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  • #31
Es ist richtig, dass das *erste* Familiensystem, also die Kinder, vorgeht. Ich bin auch AE mit zwei Jungs und natürlich sind das die Menschen, die mir immer näher standen als die Männer, mit denen ich nach meiner Scheidung was aufbauen wollte. Und dennoch würde ich es nicht zulassen, dass meine Kinder über mein Leben erscheinen.

Der Mann, mit dem ich eine Beziehung hatte, über ein Jahr, hat mich in all der Zeit seinen Kindern gegenüber verschwiegen, meine aber kennengelernt. Er wollte immer den richtigen Zeitpunkt abwarten, bis seine Tochter (wobei wir beim Thema wären), von *sich aus* der Meinung ist, dass sein Vater wieder eine Frau suchen sollte. (Das Mädel war 10). Er wollte warten, bis sie diese Meinung äußert, und mich dann langsam langsam vorstellen (allerdings nicht als Partnerin, sondern als Bekannte, dabei waren wir schon ein Jahr lang zusammen). Es ging immer darum, wie die Kinder mich aufnehmen würden. Irgendwann fand ich es auch unerträglich, zu hören, wie sehr er seine Kinder liebt, diesen Überschwang hatte er mir gegenüber nicht.

Also ich denke, da war/bin ich schon anders. Ich habe es nach meiner Scheidung noch drei mal versucht, heute weiß ich, dass ich von Anfang an als Affäre angedacht war, ich aber mehr erwartet habe, und die Männer das auch von Beginn an so formulierten, als Zukunftsprojekt.

Der Mann mit der Tochter hat sich dann auch mit der Begründung von mir getrennt, dass er eigentlich doch lieber ein klassisches, traditionelles Familienmodell sucht (was mit mir natürlich nicht geht...). Und warum? Wegen der Kinder, damit die *normal* aufwachsen.

Ich habe auch begriffen, dass die Bindung an die eigenen Kinder sehr eng ist, aber als Partner würde ich meine Kinder nicht sehen. Sie schlafen auch seit Jahren nicht mehr bei mir im Bett (wenn da ein Mann wäre, dürften sie das auch nicht) und ich spreche auch nicht über mein Privatleben mit ihnen. Und ganz sicher sind *Männer* mein Thema, nicht ihres.

Aber nach sechs Jahren Scheidung habe ich begriffen, dass die Partnersuche danach sehr schwierig ist.

w/40
 
  • #32
Oder ist es allgemein so, dass mehr oder weniger Alleinerziehende eine sehr enge Beziehung zu ihren Kindern haben (egal welches Geschlecht) und dass deswegen eine neue Partnerschaft kaum oder sehr viel schwerer eine Chance hat??

Bin gespannt auf eure Antworten!
w,40 (kein Kind)
Entschuldige, wenn ich es so sage -aber DAS ist KRANK so was zu behaupten. Wie kann ein Kind einen erwachsenen Partner ersetzen?????? GAR NICHT !!!!
Ich bin auch eine AE Mutter von einen kleinen Jungen - und ich weiß, dass ein Kind kann niemals einen erwachsenen Mann ersetzen. Ja klar, habe ich eine enge Bindung zu meinem Kind, aber es erklärt sich nur damit - weil die letzte 6 Jahren habe ich NIEMANDEN (keinen Partner) außer diesen Kind im meinem Leben?
Und glaub mir - viele Kinder von AE Mütter wünschen sich, dass die Mutter einen neuen Mann-Freund hat, weil sie es unbewusst wissen, dann wäre die Mutter noch mehr glücklicher als jetzt.
So sagte selbst einmal mein 8 Jähriger Sohn. w,39
 
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  • #33
Es ist richtig, dass das *erste* Familiensystem, also die Kinder, vorgeht. Ich bin auch AE mit zwei Jungs und natürlich sind das die Menschen, die mir immer näher standen als die Männer, mit denen ich nach meiner Scheidung was aufbauen wollte
Genau deshalb möchte ich keinen Partner mehr, der bereits Kinder hat.
Ich habe keine, und wenn ich eine Beziehung eingehe, dann kommt für mich die Beziehung und der Partner an erster Stelle. Es ist ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn man merkt man wird im Leben des Anderen immer nur die zweite Geige spielen, weil Position 1 ist bereits besetzt. Ich werfe das den Männern (oder gar AE-Männern) auch nicht vor - hätte ich Kinder würde es mir mit Sicherheit auch so gehen.

Fakt ist aber ich habe keine, und ich kann mir nun mal keine Partnerschaft vorstellen, in der ich für den Mann eine weniger wichtige Rolle spiele als er für mich. So ein Ungleichgewicht der Emotionen paßt nicht zusammen.
 
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  • #34
Wenn der Partner fehlt, dann wird eben Kind oder Haustier zum Partnerersatz. Das ist ganz "normal" - wenn auch nicht richtig und teils krankhaft. Eigentlich sollte man diesen Menschen helfen, mit einer Therapie zu einem gesundem Verhältnis zurückzufindne.

Man sollte für sich abklären, ob man so tolerant und geduldig sein kann, immer die 3. Geige zu spielen. Väter, wie auch Mütter, können schlimme Glucken werden, wenn ein anderer versucht, sie von ihren Kindern zu trennen oder Ratschläge zu erteilen - im Zweifelsfall ist man selber derjenige, der geht, denn die Liebe zum Kind ist immer stärker, als zum neuen Partner. Insbesondere, wenn Mütter oder Väter schon seit vielen Jahren in dieser Konstellation leben, wird es praktisch unmöglich für einen neuen Partner, einen vollen Stellenwert als richtiger Partner einzunehmen.

Für mich ist das definitiv nichts! Ich halte aber auch nichts davon, seine Kinder auf den hohen Thron zu stellen und sich selbst dafür aufzugeben. Das ist doch kein Leben und macht auch keinen Sinn und soviel Umtätschelung verträgt ebenfalls kein Kind.
 
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  • #35
Die Priorität des ersten Familiensystems vor dem "neuen Partner" formuliert auch B. Hellinger. Ich fand seine Ausführungen für mich sehr schlüssig. Man steht Kindern gegenüber einfach auch in einer Bringschuld. Man hat sie ins Leben geschickt, man kann sie jetzt nicht, zumindest die ersten zwei Lebensjahrzehnte, verkümmern lassen.
Das bedeutet nicht, dass man sie auf einen Thron hebt. Aber sie kosten eben Zeit, Kraft, sie wollen, dass man sich mit ihnen auseinandersetzt, ihre Stimmungen wahrnimmt etc. Im Idealfall sind sie dann auch für einen da, wenn man alt ist und vielleicht selbst hilflos geworden ist. Das liegt einfach in der menschlichen Natur. Ein neuer Partner stößt erstmal dazu und muss seinen Platz finden. Partner gehen, Kinder bleiben immer die eigenen Kinder, bis in den Tod.


Das finde ich alles in Ordnung.

Was mich schon immer gestört hat, ist, wenn ich beobachte, wenn Kinder aus toten Ehen zum Beispiel mit Schmuserein geradezu überhäuft werden, wenn sich jedes Gespräch über das Verhalten und die Schulnoten oder was auch immer des Sprösslings dreht, seine Ernährung, sein Befinden, seine Probleme ... und AE oder Eltern kaum ein anderes Thema haben. Das macht kein neuer Partner lange mit. Ein neuer Partner sucht einen Erwachsenen, aber kein "Elternteil". Ich finde auch, ein Kind ab 5 oder 6 gehört ins eigene Bett, egal ob Mädchen oder Junge, egal ob mit oder ohne Partner. Also wenn ich mir vorstellen müsste, das Bett eines Mannes mit einer 9 oder 10jährigen Tochter zu teilen, würde ich auch davonrennen. Für mich war als Kind ganz klar: Das Ehebett gehört meinen Eltern, und wir Kinder haben ein eigenes Reich. Diese Geschichten alleine zu lesen, finde ich völlig absurd. Oder Kinder ständig nach ihren Wünschen zu fragen, zum Beispiel im Urlaub. Das sind so Entwicklungen, die ich sehr bedenklich finde.

Wenn man begreift, wer welche Rolle einnimmt, und welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind, kann es vielleicht funktionieren. Das geht aber nur, wenn Kinder ihre Grenzen auch kennen - sie sind die Kleinen und sie bekommen Schutz und Fürsorge, aber keine Machtbefugnisse in Bereichen, die sie nichts angehen. Leider werden viele AE Väter so stark von Schuldgefühlen und Verlustängsten und auch Versagensängsten erdrückt, dass sie Fürsorge mit Überversorgung verwechseln. Und das geht schief.
 
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  • #36
Ganz besonders hüten sollte man sich vor Menschen mit Kindern, die dem neuen Partner gegenüber folgenden Spruch bringen: "Blut ist dicker als Wasser"!

Dieser ausgrenzende und wegweisende Spruch wird gerne gebracht, wenn der neue Partner, in Gesprächen, um seine Daseinsberechtigug kämpft. Und zwar um einen gelichberechtigten Platz an der Seite des Partners mit Kind! Nicht um einen Platz an hinterster Stelle.

Dieser Spruch verweist aber die neue Partnerin/ Parnter genau dorthein, wo einige Eltern ihn eigentlich sehen und haben möchten: An letzter Stelle!

Wem das reicht und wer damit glücklich wird, der kann sich auf sowas einlassen. Wer etwas mehr vom Leben und der Liebe erwartet: Finger weg! w 38
 
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  • #37
In einer Familie stehen die Eltern gegenseitig an erster Stelle. Also Vater und Mutter als Familienvorstand. Dann kommen die Kinder. Früher gab es auch sowas wie den Erstgeborenen, also auch unter den Kinder eine Rangfolge. Im Falle eines/einer AE, also Trennung eines Elternteils, rückt das Kind/die Kinder in der Rangfolge auf bzw. tritt an die erste Stelle. Das hat nichts mit Partnerersatz zu tun wie hier gefragt sondern betrifft die systemische Rangfolge in der Familie. Wenn der/die AE einen neuen Partner hat, kommt er/sie deshalb erstmal nach den Kindern. Am Falle des Ablebens des getrennten Elternteils und durch eine Adoption könnte der neue Partner im Rang vor die Kinder kommen. Da jedoch der Tod wie auch die Adoption extrem selten sind muss sich der neue Partner mit seinem Platz auf den hinteren Plätzen zufrieden geben.
Die Forderung der neuen Partner doch bitteschön auch was zu sagen zu haben, wie hier auch mehrfach vorgetragen, führt entweder zu Tyrannei oder zur Trennung. Aus der Perspektive der Kinder sind neue Partner sowieso kein Quell der Freude sondern eine weitere Störung der sowieso schon zerrütteten Familie. Deshalb haben neue Partner eines/einer AE immer einen schweren Stand. Scheint aber Menschen zu geben, die selbst so schwach sind, unfähig eine eigene Familie zu gründen, die sich deshalb gerne an eine kaputte Teilfamilie dranhängen.
 
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  • #38
Eine "gute" Partnerschaft zeichnet sich - nach meinen Maßstäben - durch Respekt, Augenhöhe, Liebe, Geborgenheit und gemeinsame Befriedigung von Bedürfnissen aus.

Da ist es zunächst mal egal, ob es "nur" zwei Partner ohne Kinder, eine "Erstfamilie" oder eine Patchwork-Famile ist.

Folgt man diesem Ansatz, wird schnell klar, dass ein AE (egal ob Frau oder Mann), der sein Kind auf den Thron setzt und dem Partner nur das 5. Rad zubilligt, letztlich keine Beziehung in dem Sinne, wie ich sie erfüllend finde, führen kann. Aber es gibt ja AE, die dem neuen Partner eine Beziehung auf Augenhöhe anbieten. In diesen Fällen kann es natürlich gut funktionieren. That's it - zumindest nach meinem Beziehungskompass.

Die Forderung der neuen Partner doch bitteschön auch was zu sagen zu haben, wie hier auch mehrfach vorgetragen, führt entweder zu Tyrannei oder zur Trennung. Aus der Perspektive der Kinder sind neue Partner sowieso kein Quell der Freude sondern eine weitere Störung der sowieso schon zerrütteten Familie. Deshalb haben neue Partner eines/einer AE immer einen schweren Stand.
Es glaube es bringt wenig, wenn man versucht, Konstruktionen für Hierarchien in der Familie aufzubauen. Es haben alle Beteiligten ihre Bedürfnisse. Es macht keinem Sinn, wenn man sie einem aberkennt - sei es nun das Kind oder der neue Partner. Derjenige kann sich dann ja nicht wohl fühlen.

Deswegen MUSS der neue Partner etwas zu sagen haben. Wie soll den sonst eine ZUSAMMENleben funktionieren? Oder aus Sicht des neuen Partners: Warum sollte ein gesunder Mensch sich auf eine Beziehung einlassen, wo er NICHTS zu sagen hat? So blöd oder bedürftig kann doch (hoffentlich) kein gesunder Mensch sein. Es hat eben auch was mit Respekt zu tun: Ein AE, der seinen Partner respektiert, würde seinen neuen Partner NIE in eine Situation bringen, wo er sich so fühlt, dass er nichts zu sagen hat.
 
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  • #39
Eine "gute" Partnerschaft zeichnet sich - nach meinen Maßstäben - durch Respekt, Augenhöhe, Liebe, Geborgenheit und gemeinsame Befriedigung von Bedürfnissen aus.

Da ist es zunächst mal egal, ob es "nur" zwei Partner ohne Kinder, eine "Erstfamilie" oder eine Patchwork-Famile ist.

Folgt man diesem Ansatz, wird schnell klar, dass ein AE (egal ob Frau oder Mann), der sein Kind auf den Thron setzt und dem Partner nur das 5. Rad zubilligt, letztlich keine Beziehung in dem Sinne, wie ich sie erfüllend finde, führen kann. Aber es gibt ja AE, die dem neuen Partner eine Beziehung auf Augenhöhe anbieten. In diesen Fällen kann es natürlich gut funktionieren. That's it - zumindest nach meinem Beziehungskompass.



Es glaube es bringt wenig, wenn man versucht, Konstruktionen für Hierarchien in der Familie aufzubauen. Es haben alle Beteiligten ihre Bedürfnisse. Es macht keinem Sinn, wenn man sie einem aberkennt - sei es nun das Kind oder der neue Partner. Derjenige kann sich dann ja nicht wohl fühlen.

Deswegen MUSS der neue Partner etwas zu sagen haben. Wie soll den sonst eine ZUSAMMENleben funktionieren? Oder aus Sicht des neuen Partners: Warum sollte ein gesunder Mensch sich auf eine Beziehung einlassen, wo er NICHTS zu sagen hat? So blöd oder bedürftig kann doch (hoffentlich) kein gesunder Mensch sein. Es hat eben auch was mit Respekt zu tun: Ein AE, der seinen Partner respektiert, würde seinen neuen Partner NIE in eine Situation bringen, wo er sich so fühlt, dass er nichts zu sagen hat.
Das ist ja eine schöne Wunschvorstellung, leider fern der Realität. Denn im Krisenfall wird der/die AE IMMER zum Kind halten. Ein Beispiel: Ein wunderbares Paar. 3 Jahre zusammen. ihre Tochter kommt in die Pupertät. Sie benimmt sich unmöglich. Das stört die Mutter ein wenig, ihren Freund stört es stark. Er versucht mal milde mal deutlich ihr Verhalten zu bändigen. Es kommt regelmäßig zu Streit deswegen. Am Ende wirft die Mutter in raus. Wie gesagt ein wunderbares Paar. Ich habe das als Freund des Paares erlebt. Glaubt mir, der Partner eines/einer AE zieht im Konfliktfall IMMER den kürzeren.
 
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  • #40
In einer Familie stehen die Eltern gegenseitig an erster Stelle. Also Vater und Mutter als Familienvorstand. (...) Deshalb haben neue Partner eines/einer AE immer einen schweren Stand.

Scheint aber Menschen zu geben, die selbst so schwach sind, unfähig eine eigene Familie zu gründen, die sich deshalb gerne an eine kaputte Teilfamilie dranhängen.

Ich stimme den Ausführungen inhaltlich zu und bin eigentlich durch meine eigene Lebenserfahrung zu diesem Ansatz von Hellinger gekommen.

Dem letzten Absatz möchte ich widersprechen. Sich einen/eine AE bewusst auszuwählen (und sich der Probleme bewusst zu sein), muss kein Zeichen von Schwäche sein. Es muss auch nichts damit zu tun haben, dass man sich aufgrund eigener Unfähigkeiten an eine "kaputte Teilfamilie" dranhängt.

Beziehungen zeichnen sich dadurch aus, dass man einander verpflichtet ist - im Guten wie im Schlechten. Dadurch entstehen mehr Rechte aneinander.
Ein "neuer Partner" hat den schon vorhandenen Kindern gegenüber keinerlei Pflichten, so auch keine Rechte. Abgesehen von menschlichen Grundrechten wie Achtung der menschlichen Würde, vernünftiges Benehmen etc. Aber das ist nichts Spezielles. Er hat auch kein Recht, dem Kind verbindlich etwas zu sagen, also etwas zu fordern, etwas definitiv zu verbieten. Das haben nur die Eltern. Es geht nicht um Kleinigkeiten und Regeln, wie zum Beispiel, dass jeder seine eigenen Sachen auch wegräumt oder seine Schuhe ins Regel stellt - es geht um die großen Themen in wichtigen Situationen. Und natürlich spürt man dass, wenn man von außen hinzukommt.
Ich vertrete sogar die Ansicht, dass der Erstgeborene übergeordnet ist - nicht in seinem Wert natürlich, aber in seiner Verantwortung und seinen Befungnissen.
Die Kinder sind auch immer loyal gegenüber dem abwesenden Elternteil. Und sie spüren, dass sie ihm gegenüber verpflichtet sind, nicht dem neuen Partner gegenüber.

Da geht es auch um so grundlegende Themen wie Erbschaftsrecht, Versorgungsansprüche, Verwandtschaft bis über den Tod hinaus. Man mag das archaisch finden, aber das sind so die Themen, die jeder Mensch auch in sich trägt.


Das bedeutet nicht, dass für mich das Thema Patchwork sozusagen gegessen ist. Würde es mich nicht mehr beschäftigen, würde ich mich nicht damit auseinandersetzen, zumal ich als AE ja selbst davon betroffen bin.

Aber wichtig ist für mich mittlerweile eben, dass beide ein Bewusstsein über die Problematik haben.

Natürlich gibt es in der Familie Hierarchien. Ich kann meinen Kindern Hausarrest erteilen, sie aber nicht mir. Ich muss sie ernähren, aber nicht sie mich. Ich kann ihnen Anweisungen geben, aber nicht sie mir. Natürlich gibt es zwischen all den Regeln auch viel Leben, viel Spaß, viel Zuneigung, viel Gefühle, all das eben. Aber der Rahmen, und damit verbunden die Hierarchien, stehen doch fest, bis sie erwachsen sind.
 
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  • #41
Ein "neuer Partner" hat den schon vorhandenen Kindern gegenüber keinerlei Pflichten, so auch keine Rechte. Abgesehen von menschlichen Grundrechten wie Achtung der menschlichen Würde, vernünftiges Benehmen etc. Aber das ist nichts Spezielles. Er hat auch kein Recht, dem Kind verbindlich etwas zu sagen, also etwas zu fordern, etwas definitiv zu verbieten. Das haben nur die Eltern. Es geht nicht um Kleinigkeiten und Regeln, wie zum Beispiel, dass jeder seine eigenen Sachen auch wegräumt oder seine Schuhe ins Regel stellt - es geht um die großen Themen in wichtigen Situationen. Und natürlich spürt man dass, wenn man von außen hinzukommt.
Na ja - mir ist das zu absolut und etwas zu theoretisch.

Die alltäglichen Dinge und Regeln, die Du als "Kleinigkeiten" bezeichnest, machen nunmal den Alltag aus. Und dort gibt es im Laufe der Beziehung sehr wohl Dinge, die er dem Kind verbindlich sagen kann, sofern ein gewisser Grundkonsens bezüglich der Erziehung mit dem Partner besteht.

Und vor allem verschwimmen sehr schnell die Grenzen zwischen Kleinigkeiten und größeren Dingen. Natürlich wäre des unklug, wenn der neue Partner nach kurzer Zeit meint, er sei der Ersatz-Papa. Und auch späterhin wird er klugerweise sich nicht in Dinge einmischen, die ihn an sich gar nicht betreffen. Das finde ich auch angemessen. Dennoch würde ich es nicht so absolut formulieren, wie Du es getan hast. Hier kann leicht die Richtung aufkommen, dass der neue Partner nur ein 5. Rad ist, was übrigens auch für Kind keine gute Sozialisation wäre.

Im Übrigen denke ich auch, dass auch bei den "großen" Erziehungsfragen, selbst der Einfluss der originären Eltern nur begrenzt ist. Das merkt man spätestens ab der Pubertät. Es wächst schließlich ein immer selbständig werdender Mensch heran, der sein Leben gestalten möchte und der seine Grenzen zunehmend austestet. Da sind direkte Anweisungen bei großen Themen zumeist deplatziert. Eher ist ein Ratgeber gefragt - und dieser kann auch ein neuer Partner sein, sofern er nicht wie ein Elefant im Porzellanladen auftritt und die AE-Mutter (oder -Vater) dieses grundsätzlich unterstützt.
 
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Gast

  • #42
Ich mache zur Zeit das gleiche "Problem" durch. Ich lebe mit einem Mann zusammen, der aus erster Ehe zwei Kinder hat. Der Sohn (17) wohnt bei der Mutter, die Tochter (21) studiert und kommt manchmal nur jedes zweite Wochenende nach Hause. Dann aber müssen sie sich unbedingt sehen. Obwohl sie doch ständig telefonieren oder texten. Vor einem halben Jahr etwa fing bei uns das Theater an. Es gibt eine Sache über mich die ich meinem Lebensgefährten erzählt habe, mit dem Versprechen es niemandem zu erzählen. Was macht er? Er erzählt es seiner Tochter. Mit der Erklärung, seine Tochter sei schließlich seine engste Vertraute. Er kennt sie schließlich schon 21 Jahre, mich erst seit 2 Jahren. Seitdem macht mich das innige Verhältnis wahnsinnig. Ich denke mir aus was er denn noch alles über unsere Beziehung erzählt. Ich finde, sie geht das einfach nichts an. Er sieht alles natürlich ganz anders. Ich weiß wirklich nicht wie lange ich die Beziehung noch halten kann. Ich liebe diesen Mann, fühle aber daß ich unwichtig bin. Er begreift einfach nicht, was dieser Vertrauensbruch für mich bedeutet. Wir denken jetzt über eine Paarberatung nach. Er würde mitgehen. Aber ich glaube nur in der Hoffnung, daß man mir dort sagt ich müsse meine Eifersucht auf die Tochter in den Griff bekommen.....
 
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Gast

  • #43
@Gast 41 - so sehr ich der Meinung bin, dass Kinder immer zuerst kommen und Blut dicker als Wasser ist, so sehr bin ich auch der Meinung, dass Kinder nicht die "Vertrauten" der Eltern sein sollten und dass es allerunterste Schublade ist, dass dein Typ seiner Tocher brühwarm das erzählt, was Du ihm ANVERTRAUT hast. Das ist nicht nur albern, das ist das Allerletzte - und wer weiß, was er da noch so "innig und vertraut" mit seiner Tochter austauscht, vielleicht auch noch Intimdetails? Was für eine Pfeife - entschuldigung, wenn ich das so sage. Es gibt einige Dinge, die gehören sich einfach nicht - und dazu gehört auch, dass man nicht mit Vertraulichkeiten bei seinen Kindern hausieren geht, da diese eben die Kinder sind (auch wenn sie erwachsen sind). Das ist dann ein krankes Verhältnis und es ist zu überlegen, ob man eine Beziehung mit solch einem Mann weiterführen möchte, der mit Vertraulichkeiten zu seiner Tochter rennt. Mir wäre so ein Verhältnis zu belastend!

Hatte mal einen Freund, der hat all meine sms seinen Sohn lesen lassen - weil er "keine Geheimnisse vor seinem Sohn haben wollte" - genauso eine Pfeife, sorry!
 
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Gast

  • #44
Jepp, mein letzter Freund war mit seiner Tochter quasi verheiratet. Der Witz war sie lebte gar nicht bei ihm sondern zwei Stadtviertel weiter bei der Frau Mama. Auf diese war er nicht gut zu sprechen. Was musste ich mir alles anhören, durch welche Ehe-Hölle er gegangen war. Aber das unschuldige Kind ! Das litt ja unter der Scheidung. Die Scheidung war 5Jahre her, die Tochter 13 und an der Schwellewo sie lieber am WE mal mit Gleichaltrigen zusammen ist. Vor dem Kindergarten sind ja die Mütter im beleidigtwenn ihre Kleinen es mit ihresgleichen viel lustiger finden. So ähnlöich ist es auch mit Vätern und ihren Töchtern, wenn sie schon gross aber nicht erwachsen sind. Ansicht sollte es kein Problem sein Aktivitäten zu planen die alle drei toll finden. Aber mein Freund hat von Anfang an der Tochter Wochenenden zugeteilt, dann an zweiter Stelle mir Zeit mit sich gegeben: falls nicht wieder Akten am Samstag zu sichten waren. Ich kam also mit etwas Glück an 3. Stelle. Das habe ich ungefähr 4,5 Monate lang geduldig mit gemacht. Als keine Verbesserung der Lage erkennbar war habe ich mich getrennt. Er ist noch immer mit dem "Engele" so oft wie nur möglich zusammen, auch Kurzurlaube und Events aller Art. Ich vermute ohne es beweisen zu können es ist sein schlechtes Gewissen gegenüber der Tochter, da die Ehe durch seine vielen Seitensprünge geschieden wurde.
 
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Gast

  • #45
Ich w, musste auch eine Erfahrung er besondern Art machen.

Die Beziehung zu meinem Freund ist maßgeblich an den Machtspielen seiner eifersüchtigen, erwachsenen Tochter zerbrochen. Das hätte nicht sein müssen. Leider hatte mein Freund große Angst vor der Nähe und Beziehung mit einer erwachsenen Frau.

Diesen Mangel hat er scheinbar parallel über seine Tochter abgedeckt. Somit hatte sie alle Hebel und die Macht einer erwachsenen Frau in der Hand. Als er sich in mich verliebte, verließ die Tochter ihren Freund und baute ihr Leben nur noch rund um Papi herum auf.

Ihre Versuche, durch gezielte manipulative Aktionen die Aufmerksamkeit ihrers Vaters zu erregen, gelangen immer. Leider hat mein Freund der Tochter gegenüber nie die notwendigen Grenzen gesetzt, die es braucht, wenn man als Mann eine erwachsene Beziehung mit einer erwachsenen Frau führen möchte.

Da mein Freund von der Mutter seiner Tochter getrennt lebte, wurde er zum ersten Mal in seinem Leben ein AE-Vater, als er mich kennenlernte. Zuvor war die erwachsenene Tochter bereits selbstständig. Verhielt sich seit meinem Erscheinen in seinem Leben aber wieder bedürftig, wie ein Kleinkind und wurde daüfür auch noch von ihrem Vater belohnt.

Hätte mein Freund anders mit der eifersüchtigen Tochter umgehen können - er war sogar Stolz auf ihren "Kampf" um ihn und hat dieses Verhalten ohne wenn und aber unterstützt - dann wären wir vielleicht noch ein Paar.

Ich bin sehr traurig über die Entwicklung und verzeihe der Tochter ihr Verhalten nicht, denn sie war über 20 Jahre alt. In diesem Alter weiss sie bereits genau, was sie tut und warum sie es tut.

Letzdenendes hat sie ihrem Vater mit ihren Aufmerksamkeits-Manipulationen ganz viel kaputt gemacht. Leider war es seine - und nicht meine - maßgebliche Aufgabe dies zu erkennen!
 
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Gast

  • #46
Mein Lebensgefährte und ich waren gestern abend bei einer Paarberatung. Ich denke, das könnte was für unsere Beziehung gebracht haben. Die "Beraterin" hat eindeutig erklärt, daß Kinder auf eine andere Ebene gehören und nicht als Vertraute "missbraucht" werden dürfen. Sie hat auch festgestellt, daß die erwachsene Tochter wahrscheinlich ebenfalls eifersüchtig auf mich ist. Dieses hat mein Lebensgefährte bis heute ja immer abgestritten. Ich bin froh, daß wir dort waren. Jetzt hoffe ich, daß wir beide begreifen was wir ändern müssen. Ich darf keine Angst mehr haben, daß er ihr alles erzählt und muss ihm diesbzgl. vertrauen. Hoffentlich gelingt mir das nach dem Vertrauensbruch. Er muss sie mehr als Tochter und weniger als Vertraute sehen und darf ihr nicht mehr alles erzählen. Ich bin gespannt, aber blicke positiv in die Zukunft. Vielleicht schaffen wir es ja doch noch...... Ich wünsche es mir sehr.
 
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Gast

  • #47
AE machen meiner Beobachtung nach oft zwei ganz grundlegende Fehler:

1. Sie machen den leiblichen Elternteil des Kindes schlecht, wenn auch subtil. Damit versuchen sie, das Kind an sich zu binden.
2. Sie erwarten vom Kind die Treue und Wärme, die ihnen der Ehepartner nicht gegeben hat.

Die Eifersucht von uns Nachfolgerinnen wird mitunter noch dadurch genährt, dass die Tochter der Exfrau sehr ähnlich ist, sie ist ja ein zumindest genetischer Teil dieser Frau.

Nachfolgerinnen machen gerne den Fehler,
zu viel Raum einnehmen zu wollen. Oder sie unterliegen der Versuchung, "besser" sein zu wollen als die schlechte, geldgierige, streitsüchtige oder was auch immer Exfrau. Wird diese nicht gewürdigt, wird auch die Tochter nicht gewürdigt, und somit ist klar, dass die Tochter die Neue aus dem System rausschmeißen will.

Wenn man der Ersten nicht den Platz gibt, der ihr gebührt, wird die Tochter diese rächen.

Man sollte also als Zweite (oder Dritte...) niemals den Fehler machen, in das Klagelied des Mannes einzustimmen, in dem die Vorherige in den Dreck gezogen wird.

Ich denke, all diese Verhaltensweisen leiten unwiderruflich den Tod der Beziehung ein, über kurz oder lang.

Eltern, die ihre Kinder überverwöhnen oder in Paarthemen einbeziehen, überschreiten Grenzen. Kinder bieten sich als Vertrauter/Vertraute aber auch an, wenn der andere Elternteil fehlt, sie möchten den AE stärken ... die Kunst ist es, ihnen diese Bürde nicht zuzumuten, sondern selbst stark genug dafür zu sein.
 
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Gast

  • #48
In meinem Fall musste ich die Konsequenzen ziehen und habe die Beziehung zu ihm beendet. Bei seiner Ex-Freundin war die 7 jährige Tochter kein gern gesehener Gast. Jetzt weiß ich auch warum! Interessant ist, dass er sich nach seiner Ex richtete. Dass ich nicht so streng war, kostete er zu 200 % aus. Gemeinsame Urlaube bedeuteten, dass er das Zimmer (und auch Bett) mit seiner Tochter teite und sie kein Interesse hatte, etwas mit meiner Tochter zu unternehmen. Auch ncht mit den anderen Kindern.

Sie war nur bei Papa und er genoss es. Sie himmelte ihn an wie einen berühmten Schauspieler, sie machte ihm den ganzen Tag Komplimente, wartete auf ihn, wenn er beim Friseur war (während die anderen Kinder zusammen spielten), moserte an allem herum, zeigte kein Verhältnis zu Geld ("Mein Papa bezahlt das doch"), lief den ganzen Tag Hand in Hand mit ihm durch die Anlage oder saß auf seinem Schoß.

Bei uns zu Hause kuschelte er beim Fernsehen mit ihr wie mit einer Erwachsenen, ich war fünftes Rad. Spielen mit meiner Tochter wollte sie nicht, lieber bei Papa sein.

Ich habe die Beziehung beendet, da es keine Beziehung mit mir auf einer erwachsenen Ebene gab. Er nannte mich wie seine Tochter "Mäuschen" und machte mir Komplimente immer nur auf alberne Art und Weise und im Kinderton. Genau wie bei ihr - mit Durchkitzeln oder Rumalbern. So fing er auch immer den Sex mit mir an. Ich bin 40 und kein 10 jähriges Mädchen. Verständnis gab es nicht - sie sei doch so ein liebes Mädchen! Ja, ohne Grenzen erzogen, verwöhnt, eine kleine Diva, die sofort rebelliert hat, wenn Papa mir mal eines seiner Kinderkomplimente gemacht hat - da wurden die Hände in die Hüften gestemmt und es hieß: "Und ich Papa??? Schau doch mal, was ich für schönes Schwarzes Haar hab!!!"

Die Mutter (Sozialpädagogin) nimmt sie auch noch mit ins Bett - beide benutzen das Kind für ihre eigenen Bedürfnisse. Das Kind ist blass, permanent krank und müde. Er schimpft dann über die Mutter und hält sich für den perfekten Vater, indem er sie mit teuren Klamotten überschüttet, statt mit ihr mal in den Zoo oder ins Kino zu gehen!

Für mich nie wieder!!!
 
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Gast

  • #49
kenne auch so jemanden. Fast erwachsene Tochter = Ersatz für Partnerin (emotional). Probleme mit der Noch-Ehefrau werden mit fast erwachsener Tochter besprochen!
 
  • #50
Entschuldige, wenn ich es so sage -aber DAS ist KRANK so was zu behaupten. Wie kann ein Kind einen erwachsenen Partner ersetzen?????? GAR NICHT !!!!
Ich bin auch eine AE Mutter von einen kleinen Jungen - und ich weiß, dass ein Kind kann niemals einen erwachsenen Mann ersetzen. Ja klar, habe ich eine enge Bindung zu meinem Kind, aber es erklärt sich nur damit - weil die letzte 6 Jahren habe ich NIEMANDEN (keinen Partner) außer diesen Kind im meinem Leben?
Und glaub mir - viele Kinder von AE Mütter wünschen sich, dass die Mutter einen neuen Mann-Freund hat, weil sie es unbewusst wissen, dann wäre die Mutter noch mehr glücklicher als jetzt.
So sagte selbst einmal mein 8 Jähriger Sohn. w,39
Natürlich kann kein Kind den Partner ersetzen. Leider kommt es aber vor, dass nach Scheidungen oder auch schon in unglücklichen Ehen, die Bedürfnisse eines Partners, der diese nicht von seinem Partner erfüllt bekommt, versucht sich die Erfüllung bei den Kindern zu holen. Diese Kinder werden seelisch missbraucht, haben zum Beispiel das Gefühl erwachsen sein zu müssen oder verantwortlich für das Glück des Elternteils zu sein. Das kommt in der Realität vor! Leider!
 
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Gast

  • #51
Hier mal ein Einwand von einem Praktiker. Seit 3 Jahren getrennt geschieden mit zwei Töchtern (8 und 10).

1) Das Verhältnis mit meinen Töchtern ist nach der Scheidung noch enger geworden (war vorher schon sehr gut). Warum? Erstens weil ältere Kinder für Männer einfacher sind und zweitens weil sich alle Beteiligten sehr auf diese 2 WE im Monat freuen (weniger quality time) und da dann bewußter miteinander umgehen. Und Kinder nehmen Papa stärker wahr, da er nicht mehr mit Mama um downtime konkurriert. Auch die Erzeihung wird leichter. Keine Diskussion mehr mit der Frau, welcher Erziehungsansatz besser ist, kein good cop - bad cop. Wenn eines meiner Mädels mit mir streitet kann es nicht zu Mama laufen, sondern muß sich exklusiv mit mir auseinadersetzen oder im Zimmer ausrauchen. Das haben Sie verstanden, Das tut der Bezeihung gut.
2) Viele Kommentare in diesem thread klingen wie von neu zu einem Fußballclub transferierten Spielern die gleich eine Einsatzgarantie samt Kapitänsbinde verlangen. Dabei handelt es sich bei AE mit Kindern doch um eingespielte Teams und da muß der/die Neue schon etwas Geduld und Einfühlungsvermögen für Gruppendynamik mitbringen. Hier klingt das aber eher wie "Hoppla jetzt komm ich und jetzt müssen sich die Spielregeln umgehend ändern."
3) Was ist so schlimm dran erstmal nur jedes 2 WE und einige Abende unter der Woche miteinader (und ohne Kinder) zu verbringen? Schließlich hat man Doch auch noch ein anderes Leben und beide lover müssen sich erst noch kennenlernen.
4) Viele patchwork Beziehungen die ich kenne funktionieren eher so, daß der neue Partner froh ist wenn er die kiddies möglich wenig sieht bzw. diese ihn in seinen Erwachsenenaktivitäten mit Mama/Papa nicht im Weg umgehen. Falls die Kinder anwesend sind müssen Sie auf Knopfdruck funktionieren. Bei meiner ex und ihrem lover mußten Sie lange das Wohnzimmer verlassen und auf Ihre Zimmer gehen. Am Anfang strengt sich der/die Neue noch an aber oft blättert der Lack schnell ab. Nicht weil die Kinder so schwierig sind sondern weil Kinder schnell merken ob jemand tatsächlich an Ihnen als Person interessiert ist (nicht als Mamaersatz, sondern als Freund der Sie als Person respektiert).

Zusammenfassen denke ich daß es sich hier um einen Kulturbruch handelt - Manche Singles die selber keine Kinder haben können sich nicht in diese für Sie neue Welt hineinversetzen und angemessen darin agieren. Mit Kompromißbereitschaft aber ohne sich selbst aufzugeben. Aber solche Menschen wären tendentiell auch nicht glücklich vom Land in die Stadt zu ziehen, in eiunem anderen Land zu leben oder Hunde statt Katzen zu halten. Was der Bauer nicht kennt daß isst er nicht....
 
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Gast

  • #52
Ich habe bisher leider noch keinen Vater kennengelernt der sich von seinen eigenen Kindern, in gesunder Form, abgelöst hat. Im Gegenteil die Väter, die ich hier über EP kennengelernt habe, klammerten an ihren (meistens erwachsenen) Töchtern, wie Ertrinkende, die nichts mehr im Leben hatten außer ihr Kind.

Die Erfahrung war für mich so dermaßen schockierend und schrecklich, dass ich dazu übergegangen bin, getrennte lebende oder geschiedene Männer mit - vor allem! - erwachsenen Kindern - vor allem erwachsenen Töchtern - auszuklammern. Das ist zum reinen Selbstschutz geworden.

Dabei bin ich ein familiärer Mensch, der sich gut in fremde Familien einfühlen kann und zugleich sein eigenes Leben weiterlebt, so dass jede Seite seinen Freiraum erhält.

Wozu ich allerdings nicht bereit bin ist: Wenn die Haupt-Lebensbeziehung zwischen z.B. Vater und Tochter liegt und dieser die intimsten Beziehungsangelegenheiten mit dieser bespricht - dann mache ich sicher nicht auf "zweite Reihe" und bin stolz auf seine "tolle Beziehung" zu seiner Tochter.....nein, dann nehme ich die Beine in die Hand und renne so schnell ich kann und zwar ganz weit weg von so einer kranken, symbiotschen Eltern-Kind-Beziehung.

Man muss nicht alles ertragen, nur um eine Beziehung im Leben zu haben...vor allem, wenn der Platz des Liebespartners schon von erwachsenen Kindern belegt wurde, dann sucht man sich doch lieber andere Menschen für sein Leben. W
 
M

Mooseba

  • #53
Ich habe bisher leider noch keinen Vater kennengelernt, der sich von seinen eigenen Kindern, in gesunder Form, abgelöst hat. Im Gegenteil, die Väter, die ich hier über EP kennengelernt habe, klammerten an ihren (meistens erwachsenen) Töchtern wie Ertrinkende, die nichts mehr im Leben hatten außer ihr Kind.
Meiner ist gerade Single. Wir haben kaum Kontakt (ok, ich bin sein Sohn, aber an meiner Schwester klammert er auch nicht gerade). Er ist aber sicherlich nicht bei EP (aber bei Rotary ;) ). Ob die Ablösung aber in gesunder Form stattfand, ist vielleicht diskussionswürdig.
 
  • #54
Ich habe zum wiederholten Male einen Mann kennengelernt, der eine sehr enge Beziehung zu seiner Tochter (10 Jahre und >) hat. ...

Kann es sein, dass es häufiger so ist bei Männern mit älteren Töchtern?
Das Muster der partnerschaftsähnlichen Beziehung entsteht viel früher, in der Familie davor.

Wenn ein Kind die Eltern als Mann und Frau = Paar erleben durfte, wird es sich nicht in die falsche Partnerrolle einfinden, ist meine Meinung. Ich hatte so einen Fall, beide Eltern Akademiker und rein zufällig Emotions- und Kommunikationslegasteniker. Das Mädchen muss sehr früh den Mangel bei Papa bemerkt haben, ist in die Rolle der emotionalen Partnern gerutscht und als Papa mich dann kennenlernte zog sie perfide alle Register weiblicher Manipulationstechniken, aber holla, einschließlich eindeutig sexueller Verführungsavancen (sie war 14/15 damals). Papa merkte es nicht und meinte, so ein Verhalten wäre 'normal' wenn da plötzlich eine neue Frau auftauche. Ich muss nicht extra schreiben dass wir viele Gespräche dazu führten, weil die Botschaften für mich sehr wohl eindeutig waren, er aber stets 'wie vor einer Wand' stand?

Normal ist es aber nicht - ich bin auch AE, hatte außer dieser nur eine ziemlich kurze Beziehung in dieser Zeit (Mann war Depri und ich werde kein weiteres Mal erlauben, dass der Mann die Kindrolle einnimmt statt der Kinder), und die Kinder, eins m eins w, hatten beide keine solchen Allüren wenn auch sie gemischte Gefühle hatten - über die wir sprachen.

Oder ist es allgemein so, dass mehr oder weniger Alleinerziehende eine sehr enge Beziehung zu ihren Kindern haben (egal welches Geschlecht) ...
w,40 (kein Kind)
Es bildet sich natürlich eine eigene Form von Familie, wenns gut geht ein 'Team', aber ich befürchte dass mehr Kinder in Ehen dieses Schicksal ereilt das du da ansprichst als Kinder von AE.

#33 Gast
Wenn der Partner fehlt, dann wird eben Kind oder Haustier zum Partnerersatz. Das ist ganz "normal" - wenn auch nicht richtig und teils krankhaft. Eigentlich sollte man diesen Menschen helfen, mit einer Therapie zu einem gesundem Verhältnis zurückzufindne.
Sehe ich exakt genauso. Und zwar Partner psychisch und emotional - gleichwohl kann ein Partner physisch vorhanden sein, Kinder merken aber sehr genau wenn es keine Partnerschaft und Liebe ist.

Gutes Buch: When he's married to Mom, Adams
 
G

Gast

  • #55
Zuerst einmal an Gast 37
Klasse Beitrag!
Sicher gibt es auch noch den einen oder anderen Super Beitrag hier, aber dieser ist mir zufällig in Erinnerung geblieben!
Unsere Beziehung ist an seiner Erwachsenen Tochter zerbrochen, weil sie seid Anfang an unserer Beziehung gegen mich war!
Sie ist reichlich 35, selbst Mutter und hat aber nichts unversucht gelassen, ihn von mir abzubringen!
Ich habe mir von Anfang an Mühe gegeben, habe sie mit ihrem Freund zu mir eingeladen, und sobald ich weg war, hat sie mich bei ihm schlecht gemacht.
Meine Meinung ist, er hätte es verhindern können, wenn er es denn gewollt hätte!
Bei mir hat es bewirkt, dass wir uns nur noch gestritten haben. Meine Sichtweise der Dinge, hat er nicht so gesehen.
Sie sah mich von Anfang an als Eindringling, ich hingegen wollte beweisen, dass wir es doch schaffen könnten!
Ich beneide die Familien wo dieses Patchworkding funktioniert!
Meine Kinder haben ihn von Anfang an gemocht und Vor allem auch respektiert!
Viele endlose Gespräche haben wir geführt, und ich habe auch immer darum gekämpft!
Ich habe verloren.
Ich finde viele dieser Erwachsenen Töchter ( oftmals sind es die Töchter), geben der neuen Partnerin einfach keine Chance, sie sehen die neue als Eindringling!
Das ich meine Kinder über alles liebe wissen sie, aber sie wissen auch, dass auch ich ein Recht auf Leben und Liebe habe.
Schlimm ist wenn man weiß versagt zu haben!
Ich habe diesen Mann so geliebt, und trotzdem hat es nicht funktioniert!
<mod.>
 
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G

Gast

  • #56
Hallo w,

manche werden auch richtig abwehrend wenn du signalisierst du möchtest Teil des Trios sein.

Es gibt sowas Albernes wie Eifersucht des Vaters auf die Liebe seiner Tochter nur zu ihm. Findet die kleine Maus dich dann plötzlich auch ganz toll knirscht es komischerweise zwischen Mann und Frau obwohl er sich ja eigentlich sehr freuen müsste dass alle sich warmherzig in die Arme fallen.
Ist aber nicht so, nach meiner Erfahrung schliessen allein erziehende Papis die neue Freundin erstmal aus. Die Wochenenden sind im voraus per Excel-Tabelle und E-Kalender für die Tochter-Vater-Symbiose reserviert. Sagst du mal was wie "Ich könnte doch nachkommen" oder "wir könnten doch auch gemeinsam nach ... fahren" wirst du abgewimmelt und erhälst schale Ausflüchte. Er ruft dich dann Samstagabend oder Sonntagnachmittag an wenn die Kleine entweder von der Ex-Frau abgeholt wurde oder wenn die gemeinsamen Ausflüge abgeschlossen sind: "Du, wir waren Ponyreiten und sie hat sich so toll gefreut auf einem Schimmel zu reiten..."
Ob du dich auch mal freust (ich meine jetzt nicht die 11 Minuten Sex) geht ihm sowas vom am Ohr vorbei. Leider kannst du solche Männer nur vergessen. Entweder suchen sie eine Haushälterin, eine bequeme Affärenfrau oder eine Frau zum Ausgehen wenn Papisein seine natürliche Grenze erwachsener Bedürfnisse erfährt. Das ist jammerschade weil diese Männer soviel als Menschen zu geben hätten aber leider denken sie das brauchen nur Kinder.
 
  • #57
Ich wunder mich gerade über diese Anhäufung kranker Beziehungen. Solche Übermütter kenne ich nicht und solche AE-Väter habe ich nie kennen gelernt.
Was ich aber schon erlebt habe sind krankhaft eifersüchtig kinderlose Männer und Frauen. Wie kann man eifersüchtig auf Kinder sein. w52 AE,zwei Kinder mit Partner ein Kind
 
  • #58
...nach meiner Erfahrung schliessen allein erziehende Papis die neue Freundin erstmal aus. Die Wochenenden sind im voraus per Excel-Tabelle und E-Kalender für die Tochter-Vater-Symbiose reserviert. Sagst du mal was wie "Ich könnte doch nachkommen" oder "wir könnten doch auch gemeinsam nach ... fahren" wirst du abgewimmelt und erhälst schale Ausflüchte. Er ruft dich dann Samstagabend oder Sonntagnachmittag an wenn die Kleine entweder von der Ex-Frau abgeholt wurde oder wenn die gemeinsamen Ausflüge abgeschlossen sind: "Du, wir waren Ponyreiten und sie hat sich so toll gefreut auf einem Schimmel zu reiten..."
Ob du dich auch mal freust (ich meine jetzt nicht die 11 Minuten Sex) geht ihm sowas vom am Ohr vorbei. Leider kannst du solche Männer nur vergessen. Entweder suchen sie eine Haushälterin, eine bequeme Affärenfrau oder eine Frau zum Ausgehen wenn Papisein seine natürliche Grenze erwachsener Bedürfnisse erfährt. Das ist jammerschade weil diese Männer soviel als Menschen zu geben hätten aber leider denken sie das brauchen nur Kinder.
diese Erfahrung kann ich leider nur bestätigen. Diesen Papas ist es oft gar nicht bewusst. Habe erst letzte Woche einen Papi mit Tochter, 15, kennengelernt, der mir von den Schwierigkeiten mit seiner EX erzählte, die ihn nicht verstanden hat und immerzu mehr Zeit mit ihm verbringen wollte.
Der Freund meiner Freundin hat die Beziehung mit ihr beendet, weil er seine Töchter an drei von vier Wochenenden sehen wollte - ohne sie - und nicht bereit war mehr Zeit für seine Freundin freizuschaufeln.

Ich lasse nun die Finger von Papis, vor allem von Töchtern!
 
  • #59
Ich habe zum wiederholten Male einen Mann kennengelernt, der eine sehr enge Beziehung zu seiner Tochter (10 Jahre und >) hat. [...]
Kann es sein, dass es häufiger so ist bei Männern mit älteren Töchtern? Oder ist es allgemein so, dass mehr oder weniger Alleinerziehende eine sehr enge Beziehung zu ihren Kindern haben (egal welches Geschlecht) und dass deswegen eine neue Partnerschaft kaum oder sehr viel schwerer eine Chance hat?? Bin gespannt auf eure Antworten!
w,40 (kein Kind)

Hatte eine ähnliche Situation eine aber andersrum: eine Frau 22 mit Kind 3 Jahre alt, ich würde auch behaupten, das was du sagst stimmt zwar, würde ergänzen, dass das eine Elternteil das fehlende Elternteil durch überschwemmen mit Liebe kompensieren will.

Hast du den Eindruck, dass er von seiner Tochter abhängig ist ? und nicht loslassen kann (für ein paar STunden nicht der Vater sein sondern nur er Selbst der Mann) ?
 
G

Gast

  • #60
Auf solche Beziehungen sollte man sich nur einlassen, wenn man meint, Herr der Lage sein zu können und wenn man rechtzeitig erkennt, wann diese Dreiergeflecht für einen selber ungesund ist. Das Problem ist, in so einer Beziehung kann man als drittes Rad sonst schnell ausgenutzt werden.

A) Du kannst mit diesen Eltern weder reden, noch lassen sie sich was gefallen oder vorschreiben von dir
B) Auf eine Therapie oder Beratung haben sie keine Lust. Bzw. sie halten es nicht für nötig. Begründung: Mit ihnen ist alles korrekt, nur die anderen sind falsch. Letztendlich ist das auch ok. Jeder kann seine eigene Meinung haben. Aber man spürt schnell die Anfeindungen gegen einen selber und spätestens dann sollte man dieses Beziehungsverhältnis für sich in Frage stellen, bevor es so richtig ungemütlich wird.
 
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