• #31
Die von dir beschriebenen Szenen sind schon sehr heftig: schwere Stühle nach der Partnerin und dem Hund werden, Glastür eintreten,... woher kommt diese Gewaltbereitschaft?

Mir wäre das zu viel. Ich könnte mir vorstellen, dass die Abstände dieser Ausbrüche mit der Zeit eher kleiner werden und die Ausmasse grösser. Dass es aufhört, darauf könnte ich nicht vertrauen. Hat dein Partner doch schon mehrmals gesagt, dass er nichts mehr trinkt und sich doch nicht dran gehalten. Das zeigt ja, dass er definitiv ein Alkoholproblem hat und dies auch weiss.

Irgendwie hätte ich das Gefühl, wenn ich in dieser Situation heiraten würde, würde ich ihm dadurch zu verstehen geben, dass ich sein Verhalten toleriere/akzeptiere. Da ich das aber nicht könnte, würde ich auch nicht heiraten.

w44
 
  • #32
Liebe FS,
seit 12 Jahren bekommt Dein Partner sein Alkoholproblem und die damit verbundenen Aggressionen und Abwertungen Deiner Person nicht in den Griff. Welche Synapsen sind bei Dir komplett fehlgeschaltet, dass Du auf die Idee kommst diesen Mann heiraten zu wollen? Warum bist Du noch mit ihm zusammen? Wsas tickt da bei Dir komplett fehl?

Selbstverständlich nicht heiraten, jetzt nicht und auch nicht in den nächsten 20 Jahren, wenn er nicht nachgewiesen alkfrei ist.

Da musst Du wohl die Peinlichkeit akzeptieten, die Hochzeit abzusagen, ist 1.000 mal besser, als sich an so eine Nullnummer dauerhaft zu binden. Das braucht Mut. Viel Erfolg oder Viel Spaß in der Ehe mit so einer Flachpfeife - das wird schlimmer, wenn Du ihm nicht einfach kündigen kannst.
 
  • #33
Um Gottes Willen.......Alkoholismus vorprogrammiert. Ich hab es an eigenem Leib erfahren. Lass es, um Gottes Willen....du wirst deines Lebens nicht mehr froh.
 
  • #34
Wie heißt es doch:
Drum prüfe, wer sich ewig bindet.
Und in dieser Zeit zeigte sich eine Seite, die man sich nicht antun sollte. Türen eintreten und Möbel werfen, das ist nicht mehr als Ausrutscher einzustufen.
Nicht heiraten, wirklich nicht.
 
  • #35
In jeder Stadt gibt es Beratungsstellen wie ProFamilia oder ähnliches. Geh dort hin und lass dich beraten. Die können dir auch die Geschichten der vielen Frauen berichten, die ähnliches erlebt haben. Am besten lass dir Fotos der geschlagenen Frauen zeigen und dann überlege dir, ob du das tatsächlich willst.
Denn eins ist sicher: besser wird es nicht. Im Gegenteil, die Gewaltspirale wird sich weiter steigern. Erst beschimpfte er dich, dann die Stühle, nun die kaputte Tür und beim nächsten Mal hast du eine sitzen. Auch bei dieser Ohrfeige wird es nicht bleiben. Ich habe gerade eine Szene aus dem Film "Der Feind in meinem Bett" mit Julia Roberts vor Augen - Häusliche Gewalt der übelsten Art.

Willst du das?

Auch eure Kinder, solltet ihr welche bekommen, werden leiden. Lionne69 hat es sehr gut beschrieben.

Du kannst die Hochzeit immer noch absagen. Wenn du den wahren Grund nicht offenlegen willst, sag irgendwas von Differenzen. Weihe aber zumindest deinen engsten Familien- und Freundeskreis ein.
Keine Eltern der Welt wünschen sich so einen Ehemann für ihre Tochter. Sie werden dich sicher bei allem unterstützen.
 
  • #36
Liebe FS,

Ich denke, dass du dich zu spät ernsthaft mit der Sache beschäftigst, es ist jetzt 5 vor 12 (hochzeit) und erst jetzt schreibst du hier... hast du 12 jahre gehofft dass er sich ändert? Dann hast du echt einen langen Atem :)
Ich glaube dadurch dass dir jetzt erst irgendwie klar wird wie ernst die Lage ist, willst du alles umkrempeln aber deine Gefühle hinken hinterher.
solche Entscheidung zu treffen (hochzeit absagen) brauchen Zeit (emotional), die du nicht mehr hast daher kann ich mir vorstellen wie zerrissen du nun bist.
Es hilft aber nix, wenn du dich schützen willst: Augen zu und durch (hochzeit abblasen)
 
  • #37
Meine bloße Anwesenheit genügt schon um ihn zum Ausrasten zu bringen. Am nächsten Tag entschuldigt er sich immer, wenn er wieder nüchtern ist uns sagt, dass es ihm leid tut. Er weiß nicht warum er so ist. Mittlerweile war er soweit, dass er nur noch ganz selten und sehr wenig Alkohol getrunken hat, so dass er seine Emotionen im Griff hatte.

Liebe FS,

mich wundert es, dass du dieses Verhalten von deinem Partner schon so viele Jahre erträgst.

Wenn er weiß, was Alkohol beim ihm auslöst, warum meidet er ihn nicht?
Solange er das nicht tut, kann es immer wieder zu Ausrastern kommen und diese können immer schlimmer werden.

Du schreibst, bisher wurde niemand verletzt, weder du, noch deine Freundin, noch euer Hund. Doch das ist nur eine Frage der Zeit.
Darüber solltest du dich keinen Illusionen hingeben.

Auch nicht, dass er sich unter Alkoholeinfluss anders verhalten wird, wenn einmal Kinder da sind. Hast du daran schon einmal gedacht ...?
 
  • #38
Liebe FS

Es gibt verschiedenste Typen von Alkoholismus. Ein Alkoholiker muss nicht zwingend täglich literweise Alkohol konsumieren. Es gibt so was wie Quartalssäufer (ich kenne leider keinen politisch korrekteren Ausdruck dafür), was bedeutet, dass diese Alkoholiker unter Umständen viele Wochen lang quasi keinen Schluck trinken, danach aber oftmals ebenfalls über viele Wochen lang tagtäglich viel zu viel.

Die von Dir beschriebenen Aggressionen sprechen eine allzu deutliche Sprache: Der Mann wird ausgesprochen gefährlich, sobald er zu viel trinkt. Und es besteht von seiner Seite aus keinerlei Anlass, daran etwas zu ändern, denn Du hast es ganze 12 Jahre lang mitgemacht und willst ihn nun offensichtlich sogar heiraten!

Tu Dir das nicht an. Dir selbst zuliebe und Eurem armen Hund und vor allem nicht Euren zukünftigen Kindern!!!!! Zieh JETZT die Notbremse und gehe.

Es besteht die Möglichkeit, dass er danach vor lauter Schock dem Alkohol lange abschwört. Aber in sooooooooooooo vielen Fällen gibt es danach wieder Rückfälle. Ich selber, damals hochschwanger, fand damals, nach seinen Beteuerungen, nie mehr zu trinken, geleerte, versteckte Weinflaschen. Kannst Du Dir auch nur ungefähr ausmalen, wie ich mich fühlte? Möchtest Du das? Möchtest Du, schwanger oder mit kleinem Kind, bei jeder Rückkehr von ihm fürchten, er hätte unterwegs was getrunken? Er wirft schwere Möbel nach Dir und Eurem Hund - und Du fragst ernsthaft noch, ob Du ihn dennoch heiraten willst?

Wach auf!!!

Und selbst wenn er tatsächlich einen Entzug machen würde, sei Dir eins bewusst: Wer einmal alkoholkrank war, der bleibt dies sein Leben lang. Das muss man sich als Partner/in unbedingt bewusst sein. Denn das hat ganz einschneidende Auswirkungen auf das ganze weitere gemeinsame Leben. Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Ihm auszuweichen, ist wirklich schwierig! Und die Angst vor einem Rückfall begleitet den Alkoholkranken UND dessen Partner/in ein ganzes Leben lang.
 
P

Papillon

  • #39
Ich kann mich nur der Mehrheit anschließen, sag ab. So wie du das schilderst er wird dich früher oder später wirklich körperlich verletzen. Es werden immer mehr Grenzen von ihm überschritten. Die Gewaltspirale steigert sich. Das ist das Gegenteil von sich ändern wollen. Deine Kinder werden diesen Horror miterleben müssen. Willst Du das wirklich?
Bestehe auf einen Alkoholentzug, wenn du die Beziehung wirklich fortsetzen willst und denke an Deine Sicherheit! So lange er sich nicht in Griff hat, halte Dich von ihm fern.
 
  • #40
Das was Du beschreibst hat einen Namen. Das heißt häusliche Gewalt. Du bist Opfer von häuslicher Gewalt und das schon seit mehreren Jahren.

Es gibt sicher Beratungsstellen in Deiner Umgebung oder google einfach mal nach dem Stichwort. Du bekommst auf den Beratungsseiten mehr Infos. Häusliche Gewalt steigert sich normalerweise im Laufe der Zeit. Erst sind es nur Beleidigungen, dann wird er körperlich aggressiv über eine Ohrfeige bis zu krankenhausreif Prügeln. Es kann sich auch immer schneller wiederholen.

Der Wurf mit den Stühlen und das ausfallende Verhalten gegenüber Dir und Deiner Freundin ist schon ziemlich Extrem. Das ist kein Verhalten, das unsere Gesellschaft duldet. Wegen so etwas kannst Du eine einstweilige Verfügung bei Gericht beantragen, damit er sich Dir nicht mehr nähern darf. So wird sein Verhalten von uns gewertet.

Die Opfer von häuslicher Gewalt verlieren oft das Selbstbewusstsein und halten das Verhalten des Täters irgendwann für normal. Sie fühlen sich selbst klein und schuld an seinem Verhalten. Das sind dann die Frauen, die sagen, sie waren ja selbst schuld, dass er ihr den Kiefer gebrochen hat, schließlich haben sie ihm das Bier auch viel zu langsam aus dem Kühlschrank geholt. Oft schützen die Opfer den Mann noch und vertrauen sich niemandem an. Das blaue Auge ein Mal im Monat soll dann vom Ausrutschen im Bad kommen und nicht von seinen Schlägen. Es sterben Frauen als Opfer von häuslicher Gewalt in Deutschland!

Du konntest Dich die letzten 12 Jahre schon nicht aus der Situation von häuslicher Gewalt lösen. Das wäre aber sehr wichtig für Dich.

Ich empfehle Dir, Dich vor der Hochzeit ganz eingehend über häusliche Gewalt zu informieren und Dich auch professionell beraten zu lassen.
 
  • #41
Dein Leidensdruck ist offenbar noch nicht hoch genug, sonst würdest Du Dich trennen. Nun suchst Du Gründe, es nicht zu tun: peinlich, kleines Dorf, ich liebe ihn trotzdem,usw., ufs.
Betrunkene und kleine Kinder sagen die Wahrheit. Genau in den von Dir beschriebenen Situationen siehst Du, was er wirklich denkt und für Dich empfindet. Was muss noch passieren? Das er die gesamte Einrichtung zerlegt? Du im Krankenhaus landest? Ist das dann weniger "peinlich"? Höre auf, nach außen den schönen Schein zu wahren zu wollen, den es bei Euch gar nicht gibt! Der Mann ist seit Jahren so und es wird immer schlimmer. Er wird in der Ehe noch aggressiver und cholerischer, weil er nun das Gefühl hat, er hat Dich "sicher" und Du könntest ihn nicht so einfach verlassen. Denke einmal darüber nach, wie es in dieser Ehe in 5 Jahren aussieht. Dann sind vielleicht Kinder da und seine Wut richtet sich auch gegen sie. Ich spreche aus Erfahrung. Mein Vater war Alkoholiker und rastete wie Dein Freund aus. Meine Mutter hat sich finanziell und emotional von ihm abhängig gemacht und sich nicht getrennt. Wir waren ihm also bis zur Volljährigkeit ausgeliefert und JA, er hat auch uns geschlagen. Als erwachsene Frau kann man gehen, als Kind nicht. Da ist man von der Entscheidung und dem Selbstwertgefühl der Mutter abhängig.
 
  • #42
Lass es sein! Nicht heiraten!

Er versucht seit 12 Jahren sich zu ändern und schafft es nicht! Er weiß um sein Verhalten wenn er getrunken hat und trinkt doch immer wieder!

Wenn du ihn heiratest und er sich sicher ist, dich am Haken zu haben, dann wird er vielleicht sogar noch öfter trinken, denn er muss sich dann ja nicht mehr zusammen reißen. Und du musst die Situation viel öfter aushalten! Willst du das?

Ich könnte diesen Mann nicht mal entspannt heiraten, denn an so einem Tag wird auch getrunken. Wenn du Pech hast kommt schon in der "Hochzeitsnacht" das böse Erwachen!

Wenn du diesen Mann heiratest, rennst du mMn sehenden Auges in dein Unglück!

Deine Entscheidung! Nur ein "nüchterner Traummann" ist kein Traummann!
 
  • #43
Er hat schon versucht dich zu verletzen als er die Stühle nach dir geworfen hat!!! Er hätte dich nur unglücklich am Kopf treffen müssen und du wärst jetzt im Rollstuhl oder tot! Auf keinen Fall heiraten! Natürlich wird das schlimmer, er betrinkt sich ja weiterhin.

Wenn er sonst dein Traummann ist kannst du ihm allenfalls während einer Therapie wegen der Agressionen die er durch den Alkohol rauslässt zur Seite stehen und nach Abschluss testen, ob es geholfen hat (er scheint noch kein Alkoholiker zu sein nach deiner Beschreibung). Auf keinen Fall würde ich mit diesem Mann wohnen wollen, denn wenn du bei ihm bleibst, riskierst du, dass er dich irgendwann im Suff umbringt. Die Hemmschwelle ist bei ihm ja schon gefallen.

Frage mich auch, ob du seine Traumfrau bist wenn er sein Problem kennt und trotzdem zuviel trinkt und billigend in Kauf nimmt dich zu verletzen, körperlich und psychisch.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #44
Ihr wohnt in einen kleinen Dorf und du hast Angst das die Nachbarn über Euch schlecht reden?
Du kannst dir ziemlich sicher sein, dass sie es schon längst machen! Bei dem Krach, der zerbrochenen Tür, sowie Mithörern (Freundin) bleibt das Getuschel nicht aus.
Hinter verschlossenen Türen wird sich wohlmöglich schon das Maul über deinen aggressiven Mann und seine "gedruckte" Frau zerrissen.
Kein besonders schönes Gedanke, wenn man bei der eigenen Hochzeit nicht nur gefeiert, sondern vielleicht auch bedauert wird.

Eine Hochzeit kann ohne Grund abgesagt werden, die Gäste bilden sich meist sowieso ihre eigene Meinung.

Sind das also deine einzige Sorgen?

Das du deinen Partner liebst, steht hier außer Frage - sonst würdest du das nicht 12 Jahre ertragen oder ist es wohlmöglich doch nur die Angst vorm Alleinsein oder den Trasch der Nachbarn?
Zweifeln scheinst du immerhin schon an Eurer Zukunft sonst hättest du die Frage hier nicht eingestellt.

Du hast ihm schon öfters gesagt, dass er es ändern soll - er hat es nicht getan, was sagt das über seine Liebe zu Dir aus?

Geh in dich. Nimm dir Zeit (nicht allzulang) auf deine Wünsche/ Bedürfnisse zu hören - unabhängig von Dritten.
Es ist dein Leben
.
 
  • #45
Und ich weiß nicht wie ich allen absagen soll - wir haben ca. 140 Gäste u.a. auch seine Arbeitskollegen.... Welchen Grund nenne ich? Die Wahrheit finde ich zu hart! Wir wohnen in einem kleinen Dorf - jeder wird schlecht über ihn/uns sprechen....

Du brauchst für alle außer der "inneren" Familie keinen Grund zu nennen. "Wir bedauern, dass wir unsere Einladung rückgängig machen müssen. Es sind viele, sehr persönliche Gründe. Wir hoffen auf euer Verständnis"....oder so.

Was sagen eigentlich deine Eltern? Finden die das in Ordnung, was da passiert? Wollen die dich nicht schützen? Manchmal ist dieser familiäre Druck dann groß. Sie sehen dich als seine Frau, ihr seid schon lange ein Paar, sie könnten Druck ausüben, das jetzt durchzuziehen, weil sie einen Ruf zu verlieren haben und weil sie Gerede im Dorf vermeiden wollen.

Aber weißt du, hier musst du, liebes Fräulein Lustig nun für dein eigenes Leben einstehen! Viele hier haben dir ausgemalt, einige Frauen aus eigenem Erleben, wie es werden wird und wie sehr du das bereuen wirst. Nein, er wird sich ohne großen Druck nicht ändern und keine Hilfe von außen suchen. Und jetzt kommt das auf ihn zu, was ja viele Männer auch fürchten: Er muss jetzt für eine entstehende Familie sorgen, er muss der wirtschaftliche Garant sein. Das ist eine schwere Last auf den Schultern junger Männer. Es wird nicht leichter für ihn - und sein Druck wird ihn wieder vermehrt zum Alkohol führen....seine Aggressionen werden sich wieder gegen dich entladen.

Die Alternative, ihm zu sagen, dass er sich Hilfe suchen muss und erst nach gründlicher Arbeit an sich selbst an so etwas wie eine Familiengründung mit dir gedacht werden kann, finde ich gut.

Sei nun stark für dich und dein eigenes Leben. Diese Situation ist eine Weiche in deinem Leben. Sorge selbst dafür, dass aus dir kein Fräulein Verzweifelt wird.
 
  • #46
Was sagen denn deine Freunde/Familie dazu?
Ich kann verstehen, dass es für dich schwer ist, da du ihn liebst.
Heiratet ihr kirchlich, und gibt es einen Pfarrer mit dem sprechen kannst?
Ich fürchte, wenn du ihn heiratest, wird es sehr schwer, auf einer Therapie o.ä. zu bestehen.
Wenn du die Hochzeit absagt und auf Behandlung bestehst, wird er vermutlich die Beziehung beenden. Dein Partner ist anscheinend sehr unzufrieden mit sich. Aber über die Gründe kann man hier nur spekulieren. Ich würde mit ihm ein Gespräch im Beisein einer neutralen dritten Person führen, wie ein Pfarrer zb. Ich verstehe, dass du ihn liebst, aber dein Leben könnte sehr schwer beschädigt werden, wenn du ihn heiratest.
 
  • #47
. Trotzallem liebe ich ihn... Dass ich nun die Hochzeit absagen muss bricht mit das Herz. Und ich weiß nicht wie ich allen absagen soll - wir haben ca. 140 Gäste u.a. auch seine Arbeitskollegen.... Welchen Grund nenne ich? Die Wahrheit finde ich zu hart! Wir wohnen in einem kleinen Dorf - jeder wird schlecht über ihn/uns sprechen....

Klar liebst Du ihn. ABER - Du musst jetzt mit viel Kraft handeln, um Dich zu retten. Da ist es wurscht, was andere denken. Sei mutig - es geht nur um DEIN Leben, Deine Gesundheit, Unversehrtheit. Sprech zuerst mit Deinen Eltern - als Grund nenne die Wahrheit - sage einfach, dass Dein "Mann" Stimmungsschwankungen durch eine Krankheit hat, die Du nicht weiterhin abpuffern kannst und willst. Basta. Kann sich doch eh jeder denken, was er will... Und - Dorf ! Sch*iß drauf. Die zerreissen sich das Maul, egalweg was Du machst.
Ich bin hier auch "untendurch", da ich mich noch vor dem Tod meines Mannes hab scheiden lassen, damit nicht mein ganzes Vermögen für seine Aussenstände und Pflege draufgeht. Long story. Seitdem sehen mich auch viele mit dem Popo an. Ja und ???
Denke an Dich, an Deine Zunkunft.
Zieh um, weg , woanders hin. Alles egal - nur weg aus dieser Situation.
Bitte: Gib nicht aus Angst nach, aus Furcht vor dem "Gerede". Sei mutig !
 
  • #48
Liebe FS, warum zur Hölle trinkt er immer und immer wieder, obwohl er längst weiß, dass er dann extrem aggressiv wird?! - Es hat sich ja nun bis zu einem kriminellen Ausmaß gesteigert! - Es ist viel zu gefährlich mit ihm. Da kann er nüchtern so toll sein wie er will. Was hast du davon, wenn er dich nach der nächsten Sauferei totschlägt?!
Bitte sag die Hochzeit ab und zieh wieder in eine eigene Wohnung. Er hat zwei Gesichter, und das eine ist lebensgefährlich. Und außerdem ist ihm seine Sauferei wichtiger als ALLES andere! - Ich würde sagen, dass du dich ab sofort schützen musst. Und dass es eine weitere Beziehungs-Option nur dann gibt, wenn er a) eine Therapie beginnt und diese Wirkung zeigt und b) du in eine eigene Wohnung ziehst, zu der du ihm bitte NICHT den Schlüssel gibst, sonst kommt er irgendwann besoffen u gewalttätig nachts reingestürmt.
 
  • #49
Als ich Anfang 20 war meinte ich auch, heiraten zu müssen. Mein damaliger Mann zeigte ähnliches Verhalten wie dein Verlobter.
Die Ehe hielt zwei Jahre, war eine einzige Katastrophe und das Ende vom Lied war, daß ich mit dem ( zum Glück noch kleinen) Kind unter Polizeischutz aus der Wohnung ausgezogen bin.
Die psychischen Folgen hatte ich jahrelang zu spüren .
Lass es. Es wird NIE besser.

W,53
 
  • #50
Vielen Dank für eure Antworten, ihr Lieben!
Wenn ich eure Statements & Meinungen so lese hört sich das echt noch viel schlimmer an... Mir ist klar, dass das Verhalten meines Partners genauso wie auch mein eigenes Verhalten nicht "normal" sind - deshalb habe ich meine Frage ja in einem Forum gestellt.

Ich weiß nicht warum, aber ich habe immer gehofft, dass er nun endlich merkt, wie schlimm seine Ausraster & sein Verhalten sind und sich ändert..... Ich würde ihm so gerne helfen, aber wie es aussieht hilft ihm derzeit nur eine abgesagte Hochzeit und Trennung... Das macht mich sehr traurig...

Wie kommt ihr eigentlich darauf, dass mein Partner ein Alkoholiker ist? Kann jemand Alkoholiker sein, der nur alle 1-2 Monate Alkohol trinkt, dann aber so viel, dass er ausrastet? Bisher dachte ich immer das Alkoholiker regelmäßig ihren Pegel brauchen... Muss aber zugeben, dass ich mich damit leider gar nicht auskenne....
 
  • #51
Dass ich nun die Hochzeit absagen muss bricht mit das Herz. Und ich weiß nicht wie ich allen absagen soll - wir haben ca. 140 Gäste u.a. auch seine Arbeitskollegen.... Welchen Grund nenne ich? Die Wahrheit finde ich zu hart! Wir wohnen in einem kleinen Dorf - jeder wird schlecht über ihn/uns sprechen....

Das ist doch nicht dein Ernst. Die Wahrheit ist hart. Das ist eine Konsequenz seines Verhaltens.

Wer dich liebt, wird froh sein, dass du dir das nicht antust.

Und das Geschwätz der anderen, der Fremden ? Das kann dir doch wirklich egal sein. Private Gründe, ohne weitere Erklärung.

Ich wohne auch auf dem Dorf, klar wird auch über mich getratscht. Wen es interessiert, der darf mit mir reden, wer nur über mich redet, der interessiert mich nicht. Morgen tratschen sie über wen anders.

Ich mach mir auch so meine Gedanken, zB. meine Nachbarn. Wo ich gestern Nacht mithören musste, wie der Mann die Frau mitten in der Nacht vollbrüllte - nicht zum ersten Mal.
Was ich dabei dachte? Sie tut mir leid, dass sie so schwach ist und sich (und dem 6jährigen Kind) das gibt. Sie hat nen gutbezahlten Job, also keine finanzielle Not. Der Mann ist noch viel schwächer, der seinen Frust und seinen geringen Selbstwert an ihr auslässt.

Und - auf der eigenen Hochzeit gibts nur bleifrei - für alle. Es gibt tolle Drinks ohne Alkohol, Sekt ohne, Bier ohne .... schadet allen nichts. Inkl. der Gäste

Das halte ich für keine gute Idee. Einer ist unwillig und führt sich auf wie die Axt im Wald und alle anderen sollen sich anpassen und Rücksicht nehmen ?
Wie ich oben schon schon schrieb. Er WOLLTE sich nie anpassen, zusammenreißen und lieber seine Agressionen ausleben, also muss er nun mit den Konsequenzen leben.

Nur Konsequenzen können dazu führen, das jemand nachhaltig sein Fehlverhalten ändert. Erst droht man, bei Wiederholung macht man die Androhung wahr.

Denn nur so kann er auch Verantwortung für eine eigene Schuld übernehmen, denn bei der nächsten Feier, bei der es dann wieder Alkohol gibt, war es dann sonst die Schuld derer, die den Alkohol angeboten haben, wenn er wieder ausrastet?
 
  • #52
Warum machst Du Dir Sorgen um die Meinung der Anderen (Dorfbewohner/Kollegen) ? In dem Zustand wie Dein Mann unter Alk reagiert ist dass allen mehr oder minder bekannt.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nur Dir gegenüber so reagiert und gehe davon aus das seine Kollegen genau wissen was passiert wenn er voll ist.
Und gerade in kleinen Dörfern weiß der Nachbar alles über jeden.( Kenn ich aus meinem eigenen Familienkreis)
Deswegen absagen, wegfahren und dann trennen. Viel Erfolg
 
  • #53
Hallo FS,

wer weiß von den Ausfällen Deines Partners, Verwandte/Freunde? Zumindest (D)eine Freundin! Was sagt sie dazu und zu Eurer geplanten Hochzeit? Willst Du das überhaupt hören?

Dir sind das Getratsche und Gerede von wem über wen auch immer wichtiger als Dein Wohlergehen und Gesundheit. Keinen Respekt dafür.

Gehe raus und erzähle Deine Geschichte Menschen, die Dir persönlich raten können. Hier kennen wir nur einen Bruchteil dieser und Du fängst schon in Deiner ersten Antwort an Euch, Dich und ihn, raus- und schön zureden.

Auch mein Rat: Mindestens (jetzt) nicht heiraten!
 
  • #54
Liebe FS,

ich hatte in der Vergangenheit beruflich mit einer Frau zu tun, die mehrfach von ihrer "großen Liebe" verprügelt worden war.
- Ihr linkes Augenlid hing extrem herunter, sie konnte nicht mehr richtig sehen
- sie schleppte ein Bein nach wegen eines geschädigten Nervs
- sie nässte sich ein (ebenfalls nervliches Problem)
- aber, welches Glück: Wegen Gehirntraumata war sie quasi frühdement und realisierte nicht wirklich, wie schlecht es ihr ging.

Sie konnte nicht mehr richtig schildern, wie es zu den Prügeleien kam. Alkohol spielte eine Rolle, das sagte sie häufig, und dann lächelte sie, holte mit ihrer winzig kleinen Faust seitlich aus und sagte "und dann bumm..."

Am Schlimmsten fand ich dieses Lächeln.

Na? Wie hört sich das an? Erstrebenswert?

Dann heirate!
 
  • #55
Meine Familie weiß darüber seit dem Wochenende endlich Bescheid. Eine Hand voll Freunde auch. Alle machen sich Sorgen und sind zu jeder Zeit für mich da, aber niemand versucht mit zu einer Entscheidung für oder gegen eine Ehe zu drängen - da bin ich sehr dankbar.
Eine Freundin hat gesagt: "Heirate ihn nur, wenn es perfekt ist." Und ich finde sie hat Recht.

Ich weiß es hat viel zu lange gedauert bis sich mein Verstand vor mein Herz gestellt hat.... Und auch jetzt habe ich noch Angst, dass ich die Liebe meines Lebens verlasse obwohl es noch eine Chance für uns gegeben hätte und dass ich diese Entscheidung irgendwann bereue....
 
  • #56
Ist ok, Du kannst ihn auch weiter lieben. Nur solltest Du Dich auch lieben, und wenn Du das könntest, würdest Du nicht zögern, einen zu verlassen, der Dich mit einem Stuhl verletzen wollte. Er zerlegt ja nicht die Möbel einfach "nur" in seinem Wutabbau, er wollte Dich verletzen. DICH! Und den Hund.

Ich wiederhol nochmal, was schon jemand schrieb: Er hätte Dich nur unglücklich treffen müssen oder mal gegen Dich treten oder irgendwann steckt ne Scherbe in Deinem Auge von ner Glastür oder einem geschmissenen Teller und Du trägst einen bleibenden körperlichen Schaden davon.
Du machst was, das viele Frauen machen: Du spaltest den Mann guten und schlechten Part. Das ist aber ein Gesamtpaket und das Schlechte ist nicht weg, wenn er nüchtern ist. Es kann jederzeit hervorkommen. Ich denke auch nicht, dass er trinkt und dann aggressiv wird, ich denke, er trinkt, damit er die Barriere fallen lässt und die Aggressionen abbauen kann, wenn er "Druck" hat. Dh. es wird nicht aufhören.
Du nennst keinen Grund oder einen schwammigen wie "Differenzen" zwischen euch. Es geht keinen was an.
Du lebst seit 12 Jahren mit einem Mann, der bei Alk aggressiv wird. Du hättest mit einem gesunden Selbstwertgefühl den Mann schon längst verlassen. Der Fehler und das Blöde ist nicht, die Hochzeit abzusagen, sondern sie überhaupt erst in Betracht gezogen zu haben. Augen zu und durch ist hier ganz falsch, weil es kein "durch" geben wird. Das wird nur schlimmer.
Ich würde das auch nicht rumerzählen mit dem Alkohol. Wie gesagt, schwammigen Grund nennen.

Wenn Du die Hochzeit nicht absagst wegen der Leute - was denkst Du, was die über Dich sagen, wenn die Gewalt irgendwann auch für die sichtbar wird, FALLS sie es nicht längst schon wissen: "Na wenn die so blöd ist, ihn auch noch zu heiraten" oder "so schlimm kann es nicht sein, denn sie bleibt ja" oder "arme Frau, aber da kann man sich nicht einmischen" oder "das ist so ein Lieber, irgendwas muss sie doch machen, dass der Arme saufen muss und dann gewalttätig wird".

Du denkst, wenn er nicht trinken würde, wäre die Welt in Ordnung. Er trinkt aber, weil sie es unterschwellig für ihn nicht ist und er aber nicht ausbrechen will und kann. Wenn man immer so unter Kontrolle von 150 Dorfbewohnern ist und jeder was vom anderen weiß, kann sich ja keine Individualität ergeben und alles, was nicht Dorfnorm ist, wird kritisch beäugt und darüber getuschelt.

Du hast nur EIN Leben und es gibt Verletzungen, die Dich abhängig machen könnten von ihm. Wenn Du dann zu Hause sitzt und er für Dich sorgen muss, was auch passiert, wenn Du schwanger wirst, denkst Du, er hätte dann weniger Grund zum Saufen?
 
  • #57
Warum hier fast alle im Chor rufen das der Partner Alkoholiker sein soll, erschließt sich mir nicht?
Meiner Ansicht nach ist es einfach eine Person die keinen Alkohol, oder gewisse Mengen nicht verträgt. Und davon gibt es viele Menschen, nur unterscheidet sich ihr Verhalten. Mache werden kommunikativ, so sehr, das man ihnen am liebsten einen Socken in den Mund stecken möchte, damit sie endlich selbigen halten. Andere werden lustig, enthemmt, müde und schläfrig oder eben aggressiv. Und letzteres trifft auf den Partner der FS zu.

Das er so aggressiv wird betrachte ich wie die meisten anderen auch als sehr ernstes Problem. Mein Ansatz wäre das Gespräch zu suchen. Allerdings nicht mit dem Ziel das er nie wieder Alkohol trinkt, sondern mit dem Fokus darauf, das er die Schwelle, den Grenzbereich nicht mehr überschreitet. Denn den gibt es. Vier, fünf Flaschen Bier oder eine Flasche Wein sind oft kein Problem. Verdoppelt sich die Menge aber, zeigen solche Menschen die zuvor angesprochenen Verhaltensweisen. Hier gilt also, wie so oft im Leben, die Dosis macht das Gift.
 
  • #58
Meine Familie weiß darüber seit dem Wochenende endlich Bescheid. Eine Hand voll Freunde auch. Alle machen sich Sorgen und sind zu jeder Zeit für mich da, aber niemand versucht mit zu einer Entscheidung für oder gegen eine Ehe zu drängen - da bin ich sehr dankbar.
Eine Freundin hat gesagt: "Heirate ihn nur, wenn es perfekt ist." Und ich finde sie hat Recht.
Wenn es wirklich so stattgefunden hat wie du beschrieben hast. Aber entschuldige, dann sind deine Familie und deine Freunde allesamt Heuchler. Und die Freundin muss ja schon Dumm sein die dir das sagt nachdem er Möbel nach dir schmeisst und Türen eintritt.
Bei allem Verständniss für Liebe (welche für mich anders aussieht), aber du machst dir selbst was vor, weil du Angst vor der Entscheidung und Veränderung hast. Aber es ist dein Leben. Und in spätestens Fünf Jahren stellst du einen Thread hier hinein mit der Überschrift " Mein Mann verprügelt mich, aber ich komme nicht von Ihm los" Was stimmt bei dir nicht? Jetzt im Ernst.
Heirate ihn nur wenn er perfekt ist! Das ich nicht lache. Mensch Frau denk doch mal nach. Perfekt???? Sesselweitwurf und Eingangskampfsport? Was denkst du ,wann bist du an der Reihe?
Und ich meine das nicht böse.... doch ich bin gerade echt aufgebracht wenn ich so etwas lese. Sorry dafür aber wenn die tollen Kerle gewalt gegen Frauen,Kinder und Tiere richten, könnte ich nur kotzen. Wissen seine Eltern eigentlich was der da treibt?
m46
 
  • #59
Wie kommt ihr eigentlich darauf, dass mein Partner ein Alkoholiker ist? Kann jemand Alkoholiker sein, der nur alle 1-2 Monate Alkohol trinkt, dann aber so viel, dass er ausrastet? Bisher dachte ich immer das Alkoholiker regelmäßig ihren Pegel brauchen... Muss aber zugeben, dass ich mich damit leider gar nicht auskenne..
Ich kenne mich leider besser damit aus, als ich das je wollte. Weil ich einen sehr guten Freund auf seinem Weg begleitet habe. Er hat übrigens nur am WE gesoffen.
Kurz gesagt, Alkoholismus kann sehr viele Gesichter haben, im Grunde ist jeder, der den Rausch als solchen braucht, stark gefährdet. Es gibt spezialisierte Ärzte dafür - lasst euch beraten.
Diagnose hier zu stellen ist unmöglich - den Rat geben, sich mit kompetenter Seite auszusprechen dagegen nicht.
 
  • #60
Das würde ich nicht tun. Wenn er es mitbekommt könnte es sein, er fühlt sich dadurch provoziert. Die Reaktion darauf könnte ziemlich heftig ausfallen.
Außerdem ist davon auszugehen, er weiß wie er sich verhält und erinnert sich, sonst würde er sich im nüchternen Zustand nicht für sein Verhalten entschuldigen.

Sie soll ja auch nicht mit der Kamera vor ihm herumwedeln. Ich denke eben NICHT, dass er sich 100%ig an das Geschehen erinnert. Ich kann mir vorstellen, dass er in dem Moment eine Art Blackout hat. Er wird sich entschuldigen, um wieder Ruhe bis zum nächsten Vorfall zu haben.

So bewusst wie er es auf dem Video sehen würde wird ihn aß selbst nie sein!
 
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