• #1

Substanzen um Durchzuhalten

Nach dem ich vor kurzem über einen deutlichen Anstieg von Medikamentenmissbrauch seit Corona gelesen habe, möchte ich fragen, wer bereits so eine Phase hinter sich hat. Eine Phase, die er nur durch "Substanzen", welcher Art auch immer, beginnend bei exzessiv Kaffee, durchgehalten hat.

Bei mir ist es so, dass meine Substanz anscheinend Zucker ist, in der Form von Schokolade und allem möglichem Gummizeug. Während der Fastenzeit verzichte ich jedoch jedes Jahr darauf (kein religiöser Hintergrund, aber es passt zeitlich einfach gut), aber es fehlt mir dann schon.

Ansonsten niemals andere Substanzen in 53 Jahren, wirklich nichts. Den Kaffee am morgen zähle ich nicht dazu, denn darauf könnte ich locker verzichten.

Danke vielmals für eure Erfahrungsberichte.

ErwinM, 53
 
  • #2
So richtig habe ich so etwas nicht :) Aber bei Stress neige ich schon auch zu Frustessen, dann auch meist Süßigkeiten. Bisher hat das glücklicherweise noch nie auf die Hüften durchgeschlagen, aber ich merke, dass mir das dann gar nicht so gut tut (Haut und vor allem auch Aufgedrehtsein durch den Zucker). Kaffee trinke ich nicht, nur schwarzen Tee morgens; ich habe nie geraucht oder gar andere Medikamente wie Ritalin genutzt, auch als Student nicht. Ich denke aber, dass ich generell keine Suchtpersönlichkeit bin, also nicht so anfällig rein genetisch gesehen. Als ich eine Zeitlang mit meinem ersten Freund gekifft habe, habe ich es dann auch einfach wieder gelassen, ohne danach je ein Verlangen zu haben. Alkohol trinke ich auch selten und eher in Gesellschaft.
Aber eine Mitbewohnerin und Freundin war sehr anfällig für alles, was Sucht betrifft. Sie kam vom quasi Kettenrauchen gar nicht los (trotz wenig Geld), musste auch immer auf ihren Bierkonsum sehr achten, weil sie schon merkte, dass sie sich schnell zu sehr darauf einließ, hatte in der Jugend auch Speed und LSD ausprobiert und war fast drauf hängengeblieben hätte es da nicht ein sehr negatives Erlebnis gegeben. Sie sagte selbst, sie sei da extrem anfällig. Daher denke ich, Menschen sind da wirklich sehr unterschiedlich; natürlich auch von der Prägung vom Elternhaus her.
w, 38
 
  • #3
Ich will zum "Durchhalten" eigentlich gar nichts brauchen und mich nicht in Abhängigkeiten begeben. Aber es gab durchaus Phasen, in denen ich für mein persönliches Empfinden zuviel Alkohol und auch Zucker zu mir genommen habe. Was immer noch nicht heißt dass das übermäßig viel war - wochentags trinke ich zum Beispiel nur alkoholfrei - aber ich merkte, dass ich mich zu sehr dran gewöhne.

Seit 3 Wochen trinke ich nun gar keinen Alkohol und habe auch Industriezucker komplett gestrichen. Solche Kuren zwischendrin sind mir wichtig. Allein den Zuckerverzicht merke ich dermaßen, das ist kaum zu glauben.

Ich bin leider jemand, der schlecht reduzieren kann und ich neige schon ein wenig zum Suchtverhalten, bin aber gleichzeitig ziemlich diszipliniert. Deswegen hab ich das gut im Griff.

Meine Tasse Kaffee täglich trinke ich derzeit, habe aber auch schon Monate drauf verzichtet.
 
  • #4
Eine Phase, die er nur durch "Substanzen", welcher Art auch immer, beginnend bei exzessiv Kaffee, durchgehalten hat.
Also für meine 11stündige Nachtschicht brauche ich schon eine Kanne Kaffee und mindestens 10 Zigaretten.
Den Kaffee trinke ich ohne Milch und mit etwas Zucker. Ganz schwarzer Kaffee schlägt mir auf den Magen. Ich trinke wenig Alkohol.
In jungen Jahren habe ich so einiges ausprobiert. Von psychoaktiven Pilzen habe ich lieber die Finger gelassen.

Da sich im Rahmen meiner Arbeit während der Coronazeit kaum Änderungen ergeben haben (im Privaten schon) hat sich auch mein Verhältnis zu 'Substanzen' nicht verändert.
 
  • #5
Ohje, nun wird also die Aufstellung eine bekennenden Giftlers für Aufregung sorgen ..... ich sehe es kommen.

Kaffee, schwarz, stark und viel - benötige ich, um überhaupt in Gang zu kommen
Meine Dosis Nikotin auch - hilft sehr, sich zu konzentrieren.
Allerdings - Genuss muss mit dabei sein. Ich rauche relativ langsam und schlechter Kaffee ist für mich ein Grund, diesen stehen zu lassen
Medikamente - ich muss welche nehmen. Teilweise unter ärztlicher Aufsicht. Also so gesehen heftiges Zeux - das mir hilft, ein gutes Leben zu führen. Ich bin sehr dankbar dafür ....
Die Aspirin zwischendurch - war nie mein Ding. Als eine Zahnwurzelbehandlung schief ging, natürlich prompt übers WE - bin ich mit 2 Tabletten davon ausgekommen. Mein Zahndoc hat nur den Kopf geschüttelt - aber auch Aspirin wirkt, wenn du nur alle 5 Jahre mal eine nimmst.
Alkohol - mag ich, trinke ich gerne, aber nie um betrunken zu werden. Sondern mit Genuss. Und ja, zum Steak gehört für mich ein Bier - kann ein gutes alkfreies sein.
Schokolade, Süssspeisen, Kuchen ... gerne. Rein als Genuss.
Sonstige Substanzen - ja, auch die gab es in meinem Leben schon. Eher vorsichtig - und nein, ich vermisse das Schneegestöber nicht. (längst verjährt)
 
  • #6
Bei mir ist es so, dass meine Substanz anscheinend Zucker ist, in der Form von Schokolade und allem möglichem Gummizeug. Während der Fastenzeit verzichte ich jedoch jedes Jahr darauf (kein religiöser Hintergrund, aber es passt zeitlich einfach gut), aber es fehlt mir dann schon.
Wer mit sich in der Mitte lebt, in Balance ist, mit sich im Reinen ist, gut ausgestattet ist, mit den "S Werten plus", diese auch aktiv lebt, somit genügend Bewusstsein hat, der braucht das alles nicht! Das sind alles lediglich Ersatzbefriedigungen, weil die Defizite danach schreien! Bin seit Jahren davon befreit, benötige keine Genussmittel, benötige keine Medikamente, ich lebe überwiegend mit hohem Bewusstsein mich selbst, von innen nach außen!
 
  • #7
Ich habe seit Corona und durch leider anderen Tagesrhyrhmus meine Essgewohnheiten verschlechtert.

Ich hatte ewige Jahre immer ein vollwertiges Mittagessen, Frühstück fast zu den selben Zeiten und 2-3 Kaffee mit Milch am Tag, abends meist spartanisch.

Ich arbeitete seit 2020 in Tagschichten mit nur 30 Min Pause. Da ging das hastig Essen los. Dann abends Kohldampf, deutlich mehr Süßigkeiten, vor allem Säfte etc.

Das Missverhältnis zeigt die Figur, ich steure jetzt dagegen an. Säfte einsparen geht gut, Kaffee blieb gleich. Und Abends in Zukunft hoffentlich wieder spartanisch
 
  • #8
möchte ich fragen, wer bereits so eine Phase hinter sich hat. Eine Phase, die er nur durch "Substanzen", welcher Art auch immer, beginnend bei exzessiv Kaffee, durchgehalten hat.
Vollkommen unabhängig von Corona:

Ob jetzt nur mit Kaffee durchgehalten kann ich nicht sagen.
Auf jeden Fall habe ich zu Anfang meines Berufslebens derartig viel (starken) Kaffee getrunken, dass ich nachmittags massive Kreislaufbeschwerden hatte, also nicht mehr einwandfrei geradeauslaufen konnte sondern mir extrem schwindelig war. Im sitzen aber ging es - konnte unmengen Informationen aufnehmen und hochkonzentriert lange arbeiten - die beiden Kollegen aus meiner Bürogemeinschaft auch und die rauchten noch dazu.

Dann ist uns beim Umzug die Kaffeemaschine kaputt gegangen und wir stellten gemeinsam fest: besser keine eigene Kaffeemaschine im Büro sondern Wasserkisten. Und wenn Kaffee, dann den weiten Weg in die Kantine laufen und dabei auch keinen Aufzug benutzen. Das tat unserer Gesundheit gut, rauchen im Büro wurde in dem Zusammenhang auch abgeschafft.

Ich habe mitbekommen, dass Kollegen Aufputschmittel konsumierten. Mir wurde Ritalin angeboten zur Leistungssteigerung. Ich hatte keinen Bedarf, fand was ich leistete reicht für mein Gehalt und auch um beruflich schnell vorann zu kommen.
Ich denke, da waren auch nich andere Substanzen im Umlauf, aber davon habe ich nichts mitbekommen, weil die Kollegen mich realistisch einschätzen konnten.

Nach meiner Einschätzung wurden diese Substanzen von Leuten konsumiert, die für einen Beruf in der IT nicht geeignet waren, das aber nicht einsehen konnten, weil ihr Lifestyle das Gehalt benötigte.
In der Gruppe war dann trotz geringer berufliicher Leistung die Quote an Burn-Out-Fällen besonders hoch. Die Pillen schaffen eben keine grundlegenen fachlichen und persönlichen Fähigkeiten, sondern nur Durchhaltevermögen.

Bei mir ist es so, dass meine Substanz anscheinend Zucker ist
Hmmm, macht Zucker nicht eher unkonzentriert? Zumindest sagt man das hinsichtlich ADS.
Keine Ahnung. Der Gedanke an Zähne, Haut und Gewicht hält mich bis heute davon fern. Nervennahrung brauchte ich mangels Nerven nie.
 
  • #9
Also ich trinke schon recht viel Kaffee gegen die Müdigkeit. Im Sommer auch gern nachmittags Energy - ohne Zucker.

Auf Zucker verzichte ich sowieso seit längerem, aber wirklich süchtig danach war ich glaube nie.

Da ich eine Schilddrüsenunterfunktion habe nimmt mein Körper sowieso schwer Mineralstoffe und Vitamine auf. Da supplementiere ich reichlich, insbesondere auch seit Corona vorbeugend zur Unterstützung des Immunsystems. DAS hilft mir sehr gut mich leistungsfähig zu fühlen.

Echte Drogen nehme ich nicht, habe ich auch nie ausprobiert nicht mal Gras geraucht.

Das einzige zur besseren Konzentrationsfähigkeit was ich nehme ist Vitamin B12 und l-Tyrosin. Letzteres war ganz gut für den Anfang des neuen Jobs, wo wirklich alles neu war, um sich alles zu merken, das hat auch gut funktioniert. Aber ich denke das ist nicht schlimm, da es frei verkäuflich ist. Das nehme ich jetzt auch nur noch selten wenn ich wirklich mal sehr unkonzentriert und müde bin.
 
  • #10
Danke für die zahlreichen Antworten!

Also bis jetzt geht es um Genuss und Ausprobieren oder Medikamente wegen Krankheiten. Bis auf die eine Ausnahme des exzessiven Kaffees von @Vikky, den ich unter "Durchhalten" verbuchen würde. Und das Ritalin wurde Dir vom AG "angeboten"??

Ich persönlich kann mir im Moment (!) nicht vorstellen, irgendetwas dauerhaft "einzuwerfen", um eine psychisch belastende Situation irgendwie ertragen (durchhalten) zu können. Ernsthafte Erkrankungen oder akute Schmerzen jetzt mal ausgenommen. Das letzte Medikament oder Schmerzmittel (ausgenommen Schutzimpfungen) irgendeiner Art habe ich so um 1997 "eingeworfen".

Wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin, gibt es frühmorgens ein sehr kleines Frühstück und dann den ganzen Tag nichts mehr, wirklich nichts mehr, außer Wasser. Ich fühle bei diesem "Kurzfasten" keinen signifikanten Unterschied zu "Zuckertagen".

Wie auch immer, "Jeder Mensch braucht ein Laster." Der Spruch ist von einer ehemaligen Chefin, die äußerst gesund gelebt hat - aber geraucht hat! Weil: "Jeder Mensch braucht ein Laster." Aber das hat nichts mit Durchalten zu tun, sondern mit Genuss.

ErwinM, 53
 
  • #11
Nope! Keinerlei Suchtpotential, obwohl das in der Familie liegt.
Ich trinke gerne Kaffe, leider mit viel Milch. Tut mir nicht gut, lasse ich möglichst weg. Rauchen früher genussvoll und gerne. Habe ich dann aufgegeben, weil ich von dem gesparten Geld lieber mein Hobby finanzieren wollte. Ging dann von jetzt auf gleich. Heute gerne mal mit Freunden nach gutem Essen und Wein.
Wein.....ich liebe, liebe, liebe guten Wein. Den kann ich genießen und da auch mal über die Stränge schlagen. Aber ich trinke dann wochenlang nüscht. Weil ich keinen Anlass habe. Mir Abends ein Glas gönnen, befriedigt mich nicht. Medikamente muss ich auf Grund einer chronischen Erkrankung leider nehmen. Darum vermeide ich alles was nicht unbedingt notwendig ist. Den Schmerz halte ich in der Regel lieber aus, statt ihn zu betäuben.
Naschen war nie mein Ding. Auch wenn ich nicht danach aussehe. Obwohl......es gibt die Momente in denen ich mich mit Häagen-Dazs Eis belohne. Das liebe ich sehr. Aber eher wenn ich gechillt bin. Habe ich Stress kann ich nicht genießen und dann gibt mir all das nichts.
 
  • #12
Ich hatte früher oft ein Dreigespann aus Kopf-, Rücken- und Magenschmerzen als mein Sohn noch bei mir/uns wohnte. Da ich morgens schon unter Spannung stand, was denn dieser Tag wieder so bringen würde (und jeder Tag brachte so einige "lustige" Sachen) - hat sich das über Jahre in den besagten Regionen körperlich manifestiert.

Ibuprofen, Iberogast und Muskelrelaxantien waren meine ständigen Begleiter - geraucht habe ich von 16 bis 31 mit Unterbrechung bei der Schwangerschaft und ein Jahr danach.

Aus Mangel an Zeit und teilweiser Überforderung habe wenig bis nichts für mich getan, das war dann irgendwann zu merken. Einige Sachen würde ich heute anders machen, andere ließen sich leider einfach nicht ändern. Ich wollte ihn aber so weit es ging auf den Weg bringen, das war mir wichtig. Keine Ahnung, ob meine grauen Haare daher rühren ;-). Heute gehts mir jedenfalls überwiegend gut, ich mache jetzt die Dinge, die früher nicht gingen und freue mich, dass wir (mein Sohn und ich) dann doch ohne nachhaltige "Einschläge" so weit gekommen sind - auch wenn das Durchhalten "tonnenweise" Ibu, andere Medis und auch abendlichen Rotwein gekostet hat. Heute isses nur noch der morgendliche Kaffee - der MUSS :cool:. Andere Drogen habe ich aber nie probiert - reichte auch so.
 
  • #13
Bin seit Jahren davon befreit, benötige keine Genussmittel, benötige keine Medikamente, ich lebe überwiegend mit hohem Bewusstsein mich selbst, von innen nach außen!
Ich vervollständige mal:
Ich brauche auch keine Nahrung, meine S- und S-Pluswerte erlaube mir mich nur aus mich selbst zu ernähren.
Eine solche Lebensform kann man natürlich nur erreichen wenn man mit sich selbst im Reinen ist.
Essen ist doch auch nur mainstream und fremdkonditioniert. Das ist meine Meinung und diese meine Meinung ist richtig.
 
  • #14
Nach dem ich vor kurzem über einen deutlichen Anstieg von Medikamentenmissbrauch seit Corona gelesen habe,
Warum genau? Für mich gab es keinen Grund, etwas an meinem normalen Nicht-Substanzen-Gebrauch zu ändern.
wer bereits so eine Phase hinter sich hat. Eine Phase, die er nur durch "Substanzen", welcher Art auch immer, beginnend bei exzessiv Kaffee, durchgehalten hat.
Hatte ich noch nie, selbst als mal an der Uni in den USA mein Rekord vorübergehend bei zwei komplett durchgemachten Tagen und Nächten lag. Das ist nicht gesund und überhaupt nicht empfehlenswert, aber es war eine verrückte, witzige Erfahrung, ich bin gar nicht nach Hause gegangen, sondern habe zwei Tage im Unterricht und zwei Nächte arbeitend in der 24 Stunden geöffneten Bibliothek verbracht (und habe dort um 3 Uhr morgens noch andere getroffen!) und mich durch intensiven Frühsport im Schwimmbad nebenan jeden Morgen wieder hellwach bekommen, dort habe ich auch geduscht und mich umgezogen, Wechselklamotten und Zahnbürste hatte ich dabei. Ich nehme auch in solchen Fällen und allgemein aus Prinzip keine Substanzen, sondern werde wach durch Sport, kalte Duschen und Adrenalin. Ist aber sehr ungesund und sollte man auf keinen Fall dauerhaft machen.
Den Kaffee am morgen zähle ich nicht dazu, denn darauf könnte ich locker verzichten.
Sicher? ;)

Ich bin, was Substanzen betrifft, sehr langweilig: Ich habe noch nie geraucht, war noch nie betrunken und habe noch nie Drogen oder regelmäßige Medikamente genommen, Kaffee trinke ich keinen (aber manchmal koffeinfreie Alternativen wie Muckefuck), Soft- oder Energy Drinks sowieso nicht.

Ich habe die Angewohnheit, dass ich, wenn ich lange am Computer sitze, immer was trinken möchte nebenbei, allermeistens Tee.

Und ich habe seit früher Kindheit einen kleinen Tick (oder eine leichte OCD) zum Abbau innerer Unruhe, das heißt, vor bestimmten Handlungen "muss" ich eine bestimmte, genau definierte, symmetrische Handbewegung ausführen und ein bestimmtes Sprüchlein (stumm) aufsagen, wie eine Art Zwangsritual, seit über zehn Jahren mehrmals am Tag, geht aber sehr schnell und die meisten Menschen merken es nicht, obwohl ich es in ihrer Anwesenheit tue, immer vor irgendwie "wichtigen" Momenten, aber auch z.B. vorm Essen. Ich streiche mir dann auf eine bestimmte Art mit geschlossenen Augen einmal mit den Händen durchs Gesicht (dabei halte ich die Luft an, zähle alle zehn Finger(nägel) ab, berühre beide Ohrläppchen, Augeninnenwinkel, Nasenflügel und Lippenwinkel) und sage danach stumm einen lateinischen Text auf, den ich vor Jahren in der fünften Klasse auswendig gelernt habe und seitdem täglich wiederhole (es waren auch mal mehr Sprüchlein, aber ich habe es auf diesen reduziert). Sollte ich dabei unterbrochen werden, muss ich alles wiederholen. Ist ein kleiner Tick von mir.🙃
w27
 
  • #15
Ich trinke morgens nach dem Aufwachen sofort 1-2 Tassen Kaffee . In der Schule nur noch eine Tasse und die letzte dann im Café . Ich esse beinahe täglich eine Kugel Eis mit Sahne im Becher . Ich betrinke mich nicht , schaffe kaum einen halben Liter Wein oder mehr als zwei Flaschen Bier, rauche nicht mehr und habe noch nie Drogen konsumiert . Wenn ich eine Sucht habe ist es nach Meinung meiner Kinder mein Handy und eventuell das Elite Partner Forum. Und tatsächlich bin ich hier so gut wie täglich präsent .
 
  • #16
Essen ist doch auch nur mainstream und fremdkonditioniert.
Gilt das auch für Trinken ?
Ich frage für eine ganze Region - denn bei uns heisst es: 3 Bier sind auch ein Vesper - aber Durst hast du dann immer noch.

Naja, zur Not geben wir hat den S Wert der Selbstkasteiung auf - und den der Selbsttötung. (S Wert plus)
Möglicherweise hilft auch Doppelherz - das Plus für den Tag.
(Sorry Erwin, aber wenn der Schalk einen reitet ....)
 
  • #17
Ich trinke viel Kaffee, sonst bekomme ich Kopfschmerzen. Wenn ich Stress habe, brauche ich Bewegung, gehe dann Spazieren oder putze zuhause meine Küche und die Fenster, streiche die Wände, bastele irgendetwas oder male ein Bild. So verarbeite ich Stress. Früher habe ich sehr viel Musik gehört und Filme geschaut und so kenne ich sehr viele sehr gute Filme. Das hat mich immer beruhigt.
Mit normalen Genussmitteln wie Alkohol oder Zigaretten, Schokolade etc. Kann ich nichts anfangen. Ich trinke nicht mal Cola. Eigentlich ernähre ich mich sehr gesund 😊. Bin trotzdem nicht ganz gesund, immer hin ü50.
 
  • #18
Warum genau? Für mich gab es keinen Grund, etwas an meinem normalen Nicht-Substanzen-Gebrauch zu ändern.
Zitat:
"Ein gutes Viertel der Menschen fühlt sich durch die Pandemie psychisch belastet. Dieser Belastung versuchen Betroffene vermehrt durch missbräuchlichen Medikamentenkonsum entgegenzutreten."
Vor allem Schlaf- und Beruhigungsmittel, bei den jüngeren auch Aufputschmittel.

auch wenn das Durchhalten "tonnenweise" Ibu, andere Medis und auch abendlichen Rotwein gekostet hat.
So eine Situation wie Deine hatte ich in etwa im Auge. Eine Situation, der Du als verantwortungsvoller Mensch real nicht entkommen konntest, sondern nur durch reichlich Substanzen.
Gedankenexperiment: Kannst Du Dir vorstellen, was passiert wäre, wenn Du diese Substanzen nicht konsumiert hättest?

Das wäre dann der S-Wert mit dem "Großen Plus" (Kreuz)...

Sorry Erwin, aber wenn der Schalk einen reitet
Kein Thema ist ernst genug, um nicht darüber lachen zu können. Außerdem wissen wir ja, das Humor eine ernste Angelegenheit ist.

Natürlich nicht, google mal nach Lichtnahrung!

Ich trinke viel Kaffee, sonst bekomme ich Kopfschmerzen.
Das gehört jetzt auch fast zum Durchhalten / Funktionieren. Sehr ungewöhnlich. Wie hat sich das ergeben, wie bist Du da draufgekommen, dass das hilft?

ErwinM, 53
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #19
Bis Mitte 20 hab ich geraucht wie ein Schlot, hätte ich das nicht gemacht, keine Ahnung. Ab dann wurde es besser und ich hab nicht mehr soviel geraucht, nur noch so 20 pro Tag.

Trinken kann ich auch, aber das wird eher lustig und ist kein Mittel zum Durchhalten. Und zum Glück vertrage ich nicht soviel und ich trink nur Bier, kein Wein, keine harten Sachen, keine Mischgetränke. Geht im Moment aber selten wegen unseren Kindern.

In den letzten Jahren setzte ich mich bei extremen Streß manchmal vor dem Rechner und mach PvP.
 
  • #20
Das gehört jetzt auch fast zum Durchhalten / Funktionieren. Sehr ungewöhnlich. Wie hat sich das ergeben, wie bist Du da draufgekommen, dass das hilft?
So ungewöhnlich ist Kaffeetrinken eigentlich nicht, würde ich sagen☺️.

An der Uni hatte ich sehr lange Tage. Es fing morgens um 8 Uhr mit den Vorlesungen an und endete Abends um 18 Uhr, wo unsere Tutorin immer rein kam und „Ausländer raus“ rief 😂….. In meiner Muttersprache ist „Ausländer“ positiv behaftet, deshalb fand ich es nicht schlimm und sie meinte es auch nicht böse. Einfach als Spaß…. Naja, danach bis 22Uhr Bibliothek 📚 bis der letzte Bus kam. Ganzer Tag war ich dort und die einzige Ablenkung war ein Kaffeeautomat. Ich denke, Ich trank bestimmt tagsüber mindestens 10 Tasse Kaffee 😊 und so hat mein Körper sich daran gewöhnt.
 
  • #21
Wie hat sich das ergeben, wie bist Du da draufgekommen, dass das hilft?
Ich antworte mal. Natürlich kann @Lavieestbelle ihre Antwort dazu schreiben.
Die Logik ist anders herum. Mann / Frau / Diverse trinken viel Kaffee warum auch immer. Dann wird auf Kaffee verzichtet und der Körper antwortet mit Kopfschmerzen.
Menschen, die alltäglich sehr früh aufstehen und dann viel Kaffee trinken kennen die Sonntagskopfschmerzen wenn sie dann mal ausschlafen und nicht schon um 6 uhr morgen eine Kanne Kaffee intus haben.
 
  • #22
Ich denke, Ich trank bestimmt tagsüber mindestens 10 Tasse Kaffee 😊 und so hat mein Körper sich daran gewöhnt.
Die Logik ist anders herum. Mann / Frau / Diverse trinken viel Kaffee warum auch immer. Dann wird auf Kaffee verzichtet und der Körper antwortet mit Kopfschmerzen.
Menschen, die alltäglich sehr früh aufstehen und dann viel Kaffee trinken kennen die Sonntagskopfschmerzen wenn sie dann mal ausschlafen und nicht schon um 6 Uhr morgen eine Kanne Kaffee intus haben.
Danke vielmals! Das ist mir völlig neu, hatte keine Ahnung, dass man sich durch Kaffee so "ruinieren" kann. Obwohl Frühaufsteher, trinke ich immer nur eine Tasse zum Frühstück und tagsüber keinen mehr.

@Inanna*, jetzt hast Du mir einen Floh ins Ohr gesetzt: Kein Kaffee = billiger und umweltfreundlicher! Ich fange gleich morgen mit dem Kaffeeverzicht an, stattdessen gibt es ein Glas Leitungswasser!

ErwinM, 53
 
  • #23
"Ein gutes Viertel der Menschen fühlt sich durch die Pandemie psychisch belastet. Dieser Belastung versuchen Betroffene vermehrt durch missbräuchlichen Medikamentenkonsum entgegenzutreten."
Das sollte man stärker eingrenzen, um welche Lebenssituationen es genau geht.
Wenn es dabei zum Beispiel um Intensiv-Pflegepersonal geht, die im Akkord um das Überleben von Corona-Patienten kämpfen, kann ich das absolut nachvollziehen.
Wenn es aber der Otto-Normalbürger ist, der wegen etwas Homeoffice oder geschlossenen Schwimmbädern glaubt, er habe da eine psychische Belastung, dann kann ich das nicht wirklich ernst nehmen.
 
  • #25
Danke vielmals! Das ist mir völlig neu, hatte keine Ahnung, dass man sich durch Kaffee so "ruinieren" kann. Obwohl Frühaufsteher, trinke ich immer nur eine Tasse zum Frühstück und tagsüber keinen mehr.

@Inanna*, jetzt hast Du mir einen Floh ins Ohr gesetzt: Kein Kaffee = billiger und umweltfreundlicher! Ich fange gleich morgen mit dem Kaffeeverzicht an, stattdessen gibt es ein Glas Leitungswasser!

ErwinM, 53
Naja, wie du auch selber weiter oben geschrieben hast, jeder braucht ein Laster. Zucker oder Kaffee. Welche ruiniert mehr? Ich denke Du weißt die Antwort 😊. Dir alles Liebe und viel Erfolg und gutes Gelingen 🍀😊.
 
  • #26
Ich dachte immer, ohne Kaffee oder Mate könnte ich nicht und Wein sei unverzichtbar. Zudem war ich ein Pasta-Junkie. Was gab es Besseres, als nach einem anstrengenden Spätdienst in der Notaufnahme noch bis nachts um 3 Uhr Serien zu gucken zusammen mit einem riesigen Berg Spaghetti (250g!) mit Gorgonzola und Rotwein... Ach das waren harte Zeiten und diese gelegentlichen nächtlichen Exzesse Balsam für die Seele. Wenn man ohnehin arbeitet, wenn die Freunde Zeit hätten und frei hat, wenn sie arbeiten.

Seit ich mit meinem Mann zusammen bin, esse ich viel gesünder. Sein Bruder macht Witze über unsere "orthorektische" Ernährung (Gemüse, Salat, Fisch, Nüsse, Vollkorn, Linsen, Öle etc). Kaffee und Wein sind vorerst geblieben. Bis ich während Schwangerschaft und jetzt Stillzeit gemerkt habe, dass ich beides gar nicht brauche. Ich werde beides wieder trinken, aber nie mehr so viel wie früher.

W37

Ps. Die Gorgonzola-Nudeln müssen hin und wieder noch sein.
 
  • #27
So eine Situation wie Deine hatte ich in etwa im Auge. Eine Situation, der Du als verantwortungsvoller Mensch real nicht entkommen konntest, sondern nur durch reichlich Substanzen.
Gedankenexperiment: Kannst Du Dir vorstellen, was passiert wäre, wenn Du diese Substanzen nicht konsumiert hättest?
Ich vermute mal, ich wäre eine noch größere Zumutung für meine Umgebung gewesen als teilweise sowieso schon. Mit den Kopfschmerzen oder den anderen "Zipperlein" war es mir kaum möglich, halbwegs vernünftig mit meinem Sohn (oder anderen) umzugehen, also hab ich versucht, sie wegzumedikamentieren. Ein oder zweimal war ich in der Notaufnahme, weil außer Tropf nichts mehr half - war Symptombekämpfung, weil die "Ursache" erstmal nicht zu heilen war. Das hört sich gemein an, ist aber so nicht gemeint. Niemand kann was dafür, am wenigsten mein Sohn. Es war eben so und ich bin froh, dass wir das am Ende doch noch ganz gut hingekriegt haben.

Über viele Sachen kann ich aus dem Rückblick mittlerweile auch lachen, zur Laufzeit ging das eher nicht, wie immer ;-).
Kein Thema ist ernst genug, um nicht darüber lachen zu können. Außerdem wissen wir ja, das Humor eine ernste Angelegenheit ist.
Richtig, siehe oben 😇
Natürlich nicht, google mal nach Lichtnahrung
Also wenn die kalorienarm ist ... sozusagen light 😎.
 
  • #28
von @Vikky, den ich unter "Durchhalten" verbuchen würde. Und das Ritalin wurde Dir vom AG "angeboten"??
Wie bitte? Welcher Arbeitgeber macht sowas, resp. einer der ein ganz engagiertes betriebliches Gesundheitsmanagement etc macht? Natürlich nicht vom AG. Mit dem hätte man ein echtes Problem bekommen, wenn er davon gewusst hätte.

Diese Dinge liefen unter den Kollegen, ganz vertraulich. Wir hatten ein Projekt, es lief suboptimal, es mussten Unmengen an Überstunden geleistet werden, ich ziemlich in vorderster Reihe. Der Kollege konsumierte das Zeug schon länger und meinte, dass es mir auch helfen könnte die Unmengen an Überstunden durchzuhalten. Ich konnte das aber anders als er, ohne Pillen sondern im Zweifelsfall in die Sporträume und kalt duschen.

Ich persönlich kann mir im Moment (!) nicht vorstellen, irgendetwas dauerhaft "einzuwerfen", um eine psychisch belastende Situation irgendwie ertragen (durchhalten) zu können.
Ich bin mir unsicher, ob es überhaupt Medikamente gibt, die so wirken. Die Idee mit Ritalin die der Kollege hatte ist z.B. kompletter Unfug. Ritalin kann die erwünschte Wirkung (bessere Fokussierung) ja nur herstellen, wenn ADS vorhanden ist.
Im normalen, lediglich fachlich leistungsschwachen Hirn bringt das nichts. Der Kollege hätte einfach von der IT in die BWL wechseln müssen und schon hätte er die Probleme nicht mehr gehabt die er mit Pillen reparieren wollte. Er hatte ja auch BWL studiert, nicht Informatik.

Ganz sicher hilft Kokain bei der Durchhaltefähigkeit - hätte ich trotzdem nicht genommen, weil ich 2-3 Tage ohne Schlaf und trotzdem leistungsfähig auch ohne Pillen kann.
Daran ist mit Pillen oder Koks dann auch nichts mehr zu steigern ohne echtes Gesundheitsrisiko. Soviel war mir kein Projekt wert.

Obwohl ich Null Suchtneigung habe, hatte ich nie das Bedürfnis durch solche Maßnahmen Leistungs- oder Durchhaltevermögen steigern zu wollen.
Wenn ich müde war, dann war schlafen die einzig sinnvolle Maßnahme und das habe ich gemacht.

Heute trinke ich 2 Tassen Kaffe am Tag, eine morgens, eine nachmittags. Merkwürdigerweise beginnt der Tag für mich erst, wenn ich meinen Kaffee hatte - auch wenn ich zuvor schon 3 Stunden mit dem Hund drausssen war. Also ist das eine psychologisches Ding, kein körperliches.

Wie auch immer, "Jeder Mensch braucht ein Laster."
Ich nicht, ich habe dafür sowieso keinen Führerschein :cool:

Ich brauche auch keine Nahrung, meine S- und S-Pluswerte erlaube mir mich nur aus mich selbst zu ernähren.
Mach das nicht. Ich hatte heute ausnahmsweise eine Currywurst (aus Fleisch, nix vegan) und sie war superlecker.
 
  • #29
Wenn es aber der Otto-Normalbürger ist, der wegen etwas Homeoffice oder geschlossenen Schwimmbädern glaubt, er habe da eine psychische Belastung, dann kann ich das nicht wirklich ernst nehmen
Dir ist schon klar dass auch die Schulen geschlossen waren, dass es Menschen gibt die in Branchen gearbeitet haben die echte Existenz Probleme bekommen haben (Gastronomie zB) etc. Was das mit Kindern macht wenn man sie monatelang ohne soziale Kontakte einsperrt? Und ihnen Angst macht dass Oma stirbt wenn sie andere Menschen treffen und sie dann schuld sind?
Das es Menschen gibt die nicht in großen Häusern leben sondern auf engem Raum?
Und wer da auch nur einen Funken Empathie für seine (oder sogar anderer Leute) Kinder hat, der leidet auch.
Ich bin immer wieder erstaunt wie kalt und ohne Empathie viele Menschen sind.
 
  • #30
Und was ist dann mit den Kaffeebauern in Costa Rica? Die müssen dann in die nächste Favela ziehen und werden zu Tagelöhnern.
Und Wasser wird immer knapper in D.
Gute Einwände, aber:
Vielleicht wäre es vernünftiger, wenn sie Nahrungs- statt Genussmittel produzieren würden?
Trinkst Du Deinen Kaffee trocken?

Ich vermute mal, ich wäre eine noch größere Zumutung für meine Umgebung gewesen als teilweise sowieso schon.
Danke!

Über viele Sachen kann ich aus dem Rückblick mittlerweile auch lachen, zur Laufzeit ging das eher nicht, wie immer ;-).
Verständlich!

Wie bitte? Welcher Arbeitgeber macht sowas, resp. einer der ein ganz engagiertes betriebliches Gesundheitsmanagement etc macht? Natürlich nicht vom AG. Mit dem hätte man ein echtes Problem bekommen, wenn er davon gewusst hätte.
Danke! Ich habe keine Ahnung, was in Hochleistungsbranchen so laufen könnte. Es gibt ja nichts, was es nicht gibt.

Ich bin mir unsicher, ob es überhaupt Medikamente gibt, die so wirken.
Frage ist, in wie weit in dem ganzen Themenkreis der Placebo-Effekt eine Rolle spielt.

Merkwürdigerweise beginnt der Tag für mich erst, wenn ich meinen Kaffee hatte
Heute erster Tag ohne Kaffee, keinerlei Auswirkungen. Es war eine reine Gewohnheit. Den restlichen Kaffee brauche ich auch nicht wegzuwerfen, den bekommt meine Mutter.

Danke nochmal an alle für die umfangreichen Antworten!

ErwinM, 53
 
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