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  • #1

Trennung gewünscht, Partner(in) nicht erreichbar.

In der Beziehung kriselte es schon lange, man hat damit abgeschlossen, ist schon fast getrennt, da läuft einem plötzlich der Traumpartner über den Weg. Und nicht nur das, er/sie zeigt sich auch noch zugeneigt. Normalerweise würde man nun sagen: ich ziehe die Konsequenz und mache Schluß, damit ich mich um ihn/sie bemühen kann, ohne mich als „Warmwechsler/in” zu fühlen.

Leider ist aber der eigene Partner abgetaucht. Längerer Auslandsaufenthalt. Keine Möglichkeit anzurufen oder einen Brief zu schreiben. „Wir sehen uns im Herbst”, hieß es zum Abschied. „Das kann ich dir nicht versprechen”, lautete meine Antwort.

Die neue Bekanntschaft dürfte bis zum Herbst wohl wieder aus meinem Leben verschwunden oder anderweitig gebunden sein. Frage: darf ich unter diesen Umständen etwas mit ihr/ihm anfangen?
 
  • #2
Das Thema kam ja in diesem Thread heute bereits auf:

https://www.elitepartner.de/forum/zweigleisig-fahren-moralisch-ok-23170.html#post325912

Ich finde es gut und konsequent, das Thema als separaten Thread zu diskutieren und nicht in dem anderen Thread das Nebenthema auszuwalzen. Sehr gut!
 
  • #3
Aspekt 1: Warmwechseln

Für meinen persönlichen Geschmack ist ein Warmwechsler im engeren Sinne jemand, der von einer Beziehung in die andere ohne Pause wechselt, sich also erst trennt, wenn er den nächsten Fisch an der Angel hat. Dies war hier ja quasi so oder so der Fall, egal ob die bisherige Partnerin nun erreichbar war oder nicht.

Wenn auch nicht Warmwechsel im wörtlichen Sinne, so doch aber als Nachfolgerin dennoch ausgesprochen unschön, finde ich es aber auch, wenn der neue Partner bis vor kurzem noch eine andere Partnerin hatte. Das kann ich auch nicht wirklich ernstnehmen und finde es sowohl emotional als auch praktisch belastend.

Ich erwarte schon, dass ein neue Partner wirklich frei ist, also emotional die Vorbeziehung verarbeitet hat, sein Herz frei ist, aber auch organisatorische und formale Aspekte restlos erledigt sind, also beide früheren Partner keinerlei Eigentum des anderen mehr besitzen, alle finanziellen Dinge erledigt sind, Erinnerungsstücke aus dem Weg geräumt wurden und so weiter.

Zum "freien Herz" gehört dabei, dass man ohne starke Gefühle an den Ex denken kann, also ohne Liebe oder Hass, ohne Leidenschaft und Sehnsucht, ohne Wut und Ärger. Völlig aufgeräumt ist man innerlich, wenn ein neuer Partner des Ex einen keinen Kummer mehr machen würde und man sich auch Sex des Expartners mit einem anderen vorstellen kann ohne Kummer.

Das alles ist meines Erachtens bei einem Kurzfristwechsel, wie Du ihn geplant hattest, ohnehin nicht gegeben. Die Lage war so oder so nicht sehr aussichtsreich, sondern einfach zum falschen Zeitpunkt.

Selbst wenn das alles völlig schuldlos passiert und keine Vorwürfe damit verbunden sind, manchmal trifft man eben die richtigen Menschen im falschen Moment. Solche traurigen Entwicklungen kann man nicht vollständig vermeiden.
 
  • #4
Aspekt 2: Der eigentliche Fehler

Meines Erachtens liegt der eigentliche Fehler viel früher: Warum lässt man eine Partnerin für Monate ohne Kontaktmöglichkeit verschwinden? Das ist doch erstens schon im Ansatz unglaubwürdig, weil Mobiltelefone ja nun weltweit funktionieren und Internet-Cafes auch überall verfügbar sind, insofern kann ich die Lage allenfalls als theoretisches Spiel auffassen, aber in der Praxis doch geradezu absurd.

Zweitens lässt man doch keinen Partner über Monate verschwinden, ohne vorher eventuell die Trennung durchzuziehen. Wenn Du wirklich schon auf dem Absprung warst, dann war das Weggehen der Partnerin doch der ideale, perfekte Moment, um sich zu trennen. Was nützt eine Partnerschaft, wenn man nicht einmal in Kontakt bleiben möchte? Das ist doch bizarr.

Nein, ganz klar, wenn meine Liebe erloschen ist, ich sowieso auf dem Absprung bin, sowieso über eine Trennung sinniere, dann nutze ich die Gelegenheit des Wegziehens, um klaren Tisch zu machen: Trennung und frei sein und vom ersten Tag an verarbeiten -- und alle organisatorischen Dinge vorher endgültig klären.

Diese saubere Trennung hätte ja beiden gut getan. Auch die Partnerin wäre dann ja um Ausland frei gewesen.

Lerne daraus: Aus aufgeschobenen Trennungen und Partnerschaften ohne Liebe entsteht nichts Gutes, im schelchtesten Falle wie hier eben sogar Schlechtes. Ein Fehler hat eben Folgen und hier hast Du falsch gehandelt.
 
  • #5
Aspekt 3: Darf man was anfangen..?

Da bin ich wirklich unsicher. Dies ist ein solcher Sonderfall, dass ich darauf gar keine Antwort geben möchte. Nur so viel:

Ich als Frauu würde keinen Partner nehmen, von der eine Ex noch denkt, mit ihm zusammen zu sein. Er wäre für mich persönlich einfach nicht frei genug.

Mich würde als zweites stören, dass so ein Kurzzeitwechsel eigentlich gar keine Möglichkeit zur vollständigen Aufarbeitung bietet und ich möchte keine "Nachfolgerin" oder "Trostpflaster" sein, sondern vollwertige Partnerin nach eine soliden Beziehungspause.

Mich würde drittens stören, dass ein Mann so wenig Mumm und Rückgrat hat, eine Freundin ohne Kontaktmöglichkeit ziehen zu lassen und nicht einmal vorher männlich-konsequent für Klarheit sorgt. Solche Memme würde ich nicht wollen.
 
  • #6
Aspekt 4: Trennung gewünscht, Partnerin nicht erreichbar

Lassen wir mal zum Nutzen der Allgemeinheit die konkrete und doch recht abstruse und wenig glaubwürdige Situation des Fragestellers weg, und konzentrieren uns einfach auf die simplere Frage:

"Kann man sich in Abwesenheit des Partners trennen? Ist man durch einseitige Erklärung, die der Partner gar nicht kennt, dennoch wieder frei?"

Im Regelfall nicht. In speziellen Sonderfällen vielleicht.

Warum und wie kann es zu solchen Situationen kommen? Was ist das für eine Partnerschaft, wenn man sich nicht erreichen kann?

+ Eine Partnerschaft entsteht durch beidseitige Willenserklärung, dass man zusammen ist.

+ Eine Partnerschaft endet durch einseitige Willenserklärung, dass es vorbei ist.

+ Natürlich müssen im Regelfall beide Partner diese Willenserklärung kennen.
 
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  • #7
Also für mich ist das keine Frage. Natürlich kannst du was neues anfangen, wenn du dich 'in Abwesentheit trennst'. Deine Partnerschaft ist schon sehr beschädigut, nahezu beendet. Deine Partnerin geht mit dem Satz: wir sehen uns im Herbst?! Wo gibt es denn sowas. Heutzutage ist man doch nahezu an keinem Ort der Welt unerreichbar. Wie kann man denn bei einer bestehenden Partnerschaft für Monate abtauchen? Und du hast direkt gesagt: ob ich noch da bin, wenn du wiederkommst, ist zweifelhaft. Damit hast du dich quasi getrennt, beziehungsweise das angekündigt.

Ich würde getrost die neue Beziehung beginnen, wenn es sich ergibt und ihr beide verliebt seid, ich würde versuchen, deiner Partnerin schon jetzt in irgendeiner Form eine Nachricht zukommen zu lassen (irgendjemand wird doch wissen, wo sie zu erreichen ist), und ansonsten alles klären, wenn sie wieder auftaucht. Als neue Partnerin hätte ich damit kein Problem, die Trennung ist ja nur noch eine Formalie, es gibt ja deinerseits kein Interesse, da noch was zu retten oder zu versuchen. Das mag nicht optimal sein, aber immer noch besser, als eine eventuell tolle neue Liebe ziehen zu lassen, nur um irgendeine Form zu wahren.
 
  • #8
@ Frederika:
Nun seine Partnerin, welche ins Ausland vereiste und sich mit den Worten "Wir sehen uns im Herbst" verabschiedete, ohne die Möglichkeit in dieser Zeit irgendwie in Kontakt zu bleiben, schien auch selber der eigenen Beziehung keine Bedeutung beizumessen, oder? Andernfalls hätte sie ihm gesagt: "Ich weiss nicht, wie die Situation vor Ort ist, ob ich einen Telefonempfang habe und ob es in der Nähe ein Internet-Cafe gibt, deswegen kann ich dir nicht versprechen, dass wir in dieser Zeit Kontakt haben können." So hätte sie selber dafür gesorgt, dass er sich event. nicht trennt. (Wie wissen nicht in welches Land sie gegangen ist!)

Er selber hat ihr beim Abschied gesagt: "Das kann ich dir nicht versprechen", womit seine Freundin mit der Ungewissheit vereisen musste, dass die Beziehung möglicherweise zu Ende gehen würde. Das heisst auch sie ist selber dafür verantwortlich - gleichermassen wie er - ob die Beziehung weiter Bestand hätte oder nicht.

Da die Beziehung bereits kriselte, kann ich mir ihr Auslandsaufenthalt auch als eine Flucht ihrerseits vor den Beziehungsproblemen vorstellen - ausser ihr Auslandsaufenthalt war beruflicher Natur. Statt dass sie auch die mühsame Beziehung vor der Abreise selber beendete, liess sie ihren Freund mit den Problemen alleine zurück, um ihn danach womöglich für alles verantwortlich zu machen.

Sie ist selber zu 50% dafür verantwortlich wie er, nicht nur der FS und daher ist es nicht fair nur sein Verhalten zu missbilligen.

@ FS in welchem Land war deine Partnerin, war ihr Aufenthalt berufsbedingt notwendig?
 
  • #9
Nun seine Partnerin, welche ins Ausland vereiste und sich mit den Worten "Wir sehen uns im Herbst" verabschiedete, ohne die Möglichkeit in dieser Zeit irgendwie in Kontakt zu bleiben, schien auch selber der eigenen Beziehung keine Bedeutung beizumessen, oder?
Ja, da stimme ich zu. Der Fall ist sehr skurril. Nichtsdestotrotz ist es ein grober Fehler, beim Abschied nicht klare Verhältnisse zu schaffen. Sich dann stattdessen in Abwesenheit zu trennen, weil man eine neue Kandidatin getroffen hat, ist aber auch seltsam.

Man sollte sich möglichst trennen, weil die Beziehung am Ende ist, nicht weil man jemand besseren ins Auge fasst, oder? Und hier wäre das vor dem Abschied ja problemlos möglich, ja sogar naheliegend gewesen.

Er selber hat ihr beim Abschied gesagt: "Das kann ich dir nicht versprechen", womit seine Freundin mit der Ungewissheit vereisen musste
Alleine eine solche Ungewissheit darf man weder erzeugen noch erdulden. Der Fehler besteht hier ganz klar darin, dass im Moment des Abschieds von beiden die Sache verbaselt wurde.

Da die Beziehung bereits kriselte, kann ich mir ihr Auslandsaufenthalt auch als eine Flucht ihrerseits vor den Beziehungsproblemen vorstellen
Mandoline, bleib beim Thema!

Die Frage ist hier nicht, ob die Expartnerin ihm böse sein darf. Dafür sehe ich unter solchen skurrilen Bedingungen auch keinen Grund. Mit der Trennung musste sie Rechnung und trennen darf man sich ohnehin.

Die Frage ist stattdessen, ob die potentielle neue Partnerin zu recht die Situation als ungünstig empfand und abgesagt hat. Dazu sage ich, ja, das hätte mir persönlich auch nicht gefallen.
 
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  • #10
...dass ein neue Partner wirklich frei ist, also emotional die Vorbeziehung verarbeitet hat, sein Herz frei ist
Das war der Fall.
aber auch organisatorische und formale Aspekte restlos erledigt sind, also beide früheren Partner keinerlei Eigentum des anderen mehr besitzen
Das war nicht der Fall, denn wie soll man etwas erledigen, wenn der (Ex-) Partner noch monatelang im Ausland bleibt, sich noch nicht einmal meldet und selbstredend auch niemanden beauftragt, irgend etwas zu regeln.
manchmal trifft man eben die richtigen Menschen im falschen Moment. Solche traurigen Entwicklungen kann man nicht vollständig vermeiden.
Nach einem Monat war die Trennung bei mir emotional durch, und dann verliebte ich mich neu. Ich fühlte mich keine Sekunde lang untreu. Hätte ich ihr (und meinem Herzen) etwa sagen sollen: „warte bitte mit dem Verlieben, bis im Herbst meine Ex auftaucht und ihren Krempel abholt”?

weil Mobiltelefone ja nun weltweit funktionieren und Internet-Cafes auch überall verfügbar sind
Nun ja, ich würde notfalls meilenweit gehen, um dem/der Liebsten ein Lebenszeichen zu geben. Erst recht, wenn er seinen Ärger über das monatelange Abtauchen bereits nach dem vorhergegangenen Ereignis dieser Art zum Ausdruck gebracht hatte. Mich nicht zum Flughafen gebracht und mich zum Abschied nicht geküßt hätte. Mit anderen Worten: ich würde in der raschen Wortmeldung eine aller-aller-allerletzte Chance sehen, die Beziehung doch noch zu retten.
 
  • #11
Weg mit Schaden. Wer so ein Theater macht, muß gegebenenfalls die Konsequenzen tragen.
Ich würde mir über Warmwechselprobleme überhaupt keine Gedanken machen. Die Frau hat dich in einer existenziell unsicheren Situation zurückgelassen. Du hast die Verantwortung für dein Leben und ausschließlich für deines. Dazu gehört auch dein Glücksanspruch.
Auf den Mann, der mal eben zum Zigarettenholen geht, muß auch keine Frau warten.
FS du mußt dir aber ganz sicher sein, daß du nicht noch umklappst, wenn die Dame aus dem Ausland zurückkommt. Ich würde daher ihre Sachen auf einen Speicher bringen lassen, wo sie sie abholen kann.
 
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  • #12
Man sollte sich möglichst trennen, weil die Beziehung am Ende ist, nicht weil man jemand besseren ins Auge fasst, oder? Und hier wäre das vor dem Abschied ja problemlos möglich, ja sogar naheliegend gewesen.

Da bin ich (der FS) ganz anderer Meinung: man kann dem Partner auch einen letzten Warnschuß vor den Bug setzen und ihm dann eine befristete Chance geben, sein Verhalten zu ändern. Diese Chance dauert exakt so lange, bis eine Situation eintritt, die eine endgültige Entscheidung erzwingt.

Man ist dann quasi bereits getrennt, mit der Option auf Rückabwicklung, falls man die eigenen Fehler einsieht und dem (Ex-) Partner doch noch entgegenkommt.
 
  • #13
Die Frage ist hier nicht, ob die Expartnerin ihm böse sein darf. Dafür sehe ich unter solchen skurrilen Bedingungen auch keinen Grund. Mit der Trennung musste sie Rechnung und trennen darf man sich ohnehin.

Bessr wäre es: sie hätte entweder die Beziehung - die ja kriselte - vorher beendet oder die Reise, wenn sie nicht dringend war, verschoben, um zuerst die Beziehungsprobleme zu lösen. Er blieb zurück, sie reiste aber ab!
Böse darf sie ihm in der Tat nicht sein. Dazu hat sie kein Recht, wenn sie abreist und ihn mit den Worten "Wir sehen uns im Herbst" zurücklässt, ohne 4 Monate lang ein Lebenszeichen von sich zu geben. Entweder war ihre Reise eine Flucht oder sie war jobbedingt notwendig. Das müsste uns der FS sagen.
Beide haben - und hier stimme ich dir vollkommen zu - Fehler gemacht.
Nun ja, ich würde notfalls meilenweit gehen, um dem/der Liebsten ein Lebenszeichen zu geben.
Nein, ich würde dem Partner, ginge ich nach Pakistan sagen: "Ich weiss nicht, ob es aus diesem Land möglich ist, dich zu kontaktieren, weil ich die Ortsverhältnisse nicht kenne." Das wäre ein Zeichen, dass sie das möchte aber nicht weiss, ob das möglich ist. Auch ein Zeichen, dass ihr etwas an ihrem Partner liegt. Jetzt muss sie die Konsequenzen tragen.

Es wäre völlig anders, wenn ihr Freund ihr gesagt hätte: "Ok ich warte auf dich bis du zurückkommst". Das würde bedeuten, sie im Glauben zu lassen, er wolle noch die Beziehung retten oder an ihr arbeiten. So hatte sie auch keine falsche Hoffnungen. Alles bleib offen, denn auch sie hätte sich im Ausland in einen anderen Mann verlieben können.
 
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  • #14
Die Frage ist stattdessen, ob die potentielle neue Partnerin zu recht die Situation als ungünstig empfand und abgesagt hat. Dazu sage ich, ja

Nun ja, daß man getrennt ist und dennoch monatelang auf Eigentum der Ex-Partnerin festsitzt, erschien ihr wohl irgendwie unglaubwürdig. Eine Beziehung unter so merkwürdigen Umständen wollte sie nicht, warten bis sich „im Herbst” (es war ja gerade mal August) alles aufklärt wollte sie auch nicht. Das alles sprach sie aber nicht aus, sondern blieb einfach nur reserviert.

Ich verstand es nicht, denn aus meiner Warte war ich weder gebunden noch fühlte ich mich untreu.
 
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  • #15

Um die Konsequenzen für sie geht es nicht, Mandoline. Ich bin der FS, und ich möchte wissen, ob ich untreu oder ein Warmwechsler bin, wenn ich mich (bei einem bereits sehr brüchigen Verhältnis) mangels Kontaktmöglichkeit zur einseitigen Trennung entschließe, um mich einer Frau zuzuwenden, wie ich sie im Leben möglicherweise kein zweites Mal mehr finde.

Der Aufenthalt meiner Ex in „Pakistan” war übrigens zwar beruflich, aber freiwillig. Sie hätte auch hier bleiben können, und genau das hatte ich ihr auch nahegelegt – immerhin war ich ja derjenige, der zum wiederholten Mal den ganzen Sommer lang allein zuhause sitzen sollte.
 
  • #16
Nun ja, daß man getrennt ist und dennoch monatelang auf Eigentum der Ex-Partnerin festsitzt, erschien ihr wohl irgendwie unglaubwürdig.

Da hilft es nur, klare Verhältnisse zu schaffen. Deswegen meinte ich ja auch: Speicher.
Ich war in einer ähnlichen Situation. Ein Zimmer in der Wohnung des Mannes, den ich gerade kennengelernt hatte, war noch mit zurückgelassenen Sachen der Freundin angefüllt. Kein ganzer Hausrat, es war zu sehen, daß dort niemand mehr wohnte.
Ich habe mich besser gefühlt, als er die Sachen in Umzugskisten verpackt und auf den Boden gebracht hatte. Irgendwann schaffte sie es auch, daß die Sachen abgeholt wurden.
Ich bin nicht ängstlich. Aber das worst-case-Szenario wäre gewesen, sie meldet sich und sagt, der Job in der anderen Stadt ist schief gegangen und sie bereut ihren Weggang von ihm. Und dann?
Mein Freund sagte zwar: Glaubst du etwa, ich wäre so blöd, wieder was mit der Frau anzufangen? Das weiß ich in dem Moment nicht, weil ich den Mann langsam kennen kerne.
Mit solchen Handlungen wird ein Signal gesetzt. Du kannst dich dreimal innerlich frei fühlen, das sieht die neue Frau nicht. Die sieht nur die Sachen der Frau, die du nun als deine Ex bezeichnest.
(Du kennst ja die blöden Witze, in denen ein Mann immer sagt: "Es ist nicht so, wie du denkst!")
 
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  • #17
Ich wäre stinksauer auf einen Partner, der "einfach so" ein paar Monate abtaucht und würde mir in dem Fall keine Gedanken machen, der Person noch etwas schuldig zu sein.

Aber, was du hier schreibst, klingt so, dass sie schon berufliche Gründe für ihr verschwinden hatte, auch wenn diese dir vielleicht nicht passten, aber so ist das nunmal, das er Partner nicht immer nach der eigenen Nase tanzt. Das gibt einem nicht das Recht ihn zu hintergehen. Warum kannst du sie eigentlich nicht kontaktieren?

Ich denke schon, dass du in der Situation ein Warmwechsler und untreu bist. Wie brüchig das Verhältnis ist, spielt doch für diese Begriffe keine Rolle! Wie wäre es, einfach zu akzeptieren, dass es Gelegenheiten der Untreue gibt, anstatt die Begriffe umdefinieren zu wollen.

Es ist außerdem die Frage, wie lange die Partnerin im Ausland ist und ob man die "Traumpartnerin" nicht zunächst freundschaftlich kennenlernen kann. Klar, wäre das ein warmwechseln, von einer Beziehung in die nächste. Akzeptier doch einfach, dass du untreu bist und warmwechselst und rede nicht darumherum. Es ist doch klar: Wärest du verheiratet, würdest du diese Frage nicht stellen. Verwendet man die Begriffe bei Beziehungen anders?
 
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  • #18
Mandoline, bleib beim Thema!

Die Frage ist hier nicht, ob die Expartnerin ihm böse sein darf. Dafür sehe ich unter solchen skurrilen Bedingungen auch keinen Grund. Mit der Trennung musste sie Rechnung und trennen darf man sich ohnehin.

Die Frage ist stattdessen, ob die potentielle neue Partnerin zu recht die Situation als ungünstig empfand und abgesagt hat. Dazu sage ich, ja, das hätte mir persönlich auch nicht gefallen.

Ob ich eine solche Situation als ungünstig empfände, hinge fast ausschließlich davon ab, ob die Expatnerin ihm böse sein darf. Es geht darum, dass ich sehe wie gut oder schlecht jemand sich seinem Partner gegenüber verhält. Ein paar vorübergehend schwierigere Umstände würden mich bestimmt nicht dazu bringen, dem Traumpartner abzusagen.
 
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  • #19
Lieber FS,

also jetzt mal ganz ehrlich: sie ist beruflich unterwegs und kann absolut nicht erreicht werden????
Ist sie Biologin im Dschungel?
Selbst 'Pakistan' hat ein Telefonnetz und Internet. Und der Arbeitgeber wird doch wohl auch Kontaktmöglichkeiten haben, was ist denn mit echten Notfällen?

Ich halte dein Verhalten für einen Warmwechsel, aber keinen Betrug, denn du hast einseitig Schluss gemacht und meinst es ja auch ernst, also alles gut.
Dass die Frau damit Probleme hat, kann ich nur bedingt nachvollziehen, außer natürlich den oben angeführten Punkt, dass es einfach nicht glaubhaft ist, dass du in 5 Monaten nicht mal einen Brief schicken können solltest...
 
  • #20
Ich bin der FS, und ich möchte wissen, ob ich untreu oder ein Warmwechsler bin, wenn ich mich (bei einem bereits sehr brüchigen Verhältnis) mangels Kontaktmöglichkeit zur einseitigen Trennung entschließe, um mich einer Frau zuzuwenden, wie ich sie im Leben möglicherweise kein zweites Mal mehr finde.
Na ja, faktisch bist du schon ein Warmwechler aber nicht wirklich untreu. Deine Situation ist schon speziell. Nicht nur du sondern auch deine Partnerin hat zu deinem Verhalten indirekt etwas beigetragen. Was wäre, wenn sie sich einmal wöchentlich gemeldet hätte oder event. auch über Skype in Kontakt zu dir geblieben wäre, um eure Beziehung, wenn auch aus der Ferne zu klären?

Was die andere, neue Frau betrifft, da ist ihr Verhalten durchaus verständlich! An ihrer Stelle hätte ich so gedacht: "Der Mann gefällt mir zwar, aber er ist nicht wirklich frei. Seine noch Freundin ist im Ausland und kommt im Herbst zurück. Was, wenn er noch Gefühle für sie hat und sie versuchen erneut in die Beziehung frischen Wind zu bringen und beschliessen sich wieder eine Chance zu geben. Dann bin ich nur verletzt und enttäuscht, wenn ich mich in ihn verliebt habe und bin dann die Verliererin."

Genauso würde ich in einer gleichen Situation denken, und es ist gut möglich, dass sie ebenfalls so dachte, distanziert blieb und sich zurückzog. Einfach aus Selbstschutz, weil du für sie nicht wirklich frei warst, sichtbar und spürbar frei. Hattest du ihr von deiner noch nicht beendeten Beziehung erzählt? Was wusste sie alles über dich und deine Freundin? Wie hätte sie dir vertrauen können, dass du es mit ihr ernst meintest? Was hast du getan, damit sie dir glaubte?
 
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  • #21
sie ist beruflich unterwegs und kann absolut nicht erreicht werden????
Ist sie Biologin im Dschungel?
So etwas Ähnliches, ja.

Und der Arbeitgeber wird doch wohl auch Kontaktmöglichkeiten haben, was ist denn mit echten Notfällen?
Für „echte Notfälle” gab es ein Notfall-Fax. Ich hatte es im Jahr zuvor einmal benutzt, als ihre Eltern bei mir vorstellig wurden: ob ich denn noch immer nichts gehört hätte von ihrer Tochter, sie machten sich solche Sorgen. Daraufhin kam dann ein Rückruf von ihr, sie müßten zum Telefonieren in den nächsten Ort fahren, und das sei halt recht schwierig zu organisieren.

Nun ja, wenn das Anrufen solche Mühe macht, fällt es natürlich schwer zu sagen „gut daß du dich meldest, ich will nämlich mit dir Schluß machen”. Deshalb die etwas vorsichtigere Formulierung „es hat sich etwas geändert zwischen uns”. Sie hatte mich aber schon richtig verstanden, wie sich dann beim späteren persönlichen Gespräch herausstellte.

Ich hatte, als ich mich dann neu verliebte, nicht eine Sekunde lang das Gefühl, untreu zu sein. Mir war noch nicht einmal klar, warum „sie” mich zwar immer wieder treffen wollte und auch küßte, aber alles Weitere blockierte. Sie sagte immer nur, sie sei sehr treu, und ich antwortete ihr, ich sei es auch. Und jetzt kommt das Verrückte: ich kam durch dieses Verhalten zu dem Schluß, sie sei unglücklich gebunden. Und wahrte die gebotene Distanz.

Mein Fehler war eigentlich nur, daß ich lieber persönlich Schluß gemacht hätte und mich deshalb beim (einzig möglichen) Telefonat nicht ganz klar ausgedrückt hatte.
 
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  • #22
Seine noch Freundin ist im Ausland und kommt im Herbst zurück. Was, wenn er noch Gefühle für sie hat und sie versuchen erneut in die Beziehung frischen Wind zu bringen und beschliessen sich wieder eine Chance zu geben. Dann bin ich nur verletzt und enttäuscht, wenn ich mich in ihn verliebt habe

Gilt das denn nicht für jede beendete Beziehung? Bereuen und zurückkommen kann man doch auch, wenn man nur drei Blocks voneinander entfernt lebt? Eine Garantie, daß der Expartner nicht doch wieder angekrochen kommt, hat man ja praktisch nie.

Viel mehr zählen doch Aussagen wie „sie ist mir nicht mehr willkommen” oder „ich bin treu”, auf die dann ja ein beherztes „auch, wenn deine Ex hier plötzlich wieder auftaucht?” folgen könnte. Wenn man über seine Bedenken nicht spricht, kann der andere sie auch nicht entkräften.
 
  • #23
Für „echte Notfälle” gab es ein Notfall-Fax. Ich hatte es im Jahr zuvor einmal benutzt, als ihre Eltern bei mir vorstellig wurden: ob ich denn noch immer nichts gehört hätte von ihrer Tochter, sie machten sich solche Sorgen. Daraufhin kam dann ein Rückruf von ihr, sie müßten zum Telefonieren in den nächsten Ort fahren, und das sei halt recht schwierig zu organisieren.
Sorry, ich glaube das einfach nicht mehr. Jede mir bekannte Expedition (und ich kenne welche!) hat Satellitentelefone dabei, die überall funktionieren, und kann selbstverständlich telefonieren und Textnachrichten verschicken. Abgesehen davon ist es ja auch nicht zu viel verlangt, alle zwei Wochen mal in einen Ort zufahren und ein Internetcafe zu besuchen oder so. Den Bedarf haben ja alle Teilnehmer! Also das kann mir niemand glaubhaft versichern.

Mein Fehler war eigentlich nur, daß ich lieber persönlich Schluß gemacht hätte und mich deshalb beim (einzig möglichen) Telefonat nicht ganz klar ausgedrückt hatte.
Nein, der größere Fehler war, sie in einer Krise wegfahren zu lassen, ohne es vorher zu klären: Also entweder sagen, wir versuchen hinterher die Sache zu regeln, dann aber auch auf die Möglichkeit der Trennung konsequent zu verzichten und treu zu bleiben oder aber, von mir eher bevorzugt, sich klar zu trennen.
 
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  • #24
ist es ja auch nicht zu viel verlangt, alle zwei Wochen mal in einen Ort zufahren und ein Internetcafe zu besuchen oder so. Den Bedarf haben ja alle Teilnehmer! Also das kann mir niemand glaubhaft versichern.

Nun ja, inwiefern das so war, konnte und kann ich ja nicht nachprüfen, sie hat sich eben monatelang nicht gemeldet, auch nicht bei ihren Eltern.

Also entweder sagen, wir versuchen hinterher die Sache zu regeln

Über dieses Stadium waren wir schon hinaus: „wenn du das heuer wieder machst, brauchst du gar nicht erst wiederzukommen.” Ich habe absichtlich nichts geklärt, ihr alle Optionen bis zuletzt offengehalten.

oder aber, von mir eher bevorzugt, sich klar zu trennen

Mit dem (kußlosen) Abschied waren wir aus meiner Sicht getrennt. Andererseits aber eben auch nicht, weil ja nichts geklärt war und auch nicht mehr geklärt werden konnte.
 
  • #25
Lieber Fragesteller, ich möchte doch noch mal zusammenfassen und betonen, was für mich hier das entscheidende ist:

Aus Perspektive Deiner Ex hast Du Dir nicht viel vorzuwerfen und sie kann Dir nicht besonders böse sein. Das ist einfach ein skurriler Einzelfall.

Aber aus Perspektiver einer potentiellen neuen Partnerin sage ich auch ganz klar, dass mir solche ungeklärten Verhältnisse suspekt wären. Ich bin nicht für Warmwechsler und auch nicht für Menschen, die fast übergangslos von einer zur nächsten wechseln. Etwas Singlezeit zwischendurch fühlt sich einfach besser und richtiger an. Du kannst niemandem verwehren, diese Meinung zu vertreten. Insofern kann ich nachvollziehen, dass aus dem Versuch nichts geworden ist und Du solltest das auch können, unabhängig von Detailformulierungen.

Lerne daraus, Dinge nicht irgend "ich dachte, dass" zu lösen, sondern richtig klar und unmissverständlich. Mit Partnerschaftsfragen ist eben nichtn zu scherzen. Unklare Situationen rächen sich immer. Wenn Du das mitnimmst, dann hast Du dabei immer etwas gewonnen!
 
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  • #26
Was wäre, wenn sie sich einmal wöchentlich gemeldet hätte oder event. auch über Skype in Kontakt zu dir geblieben wäre

Das ist schwer zu sagen. An der Tatsache, daß sie ihrem Partner (also mir) über Jahre hinweg ein absolut unbefriedigendes Gebunden-und-doch-Single-Leben bescherte, hätte auch eine regelmäßige Kommunikation nichts geändert. Allein die Trennung hätte ordentlich und sauber erfolgen können. Inwiefern sie sich dann um die organisatorischen Dinge (neue Wohnung suchen, Hab und Gut hinschaffen lassen) gekümmert hätte, steht in den Sternen, zumindest hätte ich ihr aber Druck machen können und wäre nicht in diesen schrecklichen Verdacht geraten (der mir, wie gesagt, überhaupt nicht bewußt war).
 
  • #27
Nun ja, daß man getrennt ist und dennoch monatelang auf Eigentum der Ex-Partnerin festsitzt, erschien ihr wohl irgendwie unglaubwürdig. Eine Beziehung unter so merkwürdigen Umständen wollte sie nicht, warten bis sich „im Herbst” (es war ja gerade mal August) alles aufklärt wollte sie auch nicht.

Dann hättest Du auch trotz nicht erreichbarer (Ex)Freundin beispielsweise ein Zeichen setzen können, indem Du ihr Eigentum bei ihren Eltern ablieferst. Vielleicht hätte das Deine doch ziemlich exotische Geschichte gegenüber der neuen Frau etwas glaubwürdiger gemacht.
 
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  • #28
ein Zeichen setzen können, indem Du ihr Eigentum bei ihren Eltern ablieferst.

Ja, das mag sein ... wenn ich auch nicht so recht weiß, wo die es hätten unterbringen sollen. Und ehrlich gesagt hatte ich dazu auch keine allzu große Lust. Mein Plan war, jeder sucht sich eine Wohnung und holt dann seinen Krempel zu sich. Nur hätte ich dann beide Wohnungen bezahlen müssen, die gemeinsame große und meine eigene kleine.
 
  • #29
Mein Fehler war eigentlich nur, daß ich lieber persönlich Schluß gemacht hätte und mich deshalb beim (einzig möglichen) Telefonat nicht ganz klar ausgedrückt hatte.
Nein, das war kein Fehler! Trotz eurer vertrackten Beziehung und unerträglichen Lage für dich, war es schön, dass du beim einzigen Telefongespräch nicht Schluss gemacht hast, sondern das Ende wage angedeutet hast. Es ehrt dich, dass du ihr persönlich das Ende verkünden solltest. Alles andere ist feige und sieht nach einer Flucht aus! Hier musst du dir keine Gedanken machen.
Und jetzt kommt das Verrückte: ich kam durch dieses Verhalten zu dem Schluß, sie sei unglücklich gebunden. Und wahrte die gebotene Distanz.
Ist inzwischen deine Freundin zurückgekommen? Habt ihr euch jetzt offiziell getrennt? Sonst kann ich dir nur raten, wenn dir diese Frau immer noch gefällt nach einer gewissen Zeit wieder zu kontaktieren. Ich nehme an, du hast noch ihre Telefonnummer. Auch kannst du dich entschuldigen über die damals noch ungeklärte, noch nicht beendete Beziehung, So kannst du aber auch abklären, ob sie tatsächlich gebunden ist oder nicht.

Aber eben zuerst ist es besser deine Beziehung zu beenden, wenn ihr es nicht schafft die Kurve zu kriegen. Nach einer Weile als Single kannst du es wieder bei der anderen versuchen, aber ohne Garantie , dass aus euch ein Paar wird, besonders wenn sie selber in einer ähnlichen Situation steckt, wie du.
Gilt das denn nicht für jede beendete Beziehung? Bereuen und zurückkommen kann man doch auch, wenn man nur drei Blocks voneinander entfernt lebt?
Natürlich gilt das für jede beendete Beziehung. Und mein Partner kann auch morgen sterben. Aber darum geht es nicht, sondern darum eine neue Beziehung mit klaren Verhältnissen zu beginnen und zwar von der Seite des Beziehungswilligen und nicht von der Seite eines Ex. Es ist ein grosser Unterschied, ob mein Zukünftiger innerlich frei ist oder ob ihm die Noch-Freundin im Nacken sitzt! Dass sich jemand frei fühlt, sieht man ihm leider nicht an! Dafür, muss er sichtbare Zeichen setzten, damit man ihm glaubt und vertraut.
 
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  • #30
Dass sich jemand frei fühlt, sieht man ihm leider nicht an! Dafür, muss er sichtbare Zeichen setzten, damit man ihm glaubt und vertraut.

Oh, ich dachte, meine Worte wären deutlich genug gewesen, aber Du hast natürlich recht, auch den Worten hört man nicht unbedingt an, ob sie ehrlich sind.

So kannst du aber auch abklären, ob sie tatsächlich gebunden ist oder nicht.

Nein, da hast Du mich falsch verstanden, ich bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, daß sie an meiner Ungebundenheit zweifelt und deshalb so abblockt. Und so dachte ich, der Grund dafür läge bei ihr, sie könne sich (noch) nicht auf Sex einlassen. Darüber reden wollte sie nicht, deshalb drängte ich sie auch nicht dazu. Das war dann wohl der nächste Fehler.
 
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