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Gast

  • #1

Tochter als Kindermodel arbeiten lassen?

Ich wurde neulich, als ich mit meiner Tochter (8) unterwegs war, von einem Fotografen angesprochen, der meinte, dass er für verschiedene Modekataloge Kinder fotografiert, die die entsprechenden Kinderkollektionen der Modehäuser vorführen. Er meinte, sie sei sehr gut dafür geeignet, ich solle mir doch überlegen, sie ab und zu für Aufnahmen zusammen mit anderen Kindern posieren zu lassen bzw. einfach mal mit ihr zu einem Shootingtermin vorbeikommen. Ich finde das eigentlich nicht schlecht und meine Tochter hat auch Lust dazu. Mein Mann ist jedoch total dagegen, weshalb es jetzt ständig Stress gibt.
Ist es falsch, seine Tochter ab und zu diesen Job machen zu lassen? Wie gesagt, sie selbst ist total begeistert von der Idee.
 
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  • #2
Nimm die Anfrage als Kompliment und fertig. Ich würde nicht auf das Angebot eingehen. Die Entwicklung der Gesellschaft geht dahin, dass Äußerlichkeiten inzwischen fast schon pervers wichtig genommen werden. Gerade Kinder sind für solche Einflüsse sehr offen und leicht zu beeinflussen. Was wirklich zählt, sind andere Dinge, z. B. bestimmte Werte, Selbstbewusstsein, Kreativität, Zufriedenheit, Interessen entwickeln und fördern etc. Auch wenn es sich nur um harmlose Modeaufnahmen handelt, werden Äußerlichkeiten dadurch zu wichtig genommen. Deine Tochter würde positive Rückmeldung erhalten und den Rückschluss ziehen "gutes Aussehen = Anerkennung". Möchtest du das? Im Alter deiner Tochter werden Weichen gestellt. Die Kinder u. Jugendlichen sind genug Druck ausgesetzt, was das Aussehen betrifft (siehe Magerwahn, Markenkleidung etc.). Welchen Schaden würde deine Tochter nehmen, wenn du den Aufnahmen nicht zustimmst? Einen Tag Enttäuschung, das wars. Das Interesse am eigenen Aussehen kommt noch früh genug, man sollte es auf alle Fälle nicht künstlich früh wecken.
 
  • #3
Das ist genehmigungspflichtig. Das Landesamt für Arbeitsschtz und technische Sicherheit, die Schule und das Jugenamt und beide Eltern müssen die Jobs genehmigen.
Deine Tochter darf so weit ich es im Kopf habe, nicht mehr als 3 Std am Tag arbeiten, incl. An- und Abweg. Die Arbeit muß bezahlt weden und es muß eine stimmige Rechteverwendung geben, sonst gehen solche Fotos sonstwohin. Such dir eine gute Kindermodelagentur, die dich berät und die natürlich Geld kostet.
 
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  • #4
Ich würde mir genau anschauen, wofür sie abgelichtet werden soll. Wie sind die Kinder zurechtgemacht, was genau soll verkauft werden? Sind es Billigklamotten aus Fernost oder Qualitätsware? Muss sie Haut zeigen, geschminkt werden? Da hört der Spaß eindeutig auf.
 
  • #5
Ich hätte da auch kein Problem mit wenn mein Sohn das wollen würde und seine sonstigen Interessen nicht darunter Leiden. Aber da beide Elternteile zustimmen müssen ist das gelaufen. Was hat er denn für Befürchtungen? Er kann ja mitkommen und sicher stellen, dass alles so läuft wie er will
 
  • #6
Des weiteren stimme ich #1 zu, solche Kinderjobs stellen auf ungute Weise im Kopf des Kindes Weichen in Richtung Äußerlichkeit. Nicht umsonst kommen viele wirklich erfolgreiche Kinderstars aus Schauspielerfamilien, dort wird so ein Job wirklich unglamourös als Business betrachtet und richtig eingeordnet. Überleg dir also wirklich sorgfältig, ob du deine Tochter "verkaufst" und was die Nebenwirkungen sind. Germany's Next Topmodel und ähnlich schlimme Veranstaltungen haben in normalen Menschen ein Bild im Kopf und Erwartungshaltungen entstehen lassen, die der Realität nicht entsprechen.
Glaub mir, ich kenne mich in dem Business gut aus.
 
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  • #7
Überleg dir also wirklich sorgfältig, ob du deine Tochter "verkaufst" und was die Nebenwirkungen sind.
Naja, "verkaufen" ist etwas weit hergeholt. Es ist ja nicht so, dass das Mädchen dann wie ein richtiges Model von Tag zu Tag zu nem anderen Shooting hetzt, sondern es handelt sich um gelegentliche Fotoaufnahmen zusammen mit anderen Kindern und ganz sicher dürfen die Eltern dabei auch anwesend sein, denke ich.
Und extrem viel Geld werden die Kinder auch nicht dafür bekommen. Ich denke, für das Mädchen wird das mehr wie ein Hobby sein, falls sie es macht, so wie andere ab und zu zum Ballett oder Reiten gehen.
 
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  • #8
Wenn dein Mann total dagegen ist, dann hat sich die Sache doch erübrigt. Da sollten sich beide Elternteile schon einig sein. Oder suchst du den Machtkampf?
 
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  • #9
Ich stimme auch mit #1 überein. Ist ein "Kompliment", aber ich würde nie wollen, daß meine Tochter/Sohn in einem Katalog, Internet etc. erscheint. Wenn der Katalog mal da ist, kannst du das nie mehr rückgängig machen. Und wegen den "paar" Euros jetzt das Wohl meiner Kinder/Familie zu opfern... Kinder sollen so lange wie möglich Kinder bleiben... Ich hätte auch Bedenken, daß das den Kindern eventuell zu Kopfe steigt und sie dann womöglich meinen sie wären etwas besonderes/besseres als Andere.

m(41)
 
  • #10
Überleg dir also wirklich sorgfältig, ob du deine Tochter "verkaufst" und was die Nebenwirkungen sind.
Naja, "verkaufen" ist etwas weit hergeholt. Es ist ja nicht so, dass das Mädchen dann wie ein richtiges Model von Tag zu Tag zu nem anderen Shooting hetzt, sondern es handelt sich um gelegentliche Fotoaufnahmen zusammen mit anderen Kindern und ganz sicher dürfen die Eltern dabei auch anwesend sein, denke ich.
Und extrem viel Geld werden die Kinder auch nicht dafür bekommen. Ich denke, für das Mädchen wird das mehr wie ein Hobby sein, falls sie es macht, so wie andere ab und zu zum Ballett oder Reiten gehen.
1. Ein Betreuer oder Erziehungsberechtigter muß anwesend sein, wenn auch nur im Hintergrund und mit beschränktem Mitspracherecht.
2. "Verkaufen" meine ich in dem Sinne (deshalb auch in Anführungsstrichen), daß Weisungen von den Kindern umgesetzt werden und ein Arbeitspensum erledigt und ein qualitätsvolles Ergebnis erreicht werden muß. Das kann kindgerecht geschehen, muß aber nicht, ein Fotograf ist ein Fotograf und kein Trainer oder Pädagoge. Ist deine Tochter müde oder durch, kannst du den Job jederzeit abbrechen.
Das ist m.E. kein Hobby, das ist relativ harte Arbeit für ein Kind. Ich war selbst bei solchen Aufnahmen dabei und kann das einschätzen.
3. Eine angemessene Bezahlung finde ich wichtig, der Fotograf verdient an dem Projekt auch. Laßt euch auf keinen Fall Geld für Probeaufnahmen abknöpfen.
Noch wichtiger ist im Vertrag (den es für jeden Job geben sollte), festzulegen, was der Verwendungszweck und der -zeitraum für die Bilder ist. Nennt sich Rechteabgeltung. Nie räumlich, medial oder zeitlich unbegrenzt (Katalog, Pressematerial und Website Firma X für ein Jahr zb.) wenn du Pech hast, landen die Bilder sonst zur Verwendung gegen geringes Entgelt in Stockphoto- Datenbanken und ihr habt keinen Einfluß, welche Flyer, Zeitungsartikel oder Websites sie ansonsten illustrieren und verdient nichts daran.
 
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  • #11
Wenn dein Mann total dagegen ist, dann hat sich die Sache doch erübrigt. Da sollten sich beide Elternteile schon einig sein. Oder suchst du den Machtkampf?
Wieso hat sich die Sache erübrigt, nur weil der Mann dagegen ist?! Die Frau findet es aber gut und die Tochter auch, was ja das Wichtigste ist.
Solange die Sache nicht so ausartet wie bei den Kinder-Miss-Wahlen in den USA, finde ich gelegentliche Modeaufnahmen von Kindern nicht schlimm. Natürlich ohne Make-up, Extensions oder gar hohe Absätze, das ist dann wirklich pervers.
 
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  • #12
Momentan sorgt ja die 10jährige Tochter von Cindy Crawford für Schlagzeilen, weil sie für Modeaufnahmen des Labels Versace posiert hat - und durch Photoshop locker aussieht wie 16! Sowas finde ich nicht in Ordnung, wenn die Kinder jedoch wie in herkömmlichen Katalogen (z.B. Otto) ganz normal wie Kinder aussehen, ist es ok.
 
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  • #13
Sehe es so wie #11. Es kommt ganz auf die Aufnahmen an. Wenn sie kindgerecht sind, ist es okay.
 
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  • #14
Ich hätte auch Bedenken, daß das den Kindern eventuell zu Kopfe steigt und sie dann womöglich meinen sie wären etwas besonderes/besseres als Andere.
Ganz ehrlich, wenn das Mädel nun mal sehr hübsch ist, dann wird ihr das spätestens ins 5,6 Jahren anhand der Reaktionen ihrer Umwelt sowieso mehr oder weniger "zu Kopf steigen" und sie wird sich aufgrund ihres Aussehens "für was Besseres/Besonderes" halten.
 
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  • #16
Ich habe eine Bekannte, deren Tochter (10) auch ab und zu Aufnahmen für Modekataloge macht. Und man merkt schon, dass sie sich deshalb für was Besonderes hält bzw. für ihr Alter schon ziemlich hochnäsig ist.
Allerdings ist ihre Mutter selbst in der Modebranche tätig und hat sie schon als Kleinkind super-stylisch angezogen, somit kennt die Kleine es nicht anders.
 
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  • #17
So etwas nennt man Sorgerecht. Klar hat sich die Sache also erübrigt wenn der Vater des Kindes das nicht möchte.
Soviel ich weiß, haben in einer Ehe immer BEIDE das Sorgerecht.
Wenn meine Tochter Lust auf sowas hätte, würde ich es ihr erlauben, ganz egal, was mein Mann dazu sagt. Wichtig sind die Wünsche bzw. die Meinung des Kindes.
 
  • #18
Wenn du deine Tochter wirklich nicht leiden kannst dann zeig' ihr doch den Einstieg in das Bulimieparadies Modewelt. Perfekter Weg zum überkandidelten Püppchen und eitlen, zickigen Prinzesschen. Was "niedlich" und harmlos anfängt kann sich, wenn sie Pech hat und dabei weiterhin gut aussieht, zu einem Fulltime Job entwicklen. Und magst du deiner Tochter wirklich die Botschaft vermitteln. "Dein Körper und dein Aussehen ist dein Kapital"?
 
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  • #19
Soviel ich weiß, haben in einer Ehe immer BEIDE das Sorgerecht.
Wenn meine Tochter Lust auf sowas hätte, würde ich es ihr erlauben, ganz egal, was mein Mann dazu sagt. Wichtig sind die Wünsche bzw. die Meinung des Kindes.
Was das Sorgerecht anbelangt: Im Prinzip ja, aber ich frage mich, was das für eine Ehe sein soll, in der die Wünsche eines Elternteils einfach übergangen werden.

Der letzte Satz deines Kommentars ist ja lustig. Der offenbart eine ziemlich seltsame Vorstellung von Erziehung. Klar sollten die Wünsche des Kindes auch eine Rolle spielen, aber an erster Stelle muss nunmal das Wohl des Kindes stehen. Wenn beides nicht kompatibel ist, dann ziehen die Wünsche eben den kürzeren. Alles andere bedeutet, dass du dein Kind nicht so behandelst, wie sie es verdient und benötigt: als Kind. Sonst bekommt deine Tochter mal jemanden wie mich als Lehrer/Erzieher.
 
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  • #20
Soviel ich weiß, haben in einer Ehe immer BEIDE das Sorgerecht.
Wenn meine Tochter Lust auf sowas hätte, würde ich es ihr erlauben, ganz egal, was mein Mann dazu sagt. Wichtig sind die Wünsche bzw. die Meinung des Kindes.
Natürlich sind die Wünsche des Mädchen nicht unwichtig, jedoch ist es Aufgabe der Eltern sich um das Kind zu SORGEN. Zu aller erst gilt es die Risiken realistisch abzuschätzen, dafür gibt es Eltern. Du erlaubst deinen Kindern doch nicht ernsthaft alles nur weil sie es wollen, oder? Wie weiter oben geschrieben braucht es die Zustimmung BEIDER Eltern, somit kannst du dich deinem Mann trotzig gegenüberstellen was du willst, solange seine Zustimmung nicht gegeben ist fällt das ganze flach. Manche Mütter scheinen da wohl einen verschwommenen Blick zu haben, getrübt von den eigenen Jugendträumen mal ein supertolles, superschönes Model zu sein. Väter sind in dieser Hinsicht zum Glück kritischer.
 
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  • #21
solange es nicht wirklich Arbeit ist, fände ich es für das Mädchen sicher spannend.
Wenn sich daraus dann irgendwelche "ich will ein Modell sein und muss deshalb hungern" Nummern entwickeln hast Du natürlich alles falsch gemacht.

Gruß

m37
 
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  • #22
Wichtig sind die Wünsche bzw. die Meinung des Kindes.
Das ist doch nicht dein Ernst, oder?
Die Wünsche und die Meinung der Erziehungsberechtigten sind wichtig und entscheidend.
Die Eltern entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen, allein sie tragen die Verantwortung für ein Kind.

Manchmal kann ich nicht glauben, was ich hier so alles lese.
 
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  • #23
Ich habe in meinem Job schon mehrmals Kinder für Fotoaufnahmen gecastet und dabei schon alles Mögliche erlebt. In meinem Fall ging es um Prospektaufnahmen für pädagogisch-kreative Produkte. Ich wähle als Auftraggeber aus einigen Sedcards meiner Agentur den passenden Typ Kind aus. Das Kind wird gebucht und erscheint in Begleitung einer Aufsichtsperson, die alles kontrollieren kann. Der Zeitrahmen ist vorgegeben. Der Fotograf sollte idealerweise kinder-affin sein in dem Sinne, dass er nicht blind drauflos fotografiert, sondern auf das Kind eingeht.

Ich habe diese Shoots immer als entspannt erlebt, solange das Kind Lust dazu hatte. Nur zweimal sind mir Models begegnet, denen der elterliche Ehrgeiz aus allen Poren kam. Diese Kinder hatten aber null Ausstrahlung vor der Kamera, weil ihnen die Leichtigkeit fehlte. Die restlichen Kinder waren mit einem gewissen spielerischen Spass bei der Sache.

Ich würde nicht unbedingt behaupten, dass hier unbedingt der Grundstein für Eitelkeiten gelegt wird. Ein Kindermodell wähle ich nach anderen Kriterien aus als der reinen maßstabsgerechten Schönheit. Da geht es um den Typ, ob lustig oder frech oder wie auch immer. Nicht um ein schön geschnittenes Gesicht. Kinder, die hier vermittelt bekommen, sie wären besonders schön und deshalb die Bodenhaftung verlieren, könnten später ziemlich derb wieder auf den Boden geholt werden.

Wenn der Fotograf seriös ist, könnte man ja vielleicht mal ein Probeshooting vereinbaren, damit du überhaupt siehst, ob deinem Kind das Spass macht. Wenn aber im Vorfeld schon so viel Ärger damit verbunden ist, würde ich es lieber lassen - viel verdient ist dabei nicht, und der Stress ist nicht zu unterschätzen - der Arbeitgeber richtet sich z. B. nicht nach deinem Terminplan.
 
  • #24
Klar haben beide in einer Ehe das Sorgerecht und könne sich bei bestimmten Entscheidungen gegenseitig vetreten. Aber keiner derjenigen, die die Leistung deines Kindes verwerten, also zu Geld machen wollen (ich schreibe das mal so unemotional, denn hier haben zu viele Befürworter die Glamourbrille auf), hat Bock auf Ärger und Probleme im Nachhinein.
Daher wird jeder, der in diesem Geschäft seriös agiert, tatsächlich das gesamte Genehmigungsverfahren durchlaufen lassen und da sagt auch oft die Schule Nein.
Nochmal: Das ist Kinderarbeit und Kinderarbeit ist in Deutschland verboten, bis auf ein paar Ausnahmen und die sind streng kontrolliert - und das nicht umsonst, denn die Nebenwirkungen , die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes betreffend, sind enorm. Das sieht beim Opernkinderchor o.ä. anders aus, da muß ein Kind etwas können und nicht nur nett aussehen. Ich finde, Modeljobs deformieren die Persönlichkeit eines so jungen Kindes auf ungute Art und Weise.
 
  • #25
Soviel ich weiß, haben in einer Ehe immer BEIDE das Sorgerecht.
...würde ich es ihr erlauben, ganz egal, was mein Mann dazu sagt.
Zwar haben in einer Ehe nicht immer beide das Sorgerecht, hier aber offensichtlich schon. Das scheinst Du ja auch abstrakt zu erkennen. Daher ist mir schleierhaft, wie Du zur Aussage kommst, dann würdest Du halt entgegen der Position des sorgeberechtigten Mannes die Aufnahmen erlauben, ganz egal (!), was er dazu sagt. Welchen Inhalt hat denn für Dich das Sorgerecht des Vaters, wo Du meinst, es sei ganz egal, was er sagt und daß am Ende doch Du alleine entscheidest? Wenn beide das Sorgerecht haben, müssen beide zustimmen. Lehnt einer von beiden die Zustimmung ab, gibt es keine Zustimmung.

Ich gehöre wahrlich nicht zu den Vorkämpfern für Väterrechte. Wenn ich aber solche Statements lese, geht mir die Hutschnur hoch. Ein Elternteil setzt sich über den Willen des anderen hinweg und maßt sich ein Letztentscheidungsrecht an. Besonders unverschämt ist dabei, hierfür als Argument anzuführen, daß doch BEIDE (sic!) das Sorgerecht hätten und es egal sei, was der Vater meint.

(Nur der Vollständigkeit halber: Werden sich bei wichtigen Entscheidungen wie Schulwahl, medizinische Eingriffe etc. die Sorgeberechtigten nicht einig, kann das Kind nicht in der Schule angemeldet bzw. keine Einwilligung in die Operation erteilt werden. In solchen Fällen kann das Familiengericht entscheiden und die Zustimmung ersetzen, wenn dies im Sinne des Kindeswohls unerläßlich ist. Im vorliegenden Fall ist es zum einen abwegig, diesen Weg zu beschreiten. Zum anderen würde das Familiengericht die Zustimmung des Vaters hier auch nicht ersetzen.)
 
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  • #26
Ich würde nicht wollen, dass meine Tochter als Kindermodel arbeitet. Ein so kleines Kind würde ich überhaupt nicht arbeiten lassen wollen. Ich bin in der Angelegenheit auf der Seite Deines Mannes und es wundert mich, dass Ihr zu Hause wegen so etwas "Stress" habt. Ist es Dir dermaßen wichtig, dass Ihr deswegen sogar Stress habt? Ich frage mich, ob hier nicht auch mütterliche Eitelkeit eine Rolle spielt, "Mein Kind, das Model".

Wünschst Du Dir Deine Tochter wirklich in dieses Milieu, in dieses Geschäft? Du betonst mehrfach, dass Deine Tochter davon begeistert ist, aber Mädchen in diesem Alter sind von allem möglichen begeistert, von kleinen Hunden, Schokolade, glitzernden Steinchen, rosa Handtäschchen etc.. In ein paar Tagen hat sie es vergessen, wenn Du es nicht dauernd thematisierst, auch mit Deinem Mann.

w/49
 
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  • #27
Wenn du deine Tochter wirklich nicht leiden kannst dann zeig' ihr doch den Einstieg in das Bulimieparadies Modewelt. Perfekter Weg zum überkandidelten Püppchen und eitlen, zickigen Prinzesschen.
Ich vermute mal, dass die Mutter auch sehr modeinteressiert ist und ihre Tochter sicher dementsprechend ausstaffiert, wenn sie mit ihr vor die Tür geht, deshalb ist diese dem Fotografen dann auch aufgefallen.
Und ob Eltern ihre kleinen Kinder nun zum "Supertalent" schicken oder modeln lassen, wo ist denn da der Unterschied?
 
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  • #28
Auf den ersten Blick liest es sich reizvoll, "wieso nicht?" könnte man sagen. Das Geld, das damit verdient wird, könnte man auf einem Tagesgeldkonto oder dem klassischen Bausparer anlegen und dem Kind später überreichen.

Auf den zweiten Blick aber wäre es komisch, evtl. Bilder des Kindes später mal im Altpapier zu finden, oder in den Papierkörben. Für mich wäre das eine sehr beklemmende Angelegenheit. Stell Dir vor, Dein Kind wurde für die örtliche Supermarktwerbung abgelichtet und Du siehst überall ihr Bild - in den Papierkörben oder achtlos als Papiermüll auf die Straße geworfen.

Das ist der Grund gewesen, wieso mein Mann damals nicht wollte, dass unsere Tochter als Kinder-Mannequin arbeitet. Wir haben es dann gelassen und ihr lieber eine unbeschwerte Kindheit geboten.
 
  • #29
Naja, ich bin da geteilter Meinung.
Wichtig ist erst einmal das sie es selber machen will und nicht nur Opfer einer erfolgsorientierten Mutter ist. Ich denke prinzipiell ist nichts auszusetzen es einmal zu versuchen. Was mich jedoch mehr stören würde ist, dass mein Kind in Katalogen oder im Internet zu finden ist. Du weißt ja nicht was alles für Fotos entstehen und wie sie evt. hinter deinem Rücken sonst noch verwendet werden.
Lies mal hier: http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,814899,00.html
 
  • #30
Sorry, aber das wäre das Letzte! Ich würde meine Tochte niemals in diesem Alter bereits für kommerzielle Zwecke fotografieren lassen: zum einen, sollte sie unbeschwert ducrh ihre Kindheit gehen können, frei von Pflichten (Fotoshootings können ziemlich anstrengend sein) die nicht nötig sind. Zum Zweiten ist ihr wichtigster Job, eine vernünftige Schulbildung zu absolvieren, sie soll Freundinnen haben, draussen rumtoben, sich dreckig machen und sich auch mal eine Schramme holen. Zum Dritten können Kinder in diesem Alter noch nicht einschätzen und werten, daß da nur ihr niedliches Gesichtchen gefragt ist und sonst weiter nichts. Sie bekommen beigebracht, daß ein Mensch sich über seine Schönheit und ein bestimmtes Schönheitsideal definieren muß. Und zum Vierten ist doch immer nur die Mami gebauchpinselt, wenn das Töchterchen hübsch ist, hübsch genug, um zu modeln.
Ihr Vater sieht das glaube ich anders und er liegt damit nicht wirklich falsch!
 
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