C

Charline

Gast
  • #91
Es gibt schlicht keine Entschuldigung für solche exzessiven Gewaltausbrüche.
Richtig, finde ich auch.
NACH tust um ihn zu beruhigen - mich interessiert, was Du DAVOR tust um ihn zum Ausrasten zu bringen - nicht immer sind die Unschuldslämmer auch Unschuldslämmer - frage Dich, wenn er Dir WIRKLICH wichtig ist, ganz ehrlich, was Du tust um ihn in Wut zu bringen. Viel zu gerne sagen wir, vor allem, wenn es der Mann ist, der wütend wird, dass es an ihm liegt, das ist oft nicht der Fall.
Ich gehe jetzt davon aus, dass die Beschreibung der Situation (laut FS) stimmt. Das heißt ihr "besoffener" Partner kommt zur Tür herein und fängt sofort an seine Aggressionen verbal und physisch herauszulassen.
Da muss die FS gar nichts getan haben, ihre Anwesenheit reicht offenbar schon. Es ist auch völlig egal, was der Anlass ist. Vielleicht hat sie eine Frage gestellt (Wo warst du?), vielleicht hat sie ängstlich, genervt oder wie auch immer geguckt (Interpretation des Betrunkenen) oder vielleicht hatte sie blaue Socken an (und blau mag er nun mal nicht). Er hat nicht das Recht sie so zu behandeln. Für mich ist er gewalttätig, d.h. kriminell. Die FS hatte einfach bis jetzt nur Glück, dass es noch nicht zu einer schweren Körperverletzung gekommen ist.
Heiraten würde ich so einen Menschen auf gar keinen Fall (mit ihm zusammenleben auch nicht). Lieben könnte ich ihn auch nicht mehr nach so einem Verhalten.
 
  • #92
Meine Oma gab mir so einen schönen Rat:
“Lass dich nicht beschlafen bevor du bist im Ehehafen, “

Nichts gegen die Oma und ihre zeitgemäß sicher sinnvollen Sprüche, aber was hat das damit zu tun, dass hier die Frage ist, ob man heiraten sollte, wenn man von Gewalt bedroht ist?
Und auch wenn ich hier lese, wie oft Beziehungen in Frage gestellt werden, weil sich jemand "nicht ausgelebt" hat oder es sonstwie im Bett nicht passt, dann finde ich, der Rat Deiner Oma passt heute nicht mehr in die Zeit. So wie ich als Mann ja auch nicht erst zum Testessen gehe oder testputzen lasse und so die Hausfrauenqualitäten teste, bevor ich heirate.
 
  • #93
Nein, es wird sich nicht ändern.....wenn Du nichts änderst, denn es ist tatsächlich die Frage, was es auslöst - Du schreibst sehr ausführlich was Du alles DANACH tust um ihn zu beruhigen - mich interessiert, was Du DAVOR tust um ihn zum Ausrasten zu bringen - nicht immer sind die Unschuldslämmer auch Unschuldslämmer - frage Dich, wenn er Dir WIRKLICH wichtig ist, ganz ehrlich, was Du tust um ihn in Wut zu bringen. Viel zu gerne sagen wir, vor allem, wenn es der Mann ist, der wütend wird, dass es an ihm liegt, das ist oft nicht der Fall. Ich kenne viel Fälle, da tut der Partner, die Partnerin ganz subtil das was den/die Andere(n) massiv aufregt und Abqualifiziert - und zwar ständig, so lange bis der Andere ausrastet. Und sie/ihn anschreit, oder gar schlägt - sehr oft sind die (vermeintlichen) Opfer nämlich die (eigentlichen) Täter - das hören wir nicht gerne....hörst Du es gerne??? Vielleicht ist er wirklich gewalttätig, aber vielleicht bist auch nur Du eine geschickte Manipulateurin, die mit ihm spielt......diese Frage ehrlich beantworten - und die Konsequenzen daraus ziehen, das kannst nur Du selbst.

Es gibt niemals einen Grund für körperliche Gewalt. Die Fs ist nicht Täter, sondern Opfer. Leider zeigen viel zu wenige Frauen ihre schlagenden Männer an. Körperverletzung ist eine Straftat. Ohne wenn und aber. Unfassbar, wie Du hier versuchst, die Frau zur Täterin zu machen. Männer, die verbale und/oder körperliche Gewalt ausüben, sind einfach Versager ohne Selbstwertgefühl, die sich an Schwächeren vergreifen. Punkt.
 
  • #94
Ich glaube nicht, dass die Unterscheidung zwischen gewalttätigen Menschen, die irgendwann den Druck rauslassen müssen und dann Gewalt anwenden und den guten anderen, die nie aggressiv werden könnten, hinhaut.
So wollte ich auch nicht vergleichen. Ich meine, dass die einen ihre Aggressionen auf gesunde Weise abbauen (Sport z.B. oder wenn sie merken, dass sie sauer werden, erstmal ne Runde um den Block gehen, damit sie nicht aufgeladen diskutieren) und die anderen sie als "böse" betrachten, vielleicht nicht mal denken, sie seien aggressiv, und die dann entweder hintenrum rauskommen (Gehässigkeiten, Sarkasmus, Spitzen schmeißen), so dass das Selbstbild erhalten bleiben kann, oder eben sich anstauen und entladen, sobald irgendwas die Selbstkontrolle herabsetzt. Und ich denke auch, dass unterbewusst diese Situationen dann gesucht werden (z. B. ins Stadion gehen, um die Fans der Gegner aufzumischen).

Die Experimente kenne ich. Ich hatte nicht im Zusammenhang mit Aggressionen unter Alkohol daran gedacht, ich hätte sie eher eingeordnet bei Hörigkeit und Abgeben der Verantwortung, aber es stimmt natürlich, auch da können sich die Aggressionen entladen. Sieht man ja immer auch, wenn es um unangemessene Polizeigewalt geht. Solche Menschen haben ja in ihren Augen das Recht dazu.

Insofern ist die Unterteilung in gute friedliche Menschen und gewalttätige Menschen schwierig.
Es ging mir eher um "ausgeglichene" Leute mit gesundem Umgang mit ihrer eigenen Aggression. Hab ich vielleicht verwirrend geschrieben. Ich denke, jeder Unbewusste kann die übelsten Taten vollbringen, wenn er meint, er dürfe oder er sei unbeobachtet. Deswegen ist es für mich eine Ethikfrage. Wer seine "dunkle" Seite nicht verleugnet, sondern sich realistisch betrachtet, MERKT sich selbst in dem Moment, wo er austicken könnte und geht weg. Und wenn es um alltägliches Gereiztsein geht, lässt er es nicht am Partner aus. Das meine ich mit "ausgeglichen" sein bzgl. Aggressionen - sich dessen bewusst zu sein, wenn man aggressiv wird.

Aggression hat auch mit langfristig nicht erfüllten Bedürfnissen zu tun. Und mit sozialer Ausgrenzung.
Das seh ich ganz genauso. Bei mir selbst hatten sie immer mit Machtlosigkeitsgefühlen zu tun und mit dem Gefühl, ich müsse anderer Menschen Bedürfnisse vor meine eigenen stellen. Das steckte so drin, dass ich ewig brauchte, dieses Fehlprogramm loszuwerden. (Ich bin allerdings nie tätlich geworden gegen andere Lebewesen.)
Vielleicht seh ich das auch jetzt in dem Freund der FS. Er lebt im Dorf, alles erwartet dies oder jenes von ihm, vermutlich gab es Getuschel, wenn er nicht so funktionierte, dass die Nachbarn ihn untadelig fanden, er denkt, er müsste nun langsam mal heiraten und projiziert seine Probleme auf die FS bzw. sie ist die, an der er am ehesten seinen Frust auslassen kann, verbal ist das ja schon von Anfang an so.
 
  • #95
Sorry, aber das hier nun das Opfer zum Täter gemacht wird und solche Aussagen noch mit Temporaladverbien wie "oft" und "immer" untermauert werden ist mehr als unsäglich.
Es gibt mit Sicherheit innerhalb von Beziehungen Situationen, in denen jemand mal bis zum Ausrasten "provoziert" wurde. Aber jeder Mensch, der seine Impulse halbwegs kontrollieren kann, weiß bzw. hat gelernt wie er mit derlei (möglichen) Provokationen umzugehen hat. Nämlich sich aus der Situation zu entfernen und wenn die Provokationen/Erniedrigungen sich wiederholen - die Beziehung rechtzeitig zu beenden.
Insofern liegt es sehr wohl am gewalttätig werdenden Menschen, an sich zu arbeiten und seine Situation zu ändern.
Sehe ich genau so. Natürlich kann mich ein Mensch bis zur Weissglut treiben. Aber erstmal unterscheide ich wer da vor mir steht und flippt. Ist es eine Frau und noch dazu meine Partnerin, die sich nicht im Griff hat und kein Ende findet, dann dreh ich mich um und verlasse den Raum und habe mich im Griff.
Ich entscheide ob ich zum Täter werde. Ein Mann sollte nie die Hand gegen eine Frau erheben.
m46
 
  • #96
Liebe FS,

ich wusste auch, dass mein Mann ein "Brausepulver" ist und schnell hoch geht. So, wie es sich zu Beginn der Beziehung zeigte, hätte ich es auch noch akzeptieren können. Doch dann wurde ich schwanger, von ihm ausdrücklich gewünscht, und es ging erst richtig los.

Als ich ungefähr im 8. Monat war, wollte er ein Wandregal anbohren. Meine Schwiegermutter hielt die eine Seite, ich die andere. Ich musste es über meinem Kopf an die Wand drücken, es war rutschig und meine Arme zitterten (obwohl ich echt kein Schwächling bin). Er rastete komplett aus und faltete mich vor seiner Mutter zusammen, dass er meine Scheiß Ausreden satt hätte dafür, dass ich nichts hinbekäme. Seine Mutter verdrückte sich bald und er sagte dann nur, dass es ihm ja selber leidtäte wie er wegen mir immer ausrasten MÜSSE.

Ich saß danach sehr lange weinend auf dem Balkon weil mir klar wurde, dass ich in der Falle sitze. Seit meinem 18. Lebensjahr hatte ich mich selbst versorgt, stand auf eigenen Beinen, war beruflich erfolgreich - und vor einem solchen Mann stand ich da wie ein lebensunfähiges kleines Mädchen.

Zu solchen Vorfällen kam es immer wieder. Sie waren nicht mal so schlimm wie das, was du beschreibst, aber ich bin mir sicher, so etwas wäre auch gekommen. Und gezeichnet hat mich das für immer.

Du kannst jetzt noch gehen. Selbst wenn er nie wieder trinken würde, du weißt es ja vorher nicht, und ich glaube nicht, dass du mit dieser Angst leben willst.
 
  • #97
#88, sonrix, deine Ausführungen zum milgram-experiment haben absolut nichts mit dem Thema zu tun.

Liebe FS, lass dich nicht verunsichern. Du bist nicht schuld, dass er so ist. Aber wenn du jetzt keinen Schlussstrich ziehst, riskierst du tatsächlich, dass es richtig schlimm eskaliert.

Einige hier haben eigene schlimme Erfahrungen geschildert, das würde ich sehr ernst nehmen an deiner Stelle.
 
  • #98
Ihr Lieben,
bei mir geht es derzeit wirklich drunter und drüber - aber ich möchte euch gerne auf dem Laufenden halten, da ihr mir alle so gut geholfen habt. Und ich hoffe, dass die ein oder andere Frau mit einem ähnlichen Problem meinen Beitrag liest.

Ich habe die Hochzeit per Brief an die Gäste abgesagt und die Beziehung beendet. Das ist mir alles andere als leicht gefallen. Mein Ex-Verlobter hat es ruhig aufgenommen. Jedoch bombardiert er mich seitdem trotzdem noch mit unzähligen Entschuldigungen. Ich muss hart bleiben, denn ich habe verstanden, dass ich ab jetzt mein Glück in den Vordergrund stellen muss und dass dieser Mann mich unglücklich machen wird.
Danach bin ich ein paar Tage alleine mit meinem Hund ans Meer gefahren. Ich habe mich frei und leicht gefühlt. Ich bin froh dass ich die Hochzeit abgesagt habe. Es war gut mal rauszukommen.

Nun gibt es natürlich noch einge Probleme, die ich aber auch in den Griff bekommen werde... Stornokosten für die Location, Fotograf, Hotel, etc. Verkauf der Eigentumswohnung. Wilde Spekulationen der Leute über den Grund der Absage (Fehlgeburt, kein Geld für die Feier, Tod meines Opas, Ex ist mit meiner Schwester durchgebrannt,....) Bohrende Blicke und Getuschel von mir fremden Menschen beim Einkaufen. Aber da stehe ich drüber und weiß nun wer meine WIRKLICHEN Freunde sind!
 
  • #99
Das fordert viel Kraft, denke ich mal. Aber Du klingst gut, als wäre Dir klargeworden, was für Dich geht und was nicht geht.
Ich kann mir schon vorstellen, dass es für Deinen Ex nicht leicht ist. Ich denke auch, dass er denkt, dass er ganz anders sein wird in Zukunft, allerdings geht das Ändern eines solche Problems ja auf keinen Fall von heute auf morgen und es ginge nach meiner Lebenserfahrung nur noch eine Runde bis zum nächsten Mal.

Dass Du Dich erleichtert gefühlt hast, nachdem Schluss war, ist für mich das Zeichen, dass es gut war. Das klingt banal, aber dieses Gefühl ist für mich DAS Zeichen, dass man sich richtig entschieden hat.

Ich wünsch Dir viel Kraft weiterhin und möchte Dir noch sagen, dass Du niemandem eine Erklärung schuldig bist, warum die Hochzeit nicht stattfindet. Jeder, der in Dich dringen will, damit Du das doch sagen sollst, verhält sich unsensibel und grenzüberschreitend.
 
  • #100
Du hast dich richtig entschieden. Schön, dass du hier noch erzählst, wie's weiter gegangen ist. Würde gerne öfter von "happy ends" lesen.

Ich bin erleichtert (klingt albern, weil ich dich ja gar nicht kenne, aber ist so), dass du den Absprung geschafft hast.

Alles Gute in deinem weiteren Leben!
 
  • #101
Da sage ich nur RESPEKT. Eine gesunde, klare und starke Leistung. So hört sich jemand an, der sein Leben und sein Glück selbst in die Hand nimmt. Viel Glück.
 
  • #102
Ich habe die Hochzeit per Brief an die Gäste abgesagt und die Beziehung beendet. Das ist mir alles andere als leicht gefallen.
Liebe FS, das war - so traurig es ist - auf jeden Fall das Richtige. Dein Ex hatte sich einfach nicht im Griff. Das geht nunmal gar nicht. Jetzt hat er wenigstens die Chance aufzuwachen und an sich zu arbeiten.
Es freut mich, dass Du dich so gut anhörst. Natürlich musst auch du die Trennung noch verarbeiten. Aber die ersten Schritte sind getan. Du schaffst das ganz bestimmt. Besser jetzt, als wenn dann noch Kinder involviert sind.
Und danke für dein Feedback. Machs gut.
 
  • #103
Danach bin ich ein paar Tage alleine mit meinem Hund ans Meer gefahren. Ich habe mich frei und leicht gefühlt. Ich bin froh dass ich die Hochzeit abgesagt habe. Es war gut mal rauszukommen.

Einfach toll.
Mit deinem Hund ans Meer zu fahren war eine gute Idee.
Ich freue mich sehr für dich, dass du die Kurve gekriegt hast.
Nur lass dich von den Entschuldigungen deines Ex-Verlobten nicht beeindrucken. Nachdem was du geschafft hast, kann es nur noch besser werden.
Viel Glück!
 
  • #104
Das war mit Sicherheit eine sehr weise Entscheidung. Ich habe mir, wie wohl viele andere hier auch, oft Gedanken darüber gemacht, wie Du Dich entscheiden wirst, und ich bin nun ehrlich erleichtert. Danke fürs Updaten.
 
P

proudwoman

Gast
  • #105
Liebes Fräulein Lustig! Das hast Du gut gemacht, mein Glückwunsch! Ich finde es auch von Dir unglaublich nett, dass Du uns hier nochmal Rückmeldung gibst, ich denke mal, dass würden sich hier so einige User wünschen. Du machst auf mich einen starken Eindruck, toll! Und was mir besonders gefallen hat, Du fährst mit Deinem Hund ans Meer...ist das schön. Da hast Du einen Freund fürs Leben. Alles wird gut!
Was mir noch positiv auffällt, Du trägst keinen Hass ihm gegenüber in Dir. Alles Liebe.
 
  • #106
Großen Respekt für die konsequente Umsetzung deiner Erkenntnis! So schwer es auch aktuell sein mag - du gehst mit jedem Schritt der Ablösung den Weg in eine Zukunft, in der du einen Partner finden kannst, der anders gestrickt ist als dein Ex. Sei guten Mutes, wer Verantwortung für sein Wohlergehen übernimmt, wird auch solches finden. Auch wenn es nach Plattitüden klingt - schau dich um im Leben und du wirst sehen, so ist es. Ich wünsche dir Kraft und weiterhin Stolz auf deinen Mut!
 
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