• #1

Trennung mit Stil - gibt es so etwas?

Gibt es bestimmte Grundsätze oder Regeln, die eine Trennung für den anderen leichter machen? Kann man auch hier eine Beziehung "mit Stil" beenden? Welche Zeitpunkte, Orte oder welche Wortwahl gehen gar nicht?
 
G

Gast

  • #2
Ja, für mich gibt es das. Eine Trennung ist nie leicht, für keinen, aber vor allem nicht für den der verlassen wird - aber man kann es dem anderen so leicht wie möglich machen.

Stilvoll:

- grundsätzlich immer persönliches Gespräch in ruhiger Atmosphäre (am besten bei einem der beiden zu Hause)
- ehrlich sein! Floskeln, die es dem anderen vermeintlich leicht machen, machen es meist nur schwerer
- kein Streit, offen Dinge zur Sprache bringen, aber ohne Vorwürfe
- dem anderen Emotionen zugestehen. Auch wenn es einem selber dann vielleicht schwerfällt, da muss man dann mal durch, wenn man derjenige ist der geht
- klar regeln, wie der Kontakt demnächst aussehen soll (z.B. lass uns in drei Tagen telefonieren, wie wir es mit den Sachen machen oder ähnliches)

No Gos:
- per Mail oder noch schlimmer per SMS Schluss machen, telefonisch geht nur bei einer Fernbeziehung, die noch nicht allzu lange läuft
- nicht gesprächsbereit sein im Sinne von sich mit dem Verlassenen und dessen Gefühlen auseinander setzen
- Streits, Szenen und endlose Vorwürfe
- leere Floskeln wie "es ist nicht Deine Schuld" "Ich bin einfach gerade nicht bereit für eine Beziehung" oder sowas in der Richtung
- Orte wie Kneipen oder im Restaurant
- nach einem gemeinsam verbrachten, vermeintlich schönen Abend - besser ist es das ganze unmittelbar durchzuziehen wenn man sich am Trennungstag sieht.

Den idealen Zeitpunkt für eine Trennung gibt es nie. Es gibt nur schlechte oder sehr schlechte Zeitpunkte. Außer bei extremen Lebenskrisen des Partners sollte man immer SOFORT Schluss machen, wenn man weiß dass es nicht reicht... Alles andere zermürbt und verletzt den anderen nur unnötig, derjenige fängt dann leicht an alles in Frage zu stellen.

Das aus der Sicht einer recht frisch verlassenen, die aber vorher auch schon selber verlassen hat - und wie ich zu behaupten wage auch "stilvoll", zumindest stehe ich mit den beiden Männern noch heute in gutem, freundschaftlichen Kontakt.
 
G

Gast

  • #3
Natürlich kann man sich mit Stil trennen - zumindest kann man dafür sorgen, dass du ider Partner emotional weitgehend geschont wird und dass man sich selbst stets korrekt verhält.

Dazu gehört auch, dass man keinen neuen Partner herumzeigt und Eifersucht schürt oder unangemessene Forderungen stellt.

Es kann eine einvernehmliche Trennung werden, wenn man zu Kompromissen bereit bist und ihm/ihr Zugeständnisse machst und ihn/sie wirklich respektierst und ernstnimmst und ihn/sie als Menschen wahrnimmst, der es verdient hat, dass man ihn/sie gut behandelt.

Man kann einen gemeinsamen Anwalt nehmen und die Probleme mit ihm oder auch mit einem Mediator lösen.
 
G

Gast

  • #4
Garnicht geht per SMS, E-Mail oder andere technischen Geräte.
Dies zeugt von Feigheit, fehlender Achtung und Respekt vor anderen Menschen..... acu wenn man scih trennen will, Respekt gehört trotzdem dazu.

Das schlimmst was ich gehört habe, war ein Mann der seine Frau zu ihnrem 40.Geburtstag in ein Ferienhaus nach Skandinavien eingeladen hat um ihr dort am Geburtstag zu sagen, dass er nach dem Urlaub zu seiner Freundin ziehen wird und die Scheidung eingereicht ist.
Ich wäre wohl in dem Augenblick als Witwe nach hause gefahren..
Sie sind heute geschieden und meine Freundin hat eine neue Beziehung, aber geht es geschmackloser ???
 
G

Gast

  • #5
Kaum zu glauben aber wahr :)
Mein Exmann und ich (ein Kind, damals fünf) haben uns nach acht Jahren friedlich und wenn man es so nennen mag ,"mit Stil" getrennt. Wir hatten einen gemeinsamen Anwalt und eine notariell beglaubigte Scheidungsfolgevereinbarung hielt die gemeinsam vereinbarten Bedingungen für einen bestimmten Zeitraum fest.
Wir hatten uns während der Ehe langsam aber sicher weit voneinander entfernt, "auseinander gelebt" sagt man so schön. Die gemeinsame Basis war verloren gegangen, nicht aber die Achtung voreinander. Dazu möchte ich sage, dass kein anderer "Partner" dabei eine Rolle spielte, sondern die Einsicht, dass wir so nicht glücklich, oder zufrieden miteinander waren. Jeder nahm nun sein Leben selbst in die Hand. Unser Kind war zu Beginn natürlich sehr durcheinander, aber das weiterhin respektvolle Miteinander, zwischen meinem Exmann und mir, die Einhaltung aller Absprachen und der regelmäßige Kontakt, halfen dabei, dass Vertrauen in uns als Eltern zu behalten und heute ist das überhaupt kein problematisches Thema mehr (auch mit neuem Partner nicht).
Ich kann mir vorstellen, dass der Umstand, dass eben keine neue Liebe oder dergleichen die Ursache waren, es eher ermöglichen sich, ich würde es "würdevoll" nennen, zu trennen.
 
  • #6
Sie sind heute geschieden und meine Freundin hat eine neue Beziehung, aber geht es geschmackloser ???
Kaum, das ist wirklich extrem übel.

Ich habe mich - leider - schon häufiger trennen müssen in meinem langen Leben, aber ich habe es wirklich immer im persönlichen Gespräch gemacht, bei längeren Beziehungen auch mehrfach geredet, obwohl schon vorher offene Gespräche stattgefunden hatten und klar war, dass ich die Beziehung in einer Krise sehe und weshalb.

Natürlich ist das schlimm, wenn der Ex dann nicht loslassen kann, anfängt zu weinen, Vorwürfe macht etc. Aber ich finde, das gebietet der Respekt vor dem Menschen, dass man sich das anhört und diese Situation aushält.

Der Mann, der sich aus einer Fernbeziehung heraus von mir getrennt hat, hat das natürlich nicht geschafft - aber das hat mich auch nicht sonderlich überrascht. Er hat trotz vieler Gefühle die Beziehung einfach nicht zulassen können, er hat auch (viel später) gesagt, dass er solch ein Gespräch einfach nicht ausgehalten hätte. Es tat und tut mir Leid für ihn, dass es ihm einfach nicht gutgehen darf, dass er sich das immer zerstören muss- vielleicht schafft er es irgendwann, ich wünsche es ihm.

Wenn man versteht, weshalb der Partner sich trennt, warum eine Beziehung einfach nicht möglich ist, findet man m.E. auch einen Weg aus der Trauer heraus. Ansonsten bleiben die quälenden Gedanken... fürchterlich...
 
G

Gast

  • #7
Der Verlassende sollte aus Respekt und Achtung vor dem Verlassenen diesem immer die Möglichkeit zur Trennungsbewältigung geben. D.h. sucht und braucht der Verlassene das Gespräch, so muss der Verlassende ihm dieses gewähren, auch wenn er selbst kein Interesse daran hat. Im Trennungsfall ist der Gehende ja in der suveräneren Position und ich finde es furchtbar und katastrophal, wenn der Gehende feig ist, egozentrisch einfach abhaut, sich nicht mehr meldet, ein Gespräch verweigert, einen Abschied verweigert usw. Er macht es dem Verlassenen damit unmöglich, die Verletzung und Trauer zu bewältigen. Das ist stillos und unmenschlich zugleich!

Aber heute fast Tagesordnung. Männer verhalten sich oft so - weg, kein gespräch, kein Abschied, völlig egal mit welchen Gefühlen sie die Partnerin stehenlassen...
 
G

Gast

  • #8
Garnicht geht per SMS, E-Mail oder andere technischen Geräte.
Dies zeugt von Feigheit, fehlender Achtung und Respekt vor anderen Menschen..... acu wenn man scih trennen will, Respekt gehört trotzdem dazu.
Das sollte man so nicht sehen. Es gibt Ausnahmen:
Ich hatte zum Ende der Beziehung noch einen unnötigen und schlimmen Streit und wir gingen auseinander. Die darauf folgenden untragbaren Beschimpfungen und Beleidigungen per SMS ließen mir keine Wahl, als den endgültigen Schlussstrich per SMS zu ziehen.
Denn ich (1,60m/50kg) bekam direkt Angst vor ihm (alkohol-, zorn-, ego- und testosterongesteuerte 1,92m/120kg) und wolllte mir solche Worte "live" wirklich nicht antun. Nicht mal mit der Unterstützung von Freunden, die unweigerlich hineingezogen worden und vielleicht körperlich gefährdet gewesen wären.

Ich hätte mich gern mit freundlichem Handschlag verabschiedet und alles Gute gewünscht. Denn auch ich schätze Respekt und gute Umgangsformen. Hier war das unmöglich, deswegen habe ich mich ja auch getrennt.
 
G

Gast

  • #9
...............aber geht es geschmackloser ???
Mir hat mein Partner an seinem eigenen Geburtstag (den er mit mir feiern wollte) bei einem Glas Sekt und nur nebenbei im Plauderton erzählt, dass er mich während unserer Beziehung mehrmals betrogen hätte.....
Der Witz dabei ist, dass er bis heute nicht versteht, warum ich mich noch in derselben Minute getrennt habe.
Er wollte sich scheinbar gar nicht trennen. Hat aber vorzüglich funktioniert.

Zum Thema:
ich denke, um sich respektvoll zu trennen ist man entweder schon sehr (zu) lange zusammen oder innerlich so stabil und gefestigt, dass man über den Dingen wie Ego, Schmach und Kränkung steht. Vielleicht hat man aber einfach auch nur ein erstklassiges Niveau.
 
  • #10
Es ist immer einen Versuch wert, eine Trennung mit Stil durchzuführen. Es ist uns weitgehend gelungen, schon weil wir dem Dorf keine Show bieten wollten......