• #1

Status, Optik, Labels: Wie oberflächlich ist das eigentlich?

Immer wieder fällt mir auf, wir sehr wir doch alle in Schubladen denken. Erst recht bei der Partnersuche. Dabei kommt es doch nicht darauf an, welche Jeansmarke er trägt! Im Freundeskreis gibt es den Beweis: Sobald man aufhört, nach Etikette(n) zu suchen, ist der Weg frei für echte Gefühle.

Erwischen Sie sich selbst dabei, dass Sie einen Menschen nach Äußerlichkeiten bewerten?
Hatten Sie schon mal eine Beziehung mit jemandem, der nicht ihrem optischen Beuteschema entsprach und wie sind Ihre Erfahrungen?

Fräulein Wunder
 
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Gast

  • #2
Ich hatte in meinem Leben ( bin 42 Jahre) zwei lange Beziehungen, wo ich nicht nach Äußerlichkeiten, sondern nach Charakter gegangen bin. Es passte, bis auf die körperliche Anziehung. Mit keinen von beiden hatte ich gerne Sex, was natürlich keine Basis für eine glückliche Beziehung ist. Darum zerbrachen sie auch. Heute sage ich, es muß eben alles passen, Charakter und Optik.Was die Kleidung betrifft, nun ja....die die Marke sollte nicht entscheiden, sondern, daß Er gepflegte und saubere Kleidung trägt. Ob die Hose nun von X, oder Y stammt ist egal, weil sind wir mal ehrlich...Hose X, Y, oder Z entscheidet sich oft nur vom Preis wegen des Marken-Namen, welcher sich dahinter verbirgt. Die Herstellung erfolgt doch sehr oft in Fernost.
In meinem Freundeskreis läuft es lustig ab. Die Männer möchten alle gerne eine 10 Jahre jüngere Partnerin. Einige sind schon weit über die 50 und hoffen nach Jahren des Single-Lebens immernoch auf die schlanke und wunderschöne"Sie" so um die 40. Aber das ist jetzt nicht das Thema hier.
 
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Gast

  • #3
Hm, also ich bewerte Menschen nach Äußerlichkeiten, oder nehme sie über solche wahr, da ich über die Fähigkeit zu sehen verfüge, sehe das aber nicht im Widerspruch zu "echten" Gefühlen. Sind es etwa falsche Gefühle, wenn das, was man sieht, hört (Stimme) oder riecht, ein Gefühl auslöst?

Mit Schubladen hat das auch nicht zwingend zu tun. Ich würde mich niemals bewusst dagegen stellen, etwas mit jemandem anzufangen, der optisch nicht meinem Beuteschema entspricht, es muss sich einfach richtig anfühlen. Dazu trägt die Optik nunmal viel bei, wobei es sich teilweise verändert, wie man jemanden äußerlich wahrnimmt, abhängig vom Charakter, Auftreten, Geruch...
 
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Gast

  • #4
Ja, kenne ich. Ich hatte kürzlich ein Auge auf eine absolute Schönheit geworfen. Ein bildhübsches Gesicht, ausreichend Kurven an den richtigen Stellen, wunderschöne, große Augen, ein toller Kleidungsstil der zwar feminin aber gleichzeitig doch sportlich bzw. leger ist ... schlicht ein Traum in Frau.

Obwohl sie scheinbar perfekt war, konnte ich mich nicht wirklich für sie begeistern. Irgendwie, und ich konnte mir selbst nicht erklären woran es lag, wirkte sie immer etwas asozial auf mich und in genau der Schublade habe ich sie dann auch abgelegt.

Neulich kam sie mir dann auf der Straße telefonierend entgegen und folgender Wortlaut umschmeichelte sanft mein Ohr: "sch'meins ernst ey, isch brauch die Kohle du Muddafikka".

Das wars dann mit der Sexbombe. From Hero to Zero in 0,nix. Manchmal ist dieses Schubladendenken ziemlich zuverlässig.
 
  • #5
Ammmm... ich würde das jetzt nicht nur unter Oberflächlich einordne. Ja ich bewerte Menschen nach ihren Äußerlichkeiten und das macht jeder Mensch! Unser Gehirn könnte die Flut an Informationen nicht verarbeiten, wenn wir das nicht könnten. Kein Mensch kann sich auf jeden Menschen mit der gleichen Intensität einlassen, darum sortieren wir nach unseren Erfahrungen vor.

Du hast mal vor ein paar Wochen geschrieben
Trotzdem glaube ich nicht, dass ein bierbäuchiger Aktenschieber mit Haarkranz zu mir passen würde - ich kann nur auf ganzer Linie begehren, wen ich selbst attraktiv finde. Muss kein Superschönling sein, aber wie jeder Mensch finde ich gewisse Attribute unverzichtbar. Dazu gehören eine gepflegte Optik, Intellekt und Kommunikationsfähigkeit.
Also Menschen mit Unterwäsche zu vergleichen, ist etwas naja... Natürlich hat jeder Mensch viele Fassetten aber es sollte da auch eine Überschneidung zum Partner geben. Wenn Null Gemeinsamkeiten da sind, woher soll dann die Liebe kommen!
 
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Gast

  • #6
Ich finde Labels und Markenkleidung eher peinlich, weil das mir zeigt, dass sich jemand mit so etwas aufwerten muss und dumm genug ist, dafür auch noch viel Geld auszugeben, obwohl preiswertere Sachen (H+M, Zara, oder gar Flohmarktsachen) optisch durchaus mithalten können.
Ich möchte keine Wäsche, auf der "Calvin Klein", "Bogner" oder weiß Gott was Bekanntes steht, denn so heiße ich schließlich nicht. ;-) Und wenn ich für irgendwelche Modefirmen Reklame laufen soll, dann sollen die mir was dafür zahlen und nicht umgekehrt. :)

W 45
 
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Gast

  • #7
Welche Jeansmarke der andere trägt, das haben wir mit 14 in der Schule gemacht! Klingt ein bißchen kindisch.

Status und nur so wichtig, wie du ihm Aufmerksamkeit schenkst. Glaub mir, es geht auch ohne... ansonsten würde ich einfach mal das Ambiente wechseln, wo du deine Kerle datest! Bzw. wo du allgemein Kontakte schaffst.

Ich habe aufgehört, Menschen nach ihren Äußerlichhkeiten zu bewerten, denn ich war schon in einigen Dreckslöchern und kann daher heute mit dem Firmenchef genauso gut reden, wie mit einem Penner von der Straße.
 
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Gast

  • #8
Dabei kommt es doch nicht darauf an, welche Jeansmarke er trägt! Im Freundeskreis gibt es den Beweis:

Erwischen Sie sich selbst dabei, dass Sie einen Menschen nach Äußerlichkeiten bewerten?

Fräulein Wunder
Zuallererst:
Auch wenn wir es heftig dementieren, aber:
WIR SIND ALLE OBERFLÄCHLICH!
Ob wir wollen oder nicht lassen wir uns von Dingen beeindrucken, die mit dem Menschen an sich nicht wirklich viel zu tun haben.
Aber wenn wir selber Wert auf Labels oder Optik legen, dann schauen wir natürlich auch bein unserem Gegenüber darauf.
Wem gefällt ein schönes Auto nicht besser als ein schrottiges?
Wer selber Designerjeans trägt, schaut gewiss nach den Labels des potentiellen Partners - so ist das eben. Wir suchen Gemeinsamkeiten und ein gewisser Status ist durchaus nicht unattraktiv.

Status, Optik, Labels - darauf achten Männer genauso wie Frauen!
Erst neulich schwärmte ein Freund, dass seine Angebetete toll in dem neuen Missoni-Kleid aussah - er musste es erwähnen - Missoni (!) , denn es unterstrich ihre edle Aura.

Meiner letzten Affäre war sogar wichtig, welche Farbe das Krokodil auf seinem Shirt hat, denn grau ist besser als grün (aha?) - und das Black Label von Ralph Lauren ist (angeblich?) das einzig kaufbare - nur Proleten kaufen BIG PONY - wo er Recht hat, hat er Recht, dachte ich - und wir fuhren in seinem Range Rover davon :)
Dicke Moschino-Gürtel und gar Dolce und Gabbana sind mehr als prollig, eine Handtasche mit fett DIOR oder GUCCI drauf ist ebenfalls prollig, dezent, aber wunderschön hingegen ist eine Bottega Veneta-Tasche.
Die Frau von Welt trägt Agent-Provocateur-Unterwäsche vom Sohnemann Vivienne Westwoods und Menschen, die den falschen Wein trinken, gehen auch gar nicht.
Da waren wir uns einig. Man liest auch die "richtigen" Bücher und speist in den "richtigen" Restaurants, man geht auf die "richtigen" Vernissagen" und liest die "richtige" Zeitung - natürlich!!
Man wählt ja auch die "richtige" Partei... Industriellen-unterstützende Parteien(in seinem Fall), versteht sich!
Wir gehen an die "richtigen" Urlaubsorte - Seychellen, St. Tropez, Porto Cervo, Ascona, Sylt - im Winter Kitzbühel, Lech, usw...

Nein, wir sind nicht oberflächlich! Wir suchen aber unseresgleichen- und das fängt manchmal eben schon bei der Jeansmarke an...manchmal kann die Liebe über Gegensätzlichkeiten hinwegsehen, aber zu o.g. Standard passt nun niemand, der gerne auch mal ALL-you-can-eat mag, Sylt-Schnösel verachtet und lieber am Samstag auf dem Fußballplatz ein Bierchen zischt, als ne Ausstellung zu besuchen.

Eine ältere Dame meinte mal zu mir:
Schätzchen, das, was Dich bei Deinem Rendezvous gleich zu Beginn stört, wird später der Trennungsgrund sein!

Also Augen und Ohren auf! :)
Obwohl: Die Jeansmarke könnte man ja ändern, aber sie steht ja für wesentlich mehr als man so denkt...
 
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Gast

  • #9
Gehirn und Hormone..

Wir verfügen über beides.. Das Gehirn können wir oftmals steuern indem wir nachdenken und entscheidungen treffen..

Die Hormone lassen sich leider weniger steuern.. Und wenn wir auf bestimmte Typen reagieren und angezogen fühlen , durch den Wind sind....dann sind es die Hormone..

Und im übrigen sind die Hormone bei allen Menschen unterschiedlich stark..

Wer starke Hormonausstösse beim Gegengeschlecht hat wird es noch schwerer haben rational dagegen zu halten..

m48
 
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  • #10
Also ich gehe nur nach der Optik und das ist auch richtig so. Ich habe gemerkt das die weniger schönen Frauen immer irgendwas mit der Psyche haben, weil sie unter ihrem Erscheinungsbild leiden...

Bei wirklich schönen Frauen war in der Richtung immer alles in Ordnung weil sie sich wohl fühlten so wie sie sind.

m / 34
 
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Gast

  • #11
Die meisten angeblich so tollen "Labels" kennt doch kaum einer. Und für die wirklich Reichen sind das wohl ohnehin alles nur "Peanuts". Zudem lässt sich damit auch kaum echter Status gewinnen. Ich habe neulich einen TV-Bericht gesehen, in dem eine vorbestrafte Rotlichtgröße angab, 23 Autos aller Luxusmarken zu haben. Was kann da dann - matriell - noch die Elite gegensetzen? Eine Marke, die echt Status bringt, ist die der Uni. Ein MBA (Harvard) oder LLM (Yale) auf der Visitenkarte ist besser als alles andere. Wie armselig ist es dagegen, etwas an der Jeansmarke festzumachen.
 
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Gast

  • #12
Ich nehme mehr oder weniger sichtbar getragene Marken "zur Kenntnis" und empfinde sie als Puzzlestück in Bezug auf das Gesamtbild, das ein Mensch vermittelt und auch vermitteln möchte. Es hat seinen Grund und seine Aussage, wenn ein Girl den D&G-Plastikimitatsgürtel trägt oder ein Mann eine dicke goldene Rolex mit Schmucksteinen.
Jeder darf selbst für sich entscheiden, ob er/sie das süß, entsetzlich oder sympathisch findet, was sicher abhängig ist davon, wie man zu der Person steht und was man von ihr will.
 
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Gast

  • #13
Ich finde das total schlimm und ein ziemliches Armutszeugnis. Klar ist es wichtig, dass man gepflegt ist und sich gut und angemessen anzieht. Aber ob das Poloshirt jetzt von Esprit oder Tommy Hilfiger oder Lacoste ist, ist doch völlig egal. Das sind echte Luxuspropleme.
Ich habe auch wirklich schöne Sachen im Schrank und schrecke nicht davor zurück Geld für Qualität zu investieren, aber ich finde Menschen denen wirklich wichtig ist, welches Etikett und welcher Name innen eingenäht ist total oberflächlich. Andererseits ist es vielleicht gut wenn solche unter sich bleiben.
Ich habe auch viel Sinn für guten Wein und gute Küche und ich mag es auch nicht wenn ich auf einer Feier Freixenet trinken muss oder gruseliges Essen serviert wird. ABER wenn ich bei guten Freunden eingeladen bin oder mit einem Mann anstosse der ein toller Mensch ist, dann ist es doch völlig wurscht welche Flasche auf dem Tisch steht. Man kann dem Guten ja auch noch ein bisschen was beibringen, geschmacklich. Wohlbemerkt, es kommt auf den Geschmack an, nicht darauf dass man "name-dropping" mit irgendwelchen grossen Weinen betreibt.
 
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Gast

  • #14
Liebes Fraeunlein Wunder, dass ist so in unserer Konsumgesellschaft...Gerade Frauen beurteilen ( meist negativ) einen Mann nach seinen optischen Merkmalen, dazu zaehlen halt Markenklamotten, der Porsche oder gar Lamboghini ( merkwürdiger Weise will sie zunächst Sportwagen fahren, dann soll er den Sportwagen gegen eine sparsame und praktische Kombi Familienkutsche tauschen).
Und so dumm sind Maenner auch nicht, sie können auch den Aufwand einschätzen, den eine Frau für ihre Verpackung ( Klamotten, Auto, etc) treibt...
 
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Gast

  • #15
Also ich gehe nur nach der Optik und das ist auch richtig so. Ich habe gemerkt das die weniger schönen Frauen immer irgendwas mit der Psyche haben, weil sie unter ihrem Erscheinungsbild leiden...

Bei wirklich schönen Frauen war in der Richtung immer alles in Ordnung weil sie sich wohl fühlten so wie sie sind.
Na da gibt es doch zig Gegenbeispiele - siehe z.B. nur Angelina Jolie.
Manch schöne Frau legt vielleicht wenig Wert drauf und leidet unter anderen Dingen.
 
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  • #16
Herzlichen Dank an die #7. Klasse, super ironischer Beitrag!

Ich stelle fest: ich bin auch oberflächig, aber nicht auf dem Gucci & Co. Level. Ich stehe zu meiner Oberflächigkeit.

w 49
 
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Gast

  • #17
Also ich gehe nur nach der Optik und das ist auch richtig so. Ich habe gemerkt das die weniger schönen Frauen immer irgendwas mit der Psyche haben, weil sie unter ihrem Erscheinungsbild leiden...

Bei wirklich schönen Frauen war in der Richtung immer alles in Ordnung weil sie sich wohl fühlten so wie sie sind.
Und ich dachte immer, dass sei nur bei Männern so. ;-) Da gibt es nämlich auch einen Zusammenhang zwischen Aussehen und Psyche.
 
  • #18
Also ich gehe nur nach der Optik und das ist auch richtig so. Ich habe gemerkt das die weniger schönen Frauen immer irgendwas mit der Psyche haben, weil sie unter ihrem Erscheinungsbild leiden...

Bei wirklich schönen Frauen war in der Richtung immer alles in Ordnung weil sie sich wohl fühlten so wie sie sind.

m / 34

Oha, da haste aber massig Glück gehabt ( oder bist sehr anspruchslos was kognitive Fähigkeiten angeht).. Grade die sehr Hübschen haben doch sehr häufig den Dachschaden bis zum Keller (grade was das Aussehen angeht) . Da wird aus einer 0,7mm von der Mittellinie abweichenden Nasenlinie ein "furchtbar entstelltes Gesicht" und aus 10mg fett zuviel am Unterbauch ein "Fettranzen"..
 
  • #19
Ich bekenne mich zu oberflächlichem Schubladendenken...

Ich vertraue blind Menschen, die zurückhaltend und muffelig durch die Gegend marschieren und deren Augen plötzlich leuchten, wenn man über die früher gefahrenen Autos oder Motorräder spricht. Wer da bestimmte Dinge gut findet, ist einfach richtig. Bestätigt sich immer.

Bei manchen Marken bin ich dagegen vorsichtig. Wenn sie quasi ironisch verwendet oder getragen werden, o.k. Wer sich damit identifiziert... hmmm....
 
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Gast

  • #20
Gerade Frauen beurteilen ( meist negativ) einen Mann nach seinen optischen Merkmalen, dazu zaehlen halt Markenklamotten, der Porsche oder gar Lamboghini ( merkwürdiger Weise will sie zunächst Sportwagen fahren, dann soll er den Sportwagen gegen eine sparsame und praktische Kombi Familienkutsche tauschen).
Ist wahr. Es gibt Marken, da würde ich den Mann ablehnen, gerade WEIL er so einen Wagen fährt. Ich interessiere mich allerdings auch nicht für Familienkutschen, ich lehne nur die Fahrzeuge ab, in denen gewöhnlich Bordellbesitzer und andere Rotlichtheinis herumkurven. Denn was will uns der Normal-Mann sagen, wenn er so ein Auto fährt....?