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Gast

  • #1

Ständig auf der Hut?

Ich lese gerade Threads in denen Beziehungen aus heiterem Himmel plötzlich beendet werden. Der Kurschatten, die neue Kollegin und eine langjährige oder auch kürzere Beziehung ist einfach aus, vorbei, alles zuende. Mann/Frau steht alleine und fassungslos da.

Nach Leküre solcher Erfahrungen kommt mir ganz kalt der Gedanke, dass man offenbar ständig gerüstet sein muss und den Plan für den Tag X bereitzuhalten hat.

Müssen wir wirklich täglich und immer damit rechnen, dass unser Zuhause jeden Moment zerbricht? Ist die "Famile" - der Ort wo wir dauerhaft Kraft tanken und etwas aufbauen wollen - nur ein fragiler Wunschtraum und ein Hirngespinnst?

Ist es da überhaupt sinnvoll noch Beziehungen einzugehen?
Ist dieser Aspekt bei eurer Partnersuche vorhanden und ändert er diese? Mehr in Richtung Spaß, weil's doch sowieso egal ist? Oder hin zu strengeren Kriterien um nicht in auch in diese Gefahr zu kommen?
 
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Gast

  • #2
Ja, es ist sinnvoll, eine Beziehung einzugehen. Bis auf Ausnahmen (die können vorher aussortiert werden) springt niemand von jetzt auf gleich aus einer funktionierenden Partnerschaft ab. Wenn das so ist, dann funktioniert die Kommunikation nicht. M Mitte 30
 
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Gast

  • #3
Das Gefühl habe ich leider auch.Manchmal denke ich, dass es vielleicht das eigene Auftreten ist, das man hat. Heutzutage scheint wichtiger zu sein, wie man sich nach außen hin gut verkauft und suggeriert, dass man unverzichtbar ist und nicht zu ersetzten. Dann ist alles andere nebensächlich. Sogar das wahre Gesicht. Man hat den anderen so sehr "eingelullt", dass der alles andere nicht mehr sieht oder sehen will, sondern durch den äußeren Glanz den anderen mit aufwertet. Die Menschen wollen vergaukelt werden, weil Erfolg und Schönheit und Leistung die einzigen übrig gebliebenen Werte sind, wobei es sich zu fragen lohnt, ob es Wirklich Erfolg und Leistung sind, oder selbst das eine Illusion ist.Wer sich gut präsentiert und es geschickt anstellt, kann sich alles erlauben. Auch in Beziehungen. Beziehungen sind selten auf Augenhöhe. Ist man ein Mensch mit Werten wie Loyalität, Treue und Respekt, dann wird man nicht mehr glücklich.
 
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Gast

  • #4
Die schönen Dinge gibt es nicht mit Garantie auf Lebenszeit, so ist das nunmal. Liebe ist immer nur im Moment und kann morgen vorbei sein.


Jeder Mensch in einer Beziehung sollte sich fragen, ob er aus wahrer Liebe mit dem Partner zusammenlebt, oder ob es eigentlich nur noch die Angst vor dem alleinsein ist. Meiner Erfahrung nach, wenn ich mir viele Leute so ansehe, ist es sehr oft eher Letzteres!
 
  • #5
So schlimm es in einem solchen Fall sein mag: Ja, ich denke, dass das jedem und jederzeit passieren kann. Das ist einfach das Leben. Menschen verlieben sich neu, von einem auf den anderen Tag. Menschen stellen fest, dass die Liebe für den Partner schon lange erloschen ist. Menschen wollen ein neues Leben anfangen. Es passieren Dinge, die nicht vorhersehbar oder planbar waren. Auch eine Beziehung kann man nicht bis zum Lebensende durchplanen. Sie kann zerbrechen - plötzlich oder langsam. Die Frage ist, ob wir uns trotzdem darauf einlassen oder nicht. Ich sage dazu klar ja - im Bewusstsein, dass ich natürlich auch unendlich traurig wäre, wenn mein Partner mich plötzlich verließe.
 
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Gast

  • #6
Ich gebe Gast 16:06 vollkommen recht - genauso ist es... man(n) oder frau ein Mensch mit Werten wie Loyalität, Treue und Respekt werden diese Werte einfach nur benutzt bis der andere es "geschafft" hat. Dann ist man auf einmal nicht mehr gut genug und wird wie Restmüll entsorgt bzw. gegen was Jüngeres ( oder vermeintlich Besseres?) eingetauscht, das "Lebensfreude" gibt - von einem Tag auf den anderen. Natürlich wird man(n), frau davor noch warmgehalten und wenn man(n), frau den Betrug zu ahnen beginnt, wird einem eine gestörte Wahrnehmung, grundlose Eifersucht bis hin zu "psychischen Problemen" unterstellt, bis man(n), frau dann wirklich fast in der Klapse landet.
Und dann darf sich man(n) frau hier oder woanders dann noch die schlauen Sprüche anhören wie: "es ist niemals nur eine(r) schuld, die Beziehung war schon vorher kaputt"...
Das mag ja in vielen Fällen zutreffen, aber ganz ganz oft hat man(n) frau einfach nur aufrichtig geliebt und ist auf einen charakterlosen Blender hereingefallen und gnadenlos vera... worden.

Da ich ja aber nicht der einzig anständige Mensch mit Werten und Prinzipien sein kann .:) gebe ich aber die Hoffnung nicht auf, dass ich vielleicht doch noch einen ebenso integren Menschen finden werde. Dass mir das nicht gelingen wird, wenn ich nur noch misstrauisch und permanent auf das Schlimmste gefasst bin, steht außer Frage. Dennoch werde ich niemals wieder zu 100 % vertrauen können - und jede(r) dem ähnliches widerfahren ist, wird dies bestätigen.
 
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Gast

  • #7
Genieße das Schöne in deinem Leben, denn es kann sich alles schlagartig ändern - und das gilt für alles.

Bedeutet nicht, dass man ständig "auf der Hut" sein und damit aufhören soll, Menschen zu lieben und vertrauen und die Dinge, die man hat, als wertlos zu betrachten.Ganz im Gegenteil, es gehört zur Reife dazu, dies alles zu wissen und es trotzdem zu tun - zu lieben, zu vertrauen, zu wertschätzen.
 
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Gast

  • #8
Es sind in überwältigender Mehrheit die Frauen, die ihre Männer plötzlich knall auf fall verlassen. Die meisten Männer lieben ihre Ehefrauen und denken nie im Leben daran ihr häusliches Glück zu zerstören.

m/45
 
  • #9
Das würde ich so nicht sehen.

Ich habe sehr lange, stabile Beziehungen zu meinen Mitmenschen und auch meinen Ex-Partnern.

Wenn ich mich aus einer langen Beziehung getrennt habe, war das schwierig und schmerzlich, aber als Menschen waren wir auch nach Jahren noch füreinander da. Wenn ein Mensch wirklich etwas zu bieten hat, einen Wert hat für Andere, wird er nicht entsorgt -auch wenn sich viel ändert. Es kommt natürlich auf die Menschen an, mit denen man sich umgibt, und die Art der Beziehungen, die man führt. Wenn dies Tiefgang hat, verliert es nicht durch einen Schicksalsschlag jede Bedeutung, sondern bleibt - verändert - bestehen.
 
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Gast

  • #10
Das Gefühl habe ich leider auch.Manchmal denke ich, dass es vielleicht das eigene Auftreten ist, das man hat. Heutzutage scheint wichtiger zu sein, wie man sich nach außen hin gut verkauft und suggeriert, dass man unverzichtbar ist und nicht zu ersetzten. Dann ist alles andere nebensächlich. Sogar das wahre Gesicht. Man hat den anderen so sehr "eingelullt", dass der alles andere nicht mehr sieht oder sehen will, sondern durch den äußeren Glanz den anderen mit aufwertet. Die Menschen wollen vergaukelt werden, weil Erfolg und Schönheit und Leistung die einzigen übrig gebliebenen Werte sind, wobei es sich zu fragen lohnt, ob es Wirklich Erfolg und Leistung sind, oder selbst das eine Illusion ist.Wer sich gut präsentiert und es geschickt anstellt, kann sich alles erlauben. Auch in Beziehungen. Beziehungen sind selten auf Augenhöhe. Ist man ein Mensch mit Werten wie Loyalität, Treue und Respekt, dann wird man nicht mehr glücklich.
Hier ist jemand wohl noch nie aufrichtig geliebt worden. Nach dieser Interpretation gibt es nur egoistische, Blender. Männer sowie Frauen. Werte wie Loyalität, Treue u. Respekt sind dann wohl nur etwas für Träumer, Naive, oder was?
Wenn man mit dieser Einstellung durch das Leben geht wird man auch nur solche Menschen treffen. Es ist doch um so wichtiger in der heutigen Zeit gerade wieder an den alten Grundwerten fest zu halten. Ehrlichkeit und Respekt vorauszusetzen, damit die so genannte "Wegwerfmentalität" nicht die Oberhand bekommt. Wegen meiner bin ich dann eine naive Träumerin.
 
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Gast

  • #11
Ich hatte bisher vielleicht Glück oder war sehr tiefgründig bei meiner Partnerwahl. Aber ich kann den Pessimismus hier nicht teilen. Eine Beziehung, bei der man sich wirklich nah ist, die zerbricht nicht Knall auf Fall (Ich nehme mal Schicksalsschläge aus). Nein, bevor ein Partner abtrünnig wird, gibt es reichlich Signale, die einen vorwarnen. Es kommt eben drauf an, ob man diese spürt, darüber redet und eine Lösung findet oder ob man betriebsblind geworden ist.

Man kann gar nicht ständig auf der Hut sein, man braucht auch mal Ruhe, und eine ständige Anspannung kann nicht gesund sein. Aber man muss sich beidseitig nah bleiben und dann ist das einfach zu spüren. Oft lese ich mit ziemlichem Befremden, das Partner beginnen zu kontrollieren und zu schnüffeln, weil da was im Busch sein könnte ... da halte ich dagegen, wenn man sich richtig nah ist, dann braucht man keine Beweise suchen, man fühlt es bereits viel früher, das Gewitterwolken aufziehen.

Ich denke, es liegt teilweise an der eigenen Auswahl und dann an einem wirklich offenen Miteinander. Wenn man erkennt, das es wirklich nicht mehr geht, dann sollte man gemeinsam eine gute und faire Lösung finden und dann kann man sich auch weiter freundschaftlich in die Augen schauen und in vollem Maß vertrauen. So ist es zumindest bei mir bisher gelaufen.

M51
 
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Gast

  • #12
Ich habe eigentlich auch die Schnauze voll von den ganzen Lebensabschnittspartnern, die dann bei Bedarf aussortiert werden können. Mir ist es selbst schon passiert, dass ich Knall auf Fall nach vielen Jahren verlassen wurde und umgekehrt habe ich auch schon Männer viel zu schnell verlassen, wenn der nächste am Start war.

Mir macht das keinen Spaß mehr und viel Lust habe ich nicht mehr, eine Beziehung zu haben.

Ich bewundere meinen Ex-Freund, der mir immer sagte, dass es ihm nicht so viel ausmacht, wenn er verlassen wird. Er käme immer schnell wieder auf die Beine und hakt die Vergangenheit ab.

Das ist mir nie so ergangen,wenn ich verlassen wurde. Ich habe immer lange gelitten.

w
 
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Gast

  • #13
Lieber FS

ständig wachsam wäre aber praktisch unmöglich.
Hätte mir vor einem Jahr jemand erzählt was mir 2013 passieren würde
- nämlich die Trennung ohne Grund und ohne nachgeschobene Erklärung-
ich hätte gelacht und gesagt "aber mit mir doch nicht !"

Es ist aber so gekommen.
Ein Fehler aus dem ich gelernt habe ist: Lass dich nicht auswählen.
Warnschilder habe ich keine wahrgenommen.
 
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Gast

  • #14
einer der Gründe, weshalb ich mich frühzeitig und dauerhaft gegen eigene Kinder entschieden hatte, war folgender: Fast keine Beziehung ist für immer, aber ein Kind ist für immer da. Will ich das Risiko eingehen, mal alleine mit Kind(ern) dazustehen? - Nein! Gerade als Frau ist es nur vernünftig, so zu denken.
Jedoch ist das hohe Trennungsrisiko für mich kein Grund, keine ernsthafte Beziehung mehr zu suchen mit tiefen Gefühlen, denn erstens finde ich dass es auf oberflächlicher Ebene nie so schön sein kann wie wenn es "echt" ist und zweitens muss man wohl eine dafür geeignete Persönlichkeitsstruktur haben, um unverbindliche, oberflächlichere Beziehungen genießen zu können. Ich würde sie so unbefriedigend finden, dass die alternative Single mir dagegen angenehmer erscheinen würde.
Trotz eines wahrscheinlich immer vorhandenen Restrisikos verlassen zu werden, wohl auch in der besten Beziehung, sollte man m. E. nicht schon "vorbeugend" die Flinte ins Korn werfen.
w
 
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Gast

  • #15
Lieber FS

ist es sinnvoll ? Tja, was bleibt mir als Beziehungs-und Familienmensch denn anders übrig ?
Ich kann mit ONS und allerlei kurz getakteten Vergnügungen nichts anfangen.
Nach meiner Erfahrung will ich immer Verantwortung tragen. Ich bin so erzogen.
Momentan bin ich Single und betreue einen erkrankten alten Vater und habe einen jungen Hund.

Eigene Kinder: nie eine Gelegenheit dazu gehabt.
Entweder passte der Zeitpunkt ganz schlecht (Beruf) oder ich war nicht in einer stabilen Beziehung.
Den Horror der Alleinerziehenden mag ich mir nicht antun. Um Kinder zu erziehen musst du über den Tag hinaus planen können, auch finanziell.

Ich bin als Single beziehungsfähig und übe meine dialogischen Fähigkeiten jeden Tag.
Argwöhnisch bin ich nicht aber ich habe keine Eile und keinen Druck mich auf alles und jeden einzulassen.
 
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Gast

  • #16
Gerade heutzutage werden Menschen immer austauschbarer - scheinbar in jeder Lebenslage. Bedauernswerte Entwicklung - ich wünschte, es wäre anders.

Darum finde ich es wichtig, dass man sich seine eigene Selbständigkeit bewahrt (eigenes Einkommen, eigene Wohnung, bloß keine Abhängigkeit vom Partner).

So kann man zumindest nie raugeschmissen werden, um dann vor dem Nichts zu stehen.
 
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Gast

  • #17
Der Titel ist falsch gewählt. Und eine Beziehung ist auch kein Hort für Zuflucht. Eine Beziehung und Liebe bedeutet tägliche Arbeit - vor allem Arbeit an sich selber. Wer alles einfach selbstverständlich und selbstbewußt hinnimmt, dem wird sie genommen - ist nur eine Frage der Zeit. Ich möchte ja schließlich auch keinen dreckigen ungepfelgten Partner, der sich plötzlich gehen läßt, weil ich ihm Schutz und Sicherheit beite, und meint ihm wird alles selbstverständlich gegeben, was ich ihm zukommen lasse. So geht das nicht.