Streitspirale-Beziehung. Hab ihr Ratschläge?

Hallo liebe Forum Mitglieder,

ich wende mich an euch, da ich viel zu emotional bin, und das Gefühl habe, dadurch keinen klaren Gedanken fassen zu können. Ich würde gerne Meinungen hören von Leuten die nicht involviert sind. Mit Freunden und Familie möchte ich da aber nicht drüber reden.

Es geht um meine Beziehung. Wir sind erst seit 8 Monaten zusammen. Bis vor knapp 1-2 Monaten war unsere Beziehung ein Traum. Es lief alles sehr gut und harmonisch. Jeder war darauf bedacht dem anderen Gutes zu tun, und liebevoll zu sein. Jedoch fing alles an zu kippen. Es fing damit an, dass meinem Freund der Freiraum fehlte. Ich habe Verlustängste und klammere dadurch manchmal sehr. Es stört ihn meistens nicht sonderlich, da er selbst auch viel Nähe braucht. Es ging ihm aber darum, dass es ihn verrückt macht, wenn ich mir Aufmerksamkeit einfach nehme wenn er ganz offensichtlich beschäftigt ist. Er wurde in solchen Situationen sehr sauer, was mein klammern für den Moment verschlimmerte. Ein furchtbarer Teufelskreis. Wir haben aber jedes Mal nach so einem Streit wieder zueinander gefunden und uns vertragen. Ich habe auch schnell erkannt, das es wahr ist, dass ich ihn zu sehr einenge und arbeite seit dem sehr an mir. Jedoch ist es nicht so einfach, der Prozess geht nur in sehr kleinen Schritten voran. Seit dem merke ich aber ganz deutlich, das mein Freund Bedürfnisse von mir übergeht. Ich sehe ganz deutlich dass es eine Reaktion darauf ist, dass ich so oft seine Bedürfnisse durch mein Klammern übergangen bin. Es werden immer mehr Anschuldigungen ausgesprochen. Durch sein Verhalten verfalle ich gerade in ein ähnliches Denkmuster. Es fällt mir zunehmend schwieriger etwas liebes für ihn zu tun, weil es tief in mir drin schmerzt wie er mich teilweise übergeht. Der ganze Teufelskreis verschlimmert sich zunehmend.

Wir haben da bereits versucht drüber zu sprechen. Jeder fühlt sich vom anderen verletzt und übergangen. Geändert hat sich nach dem Gespräch aber noch nichts.

Im Alltag wird es nur noch schlimmer, da jeder sehr empfindlich ist auf das was der Gegenüber sagt, und schnell etwas Böses da hinter vermutet.
Ich bin so verzweifelt. Wir lieben uns sehr, und haben so gut harmoniert miteinander. Ich weiß einfach nicht wie wir aus dieser Spirale ausbrechen sollen und habe Riesen Angst das unsere Beziehung kaputt geht.

Ich würde mich sehr über ein paar Ratschläge freuen. Vielleicht war ja schon mal der ein oder andere in einer ähnlichen Situation und kann mir Hoffnung machen das man da wieder raus kommt.

Ich bedanke mich für alle Antworten.

Ganz liebe Grüße
 
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Hallo FS,

ich bin dir ein bisschen ähnlich und kann dich verstehen. Es ist jedoch schwierig hier für das Forum ein Urteil abzugeben, da wir nicht wissen wie dein Freund mit dir umgeht..ob er liebevoll ist.

Ich z.B. neige in Beziehungen mit lieblosen/wenig einfühlsamen Männern auch eher Verlustängste zu entwickeln. Das hatte ich schon früher immer wieder mal. Es kommt hier aber auf den Partner an. Liebevolle und zugewandte Männer würden das bei mir nicht auslösen. Wie geht dein Freund mit dir um? Merkst du, dass er Distanz herstellen will, indem er dich nicht beachtet oder entwertet?

Damit ziehst du leider als ängstlicher Beziehungstypen eben diese Männer an. Ihr habt dann beide eben Ängste vor Nähe. Du auch!
Jeder von euch wechselt von der einen in die andere Richtung. Wenn du mehr Distanz möchtest, kommt er dir wieder näher. Jeder sollte daran arbeiten von euch...

Streit provozieren heisst auch Distanz zu schaffen und Beziehungsängste kommen bei den vermeidenen Typen eher nach ein paar Monaten. Diese vergessen ihre Ängste eher am Anfang in Verliebtheit. Ich fürchte er ist der vermeidende Beziehungstyp oder du bist der nähe suchende.

Lies mal Bücher von Stefanie Stahl, dann werden dir die Augen aufgehen.
 

Ich denke, du bist einfach noch sehr jung und daher unerfahren. Emotionale Unabhängigkeit kommt leider erst mit gemachter Lebenserfahrung.


Dann soll er sich eine reifere und ältere Freundin suchen! Das ist nunmal das Los von Männern, die unbedingt eine junge Frau oder eine Jungfrau haben wollen. Null sexuelle Erfahrungen, keine Lebenserfahrungen, nicht wissen, was es noch so in der Welt gibt, sich an den letzten Grashalm klammernd, ... da kommt eben sowas bei rum.

Mache ihn aufmerksam, dass du eine sehr junge Frau bist und ein anderes Verständnis für Nähe hast. Du hast natürlicherweise noch ein höheres Nähebedürfnis als er und du brauchst einen Mann, der das besser stillen kann.
Wie läuft denn der Sex? Denn auch der ist Nähe!


Geändert hat sich nach dem Gespräch aber noch nichts.
Ändern tut sich erst etwas, wenn du bereit bist, ihn verlieren zu können und konsequente Wünsche aussprichst. Eine reife, emotional unabhängige Frau tut das .... irgendwann zumindest.

Nein, es ist ist eigentlich keine Liebe, sondern eine emotionale Abhängigkeit.
 
Hi,

du klingst recht reif und reflektiert.
Ich hoffe Dein Freund ist es auch.

Ich glaube nicht, dass Du das klammern einfach aufgeben kannst.

Ich hatte mehrere klammrige Männer. Letztlich war das nur ein Symptom davon dass ihr Leben wenig erfüllt war. Daher fixierten sie sich auf mich.

Ich wuerde Dir vorschlagen mal den Fokus weg von Deinem Freund u d Beziehung und auf Dich selbst zu richten:
Hast Du gute Freunde? Pläne? Träume? Hobbys? Etwas wofür Du brennst?

Mach Dir mal ne Ziele Liste was Du erreichen willst? Wie Du leben willst?
Wenn Du Dich auf Dich konzentrierst entlastest Du ihn. Mach Dich selbst glücklich! ...
 
Du schreibst sehr theoretisch und verworren. Bring einfach mal ein oder zwei typische Beispiele. Wo hast du denn seine Bedürfnis nicht respektiert, wie hat er reagiert, was hast du dann gemacht/ gesagt?

Sollte es tatsächlich so sein, dass du ihn in egozentrischer Weise einengst, dann nützt es nichts, wenn du dich "bessern" willst, es reicht auch nicht, wenn ihr regelmäßig darüber redet. Dann zählen vor allem Ergebnisse.

Beispiel: Du würdest mit ihm Freitagabend ins Kino gehen wollen, er hat sich aber schon mit Freunden im Fitnesstudio verabredet.

- Wenn er viel am Wochenende mit dir zusammen unternimmt und auch in der Woche ein oder zwei Abende für dich Zeit hat, dir zudem den konkreten Vorschlag macht, Samstag, Sonntag oder Dienstag den Film im Kino zu sehen, solltest du ihm das selbstverständlich lassen. Du würdest viel kaputt machen, wenn du dann anfingst, deinen Willen durchsetzen zu wollen, mit "nie" und "immer" kommunizierst, noch lange schmollst oder gar zu unrecht eifersüchtig bist.

- Hat er hingegen tatsächlich kaum Zeit für dich, höchstens einmal in der Woche, während er sich für Sport und Kumpels regelmäßig drei bis vier abend- oder tagefüllende Termine pro Woche/Wochenende freihält und bezüglich Kino keinen Alternativvorschlag macht, wäre dein Unmut eher verständlich.

Unabhängig davon: Ihr seid jetzt in der Phase, wo aus Verliebtheit Liebe wird, wo sich zeigt, ob ihr beide auch ohne die rauschähnlichen Hormone und Botenstoffe respektvoll miteinander agiert und die Passung im Alltag stimmt.

Wenn 91 dein Geburtsdatum ist, bist du noch sehr jung. Dann finde ich es gut, dass du dein Verhalten hinterfragst und nach einer Lösung suchst. Das sollte er jedoch auch. Es könnte sein, dass sein Verhalten bewusst oder unbewusst genauso zur Eskalation und Lieblosigkeit beiträgt. Also schreib mal bitte ein, zwei Beispiele über eure unterschiedlichen Bedürfnisse, Verhaltensweisen/ Reaktionen und eure Kommunikation/Wortwahl.
 
Versuche Eurer Beziehung einwenig mehr Struktur zu geben. Z. B. könnt Ihr euch jede Woche einmal einen Termin geben, wo Ihr nur für Euch Zeit habt. Handy aus, keine berufliche Emails checken, keine YT Videos und Ihr kuschelt zusammen oder geht zusammen spazieren oder redet, kocht zusammen und ähnliches.
Dein Verhalten kenne ich aber eigentlich nur von meinem Kind und von meiner Mutter. Diese wollen immer Aufmerksamkeit. Wenn ich aber eine Stunde Zeit mit meiner Mutter verbringe, sie reden lasse oder ihr vollste Aufmerksamkeit schenke, dann ist sie erstmal ruhig und aufgetankt. An deiner Stelle würde ich für die Aufmerksamkeit und Zuwendung im Kalender feste Termine machen. Schaue mal wie oft du diese absolute Aufmerksamkeit brauchst. Einmal pro Woche, oder mehr? Jeden Abend 10 Minuten? Falls Du aber rund um die Uhr Aufmerksamkeit benötigst, solltest Du versuchen positive Ablenkung zu suchen. Aktiviere deine Hobbys, gehe joggen, gehe mit deinen Freundinnen spazieren. Versuche dein Leben bunter zu gestalten und sei nicht so fixiert auf nur eine einzige Person. Das macht dich wiederum für deinen Partner attraktiver. Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg.
 
Es fing damit an, dass meinem Freund der Freiraum fehlte. Ich habe Verlustängste und klammere dadurch manchmal sehr.... Ein furchtbarer Teufelskreis.

Hallo Eva,

die acht Monate haben gezeigt, dass euer Ding nichts Langfristiges werden kann, weil sich nach einem halben Jahr Kennenlernen das Ende der Rosa-Wolken-Phase eingeläutet hat.

Sieh der Tatsache ins Auge, dass ihr ein zu unterschiedliches Nähe-Distanz-Bedürfnis habt. Deshalb wird das nichts auf Dauer mit euch beiden. Bisher hattet ihr nach einem Streit zwar immer wieder zueinander gefunden, doch offensichtlich will er sich nicht mehr länger einengen lassen.

Liebe hin, Liebe her, dieser Teufelskreis wird sich weiter verschlimmern.

Da kannst du dich verbiegen, an dir arbeiten und dich bemühen soviel du willst, - für seine Bedürfnisse wirst du immer zu sehr klammern und er erträgt es nicht mehr länger.

Du bist verzweifelt und hast Riesenangst, dass eure Beziehung kaputt geht und klammerst deshalb um so mehr. Hoffnung sehe ich da keine, denn grundlegende Charakterstrukturen und Verhaltensweisen, die auf die Erziehung zurückzuführen sind, ändern sich nicht oder nur sehr schwer. Bei ersterem müsste man sich auf ewig total verbiegen und beim zweiten eine längere Therapie durchzuführen.

Statt dich zu quälen und unglücklich zu sein, solltest du dir lieber einen Mann suchen, der das gleiche Nähe - Bedürfnis hat wie du. Dann macht Beziehung viel mehr Spaß.
 
Es ist sehr anstrengend mit einem Partner, der immer dann, wenn man gedanklich von ihm weg ist und was Eigenes macht, kommt und schreit "ICH BIN AUCH NOCH DA!". Ich hab schon mal sowas von einem Mann gelesen, der sogar auf das Strickzeug seiner Freundin eifersüchtig war, weil sie nicht seine Hand hielt beim Fernsehen, sondern mit der Handarbeit beschäftigt sein wollte.

Und ja, natürlich mag er nichts mehr geben, weil alles so eingefordert und erzwungen wird von Dir. Das einzige, was mE hilft, ist, dass Du auf Abstand gehst und Dich mehr mit Deinen Dingen beschäftigst. Und Du könntest überlegen, warum Du so der Mittelpunkt des Lebens sein willst bei Deinem Partner. Das ist ja ziemlich egozentrisch.
Bist Du vielleicht im Elternhaus übergangen worden, hat Deine Mutter immer mit Dir konkurrieren wollen und dergleichen? Hast Du jüngere Geschwister, um die Du Dich gekümmert hast, aber über die Du auch Macht hattest?

Dein Freund muss erstmal wieder das Gefühl bekommen, dass er Freizeit ohne Dich haben kann, ohne dass es Zoff gibt. Das Vertrauen hat er anscheinend gerade nicht mehr in Dich. Es ist auch schwer wiederzuerlangen. Ihr müsst auch drüber reden, also statt mit Forderungen und Beschuldigungen zu kommen, mal sagen "ich hab mir vorgenommen, dich jetzt nicht mehr bei xy zu stören, wenn du das machen willst. Also wenn du xy machen willst und ich wieder Probleme mache und störe, dann will ich, dass du mir das ruhig sagst und werde mich dann an meinen Vorsatz erinnern und ohne Diskussion gehen". Und das musst Du dann auch machen. Such Dir irgendwas, das Du dann machen willst und das Dir Spaß macht. Dann kommst Du irgendwann von selbst drauf, dass es noch was anderes für Dich gibt als Dein Freund, und Du willst am Ende selbst Zeit für Deine eigenen Interessen, statt immer wieder einzufordern, Dein Freund solle sich mit Dir beschäftigen.
 
In dieser Situation kann ich dir nur raten, dass du dir und ihr euch externe Hilfe sucht: einen Paartherapeuten und auch einen Therapeuten oder Coach für dich allein.

Das, was deinem Klammern zugrunde liegt, kannst du nicht mal eben so durch Umsetzung von Ratschlägen hier im Forum auflösen. Du brauchst Anleitung, um die Gründe zu finden, und du brauchst Unterstützung dabei, ein neues Verhalten zu lernen.

Wenn du das Problem nicht grundlegend angehst, hast du in der nächsten Beziehung wieder dieselben Probleme.

Alles Gute
w55
 
Hallo,

ich stimme @void und @Hauself zu. Deine Verlustängste bzw. dein Aufmerksamkeitsdefizit solltest du mal aufarbeiten. Was war prägend in deinem Leben, so dass du dieses Klammern an den Tag legst.

Nebenbei könntest du anfangen autogenes Training zu üben.
Dein Klammern ist wie eine fortwährende Panikreaktion. Lerne das bewusst zu unterbrechen und dich selbst zu beruhigen.
 
Ich kenne - als Frau - dieses Klammer-Problem sehr gut. Es schaukelt sich dann so hoch, dass ich nur noch genervt bin, mich eingeengt fühle und Nähe kaum noch ertrage.

Ich kann sehr schlecht nachvollziehen, wie man bei Rückzugssignalen des Partners immer noch weiter klammern, kletten und vereinnahmen kann - es muss aber ein tief sitzender Mechanismus sein. Ich fürchte, Du musst die Ursachen dieser Ängste erforschen, sonst wirst Du immer wieder scheitern. Viel Glück für Dich.
 
Es ist sehr schwer, hier Hilfe anzubieten, weil eure Streitkultur zwar offensichtlich destruktiv ist aber nicht im Detail bekannt ist.

Oft liegt es an der Kommunikation, nicht was man sagt, sondern wie.
Keine Regeln aufstellt, auf Grenzen nicht achtet etc.= deshalb wird's schlimmer als besser.

Beispiele:
Ich bin verletzt..
Habe ich früher mal inflationär benutzt und heute (hoffentlich) völlig aus dem Wortschatz gestrichen.
Verletzt ist kein Gefühl
Zu den Gefühlen gehören : Trauer, Wut,Angst, Freude und Glück.
Verletzt mag traurig sein, wütend und auch ängstlich sein aber es sagt dem Gegenüber vorallem: Du bist böse, du hast verletzt.
Damit öffnet man niemanden zuzuhören, sondern erntet Abwehr.

Nächstes Beispiel für Grenzen und Regeln:
Ich jammer selten aber in bestimmten Situationen, kann ich mich richtig reinsteigern.
Mein Ex sprang irgendwann hoch rot auf und hat einen richtig hatten Satz losgelassen.
Mir sozusagen den Grenzphahl auf den Kopf gedonnert.

Regeln:
Er konnte sagen, wenn er müde war: ist es wichtig oder hat es Zeit bis morgen?!
Morgen war aber verbindlich
Alleine kurz innehalten und überlegen, hat Ruhe gebracht.
Merkte er, ufert aus, hat er frühzeitig : 10 gesagt. = ich habe noch 10 Minuten

Bei einer gemeinsamen Diskussion wurde zb ausgeknobelt: Wer bekommt zuerst den Raum sich auszukot...
und wer als zweites.
Unterbrechen verboten...

Google mal: Regeln beim Streiten etc

Eine Mediation täte Euch gut
 
Wenn 91 dein Geburtsdatum ist, bist du noch sehr jung. Dann finde ich es gut, dass du dein Verhalten hin
Ähm, da hat jemand in der Schule nicht aufgepasst ? 91sind mittlerweile 28 Jahre, in dem Alter war ich schon zweifache Mutter. Wer sich in dem Alter nicht im Griff hat, soll Therapie machen, da sind die Mustern schon fest und ohne Therapie oder viel Drama kommt man nicht so leicht da raus.
 
Als alter Unternehmensberater empfehle ich:
Schreibt beide auf
- was ihr am jeweils anderen findet, was euch stört, was ihr wollt und welchen Wünsche ihr an den anderen habt.
(Richtig aufschreiben, keine WA oder mail, ausdrucken!!!!)
Dann tauscht ihr diese Schriftsätze aus. Und lest genau, gebt euch 2 Stunden Zeit. Danach hat jeder Fragen an den anderen, die ehrlich beantwortet werden.
Gemeinsam verfasst ihr dann ein Resumee ......
Ob euch das hilft? Das Ergebnis lässt sich nicht voraussagen - aber Klarheit bringt dieses Vorgehen so ziemlich immer.
 
Wenn ich dich richtig lese, vertiefen sich die Probleme in eurer frischen Beziehung nun, weil es dich schmerzt, dass er Grenzen zieht und für deine Bedürfnisse nicht mehr volllumfänglich zur Verfügung steht. Demnach wäre das Problem gelöst, solltest du den Schmerz loslassen und dich auf die neue Situation einstellen können ... ich merke jedoch gerade, dass deine Fragestellung zu theoretisch ist. Du wirst hier nur Allgemeinplätze und besonders vage Vermutungen lesen.

Wie wäre es mit konkreten Beispielen:
In welcher Situation hast du dich so aufgedrängt, dass er sauer wurde?
Und - in welcher Form geht er nun über deine Bedürfnisse hinweg? Vielleicht zeigt sich anhand deiner konkreten Beschreibung auch die Unmöglichkeit diesem Mann gerecht zu werden und der Tipp, deinen Schmerz zu bearbeiten, ist komplett falsch.

Was jedoch immer gut ist: Sich nicht festbeißen in einer Paardynamik, sondern dein eigenes Leben wieder verstärkt in den Fokus nehmen. Für mich liest du dich wie eine Frau, die sich komplett auf eine Beziehung konzentriert, dort alles finden will an Erfüllung und deshalb leidet. Auch diesbezüglich wären ein paar einfache, konkrete Aussagen zur Einordnung hilfreich.
 
Liebe Eva,

Nimm Dich erstmal ernst.
Du hast Ängste, und das hat seine Gründe.
So wie es ausschaut, sind diese Gründe aber nicht bei Deinem Partner, sondern liegen in früheren Erfahrungen.

Was Du jetzt für Dich tun kannst.
Dir eingestehen, dass Du Angst hast.
Dir Stopp sagen, wenn Du merkst, dass Du zu weit gehst.
Dir dabei immer wieder sagen, es ist ok, aber es ist etwas Vergangenes.
Mit Deinem Partner darüber reden, dass er Dir Stopp sagen darf.

Die Anregungen hier, dass Du Dir nebenher auch anders suchen solltest, was Dir Spaß macht, wo Du Dich engagieren kannst, soziale Netzwerke, sind hilfreich. Konzentriere Deinen Fokus nicht nur auf Deinen Partner, baue Dir ein eigenes Leben auf, finde da Deine Selbstbestätigung.

Weil aber so massive Ängste meist auf Erfahrungen aus der Vergangenheit bis zu frühkindlichen Erfahrungen beruhen, solltest Du zumindest darüber nachdenken, Dir gute therapeutische Unterstützung zu suchen. Oft sind einem diese Erfahrungen gar nicht aktiv bewusst, und damit diese Ängste auch kaum aufzulösen.

Es lohnt sich, daran zu arbeiten - für ein freies, angstfreies Leben, und um gesunde Beziehungen eingehen zu können.

W,49
 
Hallo FS,

ich bin dir ein bisschen ähnlich und kann dich verstehen ...

Ich z.B. neige in Beziehungen mit lieblosen/wenig einfühlsamen Männern auch eher Verlustängste zu entwickeln. Das hatte ich schon früher immer wieder mal. Es kommt hier aber auf den Partner an. Liebevolle und zugewandte Männer würden das bei mir nicht auslösen.

Ich sehe das partiell anders. Wie die meisten anderen Kommentatoren hier denke ich, dass die FS auf Basis von Verlustangst ein überzogenes Näheverhältnis hat und, dass sich ihr Klammern und das Entfliehen ihres Partners aus dieser Klammer wie eine Spirale immer stärker hoch schaukeln. Selbst wenn diese Beziehung nicht zu retten ist, sollte sich die FS therapeutische Hilfe suchen damit sie in späteren Beziehungen bestehen kann.

@irina_85 du hast aber recht, dass Verlustängstliche und Hochsensible gleichermaßen zu äusserlich stark wirkenden (und damit oft gefühlskalten und distanzierten Partnern) neigen. Die Gründe sind aber unterschiedlich.

Der Verlustängstliche sucht einen starken Beschützer an den er sich anlehnen kann und erkennt nicht, dass die vermeintliche Stärke eine Mauer ist die keine Nähe durchlassen soll.

Der Hochsensible freut sich darüber, dass es den Starken nicht stört wenn sich der Hochsensible öfter einmal zur Regeneration zurück zieht und dieser Partner nicht herum meckert wenn der Hochsensible viel Erholungszeit und Raum mit sich selbst braucht.

Der Hochsensible erkennt erst dann wenn er die Stärke seines Partners doch einmal zum Anlehnen brauch, wen er sich da an Land gezogen hat. Es stellt sich dann z.B. heraus, dass der Starke ggf. doch stärkeres, primär aber sexuelles Nähebedürfnis hat, als vom Hochsensiblen vermutet. Der Starke hat die "für sich selbst da sein" Zeiten des Hochsensiblen für Schmetterlinge und Sex mit anderen Frauen genutzt. Vieleicht wäre hier ein bewussterer Umgang mit diesen Eigenschaften die Lösung. Manche versuchen es ja mit Polyamory.
 
dass die FS auf Basis von Verlustangst ein überzogenes Näheverhältnis hat und, dass sich ihr Klammern und das Entfliehen ihres Partners aus dieser Klammer wie eine Spirale immer stärker hoch schaukeln.

naja das wissen nur die beiden. Es ist schwierig hier überhaupt ein Urteil zu treffen, finde ich. Es könnte auch sein, dass er sehr distanziert ist und wirkt. Ihre Verlustängste werden getriggert und so kommt eins ums andere dabei heraus.
Wenn sie Verlustängste hat, dann sind eher beide bindungsängstlich. Die ziehen sich meisst auch an..also es liegt an beiden, beide haben Angst vor Nähe. Es ist aber nur eine Vermutung.
 
91sind mittlerweile 28 Jahre, in dem Alter war ich schon zweifache Mutter.
Wahrscheinlich erst 27, das Jahr ist ja noch jung. Ich bin genau in diesem Alter zum ersten mal mit einem Mann zusammengezogen, dem Vater meiner Tochter. Das war schon ne Bewährungsprobe. Heute bin ich 50 und die FS könnte meine Tochter sein, in ihre erste Beziehung starten und an einem schwierigen Punkt angekommen sein. Ich finde sie jung und mir gefällt es, dass sie hier fragt.

Schön für dich, wenn du mit deiner großen Erfahrung da schon über den Dingen standest;-) Trotzdem ist es nie zu spät, Verhaltensmuster zu hinterfragen und einen fehlerhaften Kurs zu korrigieren.
 
Schön für dich, wenn du mit deiner großen Erfahrung da schon über den Dingen standest;-) Trotzdem ist es nie zu spät, Verhaltensmuster zu hinterfragen und einen fehlerhaften Kurs zu korrigieren.
Ich habe das nicht abwertend geschrieben und war mit 28 auch nicht reif, reif. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich,wie schwierig ist es, Situationen zu ändern, wenn man mittendrin steckt. Theoretisch sollte man sich trennen und auf sich konzentrieren, praktisch ist nicht einfach umzusetzen. Andererseits bin ich auch gebrannte Kind und weiß, wie das ist, mit Menschen zu tun zu haben, die permanent deine Aufmerksamkeit fördern, auf die eine oder andere Art. Und wenn sie noch "zu emotional "sind.Tja,für mich ist es pures Gift, es zieht mir unglaublich viel Kräfte, ich könnte förmlich zuschauen.
 
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