• #1

Tiefe Reue

Ist jetzt kein sehr weihnachtliches Thema. Aber eines, dass mich zu tiefst beschäftigt im Moment.
Habt ihr schon etwas getan, in Hinblick auf Partnerschaft, was ihr zu tiefst bereut habt?
Etwas, was euer Leben und /oder euer Selbstbild zum Wanken brachte?
Etwas, was ihr selbst nie vorher von euch gedacht hättet?
Zb: einen Partner betrogen, gelogen um Vorteile gegenüber Konkurrenten zu haben, wichtige Sachen verschwiegen (Kinder, Krankheiten, Finanzen), abgetrieben, bewusst verletzt mit Insider-Wissen oder...oder oder...
 
  • #2
Liebe Liviana
Wie ich gegenüber gemeinsamen Freunden über einen meiner Ex-Freunde und seine Familie abgelästert habe, bereue ich. Es hat ihm nicht wirklich geschadet, denke ich, aber ich schäme mich trotzdem. Ich war ein wenig verbittert, weil er mich damals in fliegendem Wechsel ersetzt und meine Nachfolge geheiratet hat. Obwohl ich hiervon verletzt war, versuchte ich viel zu lange, "Freunde zu bleiben". Das war wohl zu viel verlangt, ich konnte es mir aber schlecht eingestehen.
Und daher bin ich wohl vornherum recht freundlich, und hintenrum zu einer Lästertante geworden. Nun hoffe ich, eine authentischere Zukunft vor mir zu haben.
 
  • #3
Nein, Reue habe ich nie in meinem Leben empfunden. Ich war immer aufrichtig zu den Menschen. Was ich aber schon bereue, ist die verlorene Zeit. Ich hätte öfter Zeit mit meinen Kindern verbringen sollen anstatt Menschen hinterher zu trauern die mich betrogen haben.
 
  • #4
Reue auch tiefe Reue kenne ich nicht!
Ich lebe für mich in Aufrichtigkeit und in Authentizität, sage immer und überall was ich denke, mit all den aktiven "S" Werten! Ich lebe nach dem Grundsatz:
"Was du nicht willst, was man dir tut, das füg auch keinem andern zu!" Wenn man andere Menschen so behandelt, wie man selbst gerne von anderen behandelt werden möchte, so gibt es keine Probleme, keine falsche Handlungen, keine Reue, Punkt!
 
  • #5
Nein!

Ich habe nichts zu bereuen. Ab und an sollten einige Menschen mir gegenüber Reue empfinden. Ich warte da allerdings nicht darauf und habe vergeben.

An alle Menschen da draußen "Gute Wünsche".
Und das ganzjährig.
 
  • #6
Ich bin immer ehrlich und authentisch und bereue nichts. Ich habe mich mein ganzes Leben so verhalten, dass ich immer in den Spiegel sehen kann.
 
  • #7
Reue nicht deswegen, weil ich Menschen unfair, unehrlich etc behandelt habe. Das mache ich einfach grundsätzlich nicht.

Reue wegen ungeschickten, vielleicht unreflektierten Verhaltens. Zu schnell die Flinte ins Korn geworfen, Panik geschoben, Kopfkino… solche Aktionen bereue ich natürlich.
 
  • #8
Oh, was seid Ihr alle doch für gute Menschen gewesen bis hier hin.

Na dann will ich euch das mal glauben ;)

Viele hier kennen mich seit vielen Jahren virtuell hier und wissen das.
Ich bereute, dass ich vor vielen Jahren meine Frau genau einmal betrogen habe.
Einmal zu viel. Übrigens glaube ich seit dem an Karma, denn ich hab´s Knüppeldick zurück bekommen.

Ich habe es lange bereut, aber irgendwann ist es auch gut und ich habe meinen Frieden damit gemacht.
Aber eins kann ich heute behaupten und würde alles darauf setzen was ich besitze inkl.meines Leben, wenn ich es mal Episch beschreiben darf.
Ich würde das nie wieder machen! Ich bin viel zu Stolz dafür,als das ich mich nocheinmal wie ein Feiger Drecksack verhalte und den Menschen den ich meine Liebe nenne, so hintergehe.

Aber ansonsten bin ich ziemlich Fein mit mir.
Jedem, dem ich im Leben tatsächlich oder auch nur Sinnbildlich auf die Fresse gehauen habe, der hat´s auch sehr verdient gehabt und hat quasi darum gebettelt.

Frohes Fest Euch allen :)

m51
 
  • #9
Ich war immer aufrichtig zu meinen vergangenen Partnern (also generell zu meinen Mitmenschen). Einzig und allein bereue ich manche Zeit, welche ich "geschenkt" oder investiert habe und im Nachhinein erfahren habe, dass ich diese Aufrichtigkeit nicht zurück erhalten habe. Sei es in Bezug auf "Freundschaften" oder ein, zwei Partnerschaften.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #10
Ich empfinde eine Reue gegenüber 2 Frauen, denen ich bewusst falsche Hoffnungen hinsichtlich Beziehung gemacht habe, obwohl mir direkt klar war, dass sie dafür nicht in Frage kommen. Den Sex hab ich über Monate sehr gerne und ausgiebig mitgenommen. Natürlich war mir bewusst, wie sie sich abgestrampelt haben, alles versucht haben, es mir recht zu machen und auch dass sie darunter gelitten haben. Ich hab's in kauf genommen. Heute rege ich mich fürchterlich über solche Typen wie mich damals auf - nach dem Motto "Die größten Kritiker der Elche..."
 
  • #11
Ich habe sicherlich den ein oder anderen Fehler begangen, verletzt, aber nichts gravierendes. Und vor allem nicht über einen längeren Zeitraum.

Was ich aber bereue,ist, dass ich zu oft an das Gute in schlechten Menschen geglaubt habe und meine Zeit verschwendet. Manche sind einfach nur böse, die empfinden auch keine Reue.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #12
Nein, ich bereue nichts. Gar nichts. Alles was ich tat, tat ich mit Überzeugung und dem Willen dazu. Ich bereue höchstens, mal ein Tier aus Versehen umgefahren zu haben, weil ich schnell fuhr, nicht bis zur letzten Minute bei meinem Tier gewesen zu sein...oder mir manchen Sex aus dummen Gedankenspielen versagt zu haben. Also fast alles Dinge, die ich nicht tat, bereue ich...
 
  • #13
Reue im klassischen Sinne nicht! Ich habe mich nie sonderlich schädigend anderen gegenüber verhalten.
Ich weis ich bin das Ergebnis und die Summe all meiner Erfahrungen. Charakterlich gewachsen bin ich sicher eher an den unguten und schlimmen. Wenn ich die bereue, dann würde das im Umkehrschluss bedeuten ich bereue mein Wachstum. Ich glaube das wäre nicht Sinnvoll. Natürlich gibt es die Binsenweisheit, hinterher ist man immer schlauer und auf manches hätte ich lieber verzichtet....aber wie gesagt, es ist mein Weg mit all seinen Abzweigungen, Irrungen und Stolpersteinen.
 
  • #15
Ja, das Fremdgehen in meiner ersten Beziehung. Ich habe es schon währenddessen bereut und dann als es rauskam natürlich auch. Ich habe wirklich richtig krass gelitten, habe total viel abgenommen, fand mich schrecklich und es war richtig extrem. Das ist das einzige, was ich in meinem Leben wirklich bereue. Ich tat seinem besten Freund so leid, der das mitbekommen hat, dass er mir dann gesteckt hat, dass mein Freund mich auch (und oft) betrogen hat und mir das aber nicht gesagt hat bei der Trennung, sondern so getan hat, als wär er moralisch haushoch über mir und er hätte sowas ja niiiemals getan, was seinen Freund wahnsinnig aufgeregt hat. Als ich das erfahren habe, ging es mir besser, aber dennoch war mein Verhalten einfach falsch und verletzend. Das ist jetzt schon ewig her, aber wenn ich daran denke, spüre ich trotzdem noch Reue.
Zum Thema Abtreibung: Das bereut keine, die ich kenne, mit Ausnahme von zwei Frauen; bei der einen haben die Eltern sie dazu quasi gezwungen als Teenager, bei der anderen hat der Partner so viel Druck aufgebaut. Es wird immer so dargestellt, als müssten das alle Frauen bereuen, auch wenn sie selbst diese Entscheidung wirklich frei treffen, was aber statistisch sehr selten ist; 95% oder mehr bereuen es nie. Alle, die ich kenne, auch die, die jetzt mittlerweile Kinder haben, denken immernoch mit Dankbarkeit daran zurück, dass sie eben damals NICHT das Kind austragen mussten, denn alle hatten durchaus ihre Gründe (sehr jung, kein Partner, überhaupt noch keine Ausbildung, generell kein Kinderwunsch o.ä.). Ich finde es total okay, wenn jemand das nie machen würde, aber ich finde es falsch, den Frauen, die das überlegen, zu sagen, du wirst es ganz sicher bereuen. Auch Kinder kann man übrigens bereuen, aber das darf man dann eh nicht sagen.
w, 38
 
  • #17
Ja habe ich....ich habe etwas verschwiegen um, weil ich dachte, nicht unnötig zu verletzen.
Und weil ich mich an eine Absprache halten wollte:
Nicht Schluss zu machen, solange mein Freund im Ausland bei der Armee ist.
Auch wenn ich gerade erst 18 war...hätte ich ehrlich sein müssen, das ich die 24 Monate nicht sehen, auch nicht durchgehalten habe.

Furchtbar welchen Druck ich bei Briefen hatte und was für ein schlechtes Gewissen.
Aufgeflogen ist es dann auch

Also liebe FS, gibts nicht die Möglichkeit, daß Du deine Seele entlastet
 
  • #18
Ich habe (bisher) niemanden betrogen. Ich habe aber mal ein Mädchen recht schlimm gemobbt, da war ich so 13/14. Ich habe mich danach bei allen Leuten entschuldigt. Zu Männern à la Beziehung war ich eigentlich sehr fair, nur 1 x habe ich einen mies behandelt (habe ihn mit seinem Kumpel eifersüchtig gemacht), aber später habe ich mich sogar per Brief aufrichtig entschuldigt. Ansonsten war ich ziemlich geradlinig und fair.

Was ich bereue, ist eher, dass ich viel zu nett war. Ich hätte den Leuten viel eher die Grenzen aufzeigen müssen und mich wehren. Ich merke das heute noch. Ich habe oft Mühe jemanden abzuweisen oder Nein zu sagen, ich möchte nett sein. Das mag ich gar nicht. Ich sage heute Nein, aber zuerst zögere ich noch. Ich hatte ein paar Typen die mich schmierig angemacht haben (z.B. einfach Hand genommen, Hand auf Schoss gelegt, einfach geküsst) und ich wünsche mir, dass ich mich gewehrt hätte. Ich habe wieder überall viel zu nett reagiert. Und ich hätte noch anderen Leuten die Meinung sagen können. Aber wieder: Ich bin zwar direkt, aber doch auch sehr diplomatisch. Der Familie wegen habe ich viel geschluckt und nicht gesagt. Ein Beispiel ist die Schwiegermutter meines Onkels (also Mutter seiner Frau, nicht mit mir verwandt). Diese Frau beleidigt mich seit Jahren jedes Jahr ohne Grund. Immer auf Äusserlichkeiten. Sie selber ist mindestens 120kg und ich bin gertenschlank, sie hat mich u.A. Hungerhaken etc. genannt. Ich habe mich beim Onkel beschwert aber der Vollpfosten mischt sich nicht ein.
 
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  • #19
Oh, was seid Ihr alle doch für gute Menschen gewesen bis hier hin.
Hehe, mein alter Kumpel ist auch wieder da .......
... und hat sofort gelesen, dass ich noch nicht geschrieben habe.

Tja, ich sehe es so. Reue bringt nix. Gar nix. Niemandem.
Logisch bin ich nicht fehlerfrei. Das weiss ich sowieso.

Natürlich habe ich schon Fehler gemacht. Wie alle Menschen. Entweder konnte ich reparieren - oder nicht.
Aber was bringt Reue ?
 
  • #20
Was ich bereue, ist eher, dass ich viel zu nett war. Ich hätte den Leuten viel eher die Grenzen aufzeigen müssen und mich wehren. Ich merke das heute noch. Ich habe oft Mühe jemanden abzuweisen oder Nein zu sagen, ich möchte nett sein. Das mag ich gar nicht. Ich sage heute Nein, aber zuerst zögere ich noch. Ich hatte ein paar Typen die mich schmierig angemacht haben (z.B. einfach Hand genommen, Hand auf Schoss gelegt, einfach geküsst) und ich wünsche mir, dass ich mich gewehrt hätte. Ich habe wieder überall viel zu nett reagiert. Und ich hätte noch anderen Leuten die Meinung sagen können.
Ja, es ist leider so. Je netter man ist, desto schlechter wird man von vielen Menschen behandelt. Nur wenige honorieren es. Verrückte Welt.
 
  • #21
Nichts. Aber es ist doch einfach ein Gefühl? Ist doch nicht so, als ob man sich das aussucht? Ich bereue das, was ich gemacht habe, das ist einfach so. Ist für niemanden ein Vorteil, aber ich kann auch nicht entscheiden, ob ich Trauer empfinde nach einer Trennung oder Wut auf jemanden. Das ist einfach da und geht dann wieder weg oder bleibt jedenfalls nicht permanent auf dem Niveau. Oder würdest du zu jemandem, dessen Partner gestorben ist, auch sagen "Aber was bringt denn Trauer? Sei doch einfach nicht mehr traurig?" :D
 
  • #22
Ja, es ist leider so. Je netter man ist, desto schlechter wird man von vielen Menschen behandelt. Nur wenige honorieren es. Verrückte Welt.
Stimmt so nicht! Nur wenn ich das Muster habe meine "nette Energie" an Menschen zu verschwenden, die mich zum Dank so behandeln, trifft es zu. Wenn ich künftig selektiver Freundschaften wähle und meine Energie nicht mehr in die "falschen" Menschen stecke, durchbreche ich diesen Kreislauf. Es ist meine Entscheidung und meine Verantwortung.
 
  • #24
Oh doch, ich denke, Reue ist sogar unverzichtbar.
Meine Reue ist die Grundlage dafür, dass mir andere Menschen Fehler verzeohwn können. Das geht nu,r, wenn ich einsehe, etwas falsch gemacht zu haben, also Reue zeige.
Ggf. kann man aber auch verzeihen, wenn Menschen nicht bereuen, indem man ihre Handlungen im Kontext ihrer Situation und ihres Lebens begreift und nachvollzieht. Zum Beispiel verzeihen manche Kinder ihren Eltern im Nachhinein, teilweise viele Jahre später, dass sie bestimmte Dinge getan oder nicht getan haben, eben weil sie aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen "nicht anders konnten" oder es nicht besser wussten, auf ihre Art auch Opfer der Umstände waren oder Ähnliches, oder weil sie alles gegeben haben, was sie konnten, aber es nicht genug war. Solche Fälle gibt es ja häufiger, das nur als Beispiel. Als reflektierter Mensch kann man dann, finde ich, so was schon verzeihen, auch wenn es auf der anderen Seite keine Reue oder kein Verständnis gibt. Ggf. lebt es sich besser, wenn man seinen eigenen inneren Frieden nicht von der Reue oder Nicht-Reue eines anderen abhängig macht, sondern unabhängig selbst entscheidet, ob man verzeihen will und kann oder nicht, das ist ja eine bewusste eigene Entscheidung und hat auch Auswirkungen auf das eigene Leben, eben ob man verbittert und nachtragend ist oder einen friedlichen Abschluss findet.
w27
 

Laleila

Cilia
  • #25
Mit dem Wort Reue kann ich wenig anfangen. Es hat so eine theatralische Schwere. Tiefe Reue toppt das noch.

Es gibt viele Sachen, welche mir im Nachhinein leid Taten. Viele Kleinigkeiten, die man früher oder später vergisst. In der Regel entschuldige ich mich, versuche es wieder "gut" zu machen.
Aber letztlich bin ich gut im Verzeihen. Auch mir selbst gegenüber.
Ich trage niemanden lange etwas nach.
Verzeihen ist ein reflektierte konstruktiver Prozess. Das sehe ich bei Reue nicht. Sie dauert ja an.
 
  • #26
Aber es ist doch einfach ein Gefühl? Ist doch nicht so, als ob man sich das aussucht? Ich bereue das, was ich gemacht habe, das ist einfach so. Ist für niemanden ein Vorteil,
Das ist eben unterschiedlich - ganz individuell.
Und ja, ich sehe den Vorteil für dich - du reinigst dich quasi dadurch.
Wir schreiben in dieser Frage ganz persönlich. Für mich ist Reue Zeitverschwendung - für dich eben nicht.
Trauer ist für mich anders gelagert. Es fehlt nämlich jemand - sei es durch Tod oder etwas anderes. Mir hilft, dass ich in solchen Stunden eben auch Dankbarkeit empfinde - für gemeinsm verbrachte Zeit. Und sogar ein gutes Gefühl - jemand muss sich nicht mehr quälen, keine Schmerzen mehr ertragen.
Was bringt Reue ? Wir beide werden diese Frage immer unterschiedlch beantworten.
 
  • #27
Ist jetzt kein sehr weihnachtliches Thema. Aber eines, dass mich zu tiefst beschäftigt im Moment.
Habt ihr schon etwas getan, in Hinblick auf Partnerschaft, was ihr zu tiefst bereut habt?
Etwas, was euer Leben und /oder euer Selbstbild zum Wanken brachte?
Etwas, was ihr selbst nie vorher von euch gedacht hättet?
Bereust du gerade etwas sehr?
Man kann sich auch selbst verzeihen, ist sogar ganz gut und gesund.

Und sieh es mal so: Vielleicht brauchtest du diese Erfahrung und sie hat dir im Spektrum deiner Lebenserfahrungen noch gefehlt, sie macht den Film deines Lebens bunter und sorgt für Spannung und Dramatik. Jeder gute Film bringt uns nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Weinen. Erst durch den Schmerz und die Folgenträchtigkeit unserer Handlungen wird das Leben erst bedeutsam, denn wenn es ewig währte oder wir alles ohne Weiteres mal eben rückgängig machen oder immer wieder wiederholen könnten, dann hätte es nicht diese Bedeutung und Einzigartigkeit, wäre nicht diese einmalige, intensive Erfahrung, sondern recht bald langweilig.
w27
 
  • #28
Ich habe auch nichts an echten Missetaten zu bereuen, nie jemandem absichtlich geschadet (ist einfacher, wenn man wie ich wenig Kontakte pflegt), nie jemanden betrogen etc.

Vielleicht könnte ich ein paar Dinge bereuen, die ich mangels besserem Wissen gegenüber anderen falsch gemacht habe, aber ich unterscheide zwischen nicht wissen und böser Absicht, Rache etc.
Am meisten sollte ich meine ungenutzen Potenziale bereuen - tu ich nicht, weil ich es nicht besser wusste. Ich habe eher mir als anderen geschadet.

Ich sollte vielleicht bereuen, dass ich mich bis auf ein Mal von allen meinen Expartnern ohne lange Erklärungen getrennt habe. Ich habe halt einmal moderat gesagt, was mir nicht gefällt, dann lange versucht, mein Verbesserungspotenzial zu nutzen und wenn das nach längerer Zeit nicht langte, es dann beendet ohne noch irgendwie gesprächsbereit zu sein. das waren für die Männer immer so "aus allen Wolken fallen"-Situationen.
Ich wußte nicht, dass Männer gegenüber Frauen ewig kleine Jungs bleiben, die eine einmalige sachliche Ansage garnicht als Ernst der Lage erfassen und dass ich die Hilti hatte nehmen müssen, um was zu bewegen. Ich bin nicht der Druck-mach-Typ, sondern "wenn nicht selber gewollt, dann halt nicht".

Ich finde auf Abstarktionsniveau nicht in Ordnung, wie systematisch ich meinen ExMann ausspioniert habe, um den richtigen Zeitpunkt (ihn in tiefster Bredouille) zu erwischen und ihm die Scheidungsbedingungen diktieren zu können.
War ja für ihn immmer noch ein Riesengewinn.
Also: theoretisch nicht ok, praktisch aber super, voll clever von mir - fixe Scheidung ohne Streit und gemessen an seinem Verhalten mir gegenüber sollte er dankbar sein, für den Wert des Hauses heute sowieso.
 
  • #29
Es ist eine Frage des Selbstanspruchs: wenn man tatsächlich einen Fehler gegenüber jemandem gemacht hat und den ehrlich bedauert, dann ist Reue die Motivation, ihn nicht wegzuwischen und bei nächster Gelegenheit zu wiederholen, sondern es zu sehen was es war: dermaßen von nicht ok, dass ich es garantiert nicht wieder mache und zwar systemisch betrachtet - nicht nur das gegenüber der einen Person, sondern sowas gegenüber niemandem.

Reue als reine Zeitverschwendung zu betrachten setzt eine gewisse Selbstherrlichkeit (bin frei von Fehlern) und Empathiefreiheit voraus.
 
  • #30
Und ja, ich sehe den Vorteil für dich - du reinigst dich quasi dadurch.
Mmh, ne, also das Gefühl habe ich nicht :) Ich würde es einfach gern immernoch ändern im Nachhinein. Allerdings hab ich zeitgleich auch das Gefühl, ich habe viel daraus gelernt. Zum Beispiel kann ich jetzt eher nachvollziehen, dass jemand fremdgeht, und gleichzeitig jetzt wirklich verurteilen, dass man das tut - weil ich zwar weiß, wie es passiert, aber selbst in der Situation und es trotzdem noch total sch**** finde.
Jedenfalls wähle ich mir die Reue nicht bewusst; ich hätte wirklich gern darauf verzichtet. Die war aber einfach da.
Dagegen mein Ex - er hat mich betrogen, hat vorher immer hochmoralisch geredet, aber dann war es plötzlich doch alles nur halb so schlimm, kann eben passieren. Da hab ich richtig gemerkt, dass bei ihm null Reue da war und dass er das wieder tun wird, jetzt, wo er die Grenze einmal überschritten hat und das gar nicht schlimm fand, dass er das gemacht hat. Also, egoistisch nur seins gesehen und das Leid des Betrogenen war da null wichtig. Demzufolge ist für mich bei diesem Thema z.B. echte Reue ein Indikator dafür, ob derjenige das nochmal macht oder nicht. Und würde mir das ein Mann erzählen, dass er kein Reuegefühl verspürt bei sowas, dann würde er als Partner schon rausfliegen bei mir. So ähnlich ist es soweit ich weiß auch bei Kriminellen. Ist echte Reue da, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass sie das nicht wiederholen; wenn nicht, werden sie es immer wieder tun.
 
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