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Gast

  • #1

Trennung aus Vernunft

wer hat sich schonmal aus Vernunftsgründen getrennt? Sprich, es ist sehr viel Anziehung da, ihr begehrt den Anderen, aber Umstände oder Lebensformen sprechen dagegen. Was also tun? Die Anziehung und Leidenschaft siegen lassen und abwarten was sich entwickelt oder die Vernunft, dass durch äußere Umstände(Entfernung, Schichtarbeit) eine wirklich intensive Partnerschaft nicht möglich sind. Und habt ihr es dann nach einer Weile bereut und wieder Kontakt aufgenommen? Danke
 
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Gast

  • #2
Aus "Vernunft" getrennt gegen Anziehung/Liebe. Tja das habe ich, allerdings danach sehr lange gelitten. Gründe waren die von Dir aufgeführten "Entfernung und Schichtarbeit". Haben danach auch wieder Kontakt gehabt, allerdings ist nach einer eimal gefällten Entscheidung eigentlich nichts wieder gut zu machen, DieTrennung wurde ja aus den o.g. Gründen ausgesprochen und es wird sich ja in Zukunft auch nichts ändern.

Weiterer Kontakt hat nur die Wunden wieder aufgerissen :-(
 
  • #3
Ich bin der Meinung, dass deutliche Unterschiede bei den religiösen, politischen, weltanschaulichen Meinungen vernünftigerweise zu einer Trennung führen müssen. Ich kann nun mal nicht mit einem Mitglied einer Sekte, einer undemokratischen politischen Partei oder mit einem Esoteriker, Hexenmeister, Vegetarier oder arbeitslosen Nichtsnutz eine Partnerschaft eingehen.
Man kann den Anderen noch so lieb, nett, intelligent und charmant finden, aber wenn mir jemand mit Religiösität, Esoterik, Rechts- oder Linksradikalismus oder anderen Lebenshaltung kommt, auf die ich gar nicht stehe, breche ich ab. Auf Dauer würde das zu zu vielen Reibereien, Missverständnissen o.ä. kommen. Die Grundwerte müssen stimmen!
Zudem müssen Einkommen, Lebensweise, Alter, Interessen, Lebensvorstellungen, Moral, Ethik etc. auch übereinstimmen.
Tja, solche Vorstellungen engen dann schon ganz schön ein. Aber wenn man vor lauter Verliebtheit nicht auch die Vernunft gebraucht, geht's über kurz oder lang schief.
Logosargumente sollen vor Pathosargumenten rangieren.
 
  • #4
Nein, ich habe noch keine feste Beziehung entgegen tief empfundener Liebe getrennt. Das wäre ja auch wirklich schrecklich.

Was bei mir pesönlich vorgekommen ist, ist dass man merkt, dass man sich zwar gern hat, aber so verschieden ist, dass die Liebe leidet und man sich schrittweise aufgrund des Kummers und der Inkompatibilität leider von alleine ENTLIEBT -- und sich dann konsequenterweise trennt, obwohl man sich durchaus gerne hat. Wenn es nicht passt, dann passt es halt nicht und dann leidet meistens auch die Liebe so sehr, dass die Trennung ausreichend naheliegt.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich frühe Zeichen der Verliebtheit durchaus unterdrücke und dem Mann aus dem Weg gehe, wenn ich weiß, dass daraus nicht werden wird. Kompatibilität in bezug auf wichtige Facetten ist einfach extrem wichtig und notwendig, zum Beispiel in bezug auf Lebensstil, Ansichten und Wertvorstellungen, Interessen und Freizeitverhalten, Gewohnheiten und Vorlieben, Intelligenz, Bildung und Qualifikation, Sexualität, Charakter und Persönlichkeit, Freundeskreis und Familie sowie Lebenszielen wie Kinderwunsch oder Hausbau. Wichtige Facetten der Persönlichkeit sind dabei zum Beispiel die Einstellung zu Distanz vs. Nähe und zu Dominanz vs. Unterordnung.

Wenn da was nicht stimmt, dann sollte man schon bevor man sich auf ernstes einlässt, die Notbremse ziehen, notfalls so früh wie möglich beim Beziehunsgversuch.

Aber Verliebtheit muss ja auch erst einmal langsam in Liebe übergehen und wenn man dann erst die Notbremse ziehen würde, dann wäre das schon wirklich verspätet -- und emotional für alle Beteiligten über Gebühr
 
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  • #5
Ja, ich kenne das und leide gerade ziemlich. Nach knapp 2 Jahren habe ich eine Beziehung beendet mit einem Mann, den ich von Herzen liebe. Leider ist es ihm nicht möglich, sein Ego und seine Ängste zu überwinden und auch einmal für mich und meine Tochter da zu sein. Hinzu kommt, dass wir eine Fernbeziehung führen (er lebt auf einer Insel). Seine Wünsche sind eine feste Beziehung und Familien leben aber er denkt, dass kommt von alleine und immer, wenn er Zeit dafür einräumt und nicht gerade in seiner Praxis rumhantiert oder Fahrrad fährt. In 2 Jahren waren nicht mehr als 3 Postkarten aus seinen Urlauben für uns drin. Wenn wir uns sehen, verstehen wir uns ohne Worte aber kaum war ich aus den Augen.........
 
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  • #6
Hallo FS,

ich habe mich vor 4 Wochen von meinem Freund getrennt. Mein Herz blutet, doch es ging nicht anders. Er kommt sehr gut alleine klar, braucht nur ab und zu eine Frau an seiner Seite, genießt hier und jetzt, sobald die Beziehung zu gesetzt wird (über 6 Monate), kriegt er Angst und Bedenken, ob die Frau an seiner Seite DIE Frau fürs Leben ist. Dieses Verhaltensmuster wiederholt sich in jeder seiner Beziehungen. Dass er Bindungsprobleme hat, sieht er nicht, er hat einfach noch nicht die Richtige getroffen. Denkt er. Ich weiss sehr genau, dass diese Beziehung keine Zukunft hatte und dass Ende absehbar war, doch manchmal schaltet der Verstand aus und ich sterbe vor Kummer und Liebe und bereue meine Entscheidung. Ich habe vor 2 Wochen nochmal Kontakt zu ihm gehabt. Das hätte er lieber nicht machen sollen. Er hat mir in einem sehr routinierten Ton erklärt, dass eine Trennung nie einfach ist u.s.w. Mir wurde dadurch klar, dass ich ihm nie viel bedeutete und war nur eine von vielen Frauen in seinem Leben . So viel zu Liebe und Verstand.

w30.
 
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  • #7
Ja, ich habe ca. 4 Jahre gebraucht, um wirklich damit klarzukommen und wieder offen für einen neuen Partner zu werden. Bei mir war es so, dass ER die Vernunftsentscheidung gefällt hat, unserer Liebe keine weitere Chance zu geben - ich musste das akzeptieren. Liebe läßt sich nicht erzwingen. Heute - nach ca. 7 Jahren - sind wir gute Freunde, ganz ohne Erotik. Wir haben beide unser Leben getrennt "geordnet" - ich habe unser gemeinsames Jahr in sehr guter Erinnerung in meinem Herzen behalten. Ob er das Gefühl der verpassten Gelegenheit noch manchmal hat, kann ich nicht sagen.
Lieber FS, mir scheint allerdings, Du hast Deine Liebesbeziehung noch gar nicht richtig begonnen? Ob es eine Chance gibt, zeigt sich meist erst, wenn man sich ganz aufeinander einläßt...
 
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  • #8
Wenn Die gegenseitige Anziehung besonders stark ist und man in überdurchschnittlich vielen der o.g. Lebensbereiche harmoniert, sollte man ganz rational und objektiv den eigenen Wochenplan daraufhin überprüfen, wo er neben den wirklich unabdingbaren Verpflichtungen (Broterwerb, Kindererziehung) Freiräume lässt und wo man vielleicht für die neue Liebe Verzicht üben kann auf Aktivitäten, die man im Singledasein gepflegt hat, um sich von der emotionalen Leere, die eine Trennung hinterlässt, abzulenken. Es ist tatsächliche ein ganz rationales Abwägen, wo und ob man neue Prioritäten zu setzen bereit ist. Wenn man sich dann darüber klar geworden ist, was man will, und wie man es realisieren kann, sollte bei der Umsetzung möglichst nichts, aber auch gar nichts "zufällig" oder durch "höhere Gewalt" dazwischen kommen. Sonst bröckelt das Fundament für eine Beziehung - das Vertrauen - schnell und man beginnt an der Ernsthaftigkeit desjenigen zu zweifeln. Wenn es gelingt, gemeinsam diesen Zeitplan in Ruhe durchzusprechen, abzuwägen, zu planen, und das dann stattfindet, hat die Beziehung eine Chance.
 
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  • #9
Liebe Fragestellerin, lieber Fragesteller, ich habe mich fast immer nur aus Vernunftgründen getrennt. Was vielleicht auch damit zusammen hängt, dass ich emotional nicht sehr bedürftig zu sein scheine und auch halbwegs gut alleine leben kann.

Es ist selbstverständlich unschön und macht traurig, wie jede andere Trennung auch.

Aus Vernunftgründen kann man sich "eigentlich" nur dann trennen, wenn man vorher bei der Wahl des Partners/der Partnerin einen vorhersehbaren Fehler gemacht hat, was ich zukünftig zu vermeiden versuchen werde.

w/49
 
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  • #10
Wenn sich jemand entgegen seiner Gefühle entscheidet hat er, wie #8 schrieb einen vorhersehbaren Fehler in der Partnerwahl gemacht.
Z.B eine Fernbeziehung einzugehen wenn man nicht der Typ dafür ist. Man sollte seine eigenen Bedürfnisse schon sehr gut kennen und Vernunftgründe vorher abwägen.

Ansonsten stimme ich vollkommen mit dem Beitrag von #7 überein. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
w49
 
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  • #11
Ich bin in der von Dir genannten Konstellation die Verlassene. Wir hatten uns total ineinander verliebt, ich möchte von einer Art Seelenverwandtschaft sprechen, obwohl das sonst nicht so mein Vokabular ist, auch körperlich war alles perfekt. Er hat mir auch immer wieder gesagt, dass ich seine Traumfrau bin und er noch nie jemanden wie mich gekannt hat. Er konnte aber aus rationalen Gründen nicht mit mir zusammen bleiben, obwohl emotional alles paßte (Altersunterschied von 12 Jahren, Kinder, Fernbeziehung). Ich komme über diese Trennung absolut nicht hinweg, denn es gibt nichts schlimmeres, verlassen zu werden, wenn beide sich lieben und einer nicht gegen seine Vernunft ankann. Ich würde ihn jederzeit zurücknehmen, Kontakt haben wir keinen mehr, weil ich es nicht ertragen könnte in einer rein freundschaftlichen Beziehung. Ich würde selber die Emotionen immer als viel wichtiger einstufen als die Vernunft, denn echte Gefühle gibt es nicht so oft, zumindest nicht bei mir.
 
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Gast

  • #12
Ich wurde auch verlassen von dem Mann, dem ich angeblich die Liebe seines Lebens war. Inzwischen glaube ich nicht mehr daran. Meine Interpretation ist inzwischen, dass er zu diesem Zeitpunkt beziehungsunfähig war. Typische Zeichen: er gibt alles, wenn ich zu ihm komme, wenn ich aber etwas von ihm erwarte, blockt er ab.
Letztendlich war es für mich die bessere Lösung, obwohl ich es zunächst nicht verstehen konnte und es unsagbar weh tat.
 
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  • #13
Äußere Umstände wie Enfernung oder Schichtarbeit wären für mich kein Maßstab! Da gibt es immer einen Weg. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber auf lange Sicht lässt sich dafür sicher eine Lösung finden, die für beide akzeptabel ist. Ängste ansprechen, darüber reden!
Willst Du nur DESHALB tatsächlich jemanden aufgeben, für den Du Gefühle hast? Wie oft begegnest Du jemandem, für den Du große "Anziehung und Leidenschaft" empfindest? Mir ist das nicht oft passiert und deshalb würde ich es auch IMMER auf einen Versuch ankommen lassen. Lieber scheitern, als es überhaupt nicht versuchen!

Vielleicht ist sie/er die Liebe Deines Lebens - soll es geben ;-) - und Du lässt Dir sie/ihn durch die Lappen gehen, weil ihr unterschiedliche Arbeitszeiten habt? Meinst Du nicht, dass dafür das Leben zu kurz ist?

Ich war in einer ähnlichen Situation. Bei uns war es die Entfernung (mehr als 500km). Habe mich erst getrennt, um es dann schnell bitter zu bereuen. Ich wollte keine Fernbeziehung, aber ich wollte diese Frau! Mit meinem Rückzug habe ich sie sehr verletzt und musste über meinen Schatten springen, um sie nach mehreren Wochen wieder zu kontaktieren. Zu viel falscher Stolz! Zum Glück hatte sie aber noch genug Gefühle für mich und wir kamen wieder zusammen. Erst nach mehr als einem Jahr konnten wir zusammenziehen. Dazwischen haben wir uns nur einmal im Monat für einen Tag sehen können. Wir haben uns vermisst, aber so auch die Leidenschaft erhalten. Gibt ja noch Skype, Emails, Briefe, Telefon usw. Es gab Durststrecken, aber ich habe es nie bereut, den Verstand ein wenig beiseite gestellt zu haben.

Warte nicht zu lange, rät Dir M39!
 
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  • #14
@12 endlich mal ein vernunfiger Mann!
bei uns stimmte alles hat er aber aus gesundheitlichen Gründen von mir getrennt was in diesem Fall keinen Sinn macht und im Gegenteil man braucht jemanden der nahesteht um die Krankphase zu überstehen.
ich hoffe dass er das merkt und einsieht.
lieber Männer es gibt auch Frauen die Verständnis haben und mit euch durch das Leben gehen wollen egal wie schwer es ist.
Entfernung, Kinder, Sex,...sind organisierbar und irgendwann auch vergänglich, da bleibt am Ende nur der Mensch der uns aufnimmt und liebt wenn wir alt, schwach und langweillig sind.
 
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  • #15
Liebe(r) FS,
auch ich habe mich fast immer aus Vernunftgründen getrennt.
So auch die letzte Beziehung (15 Monate), die ähnlich war, wie die in Posting #5.
Es heisst, wenn man etwas dauerhaftes will, soll man nicht nur das Herz entscheiden lassen, sondern auch den Verstand benutzen. Wenn absehbar ist, dass es nicht funktionieren kann, und das Ende ist nur eine Frage der Zeit, trenne ich mich. Einfach schon deshalb, weil ich eine Beziehung mit Potenzial für die Zukunft suche. Ich muss nicht auf biegen und brechen einen Mann an meiner Seite haben. Das ist für mich einfach verschwendete Zeit, in der ich mich nach einem geeigneteren Kandidaten umsehen kann.
Das hört sich jetzt lieblos an, so ist es aber nicht. Auch diese Trennungen machen traurig. Aber besser jetzt als später.