• #1

Sollte ich pendeln oder ist eine Trennung unausweichlich?

Hallo zusammen,

Ich weiß nicht mehr weiter.
Entweder würde ich 220 km täglich mit dem Auto oder 4 Stunden pro Tag mit dem Zug fahren.

Vorübergehend war das auch mal, aber mittlerweile fahre ich diese Strecke 9 Jahre und merkte immer mehr wie es mir psychisch zusetzt. Nach und nach zog ich mich auch privat zurück weil mir die Energie fehlte. Auch stumpfte ich immer mehr ab weil es zu eintönig ist.

So, genug der Jammerei

Jedenfalls frag ich mich immer intensiver ob die Beziehung dieses wert ist.

Einzigster Kompromiss den meine Frau vorschlug, dass ich 1* die Woche nahe der Arbeitsstätte schlafen könne. Wäre mir trotzdem zu viel weg. Mehr Eingeständnisse wollte sie nicht machen.

Die Beziehung hat(te) ne Menge Potential um wirklich groß zu werden. Wir können immer noch ab und zu zusammen lachen, Spaß haben und uns auf oberflächlicher Ebene gut unterhalten.

Sie hatte mehrere Job-Wechsel in der Zeit und ich war die finanzielle Stabilität, die das Haus abbezahlt hat. Sie arbeitet jetzt auch in Vollzeit und kommt auf ca. 45 Stunden (AZ+ Weg), während ich zwischen 57 und 63 Stunden unterwegs bin.

Aber es gibt zu viele ungelöste Probleme die nicht richtig angegangen wurden oder totgeschwiegen wurden trotz teurem Therapeuten.

Die emotionale Mauer wächst.

Ich weiß nicht, ob es sich noch lohnt drum zu kämpfen oder ob eine Trennung ratsam wäre?

LG
 
  • #2
Ich finde, du sprichst hier 2 verschiedene Themen an, die absolut nichts miteinander zu tun haben. Eine einfache Wegstrecke von 100 km ist hier in Bayern oft nichts ungewöhnliches zur Arbeit, gerade im ländlichen Gebiet. Ich finde aber, du kannst deiner Frau bzw. dieser Wegstrecke nicht die Schuld daran geben, dass eure Beziehung derzeit leidet. Vielleicht solltest du dir eingestehen, dass du nicht in der Lage bist, auf Dauer mit diesem Stress klarzukommen. Für andere wäre der akzeptabel, für dich ist er das nicht, durch diese Wegstrecke. Also musst du Konsequenzen treffen. Vielleicht hast du dann auch wieder genug Muse, dich deiner Beziehung zu widmen.

LG
 
  • #3
Pendeln ist eine starke gesundheitliche Belastung. Die Frage ist aber falsch gestellt, wenn sie entweder oder heisst.

Denn es gibt neben Pendeln und Trennen sicher noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten. Wie z.B. an den Ort Deiner Arbeitsstelle gemeinsam umziehen oder Dir eine Arbeit am Wohnort zu suchen, Dir eine Wohnung am Arbeitsort nehmen oder ähnliches..

Weshalb und mit welchem Aufrag hattet Ihr denn einen Therapeuten konsulutiert?
 
  • #4
Dein post ist etwas verwirrend. Was war zuerst, Dein weiter Arbeitsweg oder Deine Frau? Bis Du in die Nähe Deiner Frau gezogen, hast Dir damit den langen Arbeitsweg eingehandelt und habt ihr dort ein Haus gebaut? Oder wars ganz anders?
Danke!
ErwinM, 49
 
  • #5
Ich sehe es auch als 2 unterschiedliche Bereiche: Arbeit - Beziehung.

Vielleicht solltest du dir eingestehen, dass du nicht in der Lage bist, auf Dauer mit diesem Stress klarzukommen.

Das klingt mir zu sehr nach Unfähigkeit, Stress auszuhalten. Nein.
Wenn der Fs sich überlegt, dass er seine Lebenszeit nicht mehr im Auto verbringen will, hat er dazu jedes Recht.

Du schreibst, die Beziehung hat viel Potential. Wielange seid ihr schon Zusammen, was ist euer Status und welche Zukunftspläne habt ihr?
 
  • #6
Hi Clouds,
ich finde auch, wie schon geschrieben wurde, dass Deine Frage mehrere Punkte beinhaltet, die sich dann für uns Außenstehende nicht unbedingt in einer logischen Schlussfolgerung bündeln. Sonrix schreibt ja schon, dass es noch ganz andere Alternativen zum Pendeln gäbe.
Also glaube ich, dass Du gnadenlos erschöpft bist und keinen Ausweg mehr siehst. Ich gehöre auch zu den Heerscharen von Pendlern und weiß, dass es einem vieles abverlangt. Ich glaube, Du fühlst Dich nicht genügend wertgeschätzt in dem, was Du für die Beziehung geleistet hast und Du fühlst, dass Du diese Leistung in dem Maße wie bisher nicht mehr erbringen kannst und willst, weil die Reserve aufgezehrt sind. Dich stört, dass sie zu statisch ist und Dir zu wenig entgegenkommt.
Ich kenne aus meinem Umfeld eine Ehe, die unter Anderem daran kaputtging. Er hat in einer süddeutschen Großstadt zwei große Geschäfte aufgebaut, sie wohnte mit den zwei Mädchen auf dem Land in ca. 1,5 Stunden Entfernung. Er hatte aber auch noch eine Wohnung in der Großstadt, eben weil seine Belastung immens war. Trotz dieser Entlastungsmaßnahme mit der Wohnung hielt es nicht, weil beide letztlich nicht genügend Zeit miteinander hatten. Sie hat die Mädchen tiptop erzogen, er hat eine steile Karriere hingelegt...aber das Ende vom Lied ist nicht schön. Lass Deine Frau doch lesen, was wir hier schreiben. Oder schreib Du ihr Deine Gedanken genau auf. Mache ihr wirklich klar, dass Du nicht mehr kannst und ihr dringend eine Lösung finden müsst.
 
  • #7
Was ist denn nun dein Hauptproblem? Dass dein Haus zu weit weg von deinen Arbeitsstellen liegt? Oder dass es mit der Frau nicht mehr so gut läuft?

Im Grunde müsstest du doch beide Probleme klären.

Auch wenn du dich trennst, ist dein Haus noch 220 km entfernt von deiner Arbeitsstelle. Dann müsstest du es sowieso verkaufen oder vermieten wenn du nicht täglich fahren willst.

Wäre es nicht das einfachste, dir einen Job in der Nähe deines Hauses zu suchen? Wenn deine Frau auch Vollzeit arbeitet müsste das doch finanzierbar sein, auch wenn du weniger verdienst als jetzt. Zudem würdest du auch die Fahrtkosten für 220 km täglich sparen.

Weiterhin bestünde ja die Möglichkeit, ein anderes Haus in der Nähe deines Arbeitsortes zu kaufen.

Das sagt sich leicht aber ich weiß wovon ich rede, ich habe auch ein Haus in dem ich emotional hänge. Und welches ein sehr wesentlicher Punkt bei meiner Trennung von meinem Mann war, da ich nicht auch noch mein Haus verlieren wollte für dass ich damals 15 Jahre schon gearbeitet hatte.

Ich hatte dann einen anderen Mann kennengelernt . Der hatte nur eine kleine, aber gemütliche Dachgeschosswohnung. Eines Abends lagen wir auf den Teppich und
haben alte Kassetten aus den 80ern gehört und Wein getrunken. Das war ein Moment wie ich in viele Jahre mit meinem Mann zuvor von nicht mehr erlebt hatte von Spass, Gück, Nähe und Zusammensein. An dem Abend wurde mir klar, dass ich auf 2 Quadratmeter Teppich glücklicher war als die letzten Jahre in meinem Haus und ich begriff worauf es wirklich ankam.
Ein Haus kann einen nicht glücklich machen, wenn man den falschen Partner hat.

Ich konnte dann damals innerlich das Haus loslassen und war bereit für einen neuen Lebensabschnitt. Und erst dann fand ich meine Lösung für das Haus, in welchen ich im Übrigen immer noch wohne :)

Was ich damit sagen will: ich denke, du solltest dir oder insbesondere deiner Frau klar machen, dass eine Immobilie nicht glücklich macht und ihr nicht dafür die Beziehung aufs Spiel setzen solltet, sofern eure Beziehung anderweit in Ordnung ist.

Dass du bei 220 km Arbeitsweg keine Kraft und keine Nerven mehr hast kann ich mir vorstellen und das sollte doch auch für deine Frau nachvollziehbar sein. Mir sind manchmal meine 25 km bis zum Job zuviel und ich bin genervt vom Verkehr im Stau und Baustellen.
 
  • #8
Hallo clouds,
deine Gesundheit und dein Wohlbefinden ist das größte Gut das du hast ! ich würde einen Teufel tun wenn ich dich wäre und mich zum arbeitssklaven meiner Frau ,der Firma oder der allgemeinen Gesellschaft runterwirtschaften lassen. Es sei denn du hast echte Freude daran und machst dies weil es sowieso dein Naturell ist.
Wenn du Top verdiener bist und du denn Arbeitsplatz deswegen nicht aufgeben möchtest,dann zieht man dort hin wo die Kohle ist,oder nicht ? Wenn Madame das nicht möchte,dann musst du eben dort Schafen,so wie du schon vorgeschlagen hast. Hat sie Angst das du dann fremdgehst,oder wie ? Also alles so wie ihr es gut tut.Und du sollst schaffen bis zum umfallen und funktionieren nach Gusto der anderen.
Meiner Meinung nach solltest du endlich mal das tun was dir wirklich gut tut .
 
  • #9
Lieber FS,

für mich sind das nicht zwei verschiedene Bereiche, das eine fließt mit in das andere hinein. So einfach ein paar nette Lösungen aus dem Ärmel zu schütteln und mal eben umzuziehen, andere Arbeitstelle finden etc.....geht nun mal nicht.

Lieber FS, du hast deinen Zenit überschritten und damit du wieder auf die Beine kommst, muss eine vorübergehende Zwischenlösung her, damit du Luft holen und dich auf dich besinnen kannst.
Ich denke, das Haus zu verkaufen, wird nicht einfach so machbar sein, eventuell kommen Verluste hinzu. Deine Arbeitsstelle wirst du ebenso nicht so schnell wechseln können, wenn überhaupt.
Die Lösung wäre vielleicht, nur ein verlängertes Wochenende einzuplanen und ansonsten ein Zimmer zur Untermiete im Ort deiner Arbeitsstelle. Wäre das machbar?
In diesem Zustand, indem du dich befindest, würde ich an deiner Stelle nicht auch das Programm Ehe und die damit verbundenen Probleme schultern wollen. Du brauchst Abstand......dann lässt es sich besser angehen. Die Mauer ist Selbstschutz und *kämpfen* würde noch mehr Energie kosten. Achte auf dein Level und was DIR bekömmlich ist. Deine Seele zieht gerade die Reißleine, das solltest du ernst nehmen. Sei es dir wert, auf dich zu hören und zu achten. Ich denke, deine Frau wird das verstehen.

Es tut mir sehr leid für dich, schau auf dich und sammel dich wieder ein, dann werden sich die richtigen Weichen besser stellen lassen.
Ich wünsche dir gute Besserung, ich bin sicher, das bekommt ihr wieder hin...Viel Kraft und *Daumendrücks*, du schaffst das.
 
  • #10
während ich zwischen 57 und 63 Stunden unterwegs bin.
Diese Frau würde garantiert im umgekehrten Falle deinen Stress nicht mitmachen!
Mehr Eingeständnisse wollte sie nicht machen.
Diese Aussage von ihr sagt mir alles, sie ist nicht bereit, dass die Beziehung wieder gut wird, ich würde mit dir ein Gespräch machen und dieses Thema noch einmal unmissverständlich, und danach Entscheidungen treffen, so wie du die Situation erklärst, würde ich sie nicht halten wollen!
 
  • #11
Komisch, dass einige bei sowas direkt an Trennung vom Partner denken!? Wie wäre es mal, über eine Trennung vom Job nachzudenken?

Wenn mein Job so sehr die Beziehung belasten würde, durch Fahrtweg, Arbeitszeit, etc., wüsste ich, wo meine Prioritäten lägen.
 
  • #12
Du glaubst jetzt ernsthaft, hier eine Lösung Deines Problems zu bekommen? Viel zu wenig Information und „Herzblut“, ich denke, Du hast gerade Langeweile und willst ein wenig aufmischen;)) erzähle mal ein wenig mehr von Euch!
 
  • #13
Nur eine Frage, warum habt Ihr ein Haus gebaut mit dieser Entfernung zu Deinem festen Arbeitsplatz? Du bist ja wohl derjenige mit dem stabilen Einkommen.

Dass 220km Pendeln auf Dauer nicht zu ertragen ist und auch nicht sinnvoll, ist eigentlich logisch.

Also mehrere Fragen.
Ist Eure Partnerschaft überhaupt noch zu retten, dann vielleicht doch über entweder Jobwechsel oder Umzug nachdenken
Oder Ihr trennt Euch, und dann wird wohl das Haus eh verkauft, und umgezogen.

Therapie nützt nicht, weil sie kostet, sondern nutzt, wenn man den Willen hat, aktiv zu verändern.
 
  • #14
Ich kann dich verstehen und manchmal wirken Beziehung und Arbeit gegenseitig aufeinander und nicht jeder kann diese beiden Bereiche völlig getrennt voneinander halten.
Ich verstehe dich so, dass du grundsächlich deine Partnerin noch liebst und dich nicht unbedingt trennen möchtest aber so kann es auch nicht mehr weitergehen. Es ist dir alles zu viel. Eine Nacht hast Du ja schon ausgehandelt und das ist immer hin 220 km weniger. Das ist doch was oder? Vielleicht schaffst Du auch ein Tag in der Woche Home Office zu bekommen. Das sind wieder 220 km weniger. Die verblieben 3 Tage kannst du auch rumkriegen:
Ich würde an deiner Stelle versuchen die Fahrtzeiten positiv zu gestalten. Du könntest eine Sprache lernen. Es gibt Apps, die dafür konzipiert sind. Du könntest Hörbücher dir anhören oder mach dein Auto zu deinem Persönlichen Gesangstudio. Ich muss auch jeden Tag hin und zurück zur Arbeit fast eine Stunde fahren und ich höre sehr oft Radio und versuche bei den Liedern, die ich kenne mitzusingen. Ich drehe die Musik richtig laut und ehrlich gesagt, ich mag es sehr und komme sehr gut gelaunt in s Büro an und freue mich jeden Tag auf diese Fahrten. Das ist die einzige Zeit, die ich wirklich ungestört nur für mich habe.
Fazit: Trenne dich nicht wegen der Fahrt von deiner langjährigen Beziehung
 
  • #15
Kündige deinen seltsamen Job und such dir was in der Nähe! Kein Job ist es wert, dass man sich kaputt macht.
Man kann seine kostbare Lebenszeit auch echt besser verschwenden, als jeden Tag 4 Stunden zur Arbeit hin und zurück zu fahren.
Dann arbeite besser halbtags, komme mit weniger Geld klar und habe dafür mehr Lebenszeit und -qualität! Oder mehr Geld und weniger Lebenszeit. Du lebst in einem typischen Hamsterrad, aber dieses Pech sucht man sich selber aus. Ein Haus hätte ich nie gebaut und gekauft in heutiger Zeit als junges Paar. Das ist doch der reinste Wahnsinn.
 
  • #16
Du bist nicht allein mit deinem Problem täglich zu pendeln. Viele ehemalige Kollegen in unsrer Firma haben einen lukrativen Job bei uns angefangen und nach einiger Zeit, oder abzeichnender Ehekrise, haben sie sich einen Job im näheren Wohnumfeld gesucht. Es gibt sicher gute Jobs in der Nähe. Nicht von jetzt auf gleich, aber da bleibt man am Ball. Eine Freundin ist auch täglich 50 km einfache Strecke gependelt. Sie hat auch ein Haus. Und nach einem Jahr ist sie bei ihrer Jobsuche fündig geworden und fährt jetzt täglich 10 km. Auch in ländlicher Gegend gibt es mittelständische Unternehmen, die gutes Gehalt zahlen.
Ich verstehe nicht, warum deine Frau umziehen soll? Es gab doch früher einmal eine Entscheidung dort ein Haus zu bauen oder zu kaufen. Wie waren die damaligen Absprachen und eure Pläne dazu?
Mir fällt als Idee noch die Möglichkeit eines Home-Office ein. Bei einigen Arbeigebern und Berufen ist es machbar, von zu Hause zu arbeiten und nur bei wichtigen Abstimmungen und Kundengesprächen in der Firma zu sein. Wenn du täglich im Job präsent vor Ort sein musst, geht das natürlich nicht.
Einen Zweitwohnsitz am Arbeitsort zu haben, geht auch. Solche Berufstätige gibt es auch viele. Versuche es doch einmal. Deine Frau kann dich doch dort auch besuchen. In jedem Fall wirst du ausgeglichener, wenn die Fahrerei und der täglich Druck fahren zu müssen, wegfällt.
 
  • #17
Lieber Clouds84
Es tut mir leid, aber dein Schreibstil lässt leider einige Fragen offen.
Eines kann ich dir jedoch bestätigen:
220km pro Tag (2h oder mehr pro Weg) pendeln ist auf Dauer zu viel für die Gesundheit. Beim Schweizerischen Arbeitsamt wird eine Pendelstrecke bis maximal 1.5h (für einen Weg) als zumutbar betrachtet. Du bist also definitiv seit Jahren nicht mehr im zumutbaren Bereich und das sollte sich ändern.
Es gibt da einige praktische Lösungen, die keine Trennung von der Ehefrau bedingen würden.
- Jobwechsel deinerseits (Frage: Warum hast du das nicht schon längst gemacht?)
- Haus vermieten und beide ziehen in die Nähe deiner Arbeit
- Haus behalten und unter der Woche beim Arbeitsort schlafen (ob's der Frau gefällt oder nicht)
- Mit dem Arbeitgeber ein, zwei Tage Home Office aushandeln oder das Arbeitspensum reduzieren
Aber vielleicht geht es hier auch nicht nur ums Praktische. Vielleicht ist die Frage eher, willst du mit jemandem zusammen bleiben, zu dem eine emotionale Mauer besteht und wo du dich nicht verstanden fühlst.
Jedenfalls frag ich mich immer intensiver ob die Beziehung dieses wert ist.
Für einen Mann, der alles für mich tut was er kann, tue ich alles, was ich kann.
Für jemanden, der keine Kompromissbereitschaft zeigt, macht es aber keine Freude, selbst massive Kompromisse einzugehen. Du musst wissen, wie es mit Fairness und Gegenseitigkeit in eurer Beziehung aussieht. Wir können das nicht anhand eines Posts erraten.
Die Beziehung hat(te) ne Menge Potential um wirklich groß zu werden. Wir können immer noch ab und zu zusammen lachen, Spaß haben und uns auf oberflächlicher Ebene gut unterhalten.
Mir wäre das zu wenig Basis für eine Beziehung. Ausser es sind Kinder da und man kreiert dabei eine stabile Umgebung für sie. Dann geht es ja eher um eine Familie als um ein romantisches Paar.
 
  • #18
Danke für die vielen Kommentare :)

Nein, es bestehen leider keine weiteren Optionen. Meine Frau würde nicht weg ziehen von ihrem jetzigen Wohnort. Genauso wäre es für sie akzeptabel wenn ich vor Ort mir ne Wohnung besorge. Schon durch diskutiert.

Jobwechsel hab ich einfach ein sehr mulmiges Gefühl - eins der wenigen Punkte wo ich mir sicher bin - in der Region ist der Job eher selten. Ballungsgebiete für diesen Beruf sind 300 km weit weg. Außerdem ist der Job in meiner Heimat, fühle mich da wohl, das finanzielle passt, die Arbeitsbedingungen sind sehr gut . Ich hatte schon einige andere Jobs vorher und weiß daher was für ein Glück ich mit der Stelle habe.
Der Job hat uns als einzigste Konstante bisher das Haus finanziert.
Ich glaube, dass würde einen weiteren Keil zwischen uns treiben wenn ich für sie auf ne wichtige stabile Konstante verzichten müsste

Therapie hatten wir schon (150€ je Sitzung) - war auch gut bis meine Frau kein Interesse an einer Anamnese danach hatte und es so dahin plätscherte.

Hmm , das kennenlernen und der Jobwechsel passierten innerhalb von 14 Tagen! damals. Nach nem halben Jahr entschieden wir uns (viel zu früh aus heutiger Sicht) zusammen an ihren Ort zu ziehen. Dafür war ich laut Absprache in der Woche quasi vom Haushalt befreit. Fand die Lösung auch erstmal fair.

Irgendwann kamen dann aber erste größere Ungereimtheiten auf (Finanziell andere Prioritäten-, eifersüchtigkeiten-, viele kleine Streits wegen nichts-, stärker auseinander driftende Weltanschauungen-, die rosarote Brille ging verloren- usw.).

Es folgten aber immer wieder schöne Phasen, die die negativen (erstmal) aufwiegten. ... und dann hatten wir die Chance günstig an ein Haus zu kommen und nutzen diese. Wahrscheinlich auch um die Beziehung neu zu beleben (so hab ich im Nachhinein das Gefühl)

Zu der Zeit - da war die Beziehung gerade 3-4 Jahre am laufen, strengte mich der Weg zwar schon sehr an. Doch dadurch dass wir immer wieder sehr schöne Phasen, unvergessliche Momente und noch sehr ähnliche Ziele hatten ging das bis zu nem gewissen Zeitpunkt noch gut auch wenn sich meine Frau schon lange nicht mehr an die ursprüngliche Vereinbarung hielt.

Auch war es ein Zeit die ständig von Schicksalsschlägen geprägt war, was einfach zusammenschweißte.

Nach und nach brachen diese „ Stützpfeiler“ aber weg und die Probleme häuften sich. Immer mehr Streits, Verletzungen, Lügen , Desinteresse- wodurch die Motivation nach Hause zu kommen immer weiter abnahm und ich immer weniger Sinn drinne sah.

Es waren auch unerfüllte Träume- ich hätte gern ein eigenes Kind gehabt, aber es sollte nicht sein. Es klappte ne gewisse Zeit nicht und dann kam der Punkt wo wir merkten dass wir gerade nicht die stabile Beziehung hatten und bei dem Stand sind wir heute ganz fest.

Irgendwann merkte ich dass es nicht mehr geht mit der Strecke- wurde auch dann depressiver und häufiger krank.

Hoffe, ich konnte die Situation verständlich nahe bringen
 
  • #19
Wir kamen Ende 2008 zusammen. Sie 3 Jahre älter als ich.
Wir verstanden uns auf körperlicher Ebene exzellent und waren der Fels in der Brandung (mein Eindruck) für den Partner bis es langsam dahinbröckelte.
Wir wollten noch ein Kind bekommen, später viel reisen, ums Haus kümmern, dieses und uns genießen, viel später mal ans Meer ziehen.

Aber es kam leider vieles anders als geplant. Es ist immernoch einiges möglich von unserem gemeinsamen Traum aber die Distanz ist zwischen uns so groß geworden, dass wir nicht mehr wachsen konnten und auf der Stelle stehen blieben.

Zu #11: wer mehrere Wochen über das Thema hin und her wälzt und mit zig Leuten drüber Philosophiert hat, ist sehr gelangweilt ! Nein , nur ich kann eine Lösung finden, aber verschiedene Meinungen können eine Inspirationsquelle seien um endlich den Wald vor lauter Bäumen wieder zu erkennen und wieder voran zu kommen.
 
  • #20
Lieber FS,

ich kenne einige Leute die pendeln, oder größere Entfernungen zurücklegen, um Seminare zu geben und längere Zeit nicht zu Hause sind. Die hören unterwegs spannende Romane oder Sachbücher im Auto oder Sprach-CDs.
Das tue ich auch, wenn ich unterwegs bin und es macht Spaß.

Es ist ein guter Tipp von @Lavieestbelle deine Fahrtzeiten positiv zu gestalten. Allein die Möglichkeit während deiner langen Fahrtzeiten eine Sprache lernen zu können finde ich toll.

Ich verstehe nicht ganz, wieso deine Frau darauf besteht, dass du jeden Tag diese Strecke zurücklegst, anstatt während der Woche dort zu wohnen, wo du arbeitest und nur an den Wochenenden nach Hause zu kommen - und wieso du dich darauf eingelassen hast.

Ein befreundetes Ehepaar hat das so geregelt:
Da er im Schwarzwald tätig ist (eine ähnliche Entfernung von daheim wie du sie hast) und dort eine Zweitwohnung unterhält, die er steuerlich absetzen kann, fährt sie mit dem Kind öfter mal zu ihm. Dann machen sie dort Urlaub, relaxen und genießen gemeinsam die Zeit im Schwarzwald. Ansonsten kommt er Donnerstagabends nach Hause und fährt Sonntagnachmittags wieder weg. Ihrer Ehe hat das bisher (seit 11 Jahren) nicht geschadet.

Allerdings habe ich bei dir den Eindruck, das dir inzwischen alles gegen den Strich geht, weil das Private nicht mehr stimmt. Deshalb bist du ausgelaugt und hast keine Energie mehr, denn wenn im privaten Bereich alles in Ordnung ist, tankt man dort Energie auf.

Nach und nach zog ich mich auch privat zurück weil mir die Energie fehlte. Auch stumpfte ich immer mehr ab weil es zu eintönig ist.

Hier scheint mir dein vorrangiges Problem zu liegen.

Du fragst dich, ob die Beziehung es wert ist in dieser Art und Weise weiterzumachen. Nur hin und wieder zusammen lachen zu können und euch auf oberflächlicher Ebene zu unterhalten, reicht eben nicht aus.

Fakt ist, du willst du nicht mehr so weiter machen wie bisher.
Wenn es euch nicht gelingt, einen für euch beide stimmigen Konsens zu finden oder das Interesse dafür bei euch nicht vorhanden ist, dann müsst ihr es eben beenden, mit allen Konsequenzen. Ein Ende kann auch ein Anfang sein und vielleicht für jeden von euch die bessere Lösung.
 
  • #21
Sind Sie wirklich Akademiker? Wie wäre es denn mit der naheliegendsten Lösung? Sie suchen sich am Arbeitsplatz eine Wohnung, ein Zimmer oder übernachten vier Nächte pro Woche im Hotel oder einer preisgünstigen Pension. Da Sie diese Ausgaben als Werbungskosten von der Steuer absetzten können, ist die effektive finanzielle Belastung wohl tragbar. Zumal Sie ja auch die Fahrtkosten sparen.
 
  • #22
Cloud,

Wenn Du ehrlich bist, passt doch gar nichts mehr.

Du leidest, klingst massiv erschöpft, resigniert, eigentlich kurz vor einer Depression.

Vielleicht mal der Punkt, Bilanz zu ziehen ?
Was ist gut in Deiner Partnerschaft.
Was schätzt Du an Deiner Frau?
Liebst Du sie?
Wie stellst Du Dir die Zukunft vor ?
Wenn Du aus jetziger Sieht in die Zukunft schaust, was löst das für Gefühle aus?
Was müsste sich ändern?

Dann hast Du Deine Antwort.

Gf. würde ich an Deiner Stelle nur für Dich selbst nochmal therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen , nur um Dich zu sortieren, Deinen Standpunkt zu finden.

Was bei mir ankommt - ist, dass dies keine Partnerschaft mehr ist, in der man leben kann und möchte.
Und dass es Dir überhaupt nicht gut geht.
 
  • #23
Guten Morgen,

lieber FS, deine Arbeit solltest du auf keinen Fall aufkündigen, du hast entsprechend argumentiert. Das, was dir Behagen und Wohlgefühl bereitet, solltest du nicht wegbrechen, das wäre der größte Fehler, gerade jetzt, wo du über den Zenit bist.
Alles, was dir Freude bereitet, gute Gefühle beschert und wichtig ist, solltest du stapeln und horten, auch deine Wünsche und die ganz besonders. Denn du hast dich selbst komplett aus den Augen verloren.

Mir fällt auf, dass deine Frau nicht so mitmacht, das heißt, es herrscht ein Ungleichgewicht. Das Gelingen einer Beziehung ist von beiden abhängig und auch sie wird Kompromisse eingehen müssen. Es irritiert und stimmt mich traurig, dass deine Frau scheinbar nicht sieht, oder erkennt, dass du ausgebrannt bist. Eigentlich sollte man aufeinander achten. Euer WIR bezieht sich auf Oberflächlichkeiten, aber ihr seid nicht tief miteinander. Du scheinst nur noch eine Stützpfeilerfunktion einzunehmen.

Ich kann dir nur empfehlen, dich anders aufzustellen, entsprechend klar zu kommunizieren und deine Grenzen aufzuzeigen. Wenn sie blockt, zeige ihr die nötigen Konsequenzen auf. Dulde nicht, dass sie die Richtung allein bestimmt, abbricht, unterbricht, boykottiert.
Ebenfalls würde ich dir empfehlen, dich für eine Zeit aus dieser Ehe rauszunehmen und dir ein Zimmer nahe deiner Arbeitstselle zu nehmen. Dann könnt ihr beide euch sortieren und darüber klar werden, wie es weitergehen soll, als Paar oder getrennt.

Die als quälend empfundene, lange Wegstrecke zur Arbeit, symbolisiert in Wahrheit den Weg in eurer Ehe, der verstellte Weichen und kein Ziel mehr aufzeigt. Du nudelst die Schiene ab, aus Gewohnheit, Angst......

wurde auch dann depressiver und häufiger krank.

Das solltest du als Warnschuss sehr wichtig und ernst nehmen.

Ich drück dich ganz herzlich, begleitet mit guten Wünschen.
 
  • #24
220km pro Tag (2h oder mehr pro Weg) pendeln ist auf Dauer zu viel für die Gesundheit. Beim Schweizerischen Arbeitsamt wird eine Pendelstrecke bis maximal 1.5h (für einen Weg) als zumutbar betrachtet. Du bist also definitiv seit Jahren nicht

220 km: Mit der Bahn (4h) zu viel, aber mit dem Auto? Fährst du überwiegend Autobahn? Dann werden 220 km nämlich zum Schnurz. 110km/Weg, das schaffst du doch in einer Stunde. Und eine Stunde pro Arbeitsweg ist heute normal.
In der Schweiz sind es übrigens nicht 1,5 sondern 2 h pro Weg, die das Arbeitsamt für Arbeitslose als zumutbar einstuft.
 
  • #25
Jetzt hat es mir hier alles gelöscht. Deshalb die Fortsetzung hier, obwohl ich weiss, dass keine Mehrteiler erwünscht sind.

Nach deinem letzten Eintrag Cloude84 frage ich mich, ob wirklich der Arbeitsweg das wahre Thema zwischen Euch ist. In einer intakten Beziehung gibt es hier eine Lösung ohne die Stelle zu wechseln. Ihr seid nicht die Ersten mit diesem Thema. Heute wird Mobilität gefragt.

Ihr hattet einst grosse Träume und diese scheinen etwas zu bröckeln. Der Arbeitsweg könnte ein Stellvertreterthema für was anderes sein. Sich an einem "wirklichen" und externen Problem festzuhalten ist einfacher als ein mulmiges Thema anzusprechen, das weh tut.
Ihr verhandelt nun über deinen Arbeitsweg und zwischen den Zeilen werden andere Themen mitschwingen. Hör vor allem dort hin und werde deinerseits klar, was wirklich DAS Thema ist.
 
  • #26
Wäre eine Trennung denn eine Möglichkeit? Ich habe das Gefühl du nimmst Rücksicht auf deine Frau aus finanziellen Gründen. Könnte sich deine Frau das Haus alleine leisten?

Ich würde eine Wohnung in Arbeitsnähe in Betracht ziehen - einfacher wenn Du Dir ein Zeitlimit steckst - , vielleicht könnte die Beziehung dadurch an Aufwind gewinnen oder sie endet, aber dann ist es durch die schon entstandene (räumliche) Trennung einfacher.
 
  • #27
Lieber FS,

ich würde an Deiner Stelle gerade jetzt nichts ändern, zumindest nicht an der beruflichen Position.
Du magst Deine Arbeit und sitzt im Sattel, so etwas sollte nur für ganz trifftige Gründe aufgegeben werden.

Du scheinst in der Beziehung der Part zu sein, der Kompromisse machen muss, bzw. von dem es verlangt wird.

Das Du den Wert Deiner Partnerschaft in Frage stellst, spricht schon für sich und das solltest Du auch als klare Warnsignal deuten.
Ich hätte damit wahrscheinlich schon sehr viel früher begonnen.

Solch eine Mammutstrecke kann man sicher mal in Kauf nehmen, wenn man den Job z.B. gerade erst angetreten hat, aber auf Dauer würde ich das nicht machen wollen. Das würde für mich bedeuten, dass ich dann langfristig in der Nähe meiner Arbeitsstelle wohnen wollen würde.

Das Du jetzt ausgelaugt bist, kann ich gut nachvollziehen. Mit einem Partner dem meine Bedürfnisse so gleichgültig zu sein scheinen, wäre ich auch nicht glücklich.
Für mich bedeutete so etwas immer auch die Trennung.

Was Du brauchst, ist eine Auszeit.
Vielleicht wäre es gut, über eine Mitwohnzentrale für eine geraume Zeit (z.B. 3 Monate) mal ein Zimmer anzumieten und dich mal frei machst, den Druck von Dir nimmst.
Nimm Urlaub für 1-2 Wochen und nutze die Möglichkeit zur Entspannung auch mit Job.

Leg mal ne Pause sein, schalte mal ab und überlege Dir dann, wie Du weitermachen möchtest.
Aus der Distanz sehen viele Dinge auch gleich ganz anders aus.
Und vielleicht überlegt dann auch mal Deine Freundin, was sie vielleicht verlieren könnte und was ihr das Wert ist.

Viele Grüsse
 
  • #28
Lieber FS

Wie es scheint, liegt das Problem nicht « nur » im täglichen Pendeln, wobei besagtes Pendeln Dir verständlicherweise extrem viel Energie abverlangt. Soviel, dass nach neun Jahren einfach nicht mehr genug bleibt, um für eine Beziehung zu kämpfen, die Dich nicht mehr glücklich macht.

Ab und zu zusammen lachen und Spass haben und sich oberflächlich unterhalten können doch keine genügende Basis für eine glückliche Partnerschaft sein... Mir würde das nicht reichen.

Wenn nur einer Kompromisse machen soll oder will, damit es für den anderen passt, gibt es keine gleichwertige Partnerschaft und Dir geht zu Recht irgendwann die Luft aus. Und wenn dazu auch noch die Träume auf der Strecke bleiben (Kinderwunsch), was bleibt denn da noch übrig?

Wie in einem Post bereits geschrieben, sollte man in einer Beziehung Kraft schöpfen können. Wenn sie einen nur auslaugt, wozu dann überhaupt damit weitermachen und wo liegt dann überhaupt ihr Mehrwert?

Vielleicht würde es Dir helfen, mal ein paar Wochen Abstand zu nehmen, um für Dich zu überlegen, was Du Dir für Deine Zukunft wünschst, wofür Du bereit bist (weiterhin) Kompromisse zu machen und wofür nicht, was für Dich wichtig ist, um in Zukunft glücklich zu sein. Ein paar Wochen lang an Deinem Arbeitsort wohnen bleiben oder viel besser, einen Urlaub allein an einem Ort, wo Du Energie tanken und in Ruhe überlegen kannst, was Du willst. Und danach was auch immer Du entschieden hast in Angriff nehmen, denn so kannst Du nicht weitermachen.

Alles Gute
 
  • #29
220 km Autofahren oder 4 Stunden Zug täglich sind definitiv Stress. Da ist jemand mindestens 12 Stunden außer Haus und Autofahren ist bei den mittlerweile vollen Straßen vorwiegend anstrengend. Dass da keine Qualitätszeit für die Beziehung bleibt, das glaube ich sofort. In der Zeit daheim ist ja auch noch zu tun und nicht nur relaxen.
Außer einem Zimmer am Arbeitsort fällt mir auch wenig ein. Freunde von mir machen das so, der Mann kann außerdem einen Tag Homeoffice machen.
Wie eine "liebende Partnerin" ihren Mann täglich so lange auf die Piste beordern kann, ist mir ein Rätsel. Fürsorglich klingt das nicht.
 
  • #30
220 km: Mit der Bahn (4h) zu viel, aber mit dem Auto? Fährst du überwiegend Autobahn? Dann werden 220 km nämlich zum Schnurz.

Wenn der FS schreibt, dass er für 110 km 2 Stunden braucht, dann ist kaum anzunehmen, dass er diese über die Autobahn fährt. Darüber hinaus hat auch nicht jeder die benötigte Autobahnauffahrt vor seiner Haustür und auch die Firma liegt eher selten direkt an der Autobahnabfahrt.
Man kann auch nicht annehmen, dass die Autobahn immer frei ist, sodass man sich mit allen möglichen Mätzchen beschäftigen und die Fahrzeit als Regenerationszeit gestalten kann -schonmal garnicht auf Landstraßen oder wenn man einen Teil der Fahrzeit in einer Großstadt zurücklegen muss.

Und eine Stunde pro Arbeitsweg ist heute normal.
In der Schweiz sind es übrigens nicht 1,5 sondern 2 h pro Weg, die das Arbeitsamt für Arbeitslose als zumutbar einstuft.
Zum einen haben wir hier eine .DE-Domäne und insofern ist total egal, was in der Schweiz gilt.
Dann geht es nicht um den Bezug von Sozialleistungen und Zumutbarkeitsregeln, die anders sind als der persönliche Gestaltungspielraum von Menschen die sich selber finanzieren.

Ein Arbeitsweg von einer Stunde ist eben nicht normal und weder wirtschaftlich noch ökologisch noch gesundheitlich sinnvoll. Darüber hinaus fährt der FS die doppelte Zeit.
Es gibt reichlich Studien (u.a. von gesetzlichen Krankenversicherungen), dass diese täglichen Fahrzeiten Menschen krank machen, eben weil sie überhaupt nicht mehr entspannend sind in den meisten Regionen.

Ich habe auch diverse Kollegen, die weit außerhalb wohnen und solche langen Arbeitswege haben. Sie bejammern ihre knappe Freizeit und sind oft krank - auffällig oft, wenn das Wetter schlecht ist, aber sind sind auch unwillig, das Bejammerte zu verändern.

Ich brauche von Tür zu Tür 20 Minuten und das fnde ich sehr sinnvoll, denn ich kann mit meiner Zeit Besseres anfangen als im Auto zu sitzen.
 
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