• #1

Trennung durch Midlifecrisis?

Hallo,
Ich bin neu hier und würde mir gerne eine Meinung zu meinem aktuellem Beziehungsproblem holen.
Mein Partner und ich waren anderthalb Jahre zusammen, doch seitdem sein 50. Geburtstag immer näher rückte, wurden seine Launen auch immer seltsamer. Hinzu kam, dass er beruflich in einer Krise steckt, er eckte mit seinem Vorgesetzten an und unterschrieb einen Aufhebungsvertrag, sein neuer Job ist auch nicht zufriedenstellend, eher übergangsweise, bis er etwas passendes findet, aber die Suche nach etwas passendem gestaltet sich alt etwas schwierig.
Seitdem steckt er selbst in einer Lebenskrise, weil er unzufrieden mit sich selbst ist und hat vor gut 3 Wochen unsere Beziehung beendet. Er sagte er bräuchte eine "Pause" um sich selbst zu verwirklichen, beruflich usw. Ich würde ihm sehr viel bedeuten und sei eine tolle Frau, aber er würde innerlich eine leere empfinden, weil er mit sich selbst so unzufrieden ist.
Auf eine Beziehungspause habe ich keine Lust, dass ist doch nur hinhalten und ich finde wegen einer Lebenskrise schmeißt man keine Beziehung weg, deswegen habe ich vor ein paar Tagen meine Sachen bei ihm geholt und es beendet. Naja wie es halt so ist, man fing an sich zu unterhalten, er hat meine Nähe gesucht, den Arm um mich gelegt, meine Hand gehalten, mich umarmt und geküsst. Es kam zum Sex und er wollte sogar, dass ich über Nacht bleibe, was ich nicht bin. Die Sache hat mich dann so verwirrt, dass ich ihn heute angerufen habe, weil ich über das ganze nochmal sprechen wollte und er wieder total abweisend war. Da fing er wieder an mir das er es bestimmt irgendwann bereuen würde, aber er im Moment in irgendeiner Phase stecken würde, er aber unbedingt noch Kontakt zu mir möchte. Seine 3 Kinder mögen mich auch sehr. Wir könnten uns gerne hin und wieder treffen und er wolle mir sogar bei meinem bevorstehenden Umzug helfen
Meine Frage ist nun, was soll ich machen? Ihn aufgeben? Versuchen mit ihm befreundet zu sein und hoffen das es irgendwann vorbei geht und wie zueinander finden? Ist das eine Midlifecrisis, weil er bald 50 wird und sich beruflich nicht so etablieren konnte, wie er es gerne hätte?
 
  • #2
Also ich kann Dich verstehen, dass Du nicht einfach in die Warteschleife gestellt werden willst, aber ich kann auch deinen Freund verstehen, dass er seinen Kopf frei braucht für sich.
Lass ihm die Zeit!
Ob Du auf ihn wartest oder nicht spielt eigentlich keine Rolle, denn so viel wird sich nun für Dich auch nicht Neues auftun - man lernt ja nicht an jeder Ecke einen Mann kennen, mit dem man zusammensein will.
Also bleibt Dir meines Erachtens nichts Anderes übrig, als seinen Wunsch zu respektieren.
Mich würde eine Beziehung in seiner Situation auch stressen, er merkt, dass er Dir momentan nicht gerecht werden kann und er will alleine sein.
Vielleicht kommt ihr in 6 Monaten oder einem Jahr wieder zusammen.
Wenn Du ihn wirklich liebst, dann lass ihn los. Vielleicht könnt ihr Euch ab und zu mal treffen... wenn er Dich liebt, wird er Dich sowieso über kurz oder lang vermissen.
Wenn Du Druck machst - egal welchen - zieht er sich nur noch mehr zurück.
 
  • #3
Auf eine Beziehungspause habe ich keine Lust, dass ist doch nur hinhalten und ich finde wegen einer Lebenskrise schmeißt man keine Beziehung weg, ...?

Wegen einer "Pause" wirft man sie aber schon ganz schnell weg?

Meine Frage ist nun, was soll ich machen? Ihn aufgeben? Versuchen mit ihm befreundet zu sein und hoffen das es irgendwann vorbei geht und wie zueinander finden?

Grundsätzlich kann ich "Lebenskrisen" nachempfinden und auch, dass man(n) dann etwas Zeit braucht, um sich selbst wieder zu finden. Einfach eine Auszeit, um nachzudenken, wie es weitergehen kann, wenn gerade alles nicht so einfach ist. Da ist eine Partnerin, die gleich weg ist nicht gerade hilfreich. Mir ist aber auch klar, dass Frauen das als "Verlassen" empfinden und dann ihrerseits so reagieren können wir Du. Dumm gelaufen. Das Thema "befreundet bleiben" finde ich schwierig. Das artet in Dauergewurstel mit ab und an mal Sex und ansonsten Funkstille aus.

Wie reagieren? Wenn Dir etwas an ihm liegt, solltest Du Verständnis signalisieren und ihm Zeit lassen, bereitstehen, wenn er Unterstützung braucht und das so, wie es für Dich in Ordnung ist. Wenn Du eine Grenze ziehen möchtest, solltest Du ihm das dann klar sagen und dann muss er eben überlegen, was er will. Tendenziell wird er das Ende der Beziehung dann gleich mitverarbeiten und keinen Wert auf eine Fortsetzung legen. Mit Deinerseits "Schluss machen" erreichst Du jedenfalls überhaupt nichts. Er hat ein Problem und braucht Hilfe. Die leistest Du so nicht gerade.
 
  • #4
Die "Phase" ist ziemlich sicher eine andere Frau, die aber nicht so zieht wie erhofft. Du bist für ihn die fallback-Frau. Lasse Dich so oder so nicht verletzen-hü und hott ist schlimmer als ein (vorläufiger oder endgültiger) Abschluß.
 
  • #5
Hmmm... auf einen Mann in der Midlifecrisis würd ich nicht warten, wer weiß was da bei ihm alles dazugehört...
Viel machen kannst DU nicht, im Grunde hat er es ja beendet. Er soll sich jetzt um seine Krise kümmern, aber nimm ihn jetzt nicht in 3 Wochen wieder zurück, das wäre viel zu kurz.
Wenn er in einem halben Jahr wieder kommt und sicher ist, daß er dich will, gut, wenn du dann auch noch willst, aber beginne jetzt nicht ein unsägliches hin und her, was du im Prinzip schon getan hast.
 
  • #6
Was heißt "was soll ich machen?", alea iacta est und so weiter, er hat sich getrennt und du dich dann auch nochmal, natürlich sollst du ihn aufgeben. Er hält dich warm und wenn er gar keine Bessere mehr findet, meldet er sich bestimmt wieder bei dir, und dann war es auf einmal der größte Fehler seines Lebens.
Genauso gut kann aber auch unabhängig von der von dir vermuteten Midlife-Crisis auch einfach "nur" die Luft für ihn heraus sein, ihr wart ja "nur" 1,5 Jahre zusammen und da trennt sich oft die Spreu vom Weizen.
Vielleicht geht ihm auch das relativ frühe Zusammenziehen auf den Senkel (das muss dann ja sehr schnell gegangen sein bei euch?) und es wurde ihm zu viel.

Wichtig ist: egal welcher Grund es ist, es ist im Prinzip egal, denn er hat seine Entscheidung getroffen, du hast nachgezogen, und betteln und umstimmen wollen sind einer Frau unwürdig (eines Mannes genauso, falls du ein Mann wärst).

Lass ihn sich selbst finden, und steh auf keinen Fall wartend bei Fuß, wenn er mal wieder eine Stimmungsschwankung hat und wieder auf der Matte steht. Der Entschluss, nach Zusammenziehen wieder auseinander zu ziehen ist sehr weit reichend und gravierend. Es ist aus.
 
  • #7
Ist das eine Midlifecrisis, weil er bald 50 wird und sich beruflich nicht so etablieren konnte, wie er es gerne hätte?

Vielleicht. So eine Bilanz zu ziehen macht eine Menge Frust, insbesondere, wenn man den Eigenanteil daran nicht sehen will, dass es für mehr bei ihm nicht gereicht hat oder er sich zur rechten Zeit nicht ausreichend engagiert hat, früher zu feige zum Wechseln war etc.
Seine Situation hat sich ja noch verschlimmert, weil er einen Übergangsjob angenommen hat. Man weiß ja: nichts hält länger als ein Provisorium. Abhängig von seinem Beruf, seiner Qualifikation und seinem Engagement kann es mit 50 schwierig werden, noch mal dort anzuknüpfen, wo man vorher stand, d.h. der Frust wird dann noch größer..
Irgendwie kann ich schon verstehen, dass er in der Situation Freiraum für sich braucht, weil in so einer Krise ist man des öfteren mal schlecht drauf und bekommt unnötige Beziehungskonflikte, d.h. noch mehr Belstung für ihn, auch wenn Du aktiv nichts dazu beiträgst. das macht der Unzufriedene alles in sich selber.

Mein Partner und ich waren anderthalb Jahre zusammen, doch seitdem sein 50. Geburtstag immer näher rückte, wurden seine Launen auch immer seltsamer. Hinzu kam, dass er beruflich in einer Krise steckt ....

Ich wäre vorsichtig mit dem Kausalschluß: wird 50, hat akute berufliche Krise und Beziehungsprobleme. Im Zeitraum der ersten 2 Jahre scheitern die meisten Beziehungen, weil es nie richtig passte, die Begeisterung für das Neue verlorn geht, es doch viele Reibunsgpunkte gibt. Männer hüllen sich in diesen Dingen ja gern in Schweigen und daher ist ihr Verhalten für viele Frauen nicht nachvollziehbar.
Ich würde als Fakt nehmen was ist: er will eine Beziehungspause - Grund ist egal und aus der Situation entscheiden, was ich will, das auch konsequent machen.

Meine Frage ist nun, was soll ich machen? Ihn aufgeben? Versuchen mit ihm befreundet zu sein und hoffen das es irgendwann vorbei geht und wie zueinander finden?

Was willst Du? Du trennst Dich und springst bei der nächsten Gelegenheit mit ihm ins Bett. Du verhältst Dich inkongruent.
Warum soll der Mann mit Dir eine Beziehung wollen, geht mit Dir doch auch anders.

Im Moment sieht das so aus, als will er den Kontakt locker halten und F+ draus machen.
 
  • #8
Eigentlich dachte ich immer, die Midlifecrisis hätte man so um die 40 und dann ist sie wieder vorbei. Nun bin ich Mitte 40 und denke immer noch darüber nach, was ich alles nicht gemacht habe weil ... ich geliebt werden wollte, weil ich dachte, mein Seelenheil in einer Beziehung zu finden, weil ich zu feige war, eigene Wege zu gehen usw.
Ich bin verblüfft, dass es Menschen noch mit 50 mit der MLC zu tun haben. Aber ich habe auch mal gelesen, dass es bei Männern erst mit Ende 40, Anfang 50 zur MLC kommt. Anscheinend sind bei ihnen die 40er das, was bei Frauen die 30er sind?

Jedenfalls ist mein Eindruck, dass manche in dieser Phase ALLES umkrempeln wollen, statt genau hinzugucken, was gut ist und erhalten werden könnte oder eben modifiziert wird. Du weißt ja nicht, was er meint, alles verpasst zu haben. Andere Frauen vielleicht? Oder will er endlich ne Band gründen? Was sind denn seine Interessen, weshalb er eine Beziehung beenden muss? Und - wegen der eineinhalb Jahre und dem dann in eine Beziehung einziehenden Alltag: Ist es nur vorgeschoben?
Denkt er, er hat sich zu viel nach anderen gerichtet, um geliebt zu werden? Dann könnte ich verstehen, dass er Schluss gemacht hat, weil er ohne schlechtes Gewissen alle Optionen in Erwägung ziehen will und dabei nicht denken will, dass irgendwas nicht geht, weil Du Einwände haben könntest. Z.B. gegen wegziehen. Dieses Dichtmachen und Abweisendsein würde ich dem zuordnen, weil er, wenn er emotional auf Dich reagiert, ja wieder "umfallen" könnte in seiner "Ego-Trip"-Haltung.
Ich tippe schon drauf, dass es Midlifecrisis ist. Ob Du warten solltest, weiß ich nicht. Ich würde es nicht, glaube ich. Ich könnte mir vorstellen, dass er sich auch ändert. Meist passt der alte Partner dann nicht mehr, aber wer kann das schon wissen. Vielleicht will er sich auch sexuell sonstwie ausprobieren und sagt Dir das nur nicht?
 
  • #9
Liebe FS, Männer sind Weicheier wenn es um Trennung geht. ...du bist so eine tolle Frau....ich werde es bereuen....Das sind alles nur Floskeln. Männer können nur selten sagen, wenn wirklich Schluß ist. Sie meinen immer, sie müssen alles in Watte packen und deiner nimmt auch den Sex noch gerne mit. Ich hatte in meinem Leben noch niemals eine "Pause" von einer Beziehung.
 
L

luci-le

Gast
  • #10
Wegen einer "Pause" wirft man sie aber schon ganz schnell weg?



Grundsätzlich kann ich "Lebenskrisen" nachempfinden und auch, dass man(n) dann etwas Zeit braucht, um sich selbst wieder zu finden. Einfach eine Auszeit, um nachzudenken, wie es weitergehen kann, wenn gerade alles nicht so einfach ist. Da ist eine Partnerin, die gleich weg ist nicht gerade hilfreich. Mir ist aber auch klar, dass Frauen das als "Verlassen" empfinden und dann ihrerseits so reagieren können wir Du. Dumm gelaufen. Das Thema "befreundet bleiben" finde ich schwierig. Das artet in Dauergewurstel mit ab und an mal Sex und ansonsten Funkstille aus.

Wie reagieren? Wenn Dir etwas an ihm liegt, solltest Du Verständnis signalisieren und ihm Zeit lassen, bereitstehen, wenn er Unterstützung braucht und das so, wie es für Dich in Ordnung ist. Wenn Du eine Grenze ziehen möchtest, solltest Du ihm das dann klar sagen und dann muss er eben überlegen, was er will. Tendenziell wird er das Ende der Beziehung dann gleich mitverarbeiten und keinen Wert auf eine Fortsetzung legen. Mit Deinerseits "Schluss machen" erreichst Du jedenfalls überhaupt nichts. Er hat ein Problem und braucht Hilfe. Die leistest Du so nicht gerade.
Jeder Mann mit so einem Frauenbild sollte vor Schaam einfach im Boden versinken. Die Frau soll beim Mann ja nicht auf den Status schauen, nicht auf den Verdienst, selbstständig sein, ihm Freiheiten lassen, nicht mal eine Kaffeeeinladung zum Date vom ihm fordern...aber wehe der arme Mann hat Probleme, dann soll die Frau selbstverständlich ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse ihm unterordnen, Verständnis zeigen...Frauen sind MENSCHEN, nur für Männer wie dich noch einmal zum Mitschreiben! Sie sind keine minderwertigen, ausbeutbaren Dienstleisterinnen, die man(n) erst Konsumieren und dann wie Abfall zur Seite werfen kann.
 
  • #11
Midlife-Crisis um die 50 ist ein häufiges Phänomen, wie ich in meinem Bekanntenkreis beobachten konnten. Manche Männer meinen offenbar, jetzt unbedingt alles Alte hinschmeißen zu müssen, um ja nichts in ihrem Leben zu verpassen. Gilt gerade auch in sexueller Hinsicht. Dass oft nachher alles verbaut ist - z.B. die alten Beziehungen - wird erst später realisiert. Da sich aber diese Lebenskrisen sehr in die Länge ziehen können (mehrere Jahre sind nicht unüblich), würde ich mich - wenn ich an Deiner Stelle wäre - klar und eindeutig aus der Beziehung verabschieden.
 
  • #12
Ist das eine Midlifecrisis, weil er bald 50 wird und sich beruflich nicht so etablieren konnte, wie er es gerne hätte?
Ja.
Denn mit 50+ bekommt man eher die Kündigung, als einen neuen Job.

Wer mit 50 seine Karriere nicht geschafft hat, der wird sie i.d.R. nicht mehr schaffen. Die Arbeitgeber investieren lieber in jüngere Bewerber, weil die eher länger dem Unternehmen zur Verfügung stehen. Dagegen 50 ist 15 Jahre vor der Rente.
Außerdem wären ältere Leute "zu langsam" beim arbeiten.

Dieser Mann ist in einer persönlichen Krise. Das ist ihm peinlich.
Aber will aus Liebe seine Partnerin davon verschonen ?
Aber ich fände es besser, wenn er dabei nicht alleine sein müßte.
(m,54, Single)
 
  • #13
Jeder Mann mit so einem Frauenbild sollte vor Schaam einfach im Boden versinken.

Welches Frauenbild? Er hat eine Krise in seinem Leben, samt Jobverlust. Als Mann kann ich nachvollziehen, dass er den Kopf frei braucht, um darüber nachzudenken. Natürlich steht es ihr genauso frei, ihm die Zeit nicht zu gewähren. Nichts anderes habe ich geschrieben. Es soll übrigens auch bei Frauen mal Phasen geben, in denen sie alles in Frage stellen und der Partner dann vor der Wahl steht, die die FS jetzt hat.
Wieso man daraus pauschal ein "Frauenbild" machen muss, erschließt sich mir nicht. Hier geht es nicht um Kaffeeeinladungen etc., sondern um das, was bei Männern oder Frauen Unterschiedliches im Kopf vorgeht. Das habe ich der FS aus meiner männlichen Sicht beschrieben. Dass ich deshalb genauso handeln würde wie ihr Ex-Partner, habe ich nicht geschrieben. Ich würde es auch nicht tun.

Viel machen kannst DU nicht, im Grunde hat er es ja beendet.

Stimmt so nicht ganz:

...deswegen habe ich vor ein paar Tagen meine Sachen bei ihm geholt und es beendet.

Eigentlich haben beide es beendet. Er in seiner derzeit schwierigen Lage erst so halbherzig (Pause), sie dann konsequent. Das ist aus ihrer Sicht auch richtig so.
Jetzt zu warten, ob er irgendwann in einem halben Jahr doch nochmal will, blockiert sie. Die FS muss selbst wissen, ob ihr die Beziehung wert ist, dass sie sich die Zeit nimmt. Das weiß kein Außenstehender.
Ich für mich sehe das wie #11. Eindeutig verabschieden. Falls sich irgendwann ergibt, dass beide wieder zusammenfinden, ok, aber warten sollte sie nicht.
 
  • #14
Liebe FS,

ich kann deinen Liebsten sehr gut verstehen. Auch mir ist es schon so ergangen. Ich bin ein Mensch, der sich in Krisenzeiten stark zurückziehen muss, damit ich mich wieder sortieren kann, je schneller geht es dann bei mir. Es würde mich zusätzlich sehr belasten, wenn ich dann einem Partner nicht so nah sein und das geben könnte, wie und was ich gerne möchte.
Berufliche Neuorientierungen in dem Alter sind nicht witzig und erfordern eine Menge Energie. Lebenskrisen können in jedem Alter auftreten und sind dazu da, andere und neue Wege zu gehen.
Ich wäre froh, wenn mein Partner das verstehen und mir die Zeit lassen könnte. Erwarten würde ich es allerdings nicht.
Gleich alles hinzuwerfen und ihm verallgemeinernd alle möglichen Unterstellungen überzuzustülpen, halte ich für nicht angebracht und ziemlich infantil. Da benötigt ein Mensch vielleicht ein bisschen mehr Verständnis und Unterstützung?!
!!!!!! Männer sind auch MENSCHEN !!!!!!!
 
  • #15
Ich habe sie kennengelernt. Naja, eigentlich nur einen, der mit seinem Leben nicht zurecht kam. Ich glaube, das tut er heute noch nicht. Und stundenlang konnte er erklären, warum immer irgendwas nicht gut gelaufen ist, was alles schuld daran war nur eben er selbst nicht.

Und ja, er hat auch die Beziehung beendet, mit ständigen Kontaktaufnahmen usw.

Wenn ich mir selbst damals einen Rat hätte geben können, dann wäre ich so weit gelaufen, wie ich nur konnte. Leider steckte ich lange in einer Warteschleife, eine tote Zeit für einen selbst. Man kann nicht abschließen, nicht gesunden und schon gar nicht neu anfangen.

Ich meinem Alter (50) merkt man so langsam, dass man nicht unendlich viele Jahre hat, die man einfach mal so verschwenden kann und sollte. Und schon gar nicht an den falschen Mann.

Inzwischen ist es für mich ein Auswahlkriterium bei der Partnersuche geworden, wie gut jemand mit seinem Leben zurecht kommt. Leute, die ständig in Krisen und Schwierigkeiten stecken, sind meist leider keine guten, beständigen und verlässlichen Beziehungskandidaten.

Die drehen sich auch immer nur um die eigenen Probleme. Der Partner darf die schlechte Laune ertragen, beim Problemlösen helfen und wird gerne mal auch noch abgeschossen. Eine recht undankbare Sache so eine Beziehung. Ich rate inzwischen generell davon ab, sich psychisch und auch sonst wie instabile Partner zu nehmen.

Und dann habe ich noch Leute kennengelernt, die ihre Beziehung auch aus einer Krise (angeblich) heraus beendet haben. Und als die dann einen anderen Partner hatten, dann konnte man nur so staunen, was die auf einmal so alles konnten. Es kann auch gut sein, dass diese "persönlichen Probleme" gerne mal als Trennungsgrund vorgeschoben werden.

Ich kann nur jedem dringend raten nicht so blöd zu sein, wie ich es war und jemals wieder auf die Kontaktaufnahme einer solchen Person zu reagieren. Denen ist es nämlich ziemlich egal, wie der Verlassene sich fühlt. Und gerne nehmen sie noch den Sex und andere Vergünstigungen mit ohne was geben zu wollen.
 
  • #16
An eine Midlifecrisis glaube ich weniger, ich tippe eher auf eine selbstzerstörerische Peinlichkeit und Scham Dir gegenüber, daß er beruflich "versagt" und Dich "enttäuscht" hat. Er glaubt Dir deswegen nicht mehr in die Augen schauen zu können und will sich lieber trennen als das Gefühl haben zu müssen, in Zukunft von Dir deswegen verachtet zu werden.

Seine Karriereziele hat er nicht erreicht und dann noch den Riesenfehler (vielleicht aus Frust darüber?) zu begehen sich mit seinem Vorgesetzen zu überwerfen, was ihn jetzt beruftlich noch einige Stufen tiefer rutschen lässt.

Auch ihm (was jeder Aussenstehende sofort erkennt) wird jetzt dämmern, daß ihm in seinem Alter für den Rest seines Arbeitslebens nur noch das quälende Ertragen des ungeliebten neuen Job übrigbleibt, und es keinerlei Chance für einen Weg wieder nach "oben" sondern nur noch nach "unten" gibt. Vermutlich ist er auch schlechter bezahlt, was finanzielle Einbußen für beide bedeutet.

Manche Menschen in solchen (sich selbst belastende und extremen Krisenzeiten) neigen unterbewußt dazu, unkontrolliert die Flucht nach vorne anzutreten aber sich damit nur noch mehr zu "bestrafen".

Das soll keinerlei(!) Entschuldigung für die Trennung sein, nur dem Verständnis dienen, was in ihm vorgehen könnte(!).
 
  • #17
Manche Menschen in solchen (sich selbst belastende und extremen Krisenzeiten) neigen unterbewußt dazu, unkontrolliert die Flucht nach vorne anzutreten aber sich damit nur noch mehr zu "bestrafen".

....ein interessanter Denkansatz. In der Tat, so ähnlich handelte ich in einer vergleichbaren Situation. Aus dem Bewußtsein und Minderwertigkeitsgefühl heraus, nicht voll und ganz geben zu können.. Dann lieber die Flucht in die Einsamkeit und in den Rückzug, um als neu sortierter Mensch zurückzukehren......
 
  • #18
Neben den beruflichen Schwierigkeiten vermute ich aber auch andere Gründe für seine Trennung!

Weisst du, ob er nicht eine andere jüngere Frau hat? Männer um 50 verlassen manchmal ihre langjährige Partnerin für eine andere Frau! Sie fragen sich: war das alles im Leben? Wobei bei dir wundert es mich noch mehr denn ihr wart ja nur ein Jahr zusammen! Du bist nicht seine langjährige Partnerin.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ein Mann auch mit dem älter werden Probleme und Schwierigkeiten hat, den natürlichen Verlauf des Lebens zu akzeptieren! Damit haben - glaub ich - mehr oder weniger alle Menschen Probleme zumindest eine Zeit lang und dann finden sie sich mit der Tatsache ab, dass sie älter werden!

Ich habe das Gefühl, er kann und will das nicht akzeptieren und möchte quasi neu durchstarten als wäre er 25! Deshalb hat er von sich aus die Beziehung beendet, denn zu einem Neustart passt auch eventuell eine andere Frau, wenn sie nicht schon da ist!

Rede mit ihm darüber und frag ihn, ob er damit Schwierigkeiten hat, dass er jetzt 50 geworden ist und ob ihm das Angst macht, denn du hast geschrieben das passierte just in dem Moment als er 50 wurde.
 
  • #19
Ich denke, das Ungeschickte ist in dieser Siuation, dass die FS nicht weiss, ob dieses "Pause brauchen" ein Muster von diesem Mann ist oder wirklich eine Phase.

Es kann ebenso gut sein und ist mir so passiert, dass man dem Partner Raum und Zeit für die Krise und Neuorientierung gibt (das Bedürfnis ist nachvollziehbar) und sich zurücknimmt. Dann kann aber ebenso gut (seinerseits) eine F+ werden ohne je wirklich Farbe zu bekennen.

Wenn in einer langjährigen, tragfähigen Beziehung eine solche Krise das Leben durchquert, ist die Schwere/Bedeutung besser einschätzbar.

Das Gegenüber wird, so wie es bei der FS ist, sehr desorientiert und alleine gelassen. Der Krisengeschüttelte darf sich zurückziehen muss aber trotzdem Verantwortung für die Gegenwart übernehmen und wenn ihm die Partnerin was Wert ist, wird er sich nicht einfach passiv zurücknehmen, sondern laut denken.
Dann hat die Partnerin die Chance, daran teilzunehmen. Dieses Unausgesprochene, was so eine Auszeit heisst, ist doch die Krux an der Sache.
 
  • #20
@Franca genau wäre er zu dem Zeitpunkt Single wäre es überhaupt kein Problem, denn es gebe niemanden auf den er hätte Rücksicht nehmen müssen.

Der Zustand eine Pause haben zu wollen ist für das gegenüber ein psychisch sehr belastender und unerträglicher Zustand, von dem niemand weiss, wann er endet und wie!

Deshalb hat sie selbst die Beziehung beendet - verständlicherweise - weil sie es nicht aushalten konnte. Für die meisten Menschen ist eine Ungewissheit extrem schwer zu ertragen und sie wollte nicht in die Warteposition gebracht werden!
 
  • #21
Danke für die Antworten,
Meine Frage wäre, macht es Sinn auf jemanden zu warten? Ich denke schon, dass ich ihn gut genug kenne um zu wissen, dass keine andere Frau dahinter steckt. Seit ich ihn kenne möchte er sich beruflich verwirklichen und ist dabei immer hingefallen. Soetwas kann jemanden schon leicht depressiv machen. Ich habe gemerkt, als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, er bewusst meine Nähe gesucht hat, nicht andersrum. Hat das etwas zu bedeuten? Bilde ich mir etwas ein?
 
  • #22
Danke für die Antworten,
Meine Frage wäre, macht es Sinn auf jemanden zu warten? Ich denke schon, dass ich ihn gut genug kenne um zu wissen, dass keine andere Frau dahinter steckt. Seit ich ihn kenne möchte er sich beruflich verwirklichen und ist dabei immer hingefallen. Soetwas kann jemanden schon leicht depressiv machen. Ich habe gemerkt, als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, er bewusst meine Nähe gesucht hat, nicht andersrum. Hat das etwas zu bedeuten? Bilde ich mir etwas ein?
Du bildest dir gar nichts ein. Er hat eine Krise und ist überlastet, er hat nicht gesagt, er mag dich nicht mehr.
Ich glaube nicht, daß es Sinn macht, auf jemand zu warten, in dieser Situation. Du weißt nicht, wie lang es dauern wird, ob zur Krisenbewältigung andere Frauen gehören, usw.
Begib dich nicht in die Wartehaltung und versäume Jahre deines Lebens. Ich sage nicht: such dir einen anderen!
Ich sage: genieße dein Leben ohne ihn und sei offen für alles Schöne das kommt!
 
  • #23
Marianna191,
eine (mögliche) Einschätzung seiner momentanen Gefühlswelt habe ich oben schon gepostet. Zusammengefasst könnte er (noch) Gefühle für Dich haben und wenn ich richtig liege will er Dich deswegen(!) vor dem Strudel seines eigenen Untergang bewahren - hat aber noch einen kleinen Funken Hoffnung auf Dich als Netz und Rettungsanker.

Wenn Dir immer noch etwas an ihm liegt und Du zu einem großen Opfer an Energie, Zeit und Geld dafür bereit bist erkläre ihm, dass Du trotz seiner Misslage voll und ganz zu ihm stehst und stehen wirst - aber sei Dir auch bewußt, es wäre ein Hochrisiko ohne Gewähr auf Gelingen, was ich persönlich auch niemandem empfehlen würde.

Ausserdem kann ich hier komplett daneben liegen!
 
  • #24
Ich habe gemerkt, als ich ihn das letzte Mal gesehen habe, er bewusst meine Nähe gesucht hat, nicht andersrum. Hat das etwas zu bedeuten? Bilde ich mir etwas ein?
Das glaube ich nicht. Aber ich denke, es ist unwichtig, ob er Deine Nähe gesucht hat, weil es ihm ja anscheinend hinterher wieder leidtat und er distanziert war. Das ist die Krux an der Sache, es reicht nicht, dass jemand einen liebt, er muss es auch wollen, sonst sabotiert er immer wieder eine Annäherung.
Anscheinend hat der Mann ausgemacht, dass seine Beziehung ihm und seinem Fortkommen im Weg steht. Dass es aber vielleicht seine eigenen emotionalen Bedürfnisse sind, die ja im Leben nunmal auch Beachtung haben wollen, scheint er nicht in Erwägung zu ziehen. Deswegen wird die Person, auf die er "emotional angewiesen" ist, auf Abstand gehalten, aber wenn die Sehnsucht so groß ist, wird sie angerufen und es gibt ein kurzes emotionales Aufladen, bevor man wieder einsamer Wolf wird.
Ich weiß nicht, ob es Sinn hat, auf ihn zu warten. Du darfst ja gar keine eigenen emotionalen Bedürfnisse haben, sonst fühlt er sich ausgebremst und eingeengt, falls nicht wirklich eine andere Frau dahintersteckt. Du bist "Therapiehilfe", wenn Du Dich so weit zurücknimmst, dass in Deinem emotionalen Leben nichts mehr stimmt. Wenn Du Dich auf Dein eigenes Leben konzentrieren kannst und es Dir nichts ausmacht, so eine Einmal-im-Monat-Vielleicht-Beziehung zu haben, kannst Du die Zeit ja gewinnbringend nutzen und konzentrierst Dich nicht auf diese Beziehung als Dein Lebensmittelpunkt. Aber wenn die Beziehung nunmal das Wichtigste ist in Deinem Leben, dann wird das viel Leid, denke ich. Und es ist ein ungewisser Ausgang.
 
  • #25
Zusammengefasst könnte er (noch) Gefühle für Dich haben und wenn ich richtig liege will er Dich deswegen(!) vor dem Strudel seines eigenen Untergang bewahren - hat aber noch einen kleinen Funken Hoffnung auf Dich als Netz und Rettungsanker.

Oben Gesagtes halte ich auch für eine schlüssige Erklärung. Es würde aber zugleich bedeuten, dass es dir bisher nicht gelungen ist, ihm Halt zu geben und sein Vertrauen dahingehend zu gewinnen, dass du voll zu ihm stehst.
 
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