• #61
Ja ihr habt vermutlich Recht. Ich hätte es einfach abblocken müssen damals und noch eine Weile meine Dinge regeln müssen. So hab ich mich verzettelt, Dinge blieben liegen usw

Mal so ein paar Punkte.. kurz..

Zügig zusammen gezogen nicht. Ich habe es "angeboten" , Schrank frei geräumt, dass er Sachen bei mir lassen kann, Sachen die hier geblieben sind dort verstaut- es wurde nicht angenommen. Er zieht es vor Gast zu sein. Täglich. So kann man nach halben Jahr immer noch reinen Gewissens sagen, man weiß ja nicht wo Teller sind und kann kommen und gehen wann man will ohne etwas abzusprechen.

Ich war nie offiziell krank geschrieben wenn es mir schlecht ging. Hab einmal übers Arbeitsamt versucht was zu erreichen- nix. Ich bin dreimal beim Arzt gewesen und 2x wurde ich als Simultant und arbeitsunwillig abgestempelt. Einmal gabs irgendwelche Tabletten wo man weiße Mäuse sah. Ich hab dann einfach immer ein bisschen an den 3,4 parallelen Jobs geschraubt, gedreht und Belastungen verschoben, so dass es wieder ging und bei nächster Gelegenheit 2,3 Wochen Urlaub gemacht und die mehr oder weniger verschlafen. So hangelt man sich halt durch. Nimmt die Arbeit die Geld bringt, arbeitet teilweise selbstständig, in Nachtschichten und für Provisionen um Sozialbeiträge zu sparen usw. Das Haus war Notkauf. Wohnung war nicht zu kriegen als Teilzeitselbstständiger, alte wegen Eigenbedarf gekündigt aber Hauskredit hab ich bekommen. Rate ist billiger als Kaltmiete vorher und von Palast ist es weit entfernt. ;) Es ist ein Zuhause, wo noch einiges zu tun aber eben ein Zuhause. Also so ganz lebensuntüchtig bin ich glaube ich nicht. Nur wohl ziemlich naiv und doof was Männer betrifft.

Und natürlich geht es nicht um Recht haben, um Schuld in einer Beziehung. Ich meinte Recht haben in Bezug auf Therapeuten eher darin, dass ich auch so meinen Verdacht habe seinen Charakter betreffend aber grade so durch bin und so verwirrt, dass ich sein Verhalten dort als "Prüfung" sehen würde. Prüfung. Genauso blödes Wort. Ich habe einfach Angst ihm Unrecht zu tun. Ist dass verständlicher? Angst dass ich etwas wegwerfe nur weil ich eben mal wieder zu wenig auf mich geachtet habe, zu weit über die Grenze gegangen bin um ihm zu helfen, um für ihn da zu sein. Und verheiratet war er nicht. Aber trotzdem ist eine Trennung nie schön. Bringt viele Sorgen mit sich und auch wenn man nicht reell Schuld an der Trennung ist- die Beziehung war vorher schon tot- auch wenn man einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort war.. man macht sich trotzdem Vorwürfe. Hat den Druck, wie hier schon gesagt wurde, dass es funktionieren muss. Für ihn, für das Umfeld. Ich mach mich lächerlich wenns nicht funktioniert, er wird ausgelacht. Erstmal etwas Abstand, durchatmen. Ich überlege einfach ein paar Tage weg zu fahren und Luft zu holen. Vielleicht keine schlechte Idee auch wenn dann wieder Arbeit liegen bleibt.
 
  • #62
2,3 Wochen Urlaub gemacht und die mehr oder weniger verschlafen.
Das ist ein Zustand totaler Erschöpfung. Genau das hatte ich auch, und es ist noch gar nicht lange her.
Vielleicht keine schlechte Idee auch wenn dann wieder Arbeit liegen bleibt.
Da bleibt immer was liegen, wenn man mal wagt, Urlaub zu nehmen.

Du hast oder hattest Burnout-Symptome. Leider kann man an Ärzte geraten, die das nicht ernstnehmen.

Also musst du dir selber helfen. Gesundheit gehr vor.

Den Mann kannst du wegtun. Der verschlimmert deinen Zustand nur. Um wieder Kraft zu tanken, brauchst du viel Zeit und Ruhe für dich.

Du musst auf dich achten, denn es geht dir nicht gut. Und du DARFST Grenzen haben - und die selbstverständlich verteidigen.

Und ich sage es noch einmal: Gut, dass du nicht mit ihm zusammen wohnst. Gib ihm die paar Sachen, die du in deiner Wohnung von ihm hast, und mach die Tür zu.
 
  • #64
Er zieht es vor Gast zu sein. Täglich. So kann man nach halben Jahr immer noch reinen Gewissens sagen, man weiß ja nicht wo Teller sind und kann kommen und gehen wann man will ohne etwas abzusprechen.
Du wirfst hier eigentlich nur eine Frage auf: Warum dann eigentlich?
Ich hab dann einfach immer ein bisschen an den 3,4 parallelen Jobs geschraubt, gedreht und Belastungen verschoben, so dass es wieder ging und bei nächster Gelegenheit 2,3 Wochen Urlaub gemacht und die mehr oder weniger verschlafen.
So sollte niemand arbeiten müssen…
Also so ganz lebensuntüchtig bin ich glaube ich nicht.
Nein, aber Dein Leben ist voller anstrengender Baustellen und Du liest Dich damit überfordert, was völlig nachvollziehbar ist.
Ich habe einfach Angst ihm Unrecht zu tun. Ist dass verständlicher? Angst dass ich etwas wegwerfe nur weil ich eben mal wieder zu wenig auf mich geachtet habe, zu weit über die Grenze gegangen bin um ihm zu helfen, um für ihn da zu sein.
Ich lese eher die Missachtung von sinnvollen Grenzen…
Ich überlege einfach ein paar Tage weg zu fahren und Luft zu holen. Vielleicht keine schlechte Idee auch wenn dann wieder Arbeit liegen bleibt.
Das ist eine wirklich gute Idee.
 
  • #65
Ob er absichtlich verletzt, dass weiß ich gar nicht. Man wird einfach in einen Topf mit allen schlechten Frauen der Welt geworfen und zu hören, dass man ne Macke hat ist auch nicht so nett. Aber vielleicht ja sogar wahr
Google mal Re- Empowerment.
Manches an Eurer Beziehung hört sich sehr ungesund an, auch das ständige Rumschreien in Konflikten.
Es kann nicht darum gehen, zu lernen, das Auszuhalten.
Dein Partner wirkt ja selbst extrem gestresst.
 
  • #66
Über die Rentenversicherung, wie Vikky schon schrieb. Reha beantragen usw.
Geht ja nicht, wenn die Vorbedingungen nicht erfüllt sindt, z.B.
- Mindestanwartschaft, weil die Rentenversicherungsbeiträge umgangen werden sollten und auch keine offiziellen Diagnosen, sowie Feststellung dass eine Erkrankung chronisch wird.
Dann gibt es keine berufliche Reha
- gleiches gilt für Leistungen des Arbeitsamtes: nicht ausreichend Beiträge gezahlt, keine dauerhaft einschränkenden Diagnosen = keine brauchbaren Leistungen für das Problem.
- nie krank geschrieben, weil statt zum Arzt zu gehen die Zeit gebraucht wurde, die Probleme der Männer zu lösen, für sie zu arbeiten, ihre Kinder zu bespassen usw.
Dann gibt es keine medizinische Reha.

Es wird immer ein Minimum an eigener Mitwirkung zur Schadensminderung gefordert (ambulante Behandlungen), bevor erfolgreich weitere Ansprüche gestellt werden können. Eigendiagnostik ist erfolglos.

Statt sich weiter an dem Man abzuarbeiten und mit ihm an einer Therapie rumzudaddeln, wobei die FS bei ihm ohnehin von fehlender Therapiemotivation sondern Instrumentalisierung zu seinen Gunsten ausgeht, sollte sie ihre Ressourcen aufwenden und sich um sich selber/ihre Gesundheit kümmern.

So muss auch niemand arbeiten.Einfach mal innehält, sich fragen, was man falsch macht und sich einen zukunftsfähigen Plan für sein Leben machen.

Die FS hat keine Kinder die versorgt werden müssen. Sie musste auch ihren verschuldeten Ex durchfüttern und dafür mehrere Jobs parallel machen.
Sie muss auch nicht die Arbeit ihres jetzigen Schwarms machen, damit der Freizeit hat und sich um seine Kinder kümmern kann.

Sie muss aber gucken, warum sie so einen Unfug treibt, der ihr immer wieder an die Gesundheit geht und das konsequent ändern, statt es nochmal mit einem weiteren Mann zu wiederholen.

Ganz sicher reichen ein paar Tage Urlaub nicht aus, um ihre Probleme zu lösen. Eher schaffen sie weitere wirtschaftliche Gründe für Mehrarbeit.

Klüger ist, den Mann in die Wüste zu schicken, sich zuhause hinzusetzen und einen Plan für die nächste Lebensphase machen sowie sich einen engagierten Arzt zu suchen und behandlungen/Therapie durchzuziehen.

Wenn immer alle doof sind: alle Männer die einem begegnen, alle Ärzte usw. dann ist es Zeit bei sich selber zu gucken, was man verkehrt macht, denn so viel doof ausschleißlich bei den anderen gibt es nicht.
 
  • #68
Du bist erst 40, d.h. hattest in den letzten 20 Jahren genug Zeit zu überdenken, solche Dinge zu ändern. Jobwechsel ist immer besser als Dauerburnout.
Und warum in einer Niedriglohngegend bleiben, in welcher Du sowieso nicht sozial integriert bist?
Ich schätze deine Beträge meist aber hier merkt man das du null Ahnung vom Leben am Existenzminimum hast. Das ist keine Entscheidung, da rutsch man / frau rein oder meist noch schwerer abzulegen, da kommt man her und kennt es nicht anders.
Mir z.B. hat in meiner Sozialisation niemand beigebracht das Arbeit Spass und Freude bringen kann. Das man aus guter Arbeit Selbstbewußtsein tanken kann. Arbeit war immer nur Mühsal. Natürlich sollte ich in der Schule gute Noten bekommen aber nur damit ich nicht wie die andere Hälfte der Familie mir auf dem Bau den Rücken kaputt arbeite. Das war es dann auch.

Nachtrag: Ich habe den obigen Text geschriebe ohne die Antwort von @Anne321 #47 gelesen zu haben.
Der Text von @Anne321 bestätigt meinen Text. In den 10 Jahren zwischen arbeitslos, ALG2 (meist als Hartz4 bekannt), Weiterbildungsmaßnahmen, Call-Center und Security habe ich mehrmals ähnliche Schicksale mitbekommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #69
Dass ich zt das Problem bin, ist mir klar. Ich möchte immer alles perfekt/besser machen, es allein schaffen und anderen kein Unrecht tun. Und schieße dabei über meine Grenzen hinaus. Arbeit delegieren fällt mir schwer- weil ich es kontrollieren muss und den Leuten auf die Füße treten, dass es fertig wird- wenn ich es allein mache bin ich schneller und effizienter. Und spare Nerven. Wahrscheinlich befeuert sich alles gegenseitig.. er ungeduldig, hektisch- seine Huschhuschart treibt mich tw in Wahnsinn- mit kurzer Zündschnur und das Paradebeispiel für einen extrovertierten Menschen. Ich sehr genau, auf Effizienz bedacht, darauf bedacht niemanden zu kränken und zum Kraft tanken brauche ich Ruhe. Und trotzdem ziehen wir uns nach wie vor unglaublich an, sind im zusammen arbeiten ein gutes Team.

Warum er "nur" Gast sein möchte? Ich glaube weil er eigentlich möchte, dass ich zu ihm langfristig. Oder wir nochmal zusammen was neues bauen. Sein Haus ist fertig, meins muss noch viel. Ich möchte aber ungern "meins" aufgeben. Allein meins. Da haben wir noch nicht konkret drüber gesprochen. Vermutlich auch weil er unbewusst ein bisschen "Pause" von fester Verbindung braucht, nach der Trennung, weil doch alles holpriger als gedacht. Diese Zeit mit Teamaufbau/umbau, Dinge in die richtigen Bahnen lenken, die Herausforderungen die Corona so mitgebracht hat in der Arbeitswelt (Waren beschaffen usw) plus Trennung plus hin und her mit unseren Gefühlen/ zulassen/gegen an kämpfen. Ich denke wir sind beide nervlich ziemlich am Limit. Alles nicht so einfach.

Wir haben geredet, wir wollen es mit etwas mehr Freiräumen für mich, mit etwas Struktur im Alltag, mit klaren Streitregeln nochmal versuchen. Mal sehen wie es wird. Auf Arbeit werd ich erstmal auf 30Std reduzieren ab Februar. Dann gehen Projekte langsamer voran aber dass ist dann so. Übernächste Woche mal zwei, drei Tage raus in Schnee. Sowas tut mir auch immer gut. Mal die Arbeit nicht sehen, einfach komplett raus.
 
  • #70
Klüger ist, den Mann in die Wüste zu schicken, sich zuhause hinzusetzen und einen Plan für die nächste Lebensphase machen sowie sich einen engagierten Arzt zu suchen und behandlungen/Therapie durchzuziehen.

Wenn immer alle doof sind: alle Männer die einem begegnen, alle Ärzte usw. dann ist es Zeit bei sich selber zu gucken, was man verkehrt macht, denn so viel doof ausschleißlich bei den anderen gibt es nicht.
Okay, ich habe jetzt zuende gelesen. Ganz so würde ich jetzt meinen ersten Beitrag nicht mehr schreiben.
Meine Kernkritik bleibt aber bestehen.
Ich schliesse mich deinen letzten Absatz an. Wenn alle die man begegnet doof sind dann sollte man mit anderen Menschen Kontakt die kommen die nicht doof sind. ist nicht einfach aber geht, leiden ist da manchmal einfacher. Kenne ich auch.
 
  • #71
Du bist erst 40, d.h. hattest in den letzten 20 Jahren genug Zeit zu überdenken, solche Dinge zu ändern. Jobwechsel ist immer besser als Dauerburnout.
Bei manchen Menschen kommt eben spät oder gar nicht an, wie eine Gesellschaft funktioniert oder sie sind damit überfordert.
Es wird immer ein Minimum an eigener Mitwirkung zur Schadensminderung gefordert (ambulante Behandlungen), bevor erfolgreich weitere Ansprüche gestellt werden können.
Dann ist das die Spirale abwärts und die FS ist offensichtlich in jeder Hinsicht betroffen. Ein Restart im Leben ist mit 40 schwierig, aber…
Statt sich weiter an dem Man abzuarbeiten und mit ihm an einer Therapie rumzudaddeln, wobei die FS bei ihm ohnehin von fehlender Therapiemotivation sondern Instrumentalisierung zu seinen Gunsten ausgeht, sollte sie ihre Ressourcen aufwenden und sich um sich selber/ihre Gesundheit kümmern.
wäre auch aus meiner Sicht ein erster Schritt.Und…
Wenn immer alle doof sind: alle Männer die einem begegnen, alle Ärzte usw. dann ist es Zeit bei sich selber zu gucken, was man verkehrt macht, denn so viel doof ausschleißlich bei den anderen gibt es nicht.
… ist völlig richtig. Weg mit dem Mann und erstmal grundlegend aufräumen. Vielleicht auch gleich mit Hilfe einer Schuldenberatung.
 
  • #72
Ja man muss es dann einfach nochmal bei anderem Arzt zb probieren, ich weiß. Aber die Zeit, die "Demütigung" wenn man wieder nur abgestempelt wird, mein Highlight war mal eine Ärztin die mich anfuhr, was ich denn will, weil ich xyz Beschwerden würde ich ihr die Zeit stehlen, im Wartezimmer sitzen alte, wirklich kranke Menschen mit Krebs, die sind wichtiger. Da war ich erstmal 4,5 Jahre nicht beim Arzt, weil ich Angst vor erneuter Demütigung hatte aber vor allem ein super schlechtes Gewissen einem alten Menschen seinen Therapieplatz weg zu nehmen, nur weil ich mich nicht zusammen reißen kann. Und so ist es auch bei anderen Konfrontationen, ich versuche erstmal die Sichtweise des anderen zu verstehen eh ich zurück kontere. Und bis dahin ist man meist schon in Boden gerammt.

Jobs, wohnen.. vielleicht dazu auch noch was. Ich habe meinen Traumjob gelernt, das Klima dort ist aber hart. Viel Arbeit, wenig Geld und immer der letzte A.. dann eben "kurzzeitig" zum neu orientieren- wollte noch studieren etc- Callcenter, "meinen" Job selbständig nebenbei- und dann eben die Problematik mit Schulden und immer wieder arbeitslos Freund (Bau, Winter). Gemeinsame Wohnung die allein schwer zu bezahlen, den Menschen den man liebt lässt man ja nu auch nicht hungern, geredet, Neustart- da werden Wünsche erstmal hinten an gestellt. Und dann als man grade wieder zu träumen wagte.. selbes Spiel. Ich habe mich lange schlecht gefühlt, jemanden den ich sehr liebe und schätze, in einem Moment wo er ganz tief unten ist vor die Tür zu setzen.

Andere Region? Ich bin wegen dem Traumjob 6Jahre kreuz und quer durch Deutschland gezogen, 2Jahre hier, 2Jahre dort, jeder Umzug kostet Geld und Kraft. Letztendlich bin ich wieder in relativer Heimatnähe gelandet. Ich mag die Landschaft, die Gegend hier einfach. Hier kann man stundenlang spazieren, ohne jemand zu treffen. Dass war in vielen anderen Regionen nicht so. Hier fühl ich mich Zuhause. Ich möchte hier nicht mehr weg. Woanders glänzt auch nicht alles wenn man neu hinkommt, ohne Support. So meine Erfahrung.
 
  • #73
Der Job den ich jetzt habe ist insofern gut, weil ich zum ersten Mal deutlich über Mindestlohn verdiene, weil ich mir viel frei einteilen kann, weil ich ohne Studium und co- der Zug ist nunmehr leider wirklich abgefahren- Chancen bekomme, die ich in anderen Firmen nur mit Studium und Zertifikaten bekommen würde. Es macht Spaß, ist abwechslungsreich- für mich ist nur schwierig, dass ich den ganzen Tag Leute um mich habe und die auch anleiten muss. Und dieses "mach was du für richtig hälst, sag wo du Hilfe brauchst" von Chefetage, ist cool aber für jemanden der jede Baustelle in Firma sieht und lieber heute als morgen jede beseitigt hätte, auch ein Grab was man sich selbst schaufeln kann. Ich muss wirklich lernen ruhiger, langsamer und nicht genervt zu sein wenn die Kollegen eben Arbeitnehmer sind und sich nicht überschlagen. Deswegen erstmal weniger Stunden, ein Tag von Zuhause. In 2 Jahren schon viel erreicht, wenns jetzt langsamer geht hat keiner ein Problem damit- nur mein innerer Antreiber.

Schulden sind nicht. Alles vom Ex in 3Jahren beglichen, alles zuhause bezahlt, Hausrate moderat. Ich habe dass schon Schritt für Schritt sortiert, der Jobwechsel vor 2 Jahren war so der letzte Step in Richtung "geregelter, besser bezahlt, mal normal" - dass dann so ein Gefühlschaos dazu kommt und mit dem alten Team nix zu reißen war- also Neueinstellungen, Umstrukturierungen, dass hat so viel Kraft gekostet und viel Anfeindungen gegeben...
 

Laleila

Cilia
  • #74
Wir haben geredet, wir wollen es mit etwas mehr Freiräumen für mich, mit etwas Struktur im Alltag, mit klaren Streitregeln nochmal versuchen. Mal sehen wie es wird.
Das ist doch nur ein Verzögern des Unvermeidlichen.
Er wird Dich wieder anschreien und sich mit den Hintern auf die Streitregeln setzen.

"Vielleicht sollte".. Hol Dir einen Termin bei einem psychologischen Psychotherapeuten. Nur für Dich, nicht für "Euch"
Die alleinige Reduzierung der Arbeitszeit ist ein Herumdoktoren an den Symptomen. Als wolltest Du eine Lungenentzündung mit Thymian-Hustensaft kurieren.

Dein Eingangsproblem ist Dein Freund, jetzt schreibst Du fast nur noch über Deinen Job. Machst eine große Nebenbaustelle auf, damit Du Dich beim Kernthema Deine Frage an das Forum, Dir selbst gegenüber, aus der Affäre ziehen kannst.

Wir haben geredet: Problem vertagt.
 
  • #75
Du wirst mit einer schwierigen Beziehung am Bein, beruflich nur wenig erreichen können. Wann und wo willst du auftanken können, um Kraft für deinen beruflichen Wachstum zu schöpfen ?

Du hast schon einmal zugelassen, dass ein Mann dich ausgebremst hat. Und der Job scheint gerade eine Chance für dich zu sein. Ich würde mir die durch niemanden nehmen lassen.

Du stellst ihn über dich. Wo tut er dasselbe für dich ?

In einem Punkt muss ich deinem Freund recht geben: du gehst Konfrontationen aus dem Weg und dieses Umschiffen kostet mehr Kraft, als sich einmal gescheit durchzusetzen/auseinanderzusetzen.

Du scheinst dich deinem Schicksal zu ergeben, anstatt es proaktiv zu gestalten. Und die Scherben auffegen, die andere verursacht haben, ist halt nicht proaktiv gestalten, sondern reaktiv Schaden abwenden.
Und dieses "mach was du für richtig hälst, sag wo du Hilfe brauchst" von Chefetage, ist cool aber für jemanden der jede Baustelle in Firma sieht und lieber heute als morgen jede beseitigt hätte, auch ein Grab was man sich selbst schaufeln kann.
Du musst auch erstmal in so eine Rolle hineinwachsen. Wenn du nicht weißt, wo du dafür ansetzen könntest, dann suche dir Vorbilder. Menschen, die da sind, wo du sein willst und lerne von ihnen. Biografien von weiblichen Führungskräften haben mir da immer sehr geholfen.
Es macht Spaß, ist abwechslungsreich- für mich ist nur schwierig, dass ich den ganzen Tag Leute um mich habe und die auch anleiten muss.
Bilde dich in dem Bereich unbedingt weiter. Management ist nicht dasselbe wie Führung. Wie sich Menschen verhalten, hängt im Wesentlichen von der Führungskraft ab. Du kannst natürlich das Team austauschen, wirst aber schnell bemerken, dass sich gewisse Dinge immer wieder einschleichen werden. Weil du es selbst unbewusst provozierst. Dieses Setting „Chef - Mitarbeiter“ spielt sich unbewusst auf der Eltern-Kind-Ebene bei Menschen ab. Hier ist eine Menge Selbstreflexion gefragt.

Und dann als man grade wieder zu träumen wagte.. selbes Spiel
Du sabotierst dich halt selbst. Spielst da innerlich immer und immer wieder etwas durch, bis du deine Lektion gelernt hast.

Aktuell scheinst du allerdings in die Gleichen Fettnäpfchen zu treten.
 
  • #76
Job ist keine Nebenbaustelle, es sind zwei Baustellen die zusammen kommen plus die "kleinen" Dramen des alltäglichen Lebens.

Der Job ist eine Chance ja aber die Chance müsste ich bei Trennung und Kontaktabbruch wegwerfen. Wieder neu anfangen, eben weil wir tw eng zusammen arbeiten. Dass ist jetzt so, blöd gelaufen. Aber das zusammen arbeiten funktioniert gut. Ist sehr produktiv. Er übernimmt, wo möglich auch die Aufgaben- Leute antreiben- die ich nicht so mag. Da muss ich dran wachsen definitiv.

Das Gespräch jetzt lief völlig gesittet und rational ab. Er hat sich Mühe gegeben ruhig zu bleiben, mir Zeit zum formulieren und antworten gelassen, versucht mich zu verstehen. Gesagt, dass es ihn einfach stresst, wenn er mich so müde und unglücklich sieht und wenn ich dann nix sage, er einfach explodiert. Auch weil er es natürlich jetzt gerne unbefangener hätte- endlich "frei", endlich zusammen und dann soviel Probleme. Dass er auch einfach am Limit. Kaum Urlaub und dass auch nicht wirklich weil ständig Anrufe wie was zu machen ist, Anrufe der Kunden usw. In Zukunft - sein Vorschlag- soll ich aufschreiben was mich belastet wenn ich es nicht sagen kann, er geht ne Runde raus zum Luft holen und dann liest er es sich durch und wir reden gesittet. So übergangsweise. Therapeut will erstmal mit jedem einzeln reden, das Thema haben wir auch nochmal besprochen. Die Einsicht, dass auch er was ändern muss ist da. Ich denke da darf eine Chance noch sein. Vielleicht war wirklich einfach alles in Summe zuviel, für beide und wenn sich nix ändert, gut, dann werd ich eben neuen Job und Kontakt abbrechen.
 
  • #77
Ja man muss es dann einfach nochmal bei anderem Arzt zb probieren
Und manchmal auch einen 4. und einen 5 - es gibt viele Ärzte ohne Empathie und psychosomatische Grundbildung. Daher weitersuchen, statt sich gekränkt zurückzuziehen.

Ich muss wirklich lernen ruhiger, langsamer und nicht genervt zu sein wenn die Kollegen eben Arbeitnehmer sind und sich nicht überschlagen.
Oder auch mal andenken, dass Du selber ja auch nur Arbeitnehmer bist - nichts Besseres.
Die anderen können sich ihre Ressourcen so einteilen, sodass sie gesund das Rentenalter erreichen. Das taugt eher zum nacheifernswerten Beispiel für einen chronischen Burnouti, statt sich darüber zu erheben.

Du wirst mit einer schwierigen Beziehung am Bein, beruflich nur wenig erreichen können. Wann und wo willst du auftanken können, um Kraft für deinen beruflichen Wachstum zu schöpfen ?
Das geht schon, habe ich 20 Jahre sehr erfolgreich gemacht - alles eine Frage von innerer Haltung und Priorisierung.
Mein Beruf war mir dann doch wichtiger als ein destruktiver Mann und so habe ichin dem beruflichen Erfolg aufgetankt.

....merkt man das du null Ahnung vom Leben am Existenzminimum hast.
Ach Schätzchen, vielleicht weiß ich auch so viel darüber, dass ich mich auch intensiv mit der Frage befasst habe, wie ich da nie wieder hinkomme, daher die Wege kenne, die es gibt und auch den Bums im Stiefel habe, um den Ball ins Tor zu befördern, statt die Puste fürs Jammern zu vertun.

Mir z.B. hat in meiner Sozialisation niemand beigebracht das Arbeit Spass und Freude bringen kann. ... Arbeit war immer nur Mühsal.....
Glaubst Du denn, das war bei mir anders?
Da wurde sogar noch schwer im persönlichen Bereich stetig verletzt, demotiviert und auch körperlich misshandelt.
Trotzdem habe ich gespürt, dass Wissen zu erlangen mir Freude macht und so verpufften die ganzen Negativeffekte wirkungslos. War ein schwerer Weg, aber er war nicht unmöglich.

Die ist mir bekannt, aber eben nicht so zwangsläufig wie die meisten Leute tun, die darin landen - siehe vorheriger Absatz.
 
  • #78
Der Job ist eine Chance ja aber die Chance müsste ich bei Trennung und Kontaktabbruch wegwerfen.
Ja, deswegen hatte ich zu Beginn gefragt, ob er dein Chef ist.

Wenn da Machtgefälle existieren, ist das immer heikel ...
Auch weil er es natürlich jetzt gerne unbefangener hätte- endlich "frei", endlich zusammen und dann soviel Probleme.
Ist auch schon alarmierend, dass man eine Beziehung mit einer Paartherapie starten muss. Ich glaube, da steckt mehr die Angst vor dem Alleinsein hinter, als die große Liebe. Sonst hätte er sich schon eher von seiner Partnerin getrennt. Auch ohne Sprungbrett namens neue Beziehung.
Das geht schon, habe ich 20 Jahre sehr erfolgreich gemacht - alles eine Frage von innerer Haltung und Priorisierung.
Mein Beruf war mir dann doch wichtiger als ein destruktiver Mann und so habe ichin dem beruflichen Erfolg aufgetankt.
Joa, möglich ist vieles. Es existiert aber ein Unterschied zwischen Leben und Überleben.
 
  • #79
Oder auch mal andenken, dass Du selber ja auch nur Arbeitnehmer bist - nichts Besseres.
Die anderen können sich ihre Ressourcen so einteilen, sodass sie gesund das Rentenalter erreichen. Das taugt eher zum nacheifernswerten Beispiel für einen chronischen Burnouti, statt sich darüber zu erheben.

Oh so wars nicht gemeint. Es ist einfach so, dass Arbeitnehmer eben doch zu sehr großen Teilen anders ticken als Selbständige. Dass ist nicht wertend und nicht abfällig gemeint. Und oft beneide ich die Kollegen tatsächlich um diese Fähigkeit Probleme rechts und links ihres Arbeitsgebietes einfach nicht zu sehen, erst aktiv zu werden wenn vom Chef ein muss kommt. Oder Punkt Feierabend den Kunden stehen zu lassen und die Rückrufe die noch zu erledigen, zu ignorieren und Feierabend zu machen. Sicher gesünder. Aber da sträubt sich bei mir alles gegen. Ich lerne grade in do it yourself, mehr nach Prioritäten zu arbeiten aber wenn ein lukrativer Auftrag winkt- ich bekomme ja Provisionen- dann werd ich nen Teufel tun und den wegen 20 Minuten Feierabend sausen zu lassen. Da kann ich dann doch nicht aus meiner Haut.

Und wenn ich sehe die Kollegen aus Abteilung x arbeiten am Limit weil die Prozesse einfach miserabel sind und wenn einer ausfällt bricht Chaos aus- dass letztendlich ich behebe- dann mach ich mir eben Gedanken wie man es besser machen kann. Der Rest hilft aus, auf Anweisung, klar aber dass ändert ja an dem Grundproblem nix. Zu sagen, haben wir ja immer schon so gemacht, ist nicht immer hilfreich. Und da ist eben doch ein Unterschied zwischen reinen Arbeitnehmern die immer ihr Geld pünktlich kriegen und Menschen die selbständig gearbeitet haben. Meine Meinung. Und völlig ohne Wertung. :)
 
  • #80
Auch weil er es natürlich jetzt gerne unbefangener hätte- endlich "frei", endlich zusammen und dann soviel Probleme

Die Schwierigkeit ist doch jene, wenn man im Job zusammenarbeitet, dass das oft mit ins Privatleben hinübergenommen wird.
Irgendwelche Unstimmigkeiten aus der Arbeit werden dann auch noch mit nach hause genommen. Dort auch noch weiter besprochen.

Normal geht man von der Arbeit heim, macht im übertragenen Sinne die Tür zu und dann ist Ruhe im Karton.

Bei der FS dagegen kommt der Chef/Kollege?? nachgelaufen und will auch noch übernachten.
Da wird es schwieriger das abzugrenzen.
Umkehrt ist es auch für ihn schwieriger. Denn er geht mit der Arbeit nach hause und hat auch noch den halben Kopf bei der Ex-Familie. Das kann zu Beginn schon eine starke Umgewöhnung sein. Kein Wunder, dass das alles zu viel wird.
Die Ex-Geschichte konnte er sicher auch nicht verarbeiten, da es ja ein warmer Wechsel war. Auch nicht gut.

Man müsste eine bessere Abgrenzung des Ganzen zu realisieren.
Natürlich wäre es jetzt schwierig ihn in seine Wohnung "zurückzuschieben". Aber ich vermute, ihr braucht auch beide Momente für euch selbst, statt wirklich 24 Stunden aufeinander zu hängen.

bei Trennung und Kontaktabbruch wegwerfen. Wieder neu anfangen, eben weil wir tw eng zusammen arbeiten.
Was dir aber vorher klar gewesen sein muss, dass dies so kommt, wenn die Beziehung eventuell scheitert.
Das wird auch in Zukunft die Gefahr sein. Weshalb solche Verbindungen immer kritisch sind. Gerade für den, der Job mäßig am kürzeren Hebel sitzt. Du musst dir genau überlegen, wieviel Herzblut du da reinhängst, um am Ende nicht vollends enttäuscht zu sein.
Da hast du dich in eine sehr starke emotionale Abhängigkeit begeben. Denn es betrifft dann nicht nur den Privatbereich.
 
  • #81
Ach Schätzchen, vielleicht weiß ich auch so viel darüber, dass ich mich auch intensiv mit der Frage befasst habe, wie ich da nie wieder hinkomme, daher die Wege kenne, die es gibt und auch den Bums im Stiefel habe, um den Ball ins Tor zu befördern, statt die Puste fürs Jammern zu vertun.
Spatzerl (habe vor ein paar Tagen Monaco Franze gesehen).
Inhaltlich gebe ich dir völlig recht! eigentlich fünf Ausrufezeichen.

Es geht mir um den Stil. Wie meine nun auch bundesweit bekanngewordene Gesundheitssenatorin immer betont, 'man muss die Menschen abholen wo sie stehen.' Da könntest du dich wenn du willst dich noch verbessern.
Trotzdem habe ich gespürt, dass Wissen zu erlangen mir Freude macht und so verpufften die ganzen Negativeffekte wirkungslos. War ein schwerer Weg, aber er war nicht unmöglich.
Da bin ich auf dem Weg gescheitert. Ich hätte Hilfe gebraucht wie man strukturiert Wissen erlernt. Der Wille war bei mir da. Du bist da einfach stärker. Das ist ein Lob, auch wenn du Lob nicht magst.
Vielleicht hätte ich meinen post doch nicht abschicken sollen deine weiteren Beiträge haben mir viel besser gefallen.
 
  • #82
@ Schnuppe 78

Ja die klügste Idee war diese Verknüpfung definitiv nicht. Leicht haben wir es uns definitiv nicht gemacht. Gefühle verleugnet, mal der eine, mal der andere rückwärts gerudert, versucht es auf gute Arbeitsbeziehung zu belassen.. manchmal klappt es einfach nicht. Gefühle sind doch irgendwie widerspenstig.

Im Arbeitsleben haben wir lustigerweise null Unstimmigkeiten. Da ergänzt es sich gut, gleiche Ansichten, sachliche Diskussionen möglich. Aber durch die Führungspositionen bringen beide Arbeit mit heim. Kunden rufen an- ich mach inzwischen einfach 19:30 Handy aus weil ich irgendwann abschalten muss. Auch ein Thema beim Gespräch. Er telefoniert und schreibt oft den halben Abend- was mich belastet weil ich dann nur Zimmer wechseln kann um dem zu entgehen- und schläft dann oft erschöpft ein. Und ich bin traurig weil ich was besprechen möchte und will natürlich dann nicht wecken und auch noch anstrengend sein. Jetzt ist Handys stumm und außer Reichweite beim Abendessen angesagt. Und danach kann er wenn er möchte noch Stunde telefonieren- und ich mit dem flotten Hund laufen gehen. Oder Ponies kuscheln. Oder im Garten buddeln.. Zwei Abende die Woche hat jeder für sich und wir treffen uns erst zum schlafen gehen- oder auch nicht. So der grobe Plan.

Ich habe viel hin und her überlegt seit Donnerstag- vielen Dank allen für ihre vielfältigen Meinungen und ein bisschen Trost und auf die Finger klopfen. Dass hat mir alles wahnsinnig geholfen, auch grade so Fragen wie es aus seiner Sicht wäre, dass er es sich sinnbildlich, auch unbeschwerter vorgestellt hat, dass ich wohl auch nicht ganz einfach bin- was ich ja weiß aber nochmal drauf stupsen hilft ja oft. 2 Tage sind wir uns einfach mal komplett aus dem Weg gegangen, jeder mit seinen Gedanken und dann haben wir eben mal unter ganz neuen Gesichtspunkten geredet. Warum macht er es? Wie stellt es sich für ihn dar? Wo sieht er Lösungen? Ok die Putzfrau will ich immer noch nicht im Haus haben, weil er Küche nicht aufräumen will aber naja.. :) und ganz Zuhause bleiben und von seinem Geld leben auch nicht. Aber ein bisschen Arbeit erstmal reduzieren, mehr Zeit zum Luft holen und neue Strukturen etablieren lassen. Ich denke es sind viele Punkte zur Sprache gekommen, die bis jetzt untergegangen sind. Ich hoffe, mit Hilfe Therapeut, dass wir die Kurve kriegen.
 
  • #83
:>
Das klingt doch gut. Das sind gute Pläne.
Und den Ponies tut das auch gut.

Ich habe z.B. eine Schlaffunktion in meinem Handy.
Wenn diese Uhrzeit da ist, dann schaltet sich das Handy automatisch auf stumm. Da ist dann Zapfenstreich.
Außerdem ist es das Signal runterzufahren und sich auf die Schlafenszeit vorzubereiten.

Man muss sich solche Strukturen aufbauen.
Ganz bewusst. Ganz bewusst die Arbeit sinnbildlich VOR der Tür lassen.
Das kann man sich gut antrainieren.
Irgendwann ist es wie ein schnippen mit dem Finger und man schaltet in den Freizeitmodus. Ganz egal, welche Problemstellungen vorher in der Arbeit waren. Da kann draussen die Welt untergehen. Das hat Zeit bis zum nächsten Tag und das verdirbt einem nicht die wertvolle Erholungszeit.

Man muss sich innerlich ganz bewusst distanzieren können und wollen, statt emotional alles wie ein Schwamm aufzusaugen und in einer Endlosschleife nach Problemlösungen zu suchen.
und dann haben wir eben mal unter ganz neuen Gesichtspunkten geredet.
Sehr gut. Das zeigt auch seinen Willen, das zu verbessern.
Er ist vielleicht auch sehr erschöpft.
Damit könnt ihr es schaffen und eure Beziehung auf ein neues Level bringen.
 
  • #85
....die Putzfrau will ich immer noch nicht im Haus haben, weil er Küche nicht aufräumen will aber naja.. :) und ganz Zuhause bleiben und von seinem Geld leben auch nicht. Aber ein bisschen Arbeit erstmal reduzieren....
m.M. schon wieder eine klassische Fehlentscheidung Deinerseits. Anstatt die Arbeit an einen Dienstleister (Putzfrau etc.) zu vergeben und Dir bzw. euch damit mehr Freiraum zu schaffen (endlich weg vom Alltag) reduzierst Du lieber Deine Stundenanzahl, was sich finanziell wiederum negativ u. a. auf Deine Sozialversicherungsbeiträge auswirkt.
Damit drehst Du Dich finanziell und beziehungstechnisch weiter im Kreis. Denk nochmal darüber nach, ob der Vorschlag Deines Freundes wirklich so abstrus ist. Oder definiert sich Dein Wert darüber, dass Du bzw. er das Haus selber putzt?
 
  • #86
Nein überhaupt nicht, ich mach auch Dinge lieber wie putzen. :) Ich brauche nur eine gewisse Ordnung und Sauberkeit Zuhause- er ist der Typ Chaos. Wo er war sind Verpackungsreste und Krümel- an guten Tagen wird er nur Krümelmonster genannt aber manchmal nervt es eben auch. Er wäre auch höchst beleidigt wenn ich was dazu bezahlen wollen würde (auch so ein "Kampfplatz" - Geld. Ich irgendwas selbst bezahlen? Muss ich an Supermarktkasse schnell sein..). Aber mich stressen fremde Leute im Haus massiv. Mein Rückzugspunkt und dann jemand da dem ich sagen muss, dies und dass und jenes. Ich hatte im November Handwerker im Haus. Aus drei bis vier Tagen sind 4 Wochen geworden. Morgens in Ruhe Kaffee trinken? Nix.. ständig diese Menschen in meinem Refugium, kein Moment zum Luft holen. Und irgendwie alles drum rum organisieren. Deswegen ist eine Putzfrau grade nicht so arg attraktiv.
Ist auch schon alarmierend, dass man eine Beziehung mit einer Paartherapie starten muss. Ich glaube, da steckt mehr die Angst vor dem Alleinsein hinter, als die große Liebe. Sonst hätte er sich schon eher von seiner Partnerin getrennt. Auch ohne Sprungbrett namens neue Beziehung.
Dazu wollte ich gestern auch noch was schreiben. Nur war plötzlich Beitrag weg und dass irgendwie beim 2. Anlauf vergessen.
 
  • #87
Beziehung mit Paartherapie starten. Dass ist auch ein Gedanke den ich so hin und her gewälzt habe. Aber sind wir am Start? Eigentlich nicht. Für mich habe ich festgestellt, ist es eher so, dass nach dem ganzen zurück rudern, Gefühle immer wieder in Kiste stopfen, die Beziehung nicht so richtig mmhh.. "normal" ? verläuft.

Also normalerweise ist es ja so, man lernt sich kennen, es funkt, man macht was schönes zusammen und dann entwickelt sich da nach und nach was. Man besucht sich, lernt die Macken vom anderen kennen usw.. Hier hat es heftig gefunkt- alles in Kiste gestopft. Soll nicht. Sich trotzdem zwangsläufig kennen gelernt, auf Aussendiensttouren auch zwangsläufig miteinander geredet, nicht immer nur geschäftliches. Noch mehr Funken, noch mehr Kisten. Noch mehr kennen und schätzen lernen- noch mehr Kisten. Irgendwann waren wir an dem Punkt wo beide es sich gestanden haben aber es geht doch nicht- also wieder Kisten. Usw. Dann ja wir machen es, dann er zurück gerudert- mir vorgeworfen ich will mich dazwischen drängen, was völlig absurd war. Also ich ihn weg gestoßen, mich zurück gezogen. Dieses Spiel ging auch eine Weile. Ich habe so das Gefühl, dass es für uns grade sehr schwierig ist, einen "normalen" Verlauf zuzulassen/reinzufinden. Für die Zeit die wir offiziell zusammen sind, kennen wir uns schon viel zu gut, sind viel zu vertraut. Nach dem ganzen Warten, Hoffen, Sehnen war es irgendwie schlüssig endlich jede freie Minute zusammen zu verbringen und doch war es vermutlich zu schnell weil eben so ein aneinander im Alltag gewöhnen fehlte. Und dann immer wieder dieses Gefühl, dass man gleich wieder Gefühle in Kiste stopfen muss. Dass gehört irgendwie dazu in dieser "Beziehung"- versteht man was ich meine? Dass ist alles etwas schwammig, diese Gefühle und Gedanken zu greifen war auch nicht einfach aber ich glaube so ist es am besten formuliert. Dass ist so dieses Vertrauen was mir fehlt. Wenn er im Streit dann sagt "ich will dass alles nicht" dann mach ich gedanklich schon wieder die Kisten auf und packe die Gefühle wieder ein.. so sinnbildlich gesprochen. Weil dass eben über 1Jahr lang so war. Gewohnheit. Dass hat er auch erwähnt. Für ihn ist es in dem Moment wenn ich mich zurück ziehe, so, als ob er wieder gehen soll. Er packt dann wahrscheinlich auch grad gedanklich wieder die Kiste.

Sowas ist sehr erschöpfend. Plus die Arbeit, die anderen Baustellen. Am besten wäre wahrscheinlich Handys Zuhause lassen, Roadtrip oder so. Ich glaube fast dieses Schreien ist einfach sein Ventil die Überforderung beruflich, privat und emotional zu kanalisieren. Ich ziehe mich dann immer mehr zurück, er lenkt sich mit dies und dass und jenem ab und bei nächster Gelegenheit puff. Nicht fair dem anderen gegenüber aber wenn er bereit ist daran zu arbeiten, dann möchte ich erstmal keine Kisten packen.
 
  • #88
Hört sich für mich auch so an. Allerdings sehe ich da die FS auch wenig einsichtig. Sie kann mit ihren Kräften nicht richtig haushalten und verlangt von ihrem Partner das Selbe.
.... ich mach auch Dinge lieber wie putzen. :) Ich brauche nur eine gewisse Ordnung und Sauberkeit Zuhause- er ist der Typ Chaos. Wo er war sind Verpackungsreste und Krümel- an guten Tagen wird er nur Krümelmonster genannt aber manchmal nervt es eben auch. Er wäre auch höchst beleidigt wenn ich was dazu bezahlen....... Deswegen ist eine Putzfrau grade nicht so arg attraktiv
Wieso soll er die Putzfrau nicht bezahlen, ist doch auch sein Dreck den er hinterlässt??
Ja, aber Du willst nicht, dann reduziere Deine Arbeitsstunden und arbeite Dich stattdessen unnötigerweise selbst an Dingen und Menschen ab.
Mich wundert inzwischen nicht mehr, dass Du am Burnout knapperst. Was soll sich ändern, wenn Du Dich nicht änderst?
 
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  • #89
@Anne321 Vorneweg: ich kann dich sehr gut nachvollziehen. Ich war vor 2 Jahren in einer ähnlichen Situation, wie du es heute bist. Nur habe ich mich erst gar nicht auf dieses Spiel eingelassen, weil mir klar war, dass das kein gutes Ende nehmen kann. Er war verheiratet, hatte 2 kleine Kinder mit ihr und war mein Chef. Es war keine körperliche Affäre, aber rückblickend definitiv eine emotionale gewesen. In dem Moment habe ich mir das schön geredet und als sehr enge Freundschaft angesehen, um mich quasi selbst zu beruhigen. Aber die sexuelle Spannung nahm natürlich zunehmend zu.

In den ersten Wochen und Monaten legt man das Fundament für eine Beziehung. Paartherapie macht Sinn, wenn das Fundament stabil und gesund ist. Aber das Haus halt über die Jahre Risse bekommen hat. Bei euch ist das Fundament allerdings schon brüchig, weil ihr einen unguten und vorbelasteten Start hattet. Daher bekommt ihr da auch kein Haus drauf gebaut.

Sein Zwiespalt hatte ja rein gar nichts mit dir zu tun. Den wird er schon eine ganze Weile mit sich herumgetragen haben.

Aber da liegt - aus meiner Sicht - eben der springende Punkt. Er hätte eine Entscheidung für sich fällen müssen - ohne Backup Frau/Beziehung. So habt ihr allerdings eine Art Abhängigkeit entstehen lassen. Erst die Sicherheit, die du ihm gegeben hast, weil du dich bereit erklärt hast ihn „aufzufangen“, hat ihn dazu veranlasst, sich zu trennen.

Normalerweise läuft aber ein Kennenlernen ganz frei und unbefangen ab, weil man dieses junge Pflänzchen nicht gleich mit dem Anspruch erdrückt, dass das jetzt unbedingt funktionieren muss. In eurem Fall war das aber die Bedingung. Diese Sicherheit/Gewissheit kann man aber nur aus sich selbst beziehen. Die kann einem niemand anderes geben.


Ich weiß nicht, wie du Eure anfänglichen Gespräche wahrgenommen hast. Aber bei uns damals habe ich deutlich herausfühlen können, dass er sich für seine Frau verantwortlich gefühlt hat und seine Familie nicht verlieren wollte. Aber eben nicht mehr glücklich mit ihr war und sich nun eine Lösung durch mich versprach.

Das ist aber eine ungesunde Herangehensweise. Man ist ja selbst am Ende auch nur ein Mensch mit Schwäche und Macken.
 
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