• #61
100% und jeden Tag happy? Ja gibt es nur in Hollywood,
Wenn Du Krankheiten, Stress auf Arbeit (der natürlich nicht auf die Beziehung übertragen gehört) oder Trauer um verlorene, liebgewonnene Wesen nicht mit einbezieht sondern nur das gefühlte Glück im Erleben der Partnerschaft betrachtest, gibt es das sehr wohl.

Ich bin jeden Tag vollumfänglich glücklich mit meinem Mann. Fernab von Hollywood.
Wenn ich ihn anschaue durchflutet mich Glück, Liebe, Wärme. Immer noch, tagtäglich. Ich finde ihn unglaublich toll, wunderbar, einmalig und mich bei ihm geborgen, frei und geliebt.

@frei beschreibt diese kampflosen Leichtigkeit ganz wunderbar. So erlebe ich es auch.
 
  • #62
Ja hier!

Nein, ich denke hier geht es dem FS auch nicht um den Kampf.
Dieses Kämpfen interpretiere ich als, sich bemühen, seine Anteil gerne geben das die Beziehung einen Einklang finden kann.
Mit dieser Interpretation kann ich mich identifizieren. "Kämpfen" umschreibt, dass das Bemühen anstrengend sein kann und zum Teil innere und äussere Blockaden überwunden oder alte Muster in Frage gestellt werden müssen.

@Lionne69 scheint z.B. in einem alten Muster gefangen zu sein. In ihrem eigenen aktuellen Thread deutet sie an, dass dies sie stört. Eine Art von Kampf? Naja. So sehe ich das jedenfalls.

„2. Es gibt nicht "DIE oder DEN Richtige(n)"
oder eben die mehr oder weniger gelungene Annährung an das Richtige.

@frei schreibt meistens sehr begeistert über ihren Freund. Meistens schildert sie ihn als den besten Mann mit dem sie bisher eine Beziehung hatte.

In irgendeinem alten Post hat sie aber geschrieben, dass sie im Moment des Schreibens überhaupt keine Lust hatte am folgenden WE zu ihm zu fahren und spielte mit dem Gedanken diese Beziehung zu zerlegen, weil sie doch einiges stört.

Diese Störungen als irrelevant zu akzeptieren und sich zusammen zu reißen weil letztlich das Gute in dieser Beziehung dominiert ist auch ein Kampf. Ein Kampf gegen die eigene Zerstörungslust und das herum mäkeln an echten oder vermeintlichen Macken des Partners. Ein Kampf um den Erhalt einer Beziehung auch wenn @frei dies nicht so bezeichnen würde.
 
  • #63
@frei schreibt meistens sehr begeistert über ihren Freund. ...
In irgendeinem alten Post ....spielte mit dem Gedanken diese Beziehung zu zerlegen, weil sie doch einiges stört.
...Diese Störungen als irrelevant zu akzeptieren und sich zusammen zu reißen weil letztlich das Gute in dieser Beziehung dominiert ist auch ein Kampf. Ein Kampf gegen die eigene Zerstörungslust und das herum mäkeln an echten oder vermeintlichen Macken des Partners. Ein Kampf um den Erhalt einer Beziehung auch wenn @frei dies nicht so bezeichnen würde.
Hm, dann sollten wir uns mal auf eine Definition des Begriffs 'Kampf' bzw. dem hier synonym verwendeten 'Beziehungsarbeit' einigen.

Ja, niemand kann immer und vollumfänglich mit seinem Partner übereinstimmen.
Ich würde nicht so weit gehen, dass ich jedes Aufeinanderzubewegen, jedes schulterzuckende Akzeptieren kleiner Abweichungen, jede irrelevante, kaum bemerkte Anpassung als Kampf bezeichnen würde.
Ich erkenne, dass er manches anders macht und sieht und sagt und das meiste ist mir schnuppe.
Kann er ruhig weiter so machen, geht mich nix an, betrifft mich nicht. Das sehe ich schon mal nicht als Kampf an. Ich weiß nicht mal, als was ich das bezeichnen soll, dafür habe ich kein Wort. Vielleicht 'Normalität ' ?

Anderes betrifft mich mehr, z.B. weil es mich nervt, wie das kalauern. Ich habe gebeten, das zu lassen, das kann / will er nicht. Bleibt, es zu akzeptieren. Wegzugehen, wenn er 'ES' macht, oder nicht heuchlerisch mitzulachen. Auch das sehe ich nicht als Kampf.

Und wenn er etwas macht, was mich sehr abturnt, ich weiß leider nicht mehr, um was es damals ging, woran man sehen kann, dass es offenbar nicht so schlimm war, muss ich eben überlegen, ob ich auch das akzeptieren kann.
Immer noch kein Kampf.

... sich zusammen zu reißen .... Ein Kampf gegen die eigene Zerstörungslust und das herum mäkeln an echten oder vermeintlichen Macken des Partners. Ein Kampf um den Erhalt einer Beziehung auch wenn @frei dies nicht so bezeichnen würde.
Stimmt, ich würde das nicht so bezeichnen.
Ich nenne es nicht 'Kampf', sondern 'Toleranz' und 'Großzügigkeit'.

w 50
 
  • #64
Vielleicht ist gemeint, gegen eigene Widerstände und Unsicherheiten zu kämpfen, damit die Beziehung fortbesteht.
Also über die kleinen Kompromisse und Grenzen hinaus Engagement bzw. Geduld zeigen.
 
  • #65
@frei schreibt meistens sehr begeistert über ihren Freund. Meistens schildert sie ihn als den besten Mann mit dem sie bisher eine Beziehung hatte.

In irgendeinem alten Post hat sie aber geschrieben, dass sie im Moment des Schreibens überhaupt keine Lust hatte am folgenden WE zu ihm zu fahren und spielte mit dem Gedanken diese Beziehung zu zerlegen, weil sie doch einiges stört.

Diese Störungen als irrelevant zu akzeptieren und sich zusammen zu reißen weil letztlich das Gute in dieser Beziehung dominiert ist auch ein Kampf. Ein Kampf gegen die eigene Zerstörungslust und das herum mäkeln an echten oder vermeintlichen Macken des Partners. Ein Kampf um den Erhalt einer Beziehung auch wenn @frei dies nicht so bezeichnen würde.
So ist es, wobei ich es selbst nie Kampf nennen würde, sondern sich selbst zu etwas überwinden. Und ich erinnere mich vage an den Ausflug von @frei mit ihrem Freund auf dem Fahrrad, wo beide nach einem Weg suchten und ihr Freund felsenfest überzeugt war, er würde ihn finden oder kennen und @frei wusste, der Weg sei der falsche. Auch hier ärgerte sie sich über seine Sturheit, da er partout nicht auf sie hören wollte und dachte darüber nach diese Beziehung zu beenden. Am Ende hatte sie doch Recht. Seinetwegen haben beide sehr viel Zeit mit Herumirren verloren.

Ja, da gibt es immer Momente, wo man die geliebte Person einfach auf den Mond schiessen könnte. Manche Menschen haben dann auch die Tendenz, ihre Beziehung aus dem Stand zu beenden, um frühestens am Folgetag bereits die eigene Reaktion zu hinterfragen und den Schluss zu bereuen. Ich bin leider manchmal auch so und wenn ich ruhiger werde, ist mir das schon peinlich und denke ich sollte lernen besser auch mit grösseren Frustrationen umzugehen und eine oder mehrere Nächte drüber zu schlafen, bevor ich eine Entscheidung treffe.

Jetzt überlege ich wieder, weil ich am Sonntag etwas beendet habe, wie ich mich melden kann. Wir beide reagieren manchmal zu schnell und dann entschuldigen wir uns beide immer gegenseitig und dann istvwieder alles gut und schön. Ich habe leider auch, wie er diese Tendenz zu fliehen und uns beiden tut es dann leid und die Versöhnung ist da. Ich liebe diesen Mann trotz allem, auch mit seiner ADS, weil er lebendig und verspielt ist, offen, hilfsbereit, sensibel, ideenreich, vergesslich und chaotisch aber sehr liebeswürdig und gutmütig! Und guter Masseur.
Obwohl ich ihn manchmal zum Mond schiessen könnte, sind meine Gefühle für ihn immer stärker! Und dann siegen meine Gefühle, weil ich seine guten Seiten nicht vergessen kann. Genau das lässt hoffentlich niemanden kalt und lässt einen Menschen den anderen nicht aufgeben.
 
  • #66
Manche Menschen haben dann auch die Tendenz, ihre Beziehung aus dem Stand zu beenden, um frühestens am Folgetag bereits die eigene Reaktion zu hinterfragen und den Schluss zu bereuen. Ich bin leider manchmal auch so und wenn ich ruhiger werde, ist mir das schon peinlich und denke ich sollte lernen besser auch mit grösseren Frustrationen umzugehen und eine oder mehrere Nächte drüber zu schlafen, bevor ich eine Entscheidung treffe.
Solches Verhalten kenne ich gut. Allerdings nicht in mir sondern in Menschen die ich mir für Beziehungen ausgesucht habe. Mein Fehler.

Äusserlich reagiere ich mit Geduld und Beharrlichkeit auf so etwas. Wie es innerlich bei mir dann aussieht, Panik, habe ich hier in verschiedenen Threads offenbart und dafür zum Teil fast schon Hass geerntet.

In solchen Konflikten reagiere ich tatsächlich flexibel manipulativ so lange mir die Beziehung am Herzen liegt. Wie soll ich anders mit irrationalen Verhalten umgehen, wenn ich meinem Helfersyndrom einmal wieder nachgebe.

Irgendwann werde ich immer passiver, dann interessiert mich diese Person aber nicht mehr. Ich habe zu viel Energie an sie verloren. Selbst wenn sie dann versucht mir entgegen zu kommen habe ich keine Kraft mehr, dies anzunehmen.

Das war dann ein Kampf. Ein sinnloser Kampf.
 
  • #67
Für mich ist es "Kampf", sobald ernsthaft Kraft aufgewendet wird oder werden muss, um den Partner zu bewegen. In einer Beziehung ohne Kampf stellt sich das Gleichgewicht wieder ein, indem man kommuniziert und beide tolerant sind und einen Konsens herstellen ohne dass es viel Kraft kostet. Für mich ist Toleranz eine sehr wichtige Eigenschaft, ohne die man mit den immer vorhandenen "Macken" des Partners nicht klarkommt. Ist die beiderseits ausreichend vorhanden und ist die Bereitschaft zum Ausgleich da, dann bringt die Beziehung beiden Energie.
Klar, wird immer mal ein wenig "Kampf" stattfinden. Aber auch da erkennt ein harmonisches Paar, wenn die Schlacht in den Anfängen ist und ist in der Lage, Frieden zu schließen, während im anderen Extrem gekämpft wird, bis beide zu erschöpft sind, um weiterzukämpfen. In dem Fall kostet die Beziehung Energie.
 
  • #68
Ich nenne es nicht 'Kampf', sondern 'Toleranz' und 'Großzügigkeit'.
So sehe ich das auch - es hat ja auch viel mit der Erwartungshaltung anderen Menschen gegenüber zu tun. Auch in einer Partnerschaft erwarte ich nicht, dass mein Gegebüber sich in allen Lebenslagen genau so verhält wie ich es gerade ideal finden würde.
Man liebt einen Menschen als Gesamtpaket, dass es in Teilbereichen des Miteinanders auch mal "Ausfälle" gibt ist absolut unvermeidbar - jede andere Erwartung wäre fern jeder Realität.

Deshalb braucht's auch keinen Kampf. Man toleriert, akzeptiert ...und bleibt bei sich und hinterfragt - bestenfalls - den Grund für die eigene Erwartungshaltung.
 
  • #69
Ich bin jeden Tag vollumfänglich glücklich mit meinem Mann.
Stimme ich Dir voll zu. Natürlich gibt es richtige Partner, nur weil manche sich ständig die Falschen greifen, heißt das ja nicht, ich würde Illusionen leben.
Meine Ehe war schön und mit meinem Freund jetzt bin ich auch glücklich. Und ich würde keinen austauschen.
So Extrem-Beziehung wie On-Off wären gar nichts für mich. Auch andere wo ich mich bewusst anstrengen müsste oder er meine Erwartungen nicht erfüllt, zeigen mir ich hab falsch gewählt.
Also von mir ein klares Nein zum Kampf oder wie immer man das Kind nennen will.
 
  • #70
Wenn ein Mann richtig und wirklich verliebt ist, versetzt er Berge, egal in welchem Alter. Ganz sicher. Er will die Frau haben und behalten, auch wenn es Schwierigkeiten gibt.
Das sehe ich auch so. Vielleicht ist es auch eine Frage des Wertes, den der Partner darstellt, wie sehr man sich bemüht und wie hoch das Interesse des "Behaltenwollens" ist. Wert in dem Sinne von Gemeinsamkeiten und somit Passfähigkeit. Ich denke je spezieller die eigenen Bedürfnisse sind, umso glücklicher ist man, wenn man wen Passendens gefunden hat und ebenso interessierter, diesen zu behalten.

Weiter fiel mir auf, dass ich in früheren Beziehungen mehr Gründe zum Kämpfen sah. Diese sind nicht nur entfallen, weil mein Partner nun ganz anders ist, sondern weil ich selbst nun anders bin, als ich es früher war.

Früher kämpfte ich um mehr Aufmerksamkeit, mehr Zeit meines Partners, aber genau genommen versuchte ich damit einfach nur, die in mir nagende Verlustangst und Unsicherheit zu kompensieren.

Heute bin ich viel selbstsicherer und kann auf sein Interesse vertrauen, ohne dass ich einen Beweis in Form von Zeit oä. durch ihn brauche = kein Kampf, mehr Leichtigkeit.
 
  • #71
dass er zuwenig oder falsch kämpft, denn sie erwartet einen Macher und was ist ein Macher anderes als ein Kämpfer.
Zu sehen, was der Partner braucht, ihn dabei aktiv zu unterstützen, hat für mich überhaupt nichts mit Kampf zu tun.

Beispiel mal intergeschlechtlich, damit es nicht wieder ans Mann-Frau-Thema geht: Tochter der Freundin macht ein Praktikum in einer fremden Stadt, ich kenne dort zufällig jemanden. Rufe an, mache Bleibe für die Tochter klar, Freundin und Tochter freuen sich. Ich wüsste nicht, wo ich da in irgendeiner Weise für oder gegen etwas gekämpft hätte.

Alternative: ich kenne niemanden in dieser Stadt.
Könnte a.) Freundin bei der Internet-Recherche helfen, mein eigenes Umfeld befragten, an der Sache so lange dranbleiben, bis sie (wir) was gefunden haben. Mich also engagieren, bis der Erfolg eintritt.

Oder b.) Der Freundin, die grad total im Stress wegen dieser Unterkunfts-Suche ist, anbieten, ihr ein tolles Abendessen bei mir zu kochen. Mit Likörchen und einer schönen Frauen-Plauderei bis in die Nacht. Die Arme hat ja so viel um die Ohren, da tut ihr so ein Abend bestimmt total gut. Mir übrigens auch, denn ich hab mal wieder Lust mit ihr zu schnacken. Grad auch über meine Probleme und so, ich hätte da welche, für die ich ihr Ohr bräuchte.

Wiederum alternativ könnte man sagen "Pfft, ich bin doch kein Dienstleister, soll das Blag selbst schauen, wo es bleibt." Kann man auch machen.

Nun kann sich ja jeder selbst überlegen, wodurch die Freundin sich am besten unterstützt fühlen würde. Auch, was mit "richtiger" und "falscher" Hilfe gemeint ist.

Ach ja, und wenn die Freundin das nette Essens-Angebot ausschlägt und man sie generell immer weniger zu Gesicht bekommt, bitte nicht vergessen, sich über diese Ungerechtigkeit und Undankbarkeit an ein Forum zu wenden. Dort vehement postulieren, man habe doch alles für die Freundin getan. Dann unbedingt Ratschlägen folgen, sich mehr um seinen eigenen Kram zu kümmern.