• #1

Suchtprobleme - was tun?

Die prominente Schauspielerin Jenny Elvers-Elbertzhagen schlägt volltrunken bei der NDR-Show "DAS!" auf und kommt danach in eine Entzugsklink. Sie ist Alkoholikerin. Ihre Tagesration: Vormittags eine Flasche Sekt, nachmittags eine Flasche Wein und abends eine Flasche Whisky oder Gin.

Nun ist sie aus der Entzugsklinik zurück und kann über die Gründe für die Sucht sprechen: Depressionen,und ein sich hochschaukendelndes Problem aus Schlafproblemen, Tablettenkonsum und dann noch mehr Schlafproblemen. Sie kämpft immer noch gegen die Lust auf Alkohol.

Ist das "Trinken" noch die unauffälligste Sucht? Ab wann sollte man aufhorchen? Wie sollte man sich verhalten, wenn man im Bekannten-/Freundeskreis oder beim Partner solche Auffälligkeiten bemerkt und das Abrutschen aufgrund einer Suchtproblematik vermeiden oder möchte?
 
M

Mooseba

  • #2
Ich trinke generell wenig Alkohol, ernähre mich recht gesund und treibe Sport. Aber ich kenne das Gefühl sehr gut, wenn nach zwei Bier die ständigen Ängste und Selbstvorwürfe, die ich bisher mit keiner Therapie und keinen Tabletten und keinem Ausdauersport wirklich in Schach halten konnte, erst einmal Ruhepause haben. Und da kann sich die Falltür für den zukünftigen Süchtigen öffnen. Sicher spielen dann noch andere Faktoren wie Erziehung und Genetik eine Rolle. Ich habe es eben gelernt, sehr streng mit mir umzugehen. So sehe ich bei mir trotz einiger Probleme keine Suchtgefahr.
 
G

Gast

  • #3
Ich trinke. Habe irgendwann mal angefangen, weder weil ich Probleme hatte, noch in diesen Kreisen verkehre.
Ich habe nie getrunken bis ich 38 war. Im Laufe der Zeit ( 7 Jahre) kam ich auf 2 Flaschen Wein.
Bei Jennys Ration wäre ich wohl längst tot.
Was habe ich mich immer über Trinker aufgeregt, und das MIR sowas nie passieren würde.
Damit wäre ich heute ganz vorsichtig.
Mein Freund hat das nicht mal bemerkt, dass ich Alkoholikerin bin.
Ich sass fast jeden Abend mit einem Glas Wein in der Hand da, hatte aber davor schon eine Flasche weg!
Alkis haben das Talent sich gut verstecken zu können und ein halbwegs normales Leben zu führen. Ich auch.
Nicht jeder torkelt von morgens bis abends durch die Gegend.
Neulich lief mir ein Bekannter über den Weg, er lallte, und bei mir hats geklickt: Meine innere Stimme zwingt mich gerade zum Aufhören, aber sonst könnte mir das keiner befehlen.
Nur ich selber kann entscheiden: Tot saufen, oder aufhören!
 
G

Gast

  • #4
Mir tut Jenny Elvers leid. Die wirklich anonymen Alkoholiker weilen direkt neben uns und keiner merkts. Oder seit wann ist es normal, sich jedes Wochenende ins Koma zu saufen?
 
G

Gast

  • #5
Menshen werden ja nicht ohne Grund zum Trinker. Bei Jenny gab es ja schon früher div. Probleme und denen hat sie sich anscheinend nicht gestellt. Die "Warheit" kommt immer ans Licht und das tut oft weh und dann greift man zur Flasche..

Hier hiflt nur eine Psychotherapie zu machen, um heraus zu finden, wo die Gründe liegen, dass man trinkt.

Bei Jenny war es vielleicht das Live-Stil-Leben, die ständigen Partys, keine Kinder?, keine richtige Aufgaben.

Vielleicht würde es ihr helfen, wenn sie sich in Zukunft für eine ehrenamtliche Tätigkeit bei einer Organsisation engagiert, die Alhohol ablehnt, wie z.B. Blaues Kreuz oder die Heilsarmee.

So profitieren diese Organisationen und auch sie, weil sie dann ihr Image wieder aufpolieren kann und eine Aufgabe hat.

w
 
G

Gast

  • #6
Menshen werden ja nicht ohne Grund zum Trinker.
[Mod.= überflüssige wiederholung des kompletten Beitrages gelöscht.]
Jenny hat einen Sohn und sie vertickert eine Schmucklinie bei Channel21.
Da war sie auch schon immer total überdreht und ich dachte: Na Jenny, du hast doch nicht etwa was intus! Hatte sie!
Denke, dass man als Promi auf Partys an Alk nicht vorbei kommt.
Guckt euch mal The Bachelor an.
Auf VOX wird die Elvers bejammert, beim Bachelor auf RTL wird "Amarula" gesoffen was das Zeug hält, weil die die Sendung finanzieren.
Verfluchte Scheingesellschaft!
Ich erkenne einen Trinker mittlerweile auf 10km. Ich bin die #2 hier.
Und nein. Man muss nicht zwangsläufig Probleme haben um zu Trinken. Das hat zig verschiedene Gründe, warum es immer mehr werden kann.
Wie sagte mein Kollege damals...das geilste am Fussballtraining ist das Abhängen danach in der Kneipe-sprach´s und zischte sich samt meinem Chef sein 3. Feierabendbier rein.
Ich würde heute fast behaupten, dass jeder 4. Deutsche trinkt!
 
G

Gast

  • #7
Ich trinke...

[Mod.= überflüssige Wiederholung des kompletten Beitrages gelöscht.]
2 Flaschen Wein jeden Tag sind eindeutig zu viel.
Ein Bekannter von mir trinkt auch jeden Tag. Auch immer mind. 1 Flasche, eher 1,5, manchmal auch 2 oder sogar noch mehr. Es liegt nicht nur an der Menge. Es liegt an dem taeglichen Konsum.
Er weiß, dass er zu viel trinkt, aber er macht es trotzdem und redet sich ein, er waere kein Akkoholiker. Aber ich denke, das ist er laengst, denn er trinkt jeden Tag und es bleibt nie bei 1, 2 Glaesern! Es ist immer deutlich mehr! Er verdrängt Probleme.
Er sieht die Gefahr nicht. Er kann keinen Tag ohne, ich habe ihn nie ohne Alkohol erlebt.
Das ist gefährlich. Aber da muss ein Mensch selbst hinkommen. Solange er es selbst als harmlos abtut, wird er weitermachen und es wird immer mehr. Eine Sucht ist es aus meiner Sicht laengst, nie will er das nicht wahrhaben und sehen. Schade drum.
 
G

Gast

  • #8
Ich gucke mir das heute abend mal auf RTL an.
Was mich am meisten interessiert ist, warum Jennys Mann nicht eingegriffen hat.
Aber ich denke, dass er das ganze Saufpensum gar nicht mit bekommen hat.
Sie wird ihre 2 Flaschen schon intus gehabt haben, als sie bei ihm mit dem Wodka anfing.
 
G

Gast

  • #9
Jenny Elvers-Fall ist für mich nur Kommerz und auf sich aufmerksam machen wollen. Denn normalerweise ist das so peinlich, dass kein cleverer Mensch über sowas öffentlich sprechen würde, weil einem sowas lebenslang nachhängt.

Und Leute die abends gemütlich für dem Fernseher hocken, für die ist eine gepflegte Flasche Wein am Abend selbst schon Standard. Und diese Leute werden nicht als Alkoholiker bezeichnet !

Vielleicht muss man in heutiger Zeit, tatsächlich erst auf 3 Flaschen kommen, um als Alkoholiker zu gelten.

Für mich persönlich ist jeder Alkoholiker, der jeden Tag irgendwas trinkt, und sei es nur ein halbes Glas Wein oder ein Glas Sekt. Für mich ist das unnatürlich und krank.

Ich habe die ersten 40 Jahre meines Lebens keinen Tropfen Alkohol getrunken, deswegen fällt einem das Verhalten der Normalgesellschaft noch extremer auf und fakt ist nunmal, fast jeder ist ein Trinker, Säufer oder schlichtweg ein Alkoholiker. So hart es klingt. Auch jemand der nur am Wochenende trinkt, ist nunmal alkoholabhängig. Daran gibts nichts dran zu rütteln! Nur wenn man monatelang ohne Alk auskommt, ist man halbwegs normal.
Ich halte von der Schönrednerei gar nichts. Jeder schaut jetzt mal selber auf sein eigenes Konsumverhalten und langt sich mal gewaltig an die Nase.
 
G

Gast

  • #10
Ich (w) kann das wirklich schwer einschätzen, wann die Sucht beginnt. Mir persönlich ist Alkohol nicht wichtig genug, dass ich ihn ständig trinken muss. Abgesehen davon schmeckt er mir bei weitem nicht so gut wie ein leckeres Essen. In meiner Wohnung habe ich keinen Tropfen stehen, weil ich einfach kein Bedürfnis danach habe. Ich kaufe nur was, wenn ich mal Besuch bekomme - und das ist selten der Fall. Alleine trinke ich nie, das reizt mich nicht. Beim Ausgehen muss es auch nicht immer Alkohol sein. Es kommt vor, dass ich 2x im Monat in der Öffentlichkeit alkoholische Getränke konsumiere und dann wieder 3-4 Monate gar nicht. Wirklich betrunken bin ich 1-2x im Jahr, aber selbst da gibt es Grenzen. Ich möchte nicht mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen.

Deshalb wirkt es auf mich befremdlich, wenn andere Menschen jede Woche oder sogar täglich Alkohol trinken, auch wenn es nicht viel ist. Einige Male musste ich mir anhören, dass ich übertreibe. In vielen Familien ist es ganz natürlich, zu jeder Mahlzeit ein Glas Wein zu konsumieren - bei uns gab es das nur, wenn jemand Geburtstag hatte oder zu festlichen Anlässen wie Weihnachten oder Ostern. Manche holen sich ein Bier aus dem Kühlschrank, wenn sie Durst haben. Ich lösche meinen Durst mit Mineralwasser. Irgendwie sehe ich keinen Sinn dahinter, wenn Alkohol nicht nur bei besonderen Anlässen getrunken wird.
 
G

Gast

  • #11
Für mich persönlich ist jeder Alkoholiker, der jeden Tag irgendwas trinkt, und sei es nur ein halbes Glas Wein oder ein Glas Sekt. Für mich ist das unnatürlich und krank.
Dann sind die meisten Franzosen krank und die französische Esskultur ist unnatürlich.

Sorry, wer so denkt, sollte sich selbst hinterfragen, ob er/sie nicht selber etwas unnatürlich und krank ist.

Es kommt im Leben immer auf eine gute Balance an. Laut Wissenschaftler ist ein Glas Wein am Tag sogar Gesundheitsfördernd.

w 49, die max. 1 Flasche Bio-Wein in der Woche verteilt trinkt. Oder im Sommer 2 Bio-Bierchen.
 
G

Gast

  • #12
Ich verstehe nicht, wieso das Fernsehen derartiges zulässt. Das sollen Prominente sein? Schrecklich. Wer sieht sich sowas an?!?
Das ist armseelig für alle: arm sind diese problembehafteten und hilflosen Menschen, schlimm ist, dass sich andere (auch wir Zuseher) über sie lustig machen und den Mund zerreißen und erschreckend ist es, dass die Medien dies alles noch ausschlachten. Haben wir nichts Besseres zu tun?

Alkohol ist heuzutage ein verbreitetes Antidepressiva, problemlos überall und in jeder Menge erhältlich.
Irgendwann macht es "Klick" und man begreift. Dazu gehört auch Mut, seinen eigenen Probelem ins Gesicht sehen zu können. Selbsterkenntnis ist der erste Weg. Solange man noch kann, muss man sein Leben umkrempeln, ergründen warum man sich betäuben möchte, versuchen Lösungen zu finden. Schwierig und allein oft nicht zu bewältigen. Fremde Hilfe anzunehmen ist da keine Schande.
 
G

Gast

  • #13
Ich habe es mir angesehen.
Und hoffe, dass die Frau die Kurve kriegt.
Ausser mir haben hier nur "normale" Menschen gepostet. Ich bin Alkoholikerin. Leider!
Und ich versuche auch gerade die Kurve zu kriegen.
Ihr wisst nicht wie das ist zu trinken.
Wer mich kennt würde niemals auf die Idee kommen hinter mir so ein Problem zu vermuten.
Ausser meinen Eltern weiß es keiner.
Ich bin gepflegt, modisch, extrem pingelig in meiner Umgebung und keine ungebildete Proletin.
Alkis waren bis vor ein paar Jahren der letzte Dreck für mich.
Unfassbar für mich selber, dass ich dazu gekommen bin.
Ich trinke niemals in der Öffentlichkeit, auch kein Wein zum Essen. Da bevorzuge ich Mineralwasser.
Da ich auch einen Hund besitze, kann ich es mir nicht erlauben stockbesoffen Gassi zu gehen.
Gott sei Dank, der Hund rettet mein Leben.
Jenny Elvers und ich kämpfen...und tausende andere auch. Und sie war so mutig darüber zu reden.
Wieso wird das in den Dreck gezogen?
 
G

Gast

  • #14
Mein Mann hatte immer einen Hang zum Alkohol, was ich über Jahre durch Gespräche, auch mal Vorwürfe (immer mehr davon) glaubte, im Schach zu halten. Irgendwann merkte ich, dass ich mich jeden Abend zu ihm setze und auch ein oder zwei Gläser oder auch mehr mittrinke. Dann habe ich die Reißleine gezogen, mich getrennt und über Monate keinen Tropfen angerührt. Bis heute habe ich keinen Alkohol im Haus, wenn ich Gäste habe, bringen sie was mit oder aber gibt`s Alkoholfreies. Ich halte mich auf Abstand vom Alkohol, als ich zur Ruhe kam, kaufte ich mir auch keine Zigaretten mehr.
 
G

Gast

  • #15
Alkoholabhängigkeit entsteht dann, wenn man anfängt an Alkohol in ungewöhnlichen Situationen wie beim Einkaufen, während der Arbeit zu denken. Die regelmäßigen Trinkgewohnheiten können, müssen aber nicht, Alkoholismus fordern. Ob man zu einer gefährdeten Gruppe gehört, hängt auch von dem Erbgut der Eltern ab. Wobei die Eltern selbst keine Alkoholiker sein müssen. So kann ein durch Erbgut vorbelasteter Mensch z. B. schon durch eine wöchentliche Einnahme der Getränke abhängig werden. Ein anderer aber sogar bei täglicher Einnahme nicht.
Ich habe mir die Reportage aus persönlichen Gründen angeschaut. (nein, ich bin nicht alkoholabhängig) Ein Merkmal der Alkoholiker ist, dass sie ihre Abhängigkeit leugnen. Jenny hat es begründet, warum sie in der Öffentlichkeit ihr Problem offenlegte. Es war einer der therapeutischen Schritte. Ihre Krankheit nicht mehr zu verheimlichen, nicht mehr zu lügen, nicht mehr sich verstellen zu müssen, wenn sie sich auf dem Promi-Parkett wieder bewegen muss. Sie kann jetzt offen sagen, sie trinke nicht, weil sie Alkoholikerin sei. Therapeutisch gesehen stärkt das ihr Selbstbewusstsein.
 
  • #16
Ich hatte früher eine Beziehung zu einem Alkoholiker, was auch der Grund für die Trennung war. Ich kam eines Tages von der Arbeit nach hause und er stand schwankend mit der Katze auf dem Arm in der Tür. Den Anblick, dass es mal unser Baby ist, wollte ich mir ersparen. Ich habe dann jahrelang überhaupt nichts getrunken, mußte mich aber überall dafür rechtfertigen, was ich schon recht merkwürdig fand. Jetzt genieße ich ab und zu mal ein Glas Rotwein oder Im Sommer ein Weizenbier. Ich glaube aber, dass Alkohol eine Droge ist, die viele verharmlosen und das die Dunkelziffer,derer die abhängig sind sehr groß ist. w51
 
G

Gast

  • #17
Also nochmal auf die die Fragen zurück:
"Ist das "Trinken" noch die unauffälligste Sucht? Ab wann sollte man aufhorchen? Wie sollte man sich verhalten, wenn man im Bekannten-/Freundeskreis oder beim Partner solche Auffälligkeiten bemerkt und das Abrutschen aufgrund einer Suchtproblematik vermeiden oder möchte?"

*Neben dem Rauchen auf jeden Fall die unauffälligste Sucht, weil gesellschaftlich akzeptiert.
*Aufhorchen musst du auf jeden Fall sobald das Glas Alkohohl regelmässig getrunken wird. Muss nicht unbedingt immer viel sein. Eigentlich muss man aufhorchen sobald einer Alkohohl trinkt. Also wachsam mal das Verhalten bobachten,...
*Da gibt es m.E. nur die Suchtberatung. Du als Laie brauchst damit gar nicht anfangen, da ja keiner Alkoholiker ist, weil ja alle trinken. Du wirst nie im Leben mit deiner Argumentationskette zu einem Alk durchkommen. Die spannende Frage ist wie bekomme ich den Patienten in die Suchtberatung. Die ernüchternde (!) Antwort, leider im Normalfall gar nicht. Die Kollegen müssen erst ganz unten ankommen, wirklich mit der Fresse im Dreck, dann fangen Sie an zu überlegen. Manche kommen nicht mehr zum überlegen, sie sterben leider vorher. (alles selber erlebt, einmal richtig zuviel kann wirklich reichen, trotz immenser Gewöhnung)
Natürlich gibt es Ausnahmen bei denen man das Abrutschen noch rechtzeitig verhinden kann, daher sollte man natürlich das Gespräch suchen. Aber das oben gesagte gilt als Vorwarnung und damit man nicht allzu sehr gefrustet ist, wenn das Ganze nicht fruchtet.
Tut mir echt leid Dir keine einfacheren Antworten geben zu können, aber das ist m.E. die Wahrheit.
Kann das aus eigener Erfahrung bestätigen, bin selber Alkoholiker, mein bester Freund ist in jungen Jahren (29) am Alkohol gestorben, alle meine Freunde aus der Jugend haben ein mehr oder minder grosses Problem damit, wir sind alle Mitte 50. Ich selbst will auf gar keinen Fall auf den Alkohol verzichten, hab das ganze einigermassen mit extrem viel Sport dagegen im Griff.. Ich könnte zu diesem Thema wahrscheinlich einen Roman verfassen.
Wünsche Dir alles Gute bei deinen Bemühungen, aber es wird verdammt schwer.