• #1

Trennung mit Kind, 20 Monate - Was muss ich beachten?

Hallo, mein Mann und ich sind verheiratet und haben ein gemeinsames Kind (20 Monate alt). Bei mir sind seit Geburt die Gefühle für meinen Mann weg, bzw. mehr und mehr verblasst. Eine hormonelle Entliebung ziehe ich, aufgrund der Dauer, nicht mehr in Betracht. Zudem hat er mich kurz vor der Geburt betrogen, er streitet es nach wie vor ab, obwohl ich damals eindeutige SMSen gelesen habe. Ich kann ihm nicht mehr vertrauen und auch nicht mehr mit ihm intim sein.
Zudem gibt es erhebliche Differenzen in der Erziehung. Er verlangt jetzt schon Zuviel, ständig kommt ein "wieso isst es noch nicht viel", "es ist ja nicht das Schnellste in der Entwicklung", "wann kommt endlich das nächste Wort" (das bricht mir jedes Mal das Herz) und er vergleicht ständig mit anderen Kindern. Zudem sind seine Eltern auch ständig mit Ratschlägen zur Stelle, sie mischen sich oft ein. Mein Mann hat einen geringen Selbstwert und trägt viel Wut in sich, welchen er ab und an auch mal verbal rauslässt (meist nicht an mir, sondern an Fremden, wie z.B. andere Autofahrer, die ihn nerven, neulich gab es eine Szene, da saß ich mit Kind auf der Rückbank und er hat lauthals mit einem älteren Mann gestritten, ihn sogar kurz gepackt. Unser Kind hat schon Angst bekommen). Auch lässt sich unser Kind momentan nicht von ihm wickeln, es weint, ich greife dann ein. Mein Mann schreit dann und ist wütend "das muss es doch lernen, dass es von mir gewickelt wird". Ich denke es ist eine Phase und man sollte auf die Bedürfnisse des Kindes achten.
Mein Mann vergisst auch ständig die Sicherungstüren im Treppenhaus zu schließen, das ist lebensgefährlich, er bekommt es aber nicht auf die Reihe. Er schläft zudem einfach so beim größten Trubel auf dem Sofa ein, wird dann auch nur schwer wieder wach. Da kann das Kind neben ihm stehen und wiederholt Papa rufen, er wird nicht wach. Ich muss dazu sagen, ich betreue unser Kind zu 90%. Noch hinzu kommt, dass er wahnsinnig schlecht Auto fährt. Er kann sich nicht konzentrieren, fährt ständig fast auf jemanden drauf, bzw. kommt von der Fahrbahn ab. Er ist aber stur und nicht einsichtig, wenn ich etwas sage.

Habe Angst, wie das mit dem Sorgerecht geregelt wird bzw. mit dem Umgangsrecht. Ich stille das Kind noch zu 80% da es kaum etwas Festes zu sich nehmen mag. Ich habe Sorge, dass ein Richter entscheidet, das Kind kommt ab sofort jedes 2. Wochenende zum Vater. Es wird das und die Trennung zusätzlich nicht verkraften. Das Kind hängt sehr an mir, wenn der Vater das Haus verlässt, winkt es und schaut gleichgültig. Ich habe Angst, dass mein Mann und seine Familie irgendwelche Lügen erfinden, um das Kind für sich zu gewinnen. Soll ich aufgrund dieser Sorgen bei ihm bleiben und immer unglücklicher werden? Ich habe auch Angst, dass mein Mann ausrastet, wenn ich ihm das mit der Trennung eröffne und uns was antut.

Wie sind Eure Erfahrungen, habt ihr es jemals bereut, Euch getrennt zu haben? Wie wird das mit dem Umgangsrecht?
 
  • #2
War dein Mann nicht auch schon vor dem Kind so? Oder ist er erst seit der Geburt so?

Natürlich klingt es unmöglich, wie dein Mann sich verhält....aber warum hast du mit so einem Mann ein Kind bekommen?

Hast du das Kind unbedingt gewollt und er wollte keines? Das würde einen Teil seines Verhaltens erklären.

Traurig für das Kind...
 
  • #3
Hallo liebe Marie-Claire,
ich denke, Du solltest Dein Kind erst einmal aus diesem Dunstkreis aus verbalen Angriffen auf Dich und das Kind selbst (warum kann es das noch nicht?) herausholen.
Gibt es eine Möglichkeit, eine Zeit bei Deinen Eltern, einer guten Freundin/Schwester/Bruder unterzukommen und Deinem Mann aus diesem Abstand heraus in Ruhe mitzuteilen, dass es so nicht weitergehen kann?
Bei einem Kind in diesem Alter, noch dazu Stillkind, wird es wohl bei einer Trennung JETZT noch keine so starre Regelung wie alle 14 Tage geben wenn Du das nicht willst.
Aber Du musst damit rechnen, dass die Schonfrist nicht lange dauern wird. Außerdem ist es auch sein Kind, bitte versuche nicht es ihm zu entfremden.
Aber überlege mal, wo kommt die Wut her, die er in sich trägt?
Er erntet gerade was er gesät hat, nämlich er hat Dich kurz vor der Geburt betrogen und Du kannst ihm nicht mehr vertrauen und mit ihm intim sein. Verständlich.
Wenn Du ein wenig Abstand von ihm hättest (es kommt mir vor, Du hast bereits Angst vor ihm) und er kapieren würde, so geht's nicht weiter, vielleicht könnt Ihr ja dann mal vernünftig reden. Auf neutralem Boden sozusagen.
Lass Dir von Deiner Familie/Freunden helfen!
Alles Liebe
W51
 
  • #4
Nimm bitte das Geld für eine kompetente Erstberatung durch einen Fachanwalt für Familienrecht mit Schwerpunkt Ehescheidung in die Hand.
Mach eine Liste mit deinen Fragen, schreibe Eckdaten auf (Einkommenssituation, evtl. Elternzeit, Datum der Heirat, Vermögensverhältnisse und auch woher das Vermögen stammt) .
Einiges wird sich nicht auswirken, so kann bspw. seine Klasse als Autofahrer sich im Scheidungsverfahren eher nicht auswirken. Auch hat der Vater sicherlich das Recht, Fragen zur Entwicklung seines Kindes zu stellen. Es könnten ja auch med. Probleme aufgetreten sein.
Eine solche Beratung umfasst im Normalfalle auch, dass dir die Möglichkeiten aufgezeigt werden, die du hast. Und auch, was du besser nicht weiterverfolgen solltest.
Allerdings wirst du damit rechnen müssen, dass auch dein Mann eine solche Beratung in Anspruch nehmen wird.
Vor der Scheidung kommt die Trennung - auch hier gibts mehrere Möglichkeiten, diesen Übergang zu regeln. Auch das wird Teil dieser Beratung sein.
Mehr kann dir hier aufgrund der bekannten Faken eigentlich niemand sagen.
Du persönlich musst dir natürlich Gedanken machen, wie du weiterleben kannst und willst. Auf Dauer derart unglücklich zu leben bringt aber auch nichts. Ob evtl. eine Paartherapie oder Mediation für euch in Frage kommt, musst du für dich und er für sich entscheiden. Denn das macht nur Sinn, wenn beide mitziehen.
 
  • #5
Besorg dir erstmal einen Anwalt und lass dich beim Jugendamt beraten. Kinder, die noch stillen, müssen normalerweise nicht beim Vater übernachten. Wenn du alles so schilderst, kannst du auch begleiteten Umgang beantragen. Dann kann der Vater nicht mit dem Kind alleine sein.

Und vielleicht hast du ja Glück und er verliert das Interesse am Kind.
 
  • #6
Ich habe Sorge, dass ein Richter entscheidet, das Kind kommt ab sofort jedes 2. Wochenende zum Vater. Es wird das und die Trennung zusätzlich nicht verkraften.

Du hast ein Problem mit dem Vater Deines Kindes. Das Kind mit ihm sicher keine und ist auch nicht für Deine Probleme zuständig. Das Kind wird gut verkraften, dass sich die Mutter nicht alleine um es kümmert und dass auch der Vater eine wichtige Bezugsperson ist und Aufgaben hat, wenn Du es zulässt. Das möchtest Du nicht. Der Richter wird Dir das dann schon beibringen.

Gewalt bei der Trennung ist ein anderes Thema. da werden Dir Anwälte oder Ämter weiterhelfen, wenn es denn einen belegbaren Grund dafür gibt.
 
  • #7
Liebe MarieClaire. Es gibt in vielen Städten Frauenhäuser mit angegliederten ambulanten Beratungsstellen. Die haben dann auch gleich eine Liste mit Spezialanwälten. Ebenfalls empfehlenswert sind die Beratungsstellen von Profamilia.

Wie sieht es bei Dir finanziell aus? Das Elterngeld dürfte ausgelaufen sein? Dann lass Dich bitte auch vom zuständigen Jobcenter beraten und zwar, bevor Du einen Mietvertrag unterschreibst. Vielleicht willst Du jetzt schon vorsorglich einen Wohnberechtigungsschein beantragen? Kläre bitte ab, welche Postadresse verwendet wird, nicht dass Post von den Ämtern in seine Hände fallen.

Das Jugendamt hat Sozialarbeiter und Familienberatungsstellen. Genau diese würden dann auch für das Familiengericht die Sorgerechtseinschätzung abgeben. Und genau dorthin würde ich mich jetzt schon wenden mit Deinen familiären Problemen. Wer sich dort beizeiten Hilfe sucht, hat immer ein Stein im Brett. Mach Dir diese Sozialarbeiter beizeiten zu Deinen Verbündeten, noch bevor er auf die Idee kommt, Dich dort anschwärzen zu wollen.

Ansonsten muß ich Dir sagen, als ich Deine Zeilen las: ich fühlte mich ein wenig in meine Ehe zurückversetzt. Ich bin inzwischen fest davon überzeugt, dass man erst mal mit jemanden öfter Autofahren sollte. Das ist sehr aufschlussreich bezüglich Charakter und Psyche. Auch im Hinblick auf Belastbarkeit und Frustrationstoleranz.

Du wirst nun viel zu regeln haben. Erleichternd dürfte sein, dass er bereits dafür gesorgt hat, dass Du Dich entliebt hast. Die Natur hat junge Mütter mit Bärenkräften ausgestattet und die werden Dir nun dabei helfen. Viel viel Glück.
 
  • #8
Und vielleicht hast du ja Glück und er verliert das Interesse am Kind.
Uff, das wäre das allerbeste.
Es hört sich einfach schrecklich an und ich kann mir nach deiner Schilderung beim besten Willen nicht vorstellen, dass ihr wieder eine ganz gute Beziehung haben werdet.

Wenn der Mann das Kind mal ein WE allein hat, wird er vermutlich keine Wiederholung wollen. Kann sein, dass das Thema dann von selbst durch ist.
Allerdings wird das für das Kind ein schlimmes WE.
Am besten, du hast dann erst mal ein paar Tage frei, damit du dich intensiv um es kümmern kannst.
Damit es mehrere Nächte in deinem Bett schlafen kann und den ganzen Tag auf deinem Schoß sitzen.
Und bitte bleibe an diesem WE zuhause und immer erreichbar, damit er es jederzeit bringen kann.
Kann sein, dass er schon in der ersten Nacht schwächelt oder es am kommenden Morgen um fünf Uhr zu dir bringt.

Es gibt aber auch seine Eltern, die sich ständig einmischen.
Vielleicht bringt er das Kind an seinen Wochenenden dann immer dort hin und sie gehen liebevoll mit dem Kind um.
Hoffentlich klappt das, denn dass er, wenn er es darauf anlegt, ein Umgangsrecht bekommt, ist sicher.

Aber wie gesagt, vielleicht hast du Glück und er will das gar nicht.
Denn dieser Mann ist eine Katastrophe.
Ich hätte sogar Angst vor ihm, denn offenbar hat er Probleme mit seiner Impulskontrolle.
Heute hat er den anderen Autofahrer am Kragen und morgen schlägt er dich oder dein Kind.
Boah, ich beneide dich nicht.
Bitte fühle dich gedrückt.

Ach ja, du willst wissen, ob du dich trennen sollst.
JA !

Und nun bitte alles in die Wege leiten, so wie es die Vorredner beschrieben haben.

w 49
 
  • #9
Nichts ist schlimmer als im gleichen Unglück zu verharren und auch ein 20 Monatiges Kind bekommt schon viel von deiner Angst unbewusst mit und kann es nicht wie wir erwachsenen verarbeiten.
Mein schlimmster Albtraum wäre in einer unglücklichen Beziehung weiterleben zum müssen. Alles andere wird sich regeln, wenn man nicht erstarrt. Wünsche dir viel Glück und Kraft und das dein Mann nur halb so böse ist, wie es in deinen Beitrag klingt.
 
  • #10
Ich habe auch Angst, dass mein Mann ausrastet, wenn ich ihm das mit der Trennung eröffne und uns was antut.
Das Frauenhaus ist eine prima Idee.

Sollte dir dein Mann etwas zuhause antun, rufe sofort die Polizei und lass ihn gemäß Gewaltschutzgesetz aus der Wohnung verweisen, du und dein Kind können ohne ihn wohnen bleiben. Und reiche sofort die Scheidung ein, so schnell als möglich. Und genügend Unterhalt für dich und deinen Winzling soll er zahlen, du willst ja nur das, was dir auch zusteht!
 
  • #11
Wegen was willst du dich jetzt genau trennen? Wegen dem potentiellen Betrug oder seiner Tollpatschigkeit?

Ich sage dir, ALLE Männer sind so. Wenn jede Frau den Löffel hinschmeißt, weil der Mann nur am meckern ist, dann wäre keine Frau mehr in einer Beziehung! Ich finde, seine Art musst du ertragen lernen. Der nächste Mann wird doch genauso sein und über dein Kind jammern, weil es nicht seins ist.
 
  • #12
Bei mir sind seit Geburt die Gefühle für meinen Mann weg, .....
Zudem hat er mich kurz vor der Geburt betrogen.... Ich kann ihm nicht mehr vertrauen und auch nicht mehr mit ihm intim sein.

Liebe FS,
ok, Ihr habt Euch entliebt und Du willst keine Beziehung mit Deinem Mann mehr. Das ist ein Grund, sich um die Trennung zu kümmern, vollkommen unabhängig von anderen Dingen.

Mein Mann hat einen geringen Selbstwert und trägt viel Wut in sich, welchen er ab und an auch mal verbal rauslässt
Waren seine Wutausbrüche vor Eurer Ehe schon so oder ist das die Folge seiner sexuellen Frustration, weil Du ihn nicht mehr willst?
Wenn es vorher schon so war, dann ist es ja sehr merkwürdig, dass Dich das jetzt auf einmal stört. Das hättest Du Dir doch vorher denken können, dass seine Wut durch ein Kind nicht verschwindet, sondern eher unter der Belastung zunimmt.
Ich habe immer ganz erheblich Bedenken, wenn Frauen, kaum ist das Kind da, feststellen, was für ein mieser Typ der Vater ist, der kann nichts etc. Was kannst du denn, wenn Du so eine Fehlentscheidung im Hinblick auf den Kindsvater getroffen hast oder inszenierst Du hier was?

Zudem gibt es erhebliche Differenzen in der Erziehung. Er verlangt jetzt schon Zuviel...... (das bricht mir jedes Mal das Herz)
Habe Angst, wie das mit dem Sorgerecht geregelt wird ...., dass ein Richter entscheidet, das Kind kommt ab sofort jedes 2. Wochenende zum Vater.
Soll ich aufgrund dieser Sorgen bei ihm bleiben und immer unglücklicher werden?
Es ist von außen schwer zu beurteilen, wie es wirklich ist, ob der Vater so überfordernd, ungeduldig und unachtsam ist. Viele Mütter sind unerträgliche Glucken und machen ihre Kinder systematisch inkompetent und bezeichnen vollkommen normal agierende Väter als unfähig.
Diese Punkte solltest Du über eine Familienberatungsstelle (Jugendamt, Caritas, Diakonie etc.) klären lassen und sie sollten keinen Einfluss auf Deine Trennungsabsichten haben. Üblich ist heutzutage das geteilte Sorgerecht und das ist gut so, wenn das Kind beim Vater keinen echten gefahren ausgesetzt ist.
Du scheinst erhebliche Zweifel, an der Erziehungsfähigkeit Deines Mannes und seiner Eltern zu haben. Sowas solltest Du im Rahmen einer Mediation klären. Da gehören seine Wutanfälle, sein Schlafverhalten am Tag, Konzentrationsstörungen (Folge von Alkohol, Drogen oder sexueller Frustration?) zu thematisieren, welche Gedanken Du Dir um seine Erziehungs- und Betreuungsfähigkeiten machst.
 
  • #13
Dein Post erinnert mich an eine Frau, die ich kenne. Sie wollte immer unbedingt ein Kind. Fand dann einen Mann, der sie schwängerte und heiratete (die Heirat war ihr ganz wichtig). Nie sprach sie nett oder liebevoll über ihn. Nach der Geburt des Kindes entsorgte sie ihn. Seither führt sie erbitterte Prozesse um sein Umgangsrecht, sie ist der Meinung, er solle das Kind überhaupt nicht sehen. Bezahlen darf er natürlich.

Es gibt sie, die Frauen, die der Meinung sind, ihre Kinder seien ihr Eigentum und der Vollpfosten von Mann habe mit der lästigen Zeugung seinen Beitrag abgeschlossen und störe bloss noch die grosse allumfassende Harmonie zwischen ihr und dem Kind.

Wenn ein Mann sich beim Autofahren mit anderen Männern streitet, heisst das nicht, dass er Frau und Kind vermöbelt. Wenn ein Mann frustriert ist darüber, dass von Seiten seiner Frau nur noch Ablehnung und Verachtung kommt, heisst das nicht, dass er ein mieser Vater ist. Wenn ein Mann sich eine Bemerkung erlaubt, wenn das Kind mit bald zwei Jahren noch nicht feste Nahrung zu sich nehmen und noch nicht sprechen kann, heisst das nicht, dass er sein Kind nicht liebt. Wenn ein Mann ein anderes Sicherheitsbedürfnis hat als seine Frau, heisst das nicht, dass er gänzlich verantwortungslos ist und das Leben seines Kindes gefährdet.

Ich finde, gerade Kinder von sehr besitzergreifenden und dominierenden Supermüttern (mir kommt da immer das Bild der allesverschlingenden Mutter in "the Wall" in den Sinn) können dem Himmel danken, wenn sie als Ausgleich einen weniger perfekten Vater haben.

Falls ich dir total Unrecht tue, entschuldige ich mich in aller Form.

Frau 50
 
  • #14
Dein Mann scheint sich nicht im Griff zu haben, auch wenn er bisher vorwiegend bei fremden Leuten ausrastet. Besonders beängstigend finde ich, dass er ein weinendes Baby zwingt von ihm gewickelt zu werden und du hilflos daneben stehst.

Du hast vielleicht mit Recht Angst, wie er reagieren würde, wenn du ihm mit einer Trennung kommst.

Suche dir vorab Hilfe bei einer Beratungsstelle oder einem Anwalt. Wenn du ausziehen willst, bereite deinen Auszug heimlich vor.

Wenn du keine Freunde oder Verwandte hast, wo du hingehen kannst oder andere Möglichkeiten, z.B. dir eine eigene Wohnung zu mieten, könntest du vorübergehend in ein Frauenhaus gehen und von dort aus staatliche Hilfe beantragen. In einem Frauenhaus kannst du nicht nur rechtliche, sondern auch psychologische Hilfe bekommen, so wie Hilfe bei der Wohnungssuche und allem, was damit zusammen hängt.

In jedem Fall solltest du sehr vorsichtig vorgehen und nichts tun, was ihn herausfordern oder provozieren könnte.
 
  • #15
In jedem Fall solltest du sehr vorsichtig vorgehen und nichts tun, was ihn herausfordern oder provozieren könnte.
Dazu rate ich auch ganz dringend.
Und auch dazu, dass du Auseinandersetzungen führst, wenn dein Kind nicht dabei ist.
Wenn du z.B. deinem Mann sagst, dass du ausziehst oder wenn du es tatsächlich tust, solltest du dein Kind bei deiner Mutter oder Freundin unterbringen.
Es hat jetzt schon Angst vor seinem Vater, paß auf, dass das nicht noch schlimmer wird.

Wenn ein Mann sich beim Autofahren mit anderen Männern streitet, heisst das nicht, dass er Frau und Kind vermöbelt.
Wenn es nur um normales Streiten, also diskutieren geht, ganz sich nicht.
Wenn der Mann lauthals rumschreit, dann schon eher, und wenn er den anderen körperlich angreift, dann ganz sicher.
Nicht sicher, dass er es TUT, aber dass er es tun würde / könnte.
und er hat lauthals mit einem älteren Mann gestritten, ihn sogar kurz gepackt.
Normal ist, dass man keine anderen Menschen schlägt.
Bei einigen Leuten wird die angeborene Beiß- und Tötungshemmung nach und nach außer Kraft gesetzt.
Man durchläuft Stufen und gewöhnt sich daran.
Ist bei jeder neuen Stufe immer ein bisschen weniger entsetzt über sich selbst und steigert sich.
Man fängt mit schreien an.
Dann Türenknallen, Sachen auf den Boden werfen.
Dann die Faust vor mir auf den Tisch hauen oder an die Wand.
Irgendwann dann mir ins Gesicht.
Davor stößt er mich herum, wirft mich aufs Sofa, knufft mich auf den Arm etc.
Am Ende werde ich vermöbelt.

Der Mann ist beim Knuffen und Stossen.
Ok, er packt einen anderen Mann ( wenn der nicht Angst bekommen und beschwichtigt hätte, hätten sie sich sicher geprügelt ), aber bis zur Frau und dem Kind ist es nicht mehr weit, wenn der Mann erst mal seine Hemmungen überwunden hat.
Und er ist offensichtlich auf dem Weg.

Sag jetzt nicht, das sei normal und das machen doch alle.
Nein, das machen nicht alle.

Und sage auch bitte nicht, er wird schon keine Frau und kein Kind schlagen. Warum nicht ? Das machen ( einige wenige ) Männer.

w 49
 
  • #16
Und sage auch bitte nicht, er wird schon keine Frau und kein Kind schlagen. Warum nicht ? Das machen ( einige wenige ) Männer.
Sehr viele Männer, die sich auch mal körperlich mit anderen Männern messen, haben in sich den Kodex, weder Frau noch Kind zu schlagen. Ganz einfach - wir wissen, dass wir mit einem Schlag einiges kaputt machen können.
Ein Mann, der mal laut wird, muss nicht im nächsten Schritt zuschlagen. Auch ein Mann der auf Wand oder Sandsack eindrischt, schlägt nicht automatisch Frau und Kinder. Er hat sich ja schon abreagiert. Diejenigen, die still alles in sich reinfressen, die sind für Frau und Kind wesentlich gefährlicher. Denn die platzen irgendwann.

Man kann der Frau auch noch zureden, dass er ein schlechter Kerl wäre. Dass sein Kind Angst vor ihm hat, liegt nämlich wahrscheinlich mehr an der Mutter als an ihm. Und ja, auch ich würde nachfragen und sogar auf med. Untersuchungen bestehen, wenn mein Kind in der Entwicklung komplett hintendran wäre. Nicht weil ich böse bin - sondern weil ich das Beste für mein Kind wollen würde. Mein Bruder, mein Vater und ich - wir haben mit den Kindern meines Bruders auch nie in "Babysprache" gesprochen. Sondern in ganzen Sätzen. Das hat die Schwiegermutter meines Bruders sehr erzürnt. Der Erfolg ist allerdings, dass die beiden (15 und 12) bereits heute einen wesentlich grösseren Wortschatz beherrschen als diese Oma. Es sit nicht immer alles falsch, was Männer machen
 
  • #17
Sag jetzt nicht, das sei normal und das machen doch alle.
Nein, das machen nicht alle.
Nein, ich gebe dir recht, das machen nicht alle. Ich kenne aber zwei, drei Männer, die beim Autofahren extrem aggressiv sind und ausserhalb ihres Autos die liebsten Kerle, die man sich vorstellen kann.
Und sage auch bitte nicht, er wird schon keine Frau und kein Kind schlagen. Warum nicht ? Das machen ( einige wenige ) Männer.
Ich weiss nicht, ob konkret dieser Mann Frau und Kind schlagen würde, in der Frage deutet jedenfalls nichts darauf hin. Aber Männer unter Generalverdacht zu stellen, weil es einige wenige Männer gibt, die zuschlagen, finde ich seltsam. Es gibt auch einige wenige Frauen, die ihre Kinder schlagen.

Es gibt mehr als einige wenige Frauen, die mit diffusen Gewaltvorwürfen die Väter aus dem Leben ihrer Kinder bugsieren wollen. Weil sie finden, Männer sind doof und unnötig und lästig und für ein Kind völlig entbehrlich. Das ist gemein. Nicht nur dem Mann gegenüber, sondern in erster Linie gegenüber dem Kind. Ein Teil von ihm (es hat 50 % der Gene des doofen Vaters) wird abgewertet und verteufelt.

Ich reagiere als Tochter einer "Supermutter" sicherlich oberempfindlich auf dieses Thema, meine Meinung ist nicht neutral.

Frau 50
 
  • #18
Ich lese ja schon einige Zeit hier mit und finde es immer extrem, was hier besonders Frauen (es sind übrigens immer die gleichen) immer in die Zeilen hineininterpretieren. Ich bin in meiner Jugend sicherlich der Konfrontation nicht aus dem Weg gegangen und habe auch provoziert. Aber ich habe in meinen 43 Lebensjahren keine Gewalt gegenüber Frauen ausgeübt (wo bei meine erste Beziehung fremd gegangen ist und mich das schon wütend gemacht hat) und schon gar nicht meine Tochter. Nein, ich musste meiner Ex sogar noch erklären das man auch kein Kind zur Erziehung eine Backpfeife oder ähnliches gibt.
 
  • #19
Man kann der Frau auch noch zureden, dass er ein schlechter Kerl wäre. Dass sein Kind Angst vor ihm hat, liegt nämlich wahrscheinlich mehr an der Mutter als an ihm. Und ja, auch ich würde nachfragen und sogar auf med. Untersuchungen bestehen, wenn mein Kind in der Entwicklung komplett hintendran wäre. Nicht weil ich böse bin - sondern weil ich das Beste für mein Kind wollen würde.
Hört sich für mich (zwei Kinder) auch eher so an. Die FS händelt das Kind meines Erachtens etwas extrem, mit 20 Monaten noch zu 80 % stillen und dem Kind nichts Festes geben, ist nicht altersgerecht. Sie hört sich auch sehr uneinsichtig an und läuft auf der Schiene "ich allein weiß, was für mein Kind gut ist, und muss es daher vor den anderen, die alle keine Ahnung haben, schützen". Die Vorwürfe, die sie dem Mann macht, sind auch alle sehr bemüht.
Liebe FS,
du hörst dich sehr gefangen an in deiner Sicht. Du solltest dich an eine objektive Instanz wenden (Kinderberatung oä), auf deren Meinung du vertrauen würdest, und dort aufdröseln, wie die Situation tatsächlich ist. Sonst läufst du meines Erachtens Gefahr, dass irgendwann du das Kind verlierst, weil du tatsächlich etwas durchgedreht wirkst.
Alles Gute
 
Top