• #91
kann sie eine Buche von einem Ahorn unterscheiden? Einen Kandinski von einem Feininger? Eine Mozart- von einer Beethoven-Sonate? Einen Walzer von einem Tango? Einen zunehmenden von einem abnehmenden Mond? Erfüllt sie ein nebliger Herbstmorgen am See mit denselben Glücksgefühlen wie mich? Nein? Dann gehört sie für mich auch nicht zu dem Besten.

An dieser Stelle tut es mir wieder einmal Leid, dass wir Forenschreiber einander nicht kontaktieren können :) Für mich gehören diese Aspekte, Begeisterungsfähigkeit, vielseitige Interessen, eine gewisse Allgemeinbildung darin, zu der "inneren Schönheit" eines Menschen. Das sind für mich auch "die Besten", die für mich sowohl außen als auch innen schön sind. Mit dem Beziehungsstatus hat das - leider - eher nichts zu tun. Somit kann es passieren dass man sich in Gebundene verguckt. Meiner Meinung nach stimmt das Klischee nicht, dass die Besten immer vergeben seien. Aber wenn sie erstmal vergeben sind, bleiben sie es vermutlich länger als andere. Wer gibt schon einen wahren Schatz wieder her?
 
  • #92
Allerdings habe ich keine schlechten Beziehungserfahrungen. Mit den meisten Frauen bin ich freundschaftlich an dem Punkt auseinander, als sich beide emotional von der Beziehung gelöst hatten.

Nur so als Gedankenanstoß: dauerhaft gehalten haben die Beziehungen aber auch nicht. Ich habe mich auch nur einmal im Streit getrennt und selbst diese Beziehung war lange harmonisch. Ich denke, das unsichere Bindungsverhalten wirkt sich anders aus als durch ständigen Streit.
 
P

proudwoman

Gast
  • #93
  • #94
Nur so als Gedankenanstoß: dauerhaft gehalten haben die Beziehungen aber auch nicht. Ich habe mich auch nur einmal im Streit getrennt und selbst diese Beziehung war lange harmonisch. Ich denke, das unsichere Bindungsverhalten wirkt sich anders aus als durch ständigen Streit.

Was hält schon dauerhaft? Ich habe da immer die Perspektive: Wenn man es schafft den heutigen Tag gemeinsam schön zu machen, warum sollte man dann Sorge um die Tage in 30 Jahren haben? Und wenn man das lange Zeit nicht schafft, was nutzt dann das Versprechen, das Alter zusammen verbringen zu wollen?

Sicher ist es bei mir auch zu Trennungen gekommen, weil der Wunsch nach Familie und z.B. zusammen Wohnen unterschiedlich groß war. Und das hat natürlich auch mit den unterschiedlichen Vorerfahrungen zu tun gehabt.

Ich hatte aber auch mal das Glück mit einer Frau zusammen zu sein, die ein ganz ähnliches Nähe-Distanzbedürfnis hatte und wo wir "blind" harmoniert haben.

Die Frage, wie man Konflikte austrägt... Ob offen mit Streit oder eher verdeckt durch z.B. Rückzug oder durch ständiges Anpassen eines Partners... sagt prinzipiell nichts darüber aus, wieviele und grundlegende Konflikte vorhanden sind.

Der Anfang des Themas war ja auch davon geprägt, dass Menschen aufgrund ihrer frühen Bindungserfahrungen Angst vorm Verlassenwerden mit in die Partnerschaft bringen, die ja noch verstärkt wurde, wenn dann später Betrug durch einen Partner vorgekommen ist.

Ich wollte eigentlich den Punkt machen, dass nicht alle mit schlechten Bindungserfahrungen auch Probleme beim Eingehen von Beziehungen haben oder solche Betrugserlebnisse und Ängste mitbringen.

Und vielleicht sollte man das auch sagen: Jeder Mensch hat in seinem Leben bestimmte Erfahrungen gemacht, die ihn in bestimmten Bereichen beeinträchtigen. Unsicher-vermeidendes Verhalten ist im Bereich der Partnerschaft sicher ein Handicap.

Aber es gibt keinen Automatismus, dass man keine harmonische Partnerschaft haben kann. Und es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.
 
  • #96
Na ja, was "die Besten" sind, ist individuell verschieden, insofern sind die auch nicht weg. Was aber sicher stimmt ist, dass die Bindungswilligen sich auch binden und deshalb kürzere Zeit "zur Verfügung" stehen.
 
  • #97
Mir fällt als Antwort nur ein dickes "Nö" ein.
Natürlich bin ich eine von den wirklich Guten (gutes Selbstwertgefühl) und war trotzdem sehr lange Single. Ich habe halt Pech gehabt, dass ich bei der ersten echten Partnerschaftsentscheidung tief in die Kanalisation gegriffen habe und ich habe mit Ende 40 mehrere Jahre gebraucht das zu revidieren, den Mann zu finden, der in dem Alter auch auch Single ist und gleichzeitig für mich der Beste, so wie ich auch für ihn.

Während ich meinen Ex als "Griff in die Kanalisation" für mich bezeichne, gibt es Frauen, für die er möglicherweise der Lottogewinn ist. Das ist alles eine Frage der Perspektive, der Lebenssituation und der Lebensphase.

Freundinnen von mir sind seit Jahrzehnten mit Männern verheiratet, die ich damals schon als Lottogewinn sah, für die Freundin, leider nicht für mich. Es gibt tolle Männer und Frauen. Die Mehrzahl davon sind in jungen Jahren dauerhaft vergeben, weil mit beziehungsstärkenden Fähigkeiten ausgestattet.
Genauso gibt es Männer und Frauen, die ebenfalls gut sind und lange keinen passenden Partner fanden bzw. für eine zweite Runde wieder auf den Markt kommen - man/frau wird sich ja wohl mal fehlentscheiden dürfen. Das gehört zum normalen Leben für mutige Menshcnen dazu.

Die dann zueinander jeweils als Beste Passenden müssen u.U. lange suchen und ggfs. in fortgeschrittenem Lebensalter auch weite Wege in Kauf nehmen, weil die Masse mehr oder weniger gut fest gebunden ist.
Ich muss daher jedes WE 1600 km zurücklegen, aus einer Millionenstadt in die bayrische Pampa. Ich würde es nicht glauben, wenn es mir nicht passieren würde.
 
  • #98
Na ja, was "die Besten" sind, ist individuell verschieden, insofern sind die auch nicht weg. Was aber sicher stimmt ist, dass die Bindungswilligen sich auch binden und deshalb kürzere Zeit "zur Verfügung" stehen.

Widerspruch
Bindungswillig heißt nicht bindungsfähig.

Bindungswillig kann bedeuten, Beziehung um jeden Preis, der/ diejenige ist tatsächlich schnell wieder in einer Beziehung (und ebenso schnell wieder solo).

Bindungsfähig bedeutet einerseits die Bereitschaft, Beziehungen einzugehen, diese zu bewahren, zu pflegen, aber auch auf die Qualität der Beziehung Wert zu legen.

Dass es solchen Menschen eher gelingt, längere Beziehungen zu haben und in dieser Zeit nicht verfügbar wären, ist klar.
Nur, wenn die Beziehung doch auseinander geht, dauert es länger, bis eine neue eingegangen wird - weil auf die ausreichende Passung geachtet wird und weil man, egal wie kommunikativ und sozial vernetzt, diesem Menschen nicht so leicht begegnet.
 
  • #99
Die in der Ausgangsfrage getroffene Unterscheidung zwischen "Beste" und "Übriggebliebene" ist falsch. Objektiv gibt es keine "Besten". Jeder sieht das subjektiv für sich selbst. Und natürlich gibt es dann Frauen oder Männer, bei denen viele "objektiv" denken, sie seine "die Besten". Die sind eben in der Summe ihrer Eigenschaften für viele attraktiv. Ob sie deshalb "die Besten" sind, ist noch lange nicht sicher.
Und wer ein Leben lang diesen "Besten" hinterherrennt, der kann das natürlich tun. Ich sehe es eben einfach anders.
Wenn ich mich verliebe, weiß ich, jemand ist der Beste. Da muss ich nicht derart herumphilosophieren und von "Abstriche machen" reden. Dann verliebt man sich auf verschiedene Arten, manchmal macht man doch "Abstriche", entscheidet sich dann aber, und dann ist es der/ die Beste.

Du hast es jetzt wieder etwas "herausgehauen", was anfangs unerträglich klang, aber der Geschmack bleibt, dass du eigentlich deine Partnerinnen nicht wirklich für die Besten hältst. Ich finde das eine seltsame Einstellung. Man verändert sich ja auch als Partner und damit auch die Attraktivität zum anderen Geschlecht. Z. B. habe ich den Eindruck, dass Männer, während oder nachdem sie mit mir zusammen waren, attraktiver für andere Frauen wurden. Ich übrigens auch für Männer. Also auch das, wie jemand auf andere oder "die Allgemeinheit" wirkt, ist veränderlich und hängt von vielen Faktoren ab.

Daher finde ich es seltsam, beim eigenen Partner zu denken, er/sie würde von anderen nicht begehrt werden oder nicht als objektiv Beste gelten oder sei zweite Wahl. Selbst diese Objektivität der Allgemeinheit gibt es de facto nicht, und ich denke, es hängt auch von einem selbst und der Art der Beziehung ab, wie der Patner auf andere wirkt. Wenn man eine tolle Beziehung mit einem ausgefüllten Sexleben führt, wird der Partner auch für andere attraktiver, entwickelt sich weiter, wird männlicher oder selbstbewusster, für die Frau gilt das entsprechend.

Der Sinn der Ausgangsfrage ist vielleicht einfach, ob viele "Gute", attraktive schon vergeben sind. Mit dem Zirkelschluss, "wenn sie vergeben sind, sind sie die Besten, also ja", beantwortet man die Frage kein Stück. Die FS und andere interessiert vielleicht einfach: Kann ich meinen Prinzen noch finden? Kann ich noch einen Alpha finden? So etwas. Im vorhinein kann man sich das ja fragen, wo die Liebe letztlich hinfällt, weiß sowieso keiner.
 
  • #100
Da muss ich nicht derart herumphilosophieren und von "Abstriche machen" reden.
Du hast es jetzt wieder etwas "herausgehauen", was anfangs unerträglich klang, aber der Geschmack bleibt, dass du eigentlich deine Partnerinnen nicht wirklich für die Besten hältst. Ich finde das eine seltsame Einstellung.

Ich äußere hier meine Meinung. Wenn Du ein Problem damit hast, dies zu respektieren oder aber meine Meinung nicht teilst, ist das selbstverständlich in Ordnung. Ich finde die Art und Weise, wie man hier öfter mal "niedergemacht" wird, wenig zielführend. Für mich ist es interessant, andere Denk- und Sichtweisen zu lesen und zu verstehen. Die meisten hier legen darauf keinerlei Wert, aber das ist natürlich auch in Ordnung.

Die Ausgangsfrage lautete:

Wie oft hört man den Satz: Die Besten sind sowieso vergeben. Was denkt ihr darüber?

Ich stimme diesem Satz weitgehend zu. Aus meiner Sicht sind die "Besten" bindungsfähig und haben, zumindest dann mit ü40, weitgehend stabile Partnerschaften. Damit sind sie nicht "verfügbar". Darüber zu philosophieren, ob
Der Sinn der Ausgangsfrage ist vielleicht einfach, ob viele "Gute", attraktive schon vergeben sind.
ist aus meiner Sicht sinnlos. Es geht in der Ausgangsfrage nicht um irgendwelche "Guten". "Gute" sind ja gerade nicht die "Besten". Also mache ich dann automatisch Abstriche. Damit, dass ich mir "irgendeine" als Partnerin nehme, hat das auch nichts zu tun. Nach meiner Lebenserfahrung geht jeder Mensch in vielerlei Hinsicht Kompromisse ein und hat dann die in der Situation "beste" Lösung.
 
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