• #1

Trennung kurz vor der Hochzeit wegen Aggressionen?

Ich brauche dringend die Meinung von Außenstehenden....

Mein Partner und ich sind seit 12 Jahren ein Paar. Nun wollen wir (beide 31 J.) in 3 Wochen heiraten. Einladungen sind natürlich bereits verschickt, Location gebucht, Kleid & Anzug gekauft, etc....

Nun ist es so, dass mein Partner schon seit Beginn der Beziehung zu Wutausbrüchen neigt, wenn er zu viel Alkohol getrunken hat. Er beleidigt und beschimpft mich dann plötzlich ohne einen ersichtlichen Grund. Ich habe in dieser Situation schon alles versucht - ihm gut zu geredet, ihn angeschrien, ihn in den Arm genommen... Nichts hilft. Meine bloße Anwesenheit genügt schon um ihn zum Ausrasten zu bringen. Am nächsten Tag entschuldigt er sich immer, wenn er wieder nüchtern ist uns sagt, dass es ihm leid tut. Er weiß nicht warum er so ist. Mittlerweile war er soweit, dass er nur noch ganz selten und sehr wenig Alkohol getrunken hat, so dass er seine Emotionen im Griff hatte.

Nun waren wir vor 2 Monaten auf einer Hochzeit von Freunden eingeladen, auf der er wieder viel zu viel getrunken hat. Zu Hause wurde er wieder sehr ausfallend und laut. Ich hatte selbst nichts getrunken und stand einfach nur schweigend und leise weinend im Raum, in der Hoffnung, dass er einfach ins Bett geht und mich in Ruhe lässt. Plötzlich hat er nacheinander zwei große Wohnzimmerstühle genommen und nach mir und unserem Hund geworfen. Wir wurden zum Glück nicht getroffen, weil wir ausweichen konnten... Ich war so geschockt... Er ist dann wütend abgehauen und erst im hellen wieder nach Hause gekommen... Eine knappe Entschuldigung und die Beteuerung nie wieder zu trinken kamen als er abends wieder nüchtern war. Natürlich habe ich ihm wieder geglaubt und verziehen - es wurde ja niemand verletzt...

Am letzten Wochenende hat er dann wieder mit seinen Kumpels viel zu viel getrunken.... Meine beste Freundin und ich haben uns einen schönen Abend zu Hause gemacht. Plötzlich kommt mein Freund in die Wohnung, wütet rum, beschimpft und beleidigt uns, schmeißt mit Geldscheinen um sich und tritt eine große Glas-Haustür kaputt. Wir wissen absolut nicht was der Auslöser war... Er war nicht zu beruhigen, so dass meine Freundin und ich schnell das Weite gesucht haben. Es war so beängstigend und so peinlich.... Am nächsten Tag kam wieder die bekannte Entschuldigung und das Versprechen so etwas nie wieder zu tun....

Mein Partner ist (wenn er nichts getrunken hat) mein absoluter Traummann - er ist liebevoll, aufmerksam, sieht gut aus, hat einen guten Job, wir haben gemeinsame Hobbies und viel Spaß zusammen.... Ich liebe ihn sehr!

Jetzt steht unsere Hochzeit kurz bevor und ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll.... Wird sein Verhalten in den nächsten Jahren noch schlimmer (so dass er mich vielleicht sogar versehentlich körperlich verletzt)? Kann ich ihm glauben dass er sich jetzt im Griff hat? Hochzeit absagen & trennen? Oder ihm eine Chance geben und die Hochzeit trotzdem stattfinden lassen? Ich kann nicht mehr klar denken....
 
  • #3
Hi,
um Himmels Willen, sag ja die Hochzeit ab. Dein Partner wird sich auch mit der Ehe nicht verändern. Im betrunkenen Zustand zeigt ein Mensch gemeinhin sein wahres Gesicht, weil dann die Hemmschwelle sinkt. Dass er dich irgendwann verletzen wird, ist durchaus möglich.
 
  • #4
... Und falls Du die Kosten wegen der Annulation der Hochzeit scheust: glaub mir, die Ehe und unausweichliche Scheidung würden Dich noch sehr viel teurer zu stehen kommen.

Aus meiner Erfahrung macht die Liebe im Kampf gegen den Alkohol IMMER 2.
 
  • #5
Bitte nicht heiraten!!!
Sag ihm, dass Du die Hochzeit abgesagt hast und ihn erst heiratest, wenn er in Therapie war und ein Jahr lang trocken geblieben ist. Mach das am besten schriftlich und organisiere Dir vorher, also bevor er Deinen Brief bekommt, eine Bleibe, die er nicht ausfindig machen kann.
Eine Bekannte von mir hat auch ihre Hochzeit abgesagt vor vielen Jahren und auch bei ihr waren zig Leute eingeladen. Sie hat das so gemacht, dass sie sich gleich eine Reise gebucht hat und von dort aus zu Hause angerufen hat, um sich von ihrem Partner zu verabschieden. Sie wusste, dass sie den räumlichen Abstand braucht, um das durchzuziehen. Heute sagt sie, es war die beste Entscheidung ihres Lebens.
Bitte, lass Dich nicht von dem Gedanken, dass es peinlich ist, die Gäste wieder auszuladen, davon abhalten, die Hochzeit abzusagen. Du kannst auf jede Nachfrage ganz cool sagen, dass Du nicht sehenden Auges in eine Gewaltehe gehen möchtest.
Alles Gute! w, 36 Jahre
 
  • #6
Du wirst hier im Forum wahrscheinlich eine einhellige Meinung bekommen: Nahezu jeder wird dir abraten, diesen Mann zu heiraten.
Und auch ich kann dir leider nichts anderes raten!
Wie kommst du darauf, dass sein gewalt(tät)iges Problem auf einmal wie vom Erdboden verschwunden sein wird? Ein Mann, der seine Liebste körperlich aggressiv angeht, der hat ein ganz, ganz dickes Problem mit seiner Impulskontrolle und mit dem Ausagieren von negativen Gefühlen und Aggressionen!
Solchem Verhalten liegen prägende, wahrscheinlich Jahre andauernde Erlebnisse in der Vergangenheit/Kindheit zu Grunde, welche nicht einfach mal so mit ein bisschen gutem Willen unter Kontrolle zu bekommen sind. Da liegt ein ganz dicker Hund begraben. Den muss er ausgraben und das geht nur mit professioneller Hilfe, sprich Therapie, und die wird dauern, weil auch die prägende Zeit für seine Gewalttätigkeiten Jahre gedauert hat.

Ich verstehe immer nicht, wie man, an deiner Stelle, überhaupt auf die Idee kommen kann, eine Hochzeit mit einem Mann zu planen, von dem man schon immer weiß, dass er ein Schläger ist.
Gewalttätiges Verhalten wird nahezu immer nur schlimmer mit den Jahren! Besser wird da (ohne Therapie) nichts!
Wenn du dich nicht irgendwann in der Notaufnahme wiederfinden willst, heirate ihn nicht. Versuche mindestens Abstand herzustellen, wenn du dich schon nicht trennst.

w52
 
  • #7
Und dann kommt der Tag wo Ihr Kinder habt. Und dann? Entweder er lässt den alk aus dem Kopf oder du gehst. Ganz einfach. Aber heiraten wäre jetzt das letzte was ich machen würde.
M46
 
  • #9
Wird sein Verhalten in den nächsten Jahren noch schlimmer (so dass er mich vielleicht sogar versehentlich körperlich verletzt)? Kann ich ihm glauben dass er sich jetzt im Griff hat? Hochzeit absagen & trennen? Oder ihm eine Chance geben und die Hochzeit trotzdem stattfinden lassen? Ich kann nicht mehr klar denken....

1) Besser ist es wohl nicht geworden in den letzten 12 Jahren. Was hat er unternommen, um seinen massiven Schaden zu beseitigen?
2) Nein. Er hat 12 Jahre lang nichts in den Griff bekommen und nicht an sich gearbeitet.
3) Frist setzen: Therapie und dem Alkohol entsagen. Wird er jedoch nicht akzeptieren, da öffentliches Schuldeingeständnis. Dazu ist er nicht in der Lage, war er die letzten 12 Jahre nicht.
4) Wie viele Chancen hast Du ihm bereits gegeben?

Möchtest Du Kinder mit ihm haben?
Was, wenn er seine Wutausbrüche hat und Dein Kind trifft?
Was, wenn Dein Kind den alkoholkranken Veater so sieht, wie Du ihn derzeit siehst?

Klartext: Dein Freund hat massive psychische Schäden. Das übersiehst Du jedoch, denn er sieht gut aus und hat einen guten Job. Das tun andere Männer jedoch aus - ohne Schaden im Hirn.

Nicht wenige Frauen führen Beziehungen, die nach außen hin toll aussehen, nach innen hin aber gewaltige Baustellen beinhalten. Hoffen, dass mit der Heirat alles besser wird und "er" verantwortungsbewusst wird. Hoffen das selbe mit der Geburt des Kindes. Werden dann aber in den allermeisten Fälle doch eines besseren belehrt und lassen sich schlußendlich doch scheiden.

Und gehen mit Ü40 als gezeichnete Singlefrau auf Partnersuche.
 
  • #10
Wie kannst Du in einem Satz schreiben "er wird aggressiv wenn er Alk trinkt, aber ich weiss nicht wieso er aggressiv wird"? So back to topic, es wurde schon alles gesagt was für Dich relevant ist, hier nochmal meine 2c.
- er kann ja nur soviel Alk trinken, wie er verträgt
- er kann komplett auf Alk verzichten (braucht man nämlich sowieso für nichts)
- du verlässt ihn
Da er nach 12 Jahren weder Möglichkeit 2 noch 1 wahrgenommen hat, spricht Bände. Dass Du ihn noch nicht verlassen hast allerdings auch :). Sag die Hochzeit ab und such das Weite, ungeachtet möglicher Probleme, denn diese sind Nichts im Vergleich zu so einem Partner. Und vergiss die Idee von Therapie und 1 Jahr Trocken u.ä... funktioniert nicht, Ändern ist grundsätzlich möglich, aber weniger als 1% aller Bettrofennen ändern sich wirklich.
 
  • #11
Diese Frage haben wir hier oft, mit oder ohne bevorstehende Hochzeit.
Ich habe schon ein paar mal versucht, dazu meine Meinung zu äußern, aber niemals wurden meine Beiträge veröffentlicht, obwohl andere ähnlich Inhalts und ähnlich hart waren.

Es ist immer sehr frustrierend, wenn man sich viel Mühe mit einem Beitrag gibt und der dann einfach ohne ersichtlichen Grund gelöscht wird.
Daher hier an dieser Stelle nur in aller Kürze:

Verlaß ihn, er wird dich bald schlagen, ob du ihn heiratest oder nicht.

w 50
 
  • #12
Hallo !

ich war in der komplett gleichen Situation wie du . Bin 29, wir waren 9 Jahre ein paar und mein Mann neigte zu Aggressionen , cholerischen Ausbrüchen etc.

Kurz : ich habe die Hochzeit durchgezogen weil wir ja soooo lang zusammen waren und er soooo sehr beteuerte sich zu ändern .

In den Flitterwochen erlebte ich meinen persönlichen Horror inklusive Handgreiflichkeiten ...

Danach Trennung . Jetzt Scheidung und kirchliche annulierung!!!

Zu dir das nicht an !! Vertraue dich jmd an zB deiner Mutter etc. !!! Das hätte ich tun sollen ! Ich bereue es sehr ...

Lg
 
  • #13
Mein Partner ist (wenn er nichts getrunken hat) mein absoluter Traummann - er ist liebevoll, aufmerksam, sieht gut aus, hat einen guten Job, wir haben gemeinsame Hobbies und viel Spaß zusammen
Anscheinend hat er eine Menge unterschwelligen Frust und das Gefühl, im Leben in einer Zwangssituation zu sein. Oder er spürt im "Wachzustand" seine Aggressionen nicht, ist lieb und nett und macht alles, was Mutter und Freundin von ihm verlangen, und muss Alkohol dazu haben, damit die Barriere fällt.
Ich könnte mir vorstellen, dass er große Angst vor Verlust hat. Auf der einen Seite ist eure Beziehung schön, er scheint viel zu geben und vielleicht zu wenig auf seine Bedürfnisse ohne Kompromisse Rücksicht zu nehmen. Auf der anderen Seite ist da ja eine Menge unterdrückte Aggression, die kommt ja irgendwoher.

Dass einer Stühle nach dem Partner wirft und nach dem Hund, finde ich einfach nur grauenvoll. Nein, ich würde so jemanden nicht heiraten und nicht mal mit ihm zusammen sein wollen in einer Partnerschaft bei getrennten Wohnungen. Du bist der Fußabtreter für seinen Frust. Du bist vielleicht Teil des Problems, dass er sich eingeengt fühlt bei gleichzeitigen Verlustängsten, denn ihm wird eure Beziehung ja auch was geben. Aber das kann es ja nicht sein, dass Du dafür verletzt wirst, weil er sich nicht traut, aus seiner Situation auszubrechen bzw. er sich nicht traut, eigene Wege zu gehen oder aber er nicht das im Leben erreicht, was er will. Er scheint einer zu sein, der viel auf die Meinung anderer gibt, kann das sein?

Kann ich ihm glauben dass er sich jetzt im Griff hat?
Wie oft noch? Und das Problem mit dem unterschwelligen Frust ist nicht weg.
Auf jeden Fall Hochzeit absagen. Und ja, auch Trennung. Willst Du ewig Angst davor haben, ob er wieder gesoffen hat oder nicht? Wenn erstmal geheiratet wurde, ist so eine Art Endgültigkeit in der Beziehung. Ich bin sicher, ein Teil von ihm will überhaupt nicht heiraten und er macht das nur, weil "es" sich so ergeben hat. Er denkt, alle Welt erwartet das und insbesondere bist Du die Böse, denn Du erwartest es auch und Du bist der Anlass, dass er das nun tun muss.
Vielleicht irre ich mich auch und es ist einfach Jekyll und Hyde durch andere psychische Probleme. Das ist auch egal. Du bist gefährdet durch sein Verhalten, Du bist Dir selbst gegenüber verpflichtet, Dich zu schützen, denn Du bist erwachsen. Und ebenfalls den Hund, der ja nun gar nichts für irgendwas kann und nur bei euch ist, weil ihr ihn wolltet. Oder nur Du?

Einer, der 12 Jahre so ein Verhalten zeigt und nicht mal auf die Idee kommt, dass er ne Therapie machen sollte, dass er jemanden ernsthaft verletzen könnte und dass irgendwas ganz gewaltig schiefläuft mit ihm, hat ziemlich viele Chancen auf Besserung verstreichen lassen, finde ich. Ich halte auch nichts davon, dass seine Partnerin ihn zu Aggressionstherapien schleifen muss, das sollte SEIN Anliegen sein.
 
  • #14
Du stehst Da, wo ich vor 5 Jahren stand, als ich wider besseres Wissen meinen alkoholabhängigen Mann geheiratet habe.
Ich habe es jeden einzelnen Tag bereut.
Ja, er war auf eine Art mein Traummann, und ich habe ihn so sehr geliebt. ABer ich bin emotional daran zerbrochen.
Und seine Aggressivität war, genau wie Du es beschreibst, abhängig von der Menge des Alks.
Tu es Dir nicht an ! Du kannst ihn nicht ändern. Er wird sich nicht ändern. Du zahlst die Zeche.
Eines Tages wird es eskalieren, er wird Dich, Hund oder Kind verletzen. Die Spirale ist vorgezeichnet.
Du kannst Dich jetzt noch "retten" - tu es.
Der einzige Rat , den ich Dir geben kann: Lauf, so schnell Du kannst. Weg.
ICh habe teuer bezahlt, finanziell, emotional und ich werde noch sehr lange nicht von der ganzen Geschichte loskommen.
Mein Mann ist nun tot, er starb am Korsakoff Syndrom (langjähriger Alk Abusus) und 2 Schlaganfällen.
Auch so ein "Ende" ist ggf. vorgezeichnet.

Fasse Mut, und trenne Dich. Noch geht es.
 
  • #15
Liebe FS

Es tut mir leid!
Dringend und unbedingt diese Hochzeit absagen! Da hilft nur ein Not - Stop! Dein Partner hat ein grosses Problem und bringt damit sich selber (!) und vor allem Dich in Gefahr.
Und wenn irgend möglich, dann lass die Eltern/Trauzeugen/.. die Absage machen und verreise Du an einen Ort, den er nicht kennt. Du solltest Dich schützen.
Schau, Du unterstützt sein Verhalten, wenn Du diesen Schritt NICHT machst.
Liebe, Ehe, ... - all dies hilft ihm nicht. Es "heilt" ihn nicht. Er braucht dringend eine Therapie. Und die wird er höchstens machen, wenn er ERLEBT und dann selber EINSIEHT, dass er sie machen muss.
Mit einer Hochzeit, einem In - der Beziehung - bleiben, unterstützt Du nur sein letztlich auch ihn selbst zerstörendes Verhalten.

Alles Gute und viel Kraft!
W54
 
  • #16
Vielen Dank für eure schnellen Antworten. Trotzallem liebe ich ihn... Dass ich nun die Hochzeit absagen muss bricht mit das Herz. Und ich weiß nicht wie ich allen absagen soll - wir haben ca. 140 Gäste u.a. auch seine Arbeitskollegen.... Welchen Grund nenne ich? Die Wahrheit finde ich zu hart! Wir wohnen in einem kleinen Dorf - jeder wird schlecht über ihn/uns sprechen....
 
  • #17
Ich sehe drei Möglichkeiten:

1. du machst weiter wie bisher, glaubst seinen Beteuerungen und Versprechungen. Da das keine Konsequenzen für ihn jemals hatte, wird es sich weiter steigern: wirst du innerhalb des nächsten Jahres sicherlich bald selbst mal seine Faust zu spüren bekommen, wenn er dann nicht nur Möbel zerschlägt und nach dir wirft. Oder du nicht ausweichen kannst.

2. Du trennst dich und er macht eine Therapie und du schaust, ob sich danach was gebessert hat.

3. Du beendest die Beziehung endgültig.

Ich persönlich würde Nummer 3 bevorzugen.

Denn das was man nicht therapieren kann ist der fehlende Respekt dir gegenüber. Sein Verhalten hatte deinerseits keinerlei Konsequenzen jemals füe ihn und ich denke, dass es überhaupt zu solchen Tätiglichkeiten gekommen ist, liegt auch daran, dass du ihm bereits bei verbalen Angriffen in der Vergangenheit keine Grenzen aufgezeigt hast und sich diese somit immer weiter nach hinten verschoben haben.
Das zu heilen und umzukehren halte ich eigentlich für nicht möglich. Das wäre auch eine Lernaufgabe für dich entsprechend Grenzen zu setzen.

Sofern dein Freund kein süchtiger Alkoholiker ist, ist es auch ein Zeichen von Respektlosigkeit dir gegenüber sich derartig zu betrinken, wenn er weiß dass er dann die Kontrolle verliert.

Mein Ex reagierte wohl angeblich auch aggressiv auf Alkohol. Ich weiß das aber nur, weil er es mir mal erzählt hat auf die Frage hin, warum er fast nie etwas trinkt.

Er hat sich beherrscht, weil er nie so ausfällig werden wollte und mir das nicht zumuten wollte.

Dein Freund hingegen nutzt Alkohol und sein Betrunkensein als Ausrede dafür, um ausfällig werden zu können und seine Aggressionen ausleben zu können.
Ich habe ihn nicht einmal in 27 Jahren aggressiv erlebt. Wenn er wütend wurde ist er spazieren gegangen.


Sie es mal aus diesem Blickwinkel.
 
  • #18
Hallo fäuleinlustig,

ich schließe mich den Ratschlägen bezüglich der Absage der Hochzeit an.

Ich frage mich, warum sich Frauen so etwas gefallen lassen. Ich wäre schon nach dem ersten üblen Schimpfwort weg. Denn ich möchte, dass mich mein Partner/Mann selbst wenn er betrunken ist, wertschätzt und gut behandelt!!!

Dass der Alkoholkonsum in Deinem Freund Aggressionen hervorruft, müsste Dir wahrscheinlich schon längst bekannt sein. Ihr seid doch schon seit 12 Jahren zusammen. Ich habe es als Kind bei meinen Nachbarn erlebt. Der Mann kam ab und an nach Hause betrunken und wurde aggressiv gegenüber der ganzen Familie. Mai, wie viel Geschreie und bitteres Weinen habe ich als Kind in der Nacht von der Nachbarin und ihrer kleinen Kindern gehört! Es war furchtbar!!! Sie konnte sich jedoch von ihm nie trennen.

Dieses Risiko würde ich als Frau nie eingehen. Selbst wenn er eine Therapie macht, besteht keine Garantie, dass er nicht rückfällig sein wird.

Daher empfehle ich Dir vom ganzen Herzen, lass die Finger von diesem Mann weg und sage die Hochzeit lieber ab.

Schöne Grüße
Kati
 
  • #19
Ich hatte einen guten Freund, der seine Kindheit so beschrieb -
Sein Vater kam regelmäßig besoffen nach Hause, irgendwann, tobte, weil dann das Essen nicht warm auf den Tisch stand, oder fand einen anderen Anlass, zerschmiss Porzellan, zerschlug Möbel und prügelte die Mutter unter den Tisch (O- Ton).
Bis zu dem Tag, wo der Sohn alt genug war...
Die Alpträume hat er bis heute (nehme ich an, der Kontakt ist abgebrochen), massivste Schlafstörungen, irgendwann fing es auch mit Alkohol an, zum Schlafen, zum Vergessen.
Ich weiß nicht, wieviele Entziehung er machte, die geeignete Therapie fand sich nie, und auch wenn er momentan eine trockene Phase hat, ist er mit knapp Ü50 einfach fertig.

Wahrscheinlich war auch dieser Vater für die Mutter im nüchternen Zustand ein Traummann wie für die vielen anderen Frauen mit ähnlichen Geschichten.

Bitte, heirate nicht nur nicht, sondern gehe, solange Du das noch kannst.
Für eine Therapie, langwierig und schwierig, braucht er die Einsicht und den Willen. Siehst Du irgendeinen Ansatzpunkt?
Und Du hast längst Deine Rolle in diesem System, weinend, ängstlich, rechtfertigend.

Geh doch mal zu einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern, und frage dort.

Und nur eine Frage - Warum machst Du das 12 Jahre mit?
 
  • #20
Wie viele Jahre erträgt du diese Ausfälle schon und hoffst, dass es nicht mehr passieren wird? Geändert hat sich nichts. Wird es auch in Zukunft nicht, außer er verzichtet vollkommen auf Alkohol, macht eine erfolgreiche (!) Therapie und und und .... du wirst nie aufhören einen Rückfall zu fürchten. Sollte er auf seiner eigenen Hochzeit auch den erforderlichen Pegel für Wutattacken erreichen, musst du selbst in deiner Hochzeitsnacht um deine Sicherheit fürchten.
Heirate ihn nicht. Und: Ich weiß, wovon du sprichst, habe 12 Jahre an einer Beziehung festgehalten, in der ich zum Schluss aufs Übelste verbal fertig gemacht wurde, wenn mein Ex-Partner zu viel getrunken hatte. In der Endphase hatte ich inmer eine Notübernachtung bei meiner besten Freundin für den Worst Case eingeplant.
 
  • #21
Er hat Möbelstücke nach Dir und deinen Hund geworfen. Jetzt stell dir mal bitte vor, ihr hättet ein Kind. Furchtbarer zukünftiger Gedanke oder?

Entschuldige bitte, aber wie konntest du es nur soweit kommen lassen - 12 Jahre lang! Jede halbwegs vernünftige Frau wäre schon über alle Berge, denn
ihm hilft deine Vergebung, deine mehr oder weniger stille Akzeptanz doch auch nicht. Ihm hilft langfristig nur eine Therapie!

Ganz klar: Die Hochzeit absagen!
Deine Freundin war live dabei während deinen "Verlobter" ausgerastet ist.
Deine Freunde und auch Familie werden dafür Verständnis haben.

Alles Gute.

W, 32
 
  • #22
Filme ihn doch mal, wenn er am Ausrasten ist und zeig ihm das dann am nächsten Tag.
Das würde ich nicht tun. Wenn er es mitbekommt könnte es sein, er fühlt sich dadurch provoziert. Die Reaktion darauf könnte ziemlich heftig ausfallen.
Außerdem ist davon auszugehen, er weiß wie er sich verhält und erinnert sich, sonst würde er sich im nüchternen Zustand nicht für sein Verhalten entschuldigen.

Was mich verwundert ist, dass der Hund bislang offensichtlich noch nicht dazwischen gegangen ist. Aber das ist vielleicht nur eine Frage der Zeit.

Dein Partner weiß um sein Verhalten, er kennt den Auslöser dafür aber er ändert nichts. Zu einer Fortsetzung der Beziehung oder gar Heirat würde ich nicht wirklich raten.
 
  • #23
Wenn Du ihn wirklich heiraten willst, dann würde ich den Kreis der vollständig über die Vorfälle Informierten maximal vergrößern. Deine Eltern, seine Eltern, Eure Freunde, Geschwister, Nachbarn, Kollegen usw... alle sollten davon erfahren, dass er unter Alkoholeinfluss völlig unkontrolliert und gewalttätig gegen Dich wird und das bereits mehrfach.

Am besten erzählt er ihnen das selbst ohne etwas zu beschönigen und verspricht hoch und heilig vor allen, dass er sich nicht mehr betrinken wird.

Das könnte dazu führen, dass der soziale Druck, ihm hilft das Versprechen auch Realität werden zu lassen.

Ansonsten wäre eine praktische Lösung, dass er nicht nach hause kommen darf, wenn er getrunken hat. Mein Nachbar im Gartenverein muss z.B. immer im Garten bleiben, wenn er gesoffen hat, bis er dann vollständig ausgenüchtert ist.

Allein auf das Versprechen, dass er das nicht nochmal tun wird, kannst Du nicht bauen. Vielleicht wäre es angemessen, die Hochzeit zu verschieben und ihm erstmal einigen Monate Bewährungszeit einzuräumen.
 
  • #24
"Ohne Alkohol ein absoluter Traummann."

Pass auf, viele Menschen reißen sich im Alltag sehr zusammen. Mehr als gut ist. Sie unterdrücken alle ihre Emotionen und haben nie gelernt über ihre Probleme zu diskutieren. Ihre wahren Probleme kommen aber dann durch Alkohol ans Tageslicht und brechen dann erst recht unkontrolliert hervor. Sehr gefährlich ist das. Dein Partner trinkt nicht ohne Grund. Offenbar geht ihm diese 12 jährige Beziehung irgendwie an die Nerven. Irgendwas stimmt nicht. Sonst würde er nicht nach dir mit dem Stuhl werfen.
Männer leiden gerne still und lassen im Alltag den Sonnenschein raushängen.

Dass du nicht sagen kannst, wo das Problem mit ihm ist und das nach 12 Jahren, zeigt, dass du nicht nur verwirrt bist, sondern absolut nicht weißt, was im Leben deines Freundes ab geht. Hat er jemand neues kennengelernt? Hat er Ärger im Job? Hat er unerfüllte Träume und Visionen? Hat er Geldprobleme?

Ich vermute, er ist über sein Leben gefrustet, da du sagst, er hat das schon immer. Viele Menschen erhoffen sich mehr vom Leben als sie je bekommen haben oder werden. Das ist dramatisch und führt zu Überreaktionen bis hin zu Gewalttaten.
Und Alkohol + Aggression ist eine teufliche Kombination.
Mache erstmal ausfindig, was bei euch das Problem ist. Keine Heirat. Du bist wahnsinnig. Und dir und deiner Zukunft + evtl. Kindern völlig unverantwortlich!
 
  • #25
Hallo,
es wurde bereits viel geschrieben. Und ja, Du hast Recht, er sollte sich ändern. Alkohol Therapie bzw. Entzug bzw.usw. ..... !
Aber nicht er , auch Du bist co-abhängig, Du Deckels seinen Konsum!
Änder Dich , ich weiß einfach gesagt, wenn es die Liebe Deines Lebens ist.
Solange Du nur "Tips" bekommen möchtest oder Ratschläge, hast Du wahrscheinlich noch nicht genug mit ihm Negatives erlebt!
Was müsste er tun, damit Du endgültig gehst?!
Und was bist Du Dir wert?!
Alles Liebe
A.
 
  • #26
Ich sehe das nicht ganz so schlimm wie die Meisten hier.
Natürlich, richtig ist, er verträgt nur sehr wenig. Und wird komplett bescheuert, wenns zuviel war. Was in letzter Zeit viel zu häufig vorgekommen ist.
Stimmt alles, und ungefährlich ists auch nicht, was er da treibt.

Ich habe aber auch gelesen, dass er über viele Jahre sehr wenig getrunken hat und in dieser Zeit nichts vorgefallen ist. Das ist ein kleines Licht am Ende des Tunnels.

Irgendein Promi hat eine Art Ehevertrag, darin steht, was er zu blechen hat, wenn er zuviel trinkt und dann blöd wird. Wäre das evtl. eine Möglichkeit ?
Ich lese irgendwie heraus, dass er sich schon im Griff hat, wenn er will. Und du ihn gerne heiraten möchtest - ohne Alkohol. Und - auf der eigenen Hochzeit gibts nur bleifrei - für alle. Es gibt tolle Drinks ohne Alkohol, Sekt ohne, Bier ohne .... schadet allen nichts. Inkl. der Gäste. Und ja, das sagt einer, der gerne alkoholische Getränke geniesst - es allerdings auch kann.
Redet ernsthaft - besser heute als morgen. Absagen kannst du zur Not immer noch - der Ärger wird nicht grösser, wenn das erst in 5 Tagen passiert.
Alles Gute
Tom
 
  • #27
Aggressives Verhalten ist nicht zu entschuldigen, weder bei einen Mann der unter Stress oder Alkohl steht und mit Möbelstück um sich wirft,
noch bei einer Frau die sich als leidenschaftlich und impulsiv bezeichnet, nachdem sie die massive Bodenvase nach ihrem Liebsten geworfen hat.
Beides ein erbärmliches, hilfloses und vor allem respektlose Verhalten gegenüber einen Menschen, welchen man angeblich liebt.

Da hilft weder filmen, Frist setzen und ihm damit die 8 oder 25 Chance zu geben, da hilft auch kein ewiges hoffen das es besser wird, da hilft nur sich selber etwas Wert sein und ein Bye Bye, Lebwohl sagen.
 
  • #28
Ich bin so eine, die bereits mit Bauchschmerzen geheiratet hat, weil ich es peinlich fand, alles wieder abzusagen.
Es hat 20 Jahre gedauert, bis ich aus dieser Ehe wieder aussteigen konnte.
Einmal "ja" gesagt, hast Du einen Rattenschwanz an Bürokratie und Kosten, inclusive das Thema Kinder, Rosenkrieg, psychische Schäden und vorallem: Du bist gealtert und bedauerst, dass Du die ganze Zeit über nicht richtig gelebt hast. Ich beginne jetzt, mit fast 50, meine Traumziele zu erreichen und frage mich: Warum war die Nacht so lang...
Dagegen ist ein Paukenschlag (Absage der Hochzeit) ein heilsames Zeichen, das Dir eher die Bewunderung aller Eingeweihten bringen wird. Dir wird Verständnis entgegengebracht werden.
Dass er gut aussieht, wird nicht lange mehr bleiben. Spätestens ab 40 hat sich seine wahre Natur ins Gesicht gegraben. Rote Nase, aufgedunsenes Gesicht, irre Augen... Ich "durfte" es bei einem Bekannten miterleben.
 
P

proudwoman

Gast
  • #29
Und dann kommt der Tag wo Ihr Kinder habt. Und dann? Entweder er lässt den alk aus dem Kopf oder du gehst. Ganz einfach. Aber heiraten wäre jetzt das letzte was ich machen würde.
M46
Das war auch mein Gedanke...Kinder. Dein Partner ist krank würde ich sogar sagen, ziemlich krank! Er braucht dringend psychologische Hilfe. Heirate ihn nicht, bitte. Bist du denn sicher, dass er "nur" zu viel Alkohol trinkt? Nimmt er vielleicht noch etwas anderes..Drogen oder ähnliches. Anabolika? Mit ihm stimmt was nicht. Alles Gute und pass auf dich auf...und auf deinen Hund.
 
  • #30
Ich habe hier selten eine so klare und erschütternde Beschreibung gelesen. Nein, es wird nicht besser. Ncht heiraten, sofort trennen, kann ich nur raten. Jeder wird es verstehen und Deine Freundin sollte Dich längst darauf angesprochen haben. Lauf! Schnell!
 
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