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  • #1

Tochter meldet sich nur, wenn sie etwas will.

Meine Tochter (21, eigene Wohnung, Studium), meldet sich eigentlich nur bei mir, wenn sie etwas will. Anrufe von ihr, wo sie einfach nur fragt, wie es mir geht o.ä., kenne ich nicht.
Wenn sie anruft oder eine SMS schreibt, hat sie stets ein Anliegen, ob ich dies und das für sie tun kann, ihr hier und dabei helfen kann (oder sie läd ihren Frust/Ärger über irgendwas bei mir ab.)
Meist bin ich bereit dazu und helfe ihr auch gerne, aber es nimmt Dimensionen an, wo ich merke, dass mich ihr Verhalten enttäuscht und ich mich ausgenutzt fühle.
Es kommt dann zwar auch ein "Danke", ich habe aber den Eindruck, damit ich nächstes Mal wieder bereit bin, etwas für sie zu tun.
Ich kann generell nicht gut "nein" sagen.
Hat jemand Tipps bzw. ähnliche Erfahrungen?

W 45
 
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  • #2
Für mich ist das Problem eher auf deiner Seite: sie ist nicht deine Freundin, sondern deine Tochter! Zum Quatschen hat man Freunde/Partner - deine Tochter ist in einer Phase, in der sie sich selbst findet. Ist doch klar, dass sie da nicht immer an Mami hängen will, aber noch manchmal deine Hilfe braucht. Ich finde du erwartest zu viel - behandle sie wie eine Tochter, nicht wie eine Freundin!
 
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  • #3
FS ja ich kenne das in die andere Richtung.

Ich bin jetzt 34 Jahre und meine Eltern haben sich langsam daran gewöhnt, dass ein Anruf von mir nicht mit was Schlimmen gleichzusetzen ist. Denn früher habe ich mich nur gemeldet wenn was passiert ist. Sie haben mich auch automatisch immer gleich gefragt, was passiert ist.

FS Deine Tochter ist erst 21, es wird sich noch legen.
 
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  • #4
Danke Gast 1 und 2 für euer Feedback.
Gast 1: Ab und zu meine Hilfe brauchen wäre o.k. Und ich nutze sie auch nicht als meine "Freundin".
Vllt. ist es nicht deutlich geworden: Sie meldet sich ausschließlich, wenn "die K....am Dampfen ist", sie Probleme hat , Hilfe braucht, Geld braucht etc.pp.
Es ist total unausgewogen. I.S.v. Nehmen und geben.
Ich war auch mal 21. Da lief es anders. Hätte meine Mutter nie so belagert und belegt.Habe alles selber geklärt.
Mein eigenes Leben scheint meiner Tochter nahezu egal. Sie fragt nicht. Ich habe für sie da zu sein ,so scheint es mir.
Mich nervt es. Mittlerweile.
Alles andere schafft sie auch alleine/würde es alleine schaffen (Studium, Wohnung, Tiere usw.).
Gast 2: vllt. hast Du Recht mit dem Alter........
 
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  • #5
Liebe FS,

vielleicht ist Deiner Tochter gar nicht bewusst, dass sie nur nimmt.

Versuch doch mal mit ihr zu sprechen und zu sagen, dass du dich sehr freuen würdest, wenn sie auch Anteil an Deinem Leben nehmen würde. So ein Gespräch sollte unter 4 Augen, persönlich (also nicht am Telefon) und in guter Stimmung stattfinden.

Außerdem könntest Du beim nächsten Anruf so etwas sagen wie: "Hallo mein Schatz, im Moment habe ich gerade keine Zeit, weil ....... Versuch doch erstmal alleine klar zu kommen. Falls es nicht klappt, ruf doch morgen gegen ...... Uhr nochmal an". So machst Du deutlich, dass Du auch ein wichtiges eigenes Leben hast.

Ich denke, das Töchterlein ist verwöhnt und braucht noch eine Weile der Abnabelung. Das wird sich mit der Zeit entwickeln. So würde ich weiterhin viel Liebe geben.

Falls das alles nichts hilft, ist sie vielleicht eine Narzistin? Wie geht sie denn mit Freunden um?
 
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  • #6
Jeder Mensch ist anders. Es gibt Kinder, die noch sehr anhänglich sind und es gibt Kinder, die schnell ihr eigenes Leben leben. Beides ist normal und wir können es uns nicht aussuchen. Selbst Erziehung und Vorleben von Seiten der Eltern ist keine Garantie.
Meine Kinder sind auch aus dem Haus. Mein Sohn meldet sich auch nur, wenn er etwas braucht. Ich habe mit ihm ausgemacht, dass wir 1 x pro Woche kurz telefonieren, einfach nur um zu sehen, dass es ihm gut geht. Zu 99% bin ich es, die anruft. Für mich ist das ok.
Meine Tochter meldet sich öfter mal bei mir.
Ich habe aber nicht das Gefühl, dass mich mein Sohn nicht genauso liebt. Er hat einfach nicht diesen Drang, ständig anzurufen.

Liebe FS
Was hindert dich daran, dass DU anrufst?
 
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  • #7
Das Verhalten Deiner Tochter ist völlig normal. Deine Erwartungshaltung hingegen überhaupt nicht. Auch mit 21 braucht man noch Unterstützung, auf dem Weg in ein eigenständiges Leben. Das ist Deine Aufgabe als Mutter, die es in der Regel auch gern tut, wenn sie ihr Kind liebt. w, 32
 
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  • #8
Hallo FS,

Also ich kann aus der Situation deiner Tochter sprechen. Ich studiere derzeit auch, hab eine eugene Wohnung, bin mit 19 ausgezogen und mittlerweile 22.

Ich melde mich ebenfalls kaum bis gar nicht bei meinen Eltern bzw. wenn ich eine Sache wirklich kaum alleine lösen werde können.

Es sind sicherlich unterschiedliche Situationen und Charaktere aber ich beispielsweise melde mich kaum, weil ich einfach zu sehr mit mir selbst beschäftigt bin. Das Studium (nimmt sehr viel Zeit in Anspruch), Papierkram der erledigt werden muss (das muss man ja auch erst alles lernen), ein neuer Freundeskreis, die Arbeit (?)....das ist alles ein Zusammenspiel in den man sich in dem Alter erst einfinden muss. Außerdem gibt es da ja dann noch die Aufgabe die eigene Person zu "entwickeln". Das sind alles Dinge, die sehr viel Zeit beanspruchen und ich muss ehrlich zugeben, dass ich oftmals nicht dran denke überhaupt nachzufragen wie es jmd geht oder einfach auch keinen Kopf für die Belange anderer habe.

es wird ein Zeitpunkt kommen wenn sie sich ins Leben eingefunden und auch wieder den Kopf frei hat für dich beispielsweise. Bis dahin unterstützte sie insoweit es geht, rede mit uhr darüber in Ruhe aber mache keine Vorwürfe. Aber gib ihr das Gefühl einfach da zu sein, das Gefühl hab ich bei meinen Eltern nämlich nicht...
 
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  • #9
Vielen Dank euch. Es waren viele Denkanstöße dabei.
Ich werde am besten das Gespräch mit ihr suchen.
Und ja, ich rufe auch bei ihr an, dann hat sie jedoch oft keine Zeit oder ist auf dem Sprung.

FS
 
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  • #10
Die Meinung, dass Kinder sich nur melden brauchen, wenn was ist, teile ich nicht.
Ich bin auch Tochter, meine Eltern sind getrennt und leben ihr Leben, doch da ist Interesse von beiden Seiten.
Mit meinem Vater rede ich seit meinem Auszug ca alle 1- 2 Wochen eine Std am Telefon...
Mit meiner Mutter auch und das ist in meinem Freundeskreis schon wenig.
Da leben alle weiter weg von zu Hause und telefonieren aber regelmäßig lange mit den Eltern.
Wenn dich der Kontakt so stört, empfehle ich 2 Dinge :
1) überlege ob du sehr belehrend bist im Gespräch oder sehr jammerig ... oder ähnliches ...
Mit meiner Mutter hatte ich auch 1 Jahr! Telefonpause, weil sie mich jedes mal mit dem Schmarrn ihrer schrecklichen Kindheit belastet hat.
2) sag ihr in ich- Botschaft, dass du dich ausgenutzt, bzw als Mensch nicht beachtet fühlst..

Alles Gute
 
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  • #11
Ich kann generell nicht gut "nein" sagen.
Hat jemand Tipps bzw. ähnliche Erfahrungen?

W 45

Das wird wohl das Hauptproblem sein, wenn Mama nicht "nein" sagen kann.

Meine Tochter ist letztes Jahr 18 geworden und seitdem reagiere ich relativ hart, wenn sie was von mir viel, dass ich ihr sage, dass sie mich gerne fragen kann, aber sie alles alleine klären muss, weil sie volljährig ist und ich für sie nichts mehr tun kann und auch darf. Da sie vom Typ auch noch ein Träumerchen ist und ganz anders ist, als ich mit 18 war, muss sie durch die harte Schule. Anders geht es leider nicht.

Für sie war das zum Anfang etwas schockierend, aber jetzt klappt es immer besser. Wie gesagt, sie kann mich immer um Anregungen, Tipps, Idee fragen, aber machen muss sie selber. Wie soll sie sonst lernen zu Potte zu kommen? Indem ich ihr alles abnehme usw?

Bei mir hat es damals mit 18 auch gut geklappt und da gab es nicht mal Internet usw. wo man erfahren konnte, wie man was am besten machen kann.

Mir tut es gut, die Verantwortung immer mehr bei ihr zu lassen. Loslassen will gelernt und umgesetzt sein, sonst wird das "Kind" nie erwachsen.

w50
 
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  • #12
Liebe FS,
mit meiner Tochter ist es genauso, sie ist auch 21, wohnt in einer WG mit ihrem Freund. Ich hab meinen Ärger schon mal angesprochen, daraufhin war sie gleich beleidigt. Daher habe ich mir angewöhnt, nicht mehr immer zu springen, wenn sie was will oder aber, ich äußere gleich ein Gegenanliegen (z. B. ich gehe mit ihr einkaufen wenn sie mir dafür beim aufräumen hilft) und dann hat sich ihr Anliegen oft ganz schnell erledigt... Besonders wenn sie Post bekommt und das nicht allein erledigen kann, artet das ganz schön in Arbeit aus für mich. Aber ich kann auch schlecht nein sagen und wenn, dann gegenüber Fremden noch besser als gegenüber meinen Kindern. Hab immer Angst vor schlechter Stimmung und sag dann lieber nichts. Daher kann ich Dich sehr gut verstehen.
 
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  • #13
Sie will (momentan?) nicht viel von dir wissen. Vermutlich bist du in irgendeiner Weise nervig (eifersüchtig, problembelastet, klammern, vertrauensbruch(?) wegen bestimmter Vorkommnisse?).

Ich kenne das von mir. Meine Mutter und ich haben nur Kontakt wenn wir des anderen Hilfe brauchen, ansonsten herrscht eiszeit! Es ist zuviel passiert in der Vergangenheit, so dass wir ein sehr distanziertes Verhältnis haben (was ich einst sehr sehr bedauerte), aber mich heute damit abgefunden haben, bzw. es mir jetzt auch definitiv nicht mehr wünschte (es ist zuviel Wasser den Bach hinunter geflossen).

Frag sie direkt was los ist? Und mach ihr keine Vorwürfe, sonst wird sie es dir nicht ehrlich sagen.

Alles Gute!

w
 
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  • #14
Das Problem liegt in meinen Augen bei dir. Es ist deine Tochter und nicht deine Freundin oder Kollegin. Es ist deine Aufgabe, deiner Tochter zu helfen, wenn sie Hilfe braucht und es in deinem Ermessen ist, und nichts dafür zurückzufordern! Ansonsten beende den Kontakt halt ganz einfach. Deine Tochter hat nun mal dein eigenes Leben und möchte sich das auch nicht nehmen lassen. Kaum einer ruft einfach so freiwillig bei der Mutter an. Es ist meistens nur zwanghaft.
 
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  • #15
Tja, was erwarteste du? Mit 21 Jahren habe ich noch daheim gewohnt, eben einfach weil man da alleine noch nicht über die Runden kommt und häufig noch Mamis Hilfe und Ratschläge braucht in manchen Dingen.
 
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  • #16
Vielleicht hast du ihr früher auch nie Grenzen gesetzt. Wo soll es denn dann auf einmal herkommen?
 
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  • #17
Ich kenne das Problem von der anderen Seite. Meine Mutter meldet sich nur bei mir, wenn sie was braucht. Nachdem ich sie dezent darauf angesprochen habe, ob ihr denn aufgefallen sei, dass sie sich nur meldet, wenn sie was braucht, meldet sie sich auch öfters bei mir. Jetzt ist es nur noch jedes zweite mal, wenn sie anruft.
 
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  • #18
Danke an alle und insbes. an Gast 11. Bin also nicht alleine mit meinen Gedanken. Und Gefühlen.

Es geht mir ja nicht darum, sie als Freundin zu sehen, davon habe ich 2, 3 sehr gute.
Vielleicht bin ich wirklich zu streng in meiner Denkweise.
Ich glaube, man/frau kann es auch nur schwer beschreiben.
Geben und Nehmen unausgewogen und das persönliche/subjektive Gefühl, ausgenutzt zu werden, ist schwer zu beschreiben. Wenn man nicht als Rabenmutter durchgehen will.
Werde alles neu überdenken und meine eigene Vergangenheit abkoppeln.
I.s.v.: Ich bin ich und meine Tochter ist meine Tochter. Und sie ist halt anders.

Gruß von FS
 
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  • #19
Auch Sicht einer Tochter: Ich melde mich schon gerne mal am Tag paar Minuten bei meiner Mutter (morgens und abends - gut wir wohnen auch nah beieinander und müssen häufiger was besprechen oder trinken mal einen Kaffee zusammen - aber nur, wenn alles gut läuft und sie nichts von mir verlangt oder herummeckert), aber ich ziehe mich alsbald zurück, sobald ich merke, sie nimmt vom kleinen Finger die ganze Hand und eng mich ein oder fordert mich zu Aufgaben und Dinge heraus, die ich für sie kostenlos und ganz selbstverständlich tun soll - da ist meine Mutter schnell dabei. Da werde ich dann auch stinkig und will nicht mehr. Genauso wie beim Spiel "Beleidigte Leberwurst" oder Schulgefühle einreden. Da distanziere ich mich nur noch auf ein "Hallo" und "Auf Wiedersehen".

Wenn ich bei meiner Mutter etwas "ablade" dann nur alte Konflikte, über sie und mich, die sich immer noch nicht gelöst haben, ansonsten halte ich mein Privatleben für mich geheim.

Mein Vorschlag:
- wenn du dich ausgenutzt fühlst, dann wäre es das Schlimmste, was du tun kannst, ihr trotzdem wider Willen Hilfe anzubieten. Sei einfach mal für sie "besetzt" und gehe nichts an Telefon oder rufe sie verzögert zurück, dann hat sie das thema wahrscheinlich schon wieder vergessen.

- versuche sie zu beruhigen, wenn sie in Rage ist und von ihrem Thema abzulenken oder ihr zu sagen, dass es nicht so schlimm ist und sie das schon schafft.

- stell dich dumm. Hör ihr zu oder schalte auf Durchzug und hab derzeit keinen Rat und keine Hilfe. (Wenn meine Mutter das macht, geb ich verbal auf und will nichts mehr von ihr)
 
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  • #20
Ich denke, jedes erwachsene Kind ist anders. Mein ältester Sohn (21 J) rief mich zu Beginn jeden Tag an, nur um zu fragen, ob es mir gut geht. Mein anderer Sohn (19 J) ruft nie an, außer er braucht etwas, explizit Geld. Meine Tochter (19 J) ruft oder schreibt mehrmals täglich, erzählt alles und lässt auch ganz viel Frust bei mir ab. So sind sie eben. Total verschieden. Den einen Sohn rufe ich eben dann und wann an, wenn ich ihn vermisse. Meine Tochter weise ich ab und zu in ihre Grenzen, wenn es mir zu viel wird. Mit dem großen habe ich ein echt schönes erwachsenes Mutter-Sohn-Verhältnis, der sich fast schön kümmert (brauch er nicht, da ich wieder geheiratet habe und sowieso immer arbeite). Meine Stieftochter (21 J) meldet sich fast nie, mein ältster Stiefsohn (23 J) gelegentlich. Dennoch haben alle eine herzliche Beziehung zu ihrem Vater.
Mach Dir nix aus dem Verhalten Deiner Tochter. Sei entspannt und wenn sie Dich nervt, sei freundlich und bestimmt. Du kannst auch ruhig sagen, dass Du gerade von ihrem Verhalten nervös wirst. Nur so merkt sie ja, dass Dich etwas stört.
Sie sind lernfähig.

W48
 
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  • #21
Du sagst, deine Tochter hat meistens keine Zeit oder ist auf dem Sprung, wenn du anrufst.
Glaubst du das ?
Blödsinn, sie will nicht.

Überlege, woran das liegt.

Ich kenne das Thema aus beiden Richtungen.
Bin selbst 49.
Meine Mutter ist fast 80, klammert sehr stark und belästigt mich so sehr mit ihrem Wunsch nach Zuwendung, dass ich jetzt die Reißleine gezogen habe und weggezogen bin.
Habe kein Festnetz und mich auf dem Handy anzurufen, ist ihr zu teuer, uff !
Und dann habe ich eine 21-jährige Tochter, die auswärts studiert und vor allem ( 95% ) dann anruft, wenn sie praktischen Rat braucht oder sich 'auskotzen' will ( nach Geld fragt sie nie ).
Ich finde das sehr normal und freue mich, dass sie mich braucht.
Ich dränge mich niemals auf. Rufe sie nie von mir aus an, zeige ihr aber immer deutlich, dass sie willkommen ist.

Lass deine Tochter ziehen, du hast keine Rechte an ihr.
Sie muß nicht dankbar für das sein, was du 22 Jahre ( einschließlich Schwangerschaft ) für sie getan hast, denn sie hat dich nicht darum gebeten.
 
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  • #22
Du sagst, deine Tochter hat meistens keine Zeit oder ist auf dem Sprung, wenn du anrufst.
Glaubst du das ?
Blödsinn, sie will nicht.

Überlege, woran das liegt.

Ich kenne das Thema aus beiden Richtungen.
Bin selbst 49.
Meine Mutter ist fast 80, klammert sehr stark und belästigt mich so sehr mit ihrem Wunsch nach Zuwendung, dass ich jetzt die Reißleine gezogen habe und weggezogen bin.
Habe kein Festnetz und mich auf dem Handy anzurufen, ist ihr zu teuer, uff !
Und dann habe ich eine 21-jährige Tochter, die auswärts studiert und vor allem ( 95% ) dann anruft, wenn sie praktischen Rat braucht oder sich 'auskotzen' will ( nach Geld fragt sie nie ).
Ich finde das sehr normal und freue mich, dass sie mich braucht.
Ich dränge mich niemals auf. Rufe sie nie von mir aus an, zeige ihr aber immer deutlich, dass sie willkommen ist.

Lass deine Tochter ziehen, du hast keine Rechte an ihr.
Sie muß nicht dankbar für das sein, was du 22 Jahre ( einschließlich Schwangerschaft ) für sie getan hast, denn sie hat dich nicht darum gebeten.

Allen weiteren Schreibern erst nochmal Dank.
Natürlich ist sie nicht auf dem Sprung oder beschäftigt, so, wie sie es meist angibt, wenn ich anrufe, denke ich.
Das ist es ja.
Melde ich mich, passt es meist nicht. Und ich nehme sie gewiss nicht für mich ein oder klammere.
Sie klammert auch nicht! Im Gegenteil!
Es ist ansonsten ein gesundes, entspanntes Mutter-Tochter-Verhältnis.
Wir reden über (fast) alles.
Um es erneut deutlich zu machen:
Wenn mein Telefon oder Handy klingelt und sie ist dran, weiß ich, dass sie etwas "will".
Schon beim Klingeln, wenn ich sehe, sie ist es oder eine SMS von ihr, verspanne ich mich.
Sie neigt, darüber hinaus, zum Dramatisieren, was Krankheit, Beziehung, Erlebnisse allgemein betrifft. Aus einer Mücke wird bei ihr schnell ein Elefant.
Ihre Anliegen: Kann ich dann und dann das Auto haben, kann ich dann und dann den Hund bei dir lassen, kannst du mich da und da unterstützen, Sperrmüll mit mir weg bringen, Ärger und Frust durch ihre zwischenmenschliche Beziehungen los zu lassen usw.usf.
Ich helfe gerne und bin auch für sie da, aber es wird mir zuviel. Bzw. spüre ich, dass mit jeder Kontaktaufnahme ihrerseits stets ein "Anliegen" verbunden ist.
Vllt. wurde es jetzt nochmal deutlich. (Sie wohnt und studiert übrigens in der Stadt, wo wir beide auch leben, nicht auswärts, wie bei dir, liebe Gästin):).

Fs
 
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  • #23
Ich durchlebe das selbe mit meiner Tochter, seit nun 7 Jahren.

Angefangen hat es mit Ihrer ersten eigenen Wohnung.
Einrichten, und Teilweise die Miete bezahlt.
Dann kam das erste eigene Auto, auch hier war ich der Sponsor.
Die Versicherung sowie Steuern laufen natürlich auch auf mich.
Als das erste Auto keinen Tüv mehr bekam, wollte sie das ich etwas zu Ihrem
Auto Beisteuer.
Seit 1,5 Jahre bin ich Leiharbeiter (Qualifiziert), mein Verdienst beschränkt sich auf
1200 Euro netto, und das in einem Ballungsgebiet.
Da ich keinerlei Finanzielle Reserven mehr habe, und schon jetzt auf dem Zahnfleisch
krieche konnte ich natürlich nichts zu dem neuen Auto beisteuern.

Seit dem bin ich wohl als Stiefvater nicht mehr gut genug.
Anrufe bleiben ganz aus, nur wenn sie was will oder braucht.
Besuche gibt es auch keine mehr ( Sie hat nun wieder ein Fahrzeug ).

Solange genug Geld da war, war das alles kein Problem.
 
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  • #24
Allen weiteren Schreibern erst nochmal Dank.
Natürlich ist sie nicht auf dem Sprung oder beschäftigt, so, wie sie es meist angibt, wenn ich anrufe, denke ich.
Das ist es ja.
Melde ich mich, passt es meist nicht. Und ich nehme sie gewiss nicht für mich ein oder klammere.
Sie klammert auch nicht! Im Gegenteil!
Es ist ansonsten ein gesundes, entspanntes Mutter-Tochter-Verhältnis.
Wir reden über (fast) alles.
Um es erneut deutlich zu machen:
Wenn mein Telefon oder Handy klingelt und sie ist dran, weiß ich, dass sie etwas "will".
Schon beim Klingeln, wenn ich sehe, sie ist es oder eine SMS von ihr, verspanne ich mich.
Sie neigt, darüber hinaus, zum Dramatisieren, was Krankheit, Beziehung, Erlebnisse allgemein betrifft. Aus einer Mücke wird bei ihr schnell ein Elefant.
Ihre Anliegen: Kann ich dann und dann das Auto haben, kann ich dann und dann den Hund bei dir lassen, kannst du mich da und da unterstützen, Sperrmüll mit mir weg bringen, Ärger und Frust durch ihre zwischenmenschliche Beziehungen los zu lassen usw.usf.
Ich helfe gerne und bin auch für sie da, aber es wird mir zuviel. Bzw. spüre ich, dass mit jeder Kontaktaufnahme ihrerseits stets ein "Anliegen" verbunden ist.
Vllt. wurde es jetzt nochmal deutlich. (Sie wohnt und studiert übrigens in der Stadt, wo wir beide auch leben, nicht auswärts, wie bei dir, liebe Gästin):).

Fs

Hier noch mal die 'Gästin'
( hoffentlich liest du das überhaupt noch, ist ja schon ewig her ).

Du hast mich offenbar nicht verstanden.

Natürlich klammert SIE nicht, sondern du !
Natürlich ist sie nicht auf dem Sprung, wenn du anrufst.
...

Was ich sagen will und auch schon sagte: lass sie ziehen.
Und sage ihr das.
Und nimm nicht ihren Hund, fahre keinen Sperrmüll weg und gib ihr nur das Geld, dass sie für das Studium braucht.
Geben und nehmen. Sie gibt nichts. Akzeptiere das und laß sie von dir im Gegenzug auch nichts mehr nehmen.

Du schaffst das nicht, weil du nicht ohne sie sein kannst ?
Tja, dann akzeptiere eben das und laß dich weiter ausnutzen.
 
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  • #25
Ich durchlebe das selbe mit meiner Tochter, seit nun 7 Jahren.

Angefangen hat es mit Ihrer ersten eigenen Wohnung.
Einrichten, und Teilweise die Miete bezahlt.
Dann kam das erste eigene Auto, auch hier war ich der Sponsor.
Die Versicherung sowie Steuern laufen natürlich auch auf mich.
Als das erste Auto keinen Tüv mehr bekam, wollte sie das ich etwas zu Ihrem
Auto Beisteuer.
Seit 1,5 Jahre bin ich Leiharbeiter (Qualifiziert), mein Verdienst beschränkt sich auf
1200 Euro netto, und das in einem Ballungsgebiet.
Da ich keinerlei Finanzielle Reserven mehr habe, und schon jetzt auf dem Zahnfleisch
krieche konnte ich natürlich nichts zu dem neuen Auto beisteuern.

Seit dem bin ich wohl als Stiefvater nicht mehr gut genug.
Anrufe bleiben ganz aus, nur wenn sie was will oder braucht.
Besuche gibt es auch keine mehr ( Sie hat nun wieder ein Fahrzeug ).

Solange genug Geld da war, war das alles kein Problem.


Und hier noch mal die 'Gästin' der FS:

weiter oben schreibt jemand 'wer ruft schon freiwillig seine Eltern an ?'
Stimmt, nicht ?
Naja, sehr junge Leute haben manchmal schon Lust, mit ihren mittelalten Eltern Zeit zu verbringen, aber dass Leute in unserem Alter Lust auf Telefonate oder Besuche bei den alten Eltern haben, dürfte schon sehr selten sein.
Es ist immer Mitleid oder Pflichtgefühl.
Ich kenne einen einzigen Mann in unserem Alter, der von seinem 80-jährigen Vater sagt, dass er mit ihm auch befreundet sein wollte, wenn er nicht sein Vater wäre, aber das dürfte die absolute Ausnahme sein.

Deine Tochter ist jung, daher paßt das nicht so optimal, aber so wie du dich hier darstellst, jammernd und vorwurfsvoll wundert es mich überhaupt nicht, dass sie nicht zu den jungen Leuten gehört, von denen ich oben sprach, die Lust auf den Umgang mit ihren Eltern haben.

Warum sollte sie Spaß daran haben ?
Sei immer für sie da und immer lieb und aufmerksam.
Kein Belehren, kein Jammern, keine Vorwürfe.
NUR SO kannst du Kontakt zu ihr haben.

Stell dir vor, sie sei deine Kumpeline. Und du müßtest dich darum bemühen, ihr Freund zu sein.
Stell dir vor, sie sei eine Fremde. Und benimm dich so.
Du hast keinen Anspruch auf ihre Freundschaft.
Freundschaft ist immer freiwillig.
 
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  • #26
Du schaffst das nicht, weil du nicht ohne sie sein kannst ?
Tja, dann akzeptiere eben das und laß dich weiter ausnutzen.

Das habe ich so nie geschrieben, dass ich nicht ohne sie sein kann.
Vielleicht verwechselst du das. Egal.

Habe mir zwischenzeitlich professionellen Rat gesucht (Beratungsstelle für Alleinerziehende) und dort war man der Meinung, sie verhält sich so, weil sie mich- als diejenige, die sich damals von ihrem Vater getrennt hat- verurteilt und daher ihre Gefühle negativ sind hins. meiner Person.
Das "Gute" nimmt sie jedoch gerne mit.

Ich habe den Kontakt meinerseits etwas eingeschränkt und sage nun öfter "nein".
Stehe auf und beende das Treffen, wenn sie mich wieder mal kränkt.
Das Thema wurde- durch die prof. Gespräche- plötzlich sehr umfangreich und viel tiegründiger, als nur die Ausnutzungsgeschichte.
Auch emotional kommt bei ihr viel zu wenig 'rüber.
Ich akzeptiere das nun und habe es erkannt.
Mir geht es seitdem besser. Vor allem, wenn ich mich nicht ausnutzen lasse.

FS
 
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