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  • #1

Suchen wir Liebe oder nur Zweisamkeit?

Ich bin immer wieder verblüfft wenn ich hier im Forum über NOGO-Listen stolpere.
Bei beiden Geschlechtern.
Mittlerweile mache ich mir so meine Gedanken und glaube, dass viele nicht die große Liebe, den großen Knall, sondern einfach einen Menschen suchen, der ihren Listen gerecht wird und in ihr Lebensschema passt.

Einen Partner für den Alltag, wie viele Männer das wohl zu recht pragmatisch sehen würden.
Liebe spielt da mal gar keine Rolle und nicht alle Paare fanden sich aufgrund großer Gefühle, sondern erst mal aufgrund vieler Gemeinsamkeiten, was für mich allerdings wiederum nach
Vernunft statt Liebe, Lust und Leidenschaft klingt.

Die große Liebe fragt allerdings nicht nach Status, Bildung, super Typ und super, super, sondern nach innigen Gefühlen, einer inneren Basis, die mit diversen NOGOS nichts zu tun hat.

Bitte eure Meinungen, danke!

w/50
 
  • #2
Sehe ich genau anders herum. Ich habe erfahren, dass die lang andauernde Liebe sich eher erwächst als sofort in den Schoß zu fallen. Jemanden zu suchen, bei dem zufällig sofort die lebenslange Liebe entsteht, ist sehr viel unrealistischer, als erst mal eine Basis charakterlicher und gedanklicher Gemeinsamkeiten anzustreben.
 
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  • #3
Die große Liebe fragt allerdings nicht nach Status, Bildung, super Typ und super, super, sondern nach innigen Gefühlen, einer inneren Basis, die mit diversen NOGOS nichts zu tun hat.

Bitte eure Meinungen, danke!

w/50
Gerne kann das die FS so sehen, aber ich finde ihre Gedanken sehr verallgemeinernd und festlegend. Die große Liebe.....jeder definiert sie anders, für jeden Menschen ist seine große Liebe anders.

Ich definiere sie mit großen Gefühlen, einer Einheit von Herz, Verstand, Ratio, ein Mann der mir in vielerlei Hinsicht doch ähnlich ist, ähnliche Lebenseinstellungen, Werte, Geschmäcker, Vorlieben, auch in Sachen Sex, Kuscheln, Zukunft, Leben im Alter usw. Natürlich gehören Kompromisse dazu aber nur im begrenzten Mass. Das gestehe ich einem Mann auch zu.

Wenn ich so ticken würde, wie die FS, dann habe ich letzten Samstag meine große Liebe getroffen. Ein Blick, super Typ, er hat gestrahlt, ich habe gestrahlt, wir haben super zusammen harmonisch getanzt, er war 100% vom Aussehen mein Typ, ich seiner, er roch gut, er fasste sich gut an, sehr sexy..., ich auch ,-), da lief was gewaltiges zwischen uns ab, das war absolut klar, das war sichtbar, sein Deutsch ist schlecht, mein Englisch auch, wir haben uns trotzdem gut verstanden, aber... eins meiner NOGO ist: fange nie was mit einem Ausländer an....

Für mein Ego war das aber ein toller Puscher. Die deutschen Männer haben nur neidisch geschaut, wie dieser Mann mit Charme, Lachen und einer gesunden Portion männlichen Eroberungswillen, sehr guten Tanzvermögen, mich um den Finger wickeln wollte. Wir beiden hatten unseren Spass, haben schön geflirtet und sind dann getrennt nach Hause gegangen.

Nein, es war kein Macho-Türke-Araber usw.

w 50
 
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  • #4
Sehe ich genau anders herum. Ich habe erfahren, dass die lang andauernde Liebe sich eher erwächst als sofort in den Schoß zu fallen. Jemanden zu suchen, bei dem zufällig sofort die lebenslange Liebe entsteht, ist sehr viel unrealistischer, als erst mal eine Basis charakterlicher und gedanklicher Gemeinsamkeiten anzustreben.

Bei charakterlichen und gedanklichen Gemeinsamkeiten und der dazu gehörigen notwendigen körperlichen Anziehung gibt es ja auch NOGO´s. Ich kann z.B. nicht mit dicken übergewichtigen Männern, weil ich selber genau das Gegenteil sind. Da hilft auch nicht, wenn diese Männer charakterlich usw. einfach klasse sind.

w
 
  • #5
Die Meisten suchen m.E. einen Freizeitpartner zu ihrer Unterhaltung. Ob dabei auch Liebe entsteht, ist offen.

Zweisamkeit ist bei diversen Frauen zur "Ware" verkommen. Sie schachern auf dem Partnermarkt, was sie dafür bekommen ?

Je attraktiver die Frau, desto länger vermute ich ihre No-Go-Liste. Dazu ihre Must-Have Liste.
Das sind ihre Bedingungen für Zweisamkeit. Aber noch längst keine Garantie auch für Liebe.

Sie könnten ihr ganzes Leben aus der Zweisamkeit profitieren, aber diesen Mann ggf. nie lieben.
Liebe wird dann geheuchelt, um die Vorteile zu erhalten.

In früheren Zeiten und Jahrhunderten ging es relativ selten um Liebe. Die meisten Paare heirateten aus wirtschaftlichen Gründen. Der Mann konnte sich auf seinen Job konzentrieren, und die Frau profitierte vom Geld des Mannes, was auch ihre Altersversorgung war.
Je weniger Geld der Mann verdiente, desto schlechter seine Heiratschancen.
Je weniger attraktiv die Frau, und je schlechter ihre Hauswirtschaftsfähigkeiten, desto schlechter ihre Heiratschancen. Früher bekam längst nicht jede Frau einen Ehemann.

Selbst im 20. Jh. kannte ich persönlich zwei Frauen, die unbedingt einen zeugungsfähigen Beamten heiraten wollten. Weil sicheres Einkommen und sichere Altersversorgung. Selbst einen Angestellten hätten die nicht genommen. Also war Geld + Kinder wichtiger, als die Liebe ?

Heute ist das ähnlich. Je mehr Geld der Mann oder Beide verdienen, desto höher Lebensqualität und Lebensstandard. So wollen diese Leute leben, sonst keine Zweisamkeit. Mit Liebe alleine, kann man diese Wünsche nicht bezahlen.
Und so manche Männer verschulden sich hoch, um ihre Frau bei guter Laune zu halten. Aber ich zweifle an der Liebe, bei so hohen materiellen Ansprüche, und dem Egoismus.

Erst wenn die Frauen ab 40+ alleine sind, und nicht mehr so gefragt auf dem Partnermarkt, dann erst merken sie, wie wichtig und wertvoll echte Liebe sein kann.
 
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  • #6
Es lohnt sich in jedem Fall vorab zu klären was einer will, sucht und meint. Abgesehen von Ver-liebt-sein.

In meinem Fall stellte ich raus:

sie sollte kochen, den Haushalt versorgen, "da sein" wenn der erschöpfte Held abends aus der Kanzlei käme, gut im Bett sein (was immer das heissen soll) und sich nahtlos in die bestehenden Verhältnisse einfügen.

Sie sollte seine Korrespondenz erledigen, backoffice und eine Art ubezahlte Sekretärin sein, Gartenarbeit übernehmen und die Gasse kehren.

Ich bin jetzt wieder froh über meine 50 Stunden Woche im mittleren Management. Da werde ich ordentlich bezahlt und erfahre auch genug Anerkennung. Nach "Zweisamkeit" dieser Art sehne ich mich nicht und vermute inzwischen die Ehe ist eine Erfindung der Männer gewesen. Irgendwann in der Steinzeit.
 
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  • #7
Mir ist aufgefallen, dass hier wenige Menschen, vor allem wenige Männer bereit sind, sich auf einen neuen Menschen, eine neue Frau wirklich einzulassen. Es sind aber auch Frauen.
Ich glaube, es gibt da draußen tausende Lieben, nicht die EINE, die einen eben umhaut oder DEN EINEN, der einfach ein supercooler toller Mann ist.
Sondern man muss sich auf einen neuen Menschen, auf eine neue Bekanntschaft einlassen, sie kennenlernen, Liebenswertes an ihm/ an ihr entdecken und so entwickelt sich aus einem anfänglichen Verliebtheitsrausch, aus einer leidenschaftlichen Begegnung eben mehr. Ganz ohne Taktik und 3-5 mal daten, bis man sich auf mehr einlässt, ganz ohne Kalkül. Es entwickelt sich einfach.
Aber aufgrund der NoGos wollen viele sich dann gar nicht mehr drauf einlassen, weil SIE ja ein uncooles Auto hat, Love Handles an den Hüften hatte, ein Kind hat oder ER nicht studiert hat, geschieden ist, kein Auto hat oder in einer WG lebt.
Und schon stempeln beide fleißig dem Anderen den AFFÄREN-Stempel auf - damit mal gleich klar ist, dass es eigentlich nett ist, aber nicht für mehr reicht - ich habe mir meinen Partner fürs Leben anders vorgestellt - schicker, cooler, erfolgreicher, reicher, dünner, mehr Busen, blond, jünger, älter, whatever...
Und dann lässt man sich auf einen Menschen, der einem eigentlich sehr sympathisch war, gar nicht weiter ein - Stoppschild! Bitte keine weiteren Gefühle investieren!" ruft uns unsere Meldezentrale zu.
Der Nächste bitte! "Aber wir können uns gerne nächste Woche auf nen Wein treffen" - es war ja eigentlich ganz nett und wir sind ja alle so cool-unkonventionell, dass wir ein bisschen Sex schon noch mitnehmen.
Und so verkrüppeln unsere Herzen und Seelen immer weiter und mit über 40 fragt man sich dann, warum man sich eigentlich nicht verlieben kann!?

w
 
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  • #8
Es lohnt sich in jedem Fall vorab zu klären was einer will, sucht und meint. Abgesehen von Ver-liebt-sein.

In meinem Fall stellte ich raus:

sie sollte kochen, den Haushalt versorgen, "da sein" wenn der erschöpfte Held abends aus der Kanzlei käme, gut im Bett sein (was immer das heissen soll) und sich nahtlos in die bestehenden Verhältnisse einfügen.

Sie sollte seine Korrespondenz erledigen, backoffice und eine Art ubezahlte Sekretärin sein, Gartenarbeit übernehmen und die Gasse kehren.

In meinem Fall als "Chefarztgattin" war das auch so! Allerdings tat er am Anfang so, als seine wir, da im selben Beruf, gleichberechtigt.
Aber als wir Kinder hatten, hatte ich mich um Haushalt, Kinder und Küche zu kümmern, um die Wäsche sowieso und wenn das den Haushalt nicht zu sehr beeinträchtigt, darf ich auch ein wenig arbeiten gehen. Gegen einen Zusatzverdienst hatte der werte Herr natürlich nichts.

Auf so eine Art des Zusammenlebens kann wohl jede Frau verzichten!
Aber das ist auch keine Liebe.
Viele Männer wollen aber eine billige Hausangestellte, die repräsentativ ist (sprich guter Beruf und zuckersüß aussieht), aber zuhause die Drecksarbeit macht - ach nein, wir hatten ja einmal die Woche ne Putzfrau, die er bezahlte, der großzügige Herr! Mir wird jetzt noch schlecht!
Ach ja - Billig war ich dann letztendlich doch nicht so bei der Trennung!
 
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  • #9
Viele Frauen such leider hauptsächlich eine vorzeigbare Trophäe, der als Samenspender und Versorger auch noch recht praktisch zu sein hat. Wird ihnen langweilig, muss ein Neuer her.

m/46
 
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  • #10
Und so verkrüppeln unsere Herzen und Seelen immer weiter und mit über 40 fragt man sich dann, warum man sich eigentlich nicht verlieben kann!?

Dass man nicht mehr lieben kann, wenn man in dem Alter noch Single ist und 2 Jahrzehnte durch einen Beziehungsdschungel geirrlichtert ist, wundert mich nicht. Das ist die Folge von Unmengen an Enttäuschungen, belogen werden, schlecht behandelt werden....
Da versuchen die Menschen irgendwelche sachlichen Anhaltspunkte zu finden, an denen sie sich orientieren können (NoGo-, Must-have-Listen). Ihre Gefühle haben sie ja 20 Jahre lang durch das Leben geschubst. Dann ist mal Schluss mit Gefühlen, es sind auch keine psychischen Reserven mehr da und die Partnersuche wird zu einem Verwaltungsakt. Klappt genauso wenig wie die gefühlsbasierte Partnersuche, die Enttäuschungen sind aber nicht groß. Weil man sich ohnehin nicht eingelassen hat, ist es eher egal, ob was draus wird oder nicht.

Von hier bis zum "ich bleib Single" ist es dann nur noch ein ganz kleiner Schritt. Ich habe ihn gemacht, obwohl ich immer ein Zweisamkeitsmensch war und es geht mir viel besser. Ich mache mir selber ein gutes Leben, bin gut zu mir. Dafür brauche ich keinen anderen, der stört dabei nur.

w, 55
 
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  • #11
Ich suche genau das: Gefühle ohne Wenn und Aber. Und ich warte, bis ich den Mann mit derselben Einstellung treffe :)
Ich bin doch keine Katalog-Barbie...

w
 
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  • #12
Ja Liebe muss wachsen wie eine schöne Blume die dafür jedoch immer wieder Pflege braucht.

Ich glaube jeder Mensch möchte gerne geliebt werden.. Dieser Wunsch ist evolutionär verankert..

Die eine Hälfte glaubt immer noch das man nur den oder die richtige/n finden muss und dann bekommt man seine/ihre Liebe geschenkt.

Die andere hälfte weiss das Liebe nur über einen gemeinsamen Weg wachsen kann ist aber nicht in der Lage die Theorie in die Praxis umzusetzten.

Das schaffen nur wenige .. Wir kennen sie als "die wirklichen" Glücklichen Paare"

m
 
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  • #13
Ich bin erstaunt wie hier einige von der "wahren" Liebe faseln, die weder nach Satus noch sonst etwas fragt. Wohin diese romantische Vorstellung a la Dreigroschenroman i.d.R. führt, sieht man ja an vielen Opfern von Heiratsschwindlern, abgezockten Männern, betrogenen Frauen usw.

Die beschriebene wahre Liebe wäre ja ein Einlassen ohne jegliche Vorsicht, ohne Netz mit ungehörer Fallhöhe und das ist nicht nur emotional gemeint. Wer sich ab einem gewissen Alter, in dem man normalerweise geschieden ist, wenn versinglet, noch so etwas wünscht, der ist nicht in der Lage aus Fehlern zu lernen und wird immer wieder auf die Nase fallen oder ewig suchen, denn diese idealisierte Liebe gibt es in Wirklichkeit gar nicht. Das ist eine Illusion, wovon Hollywood und Romanschreiber leben.

Wieso sollte es unter Millionen Menschen und den heutigen Kommunikationsmöglichkeiten nur einen einzigen Menschen geben, den man lieben kann und mit dem man zusammensein möchte, das ist doch Quatsch. Die Realität mit mehrfach verheirateten (die Zweitehe ist bekanntlich der Sieg der Hoffnung über die Erfahrung), bzw. gebundenen Leuten sieht doch ganz anders aus und meist sind Männer der Auslöser für die Trennung, die dann von der Frau ausgeht, denn Ehemänner halten es mit der Treue ja oft nicht so genau und finden dafür natürlich immer einen Schuldigen (Frau ist nicht mehr nett, schön und was weiß ich genug).

Die hochbetagten Eheleute auf der berühmten Bank, sind auch oft nur aus wirtschaftlichen Gründen zusammengeblieben, die wären bei den heutigen Wahl- und Lebensmöglichkeiten garantiert auch längst geschieden.

Fazit: Wer ab einem gewissen Alter noch mehr als Zweisamkeit sucht, der hat ein Realitätsproblem.
 
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