächeln oder gar verurteilen usw., öffne ich mich auch nicht. Solche Menschen sehen nur meine Fassade - den Blick nach innen bekommen sie nie (wollen sie offenbar auch nicht).

Es gibt Lektüre über Kommunikation, auch wie man richtig zuhört. Wenn ihr wirklich daran arbeiten wollt, dann aber auch beide.
 
  • #24
Nein, die FS muss nicht akzeptieren, dass ihr Partner so ist. Er ist faul und bequem. Das kann er sich nur erlauben, weil die FS macht, tut, organisiert und plant. Wie würde er ohne sie durchs Leben kommen?

Ich bin in einer ähnlichen Situation wie die FS, nur zusätzlich haben wir ein Kleinkind. Und genau das macht es noch schwieriger. Mein Mann und ich arbeiten daran, durch vorausschauendes Planen und Arbeitsteilung. Aber mein Mann ist eben bereit etwas zu ändern. Wäre er das nicht, würde ich wohl auch über Trennung nachdenken.

Du musst zunächst für dich klären, ob die Art und der Charakter deines Partners für dich noch akzeptabel sind. Er wird sich nie komplett ändern, dass kann man auch nicht von ihm verlangen. Wenn du mit seiner Art grundsätzlich leben kannst und ihn vorallem noch liebst, dann formuliere für dich Dinge, die du gern anders hättest. Anschließend diskutiere sie mit ihm in einem ruhigen Gespräch ohne Vorwürfe.

Es muss dir klar sein, dass bestimmte Dinge immer an dir hängen bleiben werden. Ist bei uns genauso. Ich koordiniere alle Termine, verwalte die Finanzen und den Schriftkram. Aber das ist ok. Es liegt mir und mein Mann macht dafür andere Dinge. So lange man spürt, dass der andere sich beteiligt, muss nicht alles exakt 50/50 verteilt sein.

Das mit der Putzfrau ist übrigens die beste Lösung und nimmt schon viel Druck raus. Ich bin auch nicht der Meinung, dass sich in einer Beziehung der Ordentliche dem Unordentlichen anpassen muss. Eine Grundordnung sollte selbstverständlich sein.
 
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  • #25
Solche Situation sind eigentlich immer in 3 Schritten aufzulösen. 1. Deine Perspektive kommuniziert und damit dem anderen eine Chance gegeben darauf zu reagieren 2. Lernen das zu tolerieren 3. Trennen.

Hier wird gleich auf eine der beiden Seiten eingeprügelt, als ob jemand im Unrecht wäre. Das sind einfach unterschiedliche Einstellungen, die beide eine Berechtigung haben.

Ich genieße auch meine Auftritte und brauche täglich auch einfach mal meine Ruhe ohne Action und Kommunikation. Ich mag die Wohnung aufgeräumter und schnörkelloser als die meisten Frauen. Wenn eine Frau damit ein Problem hat und wir keinen Kompromiss finden, dann passt es halt nicht. Sorry, aber eine Frau, die meint die Wadelbeißerin geben zu müssen und mich zu erziehen, kann mir gestohlen bleiben. Solch unwürdige Beziehungen braucht keiner.

m35
 
  • #26
Kleiner Gedankenanstoß: wirst du denn auch gleichzeitig an deinen Zuhörer-Qualitäten arbeiten?
Wann immer zwei Menschen aufeinander treffen, dann wechselwirken sie miteinander.
Du sagst, wenn ihr in Gesellschaft seid, dann mimt er den Entertainer. Warum? Weil er Publikum hat. Seid ihr allein zuhause, spricht er wenig. Womöglich, weil er von dir keine ausreichend ermunternde Rückmeldung bekommt, wenn er etwas erzählt.

Ein sehr schöner und richtiger Gedankengang.
Ich bin mal bei einer Frau verstummt weil sie mir fast alles was ich erzählt habe negativ verdreht hat. Dann hatte sie noch die Angewohnheit alles was ich sagte auf die Goldwaage zu legen und mich in unpassenden Momenten an irgendetwas was ich irgendwann wann sagt habe zu erinnern. Immer ging es für mich negativ aus. Ich habe dann halt nicht mehr soviel erzählt und statt das ich 'frei weg von der Leber' erzählt habe, habe ich gelernt meine Worte sorgfälltig zu wählen.
Wenn der Sex nicht so toll gewesen wäre, wäre ich viel schneller weg gewesen.
 
  • #27
Du sagst, wenn ihr in Gesellschaft seid, dann mimt er den Entertainer. Warum? Weil er Publikum hat. Seid ihr allein zuhause, spricht er wenig. Womöglich, weil er von dir keine ausreichend ermunternde Rückmeldung bekommt, wenn er etwas erzählt.
Außerdem kritisierst du reichlich an ihm. Würdest du jemandem, der dich ständig kritisiert, dein Herz ausschütten, deine tiefsten Emotionen mit ihm teilen, dich schwach zeigen?

Ich bin auch ein Mensch, der viel Vertrauen braucht, um von sich erzählen zu können. Bei Menschen, die mir nicht richtig zuhören, gleich mit klugen Ratschlägen kommen, nur halbherzig bei der Sache sind, meine Ansichten belächeln oder gar verurteilen usw., öffne ich mich auch nicht. Solche Menschen sehen nur meine Fassade - den Blick nach innen bekommen sie nie (wollen sie offenbar auch nicht).

GENAU sowas meine ich. Liebe FS, nimm Dir diesen Post von Jana zu Herzen. Denn das ist genau auch das, was ich von meiner Bekannten beobachtet habe.
Menschen, die so sind, sind absolut ungeeignet für sensible Menschen oder für Menschen, die selber gern Beifall kriegen dafür, wie witzig sie sind im Reden. Um Entertainer zu sein, muss man ja toll gefunden werden, locker sein usw., und das kann er bei Dir nicht wegen der kritischen Haltung, die Du ihm gegenüber hast. Vielleicht passiert das auch automatisch, denn eine Partnerin kann ja nicht alles wie das Publikum mit den glänzenden Augen hinnehmen, also MUSS auch mal was Kritisches sagen. Aber Du musst wissen, ob Du Dich dabei wie die Mutter oder die Lehrerin fühlst und auch so mit ihm umgehst, oder ob Du die Form wahrst als Partnerin, also ihm immer noch mit Respekt begegnest und mit einer gewissen Distanz, die kommt, wenn man noch im Kopf hat, dass der andere Dinge anders sehen kann und das auch richtig ist. Seid ihr auf Augenhöhe und redest Du mit ihm auch so, oder denkst Du, er hat die Augenhöhe nicht verdient, weil er nicht alles so macht, wie Du es willst?
 
  • #28
Thema Haushalt: ich denke, er hat einfach ein weniger ausgeprägtes Ordnungs-/Sauberkeitsbedürfnis und darum eine andere Wahrnehmungsschwelle als du. Typisches Beispiel: du siehst ein leeres Glas auf dem Wohnzimmertisch und dein innerer "Chaos-Detektor" schlägt an. Also räumst du es weg. Dein Freund registriert dasselbe Glas gar nicht wirklich, geschweige denn, dass er es als Störfaktor wahrnimmt, denn sein Chaos-Detektor ist nicht so sensibel eingestellt ist wie deiner.
Ich denke das ist auch Gesund so. In meiner letzten Beziehung war das auch so. Nur hatte ich diesen Detektor. Sie hat die Gläser nicht gesehen und dementsprechend störten sie diese auch nicht. Ich jedoch schon. Sie störten mich zwar auch nicht wirklich aber ich fand die Gläser in der Spülmaschiene viel schöner anzusehen. Also räumte ich sie weg. Weil ich es wollte und ohne dieses Tam tam darum. Ich nenne es ergänzen.
m46
 
  • #29
Der Mann lügt dich an und hatte nie vor gehabt, sich zu ändern. Er verspricht es zwar (verprechen!) und sagt aber gleichzeitig, er bemüht sich doch schon genug. Er will doch eigentlich so bleiben wie er ist.
Liebe @Jo_eh,

genauso ist es. Ein Mann, der sich nicht für die Beziehung zu Dir ändert und für die Beziehung an sich arbeitet, ist die Beziehung nicht wert. Außerdem solltest Du ihm noch klarmachen, daß ihr nur dann zusammensein könnt, wenn er Dich so akzeptiert, wie Du bist.

Es wird sich dabei gleich zeigen, von welchem Schlag er ist. Nämlich die faule Socke, die das alles als lächerlich und überflüssig ansieht, die sich doch schon genug Mühe gibt und am Ende wird er deinen Aufwand auch noch runter ziehen, denn am Ende wirst du diejenige sein, die nicht genug tut.

@Jo_eh : und genau aus diesem Grund sollte sich eine moderne Frau einen Mann suchen, der Wachs in ihren Händen ist, der sich formen läßt, damit er am Ende
zu dem Mann werden würde, mit dem ich glücklich alt werden kann.

Männer mit eigenen Ansichten über Lebensgestaltung (auch wenn sie passiv ist) sind dafür nicht geeignet, wie man an Deinem Fall so unspektakulär wie deutlich sehen kann.

Früher sagte man darüber: "Wer keinen Mann findet, der backt sich eben einen" heute macht die Frau es und sagt es nicht nur.
Also, frisch an's Werk, konfrontiere ihn mit Deinem Wunsch, daß er mehr für die Beziehung tun müsse und sich daher ändern solle.

Der Auftakt dazu wurde von @Gast712 ja bereits eindrucksvoll und beispielgebend geschildert,

Drück ihm einen Lappen in die Hand, sag ihm, daß Du es satt hast, wie seine Mami den Haushalt zu führen und daß er rasch die Hälfte der Putzarbeit erledigen sollte, wenn ihm an der Beziehung zu Dir liegt.

Seine Liebeserklärung wird sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Alles Gute euch.

m47
 
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