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  • #1

Telefongespräch: Altlasten, Probleme. Lohnt sich da noch ein Treffen?

Mich würden mal eure Erfahrungen (beidseitig) interessieren. Es ging mir (w. 56 J) jetzt mehr mals so, dass beim ersten Tel. gespräch die Lebensgeschichte meines Kontaktes im Vordergrund stand, z.B. ( 1. Frau nach langer Krankheit verstorben, danach fast 2 Jahre mit einer zum Alkohlkonsum neigenden Partnerin zus. gewesen). Mein Bedarf nach Treffen war nach wenigen Minuten bei null. Der nächste erzählte mir, wie müde er wäre, da der Garten im Moment so viel Arbeit mache, dann wie nervig das letzte Jahr seiner Berufstätigkeit sei. Ich bat ihn, dann doch besser ein andermal anzurufen. Danach sandte ich eine Absage. Warum sind (in diesem Fall Männer) so plump, ungeschickt, dass sie keinen Schimmer haben, wie man eine Frau für sich interessiert. Ich verspreche mir von einem persönl. Treffen in solchen Fällen nur die Fortsetzung der Langeweile, habe aber auch schon keine Lust mehr, das auszuprobieren. Hab ich jetzt einfach etwas Pech gehabt? Wie sind eure Erfahrungen?
 
  • #2
Liebe Fragestellerin! Nein, ich glaube, Du siehst das richtig: Wenn schon ein Telefonat von Jammern, Problemen und Altlasten bestimmt ist, dann hat es doch genau seinen Zweck erfüllt, nämlich sich ein völlig unnötiges Treffen mit einem problembelasteten Waschlappen zu ersparen.

Vergiss diesen Typen und sei froh, dass Du nicht noch mehr Zeit mit ihm verplempert hast.
 
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  • #3
Liebe FS,

diese Erfahrungen mache ich auch. Anfangs war ich noch relativ erheitert, aber ich bin es jetzt auch total leid, mir das endlose Gejammere anzuhören. Meistens geht es darum, wie schändlich sie von ihren Verflossenen behandelt und wie sehr sie doch vernachlässigt wurden, vor allem sexuell.

Mittlerweile sehe ich vor meinem geistigen Auge wahre Heerscharen von eiskalten, abgebrühten, fremdgehenden und frigiden (auch noch dieselben!) Frauen aufmarschieren, die die armen Männer jahrelang in Keller verbannen, ausnehmen bis aufs Hemd, nicht mal kochen können und sich auch noch einen jungen Lover nehmen. Wenn einem spätestens dann nicht die Tränen kommen....Später stellt sich dann raus, dass sie selbst fremdgegangen sind, was auch als ganz logisch hingestellt wird angesichts der frigiden Hyänen zu Hause.

Mein Eindruck ist, dass diese Männer einfach nicht mit ihrer Vergangenheit fertig werden und eine einzige, vielleicht negative Erfahrung gleich als allgemein gültige Lebensweisheit betrachten. Dazu noch ein großzügiger Schuss Selbstmitleid und als Gewürz eine Ladung Subjektivität, und schon haben wir wieder ein nettes Telefonat an der Backe.

Liebe FS, leider ist mir auch noch kein Kraut dagegen eingefallen. Ich dachte dann mal, vielleicht ist ein ehemals glücklich verheirateter Witwer die beste Alternative, denn da sind wenigstens keine ach so grauenhaften Erfahrungen zu bewältigen, aber die haben dann wiederum öfter mal die nette Eigenschaft, auf dem Schachbrett ihres Lebens die Verstorbene einfach durch eine andere Figur zu ersetzen. A wurde rausgekegelt? So what, dann schieben wir mal eben B dahin. Sie kocht, sie wäscht, sie lauscht meinen Monologen und begleitet mich mit dem Hund, und abends pflanze ich mich gemütlich in meinen Sessel, und SIE ist eben anwesend. Wer?

Ich drück' Dir die Daumen und mir gleich mit, dass uns die berühmte Ausnahme über den Weg läuft, denn mir ist natürlich klar, dass meine Erfahrungen auch nicht allgemein gültig sind, und ich hoffe immer noch sehr, ich werde bald mal eines Besseren belehrt.
w57
 
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  • #4
Liebe FS- Du machst es richtig! Ist doch eine praktische Entscheidungshilfe - keine Zeit verplempert mit auslaugendem Treffen und Endlosmonologen. Daher bin ich schon fürs Testplaudern am Telephon. Ich wollte anfangs den Telephonraunzern schon eine Chance geben, sich life als lebhaft interessiert und interessant zu präsentieren. Ergebnis: Fortsetzung der Leidensgeschichten PLUS Abjammern über unmögliche Elite- Damen.....In unserem Alter ist natürlich "was bisher geschah" sehr wichtig, wird auch immer viel Platz in einer Beziehung einnehmen, die so spät in der Biographie erst ihren Anfang findet. Aber: Du findest den Mann, der den richtigen Blick zurück hat UND mit Dir einen neuen Anfang wagt!
Viel Glück, bleib offen und "streng" :)
 
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  • #5
Danke ihr lieben 3 "Leidensgenossinnen".
So solls sein, ich bleibe "stren", werd den Herren allerdings ihren Langeweiler-Status
fortan direkt bekannt geben.
 
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  • #6
@#4
ja, find ich auch gut. So wissen sie bescheid und können selber bestimmen, ob sie so weitermachen wollen und sich über das Ergebnis wundern, oder ob der eine oder andere die Kurve aus dieser Erfahrung kriegt.
Siehe es als Vorarbeit für sein nächstes Date.
 
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  • #7
Mir, w 52, fällt es schwer, zwischen "Gejammer" und dem Bedürfnis, einen Teil Lebensgeschichte mitzuteilen, so rasch zu unterscheiden. Natürlich möchte ich einige Eckdaten aus der Lebensgeschichte erfahren und ggf. im Telefonat vertiefen. Ein Mann, der schlecht über verflossene Partnerinnen spricht, scheidet bei mir eh aus. Eine reflektierte Analyse der Gründe für das Scheitern von Vorbeziehungen winke ich allerdings durch.
Einem "Alltagsstöhner" habe ich neulich gesagt, er würde soeben einen ungemeinen Altmännercharme entwickeln und siehe, er hörte schlagartig auf und lief zu spritziger Kommunikation auf.
Du siehst, liebe FS, meine Erfahrungen sind ähnlich, einige Kandidaten sind jedoch lenkbar.
Lass uns weiterhin durchhalten und ich wünsche uns Erfolg mit lebensklugen Männern.
 
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