• #1

Südostasien mit Kleinkind?

Mein Mann und ich sind vor zwei Jahren ziemlich schnell Eltern geworden. Wir - vor allem ich - lieben Fernreisen und interessieren uns sehr für Asien. Nun steht bei uns die Frage im Raum, ob wir uns nächstes Jahr (unser Kind wäre dann fast 3) zwei bis drei Monate Elternzeit nehmen und unseren langgehegten Traum, Südostasien zu bereisen, erfüllen. Wir planen selbstverständlich keine Backpacking-Tour, sondern gute bis sehr gute Unterkünfte und wollen ein paar Höhepunkte in Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam in aller Geruhsamkeit erkunden. Nun wurde aber bei Bekannten Unverständnis geäußert, mit so einem kleinen Kind in gesundheitlich so riskante Gegenden zu fahren. Auch finanziell müssten wir einen kleinen Kredit aufnehmen. Wir haben beide exzellente Jobs, sind verbeamtet und verdienen sehr gut, außerdem haben wir uns bewusst gegen eine Immobilie entschieden, sind also relativ flexibel. Jobbedingt können wir in den Monaten November bis Februar, die als Reisezeiten für diese Region in Frage kommen, grundsätzlich nie Urlaub nehmen. Daher der Plan mit der Elternzeit oder dem Sabbatjahr. Ist das dermaßen abwegig? Wie seht ihr das? Alternativ könnten wir auch ein Sabbatjahr ansparen, was aber mindestens noch 4 oder 7 Jahre dauern würde. Das finde ich persönlich etwas gewagt, weil sich in dieser Zeit zu viel ändern kann... Lebe jetzt, ist eher meine Devise. Freue mich über eure Einschätzungen und Erfahrungen. PS: Wir waren diesen Sommer drei Wochen mit unserem 1,5Jährigen auf Mauritius und er hat es unglaublich gemocht (kleiner Probelauf).
 
  • #2
Hey, grundsätzlich finde ich Reisen mit Kleinkind kein Problem. Geh zum Kinderarzt und frag den, ob es zwecks Viren ok ist und anderer Umstände, Kinder sind einfach empfindlicher. Bei uns stand z.B. Macchu Picchu bisher nicht auf dem Plan, weil ein Kind unter 3 noch nicht mit der krassen Höhe konfrontiert werden sollte, er ist ja nicht dort geboren. Aber z.B. Argentinien mit 5 Monaten als Säugling war kein Problem.
Auch das Essen in Südostasien könnte riskanter sein, aber dem Arzt würde ich eher vertrauen als Freunden und Bekannten,der kennt einfach die Statistiken.
Was mich allerdings wundert, wenn ihr exzellente Jobs habt, warum müsst ihr für so etwas einen Kredit aufnehmen? Das finde ich eher beedenklich, wenn man für einen unnötigenLuxus so ungünstig haushaltet, dann kann man es sich einfach nicht leisten. Was ist, wenn ihr wegen irgendwas plötzlich Geld braucht, sei es ein Auto geht kaputt, oder das Kind wird vor der Reise krank und die Reise fällt ins Wasser, das würde ich echt nicht riskieren.
Aber wir fliegen demnächst mit unserem 3jährigen z.b. nach Nordafrika und ich sehe keinerlei Probleme, man kann mit Kleinkind viel unternehmen, teilweise sogar mit Säugling, nur zu :)
 
  • #3
Nun wurde aber bei Bekannten Unverständnis geäußert,
Für wichtige Entscheidungen in meinem Leben frage ich niemand außer gemeinsame Gespräche mit meiner Frau. Das Umfeld hat immer Argumente, die dagegen sprechen, weil sie sich selber das nicht vorstellen können, das ist der wunde Punkt, egal um welches Thema es geht!
Vergangenheit und Zukunft sind Illusionen. Das Leben kannst du nur im Moment (er) leben.
Angenommen, du möchtest einen Rolls-Royce kaufen und fragst deine Bekannten, was sagen die? Fast ein jeder Mensch findet immer Ausreden, wenn ihm was nicht gefällt!☺
 
  • #4
Liebe Bachfrau

Ich habe mehrere Bekannte und Freunde, die mit Kleinkindern verreist sind (Afrika, Indien, Lateinamerika, Nordamerika), teilweise auch für längere Zeit und es ist alles gut verlaufen.

Finde ich eine schöne Idee, auch mit Kleinkind mal so eine längere Reise zu planen. Was es dabei gesundheitlich zu beachten gilt, könnt Ihr leicht in einem Tropeninstitut oder mit einem Tropenarzt abklären und dann entsprechend vorsorgen.

Ich weiß, dass viele Menschen sich an so etwas stören, habe aber festgestellt, dass diese oftmals diejenigen sind, die selber auch ohne Kinder nicht so eine Reise machen würden, geschweige denn ein Sabbatical.
Viele gehen mit ihren Kindern auch nicht raus, wenn es kalt ist, denn sie könnten sich ja erkälten. Finde ich schwachsinnig. Ich staune selbst immer wieder, wie sehr die Menschen in unseren Ländern immer mehr auf Sicherheit und null Risiko pochen; aber ein Risiko null gab es weder früher, noch gibt es das heute oder in Zukunft.

Also, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, die gesundheitlichen Aspekte gut geregelt werden können, dann macht das unbedingt! Das wird sicher ein ganz tolles Familienerlebnis.

w48
 
  • #5
Nun wurde aber bei Bekannten Unverständnis geäußert, mit so einem kleinen Kind in gesundheitlich so riskante Gegenden zu fahren.
Ich geh mal davon aus, dass Ihr Euch diesbezüglich schlau mach, 100% Sicherheit gibt es nie im Leben.

Das Einzige was mir Gedanken machen würde, jetzt war Euer Kind 1 1/2 Jahre, wie unser erstes Kind etwa. Wenn Ihr reisen wollt, ist es 3 Jahre, könnt Ihr es so einfach solange aus der Kita nehmen oder verliert Ihr vielleicht den Platz? Was ist, wenn es vorher krank wird, könnt Ihr bei solcher Planung noch alles umbuchen? Könnt Ihr überhaupt so reisen wie Ihr Euch das vorstellt oder bindet Euch das Kind sehr stark?

So ein Traum würde ich auch nicht jahrelang aufschieben, für das Kind selber wäre es natürlich schön wenn es älter wäre und auch die Eindrücke mitnehmen könnte.
 
  • #6
Wenn euer Sohn unkompliziert ist, würde ich es an eurer Stelle machen. So eine gute Gelegenheit kommt nicht wieder. Und ein Sabbatjahr in 4 oder 7 Jahren würde euch nichts bringen, da euer Kind dann ja schon in die Schule kommt. Ich gehe davon aus, dasss ihr die notwendigen Impfungen vorab durchführen lasst. Außerdem... krank werden kann man überall.
Das mit dem Kredit müsst ihr halt abschätzen. Besser so eine tolle Reise als ein nagelneues Auto.
 
  • #7
Ich bin immer etwas skeptisch, wenn Eltern mit ihrem Neugeborenen oder Baby (<1 Jahr) in den Urlaub fliegen müssen (das stresst die Kinder einfach sehr, mit Flug, Zeitumstellung etc.). Mit 3 Jahren ist das Kind meines Erachtens aber groß genug. Und Südostasien ist ja kein Krankheitsmoloch, wenn man auf einige Impfungen achtet. Vielleicht hätte es für das Kind noch mehr Sinn, wenn es etwas älter ist (5 oder 6) und dann mehr bewusst wahrnimmt und sich später erinnern kann, aber das wäre nur so eine Überlegung.
Einen Kredit aufzunehmen für eine Reise fände ich dagegen seltsam. Ich habe bisher immer vorher gespart und mir dann die Reisen gegönnt. Warum ist das Geld da, um den Kredit nachher abzuzahlen, aber nicht vorher, um zu sparen? (Du sagst ja selbst, dass sich immer viel ändern kann, das gilt auch für Kredite abzahlen...) Oder liegt das an der Arbeitssituation mit Elternzeit etc.? Persönlich wäre das nichts für mich, aber ist sicher auch Geschmackssache.
Ich kenne einige, die die Elternzeit oder das Sabbatical für lange Reisen genutzt haben, mit oder ohne Kinder, und niemand hat es bereut. Wenn das Kind erst in die Schule geht, wird das viel schwieriger, also besser vorher machen!

w, 35
 
  • #8
Hallo FS,

ich habe schon öfters darüber gelesen, dass Menschen so eine Reise mit Kind machen. Jetzt ist doch eine gute Gelegenheit und das Kind ist nun auch nicht mehr so jung mit drei Jahren. Meine Devise ist die gleiche: ich lebe jetzt und wer weiss was später kommen wird. Daher zieht das jetzt einfach durch. Eigentlich wundert es mich aber, dass ihr zwei verbeamtet seid. Habt ihr den Beruf verfehlt? ;)
Das alles passt so gar nicht zum konservativen Beamtentum...
 
  • #9
Hi Bachfrau,
ich würde es nicht machen, selbst nicht und schon gar nicht mit kleinem Kind. Aus meinem Umfeld kenne ich einige Leute (Erwachsene), die solch eine Reise gemacht haben und krank geworden sind. Einer davon hatte sich einen solchen Virus eingefangen, dass er ein paar Tage lang im Koma war.
Und für eine solche Reise einen Kredit aufzunehmen...das finde ich überhaupt nicht gut. Ihr habt ein Luxusproblem.
Herzliche Grüße, w, 37 J. (auch Beamtin)

PS: Wie wirtschaftet ihr, dass ihr mit zwei Beamtengehältern keinerlei Reserven habt?
 
  • #10
Macht es, toll.

Ich bin am Ende meiner Erziehungszeit mit einem knapp 3Jährigen und einem 5jährigen ohne (männliche) Begleitung mit Zelt 3 Monate durch Portugal, ist jetzt zwar Südeuropa und nicht ganz vergleichbar - aber man kann ja die Risiken abschätzen und vorsorgen.
Und heute ist die Welt noch etwas kleiner geworden, die Zivilisation nie weg.

Es war einfach toll - eine Erfahrung, die ich nicht missen wollte. Und die Kinder waren eine sehr begeisterte Reisebegleitung.

Also, warum gebt Ihr so viel auf die Meinung anderer?
Bei manchen Äußerungen sind Bedenken auch ein Vorwand, dahinter oft genug Neid, weil man sich selbst nicht traut.

W,49
 
  • #11
Das ist zu stark vereinfacht und hat nichts mit der Realität zu tun. Es ist ein Unterschied, ob es sich bei der Krankheit um einen europäischen Schnupfen oder doch um Typhus handelt. Und es macht einen Unterschied, ob man als Eltern eines fiebrigen, kranken Kindes in 20 Minuten oder eher in 2 Stunden qualifizierte medizinische Hilfe und Medikamente erreicht.

Ich habe in Asien erlebt, wie in einem Überlandbus das Kind eines einheimischen Mannes in seinen Armen auf dem Weg zum nächsten Krankenhaus verstorben ist.

Bei kleinen Kinder birgt jede Darmerkrankung ein höheres Risiko, das es dehydriert. Manche Impfungen sind bei kleinen Kindern nicht möglich bzw bergen höhere Gefahren.
Die Höhe in Bhutan ist sicher ein Thema mit kleinem Kind.

Ich würde das Thema mit dem Kinderarzt besprechen.

Ggf. die Route mit Unterkunft, Verpflegung usw. anpassen, um das Risiko zu minimieren.

Ich würde im Leben kein Darlehen für Urlaub aufnehmen.
 
  • #12
Ich bin auch mit meinen Kindern öfters unterwegs gewesen. Mit unserem ersten Kind waren wir 1, 5 Jahre im Ausland. Da muss ich sagen, fand ich persönlich sehr schwer. Du musst bedenken, dass die Kinder andere Interessen haben als die Erwachsene. Er wollte auf dem Spielplatz klettern, während wir ins Theater gehen wollten oder ins Konzert. Letztendlich gewann er und ich verbrachte fast jeden Tag mehrere Stunden Zeit auf dem Spielplatz und danach gab es Fischstäbchen mit Pommes. Es war für mich sehr schwierig. Deshalb haben wir sehr oft in Familienhotels Urlaub gemacht, wo es auch Kinderbetreuung angeboten wurden. Letztendlich hängt es aber von dem Kind ab und davon, was Ihr machen wollt aber ich befürchte, dass es nicht so einfach ist.
 
  • #13
Vielen Dank für eure Antworten, die sich sehr ermutigend lesen:). Noch kurz als Nachtrag: Natürlich sparen wir uns lieber eine Reise zusammen und haben es bisher immer so gehandhabt, aber in dem Fall haben wir nicht die Zeit dazu. Denn wenn wir das Reisegeld zusammen haben, können wir keine Elternzeit im Winter mehr nehmen (klares Signal vom Arbeitgeber, geht nur bis zum vollendeten 3. Lebensjahr). Noch dazu würde uns bei der unbezahlten Elternzeit zwei Monate volles Gehalt fehlen. Daher müssten wir das Geld im Vorfeld leihen und nachher abbezahlen. Und natürlich kann immer was kaputtgehen, aber so viel Spielraum ist finanziell schon noch drin.
 
  • #14
Und, @Tomyi: Es geht nicht um "Urlaub". Sondern um Reisen. In eine andere Kultur eintauchen. Warum würdest du "im Leben nicht" einen Kredit dafür aufnehmen?
 
  • #15
Also wenn ihr beide so gut verdient, warum seid ihr dann nicht so klever um einen Arzt zu fragen, ob es spezielle Vorkehrungen braucht? Warum lest ihr keine Fachliteratur von Experten? Und was hat das in einer Singlebörse zu tun?

Ich würde es von Haus aus vermutlich nicht tun. Sich alles gönnen und leisten zu können, bewirkt bei Leuten eben auch eine höhere Risikobereitschaft, sein Leben oder Gesundheit aufs Spiel setzen zu wollen.

Ich kenne niemanden, der mit Kleinkind nach Ostasien fährt. Zumal das mit so kleinem Kind doch sehr anstrengend ist. Auch das Kind bekommt noch gar nichts mit, außer eine Reisekrankheit fürs Leben geschenkt. Nach Asien geht man vielleicht einmal im Leben, das möchte man doch anders genießen. Das könnte man doch machen, wenn das Kind etwas größer ist.

Ansonsten unterstütze ich immer Leute, die ihre Träume leben. Aber das muss man dann häufig auf eigenes Risiko und besser ohne mit anderen darüber zu reden. Ein normaldenkender Mensch würde so eine Reise mit kleinem Kind eher ablehnen aus Gesundheitsgefahren und weil das Kind nichts davon hat. Normal ist das Ego der Eltern in diesem Kindesalter auch eher ausgeschaltet für eigene Träume.
 
  • #16
Ich war letztes Jahr im peruanischen Dschungel unterwegs. Ein Ort, den man nur mit dem Schiff erreichen kann, mitten in der tiefsten Pampa, wo die Menschen aus unserer Sicht arm sind.
Mein Reisepartner wurde ganz schrecklich krank auf dem Schiff. Interessanterweise war die Behandlung in der Dachungelapotheke, der Unseren weit überlegen. Er bekam dort Elektrolyte, Antibiose und einen Darmaufbau „verordnet“.

Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie überheblich wir hier sind. Abgesehen von der Tatsache, dass wir dem Leben NICHT hilflos ausgeliefert sind, und überall Viren und Bakterien lauern, die uns töten wollen, verstehen andere Länder genügend von Medizin!

Liebe FS, ich kann dir nur raten deinen Weg einzuschlagen! Du wirst definitiv auf Widerstand stoßen und, wenn etwas schief geht die Konsequenzen tragen müssen. Aber, lass dich nicht von den Angsthasen hier abhalten zu leben!

Ich war in Kolumbien, Peru und Asien ganz ohne Impfungen, weil ich davon nichts halte, obwohl, oder gerade weil ich aus dem Gesundheitswese komme. Im übrigen habe ich auch 20 Jahre kein Antibiotikum mehr genommen, obwohl ich jahrelang zwischen Hepatitis, Tuberkulose, Noro, Pseudomonas... etc. gearbeitet habe!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #17
Da muss ich sagen, fand ich persönlich sehr schwer. Du musst bedenken, dass die Kinder andere Interessen haben als die Erwachsene. Er wollte auf dem Spielplatz klettern, während wir ins Theater gehen wollten oder ins Konzert. Letztendlich gewann er und ich verbrachte fast jeden Tag mehrere Stunden Zeit auf dem Spielplatz und danach gab es Fischstäbchen mit Pommes. Es war für mich sehr schwierig.
Na aber das ist mit Kindern doch normal, egal ob im Heimat- oder Ausland! Dass da ein Mensch im Leben ist, dem man Bedürfnisse einräumt, ist doch klar.
Wenn man allerdings Babysitter und Großeltern zur Unterstützung gewohnt ist, dann ist es eine Umstellung. Wir haben zu Hause nichts von beidem, also war es kein Unterschied.
Wie @Lionne69 das mit ihren Kindern gedeichselt hat, finde ich bewundernswert, das finde ich (noch) sehr anstrengend, aber hoffentlich traue ich mir so etwas auch mal zu.
 
  • #18
Ich bin die letzte die jemanden vom Reisen abhalten würde!
Wie schon öfters geschrieben, bin ich selbst im Ausland und dies seid 20 Jahren auf 5 Kontinenten. Ich mache da allerdings keinen Urlaub, ich wander immer direkt aus.
Reisen also immer aber bei Euch habe ich meine Zweifel: ihr wolltet es machen, dann kam unerwartet das Kind.
Jetzt wollt ihr einen Kredit für Urlaub aufnehmen?
Ihr klingt unüberlegt, sorry denn wie ein Kind zustande kommt und das man sparen kann, sollte euch bei eurer Bildung nicht neu sein.
Ich kenne viele Leute die mit kleinen Kindern reisen aber ihr klingt nicht danach, das Leben im Griff zu haben.
Daher rate ich ab!
Probleme im Ausland werden nicht weniger und wenn ihr jetzt schon am straucheln seid, lasst es.
 
  • #19
Also ich stelle mir so eine Reise ehrlich gesagt als ziemliche Zumutung für ein kleines Kind und demzufolge auch als wenig erbauliche Erfahrung für die Eltern vor. Jetlag, Hitze, extreme Luftfeuchtigkeit, ungewohntes Essen...(es sei denn, ihr kocht zu Hause schon sehr international).

Wobei; man ahnt es schon - ich würde auch heute nicht nach Südostasien fahren. Ich bin froh und dankbar, in einem Land mit (noch) halbwegs gemäßigtem Klima geboren zu sein und lebe generell eher gemäß dem Spruch: "Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.". Insofern bin ich sicherlich ganz und gar kein Maßstab. Allerdings sollte man m.E. bedenken, dass für kleine Kinder ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Sicherheit, Routine, Ritualen typisch ist. Gerade beim Essen zeigt sich ja häufig eine halsstarrige Abneigung gegen Ungewohntes. Und ich denke, das hat entwicklungspsychologisch auch seinen Sinn und die Kinder wachsen da umso schneller und problemloser raus, je mehr die Eltern das grundsätzliche Sicherheits-/Stabilitätsbedürfnis respektieren - gemäß dem Motto: "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht.". Neugier und Abenteuerlust erwachen von ganz allein, wenn ein Kind sich geborgen fühlt.

Auch muss man bedenken, dass das autobiographische Gedächtnis frühestens mit 3 Jahren so weit entwickelt ist, dass Erlebnisse längere Zeit gespeichert werden können. Euer Sohn wird später wahrscheinlich keinerlei Erinnerungen an diese Reise haben.

Grundsätzlich verstehe ich eure Herangehensweise, im Hier und Jetzt zu leben und Träume nicht zu lange aufzuschieben. Aber wenn es nicht nur für dich und deinen Partner, sondern auch für euren Sohn ein tolles, eindrückliches Erlebnis werden soll, wäre es m.E. sinnvoller, noch ein paar Jahre zu warten. Ich denke ehrlich gesagt, dass ein Kind erst ab Ende der Grundschulzeit, also so mit 9 - 10 Jahren, wirklich was von so einer Reise hat. In diesem Alter beginnt man, seine Umwelt wirklich bewusst wahrzunehmen und größere Zusammenhänge zu verstehen; ist sehr wissbegierig und begeisterungsfähig. Meine ersten wirklich detaillierten - und im Lebensverlauf betrachtet auch intensivsten - Erinnerungen stammen aus der Zeit kurz vor Einsetzen der Pubertät. Alles davor sind letztlich nur verschwommene, zusammenhanglose Erinnerungsfetzen.
 
  • #20
Für wichtige Entscheidungen in meinem Leben frage ich niemand außer gemeinsame Gespräche mit meiner Frau. Das Umfeld hat immer Argumente, die dagegen sprechen, weil sie sich selber das nicht vorstellen können, das ist der wunde Punkt, egal um welches Thema es geht!
Sehr oft hilft eine Meinung von außen einem selbst doch weiter - mal die Sicht von anderen hören. Aber Du? Nein Dir kommt das nicht in den Sinn. Mir hilft so was zumindest regt es zum Nachdenken und Abwegen an.


Eigentlich wundert es mich aber, dass ihr zwei verbeamtet seid. Habt ihr den Beruf verfehlt? ;)
Das alles passt so gar nicht zum konservativen Beamtentum...
Doch das passt sehr gut sogar. Der Beamt hat zwar dieses Image. Ich arbeite ja selbst mittlerweile in einem Amt. Viele arbeiten gerade hier, weil es eben oft mehr Möglichkeiten gibt als in der freien Wirtschaft. Ein Kollege war die ersten Jahr mit seinen Kindern (ab dem 1. Jahr) immer mehrere Monate auf einer Alm. Wo sonst geht das?

PS: Wie wirtschaftet ihr, dass ihr mit zwei Beamtengehältern keinerlei Reserven habt?
Das Frage ich mich auch. Für was Immaterielles würde ich keinen Kredit aufnehmen. Aber das ist Euer Ding und das war auch icht die Frage.

Aber ansonsten: Machen, machen, machen!
Unser Zwerg
- war mit 3 Tagen zum ersten Mal in Österreich
- mit ca. 3 Wochen auf seinem ersten Gipfel
- mit ca. 6 Wochen auf über 2.225 m
- mit 14 Monaten auf über 2.600 und hat auf 2.165 m übernachtet in einer einfachen Hütten. Es geht so viel, wenn die fit sind. Wichtig finde ich dabei aber, ob es ihnen gut geht und ob sie Spaß daran haben. Erinnerung verblassen. Ich kann mich z.B. auch an vieles nicht mehr erinnern, was ich mit 5 so erlebt habe. Oft glaube ich, dass es keine Erinnerung sind, sondern ich es von den Erzählungen her kenne. Das finde ich wurscht.
war mit 3 Wochen auf seinem
 
  • #21
Wir kennen Dein Kind nicht! Warum fragst Du nicht den Kinderarzt? Und wie Ihr das finanziell regelt, finde ich zwar nicht optimal, aber das ist Eure Sache. Ich persönlich würde das nicht tun, weil ich denke, das Kind hat nichts davon. Nur Stress. Als unser Sohn in diesem Alter war, fuhren wir mit ihm in die Berge, Salzburger Land, in ein schönes, gemütliches Hotel. Dort gab es etwas Programm für Kinder jeden Alters, frische, gesunde Luft, gesundes Essen, Wellness für die Erwachsenen und die Kinder waren sehr gut betreut.
 
  • #22
Ich war vor 2 Jahren in Thailand auf einer etwas einsameren Insel. Dort gab es sogar mehrere Familien mit sehr kleinen Babys. Die Kinder wurden aber alle gestillt. Das ist wahrscheinlich unter diesen Umständen in diesen Ländern unabdingbar. Den Babys ging es sehr gut, sie mußten nur eine Windel anhaben, weil es so schön warm war (April). Allerdings hatten diese Familien etwas bessere Bungalows als ich - mit Klimaanlage. Ich kann mir vorstellen, dass das für Kinder besser verträglich ist. Ich hatte in meinem Bungalow alle Fenster und Türen offen, um etwas Durchzug zu haben und damit alles was reinkrabbelt, auch wieder den Weg nach draußen findet. Das würde ich mit einem Kleinkind nicht unbedingt machen.
Nur, wenn wir keinen Strom hatten, hat man die Kinder Nachts weinen hören. In solchen Fällen dürft ihr dort am nächsten Tag auch nirgendwo Fleisch in den Restaurants essen, weil alles auftaut.
Vor allem die Thaifrauen lieben kleine Kinder sehr. Die Kinder werden dort liebevoll verwöhnt.
 
  • #23
Liebe FS, nach deinem Nachtrag finde ich deinen Plan sehr abenteuerlich. Du riskierst sehr viel für diese Reise: Schulden, Sabbatjahr und mit Kleinkind durch Südostasien.
Generell kann ich dich verstehen und solche Sehnsüchte haben wir alle und in der Tat war ich selber sehr Abenteuerlustig und habe viele Abenteuerliche Entscheidungen in meinem Leben getroffen, die sehr bereichernd und wunderbar waren.
Du könntest dennoch diese Reise günstiger haben. Du könntest ja dir vornehmen in den nächsten Jahren einmal im Jahr ein Land in Südostasien zu bereisen. Das ist viel Risikoärmer als alles hinzuschmeißen und mehrere Monate abzutauchen. Das würde ich nur machen, wenn ich genügend Geld zur Verfügung hätte oder kein Kind hätte. Ich finde dein Vorhaben so wie du es machen möchtest mit Verlaub fahrlässig.
 
  • #24
Liebe FS,

mein Rat: in den einschlägigen Internetforen über Asien nachfragen und einen Arzt konsultieren.

Ich war 2016 in Indonesien. Vorher habe ich mich informiert, welche Impfungen ich brauche und was ich mitnehmen muss. Dazu gehörte:
- alle Impfungen auffrischen von Tetanus bis Hepatitis A. Gegen Tollwut habe ich mich nicht impfen lassen, da die Zeit bis zur Reise für die zwei Impfungen zu knapp war und ich nicht vorhatte, mich mit wilden Tieren zu beschäftigen.
- Neben der üblichen Reiseapotheke Malariatabletten, Insektenspray und Moskitonetz. Letzeres habe ich aber nicht gebraucht, da in den normalen, klimatisierten Hotels die Gefahr gering ist.

Nützlich wären außerdem ein paar Übungsstunden mit dem Roller gewesen, denn der ist Fortbewegungsmittel Nr. 1 dort.

Soweit für Erwachsene. Ich weiß nicht, worauf man bei kleinen Kindern noch achten muss. Frage dazu einen Arzt, idealerweise einen mit Kenntnissen in Tropenmedizin. Gibt es eine Impfung für Kinder gegen Tollwut, würde ich diese in jedem Fall impfen lassen, den Tollwut verläuft tödlich und Kinder sagen vielleicht nicht, ob sie gekratzt oder gebissen wurden. Nachtträglich sind die ersten 48 Stunden für die Medizinvergabe entscheidend.

Als nächstes würde ich mir Gedanken um die praktische Ausführung machen. Ihr werdet viel gehen. Wie soll das Kind dabei transportiert werden? Buggy dürfte unpraktisch sein, da die Wege oftmals nicht mit denen in westlichen Ländern vergleichbar sind. Für ein Tragetuch ist der Kleine sicher bald zu schwer. Welche Alternativen gibt es? Nehmt ihr Trekkingrucksäcke oder doch den (sperrigen) Koffer? Was soll der Kleine essen? Babynahrung und Windeln gibt es oft nur in den größeren touristischeren Orten, also müsst ihr euch dort eindecken.

Auch für euch: keine Eiswürfel, kein Essen vom Straßenrand, keine ungewaschenen Früchte. Ich hab gesehen, wie eine Touristin einen Drink bestellte, der aus bereits aufgeschnittenen ungekühlten Früchten plus Eiswürfel fragwürdiger Herkunft aus einer einfachen Kühlbox hergestellt wurde. Durchfall vorprogrammiert. Auch die übrigen hygienischen Verhältnisse entsprechen nicht immer europäischen Standards. Es wird europäische Toiletten geben, aber auch Toiletten ohne Klopapier und mit einem Eimer und Schöpfkelle daneben. Ja, auch in den Tourismusorten.

Insgesamt sagt man, dass nahezu jeder auf so einer Reise mindestens einmal mit Durchfall zu tun hat. Ich kann es für mich und meine Reisebegleitung bestätigen. Ich hatte noch lange Zeit danach mit Salmonellen zu tun, obwohl ich jegliche Vorsichtsmaßnahmen eingehalten habe.
Ich will euch nichts verleiden, aber stellt euch auf solche Widrigkeiten ein und schaut schon im Vorfeld nach, wo ihr im Zweifel einen deutsch- oder englischsprachigen Arzt auf eurer Route findet, falls es eurem Kind schlecht gehen sollte.
Achja: eine Auslandskrankenversicherung für euch drei ist natürlich Pflicht!

Für Erwachsene machbar. Mit Kind würde ich in jedem Fall im Vorfeld mit einem Arzt sprechen.

W33
 
  • #25
Ich gestehe, dass ich solche Reisen mit meinen Jungs nicht gemacht habe und immer nur dahin ging, wo im Notfall eine optimale Versorgung war.

Allerdings habe ich vor den Kindern vieles gesehen und bin lowbuget weit gereist.
Somit hatte ich den "Druck" nicht.

Ausserdem schreibst Du ja, dass Du nicht zu Fuss durch den Dschungel willst.
Und Asien ist auch bezüglich Kambodscha und Co, nicht mehr wie in den 80gern.

Eine Freundin hat das mit einem Reiseveranstalter gemacht...natürlich nicht Neckermann...

Die haben super Rundreisen und viele Informationen.
Nicht das Du darüber buchen musst aber googlen würde ich und Fragen stellen.
Damit ihr eben nicht mit dem überlandbus Tage zu einem Krankenhaus müsstet.( trau ich Dir auch nicht zu;-)

Tropenarzt und co aufsuchen und löchern. Und eine tolle Route ohne Angst planen.

Ein finanziertes Auto wird 30 Jahre später nicht in deiner Erinnerung bleiben.
Eine Reise schon und verpasste Dinge erst Recht.
 
  • #26
Und, @Tomyi: Es geht nicht um "Urlaub". Sondern um Reisen. In eine andere Kultur eintauchen. Warum würdest du "im Leben nicht" einen Kredit dafür aufnehmen?
Liebe Bachfrau,
ich mache keinen besonderen Unterschied zwischen "Urlaub" und "Rund-Reisen" bei 2-3 Monaten.
Wahrscheinlich sind die Gründe, dass ich 1. mir vieles bereits angesehen habe. Ich habe deshalb nicht mehr das dringende Verlangen, bestimmte Orte sehen zu müssen. Dazu gibt es ein Buch von Paulo Coelho. Der Alchemist ist sein Titel, glaube ich.

2. eine andere Beziehung zu Geld habe nach dem Motto "ansparen, dann ausgeben". Aktuell wird den Verbrauchern aber eingeredet "alles konsumieren, kannst nachträglich noch in Raten abzahlen"... sind einfach unterschiedliche Einstellungen.

3. mindestens drei Bekannte habe, die von ihrer Backpackertour nach wochlangen Klinikaufenthalten bleibende Gesundheitsschäden (Parasiten , Blindheit usw.) behalten haben.
Ich weiss also, dass es richtig schief gehen kann. Wir Europäer können die Gefahren mancher Situationen garnicht richtig einschätzen.

Ich halte viel von einer guten Tourplanung und denke, dass Deine Tour grundsätzlich auch mit Kindern möglich ist.

Du wirst definitiv auf Widerstand stoßen und, wenn etwas schief geht, die Konsequenzen tragen müssen.
Die Konsequenzen einer Fehlentscheidung muss ggf. nicht die Fs sondern ihr Kind ein Leben lang tragen.
 
  • #27
Na aber das ist mit Kindern doch normal, egal ob im Heimat- oder Ausland! Dass da ein Mensch im Leben ist, dem man Bedürfnisse einräumt, ist doch klar.
Wenn man allerdings Babysitter und Großeltern zur Unterstützung gewohnt ist, dann ist es eine Umstellung. Wir haben zu Hause nichts von beidem, also war es kein Unterschied.
Wie @Lionne69 das mit ihren Kindern gedeichselt hat, finde ich bewundernswert, das finde ich (noch) sehr anstrengend, aber hoffentlich traue ich mir so etwas auch mal zu.
Ich habe mich vielleicht missverständlich ausgedruckt. Ich fand die Ganze Aktion schwer, weil mein Kind eigentlich nicht mitmachen wollte. Es war ihm alles zu viel. Erstens der lange Flug, wo er sehr viel Ohrenschmerzen bekam und sehr viel geweint hat. Zweitens gibt es in anderen Ländern diese flächendeckende medizinische Versorgung, die wir aus Deutschland kennen, nicht. Wir müssten jedes Mal beim Arztbesuch 70 Km fahren und auch alles selber bezahlen. Außerdem gibt es die Vorsorgeuntersuchungen wie man aus Deutschland kennt auch nicht. Die Wohnung, die wir bezogen, war sehr hellhörig und für Kleinkinder, die gerade laufen gelernt haben nicht geeignet. Ich habe damals gelernt, dass ich auch in meiner Lebensplanung extrem auf meine Kinder achten soll und die haben für mich die höchste Priorität. Das ist meine Pflicht als Mutter. Als sie aber jugendlich waren, hatten wir wieder mehrere sehr schöne Reisen gemacht. Wir haben die Zeit verkürzt und dafür uns sehr schöne Hotels ausgesucht und sehr oft auch all inklusiv gebucht. Wir waren zwar nur eine Woche unterwegs dafür aber sehr erholt und haben gut gegessen, schöne Zeit gehabt. Die trendige Romantisierung der Armut und die Sehnsucht unbekannte Orte und Kulturen kennenzulernen kann ich zwar verstehen aber von der anderen Seite sollte man sich solche Ziele ermöglichen ohne Kinder. Kinder wollen Rutine, Fischstäbchen und Gummibärchen und können es nicht verstehen, warum sie nun 12 Wochen ihre Kigafreunde nicht sehen dürfen.
 
  • #28
Wer's braucht....

Was soll den Euer Kind mit drei Jahren von so einer Reise haben? Außer den Stress beim Fliegen? Irgendwelche Erinnerungen?

Mal abgesehen davon, dass die Elternzeit wohl eher dafür gedacht ist, dass die Eltern für ihr Kind da sind - und nicht dafür sich einen Reisetraum zu erfüllen. Warum habt Ihr Euch diesen Traum nicht erfüllt, BEVOR Euer Kind geboren wurde?

Mir würde es nicht im Traum einfallen, ein dreijähriges Kind ohne Not derartigen Reisestrapazen auszusetzen. Man kann halt nicht immer alles (gleichzeitig) im Leben haben ...
 
  • #29
Auch muss man bedenken, dass das autobiographische Gedächtnis frühestens mit 3 Jahren so weit entwickelt ist, dass Erlebnisse längere Zeit gespeichert werden können. Euer Sohn wird später wahrscheinlich keinerlei Erinnerungen an diese Reise haben.
Reisen mit Kleinkind macht man ja normalerweise nicht FÜR das Kind, sondern TROTZ dem Kind. Das ist natürlich in dem Alter ein Ego-Ding der Eltern, dazu darf man aber auch stehen. Heute gibt es ja immer mal wieder "Regretting Mothers", die so tun, als sei seit dem Kind das ganze Leben nur noch halb so schön, und da ist es doch besser, wenn man einen Drang hat, dem nachzugeben, sofern das Kind nicht leidet.

Wie gesagt, eine Fernreise ist kein Spaziergang zum Hausberg, aber heute mit der Erschließung durch Verkegrsmittel immer leichter, und zu Hause können dir genauso blöde Dinge passieren. Aber das Thema Kredit trotz exzellenter Jobs finde ich wirklich nicht durchdacht, das würde mich stören.
Warum macht ihr nicht einfach eine 2-3wöchige Reise, um zu sehen, wie der Hase läuft? Verstehe nicht, warum man da gleich monatelang was machen will - also natürlich ist es reizvoll, aber mangels Barem würde ich Prioritäten anders setzen.
 
  • #30
Habe ich das richtig gelesen - weil es dir zu langweilig ist, möchtest du 'in andere Kulturen abtauchen' und deine gesamte Familie soll sich den Bedürfnissen der Mutter anpassen ...
Du kommst mir sehr unstet rüber - in den vergangenen 4 Jahren hat das Leben dir gigantische Highlights serviert:
Den Lebenspartner. Zusammenwohnen. Die ungeplante, aber gesunde Schwangerschaft. Die Geburt deines Kindes.
Die ersten Jahre mit deiner neuen Familie.
Es war im Grunde NIE langweilig!

Aber weil es dir unterm Hintern juckt, möchtest du nun was machen, was kein Tier tun würde: Unruhe bringen, das Nest gefährden.

Bitte bedenke mal - du und dein Mann, ihr seid Erwachsene. Aber euer kleiner Spatz, dem sein Imun-System ist noch gar nicht ausgereift.
Wir konnten täglich stundenlang spielen, und wurden da nicht dauernd rausgerissen. Und DU:
Los hopp weiter geht's ... Mama ist langweilig ... die will was Neues sehen ... ?!
Nur Mütter die kriegsbedingt auf der Flucht sind, sind gezwungen, ihren Nachwuchs einer Fülle von Un-Ruhe & Fremdheit auszusetzen - da gilt die Regel 'wachse oder krepiere dran' - weil es keine andere Möglichkeiten gibt um irgendwo endlich ein Ziel & Ruhe zu finden.
Du aber bist so pervers gestrickt, dass du Ruhe & Nest in Unstetigkeit verwandeln willst. Noch dazu auf Schulden-Basis!
Ja geht's noch?
Und danach?
Willst du nach der geilen Weltreise dann Kredit & Zinsen mit dem Kindergeld deiner langweiligen deutschen Kultur tilgen?
Was ist wenn euch was zustösst? Wie kann euer Kind dann anderen Leuten erklären, wer es ist und wo es hin will?
Noch dazu in asiatischen Sprachen und den Dialekten kleiner Dörfer?
Auch wenn es mit 3 Jahren kein Nesthocker mehr wäre:
Dieses Fohlen ist noch zu zart & zu klein für Weltreisen.
Kinder lieben ihr vertrautes Bettchen, den vertrauten Duft, das vertraute Abendlicht, die vertrauten Geräusche von Mami aus der Küche.
Dann zum Imun-System: Weißt du eigentlich was für eine Dreckschleuder die Klima-Anlagen sind? Du willst einen Fernflug machen, der Druck in den Ohren deines Kindes ist dir wurscht?
Weißt du noch, wie oft wir Kinder erkältet waren im Kindergarten?
Und es war eine überschaubare Gruppe!
Soso DIR ist also langweilig?
Bist vermutlich ebenso risikofreudig in Beziehung gesprungen oder in der Schwangerschaft gelandet. Deine Unstetheit ist sehr ... auffallend. Du bist nicht geerdet.
Vorschlag: Anstatt die Erde zu umkreisen ... erde dich selber mal!
Und bitte tauche in deine tatsächliche Lebens-Situation ein!
Die ist nämlich nicht langweilig.
Es fehlt nichts.
Deine derzeitige Kultur? Liebe sie!
Es ist eine Gnade, unter solchen Bedingungen entspannt leben zu können und als freie Frau.
Keinesfalls solltest du mit deinen unnatürlichen Launen das Nest deiner Familie in Gefahr bringen.