• #31
Das würde ich nicht tun, das soll machen wer will, ich nicht! Das nenne ich konsequenter Selbstschutz. Meine "S" Werte, meine Aufrichtigkeit und meine Authentizität in meiner Person, würden das nicht zulassen, ich würde auch nicht zur Beerdigung gehen, so bin ich, wer mich nicht akzeptiert, der hat Pech gehabt, ich kann Heuchelei, Erbschleicher, Schleimer etc. nicht ausstehen, aufrichtig und authentisch sein, sind für mich ganz wichtige Grundwerte, Punkt!
Emotional kann ich deine Zeilen verstehen, aber als Erbe muss man sich gewissen gesetzlichen Verpflichtungen nun mal stellen.

Zudem ich zum Zeitpunkt des Todes meiner Mutter schon ausreichend emotionalen Abstand hatte und Gott dankbar war, dass sie kurz vor Corona nachts friedlich in einem guten Alter eingeschlafen ist. Was für ein Geschenk für sie und die Familie.

Ich kann differenzieren zwischen dem Verhalten der psychischen Erkrankung meiner Mutter und kann mich aber authentisch, aufrichtig, differenzierend denkend und dementsprechend verhalten. Dazu gehört für mich persönlich auch, dass jeder Mensch ein Anrecht auf eine würdevolle Beerdigung hat.

Ich habe meiner Mutter am Grab Frieden und Ruhe gewünscht. Habe mich umgedreht und bin in Frieden mit mir gegangen. Das zählt für mich.

W Ü55
 
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  • #34
Liebe FS, fühl Dich erstmal herzlich gedrückt und umarmt von mir. Scheiß auf Deine „S“-Werte und lass Deine Gefühle zu.
Ich habe genau die gleiche Situation an Weihnachten erlebt, kenne das, was Du schilderst, kann Dir nur sagen, lebe DEIN Leben. Fühle Dich nicht schuldig für etwas, was Du nicht beeinflussen kannst.
@Vikky hat es perfekt formuliert, arbeite an Dir❤️
 
  • #35
Ich möchte mich bei Euch allen sehr für eure Erklärungen, die Hilfe und das Gedanken machen, bedanken.
Ich konnte das alles vor Monaten nicht mehr lesen und mich dem stellen. Auf mich ist zu viel eingestürmt, das ich erstmal für mich einordnen musste.

Was Schnuppe78 geschrieben hat, ist völlig zutreffend. Ich bin die Erstgeborene, sie war noch relativ jung (20) und der Mann/ mein biologischer Vater war bereits verheiratet und hatte eine zweijährige Tochter. Er hatte meine Mutter irgendwie auch recht schnell verlassen. Wie und wann, das weiß ich nicht. Ich habe ihn nie kennengelernt. Ich denke, daraus ist eine Art Psychose entstanden, die ich irgendwie auslösen muss. Als ob sie die Wut, die sie auf den Mann hatte, auf mich projiziert. Dazu kommt eine kräftige Egomanie.

Was Anna1309 geschrieben hat, deckt sich völlig mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen mit ihr.

Ich habe mich nach diesem Erlebnis am meisten über mich selbst geärgert, dass ich mich wieder auf diesen Kontakt eingelassen habe. Aber zu meiner Schwester wollte ich schon gern Kontakt haben.
Und ich hatte die negativen Erlebnisse vergessen. Das ganze Thema war für mich nicht mehr so präsent. Ich hatte auch so eine Technik entwickelt, dass ich einen Rückzugsort habe, der nur mir zugänglich ist. Perfekt für mich. Dort finde ich Ruhe. Dort ist auch Wandschrank mit einer abschließbaren Tür. Darin sind in Schuhkartons meine schlimmen Erinnerungen verpackt. Ich kann so einen Karton öffnen, reinschauen, wieder schließen, zurücklegen und den Schrank wieder abschließen. Danach kann ich eine sanfte Dusche nehmen und das negative abspülen. Zum Ausruhen steht da ein gemütliches Sofa mit eine indisch anmutenden Decke. Das hatte mir immer sehr geholfen. Lange Zeit konnte ich mich gar nicht erinnern, aber es gab Trigger z.b. Gerüche, die etwas ausgelöst haben, das ich mir nicht erklären könnte.
Also ich fand, dass ich das alles gut im Griff hatte. An meiner Schwester liegt mir sehr. Sie leidet auf andere Art als ich, obwohl sie das Goldkind ist.
Was mich so erschüttert hat, dass aus dem wohlsortierten Schrank plötzlich alle Kartons rausgefallen sind und offen rumlagen, um in der bildhaften Sprache zu bleiben. Es hat bei mir bewirkt, dass sich meine Muskulatur verhärtet hat und ich nicht mehr laufen konnte. Wie eine Schockstarre.

Das hat mir sehr deutlich gezeigt, dass ich mich von der Mutter sehr fern halten muss. Sie ist extrem und es wirkt bei mir extrem.
Ich habe den Kontakt nicht abgebrochen, aber sehr reduziert. Wir telefonieren höchstens alle 6 Wochen mal für 5 Minuten.

Den Kontakt zu meiner Schwester habe ich auch etwas eingeschränkt. Aber an ihrem Leben möchte ich gern Anteil nehmen. Und hier lesen konnte ich auch wieder.
 
  • #36
Ich habe auch völlig vergessen zu erzählen, dass sie mich sehr früh weggeben hat. Ich muss erst in einer Art Wochenkita gewesen sein. Dann hat sie mich zur Mutter ihres neuen Partners in einer 200 km entfernten Stadt gegeben. Eine völlig fremde Frau.
Ich kann mich aber kaum erinnern. Nur bei dieser „Oma“ war es nicht schön. Sie war nicht böse, aber sie hatte etwas fieses. Ich war da eher so ein Ding. Umgedrehte an die Wand gestelltes Sofa als Bett z.B.
So etwas hätte ich mit keinem meiner Kinder gemacht. Dafür liebe ich sie viel zu sehr.
Und Inspirationsmaster, ein Erbschleicher und / oder Schleimer bin ich ganz sicher nicht. Die Abwicklung wird meine Schwester machen. Ich wohne vier Autostunden von den beiden entfernt.
 
  • #37
@Sirius97 deine Schilderungen machen mich wütend. Umso erstaunlicher, dass du für dich einen anderen Weg einschlagen und das destruktive Muster deiner Familie durchbrechen konntest. Das zeugt von Stärke. Eine Stärke, die deine Mutter leider nicht besaß.

Sie hat versagt und das weiß sie auch. Daher rührt auch ihr Selbsthass, den sie auf dich projiziert. Wenn sie das nicht tun würde, würde sie unter der Last ihrer Schuldgefühle zusammenbrechen.

hast du therapeutische Unterstützung ?
 
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