Trennung in der Coronazeit? - 3 Jahre Beziehung

Hallo ihr Lieben,

ich bin Mitte zwanzig und seit circa 3 Jahren in einer Beziehung. Wir sind sehr schnell gemeinsam in eine neue Stadt gezogen und haben einen gemeinsamen Hund. Schon vor der Beziehung hatten wir einen gemeinsamen Freundeskreis.

Seit längerer Zeit (5 - 6 Monate) versuche ich zu reflektieren, ob ich mit der Beziehung zufrieden bin und ob ich mir vorstellen kann für immer mit diesem Mann zusammen zu leben. Mittlerweile bin ich ganz klar darauf gekommen, dass es, so wie es jetzt ist, nicht für immer halten kann. Wir haben auch einen unterschiedlichen Blickwinkel auf die Welt und andere Vorstellungen von der Zukunft.
Immer mehr habe ich das Gefühl, dass er mich als Hausfrau einspannt und ausnutzt. Mein Ziel ist es eigentlich Karriere zu machen und ich bin auch schon auf einem guten Weg.

Da ich ein ernstes Gespräch mit ihm jetzt schon sehr lang herauszögere.. nun meine Fragen: Lohnt es sich noch zu kämpfen? Habe ich schon abgeschlossen mit der Beziehung und bin einfach nur ein Schisser, weil ich es nicht schaffe mit ihm zu sprechen? Ist meine größte Sorge vielleicht nur in der Coronazeit allein zu sein?

Ich habe Angst die Beziehung zu schnell aufzugeben...
 
Du hast es doch schon selbst erkannt, du hast ein anderes Lebensziel als er. Das passt nicht. Irgendwo da draußen ist jemand, mit dem es passt, ganz sicher! Nur Mut!
 
Mittlerweile bin ich ganz klar darauf gekommen, dass es, so wie es jetzt ist, nicht für immer halten kann.
Dann verdaddel Deine Lebenszeit nicht in einer Beziehung ohne Aussicht sondern beende es zügig.

Immer mehr habe ich das Gefühl, dass er mich als Hausfrau einspannt und ausnutzt.
Versuch es mal mit "nein" sagen - ist ein ganz wichtiger Skill, wenn Du Karriere machen willst, der sich ganz hervorragend im Privatleben trainieren lässt, ebenso wie konstruktive Kommunikation bei unterschiedlicher Meinung.

Nein, warum? Ihr habt unterschiedliche Lebensvorstellungen und seid alt genug, um ausgereifte Persönlichkeiten zu sein.
Ist er ein Gummimännchen, was sich Dir fügt wenn Du mit Trennung drohst oder willst du Dich ihm fügen und die Putzmamsell machen statt Karriere?
Akzeptiere die unterschiedlichen und unvereinbaren Lebensvorstellungen und geh. Euch hält doch nichts zusammen. Am Ende der Kennenlernzeit (2-3 Jahre) stellst Du halt fest: passt doch nicht.

bin einfach nur ein Schisser, weil ich es nicht schaffe mit ihm zu sprechen?
Ja und wenn Du Karriere machen willst, dann wirst Du eh lernen müssen mutiger zu sein und Konflikte zu führen. Also fang mit ihm an.

Ist meine größte Sorge vielleicht nur in der Coronazeit allein zu sein?
Musst Du wissen. Ich weiß nicht, was Corona damit zu tun haben soll. Wem die Regeln egal sind, der trifft sich trotzdem.

Nach einer Beziehung, gerade wenn man so amivalent ist wie Du, sollte man grundsätzlich einige Zeit allein sein, um sich zu sortieren und sich dann zu fragen 1. was will ich jetzt? und 2. wie bekomme ich das?

Ich habe Angst die Beziehung zu schnell aufzugeben...
Dann rede mit ihm und guck, ob sich die Dinge ändern lassen, die Dich stören.
So zauderlich wird das nix mit der Karriere.
 
Ich habe Angst die Beziehung zu schnell aufzugeben...

Du musst Dich entscheiden: Gehen oder bleiben. Was richtig ist kann Dir niemand sagen, aber eine einmal getroffene Entscheidung solltest Du für Dich akzeptieren.

Hallo ihr Lieben,

ich bin Mitte zwanzig und seit circa 3 Jahren in einer Beziehung.

Die erste Trennung für Dich?
Ja, ist immer Scheisse.

Mittlerweile bin ich ganz klar darauf gekommen, dass es, so wie es jetzt ist, nicht für immer halten kann. Wir haben auch einen unterschiedlichen Blickwinkel auf die Welt und andere Vorstellungen von der Zukunft.

Was brauchst Du noch mehr?
Ihr hattest eine schöne Zeit zusammen, habt euch in verschiedene Richtungen entwickelt und jetzt ist es Zeit für den nächsten Steps in Deinem Leben.

Mein Ziel ist es eigentlich Karriere zu machen und ich bin auch schon auf einem guten Weg.

Da ist der nächste Step, den Du mit ihm nicht machen kannst.


Denke nicht.

Habe ich schon abgeschlossen mit der Beziehung und bin einfach nur ein Schisser, weil ich es nicht schaffe mit ihm zu sprechen?

Weitgehend abgeschlossen und ein Schisser: Ja! Ja!

Dir fehlt Trennungskompetenz. Nicht schlimm, bist jung, must Du lernen und hier fängst Du damit an.

Trenne Dich respektvoll und wertschätzend.


Ist meine größte Sorge vielleicht nur in der Coronazeit allein zu sein?

Das ist oft ein großer Grund in einer alten nicht mehr glücklichen Beziehung zu verweilen.
 
Wir haben auch einen unterschiedlichen Blickwinkel auf die Welt und andere Vorstellungen von der Zukunft.

Wenn das so ist, worum willst du kämpfen?


Immer mehr habe ich das Gefühl, dass er mich als Hausfrau einspannt und ausnutzt.

Man kann nur jemandem einspannen und ausnutzen, der das mit sich machen lässt. Im Prinzip ist es Wurst, was er will und versucht. Du entscheidest, ob du das mitspielst. Es liegt also an dir, Grenzen zu setzen.

Mein Ziel ist es eigentlich Karriere zu machen und ich bin auch schon auf einem guten Weg.

Werde dir klar, was du wirklich willst, nicht nur 'eigentlich'. Und das musst du dann eben auch nach außen hin vertreten.

Wenn er dazu nicht passt und was anderes will, ist er eben nicht der Richtige.

Da kannst du nur Konsequenzen ziehen.
 
Da ich ein ernstes Gespräch mit ihm jetzt schon sehr lang herauszögere.. nun meine Fragen: Lohnt es sich noch zu kämpfen? Habe ich schon abgeschlossen mit der Beziehung und bin einfach nur ein Schisser, weil ich es nicht schaffe mit ihm zu sprechen? Ist meine größte Sorge vielleicht nur in der Coronazeit allein zu sein?

Ich habe Angst die Beziehung zu schnell aufzugeben...
Ich würde auch sagen, dass du tief drin bereits weißt, dass er nicht der Mann für die Ewigkeit ist. Was würdest du denn unter "Kämpfen" verstehen? Eine Beziehung ist ja kein Schlachtfeld, woran denkst du?

Wenn du dir unsicher bist, hier eine vielleicht unpopuläre Idee: Du kannst ja auch einfach erstmal noch mit ihm zusammenbleiben und abwarten, bis du Gewissheit über deine Gefühle hast oder ein anderer Mann dir zeigt, was du dir eigentlich wünschst, dann fällt dir die Trennung vielleicht leichter. Solange es noch "ganz nett" mit deinem Freund ist, du unter der Beziehung nicht leidest und er dich nicht an deiner Karriere hindert, lass es doch noch ein paar Monate entspannt weiterlaufen und sortiere deine Gedanken, plane in Ruhe alles in Bezug auf Wohnung, Hund etc. und werde dir über deine Gefühle klar. Und wenn du dir sicher bist, dann mach den Cut. Was ist, wenn er bei deiner Trennung weint und dich bittet, es nochmal zu versuchen? Wie würdest du reagieren? Erlange Gewissheit und triff dann eine wohlüberlegte, selbstbewusste Entscheidung, zu der du stehst und die du nicht bereust.
w26
 
Lohnt es sich noch zu kämpfen? Habe ich schon abgeschlossen mit der Beziehung und bin einfach nur ein Schisser, weil ich es nicht schaffe mit ihm zu sprechen? Ist meine größte Sorge vielleicht nur in der Coronazeit allein zu sein?
Ich habe Angst die Beziehung zu schnell aufzugeben...
Nein, kämpfen lohnt sich garantiert nicht, zeige dir persönlich Mut und trenne dich, du brauchst da grossartig mit ihm gar nicht diskutieren, denn er wird dich garantiert umstimmen wollen, was absolut nichts bringt, nur Zeitverlust, das ist gar nicht verpflichtend und dann auch nicht notwendig, wenn dir die Beziehung nicht gut tut, trenne dich, dein gutes Recht!
 
Danke euch allen schonmal für die hilfreichen Infos und Ratschläge!

Ich glaube ihr habt mich in Bezug auf meinen Wunsch Karriere zu machen wirklich wachgerüttelt! Gerade in Sachen Beziehung bin ich einfach zu unsicher, obwohl ich sonst im Leben ganz genau weiß was ich möchte und brauche.

Ich nehme mir erstmal noch ein paar Tage Zeit, um meine Gedanken zu 100% zu sortieren.

Dieser Gedanke: Ich hab Angst allein zu sein.. Hört sich so schrecklich naiv an, obwohl ich das ganz und gar nicht bin. Geht es euch auch teilweise so?
 
Dieser Gedanke: Ich hab Angst allein zu sein.. Hört sich so schrecklich naiv an, obwohl ich das ganz und gar nicht bin. Geht es euch auch teilweise so?
Das ist sehr verständlich. Es gibt die These, dass alle Ängste, die der Mensch hat, letztendlich, wenn man ihnen auf den Grund geht, nur eines sind: die Angst vor dem Tod. Und Ausschluss aus der Gemeinschaft/Alleinsein war früher eben etwas Schlimmes und führte im Zweifelsfall unmittelbar zum Tod. Auch heute hat im Grunde jeder Mensch irgendwo tief drin, würde ich sagen, Angst vor dem Alleinsein, so absolut betrachtet.

Im Alltag gibt es einen Unterschied zwischen allein sein und einsam fühlen. Wenn du mit dir selbst im Reinen bist, dich mit dir beschäftigen kannst und viel zu tun und Interessen hast, kannst du gut längere Zeit alleine sein, ohne dich einsam und verlassen zu fühlen.
w26
 
Ich hab Angst allein zu sein.. Hört sich so schrecklich naiv an, obwohl ich das ganz und gar nicht bin. Geht es euch auch teilweise so?
Das ist ein 'Kap Bojador Problem'.
Kennst du nicht, kennt heute so gut wie niemand. Weil heute hat niemand mehr Angst vor diesem Kap
Les mal den kurzen Artikel auf Wikipedia.

Es ist gar nicht schlimm allein zu leben. Das merken viele Menschen erst wenn sie es erleben. Die Angst vor ... ist viel schlimmer wie die Wirklichkeit. Es kommt allerdings darauf an, was Frau daraus macht.
 
Ich hab Angst allein zu sein.. Hört sich so schrecklich naiv an, obwohl ich das ganz und gar nicht bin. Geht es euch auch teilweise so?
Ok ich bin Asperger, daher kenne ich das nur am Rande. Für mich ist allein nicht identisch mit einsam und hat daher nichts wovor ich mich fürchten müsste. Ich glaube, viele haben die Angst, weil allein udn einsam für sie untrennbar miteinander verbunden zu sein scheint - ist es nicht. Solltest du ausprobieren, um es zu wissen und Sicherheit zu finden.

Der Mensch ist ein soziales Wesen und als solches nicht für dauerhaftes Alleinsein gemacht. Insoweit kann Dein Empfinden also garnicht naiv sein sondern ist zutiefst natürlich.

Wahrscheinlich liegt bei Dir aber das Denken zugrunde, dass Du nur mit Mann nicht allein bist und genau das ist ein Denkfehler. Das menschliche Grundbedürfnis nach Gemeinschaft kann auch auf andere Weise/durch andere Beziehungen erfüllt werden. Und niemand nimmt Schaden ((also kein Grund für Panikmodus), wenn man mal einige Zeit allein (im Sinne von keine Paartnerschaft haben) ist.
In unserer Gesellschaft bist Du eh nie allein, hast immer irgendwelche menschlichen Kontakte.

Ich finde es viel schlimmer, in einer unglücklichen Beziehung zu verharren, mich zu ärgern weil jemand mich zu seiner Putzmamsell machen will und versucht, mich in meiner Entwicklung auszubremsen.

So würde ich an Deiner Stelle gucken - nicht wünschen was mit ihm anders sein soll (wird es nicht, er ist wie er ist), sondern: was brauche ich für einen Partner, damit es mir mit
ihm zusammen gut geht. Also nicht ängstlich im unerfreuliche Ist-Zustand verharren, sondern mutig beenden und Dir bewusst machen, was hast Du gelernt, wie eine Beziehung für Dich sein muss, damit es Dir gut geht und sie Dich beflügelt. Das geht nur mit einem passenden Partner, nicht mit dem falschen und sich daran abzukämpfen ihn zu verändern.
 
Vielen vielen Dank für eure Antworten!
Das Wachrütteln habe ich wahrscheinlich wirklich gebraucht..

Ich werde jetzt versuchen für mich persönlich noch weiter "allein" und "einsam" abzugrenzen. Wahrscheinlich war mir das bisher einfach nicht bewusst.

Ich habe auf jeden Fall neuen Mut sammeln können durch euch!
Danke nochmal!
 
Tja, ich hätte Dir das Gegenteil geraten. Ihm die Chance geben sich überhaupt auf den Prozess einzulassen. Das ist wahre Beziehungsfähigkeit.
Ich habe aber nur die letzten drei Threads gelesen.
Eine Beziehung ist immer Kompromiss, bei dem man aber auch was gewinnt, was man solo nicht haben kann.
Zusammen mehere solche Prozesse gemeistert zu haben ist tiefes Lebensglück.
 
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