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  • #1

Sozial inkompetent - weil zu wenig Freunde?

Muß ich mir Gedanken machen, weil ich zu wenig Freunde habe?

Ich habe eine Handvoll wirklich guter Freunde, der Rest sind Bekannte. Bin aber nicht der Typ, der sich ständig mit Bekannten trifft, weil mir zu unpersönlich.

Eine Freundin von mir hält es ganz anders, hat unheimlich viele Frauen um sich rum, es gibt Tupperabende (war noch nie meins), Frauenfrühstück usw., es wird aber ständig gelästert. Natürlich, lästern gehört bei vielen dazu, ich kann aber wirklich nicht leiden!

Wie wird so jemand wie ich in der Gesellschaft eingestuft?
 
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  • #2
Soziale Kompetenz zeigt sich doch nicht durch die Anzahl der Freunde!

Lass' Dir das bitte nicht einreden im Web2.0-Zeitalter, wo manche sich über die Zahl der Online-Bekanntschaften definieren.

Als männlicher Single finde ich es viel einfacher mit Frauen in Kontakt zu kommen, die wenige dafür aber gute Freundschaften pflegen. Mit Frauen, die "auf jeder Hochzeit tanzen" kann ich nur sehr schwer guten Kontakt aufbauen - weil sie wegen der großen Zahl Bekanntschaften weniger Zeit für mich haben, ich aber erst mal einige Zeit brauche bis ich von "entfernte Bekannte" zu "gute Freundin" komme.

m39
 
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  • #4
Wissenschaftliche Studien haben festgestellt, das mehr als 5 beste Freunde/innen nicht geht. Falsche Freunde erkennt man aber erst spät und Bekanntschaften werden oft als Freunde deklariert. Insofern liegst du im gesunden Bereich.
Wer meint, er habe z.B. >50 Freunde, der hat ein (Wahrnehmungs-) Problem.

Eine Realistin hat doch auch ihre Vorteile. Steh doch dazu und such was passendes für dich.
 
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  • #5
Bist du jetzt eine Frau?

Jedenfalls geht es mir als Frau ganz genauso. Ich habe auch nur wenige Freunde, weil ich einfach keinen starken sozialen Drang habe. Ich finde es schön, mit meinem Partner zusammen zu sein. Und ab und an genieße ich ein Treffen mit einer Freundin. Aber ich könnte nicht ständig mehrere Leute um mich herum haben. Ich hatte bei meinem ersten Studium eine Bekannte, bei der ständig (auch nachts) alle möglichen Leute ein- und ausgingen. Die war praktisch nie allein in ihrer Wohnung. Ich glaube nicht, dass ich das könnte. Und ich frage mich auch, wo ich die ganzen Leute überhaupt hernehmen sollte.

Auf jeden Fall gibt es solche und solche Menschen (introvertiert und extrovertiert). Und das eine ist nicht schlechter als das andere. Entscheidend sind ganz andere Dinge wie Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit usw.

w27
 
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  • #6
Wie das in der Gesellschaft gesehen wird ist mir relativ egal.

Ich, m, 39, sehe und handhabe es wie der oder die FS....

Ich habe auch "nur" 4 Freunde und ein paar Bekannte. Es kommt eben immer darauf an, wie man Freund bzw. Freunschaft definiert. Bei meinen "nur 4" Freunden kann ich sicher sein, diese zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen zu können, wenn ich ein Problem habe und die Hilfe eines Freundes benötige. Ich kann mir von allen der 4 uneingeschränkter und kompromissloser Hilfe sicher sein.
Da darf man auch mal Zeiten dazwischen haben, in denen man sich monatelang weder gehört oder gesehen hat. Gleiches gilt umgekehrt natürlich auch für mich....
Das geht nur bei richtigen Freunden....
Und wer jetzt ehrlich ist... bei wievielen sogenannten Freunden kann man das machen ?
Und überhaupt, erst wenn einer echt mit beiden Beinen in der Sch.... steckt, weißt man hinterher erst wer Freund ist und leider eben auch wer nicht....
 
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  • #7
Ja, ich bin weiblich.

Danke, für eure lieben Worte! Ich kenne es auch anders. Es gibt Menschen die einen als eigensrtig einstufen, weil sie es nicht normal finden.

Ich habe einfach keine Lust auf oberflächliches Getue ausser in der Arbeitswelt. Das reicht mir, in meinem privaten Umfeld habe ich den Wunsch Menschen zu sehen denen ich vertrauen kann, so sein kann, wie ich bin und nicht anders.
Gerade das empfindet die besagte Freundin an mir als anstrengend, zb.. Das soll nicht heißen, dass ich ständig schwere Themen besprechen will, sondern, ich bin ein guter Zuhörer, kann sie aber nicht entsprechend "bedienen" bei ihren Herzensangelegenheiten.
Wenn ich sie so nehme wie sie ist, könnte sie das doch auch?
Bin gerade wohl etwas geknickt, trotzdem, vielen Dank für eure Antworten!

LG
 
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  • #8
ich als Mann habe mit Anfang 40 genau 3 enge (männliche) Freunde. Dazu einen freundschaftlichen aber sporadischen Kontakt zu einem Ehepaar und einen freundschaftlichen und ebenso sporadischen Kontakt zu einer Berufskollegin. Damit bin ich zufrieden. Bekanntschaften à la facebool habe ich zwar - dabei handelt es sich aber weitestgehend um ehemalige Schul- und Studienfreunde und Leute die ich in RL getrfoffen habe und immer wieder mal treffe. Ganz viele: unübersichtlich viele Freunde sind für mich real gar nicht machbar - neben Beruf, Stammfamilie etc. Vor zwanzig Jahren habe ich übrigens locker über 20 Leute (an die Jüngeren: Internet-Freundschaften waren damals noch unbekannt) zu meinen engeren Freunden gezählt. Sozial inkompetent fühle ich mich auch nicht unbedingt - den Bekanntsschafts-Kontakte schließe ich ziemlich schnell - beruflich wie privat. Meine Partnerin, die bereits der Facebook-Freunde-Generation angehört hat das nie verstanden und hält mich für einen Sonderling.
 
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  • #9
Gast 7 wird mit einer völlig ausreichenden, für echt bereichernde, Kontakte angegebenen Zahl von privaten Kontakten, als Sonderling eingestuft. Du, lieb FS, fragst, wie Deine , ebenfalls völlig angemessne, Freundeszahl bewertet würde. Was ist los mit uns "Normalos" im Internet- und Facebook- Zeitalter? Nee, wir sollten stolz und selbstsicher bleiben! Nicht 50 oder 100 Freunde sind "normal"- Freunde definieren sich qualitativ und damit sind uns natürliche Grenzen gesetzt und die finde ich sehr wichtig. Wir sollten endlich "Gegenzeichen" setzen und uns nicht känger den Wirrungen des Oberflächlichen aussetzen!
Am liebsten gründete ich einen "Zirkel für Beziehungen"....
Lieben Gruß, w 54
 
  • #10
Ich habe mal irgendwo gelesen "Wenn du auf dem Sterbebett auf dein Leben zurückblickst und erkennst das du einen wahren Freund hattest so bist du wahrlich gesegnet" oder so ähnlich zumindest. Auf jeden fall sollte man nicht die anzahl der Freunde sehen sondern die Qualität der Freundschaft.
 
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  • #11
Hallo FS,

Ich selber habe nur zwei gute Freunde und daneben noch einige eher obergflächliche Bekanntschaften. Ich bin aber völlig zufrieden, da ich diesen beiden Freunden voll vertrauen kann, das ist mir hundert mal lieber, als unzählige Bekannte zu haben, aber niemanden, dem ich wirklich vertrauen kann.
 
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  • #12
Liebe FS, ich finde es völlig normal, dass man ab einem gewissen Alter einen übersichtlichen Freundeskreis pflegt, denn so viele Kontakte und so viel Freizeit wie zu Schul- und Studienzeiten hat man einfach nicht mehr. Ich denke, du vergleichst dich auch zu viel mit deiner "Freundin". Ist sie überhaupt eine Freundin? Eure Interessen und Gesprächsthemen scheinen nicht wirklich kompatibel zu sein. Vielleicht solltest du dich einfach etwas von dieser Person distanzieren und anderen Leuten zuwenden, die besser zu dir passen.
 
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  • #13
Nein, einen Schnatterkreis musst du nicht pflegen. Mit ein paar guten Freundinnen und ein, zwei Hobbies die dich vor die Tür bringen bist du sozial normal eingestellt.
Aber ich kenne das, Leute die anscheinend nie still stehen. Ich finde Ruhe in sich finden auch wichtig, dann habe ich wieder Kapazität für andere Menschen und bin bereit zu einem echten Kontakt.
 
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  • #14
ich habe nur bekannte und gar keine echten freunde, die ich in notzeiten anrufen könnte.
 
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  • #15
Ich setzte da mehr auf Qualität als auf Quantität. Allein schon deshalb, weil ich schon die leidige Erfahrung gemacht habe, welche "Freunde" im Ernstfall tatsächlich dann noch da sind. In einer Phase des Single-und-Unglücklich-Seins habe ich etliche Menschen angezogen, die mir im ersten Moment gut taten. Bis ich gemerkt habe, dass die sich für mich als Mensch überhaupt nicht interessieren. Die brauchten lediglich ein Unterhaltungsprogramm.

Ich habe einen Beruf, wo ich den ganzen Tag mit Menschen kommunizieren muss. Mir ist es ein Gräuel, wenn ich diese Small-Talk/Selbst-Darstellungsnummern privat fortsetzen muss. Die gepflegte Pärchen-trifft-Pärchen-Variante war noch nie mein Ding. Ich liebe ein qualitativ tiefgründiges Gespräch mit einer guten Freundin, wo es nicht nur um die letzten Kochrezepte und Beziehungsprobleme geht, sondern wo ich das Gefühl habe, dieser Mensch ist mit mir auf einer Wellenlänge. Und ich finde, solche Gespräche entstehen nicht in der Gruppe, sondern Auge-in-Auge.

Alles andere ist mir zu anstrengend und unproduktiv. Wenn ich einen Menschen 6 Monate nicht mehr sehe, ihn wieder treffe und sofort ein schönes Gespräch entsteht, ohne Fremdeln, dann ist das für mich Freundschaft. Schlimm genug, dass einem manchmal für solche Treffen die Zeit fehlt. Aber trotz allem sind mit meine Partnerschaft und die Ruhezeit für mich wichtiger als jedes oberflächliche gesellige Treiben, das ist für mich meist nur Stress.
 
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  • #16
Liebe FS,

die Frage hätte auch von mir kommen können. ;-)
Ich lasse mich auch oft von außen verunsichern und fühle mich dann schlecht, weil ich wenige Leute habe, die ich als Freunde bezeichnen würde und diese auch eher unabhängig voneinander treffe. Wenn ich Menschen sehe, die in Cliquen unterwegs sind, wünsche ich mir auch manchmal, so zu sein. Allerdings eher, weil es von außen propagiert wird, dass dies das sozial kompetentere Verhalten sei und nicht, weil es meinem tatsächlichen Wunsch entspräche.
Was mich sehr nervt, ist dass ich anscheinend in meinen Bedürfnissen und meiner Weltanschauung noch nicht so weit gefestigt zu sein scheine, dass mich die Meinung anderer überhaupt so ankratzt! Ich denke, da liegt das einzige Problem, an dem wir selbst arbeiten sollten. :)

w 25
 
  • #17
Ich finde wenige, dafür gute Freunde, eher besser als diese riesigen, oberflächlichen Freundeskreise, in denen "Freunde" eher nur "Bekannte" sind.

Mach Dir keine Gedanken.
 
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  • #18
Es geht doch um etwas ganz anderes, und ich bin wirklich überrascht, wie ihr, die ihr nur wenige Menschen eure Freunde nennt, stolz darauf seid, keine oberflächlichen Gespräche führen zu wollen, euch anmaßt so zu erheben.

Natürlich muss man differenzieren, zwischen Freunden und Bekannten. Dann gibt es noch die sehr engen, guten Freunde und die, die zwar auch Freunde sind aber eben einen noch nicht ein ganzes oder langes Leben begleiten.

Ich selber habe ca. 5 sehr gute Freundinnen und 2 gute Freunde. Die anderen sind liebe Bekannte, mit denen ich mich aber durchaus auch gerne treffe. Und ja, es macht Spaß bei einem guten Essen mit Vielen, herumzublödeln, zu lachen und nicht immer nur tiefsinnigste, ernste Gespräche zu führen. Diese sind wichtig und notwendig, aber nur?

So wie ich mit einer Freundin, die mich bereits seit 30 Jahren begleitet völlig andere Gespräche führe, wie mit einer Freundin, die ich erst seit 5 Jahren kenne, so unterscheiden sich auch die Bekanntschaften.

Ich finde es völlig ok, wenn ihr sozial eingeschränkt leben wollt und es gut findet, sich den Oberflächlichkeiten des Lebens zu entziehen. Jedoch die Menschen, die beides Wertschätzen herabzusetzen, finde ich sehr vermessen.
 
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kristallin33

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  • #19
Grüß Dich FS!

"Muß ich mir Gedanken machen, weil ich zu wenig Freunde habe?"
->Nein. Eine Handvoll guter Freunde klingt realistisch und mehr habe ich auch nicht. Ich bezweifel auch, dass man mehr als eine Handvoll pflegen kann. :).

"Eine Freundin von mir hält es ganz anders, hat unheimlich viele Frauen um sich rum, es gibt Tupperabende (war noch nie meins), Frauenfrühstück usw., es wird aber ständig gelästert. Natürlich, lästern gehört bei vielen dazu, ich kann aber wirklich nicht leiden!"
->Ich sehe das wie Du! Mir würden solche Abende auch nicht liegen, genauso wenig halte ich vom Lästern. Ich habe aber auch keine Bekannten die solche Abende veranstalten.
->Steh ruhig zu Dir!
Das hat nichts mit "sozialer Kompetenz" zu tun. Soziale Kompetenz bedeutet seine Bedürfnisse ausdrücken zu können (ICH-Botschaften) u. in der Lage zu sein sich in den Gegenüber hinein zu versetzen.

"Wie wird so jemand wie ich in der Gesellschaft eingestuft?"
->Ich bin zum Glück nicht die Gesellschaft :).
 
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