• #61
Ich habe mich auch schon öfter gefragt, ob Kinder heutzutage viel mehr betüddelt werden, als früher. Allerdings ist das immer nur ein subjektiver Eindruck, bei dem Begriffe wie "gefühlt werden...", oder "ich denke, dass ..." eine Rolle spielen!

Daher habe ich mal etwas überprüft, bei dem man schnöde Zahlen zählen kann und schließlich ein Verhältnis dieser Zahlen von früher zu heute herausbekommt.

Zuerst habe ich Leute, die wie ich in der zweiten Hälfte der 1970er zur Grundschule gingen, gefragt, wie oft sie von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht, oder abgeholt worden sind. Ehrlich gesagt, habe ich unter ca. 20 Personen gar niemanden gefunden, bei dem das der Fall war!
Das Maximum war ein einzelner Bericht, dass seine Familie ihn, direkt nach der Zeugnisausgabe, vor den großen Ferien, einmal mit dem Auto, zum Direktstart in eine Urlaubsfahrt, abgeholt habe. Der Vater wollte schon Freitags fahren und die Staus am ersten großen Ferienwochenende vermeiden.

Danach habe Eltern gefragt, die aktuell, oder in den vergangenen 10 Jahren, Grundschulkinder haben, oder hatten, ob sie ihren Kinder zur Schule fahren, oder gefahren haben. Das waren mindestens 50%, die das taten!

Natürlich sind zwei Kohorten von jeweils 20 viel zu klein, um ein repräsentatives Ergebnis zu erzielen! Doch glaube ich nicht, dass die Zahlen bei einer großen Erfassung ausgeglichen wären!

So eine Zahl, bzw. der Quotient aus beiden Zahlen, ist aber ein guter Maßstab für die zunehmende Verpimpelung und Verweicheierung der Kinder, die ganz bestimmt auch auf die Teile des Lebens übertragen werden kann, die man nicht als Zahl bestimmen kann!

V.m52
 
  • #62
Irgendwie schon komisch ........

Es gibt Menschen, die eigenverantwortlich ihre Möglichkeiten nutzen, Entscheidungen treffen und sich ihre benötigten Hilfen selbst holen bzw schaffen.

Und es gibt andere, die immer genau wissen, was die "Gesellschaft" alles für sie machen soll - so, dass sie selbst gar nichts mehr machen müssen. Ausser laut zu jammern und zu fordern.

Ich persönlich frage mich, ob es effektiv ist, die Jammerlappen zu pampern und die Leistungsträger mit Vorschriften zu gängeln. So langsam aber sicher sehe ich es als hilfreich an, Menschen, die keinerlei Verantwortung für sich und ihr Leben übernehmen wollen so richtig auf die Schnauze fallen zu lassen. Das hat da seine Grenzen, wo Krankheiten oder Behinderungen dagegen stehen. Aber Faulheit und Bequemlichkeit ? Warum sollte ich das unterstützen ? Gibt es umsonst mehr als genug. Da unterstütze ich doch lieber die Leistungsbereiten.
 
  • #63
Du wirkst hier aber so, als würden nur mit engagierten Helikoptermüttern Leistungsturner oder sonst wie erfolgreiche Menschen herauskommen. Und irgendwie fehlt Dir das Bewusstsein für diese Wirkung.

Du hast aber natürlich recht damit, dass das gar nichts (ich hätte jetzt formuliert: nur einen Teil beiträgt) zu bedeuten hat, aber diese Aussage aus Deiner Tastatur erstaunt mich.
Ja, ich war auch kurzzeitig überrascht - vielleicht hat auch wer anderes an der Tastatur gesessen... oder es gab einen lichten Moment.
 
  • #64
die zunehmende Verpimpelung und Verweicheierung der Kinder, die ganz bestimmt auch auf die Teile des Lebens übertragen werden kann,
Pure Neiddebatte, nichts weiter. Wir hatten es früher nicht, also sollens die Kinder von heute auch nicht haben.

Sehr viele Probleme in der Gesellschaft sind in einer Wurzel begründet: schlechte Kindheit. Wenig Zuwendung, keine Liebe. Das führt zu Aggression, Drogenmissbrauch, Gewalttaten, psychischen Störungen, Mangel an "S-Werten".

Man wendet sich Kindern heutzutage viel mehr zu, und das ist gut so. Wer es nicht leiden kann, der soll halt Familien und Kinder meiden.
 
  • #65
Ich bin überzeugt, das Problem liegt eher im individuellen Bereich. Der Betreuungsschlüssel in Kitas (mit qualifiziertem Personal) liegt bei 4, im Kindergarten bei ca. 9. Finde ich nicht gruselig.
Der Punkt ist aber, dass Du fast nirgendwo diesen Betreuungsschlüssel in der Praxis hast.
Da ist eine Erzieherin krank oder in Urlaub und dann kommt keine Vertretung, sondern 3 Gruppen werden zusammengelegt und zack hast Du 2 Erzieher für 12 Pampersträger. Und ja, das ist absolut gruselig, weil da die Grundhygiene nicht eingehalten werden kann und Du ständig Magen-Darminfekte an den Kindern hast.
Die Gruppenzusammenlegung wird dauerhaft gemacht weil die Räume nicht ausreichen und dann hast Du nämlich alle vorhandenen Erzieher von 3-5 wilderen Kindern beschlagnahmt und der Rest kann gucken wie er klar kommt. Der wird nicht betreut, geschweige denn gefördert sondern aufbewahrt.

Bei den Großen ist es dann genauso, nur dass die Gruppen noch größer sind, noch mehr Kinder unter dem Betreuerradar fliegen und die Erzieher ständig krank sind von der Lärmhölle.

Seit ich es zweimal pro Woche selber sehe, bin ich über die Zustände etwas erschüttert.
Was meinst Du wie oft ich ein Kind mit vollen Windeln oder vom Essen ohne Unterstützung (20 und 24 Monate) komplett eingesaut ausgehändigt bekam, nach dem Motto "die werden mittags abgeholt, so lange geht das".

Ich habe mich auch schon öfter gefragt, ob Kinder heutzutage viel mehr betüddelt werden... guter Maßstab für die zunehmende Verpimpelung und Verweicheierung
Die Lebensverhältnisse haben sich geändert und das muss man berücksichtigen.
Ich konnte zur Grundschule gehen ohne nur eine Strasse überqueren zu müssen und wohnte so nah an der Schule, dass ich beim ersten Läuten losrennen konnte, um beim 2. Läuten pünktlich in der Schlage zu stehen.
Da wurde keiner mit dem Auto in die Schule gefahren und es hatte auch kaum einer ein Auto.

In dem Ort, in dem meine Raubenkel wohnen gibt es garkeine Grundschule mehr. Die müssen in eine benachbarte Kleinstadt fahren (15 km) - Landstraße ohne Radweg und Fußweg. Ihre Eltern sind in dem Ort noch zur Schule gegangen.
Da lässt sich gut rumkakeln über heutige Überbehütung.
 
  • #66
Zuerst habe ich Leute, die wie ich in der zweiten Hälfte der 1970er zur Grundschule gingen, gefragt, wie oft sie von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht, oder abgeholt worden sind. Ehrlich gesagt, habe ich unter ca. 20 Personen gar niemanden gefunden, bei dem das der Fall war!
Das fällt mir auch extrem auf. Heutzutage werden Kinder überall hingefahren. Ich bin sogar als Kind in den Kindergarten gelaufen. Das sogar alleine. Natürlich nicht gleich am Anfang. Als irgendwann mein Sohn mal alleine gelaufen ist haben meine Eltern gesagt das würde nicht gehen. Das war doch früher auch nicht anders als jetzt. Der Kindergarten von meinen Sohn war nur ein paar Minuten weg.
 
  • #67
Aber Faulheit und Bequemlichkeit ? Warum sollte ich das unterstützen ?
Sehe ich ganz genau so. Faulheit am unteren Ende wird viel zu sehr abgefangen. Ich bin auch der Meinung dass verdammt viel Kindergeld gezahlt wird. Das ist schon ein ordentlicher Batzen Geld. Und dann immer die Kommentare der Eltern "ja aber Kinder kosten auch Geld!". Sorry aber ich kaufe mir doch auch kein Haus und fordere dann von der Gesellschaft Kohle dafür mit dem Slogan "ja aber ein Haus kostet doch GELD!". Und das sage ich als Mutter, die wie alle anderen für ihr Kind Kindergeld bezieht. Aber oh Wunder, bei uns wird das an die Seite gelegt und kommt später mal tatsächlich unserem Kind zugute.

Aber Unterstützung für Schwangerschaft und Elternzeit finde ich völlig ok, schon allein damit sich das Kind optimal entwickeln kann.
 
  • #68
Ich habe dieses Beispiel aufgeführt, da du deinen Kunstturnersohn immer als so löbliches Beispiel aufführst, der natürlich nur so weit kommen konnte, da du vollumsorgende Hausfrau und Mutter warst.
Du wirst es nicht glauben - aber genau so war das!
Der Leiter des Turnzentrums sagte mir damals wortwörtlich, dass immer weniger Kinder Leistungssport auf hohem Niveau betreiben, weil die meisten Kinder in Ganztagsschulen und Betreuung bis 17:00 oder 18:00 sind und abends einfach nicht mehr die Kraft und Lust auf den Sport haben.
Er sagte, dadurch dass immer mehr beide Elternteile Vollzeit arbeiten, haben die Eltern weder die Zeit noch die Lust das Kind zum Sport zu bringen.

Und wenn das Kunstturnzentrum nicht gerade um die Ecke ist und schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen (wie bei uns), dann geht das schon zweimal nicht.
Mein Sohn war ein Talent, und ich habe ihn gerne gefahren, als kleiner Junge hätte ich ihn ja sowieso nicht alleine mit der Bahn hinschicken können - später ist er natürlich alleine gefahren.

Da dass aber immer weniger Eltern zeitmässig hinbekommen, sinkt jedes Jahr die Zahl der Kinder, die Leistungssport betreiben können und wollen.
 
  • #69
Pure Neiddebatte, nichts weiter. Wir hatten es früher nicht, also sollens die Kinder von heute auch nicht haben.
Darum geht es nicht und Neiddebatte ist auch so ein unsachliches Totschlagargment, wenn jemand Kritik übt.
Sehr viele Probleme in der Gesellschaft sind in einer Wurzel begründet: schlechte Kindheit. Wenig Zuwendung, keine Liebe. Das führt zu Aggression, Drogenmissbrauch, Gewalttaten, psychischen Störungen, Mangel an "S-Werten".
Da hast du völlig recht , nur ...
Man wendet sich Kindern heutzutage viel mehr zu, und das ist gut so.
... wird diese Zuwendung heute mitunter genauso übertrieben wie "damals" andere ungute Dinge mit demselben Ergebnis - gestörte Kinder und später Erwachsene. Wenn du das abstreitest, stelle ich deine Wahrnehmung in Frage.
Wer es nicht leiden kann, der soll halt Familien und Kinder meiden.
Deine Pauschalisierung und Gekränktheit hilft aber auch niemandem weiter. Denk doch einfach mal über das Geschriebene nach, ob nicht hier und da doch etwas dran sein könnte und fühle dich nicht pauschal beleidigt, weil du Kinder hast. Meine Tochter ist jetzt auch erst 18 geworden und ich muss mir selbst sagen, dass ich ihr teilweise zuviele Sachen abgenommen habe und ich bin schon definitiv keine Helikoptermutter. Ich hab vor einiger Zeit damit angefangen, mich aus gewissen Dingen rauszuziehen und nicht mehr überall hin- bzw. mitzufahren - nicht, weil ich zu faul bin oder ihr das nicht gönne - aber sie muss irgendwann ohne mich/uns klarkommen und das lernt man am besten (jetzt noch) im halbwegs geschützten Rahmen. Hilfe zur Selbsthilfe nennt man das - ist besser als Dauerpamperei und "Kinder", die auch als Erwachsene nicht ohne die Eltern klarkommen.
 
  • #70
Du wirst es nicht glauben - aber genau so war das!
Der Leiter des Turnzentrums sagte mir damals wortwörtlich, dass immer weniger Kinder Leistungssport auf hohem Niveau betreiben, weil die meisten Kinder in Ganztagsschulen und Betreuung bis 17:00 oder 18:00 sind und abends einfach nicht mehr die Kraft und Lust auf den Sport haben.
Er sagte, dadurch dass immer mehr beide Elternteile Vollzeit arbeiten, haben die Eltern weder die Zeit noch die Lust das Kind zum Sport zu bringen.

Und wenn das Kunstturnzentrum nicht gerade um die Ecke ist und schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen (wie bei uns), dann geht das schon zweimal nicht.
Mein Sohn war ein Talent, und ich habe ihn gerne gefahren, als kleiner Junge hätte ich ihn ja sowieso nicht alleine mit der Bahn hinschicken können - später ist er natürlich alleine gefahren.

Da dass aber immer weniger Eltern zeitmässig hinbekommen, sinkt jedes Jahr die Zahl der Kinder, die Leistungssport betreiben können und wollen.
Ich wollte jetzt keine Abhandlung über Leistungssport mit dem Hinweis, dass der nur möglich ist, wenn die Mutter zu Hause bleibt, es gäbe sonst in anderen Ländern keinen - aber das weißt du ja. Worum es mir ging, habe ich schon mehrfach ausführlich geschrieben - Wiederholung nicht notwendig. Und da nicht alle Kinder Leistungssport betreiben wollen oder werden (bei uns werden Kinder übrigens teilweise von den Vereinen aus den Kitas oder Schulen zum Training abgeholt - weiß ich vom Schwimmen), müssen also auch nicht alle Mütter zu Hause bleiben und können arbeiten, richtig?
 
  • #71
Der Punkt ist aber, dass Du fast nirgendwo diesen Betreuungsschlüssel in der Praxis hast.
Ja, wir wünschen uns alle überall optimale Versorgung. In der Bildung, in der Pflege, in der Verwaltung. Wir haben nicht die Ressourcen dafür. Und ich sehe auch nicht, wo sie her kommen sollten.
Bei den Großen ist es dann genauso, nur dass die Gruppen noch größer sind, noch mehr Kinder unter dem Betreuerradar fliegen und die Erzieher ständig krank sind von der Lärmhölle.
Ja, der Job ist kein Vergnügen. Ob das auch an den Kindern, den Eltern und dem Umfeld liegt?

Der Leiter des Turnzentrums sagte mir damals wortwörtlich, dass immer weniger Kinder Leistungssport auf hohem Niveau betreiben, weil die meisten Kinder in Ganztagsschulen und Betreuung bis 17:00 oder 18:00 sind und abends einfach nicht mehr die Kraft und Lust auf den Sport haben.
So sind sie dann 5 mal die Woche für drei Stunden in Betreuung im Leistungszentrum und haben vielleicht keine Zeit für Freunde und mangelnde Energie für Hausaufgaben. Man kann über den Sinn von „Leistungssport“ und seinen gesellschaftlichen Wert durchaus kontrovers diskutieren…
Wenn man nicht gerade in der nationalen oder europäischen Spitze vorne mit dabei ist, ist es ein nettes Hobby, unter Umständen auch mit gesundheitlichen Folgeschäden.
Da dass aber immer weniger Eltern zeitmässig hinbekommen, sinkt jedes Jahr die Zahl der Kinder, die Leistungssport betreiben können und wollen.
Da finde ich mangelnde generelle Betreuung und Erziehung gesellschaftlich gesehen kritischer. Aus meiner Sicht sollte das Geld dafür besser in den Breitensport fliessen.
 
  • #72
Pure Neiddebatte, nichts weiter. Wir hatten es früher nicht, also sollens die Kinder von heute auch nicht haben.

Das mag bestimmt manchmal zutreffen, aber bei mir wurde z.B. "aus erzieherischen Gründen" gesagt "du läufst mit den anderen Kindern oder fährst mit ihnen im Bus"

Sehr viele Probleme in der Gesellschaft sind in einer Wurzel begründet: schlechte Kindheit. Wenig Zuwendung, keine Liebe. Das führt zu Aggression, Drogenmissbrauch, Gewalttaten, psychischen Störungen,

In vielen Fällen ist das Gegenteil der Fall und die Vermeidungsstrategie, sich mit anderen sozialen Schichten reiben zu müssen, führt zu psychischen Problemen!

Ich leistete z.B. ab dem 1.7.1989 (typisches Abiturientenquartal) ...also noch zu Zeiten des "kalten Krieges" ...meine Grundausbildung bei der Bundeswehr ab. Dort traf ich zufällig jemanden wieder der mir schon 10 Jahre früher, in der Grundschule (dort sind ja noch alle Schichten zusammen!), angeboten hatte mich auf dem Schulweg verprügeln.
Wir kamen aber nun ganz gut miteinander klar, weil wir uns schon damals irgendwie einige geworden waren! Außerdem war die entsprechende Message dieser Person an seine Schicht in der Kaserne hilfreich.

Am Ende der Bundeswehrzeit habe ich mich, als ROA (*) gemeldet. Dadurch habe ich, neben diversen Reserve Lehrgängen, über fast 20 Jahre hinweg immer wieder frische Wehrpflichtige bei Übungen kennengelernt. So viele gesunde junge Männer mit behandlungsbedürftigen Angststörungen, weil ihnen von "handfesteren" Kameraden etwas angeboten worden war und sie vollkommen unfähig waren, sich mit anderen sozialen Schichten zu reiben, habe ich noch nie erlebt! Wer niemals auf dem Schulweg das Problem "hinter der nächsten Hausecke lauern immer die A....löcher" hatte, wird sein ganzes Leben solche Situationen nicht regeln können!

Vm52

(*) Ein ROA macht als Reservist diverse Übungen und Lehrgänge und wird, meist nach seinem zivilen Studienabschluss, Reserveoffizier.
 
  • #73
fühle dich nicht pauschal beleidigt, weil du Kinder hast.
Bin weder pauschal beleidigt noch gekränkt. Ich sitze vorm PC und rolle die Augen über immer dieselben Fragestellungen. Meine Mutter hat sehr wenig Einsatz gezeigt, was in unserer Familie zu diversen Problemen geführt hat. Meine Schwester hat vor Jahren mal etwas gesagt, was ihr ohne Nachzudenken sehr ehrlich rausgerutscht ist. Immer wenn sie glückliche Kinder sah um die sich gut gekümmert wurde, so sagte sie, wurde sie neidisch. Meine Schwester war damals schon erwachsen und ich fragte sie dann, wieso sie denn neidisch auf Kinder ist? Sie antwortete dann: "weil sich um mich nicht gekümmert wurde."

Und genau darum geht's doch immer in diesen Debatten. Heute bekommen die Kinder dies und das, gleich mit dem Nachsatz "WIR hatten das nicht!" gepaart mit apokalyptischen Weissagungen wie schlimm und schrecklich das noch enden wird für die Kinder von heute.

Und meine Wahrnehmung @Ina68: so wie ich es herausgelesen habe sind deine Kinder heute schon erwachsen. Mein Sohn ist noch sehr klein. In seiner Kita, auf den Kinderspielplätzen und bei uns in der Stadt (hier gibt es wirklich viele Kinder) sehe ich keine verwöhnten und verweichlichten Gören, sondern ganz normale Kinder mit ganz normalen Umgangsformen. Ab und zu mal ne Ghetto-Mom oder einen nicht hinschauenden Papa am Handy auf dem Spielplatz, während das Krabbelkind gerade eingebuddelt wird. Oder neulich die gedankenlos stehen gelassen Glasflaschen direkt neben dem Sandkasten.

Meine Wahrnehmung ist eher, hier wird sich wieder an einem Extrem aufgeregt.
 
  • #74
Gruseliger finde ich, dass der weniger solide Teil der Gesellschaft sich den Nachwuchs leisten kann, weil bei denen die gleichen Leistungen den Lebensstandard erhöhen. Und man kann es sicher nicht pauschalisieren, aber trotz reichlich Zeit wird da wohl eher nicht das mitgegeben, was für einen guten Start ins Leben und für das "Tragen" der Gesellschaft in Zukunft benötigt wird.
Und da das deutsche Bildungssystem wie kein Zweites unter den PISA-Ländern Schulerfolg und Elternhaus verquickt, wird es dabei bleiben.

Der Betreuungsschlüssel in Kitas (mit qualifiziertem Personal) liegt bei 4, im Kindergarten bei ca. 9. Finde ich nicht gruselig.
KiTa, Nachmittagsbetreuung, Grundschulunterricht, Ausfall, Krankenstand,…
Woher hast du die Zahlen? Gilt das bundesweit? (Echte Frage)

Natürlich nehmen die den Eltern nicht die Aufgabe ab, ihre Kinder individuell zu fördern, statt sie vor den Fernseher zu setzen.
Ja, und genau die elterlichen Ressourcen für diese gewichtige Aufgabe sehe ich gefährdet angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen.

Schwierig. Global betrachtet würde ich für relativ lange Zeit die Annahme in Frage stellen.
Das dürfte jeder halbwegs denkfähige Erwachsene so sehen!

Aus meiner Sicht hakt es an zwei Stellen: das Umwelt- und Ressourcenproblem und der gesamtgesellschaftliche Blick. Wir werden genügend wenig qualifizierte "Zuwanderung" aus Ländern mit hohen Geburtenraten bekommen (zum Teil schon heute), in denen heute schon die Ressourcen nicht mehr ausreichen.
Womit wir wieder beim Betreuungs- und Bildungssektor sind — der IQ und die Leistungsfähigkeit sollte auch hier ja normalverteilt sein.
 
  • #75
Für mich klingt "Innovation" nach mehr Geld ausgeben, um Anreiz für pauschal mehr Kinder zu schaffen. Eine umfassende Finanzierung für Familien.
Innovation muss nicht monetär sein. Die Stärkung der Vaterrolle, Anerkennung von Care Arbeit … ich werde allerdings zu wenig bezahlt, um mir darüber konkret den Kopf zu zerbrechen.

Was für eine Gegenleistung wird dem "anderen Teil" der Gesellschaft dafür geboten? Einfach nur "ich würde mir dann meinen Wunsch erfüllen, Kinder in die Welt zu setzen" ist etwas wenig.
Muss es eine Gegenleistung geben?
Ich sehe es eher als Sichtbarmachung gesellschaftlicher Prioritäten (so dies denn der Fall ist): Uns liegen die Belange künftiger Generationen am Herzen, deshalb stärken wir Familien, Bildung und Umweltschutz.

Wie nachhaltig ist der Status Quo?

Und unser Wirtschaftssystem basiert auf einem immer weiter wachsenden Kuchen, von dem wir jedem Jünger ein saftiges Stück versprechen, wenn er nur hart genug arbeitet……
Die Verteilungskämpfe, die dann folgen, werde ich vermutlich nicht mehr erleben.


Danke, ich verzichte, und zwar seit Jahren bewusst und erfolgreich.
 
  • #76
Mit Recht, oder?
Das finde ich, sollten Eltern unter sich regeln, dass in Deutschland die Kinderbebrütung oft bei den Müttern liegt, liegt aber bei ihnen.
Sehe ich nicht so.
„Normal“ (und damit gesellschaftlich gefördert) sollte eine hälftige Teilung der Elternrolle sein — von der Elternzeit bis zum Scheidungsfall.

Rein statistisch betrachtet machen viel mehr Frauen Abitur (12-13 Jahre Steuergeld für Schulbesuch) und studieren (nochmal 3-5 Jahre Steuergeld für Hochschulstudium). Danach dann schlechtere Aufstiegschancen und Gehaltsverhandlungsposition (logisch, wird ja bald schwanger), Mutterschutz, Elternzeit, Teilzeit, Kinderkranktage, Betreuungsplätze, Familienversicherung statt Vollzeitarbeit mit Höchststeuersatz.
Ketzerisch gefragt: Macht die Allgemeinheit da nicht ein Minusgeschäft, indem den gebildete(re)n Frauen die Kinderbetreuung obliegt?
 
  • #77
Meine Schwester war damals schon erwachsen und ich fragte sie dann, wieso sie denn neidisch auf Kinder ist? Sie antwortete dann: "weil sich um mich nicht gekümmert wurde."
Ich verstehe genau, was du meinst bzw. deine Schwester. Mir ging es so bei anderen Vätern oder in Filmen mit Vätern. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass man dann öfter mal ins andere Extrem fällt (bei mir ging es noch) und das, was man selbst nicht hatte den eigenen Kindern im Übermaß zukommen lässt. Also gar nicht das "ich hatte das auch nicht, deshalb du auch nicht ".
Und genau darum geht's doch immer in diesen Debatten. Heute bekommen die Kinder dies und das, gleich mit dem Nachsatz "WIR hatten das nicht!" gepaart mit apokalyptischen Weissagungen wie schlimm und schrecklich das noch enden wird für die Kinder von heute.
Weiß ich nicht, ich hab nur öfter mal den Eindruck, dass aus manchen Kindern Projekte gemacht werden und alles 1000 Mal überprüft und nachgelesen wird, dann die Vergleiche in den sozialen Medien, das kann einen schon mürbe machen - da bin ich froh, daß hinter mir zu haben. Ich kenne es nur von einer Nachbarin, die gerade kleine Kinder hat und die bestätigt meinen Eindruck - sie meinte, dass es auf den Spielplätzen oder den WhatsApp- Kindergartengruppen teilweise hoch hergestellt, was alles beachtet werden muss und wer was besser macht. Liegt vielleicht auch daran, wo man wohnt.

Mein Sohn ist noch sehr klein. In seiner Kita, auf den Kinderspielplätzen und bei uns in der Stadt (hier gibt es wirklich viele Kinder) sehe ich keine verwöhnten und verweichlichten Gören, sondern ganz normale Kinder mit ganz normalen Umgangsformen.
Verweichlicht würde ich nie sagen, wenn dann später eher sehr unselbständig. Da gehen die Eltern mit zur Uni und das ist leider keine Story, das erlebt der Vater meiner Tochter an seiner häufig. Darum geht's, wir wollen den Kindern keine negativen Erfahrungen oder Rückschläge zumuten und das ist nicht gut.
Meine Wahrnehmung ist eher, hier wird sich wieder an einem Extrem aufgeregt.
Das merkst du aber an der Generation 30, da ist man sehr häufig überfordert mit dem (aus meiner Sicht) normalen Leben. Nix gegen "raus aus der Tretmühle", aber das ist es nicht.
 
  • #78
KiTa, Nachmittagsbetreuung, Grundschulunterricht, Ausfall, Krankenstand,…
Woher hast du die Zahlen? Gilt das bundesweit? (Echte Frage)
Google. Nein, ist länderabhängig. Und sicher auch nur ein Durchschnittswert.
Ja, und genau die elterlichen Ressourcen für diese gewichtige Aufgabe sehe ich gefährdet angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen.
Da stimme ich zu. Aber die Qualität der Ressource gehört mit dazu.
Womit wir wieder beim Betreuungs- und Bildungssektor sind — der IQ und die Leistungsfähigkeit sollte auch hier ja normalverteilt sein.
Kann ich in Bezug auf Normalverteilung des IQ nicht beurteilen. Die Leistungsfähigkeit und die Vorbildung könnten ein Problem sein. Die sind sicher nicht gleich normalverteilt, je nachdem, woher Du kommst und wie die Chancen da verteilt sind. Da sind Mädchen aus Afghanistan sicher nur ein trauriges Beispiel. Da kommen viele nie in unserer Gesellschaft an. Ihre Kinder auch nicht.
 
  • #79
Womit wir wieder beim Betreuungs- und Bildungssektor sind — der IQ und die Leistungsfähigkeit sollte auch hier ja normalverteilt sein.

Interessantes Modell!

Du behauptest, man kann eine große Kohorte ...in diesem Fall die Kohorte "Mensch" (ALLE Menschen) ...aufteilen in beliebige Subkohorten und erhält innerhalb der Subkohorten wieder die selbe Normalverteilung, wie für die Gesamtkohorte?

Wenn diese Theorie zutreffend wäre, dann könnte man dein Modell herunterbrechen auf die kleinste denkbare Kohorte, nämlich EIN Individuum und müsste auch dort (z.B. tagesformabhängig) IQs von debil, bis Nobelpreisträger messen können!

Wozu ist denn dann eigentlich eine möglichst große Kohorte notwendig, um eine gute Normalverteilung zu erhalten, wenn man auch in kleineren Subkohorten diese Verteilung erhält?

Ich staune gerade!

V.m52
 
  • #80
„Normal“ (und damit gesellschaftlich gefördert) sollte eine hälftige Teilung der Elternrolle sein — von der Elternzeit bis zum Scheidungsfall.
Ja. Liegt aber an Männern und Frauen, dass dies nicht so ist. Und wir haben ja auch im Forum dazu unterschiedliche Sichtweisen.

Eine gesetzliche Vorgabe gibt es nicht und ich finde auch, dass das nur individuell geregelt werden kann. Da können sich dann Frauen aber offenbar nicht durchsetzen oder wollen es vielleicht manchmal auch nicht. Was tun? Der Staat zählt, wie oft der Mann Staub saugt? Die Spülmaschineneinräumquote?
Danach dann schlechtere Aufstiegschancen und Gehaltsverhandlungsposition (logisch, wird ja bald schwanger),
Würde ich bei wirklich jetzt jungen Frauen nicht mehr zwingend so sehen. In der Pauschalität sowieso nicht.
Aber wenn sie…
Mutterschutz, Elternzeit, Teilzeit, Kinderkranktage, Betreuungsplätze, Familienversicherung statt Vollzeitarbeit mit Höchststeuersatz.…
…so durchlaufen, dann haben sie sich den falschen Mann ausgesucht. Oder gezielt den richtigen. Jedenfalls ist es dann nicht mehr Schuld der Gesellschaft.
Völlig subjektiv und nicht repräsentativ stelle ich gerade im eigenen Umfeld fest, dass studierte junge Frauen, meist ohne Kinder, doch erheblich mehr Krankheitstage haben als Männer.
Wenn dauernd die Mütter die Krankheitstage wegen kranker Kinder nehmen, ist nachvollziehbar, dass die Unternehmen lieber Männer einstellen. Muss man wirklich alles gesetzlich regeln und vielleicht einfach die Unternehmen der Männer die Kosten übernehmen lassen? Oder einfach Lohnfortzahlung für Mütter stoppen, wenn die Kinder krank sind? Wer seine individuelle Lebensführung nicht geregelt bekommt, kann sich irgendwie nicht immer über Ungerechtigkeit beklagen.
Wir hatten ja männliche und weibliche Beispiele nicht nur in der Politik, bei denen gezielt zurückgesteckt wurde, damit einer Karriere macht oder auch klar wurde, dass bestimmte Jobs nur mit voller Leistungsfähigkeit gehen.
Frau Baerbock ist ein schönes aktuelles Beispiel. Die fliegt nicht zurück, weil die Kita um eins zu macht. Da ist ihr Mann zuständig.
Manche Frauen sind halt der Meinung, jeder Job müsste möglich sein, weil sie sonst benachteiligt wären. Und sonst sollen die Kollegen sich drum kümmern.
Eine Lehrerin oder Kindergärtnerin - wenn die Kinderkrankentage nehmen, dann haben halt 25 andere Familien ein Problem.
Ich will aber gar nicht abstreiten, dass die Welt nicht gerecht ist.
Ketzerisch gefragt: Macht die Allgemeinheit da nicht ein Minusgeschäft, indem den gebildete(re)n Frauen die Kinderbetreuung obliegt?
Doch, natürlich. Aber wenn sie die Betreuung teilweise bezahlen, ist es ein Gewinn für alle.
 
  • #81
Ich verstehe es wohl nie .......
Auf der einen Seite jammern viele Frauen, wie ungerecht es doch wäre, Kinder erziehen zu müssen ........
...... und auf der anderen Seite bekommen sie welche.

Auf der einen Seite wollen Menschen Kinder ......
.... auf der anderen Seite soll sich der Staat um alles kümmern. Und alles bezahlen .......

Auf der einen Seite jammern die Herrschaften über Klimawasauchimmer ...... auf der anderen setzen sie Kinder in die Welt als gäbe es kein Morgen. Anstatt Entwicklungshilfe an Sterilisation der Menschen zu knüpfen, reduzieren wir die Säuglingssterblichkeit. Und wundern uns, dass all die Kinder essen wollen, Handy, Computer, Auto und Mopped wollen .....

Vielleicht sollten Kinder richtig Geld kosten. Weltweit. Dann wäre die Überbevölkerung schnell erledigt. Solange wir es uns leisten, den Wahnsinn diverser Religionen zu finanzieren, wird die Überbevölkerung immer weiter zunehmen.
Vielleicht wäre weltweit die Vermeidung von immer noch mehr Menschen das bessere Ziel.
 
  • #82
Interessantes Modell! (…)
Wozu ist denn dann eigentlich eine möglichst große Kohorte notwendig, um eine gute Normalverteilung zu erhalten, wenn man auch in kleineren Subkohorten diese Verteilung erhält?

Ich staune gerade!

V.m52
😂 Erwischt..
Entschuldige, ich hielt für offensichtlich, dass ich hier eher alltagssprachlich unterwegs bin. Nagle mich bitte nicht auf statistische Modelle fest, ich bin nur überzeugt, dass Kinder nicht aufgrund von Zuwanderung oder Arbeitslosigkeit der Eltern per se weniger intelligent sind.
Auch in Brennpunktschulen finden sich intelligente und weniger intelligente Schüler/innen.
 
  • #83
Wenn Frauen sich gegen gesellschaftlich gewünschte stärkere Beteiligung von Männern wehren, dann übergeht man das
So hast Du es nicht formuliert, sondern dass beide reduzieren müssen.
Ich wäre sofort dabei, dass Elternzeit zu bestimmten Teilen aufgeteilt werden muss, z. B. Jeder muss mind. 30% machen, die verbleibenden 40% kann nehmen wer mag, und wer nicht so aufteilen möchte, bekommt für diese Zeit keine Vergünstigungen.
 
  • #86
Sehr spannend Diskussion hier :)
Junge Familien sicher eher nicht. Das ist aber eine Frage, wo man seine individuellen Lebensziele setzt. Wer ausschließlich "reich" werden will, für den ist Familie vielleicht nicht der richtige Weg dazu.
Ist was dran, man möchte heute alles und hat eine verzerrte Sicht auf die Möglichkeiten. Man darf nicht den Fehler machen, sich z.B. mit den befreundeten Singles zu vergleichen, die schicke Autos, viel Freizeit und tolle Abenteuerurlaube machen. Eine Zeit lang beneidete ich sie darum. Und die beschweren sich, dass sie sich kein Wohneigentum leisten können. Nützt ja nix, immer auf die Defizite zu schauen beim allgemein hohen Lebensstandard.

Familien werden bei uns schon seit langem beim Erwerb von Bauland bevorzugt. Das von der Allgemeinheit finanzierte Eigenheim im Grünen mit großem Garten wird es wohl nicht geben.
Deiner Argumentation stimme ich zu.
In Skandinavien nehmen Väter einen größeren Anteil der Elternzeit. Das ist zum Teil gesellschaftliche Akzeptanz, weitgehend aber auch eine individuelle Entscheidung.

Genau so sehe ich das auch. Wäre schon bei Einstellung eines Mannes das Risiko hoch, dass er für ein halbes Jahr ausfällt statt maximal (in der Praxis) zwei Monate, würde sich das bei der Auswahl der Bewerber bemerkbar machen. Ich höre heute noch hier und da, nee die Frau stellen wir eher nicht ein, die ist noch im fruchtbaren Alter. Da hat sie bei in etwa gleicher Qualifikation einen realen Nachteil.

Wenn ich hier im Forum für eine Halbierung der Elternzeit plädiere, kommt von Frauenseite: geht nicht, Kinder müssen gestillt werden. Da sind deutsche Babies einfach anders als schwedische

Wenn gewünscht, würde ich ein Gesetz befürworten, mit dem Eltern beide für eine bestimmte Zeit auf 70% der Arbeitszeit gehen müssen. Ich vermute, der Gegenwind wäre ein Orkan.
Naja, Zwang finde ich in der Hinsicht schlechter als die jetzige Regelung, aber vielleicht ist es auch in diesem Fall so: man muss die Leute erst mal 10 Jahre zwingen, und wenn es dann selbstverständlich geworden ist, dass Besprechungen nicht nach 15 Uhr angesetzt werden, da auch Männer abdüsen zum Kindergarten, dann kann man die Elternzeitregelung wieder so locker handhaben wie jetzt.
Letztlich automatisch durch eine Übertragung von Rentenansprüchen.
Aus meiner Perspektive scheint das schon ganz gut geregelt, aber ich bin mal gespannt, was ich in 30 Jahren dazu sage...

W u40
 
  • #87
Genau so sehe ich das auch. Wäre schon bei Einstellung eines Mannes das Risiko hoch, dass er für ein halbes Jahr ausfällt statt maximal (in der Praxis) zwei Monate, würde sich das bei der Auswahl der Bewerber bemerkbar machen. Ich höre heute noch hier und da, nee die Frau stellen wir eher nicht ein, die ist noch im fruchtbaren Alter. Da hat sie bei in etwa gleicher Qualifikation einen realen Nachteil.
Wenn das gleichmäßiger verteilt wäre, dann wäre der Effekt geringer. Wenn nicht zu erwarten wäre, dass manche Mutter erstmal 12 Monate komplett fehlt, dann für einen relativ langen Zeitraum einen gesetzlich verankerten 9-12 Teilzeitjob beansprucht (mit allen Folgen, die das bei wirklich qualifizierten Jobs bzgl. Erreichbarkeit und Weiterbildung und auch Prioritätensetzung hat), jeder Vater aber weiter voll arbeitet, dann auch nicht. Man muss das Ganze ja auch mal aus Sicht der Arbeitgeber sehen...
Frauen gehen interessanterweise auch ohne Kinder eher auf Teilzeitjobs.
Naja, Zwang finde ich in der Hinsicht schlechter als die jetzige Regelung, aber vielleicht ist es auch in diesem Fall so: man muss die Leute erst mal 10 Jahre zwingen, und
Schwierig, Zwang finde ich grundsätzlich falsch. Wenn sich aber ein großer Teil der Mütter beklagt, dass sich die Väter nicht einbringen, was soll man dann gesellschaftlich tun, wenn die Individuen versagen? Von außen betrachtet: die Frauen sind wohl nicht ganz unschuldig daran. Manche wollen unbedingt Kinder und suchen nicht lange nach dem passenden Mann, andere suchen immer noch gezielt einen Mann, der genug verdient und finden eigentlich 3 Jahre Elternzeit ganz schön (fände ich auch!).
wenn es dann selbstverständlich geworden ist, dass Besprechungen nicht nach 15 Uhr angesetzt werden, da auch Männer abdüsen zum Kindergarten, dann kann man die Elternzeitregelung wieder so locker handhaben wie jetzt.
Bei uns ist ein Großteil der größeren Besprechungen nach 15 Uhr. In vielen Fällen übrigens auch von Müttern und Vätern angesetzt.
Aus meiner Perspektive scheint das schon ganz gut geregelt, aber ich bin mal gespannt, was ich in 30 Jahren dazu sage...
Ich würde die Übertragung der Rentenansprüche am Jahresende durchführen. Dann wird die Überraschung nicht so weit nach hinten verschoben.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #88
Wenn das gleichmäßiger verteilt wäre, dann wäre der Effekt geringer. Wenn nicht zu erwarten wäre, dass manche Mutter erstmal 12 Monate komplett fehlt, dann für einen relativ langen Zeitraum einen gesetzlich verankerten 9-12 Teilzeitjob beansprucht (mit allen Folgen, die das bei wirklich qualifizierten Jobs bzgl. Erreichbarkeit und Weiterbildung und auch Prioritätensetzung hat), jeder Vater aber weiter voll arbeitet, dann auch nicht. Man muss das Ganze ja auch mal aus Sicht der Arbeitgeber sehen...
Frauen gehen interessanterweise auch ohne Kinder eher auf Teilzeitjobs.

Schwierig, Zwang finde ich grundsätzlich falsch.
Ich auch, aber man könnte eben die Zahlung des Elterngeldes daran knüpfen, dass sich beide die Elternzeit teilen. Ob dann jeder 1/2 Jahr nimmt oder jeder 1 Jahr ist dann egal oder auch beide gleichzeitig 1 oder 2 Jahre - Hauptsache, jeder zur Hälfte. Wenn nicht, gibt es eben kein Geld, Elternzeit kann trotzdem genommen werden und die Wahlfreiheit bleibt damit erhalten.
Wenn sich aber ein großer Teil der Mütter beklagt, dass sich die Väter nicht einbringen, was soll man dann gesellschaftlich tun, wenn die Individuen versagen?
Das verstehe ich auch immer nicht so ganz..
Von außen betrachtet: die Frauen sind wohl nicht ganz unschuldig daran.
Ja, es gibt ja noch genügend, die TZ und EZ/EG für sich beanspruchen oder sich nicht durchsetzen können oder wollen.
 
  • #89
Ich finde die Diskussion sehr interessant hier.
Aber vieles von der Userin @vnss2709 ist mir zu "links", um es mal ganz banal auszudrücken.
Ich sehe Kinder immer noch als privates Vergnügen und Hobby an und bekanntlich ist jeder für sein Hobby selbst verantwortlich.
Gerade Deutschland hat weltweit (und ja, hier kann ich mitreden denn ich arbeite weltweit) eine der höchsten Versorgung was Kindererziehung angeht. In welchem Land sonst gibt es Schulen, Ausbildung, Studium praktisch umsonst? Kindergeld, Zuschüsse und sogar Mutter-Kind-Kur wenn die Mama vom eigenen Nachwuchs ermüdet ist?
Es gibt viel zu viel was auf die Gesellschaft abgewälzt wird und viel zu wenig was die Gesellschaft davon hat
- meine Meinung.
Wenn jemand Kinder möchte, sollte er sie haben.
Und ja, ein Gehalt reicht aus - dann muss man halt günstiger einkaufen, hat keine Markensachen, der Papa fährt mit dem Bus zur Arbeit und Mama näht Klamotten selber. Dann ist halt kein Auto und kein Urlaub drin und fertig.
Wenn ich ein extrem teures Hobby habe, dann muss ich auch an anderen Ecken sparen.
Die Gesellschaft braucht keine Kinder - es ist das Ego des Einzelnen der sich für so geil hält das er meint das die Welt noch ein paar Menschen mit genau seiner DNA mehr braucht.
Warum sollte ich als bewusst kinderfreie steuerlich die Hobbies anderer Leute unterstützen? Ich habe 2 teure Hobbies und auch kein Auto.
Und bitte kommt mir nicht damit das ich jemand brauche der mich im Alter pflegt.
Erstens kann man das bezahlen und zweitens - um wieder auf die Frage des Treads zu kommen - wird von diesen Kindern, die heutzutage groß werden, garantiert keiner im Pflegeheim Hintern abwischen oder sonst etwas machen.
Denn ja, meiner Meinung nach sind die Kinder zu sehr im Mittelpunkt ohne etwas eigenes geleistet zu haben.

Das ist natürlich alles sehr provokant ausgedrückt aber in der Kürze liegt die Würze....
 
  • #90
Auf der einen Seite wollen Menschen Kinder ......
.... auf der anderen Seite soll sich der Staat um alles kümmern. Und alles bezahlen .......
Naja...weil es im Sinne des Staates ist;-)
Ohne jetzt Statistik zu quälen oder Gesetze zu studieren...
Die geburtenstarken Jahrgänge, nähern sich der Rente und haben nicht vor, einen frühen sozialverträglichen Tod zu wählen.
Viele haben sich für Karriere und gegen Kinder entschieden...heißt: hohe Rente gegen...niemanden der dafür zahlt.
Das Kinder ihre Eltern ernähren und zwar nur diese, gibt es ja nicht mehr.
Es braucht also Arbeitnehmer um in die Rentenkasse einzuzahlem und wenn diese nicht gezeugt werden, ist die Kasse leer.
Würde der Staat also bei arbeitenden Eltern, unterstützen...mit Kita und zb Rentenausgleich bei 70% TZ zur Vollzeit....
Gibt es Eltern die in die Kasse mehr einzahlen als sie bekommen...
Eltern, die Zeit haben Bildung zu fördern und einen ausgebildeten Menschen später in die Berufswelt zu schicken.
Dieser Mensch zahlt dann auch lange 100% in die Rentenkasse ein.

Kommt für mich unterm Strich, ein Gewinn raus.
Für alle!

So fehlen einfach immer mehr Menschen die dem Staat und Älteren Geld geben...einfach weil sie nicht geboren wurden.
 
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