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  • #1

Taugt jemand der/ die von Freiheiten redet nur zum Fun-Partner?

Wer dauernd von "Freiheiten" faselt taugt meiner Meinung nach nur zum Fun-Partner!
Durch "Dick" kann man mit so jemanden gehen (Essen, Reisen, Freizeitgestaltung, Sex),
bei "Dünn" wird sich so jemand schnell in Nebeltropfen auflösen und verschwinden; dass so jemand im Falle einer Ehe recht bald gelangweilt die Scheidung einreicht ist geradezu vorprogramiert; die völlige Unbrauchbarkeit solcher Leute liegt aber als Vater oder Mutter vor; die freiheitsbeschneidenden Kinder sind doch definitiv ein Freiheitshinderns. Das bebaupte ich mal als ´68 geborenes Scheidungskind, eigenen Erfahrungen wie solchen im Freundeskreis. Also:
Bei "Freiheitsgerede" Alarmglocken an und auf eine Fun-Beziehung einstellen.
 
  • #2
Mich kotzt dieses Gerede von Freiheit und Unabhängigkeit auch an und ich würde solche Typen als Partner nicht in betracht ziehen. Im Ernstfall kann man sich wohl wirklich nicht auf solche Menschen verlassen.

"Freiheitskacke" höre ich mir nicht mehr an. Eine Partnerschaft erfordert es, füreinander einzustehen und Verantwortung füreinander zu übernehmen, und mit Verantwortung ist immer eine gewisse Abhängigkeit und Einschränkung der Freiheit verbunden. Das gilt gegenüber Kindern genauso wie gegenüber Partnern.

Aber das entscheidende sollte sein: Trotz all der faktischen Einschränkung sollte man sich niemals unfrei oder abhängig oder eingeschränkt fühlen, sondern die Bilanz betrachten und die sollte sowohl mit Kindern als auch Partner positiv sein, also einem mehr geben als kosten: Bereicherung, Fürsorge, Freude, Spaß sollten die Einschränkungen mehr als kompensieren.

Man kann eben nicht alles im Leben gleichzeitig haben. Totale Freiheit und Verantwortung schließen sich aus. Eigene Kinder und völlige Freiheit schließen sich auch aus. Partnerschaft und totale Freiheit ebenso. Wer das nicht versteht, hat einen ganz wesentlichen Teil des Menschseins noch nicht verstanden.
 
  • #3
Wahrscheinlich bin ich die große Ausnahme in dieser Diskussion, aber mir wäre eine Partnerschaft, in der jede seine Freiheiten hat, lieber. Für mich hat sich die Institution Ehe als verkehrt herausgestellt. Das bedeutet aber nicht, dass ich unzuverlässig oder untreu bin. Ich bin einfach nicht mehr bereit mich für jemanden total aufzugeben. Dennoch würde ich zu diesem Partner stehen, auch ohne Ehering und mit getrennten Wohnungen.

Zu mir: Ich, w43, habe ein Kind (12 Jahre) und auf keinen Fall suche ich einen Vater, den gibt es nämlich. Ich bin mittlerweile nur so egoistisch, dass ich einen Partner für mich suche, niemanden, der bei mir einzieht und einen auf „heile“ Familie macht. Einige Jahre bin ich bewusst allen Männern aus dem Weg gegangen, auch um mich selber zu finden und zu entwickeln. Was ich gefunden habe bin ich nicht mehr gewillt aufzugeben, nur könnte einiges davon zu Zweit noch mehr Spaß machen. Und wenn das als Fun-Beziehung bezeichnet wird, dann stehe ich dazu. Und wenn es so jemanden nicht gibt, dann bleibe ich lieber Single!
 
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  • #4
Und ich möchte nach 35 Jahren Ehe und kurz davor unter der Brücke gelandet zu sein,....mich auf keinen Deal mehr, mit einem unzuverlässigen Gegenstück einlassen. Eheverträge sind nur soviel wert, wie der andere bereit ist, sich daran zu halten. Im schlimsten Fall müßte mann im Nachhinein jeden Punkt vor Gericht wieder einklagen. Und vor Gericht und auf hoher See ist mann nur auf sich und Gott gestellt.

Jo
 
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  • #5
Ich finde die "Gewährung" gewisser Freiheiten in einer richtigen Beziehung wichtig. Hält auch die Spannung aufrecht. Das rechte Maß muß gemeinsam geklärt werden. Je weniger Klärung nötig, um so besser passen zwei zusammen. Das Maß Ist bei Paaren individuell recht verschieden. Mache sind eher symbiotisch, andere lassen sich mehr Raum. Beides kann funktionieren.
Daher würde ich die Tauglichkeitsfrage nicht schwarz-weiß sehen.

Eine vollwertige Partnerschaft ist für mich untrennbar verbunden mit gegenseitiger Liebe, tiefem unbedingtem Vertrauen, Aufeinandereinlassenwollen, Miteinanderseinwollen, und in jedem Fall mit Kompromisse finden - und damit automatisch auch eine (freiwillige) Einschränkung der eigenen Freiheit.

Wenn der Drang nach Freiheit überwiegt - und so ist ja ein ständig drüber reden zu deuten, dann passt es nicht zusammen bei diesem Paar und wird wohl nicht lange halten.

Für mich gibts in diesem Zusammenhang schon beim Kennenlernen ein paar Codewörter, wo ich beginne, ganz genau hinzuhören und nachzudenken: Freiheit, Freiraum sehr betonen, sich ohne Grund eineengt fühlen, keine Luft zu bekommen, Abstand zu brauchen, es locker laufen lassen, nicht ständig zusammen zu kletten, etc. Sowas hörte ich nahezu immer von Frauen, die nie in ihrem Leben eine lange richtige Beziehung (mit Zusammenwohnen) lebten.

M/50
 
  • #6
Wenn der Drang nach Freiheit überwiegt - und so ist ja ein ständig drüber reden zu deuten, dann passt es nicht zusammen bei diesem Paar und wird wohl nicht lange halten.

Das sehe ich auch so. Es gibt unterschiedliche Grade von Freiheit in einer Beziehung. Wer von Anfang an von Freiheit redet, hat ein Problem, weil er bestimmte Sachen mit sich noch nicht geklärt hat - zB, wie die Beziehung aussehen soll, in der er leben will. - Oder aber hat gerade die falsche Person vor sich.
Ich kann und will beides. Große Nähe und einen weiten eigenen Bereich. Pärchenzirkus und Doppelpackexistenz ist eher nicht mein Ding.
 
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  • #7
Mich würde eine genauere Erklärung zur Fragestellung interessieren, von was für Freiheiten da die Rede ist, das ist ja ein recht dehnbarer Begriff.

Mancher versteht unter zuviel Freiheit schon, wenn der Partner mal ohne ihn weggeht oder in Urlaub fährt oder seine alten Freundschaften ohne Partner pflegt. Das wäre mir persönlich zu eng und unfrei.

Für andere fängt zuviel Freiheit erst da an, wo man sich nur noch 1-2x die Woche für reine Freizeitunternehmungen trifft und keinerlei Alltag oder Urlaube miteinander verbringt. Dazwischen liegt ein weites Feld. Das wäre mir nicht verbindlich genug und da hätte ich auch Bedenken, dass ein solcher Partner mir bei Problemen nicht zur Seite stünde.

Ich denke, wenn man älter und aus der Familienphase heraus ist, gesteht man einander auch mehr Freiheiten zu, als wenn man ein Leben mit gemeinsamen Finanzen, Haus- und Familienplanung miteinander aufbauen will.

w, 50
 
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  • #8
Eine Partnerschaft erfordert es, füreinander einzustehen und Verantwortung füreinander zu übernehmen, und mit Verantwortung ist immer eine gewisse Abhängigkeit und Einschränkung der Freiheit verbunden.

Du verwechselst da etwas, Frederika. Es gibt natürlich Beschränkungen, die sich aus der Sache heraus ergeben. Häufig werden die Freiheiten jedoch von weiblicher Seite weit mehr eingeschränkt als notwendig. Und jeder Mann, der schon einmal aus einer willkürlich einengenden Beziehung geflohen ist, will so etwas kein zweites Mal mehr haben.

Da gehst du als Mann deine Post wegtragen und wirst anschließend von ihr am Telefon zur Sau gemacht, weil du im Büro nicht erreichbar warst, als sie dich brauchte. Und wenn du sagst »ich war doch nur rasch Post wegbringen« heißt es, warum hast du mir nicht vorher bescheid gesagt.

Das meine ich mit Freiheitsbeschneidung. Wenn du nichts, aber auch gar nichts mehr tun kannst, ohne anschließend von der Frau angepißt zu werden. So etwas brauche ich nicht, so etwas will ich nicht. Die Freiheit, die ich meine und fordere, ist durchaus legitim.
 
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  • #9
Ich finde auch, die Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Das einzige, was man wohl einigermaßen sicher sagen kann, ist dass jemand, der die Freiheit betont, sich wohl in der Vergangenheit mal zu sehr eingeschränkt gefühlt hat. Es ist durchaus verständlich, dass man dann beim nächsten mal etwas vorsichtiger ist, und es muss nicht notwendigerweise von schlechtem oder unstetem Charakter zeugen.

Ich denke, man sollte versuchen, respektvoll herauszufinden, was der Anlass für den betonten Freiheitsdrang ist, und dann mit Vernunft urteilen, ob Grund und Ausmaß zu den eigenen Vorstellungen von Partnerschaft passen. Natürlich kann es passieren, dass man es erst relativ spät merkt, dass da etwas nicht zusammenpasst. Auf der anderen Seite braucht es Zeit, um zu erkennen, wieviel Freiheit der andere aufzugeben bereit ist. Enttäuschungen können also immer vorkommen.
 
  • #10
Jemand der in der Beziehung immer nur von Freiheit redet, ist einfach nicht verliebt genug sich in eine Beziehung voll einzubringen. Also nur eine Ausrede den Sex mitzunehmen ohne verbindlich zu werden
 
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  • #11
Vergesst nicht, dass Freiheit/Freiraum für jeden etwas anderes ist!

Manch einer legt Wert auf den nötigen Freuraum, weil er in seiner letzten Beziehung fast erdrückt wurde. Andere suchen grade Nähe, weil die die evtl in der letzten Beziehung vermisst haben.

Wichtig ist doch, dass sich 2 Menschen finden, denen es ähnlich geht. Wer übermäßig viel Nähe braucht sollte sich keinen Partner suchen, der viel Freiheit braucht und andersrum. 2 Menschen, die miteinander ihre eigenen Wege gehen haben wohl viel Freiraum. Wenn es dennoch ein ständiges Miteinander ist, dann passt es doch.

Ich finde es schlimm, dass immer soviel verallgemeinert wird und die Töpfe und Schubladen zum Hineinstecken schon bereitstehen.
Wo bleibt denn da die Individualität?
 
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