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nachdenkliche

  • #1

Trennung bewältigen, die jeder in seinem Leben erfährt

Liebe Forenfreunde, ich habe nochmal eine zugegeben etwas heikle Frage zum Thema Trennungen. Ich hoffe, ihr versteht mich alle richtig, denn ich will keinem Menschen zu nahe treten. Es gibt Trennungen im Leben eines jeden Menschen.Da ist der Tod, egal ob durch Krankheit, Alter, Unfall oder Suizid, der einem einen Menschen nimmt, der uns so nahe stand, dass man sich wie amputiert fühlt. Da ist die Trennung eines Liebespaares, das sich nicht mehr versteht, wo der eine dem anderen untreu geworden ist, wo man sich in beiderseitigem Einvernehmen trennt, weil man sich entfremdet hat, es gibt so viele Gründe auseinander zu gehen.

Bei dieser Variante, fühlt sich der Verlassene je nach Grund für die Trennung, sehr verletzt, betrogen, getreten und wertlos.er wurde mutwillig verlassen, er wird nicht mehr geliebt.

Bei dem Verlassenwerden durch Tod wurde der Hinterbliebene unbeabsichtigt, aus einem tiefen Gefühl der Liebe und Freundschaft verlassen, "aber" (bitte nicht missverstehen!) in der Gewissheit oder dem Glauben, er hat mich noch geliebt.

Meine Frage an euch: Beide Arten der Trennung vom Partner sind gleichermaßen grausam und unerträglich, aber welche Art lässt sich für euch eurer Meinung nach besser bewältigen?


Ich würde mich über eure Antworten wie immer sehr freuen, Danke!
 
G

Gast

  • #2
Grausam sind für mich alle Arten von Trennungen, wo ich keine Möglichkeiten habe, jemals wieder in den Kontakt mit dem Anderen zu treten. Ob Tod oder Entzug/ Ab- Ausgrenzung. Beides natürlich grundverschiedene Ausgangspositionen. Banal gesagt: Zeit heilt alle Wunden. Wenn mich die Trennung so tief zieht (und sicherlich ist es ein anderer Grad bei dem Tod), dann kann ich mir vorstellen, externe Hilfe zu suchen, Trauer zu verarbeiten. Das ist jetzt sehr allgemein gesagt. Die Gründe für eine Trennung sind ja sehr unterschiedlich, wie du bereits angemerkt hast. Alles Gute.
 
G

Griet

  • #3
Situation, Verarbeitung, Gedanken sowie zurückbleibende Gefühle für den der ging: gänzlich unterschiedlicher Natur.
Das ist wie Äpfel mit Birnen verglichen.
 
  • #4
Ich vermute, der Tod des Partner/in durch seinen Suizid - schmerzt am stärksten.
Der Verlassene fühlt sich mehrfach "bestraft" Einmal durch die Trennung, und das der geliebte Partner sich selbst "zerstört." Man fühlt sich von ihm um die weitere (gemeinsame) Zukunft "bestohlen" worden.
Und das man keine Chancen von ihm eingeräumt bekam, ihm zu helfen, und ihm von seinem Suizid abzubringen.
Ansonsten: Der Tod durch Krankheit oder nicht-verschuldetem Unfall wäre noch am leichtesten zu verarbeiten = Schicksal. Weil der Betreffende nichts dafür kann = keine Schuld oder Ursache an seinem Tod hat.
 
  • #5
Mein Mann und ich waren zwölf Jahre zusammen, sechs davon verheiratet. Er ist an Krebs verstorben. Natürlich kann niemand was dafür, aber deswegen war es nicht leichter.
Ich habe lange gebraucht, um das zu verarbeiten.
Trennungen vom Partner waren einfach "nur Liebeskummer".
 
  • #6
Ich wollte hier eigentlich nicht antworten, weil mich die Frage genervt hat. Aber hier ein paar Dinge zum Überlegen:

- man kann tot umfallen. Kein Schmerz, aus, vorbei.

- du könntest Schuld am Tod deines Partners haben, weil du das Auto gefahren hast

- der Partner könnte sich lange gequält haben, bis er stirbt

- du hast ihn vielleicht lange 24h / 24h gepflegt und bist am Ende deiner Kräfte angelangt.

Es gibt viele Arten zu sterben. Und je nachdem wie das verlaufen ist, wirst du damit umgehen. Die Trennung eines Liebespaares ist im Vergleich zu Trennung durch Tod ein Luxusproblem!
 
G

Gast

  • #7
Eine Trennung, wo der Partner nach 10 Jahren einfach stillschweigend geht, obwohl nichts vorgefallen ist, und auch nicht bereit ist, einem ein letztes Gespräch oder Gründe zu nennen. Gewollte Ignoranz und Egoismus pur. Soviel Schlechtigkeit und Menschenunwürdigkeit ließe sich vermeiden. Der Person geht es gut, lacht, lebt sein Leben, jeder seine Freunde sieht ihn, tut so als wäre nichts vorgefallen, einem selber steht er nicht mehr offen für ein Wort.

Trennung durch Tod lässt sich dagegen nunmal nicht vermeiden. Habe ich einmal erlebt. Habe die Person noch 4 Jahre vor dem Tod gepflegt. Ich wusste, dass der Tag kommt und ich habe mental darauf vorbereitet und es war gut so. Und damit am Ende überhaupt nicht mehr schlimm. Der Tod war auch damit eine Art Erleichterung vom Druck. Ich habe danach wieder meinen Job aufgegriffen und dem Toten geschworen, dass ich was aus meinem Leben mache, was ich die letzten Jahre versäumt habe.

w
 
G

Gast

  • #8
Also ich habe beide Erfahrungen gemacht. Beides war sehr hart, aber ich finde Trennung durch Tod nicht so schlimm, denn es trifft uns nunmal alle früher oder später. Was soll's? Am besten, man freundet sich schon früh mit dem Tod an. Die meisten fallen tot um (Unfall). Das Leid ist damit nicht so groß. Schicksal oder Zufall ist das. Das muss man dann eben so hinnehmen, dass das der Sinn der Natur ist. Der Mensch ist nun mal keine unkaputtbare Maschine.

Schade finde ich dagegen, wenn man sich zu Lebzeiten schlecht und herabwürdigend behandelt und nicht erkennt, dass einem seine Lebenszeit nur begrenzt ist und man deswegen das Beste draus machen sollte und sich gegenseitig gut behandelt. Eine Trennung ließe sich häufig vermeiden, wenn beide Parteien nicht so stolz, eitel, gemein, oberflächlich, intolerant, ignorant und verletzend zueinander wären.
 
S

Sophia45

  • #9
Natürlich ist Trennung durch den Tod mit weitem Abstand schlimmer als sonstige Trennungen!
 
  • #10
Liebe FS, wenn ich zwischen den Zeilen lese, dann denke, du willst etwas bestimmtes hören. Nämlich dass Trennung durch Tod "leichter" ist, weil es ohne Zurückweisung der anderen Person passiert. Völliger Blödsinn. Trennung, Trauer, Bewältigung, das geht bei jedem anders und kann/ darf keinesfalls in dieser Weise verallgemeinert werden. Du haderst sehr stark damit, schau mehr auf dich.
 
  • #11
Liebe FS,

Deine Grundannahme stimmt nicht.

Trennung durch Tod passiert jedem von uns.

Von mir hat sich noch nie ein Partner getrennt, nur ein Mann aus einer relativ kurzen, schwierigen Fernbeziehung zurückgezogen - das lässt sich mit einer normalen Trennung überhaupt nicht vergleichen.

Alle anderen Trennungen musste ich vornehmen und das war nicht leicht.

Aber die Menschen, die ich wirklich richtig tief liebe, habe ich alle noch. Meine beiden Kinder haben es geschafft dem Tod nur ganz knapp zu entgehen, der Schrecken war ein kleiner Vorgeschmack darauf, was passieren könnte.

Hätte ich ein oder gar beide Kinder verloren - das wäre so fürchterlich, dass ich kaum darüber nachdenken kann.

Andere Trennungen wie von einem Partner oder von sehr alten Eltern - das kann frau vielleicht noch halbwegs überstehen.

Aber ein Kind?
 
N

nachdenkliche

  • #12
Liebe FS, wenn ich zwischen den Zeilen lese, dann denke, du willst etwas bestimmtes hören. Nämlich dass Trennung durch Tod "leichter" ist, weil es ohne Zurückweisung der anderen Person passiert. Völliger Blödsinn. Trennung, Trauer, Bewältigung, das geht bei jedem anders und kann/ darf keinesfalls in dieser Weise verallgemeinert werden. Du haderst sehr stark damit, schau mehr auf dich.
Liebe Lily, bitte nicht zwischen den Zeilen lesen! Und ich möchte auch nichts bestimmtes hören,schon gar nicht dass diese Frage oben mit meiner früheren Frage zu tun haben könnte. Das ist erledigt.
 
  • #13
So allmählich solltest du mal darüber hinweg kommen, dass sich der Kerl von dir getrennt hat. Du kannst ihm zig mal sagen, dass ihr euch in Respekt trennt. Der rollt doch innerlich nur noch mit den Augen, wenn du solche Sprüche machst. Der will seine Ruhe vor dir und sich nach anderen unverbindlichen Liebschaften umsehen. Eine Weile war die Fernbeziehung bequem für ihn. Doch dann fing es an zu nerven. Er hat keinen Bock auf respektvolle Trennung, aufarbeiten deiner Gefühle, Abschlussgespräch etc.
Die Trennung eines Paares zieht nun mal auch Liebeskummer nach sich. Aber das ist nur Liebeskummer. Keiner ist gestorben. Denn das wäre wirklich schlimm. Und deine Fragestellung zeigt mir sehr deutlich, dass deine Verwirrung sehr gross ist. Sonst wüsstest du, dass Trennung durch Tod schlimmer ist. Meine Güte, wie kommt man nur auf solche Gedanken?
 
  • #14
Liebe FS,

wir sehen, dass Du Dich sehr quälst.

Aber eigentlich sollte die Art, in der der Mann sich von Dir getrennt hat, helfen schnell abzuschließen.

Du siehst nämlich genau daran, welchen Charakter er wirklich hat.

Als meine Fernbeziehung sich (noch weiter als ohnehin schon) zurückzog, tat er das genau passend - er tauchte ab und konnte, solange er noch mit den Gefühlen zu kämpfen hatte, kaum kommunizieren. Das war genau zu spüren und ich ließ ihn schlicht in Ruhe.
Später ging es dann, wir führten noch ein ruhiges, liebes Gespräch.

Aber diese Kommunikationsunfähigkeit wäre auch in einer Beziehung ein absoluter Knackpunkt geworden, ich könnte damit ganz schlecht nur leben. Mit meinem Partner jetzt läuft das ganz anders und ich fühle mich sehr wohl damit.

Der Mann hat einfach nicht zu Dir gepasst, und er hat es Dir in krasser Art und Weise demonstriert.

Möchtest Du denn wirklich zu dem Mann, den er Dir so vorgeführt hat, weiterhin fahren und Deine Zeit und Dein Geld verplempern?

Ich kann Dir sagen, ich würde mir eine neue Maschine (sicher wieder einen Oldtimer) kaufen, sie in Ordnung bringen und dann viele wunderschöne Touren fahren, alleine oder mit Freunden, ich würde meine Zeit geniessen und über den jämmerlichen Kerl nur grinsen. Das Leben ist wunderschön.
 
  • #15
Ich versuche deine Frage zu verstehen: Du fragst dich, ob eine Trennung mit „natürlichem Endgültigkeitscharakter“ dir das Loslassen, erleichtern würde.

Wenn ein Mensch etwas nicht kann oder nicht will, reicht das auch im Leben, um Endgültigkeit zu haben. Du musst die Realität annehmen, ohne sie als persönliche Niederlage zu werten. Dich beschäftigt das „frühere Thema“ noch sehr, wenn Du fragst, ob „unbeabsichtigt“ verlassen werden eine andere Qualität hat. Du suchst nach der Bestätigung, wie schrecklich die Hilflosigkeit ist, wenn Lügen und Betrug eine Realität präsentieren, der wir nichts entgegenzusetzen haben. Er lebt weiter wie immer und Du bleibst in deinem Unglück zurück.

Es geht nicht darum, wie gerne Du an diesem Glück festgehalten hättest. Auch nicht darum, warum dein Ex sich so verhalten hat. Mich gruseln deine trüben Gedanken ein wenig, die Du besser kanalisieren kannst. Glaube mir, wenn Du einen geliebten Menschen durch den Tod verloren hättest, würdest Du dich mit dem Gedanken quälen: Warum ist das Leben so ungerecht und warum durfte er unser Glück nicht leben. Du hättest auch dann (noch) nicht das Werkzeug, auf dich zu schauen. Es ist nicht wichtig, welchen Lohn Du für dein Geben bekommen hast. Das Einzige was zählt ist, wer Du dadurch wirst.
 
W

wahlmünchner

  • #16
Frag mal Schmerzpatienten, welchen schmerz, an welchem Körperteil sie am schlimmsten finden ( hab ich Jahre gemacht)
Weißt du was sie antworteten?
Der Rheumapatient: - Gelenkschmerzen
Der Krebspatient: - die Metastasenschmerzen
.... Frage die frisch gebackene Mutter:
Geburtsschmerzen.
Da es Gott lob kaum einen Menschen gibt, der alles schon erlebt hatte:
Die eigenen Schmerzen sind die schlimmsten , vor allem die, die man im Moment spürt.
Trennungen/ Verluste werden vom Gehirn teilweise wie Schmerz verarbeitet.
Jeder für den Betroffenen unfreiwillige Trennung ist schrecklich ( schmerzhaft)
Du darfst den Trennungsschmerz als unerträglich empfinden.
Aber auch ein Mensch der durch den Tod jemand verliert darf das.
Und glaube mir, die Leiden sind für manche unerträglich.
 
W

waage510

  • #17
Hallo! Kann es sein,dass wir die nachdenkliche gründlich missverstanden haben? Ich habe mir ihre Beiträge mal durchgelesen und hatte besonders nach dem Dialog mit cora70 das Gefühl, dass es ihr gut geht und dass sie ganz und gar nicht zu diesem Mann zurück will. Man sollte nur genau lesen. Auch hier schreibt sie doch, das ihr Problem aus den früheren Fragen erledigt ist. Vielleicht ist das Timing dieser Frage etwas schlecht gewählt,sodass man Rückschlüsse daraus ziehen könnte liebe nachdenkliche.
[Mod: Nebenthema entfernt.]
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
N

nachdenkliche

  • #18
Ich danke euch für eure Antworten und bin teilweise etwas irritiert! Ich möchte versichern, dass es mir sehr gut geht.Ich habe mein Problem gut bewältigt! Meine Frage hier hat ganz andere Gründe. Es geht um eine Bekannte, die das gerade erlebt, nämlich Trennung durch Tod. Das Thema Trennung interessiert mich sowieso. Ich habe oben schon geschrieben, dass ich wirklich keinem zu nahe treten möchte und NICHT mit dieser Frage wieder auf meine eigene Trennung, die nun schon bald 3 Monate zurück liegt lenken will. Trennung durch Tod ist das grausamste überhaupt. Trennung durch Untreue usw ist ebenso grausam. Ich möchte das nicht runter spielen. Jeder Mensch erlebt das anders und das sollte respektiert werden.
 
  • #19
Ich finde Trennung durch Tod nicht so schlimm wie die Trennung durch eine schlimme Zurückweisung. Ich habe verschiedene Varianten erlebt und eine Erkenntnis gewonnen: Leben und Tod gehören untrennbar zueinander. Das eine gibt es nicht ohne das andere.
Am leichtesten fielen mir Trennungen durch Tod, wo es durch eine schwere Erkrankung über einen mehr oder weniger langen Zeitraum absehbar war. Ich konnte mich trennen, weil ich dem geliebten Menschen/Lebewesen weiteres Leid nicht zumuten wollte - konnte ihn gehen lassen, wollte, dass er geht, damit er nicht mehr leiden muss.

Ich habe mehrfach den abrubten Tod nahestehender Menschen durch Unfall (Motorradfahrer) erlebt. Auch damit konnte ich gut umgehen, das schicksalhafte annehmen, das kein böser Wille dahinter stand, sondern es eine Verkettung unglücklicher Umstände war. Wer halbwegs bei Verstand ist, kann niemandem, der einen Herzinfarkt am Steuer erleidet einen Striick draus drehen.

Langfristg und folgenreich habe ich unter den Folgen von schlechten Trennungen gelitten, die unfair verliefen und schlecht kommuniziert waren - so sehr, dass ich keine neue Beziehung mit einem Mann mehr eingehe.
Auf den Tod habe ich keine Einfluss, auf das was charakterlich minderwertige Menschen bei mir anrichten können durchaus. Diese Handlungspotenzial nutze ich aktiv.
 
G

Gast

  • #20
Natürlich ist Trennung durch den Tod mit weitem Abstand schlimmer als sonstige Trennungen!

Das sehe ich völllig anders.
Die Trennung von einem Partner mit dem man Jahr und Tag einig und liebevoll in Harmonie lebt (zumindest dachte man das), der einen in Wahrheit aber belogen und betrogen hat, von dem man verraten wurde und wo man nun aus allen Wolken fällt, das ist für mich persönlich schlimmer.
Verlust durch Tod ist bitter, aber das kann man nicht beeinflussen und nach der Trauerphase bleiben Zuneigung und gute Gedanken an das Vergangene.
Das andere würde man beeinflussen oder ändern, wenn man davon wüsste. Nach der Trennung bleiben Hass und Verunsicherung, von der sich einige nie erholen oder Verhaltensänderungen an den Tag legen, die niemandem gut tun.
 
N

nachdenkliche

  • #21
Das sehe ich völllig anders.
Die Trennung von einem Partner mit dem man Jahr und Tag einig und liebevoll in Harmonie lebt (zumindest dachte man das), der einen in Wahrheit aber belogen und betrogen hat, von dem man verraten wurde und wo man nun aus allen Wolken fällt, das ist für mich persönlich schlimmer.
Verlust durch Tod ist bitter, aber das kann man nicht beeinflussen und nach der Trauerphase bleiben Zuneigung und gute Gedanken an das Vergangene.
Das andere würde man beeinflussen oder ändern, wenn man davon wüsste. Nach der Trennung bleiben Hass und Verunsicherung, von der sich einige nie erholen oder Verhaltensänderungen an den Tag legen, die niemandem gut tun.
Da ist was dran!Beide Arten der Trennung sind einfach grausam! Die guten Gedanken bleiben, die Erinnerungen schmerzen aber sehr...
 
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