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  • #1

Trennung - bitte Meinungen

Ich (m,29) hatte vor zwei Wochen eine Trennung nach Sechs Jahren sehr schwieriger Beziehung. Wir haben uns selten gesehen und es sind extreme externe Umstände gewesen. Wenn wir uns gesehen haben gab es aber immer diese unglaubliche Vertrautheit und wissen, dass wir uns ergänzen - sonst hätte es nie so lange gehalten. Wir haben uns beide gegenseitig geklammert, wobei ich den Jahren meistens der stärkerer Partner war. Beidseitiges übereinkommen, dass wir eine gewisse Seelenverwandtschaft haben. Wir sind im Grunde seit einem Jahr getrennt, haben uns aber trotzdem alle 3-6 Monate gesehen. Niemand hat einen neuen Partner gehabt.

Vor drei Wochen war Sie noch bei mir und alles war okay. Ich dachte, dass wir im März gemeinsam starten - da sich dann ggf. die Umstände ändern. Dann wurde Sie auf einmal abweisend und ich hab Sie vor eine Entscheidung gestellt. Sie sollte prüfen, ob Sie noch genug empfindet und wir beide im nächsten Jahr zusammen weitergehen können. Da nach drei Jahren kaum sehen und im Grunde keine Beziehung war es einfach notwendig klarheit zu schaffen. Das Gefühl zu haben da ist jemand und man will das eigentlich, aber es funktioniert nicht war unerträglich und die ständige Einsamkeit kaum auszuhalten.

Dann fahre ich zu Ihr und wir sehen uns - immer so wie alles, wunderbar. Dann sprechen wir und Sie weint die ganze Zeit. Erzählt mir, dass Sie nicht zu mir kommen wird und zweimal mit jemanden trinken war - es hätte click gemacht bei Ihr im Kopf, dass das Gefühl nicht mehr ausreicht, um alles aufzugeben. Trotzdem sahen wir mehr aus wie verliebte. Ständige Küsse, lange in die Augen schauen und Sprüche wie "ich kann es einfach noch nicht", "ich brauch Ihn um von Dir los zu kommen" ... sie hat geheult wie ein Schlosshund. Passt aber alles in ihr neues Leben. Nur ich als Relikt der Vergangenheit nicht mehr.

Natürlich gibt es so keine Möglichkeit und keinen Kontakt mehr. Wie seht Ihr das? Die Geschichte ist eigentlich viel komplizierter und unfassbar vielschichtig. Beide haben Fehler gemacht, aber oft hab ich zu hören bekommen "Du bist meine große Liebe", "Ich hätte Dich lieber später kennen gelernt"... Irgendwie wusste ich, dass es nicht funktionieren wird. Das macht mich alles wirklich sehr traurig. Ich hab mit ihr immer meine Zukunft geplant. Egal wie düster es war, ich wusste, ich will das mit ihr auf jeden Fall. Wahrscheinlich habe ich das nicht immer so kommuniziert und verhalten.

Die Ironie ist, es ändert sich im Grunde nichts. Trotzdem habe ich eine Frau verloren, von der ich dachte, ich kann mit ihr alt werden und habe gleichzeitig meine beste Freundin verloren.
 
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  • #2
Schwierig, Dir eine hilfreiche Antwort drauf zu geben, weil recht nebulös geschrieben. Und eine richtige Frage lese ich auch nicht.

Ihr hattet 6 Jahre eine... was war das genau, überleg mal... war es wirklich eine richtige Beziehung?
Ihr hattet eine starke Anziehung, habt vermutlich (steht nicht da bei dir) intensiv kommuniziert, etc, habt euch alle viertel, halbe Jahre gesehen... und seit einem Jahr quasi getrennt...

Beziehung ist für mich ein sehr variabeler Begrifff und ich kann sogar diesen sehr lockeren Konstrukt noch als Beziehung sehen. Aber es war wohl auf Dauer zu locker.

Selbst bei stärkster Anziehung, Passfähigkeit und Gemeinsamkeiten - es muß irgendwann enger werden, regelmäßige verbindende gemeinsame Erlebnisse, eine Perspektive für ein richtiges Zusammenkommen, sonst zerbricht es. Zerbricht oft an einem äußeren Einfluß, der sehr wenig Energie haben muß, weil die Beziehung selbst zu schwach geworden ist.

Du schriebst "Wahrscheinlich habe ich das nicht immer so kommuniziert und verhalten."
Ich nehme an, ihr beide konntet oder wolltet nicht anders.

Ihr habt den Zeitpunkt verpasst, wo man richtig "zusammenkommen" muß. Ihr fällt es genauso schwer, aber sie kann nicht mehr so weiter und nimmt den Mann, den sie traf als Hilfe, um loszukommen.

Laß sie los und finde Deinen Frieden.

M/50
 
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  • #3
Danke für die rasche Antwort. Wenn ich alles aufschreiben würde, dann wäre es seitenlang und würde auch viel zu weit führen. Es war keine richtige Beziehung, da gebe ich völlig recht. Eigentlich widerspricht das allem was eine normale Beziehung ausmacht. Es war zum größtenteils aber externen Events zu verdanken und einer Frau die viel mit sich selbst gekämpft hat.

Am Anfang hab ich wirklich alles gemacht und dann gab es natürlich phasen, bei welchen ich mich mehr als Pfleger als ein Freund gefühlt habe. Jahrelang und trotzdem haben wir es nie geschafft uns gegenseitig zu lösen.

Es gab ganz am Anfang die Phase der Gemeinsamkeiten, danach waren beide im Ausland, einer war sehr krank und meine Lebenslauf hat sich enorm beschleunigt. Ich konnte wenig Rücksicht nehmen und war auch nicht Bereit die Rolle des Pflegers zu übernehmen. Sie ist jetzt wieder auf einem Stand, bei dem sie in der Lage ist ihre eigene Karriere anzuschieben und nimmt jetzt natürlich auch keine Rücksicht auf mich. Ich hatte damals keine Wahl, da es keine Alternative gab. Sie hätte sich für die Beziehung und die Karriere entscheiden können. Mehrfach. Es gab aber immer einen Grund nie vollkommen bei mir zu sein.

Was ich nicht verstehe ist, wieso sie noch zu mir fährt - die Kosten und Aufwand auf sich nimmt - und dann in zwei Wochen alles anders ist. Die sechs Monate bis sie eine neue Situation hat und ggf. zu mir hätte kommen können wären 10% unserer Zeit gewesen. Wir haben soviel schlechte Zeiten erlebt. Es wäre die Chance für einen guten Neuanfang gewesen. Wie man das einfach wegschmeißen kann verstehe ich nicht. Ihre erste Beziehung zählt sie nicht und ich wäre dann ihr erster Freund. Vielleicht liegt es daran, dass sie erst was anderes braucht, um vergleichen zu können was wirklich ein Benchmark ist.

Für mich war immer klar, sie soll zu mir kommen und wir gehen zusammen - natürlich nicht nur nach meinem Weg, aber ich hab einfach zuerst gestartet und kann keinen Schritt zurück machen. Sie hat sich zwei mal dagegen entschieden, aber immer so, als würde sie es eigentlich garnicht wollen und braucht nur Zeit ihre Erfahrungen zu machen - den Freiraum hab ich ihr dazu immer gelassen.

Damit abzuschließen fällt mir sehr schwer. Ich hätte mit ihr alles gemacht und ich denke wir hatten eine realistische Chance lange glücklich zu werden. Wir haben mal drei Monate im Praktikum auf engstem Raum zusammen gelebt und es war die schönste Zeit überhaupt. Blindes Vertrauen und Verständnis. Daher hat es überhaupt noch so lange gehalten.

Ich war letztens auch viel aus, einfach um andere kennen zu lernen und zu sehen, ob ich abschalten kann. Ich bekomm sie einfach nicht aus dem Kopf und kann zu anderen Damen nur schwer einen ernsten Kontakt aufbauen.

Die Frage für mich ist, ob sie irgendwann merkt, was sie eigentlich verloren hat und welche Chance wir hatten oder ob es im Grunde keine Rolle mehr spielt. Wie kann man sowas verarbeiten und wie lange dauert eine echte Trennung?
 
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  • #4
nochmal #1

Sie wird sicher wissen, was sie verloren hat und sie wird das bestimmt in guter Erinnerung behalten. Wenn nicht jetzt, dann mit Abstand. Du selbst solltest es ebenso tun. Jede vergangene Beziehung bereichert Dein Leben und bringt Dir eine neue Erfahrung. Behalte das Schöne davon in Erinnerung.

Ihr Heulen würde ich keinesfalls überbewerten, das tun viele Frauen bei Trennungen - auch wenn sie sich selbst trennen, weil sie einen anderen haben. Ich würde gar nicht erst den Versuch machen, den Grund verstehen zu wollen, denn sie wissen es oft selbst nicht richtig.

Schau auf die Fakten - schon ein Jahr getrennt - sie will nicht mehr, sprach die Trennung aus, hat letztlich einen anderen am Start.

Wie lang die Verarbeitung dauert? Individuell sehr unterschiedlich. Am besten gelingt sie Dir, wenn Du jetzt wirklich endgültig den Schlußstrich ziehst und keinerlei! Kontakt mehr mit ihr hälst, egal auf welchem Wege.

Tue Dir selbst den Gefallen und tröste Dich nicht einer anderen Frau. Du bemerkest selbst, daß ein Kennenlernen sich komisch anfühlt und nicht funktioniert. Du würdest eine andere Frau damit unglücklich machen und Dich selbst ebenso. Unternimm was mit Deinen Freunden und mache Sport.

Du wirst selbst fühlen, wann Du wieder unbeschwert nach einer neuen Frau suchen kannst. Bist noch sehr jung (aus meinem Blickwinkel ;-) und hast alle Chancen auf eine erfüllende richtige Partnerschaft.

Da der genaue Hintergrund Eurer Geschichte schwer zu erkennen/erahnen ist, würde ich Dir raten, mal ausführlich mit Deinem Vater o/u einem engem Freund zu sprechen, der die Geschichte wirklich kennt.
 
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  • #5
Hallo, ich schreibe, weil ich eine ähnliche Trennung gerade erleben musste, allerdings aus dem anderen Blickwinkel: Ich bin eine Frau und verstehe ebenso wenig wie du, wie man plötzlich - und dann ncoh so ambivalent!!! - einfach alles wegwerfen kann, was verbunden hat...es geht mir gleich wie dir und das ist dir zwar kein Rat, aber anscheinend gibt es die genau gleich verwirrenden Verhaltensweisen doch von beiden Geschlechtern...
 
  • #6
Was ich lese, ist Folgendes: Als sie sehr krank war, hast Du Dich wenig um sie gekümmert, weil Du Deine eigene Karriere vorantreiben wolltest. So, wie es klingt, hast Du gar versucht, Dich von ihr lösen, weil Du Dir zu sehr wie ein Pfleger vorkamst. Und dann hast Du immer von ihr verlangt, dass sie zu Dir kommt, warst nicht bereit, für sie und Eure Beziehung auch mal "einen Schritt zurück zu machen" (was auch immer Du damit meinst). Das Ganze hat sie sich 6 Jahre angeschaut, ohne dass Eure Beziehung enger und verbindlicher geworden wäre. Du sagst, in einem halben Jahr wäre das möglich gewesen, aber auch nur, wenn sie es möglich gemacht hätte. Dazu war sie nicht mehr bereit. Mag sein, Du hast sie geliebt und die besten Zukunftschancen für Euch gesehen. Aber das hast Du ganz offensichtlich nicht nur nicht gut kommuniziert - Du hast auch nichts dafür getan. Behalte Eure Verbundenheit in guter Erinnerung und lerne aus diesen Erfahrungen für die Zukunft, das ist m.E. das beste, was jetzt noch möglich ist.
 
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