• #1

Ständige Erreichbarkeit durch Smartphones - Fluch oder Segen?

Die zunehmende Verbreitung von Smartphones lässt uns ständig erreichbar sein. Die erwartete Zeitspanne für die Beantwortung von SMS, Facebook/Whats-up-Nachrichten oder E-Mails wird immer geringer.

Wer hat nicht schon einmal einen Vorwurf gehört, weil eine Nachricht nicht innerhalb weniger Stunden beantwortet wurde.

Welche Risiken und auch Chancen bietet diese Vernetzung, gerade auch für Menschen auf Partnersuche?
 
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  • #2
Ich gönne mir immer öfter nicht immer erreichbar zu sein. Wer mir eine SMS schickt kann auch mal drei Tage auf eine Antwort warten. Wenn ein Partner mich ständig mit Nachrichten bombadieren würde, wäre ich nur noch genervt, fühlte mich kontrolliert. Einzige Ausnahme, wenn die Kinder unterwegs sind bin ich immer erreichbar. w51
 
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Gast

  • #3
Sie birgt vor allem die Gefahr des beruflichen Abstiegs. Man kann nun einmal am Arbeitsplatz nicht ständig privat telefonieren oder mailen. Früher war man einfach tagsüber nicht erreichbar, und fertig. Heute fühlt die Frau sich brüskiert, wenn man sie am Handy wegdrückt oder die Box einschaltet, weil man in einem wichtigen Meeting sitzt oder ein Kunde auf ein Angebot wartet oder was auch immer. Und schon hat man wieder einen dicken Minuspunkt kassiert: mit einem, dem seine Arbeit sooo wichtig ist, kann das ja nichts werden. Was haben die Leute eigentlich früher den ganzen Tag gemacht? Laßt mich raten: 8 Stunden ungestört gearbeitet?
 
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Gast

  • #4
Fluch impliziert, dass man es nicht los werden kann und unfreiwillig in Not geriet... Ich nenne Smartphones lieber freiwillige Selbstkasteiung und werde mich auch niemals mit dem privaten Besitz eines solchen (beruflich ist etwas anderes, aber auch REIN beruflich) selbst bestrafen.
 
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Gast

  • #5
Ich empfinde es als "Fluch". Mein Eindruck ist, dass durch diese ständige Erreichbarkeit eine Art Reizüberflutung entsteht. So wird zwischen "unwichtigen" und "wichtigen" Nachrichten selektiert.
Ich brauche dies nicht und so stelle ich bei jedem Date mein Handy aus. Ich möchte die Zeit doch mit der Dame verbringen und nicht mit meinem Handy.

m
 
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Gast

  • #6
Wenn ich ein elektronisches gadget abgrundtief hasse, dann ist es das "handy" in all seinen Ausprägungen.
Beruflich habe ich natürlich schon den Anspruch jederzeit erreichbar, zu sein, aber eben auch nur weil es ein Schweinegeld dafür gibt.
Somit sind Privatleben und Beruf bei mir, kaum voneinander, zu trennen (bezgl. Erreichbarkeit).
Lediglich beim Essen, da mache ich keine Zugeständnisse und das Drecksding bleibt aus !

Aus meiner Sicht also eher ein Fluch.
 
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Gast

  • #7
Hm, gute Frage, und war bei mir auch gerade aktuell. Ich denke, die Erreichbarkeit weckt auch Erwartungen. Ich hatte mich mit einem Mann getroffen (1. Date nach wochenlangem Mailwechsel bei EP - erst war er zwei Wochen verreist, dann krank, dann hat's endlich geklappt), wir mochten uns, wollten einander gern wiedersehen, hatten jeweils auch die Mobilnummer des anderen. Ich habe sie benutzt, um ihm auch noch einige Tage nach dem Treffen ab und zu eine SMS zu schreiben (Unverfängliches, nichts Intimes oder so, dafür war es auch mir noch zu früh). Bei ihm blieb es bei einer Mail täglich (sehr spät abends), zweimal hat er auch eine SMS geschrieben, angerufen nie. Das nächste Treffen wäre erst vier Wochen nach dem ersten Date gewesen (weitere Dienstreisen).
Manch einer würde jetzt sagen: Er hatte nebenbei noch was anderes laufen. Oder: Dann hatte er nicht wirklich Interesse. Doch, Interesse hatte er - aber ein anderes "Kennenlerntempo" als ich, da er extrem viel arbeitet und geschäftlich verreist. Mir war das aber insgesamt zu wenig Engagement von seiner Seite und der Kontakt besteht nun nicht mehr.
"Früher" hätte man vielleicht nur gelegentlich über das Festnetz telefoniert und wäre damit zufrieden gewesen. Heute ... siehe oben.
 
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Gast

  • #8
Ich bin ja teilweise auch diesem "Fluch" erlegen. Aber ich muss auch nicht immer sofort zu allem antworten. 3 Tage wie eine Antwort vorher war, ist zwar meiner Meinung nach auch etwas "du-bist-mir-egal-Einstellung" aber kommt sicherlich auch auf die SMS an.

Am WE lass ich das Handy meistens im Still-Modus in der Wohnung liegen oder wo auch immer ich bin. Ich habs zwar (fast) immer bei mir, aber das kommt eher davon, dass ich schon 2 Mal dringends ein Handy gebraucht hätte, aber keines bei mir hatte. Das möchte ich nicht noch einmal erleben! (Einmal wars ein Notruf, und das zweite Mal hatte ich einen Platten).

Wenn ich wandern nehme ich das Handy auch gerne zum Fotos machen, weil's klein und handlich ist.
 
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Gast

  • #9
Tja selber schuld wer sich selbst zum Sklaven macht. Mir ist es öfter schon passiert das ich das Handy vergessen habe einzustecken. Und was ist passiert? Nichts. Die erde dreht sich trotzdem, auch wenn man mal nicht erreichbar ist. Wenn ich mit meiner Freundin mal abends essen gehe oder ähnliches. Nehmen wir nur ein Handy mit. Und dieses wird ausgeschaltet. Ist quasi nur für den Notfall dabei. Ansonsten sind wir nicht erreichbar. Es gibt wichtigeres als ständig erreichbar zu sein.

Also schaltet die Dinger ab und an mal ab.
 
  • #10
Also es ist doch die Frage, wie man damit umgeht. Ich kann doch selber entscheiden, wann es an ist, wann ich wie erreichbar sein will. Folgender Spruch trifft es m.E. ganz gut:

"Wer glaubt immer erreichbar sein zu müssen, gehört zum Personal."

Für mich ist es Segen, weil es mich unabhängig macht. Ich kann nahezu von überall arbeiten, habe Internet Zugang.
Morgens die Autobahn dicht wegen Schnee? Ich bleib zu Hause un arbeite mit meinem Smartphone. Da brauche ich nichtmal einen PC.

Und dann die vielen Helferlein, z.B. für mein Hobby: Metronom, Stimmgerät, Playbackmusik (1.200 Jazzstücke!), Gehörtraining, etc., etc.
 
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Gast

  • #11
Mir ist es öfter schon passiert das ich das Handy vergessen habe einzustecken. Und was ist passiert? Nichts.
Dann neigt Deine Freundin eben nicht zur Eifersucht. Ich kenne da ganz andere Beispiele: Handy aus? Aha, er liegt gerade mit einer anderen im Bett. Handy wieder an? "Ich habe zehnmal versucht, dich zu erreichen, wo warst du?" - "Ja, im Kundengespräch halt! Was gibt’s denn so Dringendes?" - "Nicht so wichtig, hat sich inzwischen erledigt."
 
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Gast

  • #12
Ob Fluch oder Segen ist in erster Linie eine Frage der persönlichen Medienkompetenz, denn die Geräte haben einen Ausschalter. Das muss man anderen eben vermitteln, kontrollierenden Partnern, Dauereinsatz fordernden Chefs ....

Mein Smartphone bleibt oft zuhause liegen und als gut organisierter Mensch vermisse ich es dann auch nicht. Auf der Arbeit ist es meistens ausgeschaltet in der Tasche - ich arbeite dort. Eingeschaltet wird es nur, wenn ich die Terminerinnerung brauche oder Telefonate unterwegs verabredet sind.
Private Telefonate führe ich nach Feierabend, dann gerne stundenlang auf dem Sofa liegend über das Festnetz. Dann kann ich auch alles sagen, was ich möchte und auch Namen nennen. Die Dauerbeschallung durch Extemtelefonierer im öffentlichen Raum, die Unachtsamkeit von SMS-Lesern/Schreibern auf der Strasse finde ich unerträglich. Früher hat man einfach so Leute kennen gelernt, heute gucken alle auf ihr Display und sehen nichts und niemanden mehr.

Beruflich bin ich als IT-Bearerin im Bereich Online unterwegs. wahrscheinlich bin ich so gut im Job, weil ich weiß, wie man mit den Geräten und Social Media umgeht - begrenzt auf das unbedingt Notwendige.
Ich ahbe gerade einen Mitarbeiter für eine Stellenbesetzung abgelehnt, weil ich währdn eines Projektes feststellte, dass er den größten Teil der Arbeitszeit mit sienm privaten Handy rumfummelte und dann in der geringen Restarbeitszeit sehr dürftige Arbeitsergebnisse brachte - klarer Fall von Onlinesucht.
 
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Gast

  • #13
Ja, es wird mittlerweile verlangt, vor allem in Beziehungen, immer erreichbar zu sein.
Die einzige Möglichkeit besteht darin, dass man privat kein Handy besitzt. Nach Jahren der Dauererreichbarkeit habe ich mich letztes Jahr dazu entschlossen und es bis heute nicht bereut.
 
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Gast

  • #14
So ganz verstehe ich diese Frage nicht...

Ich bin nur erreichbar, wenn ich es WILL - und das suche ich mir in jedem Fall selber aus!
Wer will mir denn vorschreiben, ständig erreichbar sein zu müssen??

Wo also ist der Fluch, wenn man selbst bestimmt, wann und für wen man erreichbar ist?
 
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Gast

  • #15
Und dann kommt noch der Schwachsinn dazu, das es für jeden Mist eine App gibt. Eine Bekannte erzählte mir letztens sie hätte jetzt eine App, die ihr sagt wann sie etwas Trinken solle. Meine Bemerkung dazu: dann fehlt dir ja nur noch eine App die dir sagt wann du aufs Klo gehen sollst. Manchmal habe ich den Eindruck die Leute tauschen das eigene Hirn gegen das Smartphone. Selbstständiges denken ist scheinbar verpönt.

Nee, viele nehmen sich selbst zu wichtig.
 
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  • #16
Ob Fluch oder Segen ist in erster Linie eine Frage der persönlichen Medienkompetenz, denn die Geräte haben einen Ausschalter. Das muss man anderen eben vermitteln, kontrollierenden Partnern, Dauereinsatz fordernden Chefs ....
Das sehe ich auch so. Wer einen Fernseher hat, ist doch auch nicht verpflichtet sich jeden Schrott anzusehen. Nur, weil er womöglich am nächsten Tag im Job nicht mitreden kann oder es versäumt die Beziehung auf dem Sofa vor der Glotze zu vertiefen.
iPad und iPhone gehören zu meinem Alltag, sie sind ein essentieller Bestandteil der Kommunikation mit meinem Netzwerk, das auch aus digitalen Menschen besteht. Aber: Ich bestimme, wann, mit wem und worüber ich kommunizieren will.
Die Reaktionszeiten wurden in den letzten Jahren immer kürzer. Ich habe das irgendwann reguliert, indem ich so gut wie nicht mehr telefoniere bzw. nur beim Wissen, dass es um wichtige Dinge geht, ans Telefon gehe und für alles andere gibt es Prioritäten und technische Filter, mit denen ich Mails, Tweets und andere Infos aus sozialen Netzwerken sortiere. Wer über diese Barriere springt, weil es extrem wichtig ist, mir bei Twitter eine DM,eine iMessage oder eine SMS schreibt, überlegt sich das dreimal.
Früher war das nicht anders, als ich noch mit einer Sekretärin gearbeitet habe. Da kam auch nicht jeder sofort an mich ran.
 
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Gast

  • #17
Ich habe gar kein Smartphone (nur ein "normales uralt" Handy) und brauche auch keins, weder privat noch beruflich. Alle, die sich davon abhängig machen (wollen), selber schuld. Es lebt sich so viel entspannter!
w38
 
  • #18
Da ich einen anspruchsvollen und fordernden Job (wenn auch Schreibtischjob) habe, "überfordern" mich tagsüber eingehende Nachrichten, SMS etc. von Freunden, Dates und von der Familie auch manchmal.

Auf der anderen Seite gibt es gerade in Verliebtheitsphasen nichts schöneres, als süße Flirt-SMS vom Schwarm oder Partner zu bekommen. Und: Wartesituationen (Arzt, Bahnhof, Behörde,...) kann man mit Schreiben auch gut überbrücken.

Daher: Für mich sind Smartphones unterm Strich eher Segen als Fluch.
 
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Gast

  • #19
Ein Smartphone ist ein Werkzeug wie jedes andere auch. Wer damit umgehen kann, dem wird es nützen, den anderen nicht oder sogar schaden. Das ist aber nicht das Problem des Werkzeugs. Man kann das Gerät aktiv sinnvoll für Kommunikation, Recherche, Hilfestellungen nutzen. Man kann sich auch passiv drangsalieren lassen, meinen alles mitbekommen und immer erreichbar sein zu müssen.

Ich benutze mein Smartphone beruflich und privat viel. Es erspart mir eine Unmenge an Zeit und erhöht meine Flexibilität. Ich gehe aber weder immer dran, noch dran, wenn ich nicht will. Ich schalte es sogar mal stumm, oder lasse es liegen. Für mich gibt es kein immer erreichbar sein - ich entscheide selbst, wann ich erreichbar sein will und wann nicht. Sollten andere damit ein Problem haben ist es genau das - ihr Problem, aber nicht meins.

Wenn man natürlich zu schwach ist eigene Prioritäten zu setzen ist ein Smartphone sicherlich ein Fluch...
 
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Gast

  • #20
Sollten andere damit ein Problem haben ist es genau das - ihr Problem, aber nicht meins.
Und genau das ist es was ich nicht will, nur weil sich einige Zeitgenossen benehmen wie das letzte A... Ist es mein Problem? Nee so nicht. Ja ich fühle mich belästigt wenn ich im Restaurant sitze und mit meiner Freundin oder Freunden einen gemütlichen Abend verbringen will, und am Nebentisch Telefoniert ständig jemand. Und alle paar Minuten bimmelt das Ding.

Oder im Supermarkt an der Kasse. Warum werde ich gezwungen Private Gespräche mit anzuhören.
 
  • #21
Man kann so ein Ding auch ausschalten.

Lustig auch die Beobachtung, dass eine Gruppe gemeinsam essen geht und jeder bei Tisch sich nur noch mit seinen (nicht anwesenden) Facebook-Kontakten beschäftigt. Was haben sich die Leute eigentlich zu erzählen, wenn sie sich dann tatsächlich wieder persönlich treffen`?
 
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