• #1

Trennung nach 11 Jahren. Kann ich trotzdem noch hoffen?

Wir waren 11 Jahre zusammen, sie war damals 19 und ich 29. Die ersten Jahre waren sehr intensiv. Wir zogen im zweiten Jahr zusammen. Später kam dann der Alltagstrott. Die Beziehung wurde selbstverständlicher. Ich dachte oft daran, dass sie aufgrund ihres jugendlichen Alters eines Tages die Beziehung beenden würde. Sie hatte zuvor nur eine «richtige» Beziehung. Die Rollenverteilung war stets so, dass sie etwas mehr Gefühle entwickelt und gezeigt hat, sich mehr nach Romantik sehnte, während ich passiver und eher punktuell Emotionen beigesteuert hatte, was jedoch (leider) meinem Naturell entspricht. Bei Streit & wichtigen Entscheidungen war meine Meinung oft bestimmend, die Beziehung habe ich grösstenteils «geführt». Sie war zu dieser Zeit nicht sehr selbstbewusst und hatte psychische Probleme, die wir zusammen zu lösen versuchten.

Wir hatten in der späteren Phase kaum mehr Streit. In dieser Zeit sind wir viel gereist, was uns sehr verbunden und zusammengeschweisst hat. Die gemeinsamen Interessen waren da und auch grosse Pläne für zukünftige Reisen und Auslandaufenthalte. Unsere Beziehung wurde erwachsen.

Wir wollten uns nie festlegen um zu heiraten und Kinder zu bekommen. Bis sie mir vor einem Jahr dann überraschend einen Heiratsantrag machte und ich darauf absolut ohne zu zögern Ja gesagt habe. Die ersten Monate danach waren wundervoll. Dann kam Corona und ein neuer Job, welcher sie fachlich und finanziell weit nach vorne katapultierte. Urplötzlich war sie eine Karrierefrau. Was mir gefiel, da ich sie nun als «richtig» erwachsen wahrnahm. Ich hatte sie auf allen Entscheidungswegen stets unterstützt und ermutigt. Unsere Beziehung war nun geprägt durch viele Liebesbekundungen und eine Nähe, die ich noch nie so gespürt hatte.

Ich bemerkte vor 3 Monaten eine zunehmende Absonderung, sie war plötzlich sehr anders zu mir im Umgang. Ich war in der Coronazeit viel im Homeoffice, während sie immer am Arbeitsplatz sein musste. Früher war es oftmals umgekehrt. Sie war nun selbstbewusst wie nie. Ich war ein wenig isoliert und in einer leicht depressiven Stimmung. Die Waage kippte sozusagen ins Gegenteil.

Nachdem ich sie mehrmals auf die Veränderung angesprochen hatte, kam sie eines Abends zu mir und wollte die Beziehung beenden. Die Begründung war für mich zunächst nachvollziehbar. Sie meinte, dass Sie meine unterstützende Liebe als richtig und wichtig in diesen Jahren empfunden hatte, für Sie zukünftig jedoch mehr romantische Ziele im Vordergrund stünden. Und dass sie noch nie richtig «alleine» war.

Wir hatten an jenem Abend klargemacht, dass es wohl für beide stimmt. Ich hatte jedoch im Nachhinein das Empfinden, dass ich verletzt war, aufgrund der Heiratspläne und der Reisen. Ich wollte nicht den Kämpfenden spielen, ich befürchtete, dass dies mehr zum Gegenteil führen würde.

Ich frage mich jetzt, ob ich ihr viel Glück wünschen und den Kontakt abbrechen soll, oder zu gegebener Zeit nochmals die Initiative ergreifen sollte.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Nein, sinnlos. Sie hat Dir klar gemacht, was Du für sie gewesen bist. Sie ist jetzt gereift und braucht nun einen anderen Typ Mann an ihrer Seite.
Ich hatte jedoch im Nachhinein das Empfinden, dass ich verletzt war, aufgrund der Heiratspläne und der Reisen.
Was für eine abgebrühte Reaktion. Ich kann sie verstehen, denn im Innersten passt ihr beide nicht wirklich zusammen.
ErwinM, 51
 
  • #3
Nein 👎, das kannst du nicht .
Ihr hattet eine Kinderehe und sie wurde jetzt erwachsen- Sie hat in der langen Beziehung deine Energie zu ihrer gemacht und verhält sich skrupellos.

Hier fehlt die Emphatie ihrerseits und jegliche Weitsicht was eine gute Beziehung ausmacht ,und sie denkt , das Gras ist auf der anderen Seite grüner .
Eine Irrglaube ihrerseits ,lass sie ziehen und gehe Du neue Wege ,auch wenn es dir schwer fällt ,alles andere macht keinen Sinn .
Akzeptiere Ihr Verhalten und an deiner Stelle würde ich die Gespräche auf das wesentliche was die Trennung angeht reduzieren.
 
  • #4
Die Rollenverteilung war stets so, dass sie etwas mehr Gefühle entwickelt und gezeigt hat, sich mehr nach Romantik sehnte, während ich passiver und eher punktuell Emotionen beigesteuert hatte, was jedoch (leider) meinem Naturell entspricht.
Und ich denke - das ist am Ende der Auslöser.

Mag sie erwachsen geworden sein, sich bei Dir den Respekt erarbeitet haben - alleine das ist schon schwierige Kost...

Auf dieser Ebene habt Ihr Euch entwickelt, und Du hast ihr den Raum gegeben, es auch "zugelassen", dass sie weiter kommt. In solchen Anfangskonstellationen versuchen Männer dann oft das Gegenteil, die Partnerin abhängig und klein halten.
Ihr habt Euch also zueinander entwickelt, die Hierarchien haben sich angenähert, die Augenhöhe hergestellt.

Aber - und das ist für mich der Grund, warum es trotzdem auseinander ging - die emotionale Seite ist für sie immer defizitär geblieben, es ist ein Mangel.
Den kann man mit Aktivität, mit Herausforderungen überdecken, der Mangel bleibt.
Dass sie Dir den Antrag machte, macht es nicht besser - da zeigte sich das emotionale Defizit. Du hast Ja gesagt, aber warum kamst Du nicht auf den Gedanken?

Jetzt sind die äußeren Herausforderungen gelöst, jetzt macht sich für Sie der Mangel an Emotion, Romantik, gefühlte Zuneigung wieder spürbar - und dann stärker. Verdrängtes wird immer stärker.

Ich sehe wenig Chancen, Du bist wie Du bist, und Du kannst ihr etwas Wesentliches nicht geben. Sie ist aber auch wie sie ist, und kann auf Dauer darauf nicht verzichten.

Aus eigener Erfahrung - es fühlt sich sehr schwierig an, es entsteht eine Leere. Es bleibt in einem das Gefühl, man müsse sich diese Liebe verdienen... Dafür hat sie gearbeitet. Leistung erbracht. Deine Anerkennung erarbeitet - das ist aber nicht Liebe, Gefühl.
Und damit hat sie jetzt die Erkenntnis gezogen, dass man sich Liebe nicht verdienen kann. Du kannst ihr die Art Liebe nicht geben, die sie braucht.

W, 51
 
  • #5
Ich denke sie hat sich verliebt, da muss es einen anderen Mann geben, sie wird jetzt in ihrer Position von anderen Männern anders wahrgenommen, sie breitet ihre Flügel aus...auch weil du das Gefühl hattest es wird jetzt gefühlvoller, dass sie sich da trennt, kann nur an einem anderen liegen....
 
  • #6
Dann kam Corona und ein neuer Job, welcher sie fachlich und finanziell weit nach vorne katapultierte. Urplötzlich war sie eine Karrierefrau. Was mir gefiel, da ich sie nun als «richtig» erwachsen wahrnahm.
Worauf willst Du denn hoffen? Sie hat sich entwickelt und passt nicht mehr zu Dir. Mit 19 war sie noch ein Kind. Jetzt ist sie 30 und erwachsen. Die Pubertät geht bis Ende 20. Es heißt ja nicht umsonst "Lebensabschnittsgefährte". Und dieser Lebensabschnitt ist nun eben beendet.

Ich bemerkte vor 3 Monaten eine zunehmende Absonderung, sie war plötzlich sehr anders zu mir im Umgang ... Sie meinte, dass Sie meine unterstützende Liebe als richtig und wichtig in diesen Jahren empfunden hatte, für Sie zukünftig jedoch mehr romantische Ziele im Vordergrund stünden. Und dass sie noch nie richtig «alleine» war.
Sie will sich zudem sexuell ausleben. Zwei Männer im ganzen Leben ist keine Perspektive für ein erfülltes Sexualleben. Der Mensch ist nicht monogam. Sie will sich nun auch hier auf die Reise begeben.

Du bist raus. Orientiere Dich um. Letztendlich musst Du es ihr gleichtun und Dein Leben neu sortieren.
 
  • #7
Sie war anfangs ein Stück weit abhängig von Dir. Du hast die Beziehung "geführt".
Es gibt nun keine Veranlassung mehr ihr Leben zu bestimmen. Das war aber Eure Grundlage und die ist nun weg.
Ihr passt gar nicht zusammen!
Ihre romantischen Vorstellungen werden mit "punktuellen Emotionen" bedient.
Ich hatte jedoch im Nachhinein das Empfinden, dass ich verletzt war, aufgrund der Heiratspläne und der Reisen.
Deine Liebe ist wohl auch nicht so groß.
Wo Du erst im Nachhinein merkst, dass Du verletzt bist.
Sie hat sich in der Beziehung entwickelt, Du nicht.
Ich würde es bei der Trennung belassen. Du kannst nun selbst die Liebe finden, die es bei Euch nicht gegeben hat.
 
  • #8
Ich frage mich jetzt, ob ich ihr viel Glück wünschen und den Kontakt abbrechen soll, oder zu gegebener Zeit nochmals die Initiative ergreifen sollte.
Ich glaube nicht, dass du da noch was reißen kannst, egal mit welcher Taktik.
Mich erinnert das an meine eigene Geschichte. Meinen späteren Mann lernte ich mit 17 kennen, da war ich auch eher das schüchterne, unsichere Mädchen.
Durch meine Rolle als Mama und berufliche Erfahrung entwickelte ich mich ebenso.
Mein Mann blieb aber im großen und ganzen von seiner Art her so, wie er war.
Auch introvertiert und unromantisch. Er lernte nie ein selbstsicheres Auftreten.

Das passte für mich irgendwann nicht mehr. Wir hatten uns zu weit entfernt. Daran änderte auch Heirat, Kind und Haus nix.

Du müsstest dich ebenso weiterentwickeln, um noch zu ihr zu passen. Das würde ich als einzige Chance sehen.
 
  • #9
Ich denke, mit 19 ist man häufig einfach noch nicht ausgereift, das sagst du ja selbst. Da weiß man noch gar nicht, was man will. Wenn man dann einen zehn Jahre älteren Mann wählt, ist das häufig jemand, der einen führt und einem hilft, aber wenn man selbst erwachsen wird, dann braucht man eine andere Art von Partner. Ich selbst war mit 19 noch ein absolutes Kind im Nachhinein, kein Vergleich zu Ende 20. Da hätte so eine Beziehung für mich später auch keinen Sinn mehr gemacht.
Ich bin für Altersunterschiede zwar im Prinzip offen, aber wenn der eine so jung ist, nicht mal Mitte 20, dann ist das fast nie eine gleichberechtigte Partnerschaft und hält selten, weil sich einer von beiden noch extrem weiterentwickelt, um überhaupt erstmal "fertig" zu werden. Und der ältere meist jemanden sucht, den er dominieren kann. Bei 30/40 oder so sind die Persönlichkeiten schon recht ausgereift, das Selbstbewusstsein da, das ist was ganz anderes. Von daher vermute ich, dass es einfach daran lag. Jedes Jahr Altersunterschied erhöht übrigens die Wahrscheinlichkeit einer Trennung nach Statistik.
Dazu kommt deine fehlende Emotionalität. Auch die Trennung und dass du erst danach merkst, dass du verletzt wurdest.. liest sich etwas schräg. Wäre für mich auch zu wenig in einer Beziehung, und ich kann verstehen, wenn ihr das nicht mehr ausreicht.
w, 37
 
  • #10
Ich finde es gut, dass du das so reflektiert betrachtest. Ich denke, du hast die Gründe sehr gut erfasst. Lass sie ziehen und bewahre die Erinnerung an die schöne Zeit. Wenn Menschen gehen, kommen irgendwann wieder neue.
 
  • #11
... während ich passiver und eher punktuell Emotionen beigesteuert hatte, was jedoch (leider) meinem Naturell entspricht.
Das ist der Satz, an dem ich hängen bleibe. Du erkennst zwar, dass du ihrem »romantischen Bedürfnis« nicht ausreichend nachgekommen bist, schiebst es jedoch »auf dein Naturell«. Damit machst du es dir zu einfach. Auch ein Naturell lässt sich ändern - was natürlich den entsprechenden Willen braucht. Hier hast du eure Beziehung vernachlässigt ... und deine Frau hat sich weiterentwickelt. Sie ist nicht mehr bereit, am langen Arm zu verhungern, sie weiß, dass ihr - auch in dieser Hinsicht - die Welt offen steht.

Nein, ich glaube nicht (wie in einigen Antworten oben vermutet), dass bereits ein anderer Mann in ihr Leben getreten ist. Aber das Wissen, dass sie mehr erwarten kann, als in eurer Beziehung. Sie ist gewachsen, du leider nicht. Das sind häufige Trennungsgründe, ich kann sie verstehen.

Vielleicht schafft ihr es, euch ohne Rosenkrieg zu trennen, ich würde es euch wünschen. Um wenigstens das Schöne aus eurer gemeinsamen Zeit in Erinnerung zu behalten.
 
  • #12
Meistens ist es so, wenn jemand so abrupt sich verhält, ist meistens schon ein neuer Partner da, in diesem Falle sehe ich das so, ich würde mich nicht mehr engagieren, ich würde sie gehen lassen, den Kontakt abbrechen und mich reflektieren, mich frei machen für eine neue Beziehung, nachdem ich eine gewisse Zeit erstmal alleine gelebt habe!
 
  • #13
Ziemlich bittere Geschichte. Du fühlst Dich bestimmt ausgenutzt und stehen gelassen. Leider wirst Du die Story nicht ändern können. Aber den Blickwinkel auf die Vergangenheit, den kannst Du ändern. Ihren Charakter hast Du nun kennen gelernt und das wird Dich in Zukunft schützen. Sei gut zu Dir und investiere in Dich, das bringt Dich wieder nach vorn.
 
  • #14
Ihren Charakter hast Du nun kennen gelernt und das wird Dich in Zukunft schützen.
Das klingt so negativ. Die junge Frau hat erkannt, dass ihr in der Beziehung was fehlt, weil sie sich weiter entwickelt hat, und hat die Konsequenzen gezogen. Das ist doch absolut legitim und hat nichts mit schlechtem Charakter zu tun. Soll sie ihm zuliebe bis an ihr Lebensende in einer unerfüllten Beziehung bleiben? Warum? Das macht doch weder für sie noch für ihn irgendeinen Sinn.
 
  • #15
Lieber FS,
auf was willst Du hoffen? Sie ist Dir enteilt. Die Dinge in eurer Beziehung haben sich so verändert, dass es für sie nicht mehr passte.

Früher hast Du den Ton angegeben in der Beziehung (easy bei einer 19-jaehrigen) und sie emotional etwas verhungern lassen.

Nun ist sie erwachsen geworden. Während Du halb depressiv im Homeoffice die Coronakrise durchleidest, geht sie täglich los und powert, hat Erfolge, Kontakt zu den Kollegen und ihr Potenzial entfaltet sich in diesem Umfeld. Sie fühlt sich damit wohler als mit Dir.

Während Du diese Frau sexy findest, sieht sie Dich so nicht mehr. Darum ist sie weg.
 
  • #16
Du hast dich anscheinend in eurer Beziehung zu sicher gefühlt und hast in der Komfortzone gelebt. Sie hat zwar deine Annehmlichkeiten gespürt und bekommen, aber deine Liebe?
Nehme auch an, dass sie jetzt einen anderen kennengelernt hat, bei dem sie bekommt, was sie von einem liebenden Partner erwartet und von dir nicht gehört und gespürt hat.
Lass sie gehen. Du bist eher beleidigt als verletzt und findest bald eine neue Partnerin - wichtig, nimm dir eine Frau, die du wirklich liebst, sag es ihr eindeutig und zeige es ihr unmissverständlich.
 
  • #17
Die Antwort findest Du nur in Deinem Innern, die kann Dir niemand geben. Ihr habt alles zusammen gemacht, aber diese Antwort musst Du selber für Dich finden.
Ich habe einen guten Freund, und er hat sein Leben selber verbockt, indem er wie Du immer zuerst wissen musste, dass eine entsprechende Entscheidung auch wirklich ihm das Gute bringt. Er dachte hin und her, wagte alles ab, wartete oft zu lange und verpasste viele Chancen. Null Risiko.
Heute bereut er so einiges. Aber er kann es immer noch nicht.

Charaktersache? Nein, innere Angst.
Hast Du was zu verlieren? Nein, Du hast sie bereits verloren. Wenn Du sie wirklich liebst, dann erobere sie zurück: Romantisch, neu , anders. Das alte Leben so gibt es aber definitiv nicht mehr. Sie hat sich zu sehr verändert.
Vielleicht entscheidest Du Dich auch, erst mal an Dir selber zu feilen. Die Aussage ich bin ein Langweiler tönt schon nicht so läss. Hau doch auch auf die Pauke und geniesse das Singelleben.

Was ist für Dich Liebe?
 
  • #18
1. Du ZEIGST nicht nur wenig Emotionen, Du scheinst auch nur über wenig Emotion, Leidenschaft zu verfügen.
Ich dachte oft daran, dass sie aufgrund ihres jugendlichen Alters eines Tages die Beziehung beenden würde.
Klingt, als wäre Dir dieser Gedanke nicht unangenehm gewesen, sondern als hättest Du das ganz abgeklärt konstatiert. Wer will denn einen Partner, der sich sagt „Ich denke, sie wird sich eh irgendwann trennen, ist dann eben so.“

Die Rollenverteilung war stets so, dass sie etwas mehr Gefühle entwickelt und gezeigt hat
Emotionen halten die Liebe beim anderen wach, nicht nur rationale Hilfestellung beim Job und sonstigen Problemen.

sich mehr nach Romantik sehnte, während ich passiver und eher punktuell Emotionen beigesteuert hatte, was jedoch (leider) meinem Naturell entspricht.
Punktuell reicht vorne und hinten nicht. Dein Naturell konntest Du sehr wohl ändern. Früher kamst Du so damit durch, weil du fehlende Emotionalität mit Unterstützung ausgleichen konntest, als sie wenig selbstbewusst war.

Die Begründung war für mich zunächst nachvollziehbar.
Ob du das nachvollziehbar fandest, interessiert in dem Moment nicht. Hattest du keinen Schmerz in Dir?! Klingt maschinell.

Wir hatten an jenem Abend klargemacht, dass es wohl für beide stimmt. Ich hatte jedoch im Nachhinein das Empfinden, dass ich verletzt war, aufgrund der Heiratspläne und der Reisen. Ich wollte nicht den Kämpfenden spielen,
klingt abgeklärt und rational. Von Leidenschaft, Schmerz, Verlustangst, Verzweiflung keine Spur... Du merkst erst im Nachhinein Deine Verletzung?

2. Du hast der Frau keine Zukunftsperspektive geboten, keinen aus Dir selbst heraus kommenden Wunsch nach Commitment, Heirat, Familie. Ein Mann dem das bis zu seinem 40. Lebensjahr nicht in den Sinn kommt, ist unattraktiv... In den Zwanzigern ok für die Frau, aber mit 30 merkt man dieses Defizit dann doch, wenn alle um einen herum plötzlich heiraten und Kinder kriegen und der zehn Jahre ältere Partner nicht aus den Puschen kommt.

Wir wollten uns nie festlegen um zu heiraten und Kinder zu bekommen.
Du wolltest das vielleicht nicht, auch wenn es vom Alter her bei Dir höchste Eisenbahn gewesen wäre.
Bis sie mir vor einem Jahr dann überraschend einen Heiratsantrag machte
Da siehst Du, dass sie diese Dinge und Wünsche durchaus im Kopf hatte, im Gegensatz zu Dir.

3. Lass sie ziehen, da
für Sie zukünftig jedoch mehr romantische Ziele im Vordergrund stünden.
Diese wird sie mit einem Mann wie Dir niemals realisieren können.
 
  • #19
@Charline Ich finde schon dass eine Freundin eine ziemlich starke Schulter durch ihn hatte. Er hat sie in schwierigen Zeiten, wo sie mit psychischen Problemen zu tun hatte auch nicht einfach abserviert. Nun, wo er durch Corona eine depressive Verstimmung hat wird er von ihr allein gelassen. Da hätte sie auch mal noch einige Wochen ins Land gehen lassen können. Aber nein, das möchte sie nicht und tritt lieber noch mal nach, indem sie Beziehung beendet. Das nenne ich miesen Charakter. Ja. Einen Menschen den ich aufrichtig geliebt habe, dem helfe ich und lass ihn auch nicht in der Situation mit etlichen Fragen zurück. Darum geht es ja dem FS. Dem würde ich empfehlen die Zeit abzuwarten, es wird anders kommen als Du denkst. Vielleicht schreibt er ja mal in ein paar Wochen wie es weiter ging.
 
  • #20
Wir haben uns seitdem zweimal getroffen. In der gemeinsamen Wohnung sind wir nun abwechselnd wochenweise, um die Katze zu hüten, die seit 7 Jahren ihr Revier vor dem Haus hat. Beim ersten Wiedersehen war sie sehr traurig, da sie die Situation als selbstverschuldet sieht und wusste, dass es mir sehr schlecht ging. Ich habe ihr da eröffnet, dass ich bei der Trennung automatisch auf ihre Linie geschwenkt bin, da ich es ja seit Monaten spürte – ich dachte, dass in dieser Situation ein urplötzlich anhimmelndes Verhalten meinerseits ins Gegenteil führen würde. Ich fragte Sie, wieso sie in diesen Monaten, als sie es bei ihr selbst spürte nicht Alarm geschlagen hatte, worüber sie sich selbst Vorwürfe machte. Ich selbst hatte in dieser Zeit kleinere Schritte auf sie zugemacht, sie im Sommer auch gefragt, dass ich eine Abkapselung spüre. Zuerst dachte ich an eine Affäre und hatte sie auch damit konfrontiert, was sie verneinte.

Sie wollte jetzt alles sehr schnell abhandeln, das mit der gemeinsamen Wohnung klären, den Hausrat trennen etc. Sie hatte sich schon Wohnungsinserate angesehen, war zu einer Besichtigung. Mir tat das Weh und wir sind so verblieben, dass wir es langsamer angehen.

Beim zweiten Treffen eröffnete sie mir dann, dass sie gleichzeitig auch für mich nach Wohnungen Ausschau hielt und dass sie gerne in der Wohnung bleiben würde. Sie war nicht traurig gestimmt, kam sogar regelrecht heiter ‘mit der Tür ins Haus’ und umarmte mich freundschaftlich. Mann muss dazu sagen, dass sie schon immer zwischen Gefasstheit, ‘roboterhafter’ Empathie und ehrlichen, tränenreichen Emotionen hin und her wechseln konnte. Als wir die Option durchspielten, dass auch ich Anspruch in der Wohnung zu bleiben hätte und die Katze für mich behalten könnte, kamen erstmals Emotionen hervor. Sie meinte, sie hätte Angst davor, von Null anfangen zu müssen. Für mich ist es Aufgrund der vielen Erinnerungen schwierig vorzustellen längerfristig in der Wohnung zu bleiben. Ich habe ihr gesagt, ich würde für das Katzenwohl entscheiden.

Im Moment verhalte ich mich ihr gegenüber zwar noch fair und ich zeige etwas von meiner Trauer, sie sagt im Gegenzug, dass sie mich ja noch immer liebe. Meine Stimmung ist in der Tendenz jedoch zunehmend wütend und vorwurfsvoll.

Ich kann mir im Gegenzug selbst ankreiden, dass ich nicht weit genug gegangen bin, dass ich es "geschehen" liess. Dass nicht ich den Heiratsantrag gemacht hatte und ich die ganze Zeit wohl eher ein Zauderer war. Dass ich mich mit Entscheidungen eher schwer tue, gehört leider auch zu mir. Und doch denke ich mehr und mehr, dass es wohl für beide die beste Lösung ist, sonst würde ich doch jetzt alle Bäume und Stricke ausreissen wollen, um sie zurückzugewinnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #21
Ich fand deine Beschreibung der Beziehung schon skurril.

Klingt nach jemanden, der gerne die Kontrolle hat und Augenhöhe nicht wichtig findet. Das geht natürlich nur mit Frauen, die sehr unsicher sind, aufgrund vieler Probleme mit sich selbst.

diese Probleme konnte sie lösen. Die Grundlage für eure Beziehung brach damit weg. Denn du bist in deiner Entwicklung stehen geblieben.

du schreibst über sie, dass sie „erwachsen“ geworden wäre. Aber du magst halt nicht wirklich sesshaft werden. wenn ich das richtig verstanden habe, dann sind Kinder und Heirat kein wirklicher Herzenswunsch von dir. Was ja ok ist ...Nur brauchst du dann eine Partnerin, die das genauso sieht.

Ihr hattet beide lange eine Art „Nutzen“ aus der Beziehung gezogen : sie bekam Orientierung und eine Art Vaterersatz und du konntest dich groß und stark fühlen neben ihren ganzen Schwächen und ihrer „Emotionalität“.

jetzt macht sie die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und sieht, dass sie sich ihre Lebensträume verwirklichen kann. Dass das nicht unrealistisch ist, was sie sich wünscht. Das ist doch sehr gesund ....

vielleicht ist es für dich mal an der Zeit dich weiterzuentwickeln.....?
 
  • #22
Zu deinem letzten Posting:
Wütend kannst du nur auf dich werden, du hast ihre Bedürfnisse gekannt und bist nicht auf sie eingegangen.
Euer Alter und eure Entwicklung hat mit dem Scheitern eher weniger zu tun, sie wollte u a einfach deine Liebe wahrnehmen - sehen, spüren, fühlen - wozu du nicht in der Lage warst.
Wie du dich im letzten Absatz selbst siehst, sieht so ein Mann aus, mit dem man bis ans Lebensende zusammenleben möchte?
Sollte sie jemand anderen kennengelernt haben, wird sie dir das in der jetzigen Situation natürlich nicht sagen, um dich eben nicht wütend zu machen.
Du weißt, dass du am Scheitern mitverantwortlich bist, weshalb du die Bäume auch stehen lässt.
 
  • #23
Das klingt alles sehr kopflastig, teilweise vernünftig und absolut leidenschaftslos. Außerdem hattest Du die Kontrolle in Deiner Beziehung.

Ich frage mich, ob Du in dem Thread wirklich diskutieren willst, ob Du irgendwas tun solltest (was, wäre noch die Frage).
Oder ob Du in dem Thread nicht Deine Gefühle verarbeitest, weil Du schon etnschieden hast, nichts mehr zu tun.
Ich denke schon, dass es nichts mehr bringt, was zu machen. Sie ist ja nun erwachsen geworden, hat Erfolg, braucht Deine Stütze nicht mehr und hat sich gegen Dich entschieden.

Ich finde es normal, dass man, wenn man verlassen wird und denkt, man hätte viel für die Beziehung getan, erstmal sauer ist. Um besser "ranzukommen" an Deine Gefühle, schreibe für Dich doch mal auf, was Du ihr vorwirfst. Dann kannst Du auch besser sehen, was davon unsinnig ist. Z.B. kann man nie erwarten, dass jemand aus Dankbarkeit, was man alles für ihn tat, bei einem bleibt. Viel eher sollte dadurch rauskommen, dass man einen abhängigen Menschen als Partner hatte - GEWÄHLT hatte - und daraus wohl eine gewisse Sicherheit zog. Und dadurch selbst auch abhängig war.

Manchmal sind Partner nur Lebensabschnittspartner. Du hast - so wie es für mich klingt - ja schon länger das Gefühl gehabt, dass es "nur" eine Lebensstation ist und nicht für immer.
Ich finde gut, dass Du erkannt hast, dass sie irgendwann Deine Lebenshilfe nicht mehr brauchen wird. Passiert ja öfter, dass der Partner, der die Kontrolle hat, versucht, den anderen zu hindern, selbständiger zu werden. Wenn die Probleme des Abhängigen weg sind, wird er ja flügge. Der Retter/Therapeutenpartner steht dann wieder allein da.
 
  • #24
Du bist auch nicht gefeit vor "ungerechten Emotionen", die nichts mit Vernunft zu tun haben. Das ist nichts schlechtes, solange man keine Handlungen daraus ableitet. Also lass die Wut auf sie ruhig zu. Du musst nicht drüber reden mit ihr, und das würde ich auch nicht tun. Denn man darf ja verlassen werden.
Die Gründe kennst Du ja anscheinend. Ich würde mich aber auch nicht aus Nachsichtigkeit übervorteilen lassen. Jetzt wegen der Wohnung, meine ich. Auch wenn Du immer der Überlegene und Nachsichtige warst, der dafür die Führung innehatte, musst Du nicht den Papa spielen und ihr die Wohnung überlassen.. Ich finde gut, dass Du für das Katzenwohl entscheiden willst.

Ich würde sagen, überlege, was für Dich am besten ist, also wegen der Erinnerungen in der Wohnung. Ohne sie dabei im Auge zu haben, dass sie Probleme mit dem Neuanfang hätte. Und wenn Du das Bleiben zu schmerzhaft fändst, dann such Dir ne Wohnung. Werde nicht trotzig aus Wut, weil sie jetzt alles so einfach hat - die Trennung macht ihr ja nichts aus, sie hat beruflich ne gute Zeit und kriegt nun auch noch die Wohnung. Dann lass ihr das.

Ich finde es falsch, die Trauer über eine Trennung mit dem Partner verarbeiten zu wollen, der die Trennung vollzogen hat. So kriegt man ja nie Abstand hin. Es ist durchaus gut zu reden über Gründe, aber die Wut und die Enttäuschung sind Deine Sache, und was sollte sie auch dazu sagen, außer, dass ihr das leidtut, was ich ihr auch glauben würde. Ihr seid ja nicht im Hass auseinandergegangen und sie wird Dir sicher dankbar sein für Deine Unterstützung.
 
  • #25
Ich frage mich jetzt, ob ich ihr viel Glück wünschen und den Kontakt abbrechen soll, oder zu gegebener Zeit nochmals die Initiative ergreifen sollte.
Der Drops ist gelutscht.
Sei froh, daß dir das jetzt passiert ist und nicht, nachdem ihr Ehe, Kinder und Haus hattet, denn dann hättest du bluten müssen - auf Jahrzehnte.

Nach meiner persönlichen Erfahrung führt die "Kinderliebe" oder erste richtige Partnerschaft immer dazu, daß irgendwann die Frage aufkommt: wie ist es mit einem Anderen. Das ist zwangsläufig. Das grüneste Gras wächst halt immer auf der anderen Zaunseite - besonders wenn man erst einen Garten gesehen hat.

Wenn das erst passiert, wenn Kinder und sonstige Verpflichtungen da sind - dann viel Glück mit Zahlemann und Söhne.

mMenschÜ50
 
  • #26
Seit der Trennung sind jetzt 4 Wochen vergangen. Ich habe mich dazu entschieden aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen und ihr die Katze zu überlassen. Mich quälte der Gedanke - wenn ich die Katze behalten würde - andauernd an alte Zeiten erinnert zu werden. Während ich jetzt eine neue Bleibe suche, hüten wir im Wochenrhythmus abwechselnd die gemeinsame Wohnung und die Katze.

Immer noch begegnet sie mir freundschaftlich, aber auch empathielos und distanziert. Sie macht mir manchmal Geschenke, hinterlässt mir Süssigkeiten auf dem Küchentisch. Im Umkehrschluss habe ich auch einmal ihre Kleider gewaschen. Wir haben bizarrerweise noch fast täglich Kontakt über SMS, spielen manchmal ein Quizduell, senden uns lustige Bilder. Ich merke jedoch, dass mir dies nicht mehr passt und es schneller gehen muss. Wenn wir telefonieren, sitzt mir ein tiefer Kloss im Hals und ich kann kaum sprechen. Sie spürt meinen Trennungsschmerz, dadurch habe ich das Gefühl, dass sie sich emotional immer weiter weg entfernt, eher Mitleid hat mit mir.

Ich schaue mich im Moment nach einer Notlösung um, damit ich nicht mehr in die Wohnung zurück muss. Aus Eigenschutz sollte ich wohl den Kontakt abbrechen bzw. auf Auszugsthemen beschränken. Ich merke aber, dass mir das sehr schwer fällt.

Mein Schmerz und meine Wut haben auch kaum nachgelassen. Ihr Verhalten gegen Ende der Beziehung war rückblickend perfid. Sie hatte mich Tage zuvor noch meinen Geburtstag feiern lassen, mir Geschenke gemacht, einen gemeinsamen Ausflug geschenkt. Es fällt mir schwer mit dieser neuen friendzoned-Situation umzugehen.

Darf ich während der Trennungszeit ihr gegenüber meine Wut und meinen Verdruss zeigen, aber sollte ich meine Trauer und Enttäuschung verstecken?
 
  • #27
Also lernfähig bist du jedenfalls nicht, lieber FS. Und ich kann deine Frau absolut verstehen: sie hat einfach keine Lust mehr auf einen ich-bezogenen Lehrmeister, der einfach nicht kapiert, dass er nicht (mehr) auf dem Podest steht.

In deinem Eingangsthreat bekennst du, dass du nur »punktuell Emotionen beigesteuert« hast. Du hast erkannt, »dass die Waage kippte« - hast aber nichts dagegen unternommen.
In deinem Nachschlag (#20) bezeichnest du dich erneut als »Zauderer« und heute (#26) fragst du gar das Forum, ob du
... ihr gegenüber meine Wut und meinen Verdruss zeigen, oder sollte ich meine Trauer und Enttäuschung verstecken?
Bekommst du eigentlich alleine (also ohne Hinweise von außen) überhaupt etwas auf die Reihe? So, wie du dich verhältst und darstellst, kommst du weder sexy noch begehrenswert rüber.

Explodiere (weil du wütend bist), explodiere (weil du traurig und enttäuscht bist), suche dir selbst eine Wohnung (also lass nicht sie für dich suchen und entscheiden), MACH ENDLICH ETWAS! Hör auf zu jammern und zieh dich aus dem selbst produzierten Sumpf!

Begreife, dass dich diese Frau nicht mehr braucht, ganz richtig, sie ist erwachsen geworden und kann auch ohne dich weiterleben. Mach dir nicht vor, dass du ihr die Steigbügel gehalten hast und sie ohne dich ...
Nein, sie ist klug genug, die Leiter alleine hochzuklettern.

Nimm dir ein Beispiel daran und warte nicht darauf, irgendwann wieder im früheren Leben zu landen. Sie würde das nicht mehr mitmachen.
 
  • #28
Ich denke, die Gestaltung eures Kontaktes derzeit ist sowas wie "Freunde bleiben", das manchmal von den Leuten angeboten wird, die den Partner verlasse. Sie wollen ihm ja nicht wehtun, sie denken, er brauche, sie noch irgendwie in seinem Leben, und man hasst sich ja nicht.

Du merkst, dass es Dir nicht guttut, also gestalte Du den Kontakt so spärlich, wie es Dir passt.

Mein Schmerz und meine Wut haben auch kaum nachgelassen. Ihr Verhalten gegen Ende der Beziehung war rückblickend perfid. Sie hatte mich Tage zuvor noch meinen Geburtstag feiern lassen, mir Geschenke gemacht, einen gemeinsamen Ausflug geschenkt.
Gegenfrage: Wäre es Dir lieber, wenn sie Dir vor Deinem Geburtstag gesagt hätte, dass sie Schluss machen will, und Du dann SO auf der Feier gewesen wärst? Das war ne Lose-Lose-Situation.

Ich finde schon, dass das rücksichtsvoll war, Dir nicht vorher die Wahrheit zu sagen. Es ist auch für den, der verlassen will, schwer, den Zeitpunkt zu finden, an dem er damit rausrückt, wenn der andere keine Ahnung hat, dass die Beziehung schlecht ist. Das geht dann auch an Dich. Hier könntest Du mal ansetzen, welche Fehler Du gemacht hast. Hast Du ja schon angefangen aufzudröseln, z.B. dass immer alles nach Deiner Nase lief und Du eine Partnerin hattest, die Dir gar nicht gewachsen war. So wählt man nur, wenn man Angst vor Kontrollverlust hat. Das macht nicht mal der Altersunterschied per se, es sind auch gleichaltrige Partner nicht immer auf Augenhöhe, aber Du hast ja davon profitiert, dass Du die Kontrolle hattest, sonst hättest Du so eine Beziehung gar nicht gewollt und diese Frau nicht als Partnerin genommen. Also Deine Wahl sagt natürlich was aus darüber, wie es dann weiter lief und dass ihr das so gut fandet.

Ich finde, sie ist immer noch nicht richtig abgenabelt von Dir. Das Quizspielen usw. und der gemeinsame Ausflug als Geschenk zum Geburtstag (den ich auch seltsam finde) zeigen für mich, dass sie Dich gar nicht als Expartner, den sie verlassen hat, wahrnimmt. Also Verständnis dafür zeigt, dass Du eventuell auch gar nichts mehr mit ihr zu tun haben willst. Aber so ist eure Beziehung ja nie gewesen.
Du warst der mit der Kontrolle, der Unemotionale.
Die Quizdinger kriegt Du als "lass uns Freunde bleiben", aber ich glaube, das wart ihr nie. Der andere will natürlich auch nicht im Zoff gehen. Er hat ein schlechtes Gewissen, weil er ja weggeht, aber 1. darf er gehen und der andere muss das respektieren, 2. hilft es dem Verlassen-Wordenen nicht. Der Ausflug fällt für mich auch in diese Kategorie "wir sind doch immer noch liebe Freunde".
Dass sie Dich fragte, ob Du nicht der mit dem kompletten Neuanfang sein kannst, weil sie Angst davor hat, ist wieder "ich bin ja hier das kleine Mädchen, du der überlegene Mann, mach du mal das Schlimme".

Das kann man ihr aber nicht vorwerfen, dass sie nun nicht schon weiter ist beim Reflektieren über eure Beziehung. Du bist es ja auch nicht.
 
  • #29
Es fällt mir schwer mit dieser neuen friendzoned-Situation umzugehen.
Das musst Du auch nicht. Sie ist nicht Deine Tochter, auf die Du Rücksicht nehmen müsstest, damit es IHR gut geht. Sieh das mal ganz abstrakt: Eine Frau hat ihren Partner verlassen, nicht das 10 Jahre jüngere Mädchen, über das Du lange Zeit Kontrolle hattest und auf das Du wie auf ein Kind Rücksicht nahmst, dem gegenüber Du aber auch kaum emotionalen Regungen zeigtest, als seiest Du der Überlegene. (Wobei sowas gar nicht überlegen ist, sondern nur Kontrolle ausüben will)

Darf ich während der Trennungszeit ihr gegenüber meine Wut und meinen Verdruss zeigen
Du solltest es ihr nicht zeigen. Du bist nicht der Papa, den das Kind enttäuscht hat. Du bist ein Mann, der von seiner Frau verlassen wurde.
Warum bist Du wütend? Dass sie nicht das macht, was Du willst? Wenn Du wütend auf das Leben bist oder Dich selbst, was ich verstehe, weil ich das auch empfand, als mein Ex die Beziehung beendet hatte, dann mach das mit Dir aus. Sonst wirkts so, als würdest Du ihr Vorwürfe machen, dass sie Dich nicht mehr will. Das ist albern und man würdigt sich damit herab.

Ich würde rausfinden, wie ich den Kontakt jetzt handhaben will, damit es mir am besten geht, und das unter der Voraussetzung, die Trennung wie ein erwachsener Mann und nicht wie der enttäuschte Scheinpapa hinzunehmen. Dh. wenn es Dir besser geht, wenn ihr keine Quizdinger mehr spielt und euch nicht wie Freunde verhaltet, dann sage das und halte Dich dran. DAS würde mich nämlich sauer machen an Deiner Stelle, wenn ich jetzt sowas noch mitmache. Denn: Habe ich selbst gemacht, weil mein Ex erst meinte, ich wäre ein so besonderer Mensch und er wolle nicht, dass der Kontakt abreißt usw.. Ich wollte das selbst nicht, habe es aber IHM zuliebe zugesagt. Und dann festgestellt, dass recht schnell immer nur ICH den Kontakt aufrecht erhielt und nach weiteren Telefonterminen fragte, während von ihm gar nichts dazu kam. Und dann sah das so aus, als bräuchte ICH das, um mit der Trennung fertig zu werden. Ja, das hat mich sauer gemacht, weil es von mir eine Art Geschenk, das ich gar nicht geben wollte, an ihn war, dass er sich nicht so besch*** fühlt, weil er ja die Beziehung beendet hat, und weil er aber anscheinend dachte, ich bräuchte noch so eine Light-Version von ihm in meinem Leben. Zumal er nach einer Weile wieder zurückwollte und dachte, er könne das allein entscheiden. Ich wollte die Beziehung aber gar nicht mehr, und das kam ihm gar nicht in den Sinn trotz seiner Schlussmachaktion.

Heute denke ich da milder über "lass uns Freunde bleiben". War für ihn sicher auch nicht einfach, er hat auch geweint usw..

Also: Nein zeige nichts von Deiner Enttäuschung., denk nicht, Du wurdest verarscht wegen des Geburtstages, aber lass auch nicht zu, dass sie allein das Ende so gestaltet, wie sie es am besten findet.
 
  • #30
Wenn mir Menschen Probleme verursachen, die mich trotz Aussprache weiterhin belästigen, lasse ich meine Wut und meinen Zorn auf diese Menschen voll aus, indem ich z B bei einem Waldspaziergang Prügel nehme und diese, an die Person denkend, zertrümmere.
Mir geht es dann deutlich besser, wenn ich mich abreagiert habe und das Auftreten der Person gegenüber ist dann meist auch deutlich ruhiger.